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Torben Ehlers

Kultur, Entwicklung und "Cultural Turn", page 1 - 12

Ursprung, Bedeutung und Wandel von euro- und ethnozentristischem Kulturverständnis im Kontext liberaler Entwicklungs- und Modernisierungstheorien

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-3933-5, ISBN online: 978-3-8288-6801-4, https://doi.org/10.5771/9783828868014-1

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Sozialwissenschaften, vol. 78

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
WISSENSCHAFTLICHE BEITRÄGE AUS DEM TECTUM VERLAG Reihe Sozialwissenschaften WISSENSCHAFTLICHE BEITRÄGE AUS DEM TECTUM VERLAG Reihe Sozialwissenschaften Band 78 Torben Ehlers Kultur, Entwicklung und „Cultural Turn“ Ursprung, Bedeutung und Wandel von euro- und ethnozentristischem Kulturverständnis im Kontext liberaler Entwicklungs- und Modernisierungstheorien Torben Ehlers Kultur, Entwicklung und „Cultural Turn“. Ursprung, Bedeutung und Wandel von euro- und ethnozentristischem Kulturverständnis im Kontext liberaler Entwicklungs- und Modernisierungstheorien Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Reihe: Sozialwissenschaften; Bd. 78 © Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2017 Zugl. Diss. Leibniz-Universität Hannover 2016 eISBN: 978-3-8288-6801-4 ISSN: 1861-8049 Print: 978-3-8288-3933-5 Umschlagabbildung: Theodor de Bry: America, 13 Bde., Frankfurt a. M. 1590-1630, hier: Bd. IV, Tafel IX. Frankfurt a.M. (1594). © Library of Congress Prints and Photographs Division Washington, D.C. 20540 USA Satz: Torben Ehlers Besuchen Sie uns im Internet www.tectum-verlag.de Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. Für meinen Sohn Samuel In Gedenken an Dr. Erika Ehlers (* 1905 † 2004) Danksagung: Mit herzlichstem Dank an meine Familie: Irina, Klaus, Sven und an Swantje Mit besonderem Dank an meine Förderer und Wegbereiter: Prof. Dr. Wolfgang Gabbert (Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Universität Hannover) Prof. Dr. Wolfgang Gieler (Friedrich-Schiller-Universität Jena/FH Dortmund) Mit vielem Dank für die Unterstützung, Inspiration, Geduld und Lehre: Prof. Dr. Renate Genth, Prof. Dr. Rolf Pohl, Prof. Dr. Adelheid Kühne Prof. Dr. Kerstin Jürgens, Prof. Dr. Wolfgang Fritz Haug Prof. Dr. Frigga Haug, Prof. Dr. Ismail Dalay, Prof. Dr. Kemal İnat, Ursula Klein, Elke Moorbach, Thomas Erler, Wilhelm Paetzmann Mit Dank an: Prof. Dr. Oskar Negt, Prof. Dr. Detlev Claussen, Prof. Dr. Harald Welzer Prof. Dr. Heike Dieball, Prof. Dr. Barbara Willenbacher Prof. Dr. Alois Wacker, Prof. Dr. Lothar Eichhorn, Prof. Dr. Christoph Klein, Dr. Ingo Bultmann, Christel Teiwes-Kügler, dem Dekanat der Philosophischen Fakultät der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Universität Hannover, Kerstin Prinz, dem Bibliothekspersonal der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Universität Hannover, Tamer Özgür, Sinan Mecit „Caligula: Du denkst ich sei verrückt. Helicon: Du weißt genau, daß ich nie denke. Dazu bin ich viel zu klug. Caligula: Nun ja. Jedenfalls bin ich nicht verrückt. Ich war sogar noch nie so vernünftig. Nur hatte ich plötzlich ein Bedürfnis nach dem Unmöglichen. (Pause…) So wie die Dinge sind, scheinen sie mir nicht sehr befriedigend. Helicon: Diese Meinung ist ziemlich weit verbreitet. Caligula: ...Die Welt in ihrer jetzigen Gestalt ist nicht zu ertragen.“ (Caligula, Albert Camus) „Die reinste Form des Wahnsinns ist, alles beim Alten zu belassen und zu hoffen, dass sich etwas ändert.“ (Albert Einstein) 9 Inhaltsverzeichnis Geleitwort von Wolfgang Gieler: Die Gleichzeitigkeit des Ungleichen – Theoretischer Rahmen und Begründungszusammenhänge von Entwicklung und Kultur 13 Vorwort: Forschungsintention und Thesenerläuterung 17 1 Einleitung: Geschichtsmaterialistische Strukturierung kultureller Diskurse für die modernisierungstheoretische Entwicklungsdebatte 25 2 Die genealogisch-epistemische Diskursanalyse nach Michel Foucault 49 2.1 Von strukturaler Linguistik bis Poststrukturalismus 49 2.2 Foucaults „Werkzeugkiste“ 54 2.3 Zur Funktion und Wirkungsweise von Diskursen 56 2.4 Macht, Gouvernementalität und Dispositiv 64 2.5 Genealogie und Episteme 70 2.6 Die Diskursanalyse als Kulturtheorie 74 2.7 Die erweiterte kulturelle Diskursanalyse nach Edward Said 79 Inhaltsverzeichnis 10 3 Diskursanalyse über Bedeutung und Wandel universalistischer und rassistischer Kulturbegrifflichkeit 85 3.1 Der universalistische Kulturbegriff 85 3.1.1 Einleitung 90 3.1.2 Diskontinuitäten und Brüche von der attischen Antike bis zur humanistischen Renaissance 93 3.1.3 Protestantische Ethik 105 3.1.4 Cultura und Naturrechtszustand bei Pufendorf als absolutistisches Beispiel der kopernikanischen Wende in der Moralphilosophie 110 3.1.5 Kultur als letzter Zweck der Natur bei Kant 115 3.1.6 Zum ideologischen Verhältnis von Kultur und politischer Ökonomie 123 3.1.7 Zusammenfassung 131 3.2 Rassistisches Kulturverständnis 134 3.2.1 Einleitung 134 3.2.2 Das Kugelmodell – Herders kulturgeschichtlicher Begriff 136 3.2.3 Kultureller Rassismus und Bürokratie im imperialistischen Zeitalter 143 3.2.4 Der Kontinentalimperialismus: „Bruch mit der Kultur“ 150 3.2.5 Fazit 155 4 Ideologisches Kulturverständnis in (neo-)liberalen Entwicklungs- und Modernisierungstheorien 161 4.1 Einleitung 161 4.2 Geistesgeschichtliche Herleitung des Entwicklungsbegriffs 164 4.3 Wirtschaftsgeschichtliche Herleitung des Entwicklungsbegriffs 173 4.4 Exkurs I: Kulturelle Überschneidungen kapitalistischer und sozialistischer Modernisierungsdiskurse 207 4.5 Das Dualismus-Konzept von Tradition und Moderne als Zivilisationsdiskurse von Unterentwicklung und Fortschritt 212 4.6 Dependenztheoretische Diskurse und neoliberale „Konterrevolution“ 220 Torben Ehlers: Kultur, Entwicklung und ‚Cultural Turn‘ 11 4.7 Exkurs II: Dekadenspezifische Diskontinuitäten in der internationalen Entwicklungspolitik 235 4.8 Entwicklung aus diskursanalytischer Perspektive (nach Aram Ziai) 258 5 Vorläufer des Cultural Turns: Veränderungen in der erkenntnistheoretischen Wahrnehmung von Kultur 273 5.1 Einleitung 273 5.2 Diversifizierungsanfänge in der Sicht auf „primitive“ Kulturen 276 5.3 Kultur als Formation sozialer Tatbestände 278 5.4 „Animal symbolicum“: Kultur als Analyse symbolischer Formen 285 5.5 Strukturale Kulturanalyse aus anthropologischer Perspektive 290 5.6 Der neomarxistische „hole way of life”-Ansatz 296 6 Der Cultural Turn im Kontext von Entwicklungs- und Modernisierungstheorien 301 6.1 Einleitung 301 6.2 Synergetische Überwindungsstrategien durch Cultural Studies 307 6.3 Emanzipative Akteurszentrierung in postkolonialen Ansätzen 317 6.4 Post-Development-Theorien und kulturelle Entwicklungsdiskurse 329 6.5 Vom „lauten Schweigen“ Marginalisierter: die Subaltern Studies 337 7 Resümee reziproker Kultur- und Entwicklungsdiskurse 351 8 Plädoyer für regulationstheoretische Akteurszentrierung 371 9 Literaturverzeichnis und Abkürzungen 395 10 Über den Autor 449

