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Susanne Freund

Der Topos des profanen Erlösers, page I - XIV

Simenons Maigret-Konzeption aus literaturwissenschaftlicher und theologischer Perspektive

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4008-9, ISBN online: 978-3-8288-6799-4, https://doi.org/10.5771/9783828867994-I

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Literaturwissenschaft, vol. 47

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag Reihe Literaturwissenschaft Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag Reihe Literaturwissenschaft Band 47 Susanne Freund Der Topos des profanen Erlösers Simenons Maigret-Konzeption aus literatur wissenschaftlicher und theologischer Perspektive Tectum Verlag Susanne Freund Der Topos des profanen Erlösers: Simenons Maigret-Konzeption aus literaturwissenschaftlicher und theologischer Perspektive. Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag, Reihe: Literaturwissenschaft; Bd. 47 © Tectum Verlag – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2018 ePDF: 978-3-8288-6799-4 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Werk unter der ISBN 978-3-8288-4008-9 im Tectum Verlag erschienen.) ISSN: 1867-772X Umschlaggestaltung: Tectum Verlag, unter Verwendung der Bilder # 79074125 von afinocchiaro, # 54341173 von magdal3na und # 85538437 von chrisdorney | www.fotolia.com Besuchen Sie uns im Internet www.tectum-verlag.de Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. Von der Fakultät Human wissenschaften und Theologie der Technischen Universität Dortmund im Jahr 2017 angenommene Dissertation. V Inhalt Avant-propos XI TEIL I: THEORETISCHE HINTERGRÜNDE 1 1 Einleitung 3 1.1 Herausforderungen 4 1.2 Ziel 4 1.3 Situierung 5 1.4 Begründung der Themenwahl 6 1.5 Methodik 9 2 Der historische Zusammenhang von Theologie, Literatur und Literaturwissenschaft … 15 2.1 … bis zur Aufklärung 15 2.2 … in den Ursprüngen von Aufklärung und Säkularisierung 16 2.3 … während der Aufklärung 17 3 Nachaufklärerische Entwicklungen als Konsequenzen des Säkularisierungsprozesses 19 3.1 Die Bedeutung der Psychologie 19 3.2 Die Sakralisierung der Literatur 20 3.3 Die Ortsverlagerung der Religiosität 22 4 Das Verhältnis von Theologie und Literaturwissenschaft 23 4.1 Problematik 23 4.2 Chancen 25 4.2.1 Literaturwissenschaftliche Chancen 25 4.2.2 Theologische Chancen 26 TEIL II: WISSENSCHAFTLICHE ZUGÄNGE 29 1 Literaturwissenschaftlicher Zugang zu den Maigret-Romanen 31 1.1 Die idealtypische Konzeption des Rätselkrimis 31 1.2 Typisch französische Abweichungen vom Idealtypus 33 VI Inhalt 1.3 Die gattungsspezifische Besonderheit der Maigret-Romane 35 1.3.1 Eine neue Struktur erschließt neue Gehalte 37 1.3.2 Die Fiktion der Wahrscheinlichkeit 40 1.3.3 Ein neuer Kommissar 42 1.4 Die Prädisposition für die Frage nach profaner Erlösungsdynamik 46 1.5 Die Auswahl des Textkorpus 48 2 Theologischer Zugang zur Erlösungsbegrifflichkeit 51 2.1 Metaphernfelder zur biblischen Rede von Erlösung 51 2.1.1 Krankheit und Arzt (das medizinische Paradigma) 52 2.1.2 Freikauf und Gefangenschaft (das soziale Paradigma) 54 2.1.3 Großzügigkeit