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Anhang in:

Alexander Ell

Wissenstransfer im Community Based Tourism, page 133 - 138

Eine Feldstudie in der Region Yogyakarta, Indonesien

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-3977-9, ISBN online: 978-3-8288-6805-2, https://doi.org/10.5771/9783828868052-133

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
133 Anhang Glossar Behörden, Organisationen und andere Institutionen ASITA: Association of the Indonesian Tours & Travel Agencies Baparda: Badan Pariwisata Propinsi D.I.Y, Amt für Tourismus der Provinz D.I.Y BKSDA: Pekan Konservasi Sumber Daya Alam - Amt für Naturschutz Dinas: Dinas Kebudayan dan Pariwisata, Amt für Tourismus und Kultur Sleman HPI: Himpunan Pramuwisata Indonesia, Verband indonesischer Tourguides PHRI: Perhimpunan Hotel dan Restoran Indonesia, Verband der indonesischen Hotels und Restaurants Puspar: Pusat Studi Pariwisata, Zentrum für Tourismus UGM: Universitas Gadjah Mada Indonesische Begriffe desa wisata: Tourismusdorf D.I.Y: Propinsi Daerah Istimewa Yogyakarta, Sonderprovinz Yogyakarta gamelan: Bezeichnung für verschiedene Orchester wie auch Musikstile auf Java gotong royong: Nachbarschaftshilfe/-kooperation, unausgesprochene Übereinkunft über gegenseitige Unterstützung, gemeinschaftliches Arbeiten (oder auch Spenden von Geld) 134 ketoprak: (auch kethoprak): Ein in Java verbreitetes Schauspiel, das sich inhaltlich traditionell aus Legenden und Mythen Javas schöpft. Begleitet wird es vom Gamelan. ketua: Leiter einer Organisation, hier des Komitees der Desa Wisata LPMD: Lembaga Pemberdayaan Masyarakat Desa, Einrichtung für das Empowerment der Dorfbevölkerung merti bumi: Ein Renigungs- und Segenszeremonie in Form einer Prozession durch das Dorf. Dem allmächtigen Schöpfer wird Dank für die Ernte ausgesprochen und sein Segen erbeten. nyadran: Zeremonie die von Anwohnern als ein Zeichen der Dankbarkeit gegen- über Gott, dem Allmächtigen. u.a. zur Begrüßung des heiligen Monats Ramadan ausgefürt wird. PKK: Pemberdayaan dan Kesejahteraan Keluarga, Empowerment und Familienwohlstand. Frauenorganisation auf Dorfebene rukun: Zustand sozialer Harmonie oder Solidaritätsgemeinschaft RT: rukun tetangga, wörtl.: “harmonische Nachbarschaft” - Organisation der Nachbarschaftshilfe RW: rukun warga, setzt sich aus mehreren RT zusammen. S1: Sarjana I: erster adademischer Grad (Bachelor) S2: Sarjana II: zweiter akademischer Grad (Master) salak: Schlangenfrucht selamatan: Sammelbegriff, der diverse Feierlichkeiten zum Ausdruck von Dank und Glückwünschen umfasst. wayang kulit: javanisches Schattenpuppenspiel Sonstiges Begriffe CBT: Community Based Tourism EZ: Entwicklungszusammenarbeit Profile und Werbung der Tourismusdörfer Profil Sambis von der Webseite der Dinas Pariwisata (www.tourismsleman.com) (Frei übersetzt, Ergänzungen in Klammern vom Autor) 135 Sambi ist ein Kultur-Tourismusdorf (desa wisata budaya), das im Unterbezirk Pakem, Regierungsbezirk Sleman, liegt. Das Dorf Sambi besitzt ein vielfältiges touristisches Potential, das interessant für Besucher ist. Die Lage des Tourismusdorfs nahe des Vulkans Merapi birgt eine wunderschöne Landschaft zum genießen, die dem Herzen Frische und Ruhe verleiht. Naturtourismuspotentiale Das natürliche Panorama Kali Kunings (gelber Fluss) mit der Reinheit seines Wassers, den schattigen Bäumen am Fluss! Die Steine in der Mitte des Flusses können zum spielen benutzt werden, während man die frische Luft und das glasklare Panorama des Merapi genießt. Die Schönheit und Pracht des Merapis im bei sonnigem Wetters, vor allem in den frühen Morgen- oder in den Abendstunden, wenn die Aktivität des Vulkans erhöht ist, Feuer, Funken und schmelzende Lava werden die die Bewunderung für die Natur vergrößern. Daneben können Besucher auch Trekking im Tal des Kali Kuning an der Ostseite Sambis genießen. Das Kali Kuning-Tal bietet einen wunderschönen Platz für Familien und Gruppen um spazieren zu gehen, durch die Reisfelder und am Lauf des Flusses entlang zu schlendern und um Outdoor-Aktivitäten zu genießen. In der Mitte der Siedlung des Dorfes kann man auch einen Fluss zur Bewässerung der Reisfelder finden, die südlich des Dorfes liegen. Sein Wasser wird von einigen Bewohner für die Fischteiche in den Gärten ihrer Häuser genutzt. Natürliche Gegebenheiten wie der Kali Kuning (gelber Fluss) neben der Ortschaft sind ein Kapital, das für Tourismus und seine Aktivitäten genutzt werden kann. Unter anderem beinhalten die Tour-Pakete: 1. Rundgang durch die Natur am Fluss und die Landschaft genießen. 2.Im Fluss baden oder keceh oder ciblon spielen 3. Klettern an einer Kletter- oder Felswand als Outdoor-Aktivitäten, Campen. 4. Lernen Reisfelder zu bewirtschaften oder Feldfrüchte anzubauen. 5. Verfügbarkeit von traditionellen Häusern (Sinom und Joglo) für Sitzungen, Tagungen und Schulungen. 6. Malatelier, Übungshalle für Tanz/Javanische Künste. 