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Zusammenfassung

Kultur hat in (neo-)liberalen Entwicklungs- und Modernisierungstheorien zwei wesentliche Dimensionen: einerseits soll sie in den weniger industrialisierten Staaten einen gesellschaftlichen Wertewandel, von vermeintlich rückständigen Wirtschaftsweisen hin zu konkurrenzfähigen, säkularen Volkswirtschaften, bewirken. Zum anderen werden damit angeblich entwicklungshemmende und vergangenheitsorientierte Traditionen und Normen als defizitär diskreditiert. Trotz des offensichtlichen Scheiterns dieser Theorien erlebt die staatliche Entwicklungspolitik seit Verabschiedung der Millennium Development Goals und den darauf aufbauenden Sustainable Development Goals eine sich selbst wieder legitimierende Renaissance. Als Gegenentwurf dazu rücken kritisch-alternative Ansätze die Autonomie sowie die Bewahrung kultureller Identitäten der von Entwicklung „betroffenen“ Gesellschaften in den Fokus. Torben Ehlers verfolgt im vorliegenden Buch zwei wesentliche Absichten: Zum einen untersucht er in Anlehnung an Foucault, wie die Überreste eines kulturellen Rassismus das dominierende, universalistische Kulturverständnis prägen. Andererseits wird aufgezeigt, wie sich auf Nicht-Diskriminierung, Gleichheit, Empathie und Respekt basierende Kulturkonzepte ohne vorbelastende Ideologisierung vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart gebildet haben und neue Lösungswege im Bereich partnerschaftlicher Entwicklungszusammenarbeit als gegenseitigen kulturellen Lernprozess auf Augenhöhe anbieten.