und Geldschulden (das finanzielle Paradigma) 55 2.1.4 Verurteilung und Begnadigung (das gesetzliche Paradigma) 56 2.1.5 Fleckensymbolik und Reinigung (das rituelle Paradigma) 57 2.1.6 Schuldeingeständnis und Beichte (das kommunikative Paradigma) 58 2.1.7 Irrwege und Umkehr (das fachsprachliche oder motorische Paradigma) 60 2.2 Gemeinsamkeiten aller Metaphernparadigmen 61 3 Theologischer Zugang zur Erlöserbegrifflichkeit 63 3.1 Theologische Legitimation der perspektivischen Begrenzung 63 3.2 Das Besondere an der christlichen Erlöserfigur – die Person Jesu als Mittelpunkt christlichen Glaubens 64 3.3 Das Typische an Jesus als Mensch unter Menschen 66 3.3.1 Ganzheitliche Verkündigung – der Beziehungswille zum Menschen 67 3.3.2 Zuspruch neuer Identität – der neue Gehorsamsbegriff 69 3.3.3 Beziehung zum engsten Vertrautenkreis 70 3.3.4 Beziehung zum Nächsten 71 3.3.5 Beziehung zur (religiösen) Obrigkeit 72 3.3.6 Die Leidenschaft Jesu 76 4 Literaturwissenschaftlicher Zugang zur Erlöserbegrifflichkeit 77 4.1 Die innerliterarische Rezeption Jesu von Nazareth 77 4.2 Diesseitige Aspekte der Jesus-Figuren 78 4.3 Anklänge an transzendente Aspekte der Jesus-Figuren 81 TEIL III: KOMMISSAR MAIGRET ALS PROFANER ERLÖSER? 83 1 Der Topos des profanen Erlösers 85 1.1 Bedeutungskomponenten und -dynamik der Erlöserbegrifflichkeit 85 1.1.1 Aspekte aus mündlich überliefertem sprachlichem Allgemeingut 85 VII Inhalt 1.1.2 Psychologische Aspekte 88 1.1.3 Übergeordnete, religionswissenschaftliche Aspekte 89 1.2 Etablierung des Topos 90 1.2.1 Prototypentheorie und Familienähnlichkeit 91 1.2.2 Übertragung auf den Topos 94 1.2.3 Der Topos des profanen Erlösers als Kategorie 95 1.2.4 Die Merkmale der Kategorie des profanen Erlösers 96 1.2.5 Übersicht der Topos-Merkmale 104 1.3 Prototypische Darstellungen des Topos 106 1.3.1 Persönlichkeits-Merkmale 111 1.3.2 Verhalten gegenüber dem Menschen (als Einzelperson) 113 1.3.3 Verhalten gegenüber der Gesellschaft (Umgang mit Normen und Regeln) 115 1.3.4 Funktionsbezogene Merkmale (Erlösungsdynamik) 116 1.3.5 Topos-Grafiken nach Unterkategorien 117 2 Die literarische Maigret-Figur 121 2.1 Persönlichkeits-Merkmale der Maigret-Konzeption 122 2.1.1 Die Wahrheit über Maigret 122 2.1.2 Die Menschlichkeit Maigrets 134 2.1.3 Das Handwerk Maigrets – die Wahrheitssuche 145 2.2 Maigrets Umgang mit Menschen im persönlichen Kontakt 152 2.2.1 Der Umgang mit den Verdächtigen während einer Untersuchung – Maigret als Psychologe? 152 2.2.2 Der Umgang mit den Schuldigen nach der Untersuchung – Maigret als Freund? 155 2.2.3 Der Umgang mit seinen Inspektoren – Maigret als Vater? 158 2.3 Maigrets Verhalten gegenüber Normen und Regeln der Gesellschaft 160 2.3.1 Der Konflikt mit Vertretern des Großbürgertums 164 2.3.2 Der Konflikt mit der Obrigkeit 171 2.4 Funktionsbezogene Beobachtungen zur Erlösungsdynamik bei Maigret 167 3 Abgrenzungen und Positionierung im Topos 171 3.1 Die religiös-theologische Dimension 171 3.1.1 Buße, Vergebung und Neuanfang oder der Unterschied zwischen Schöpfer und Schicksalsflicker 171 3.1.2 Gesellschaftsutopie versus Neuschöpfung 178 3.1.3 Die explizit