7. Campingplatz mit einer Kapazität von 300 Personen. 8. Outdoorausrüstung und Experten als Ausbilder vorhanden. 9. Homestays und Hütten aus Naturmaterialien mit einer Kapazität von 80 Personen. 136 Kunst und Kultur Vorhandene Volkskunst die von Besuchern genossen werden kann. U.a.: a. Bildene Kunst b. Klassischer und modernen Tanz c. Karawitan (javanisches Gamelan mit Sängerinnen) d. Tayub and cokekan (Tänze) e. Wayang kulit (Schattenpuppenspiel) f. Campursari (Mischung aus diversen contemprären Indonesischen Musikgenres) and kethoprak (Javanisches Drama/Theater) Zeremonien des Lebenszyklusses Feierliche Traditionen des alltäglichen lebens mit denen die Bevölkerung noch vertraut ist wie: a. Selamatan (Javanische Riten) die von der Zeit im Bauch der Mutter bis zur Hochzeit andauern - Nnglimani und mitoni sind selamatan die im 5 und 7 Monat der Schwangerschaft stattfinden. - Barokohan und selamatan bei Geburt des Kindes. - Sepasaran und selapanan sind selamatan wenn das Kind 5 und 35 Tage alt ist. - Sunatan, die Beschneidung von Jugen und Mädchen ist Tradition - Heirat b. Selamatan für die Verstorbenen. Bestattungsriten, übernommen von den Vorfahren, umfassen surtanah, selamatan nach drei, sieben und bis hin zu 1000 Tagen nach dem Dahinscheiden. c. Nyadran bersama Im (javanischen) Monat Ruwayh (Hijri Sya'ban) versammelns sich die Leute zum Mahl, führen das Tahlil durch und legen Blumen auf die Gräber der Verstorbenen. d. Andere Praktiken des gemeinschaftlich durchgeführte selamatan, wie Kenduri suran, saparan, muludan, Ruwahan. e. Wiwit in Ausprägung von tasyakuran, der Dank an den Schöpfer für eine erfolgreiche Ernte. 137 Profil und Angebot des Desa Wisata Ketingan in der Werbung: Angebot Ketingans auf einer Werbe-CD für den Bezirk Sleman (Q 3) (freie Übersetzung, ähnlich bei Raharjana 2005:144). Paket 1)* „Feel the green“ 3 Stunden: 15:00 - 18:00 Uhr: Erkunden Sie Ketingans Vorzüge am Abend: Touristen sind eingeladen aus den Samen der Melinjo-Sträucher Chips herzustellen, bei Pflanzungen zu helfen, Jamu Gendong102 zu genießen oder begleitet von lokalen Guides die Kuhreiher und Prachtreiher bei ihrer Heimkehr zu ihren Nestern zu beobachten. Paket 2)* „Vollmond-Tanz“ 3 Stunden: 21:00 - 24:00 Uhr (nur bei Vollmond) In Vollmondnächten können Touristen die Vögel beim 'Tanz' beobachten. Diese erstrahlen bei ihren eleganten Tänzen in der Vollmondnacht während, Sie ein Mitternachtsgericht à la Ketingan genießen. Paket 3) „Nächtliche Stille in Ketingan“ 18 Stunden: von 16:00 - 10:00 Uhr Besucher werden eine ganz neue Erfahrung machen wenn sie in Ketingan übernachten. Sie werden die Verbundenheit zur Natur und die Großartigkeit des Pang Pencipta103 erleben. Die Großartigkeit des Schöpfers Paket 4)* „ Einfachheit, Balance und Harmonie“ 3-5 Tage Touristen sind aktiv am Leben der gewöhnlichen Menschen in Ketingan beteiligt. * Die Pakete 1&2 können nur in den Monaten von November bis August genossen werden. 102 Kräutermedizin, siehe Glossar. 103 'Die Großartigkeit des Schöpfers' 138 Profil Ketingans auf der Internetseite der Dinas Pariwisata dan Budaya Sleman (http://www.tourismsleman.com, freie Übersetzung) Als ein einzigartiges Habitat für tausende Pracht- und Kuhreiher, deren Zahl weiterhin wächst, stellt dieses Desa Wisata eine besondere Attraktion dar. Zu besonderen Glanzstücke gehören: Der Tanz der Vögel in der Vollmondnacht, die Beobachtung der Vögel, während sie mit Menschen in Kontakt treten oder die Begutachtung anderer Tiere, die in Ketingan leben. Neben der Schönheit der tausenden Pracht- und Kuhreiher können Touristen auch einfach die ländliche Atmosphäre genießen, eines der angebotenen Pakete buchen oder in einem Homestay übernachten. Verschiedene Tour-Pakete sind verfügbar um von Besuchern genossen zu werden, so wie unser Paket „Traditionelle Kunst“. Profil Ketingans auf der Internetseite der Baparda (Orginal in englisch) (http://www.visitingjogja.com) „Thousands of white heron become a tourist attraction in Ketingan.” Ketingan is a village in Tlogodadi, Sleman regency. It becomes one tourist destination in Yogyakarta since white herons came to the village on 1997. Many domestic and international tourists come to this village to see the herons. Haryono, the chief village, said that some herons came to Ketingan on 1997. They came in many groups. Now the population of the herons is about 10.000. The herons stay in peace with the community of Ketingan. They live in the farmers’ plants, such as on bamboo, tamarind, gnetum gnemon (bearing edible leaves and seeds), and on johar tree (a kind of fast-growing shade tree the crown of which yields firewood). They came to Ketingan and made nests there. The community made many rules to preserve the heron. One of it is ‘No Hunt’ rule for them. Haryono and other members of the community will keep and preserve the population of the heron. (Nur/Inga)“

