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10 Über den Autor in:

Torben Ehlers

Kultur, Entwicklung und "Cultural Turn", page 449 - 450

Ursprung, Bedeutung und Wandel von euro- und ethnozentristischem Kulturverständnis im Kontext liberaler Entwicklungs- und Modernisierungstheorien

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-3933-5, ISBN online: 978-3-8288-6801-4, https://doi.org/10.5771/9783828868014-449

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Sozialwissenschaften, vol. 78

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Über den Autor 449 10 Über den Autor Torben Ehlers studierte Soziologie, Politikwissenschaften, Sozialpsychologie und Jura an der Gottfried Wilhelm Leibniz-Universität in Hannover, wo er 2009 das Diplom in Sozialwissenschaften abschloss. Von 2013 bis 2017 promovierte Ehlers am dortigen Soziologischen Institut bei Prof. Dr. Wolfgang Gabbert. Lehrtätigkeiten u.a. als Dozent für „Internationale Beziehungen“ (zur Vertretung von Prof. Dr. Wolfgang Gieler) an der Sakarya University / Departments of Political Science, Public Administration und International Relations (Adapazarí, Türkei) und an der Leibniz-Universität-Hannover / Institut für Sonderpädagogik (Pädagogik bei Verhaltensauffälligkeiten). Von 2011 bis 2013 Leitung des interdisziplinären Gemeinschaftsprojekts „Soziale Proteste in Lateinamerika“ zum wissenschaftlichen Themencluster „Kulturanthropologie und Weltgesellschaft“ an der Leibniz-Universität in Kooperation mit den Universitäten Kassel und Marburg, dem Institut für Kritische Theorie / InkriT (mit Prof. Dr. Wolfgang Fritz Haug und Prof. Dr. Frigga Haug) und der Rosa Luxemburg-Stiftung / Berlin. Darüber hinaus Mitwirkungen für das Hochschul-Informations-System eG (HIS), u.a. an der 17. Bundesdeutschen Sozialerhebung im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Familie und Soziales sowie für die „Arbeitsgruppe interdisziplinäre Sozialforschung“ (AGIS) an der Evaluationsstudie der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften (mit Christel Teiwes-Kügler) an der Leibniz-Universität nach Pierre Bourdieus explorativer Methodik der Habitusforschung. Bisher von Torben Ehlers erschienen: „Soziale Proteste in Lateinamerika. Bolivars Erben im Kampf um Eigenmacht, Identität und Selbstbestimmung“ (2013, Hg.), Argument-Verlag / Hamburg. „Der Aufstand der Zapatisten. Die ‚widerspenstige Schnecke‘ im Spiegel der Bewegungsforschung“ (2009), Tectum-Verlag / Marburg. „Von der Anwerbung zur Abschottung oder zur gesteuerten Zuwanderung. Grundlagen deutscher Ausländerpolitik“ (2001, Mithg. mit Wolfgang Gieler), Verlag Ulmer Manuskripte / Albeck bei Ulm.

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Zusammenfassung

Kultur hat in (neo-)liberalen Entwicklungs- und Modernisierungstheorien zwei wesentliche Dimensionen: einerseits soll sie in den weniger industrialisierten Staaten einen gesellschaftlichen Wertewandel, von vermeintlich rückständigen Wirtschaftsweisen hin zu konkurrenzfähigen, säkularen Volkswirtschaften, bewirken. Zum anderen werden damit angeblich entwicklungshemmende und vergangenheitsorientierte Traditionen und Normen als defizitär diskreditiert. Trotz des offensichtlichen Scheiterns dieser Theorien erlebt die staatliche Entwicklungspolitik seit Verabschiedung der Millennium Development Goals und den darauf aufbauenden Sustainable Development Goals eine sich selbst wieder legitimierende Renaissance. Als Gegenentwurf dazu rücken kritisch-alternative Ansätze die Autonomie sowie die Bewahrung kultureller Identitäten der von Entwicklung „betroffenen“ Gesellschaften in den Fokus. Torben Ehlers verfolgt im vorliegenden Buch zwei wesentliche Absichten: Zum einen untersucht er in Anlehnung an Foucault, wie die Überreste eines kulturellen Rassismus das dominierende, universalistische Kulturverständnis prägen. Andererseits wird aufgezeigt, wie sich auf Nicht-Diskriminierung, Gleichheit, Empathie und Respekt basierende Kulturkonzepte ohne vorbelastende Ideologisierung vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart gebildet haben und neue Lösungswege im Bereich partnerschaftlicher Entwicklungszusammenarbeit als gegenseitigen kulturellen Lernprozess auf Augenhöhe anbieten.