religiöse Dimension 182 3.2 Die Grenzen der Persönlichkeits-Konzeption Maigrets 185 3.2.1 Die Grenzen der Geduld 185 3.2.2 Die Legende einer Fiktion 187 3.2.3 Der Beziehungswille zum Menschen 187 VIII Inhalt 3.3 Die Beziehung Maigrets zu den Schuldigen 188 3.3.1 Die Beziehung zu den beruflich Kriminellen 189 3.3.2 Die Beziehung zu den Schuldigen außergewöhnlicher Verbrechen 194 3.3.3 Die Grenzen gesellschaftlich-politischer Sprengkraft 197 3.4 Die grafische Einordnung der Maigret-Figur ins Relationsgefüge des Topos 198 3.4.1 Maigrets Persönlichkeits-Merkmale 203 3.4.2 Verhalten Maigrets gegenüber den Menschen (als Einzelpersonen) 206 3.4.3 Maigrets Verhalten gegenüber Normen und Regeln 209 3.4.4 Toposbezogene Beobachtungen zur profanen Erlösungsdynamik 211 3.5 Fazit zur Verortung Maigrets als profaner Erlöser 213 3.5.1 Schnittmengen und Grenzen 213 3.5.2 Maigrets Legitimation 214 TEIL IV: ASPEKTE PROFANER ERLÖSUNGSDYNAMIK IN DEN MAIGRETS 219 1 Profane Erlösungsdynamik 221 1.1 Die drei semiotischen Hauptaspekte christlich verstandener Erlösung 221 1.2 Übertragung auf die Maigret-Romane 225 1.2.1 Grundsituationen der Erlösungsbedürftigkeit in den Maigret-Romanen 226 1.2.2 Angst als vorherrschende Grundstimmung 227 1.2.3 Die Bereiche der psychischen Krise 229 1.2.4 Erlösungsbedürftigkeit vor und nach dem Mord 232 2 Konkrete Erlösungsbedürftigkeiten 233 2.1 Die Grenzen profaner Erlösungsdynamik im existentiellen Paradigma 233 2.1.1 Seelische Sackgassen 233 2.1.2 Der Tod als säkulare Endgültigkeit 240 2.1.3 Die Grenzen profaner Erlösungsdynamik als Chance 252 2.2 Erlösungshandeln im medizinischen Paradigma – Maigret als Seelenarzt 252 2.2.1 Gefangen in depressiver Urangst: Gilbert Pigou 253 2.2.2 Die Angst, ungeliebt zu bleiben: Jean-Paul Gastin 258 2.3 Erlösungshandeln im sozialen Paradigma – Maigret als Befreier 261 2.3.1 Verhinderung weiterer Mordanschläge auf Paulette Lachaume 262 2.3.2 Abwenden der Verurteilung eines Unschuldigen: Joseph Gastin 265 2.3.3 Verschweigen der Beweislage: Anna Peeters 267 IX Inhalt 2.4.4 Fluchthilfe aus dem Todestrakt: Joseph Heurtin 268 2.3.5 Ignorieren einer schwebenden Haftstrafe: Raymond Grandmaison 269 2.3.6 Nicht-Überführen eines fast verjährten Mordes im Affekt: Jugendzirkel aus Saint-Pholien 271 2.4 Erlösungshandeln im gesetzlichen Paradigma – Maigret als Fürsprecher 273 2.4.1 Fürsprache als soziale Integration: Die Flamenfamilie Peeters 274 2.4.2 Verhinderung eines Mordanschlags von Alain Lagrange 276 2.4.3 Gesetz und Gerechtigkeit als Gegenpole in den Maigret-Romanen 278 2.5 Erlösungshandeln im kommunikativen Paradigma – Vom Wirkungsbereich authentischer Wertschätzung oder Maigret als Beichtvater 283 2.5.1 Der schicksalsorientierte Beichtvater außerhalb des Systems 284 2.5.2 Die Beichtvater-Funktion aus literaturwissenschaftlicher Perspektive 286 2.5.3 Menschlichkeit und Nächstenliebe als profane Aspekte christlicher Erlösungsdynamik 288 3 Adressatenkreis profaner Erlösungsdynamik in den Maigrets 291 3.1 Impliziter und potentieller, historisch-realer Leser 291 3.2 Die Struktur der Erlösung des impliziten Lesers 293 3.2.1 Die durch das Nicht-Urteilen Maigrets entstehenden Vakanzen 293 3.2.2 Zielgerichtete Beschreibungen des textimmanenten Erzählers 300 3.2.3 Die textimmanente Füllung der durch das Verhalten Maigrets entstandenen inhaltlichen Vakanzen 303 TEIL V: PRAXISRELEVANZ 311 1 Die pragmatische Relevanz des Topos 313 1.1 Wie heute noch von Erlösung sprechen? 