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Zusammenfassung

Von alternativen Konzepten, wie dem des Community Based Tourism, erhofft man sich, die oftmals negativen Auswirkungen von Tourismus auf die lokalen Bevölkerungen und ihre Lebenswelten zu verbessern. Allerdings zeigt sich, dass auch dieser Ansatz in der Praxis oftmals nicht wie erhofft funktioniert. Der Mangel an Wissen und Verständnis für Tourismus der lokalen Akteure wird als grundlegendes Hindernis der Entwicklung nachhaltiger alternativer Projekte gesehen. Beruhend auf einer 10-wöchigen durchgeführten Feldstudie behandelt diese Arbeit den Transfer von Wissen in zwei Community Based Tourism-Projekten auf Java, Indonesien. Dort entstehen in den ländlichen Gebieten der Region Yogyakarta seit einigen Jahren vermehrt desa wisata (Tourismusdörfer). Diese beruhen hauptsächlich auf der Vermarktung von Traditionen und Kultur im weitesten Sinne. In dieser Arbeit werden für die theoretische, aber auch praktische Beschäftigung mit dem Thema relevante Erkenntnisse gewonnen. Es lassen sich auch Handlungsanweisungen für die Praxis der Wissensvermittlung zur Ermächtigung der Durchführung von CBT-Projekten ableiten. Folgende Leitfragen ziehen sich durch die Arbeit: Welche Akteure in den Projekten sind Träger welchen Wissens? Wie wird Wissen vermittelt, und vor allem: welche Faktoren bedingen diesen Prozess?