315 1.2 Gegenwartsbezogene Theologie und das Potential fiktiver nicht-religiöser Literatur 318 1.3 Die gegenwärtige Situation christlicher Gemeinden 323 2 Die Verortung des Topos in der Religionspädagogik 329 2.1 Religionspädagogischer Ansatz 330 2.1.1 Das Bildungsmodell der Pilgerreise 330 2.1.2 Das Konzept des narthikalen Lernens 333 2.1.3 Rückbezug auf Gegenstandsbereich und Topos 337 X Inhalt 2.2 Psychotherapeutische Funktionen von Kurztexten und Geschichten 341 2.2.1 Der mentale Standortwechsel 342 2.2.2 Das Verhältnis zu(m Lesen von) fiktiven Texten 349 2.2.3 Rückbezug auf die Ergebnisse zu Maigret 350 2.3 Die therapeutische Wirkung von Geschichten für Kinder 352 2.4 Bibliotherapie – Von der Heilkraft des Lesens 354 2.4.1 Grundlagen 356 2.4.2 Voraussetzungen 357 2.4.3 Adressatenkreis 367 2.4.4 Bibliotherapeutisch ausgerichteter Religionsunterricht 368 2.4.5 Textauswahl für den Unterricht 369 2.4.6 Rückbezug auf Maigret 371 3 Schulpraktische Umsetzungsmöglichkeiten 377 3.1 Integrationsmöglichkeiten ins Curriculum 377 3.1.1 Kompetenzbereiche des Ev. Religionsunterrichts in NRW 377 3.2 Didaktische Anregungen für den Unterricht 382 3.2.1 Leseprojekt: Kommissar Maigret – für ein besseres Leben?! 383 3.2.2 Konkrete Anregungen 388 3.3 Bibliotherapeutisches Resümee zum Projekt 407 3.4 Übersicht zum Kompetenzerwerb 408 3.5 Fazit 413 MATERIALANHANG 415 LITERATURVERZEICHNIS 445 XI Avant-propos Das vorliegende Buch über den profanen Erlöser beinhaltet viele spannende Themen: Die Suche nach den Ursachen für die anhaltende Faszination der Maigret-Figur, die Frage nach einem möglichen Zusammenhang zwischen der Attraktivität der Maigret-Krimis und ontologisch-essentiellen Bedürfnissen auf der Leserseite, das anspruchsvolle Unterfangen, Literaturwissenschaft & Theologie in einer interdisziplinären Perspektive gleichberechtigt und unvereinnahmend zu Wort kommen zu lassen, zeitgenössische Ansätze für eine im Hier und Jetzt greifende Theo- und Soteriologie und die augenblicklich innovativsten religionspädagogischen Möglichkeiten, die erarbeiteten Ergebnisse praxisrelevant umzusetzen (Narthikales Lernen & Bibliotherapie). Es ist aber auch ein Buch, das als interdisziplinäre Dissertation vorgelegt wurde, das also (um es deutlich zu sagen) in seinem Aufbau, seiner Sprache und seiner Vorgehensweise vor allem den zugrunde liegenden wissenschaftlichen Anforderungen der beteiligten Disziplinen entspricht. Falls Sie also ein brennender Maigret-Liebhaber sind (was ich gut verstehe!), der die abstrakte Idee eines profanen Erlösers auch ohne wissenschaftliche Legitimation und Herleitung problemlos akzeptieren kann, müssen Sie dieses Buch nicht chronologisch lesen: Beginnen Sie dort, wo Ihnen die Überschriften des Inhaltsverzeichnisses spontan zusagen! Überspringen Sie die Kapitel zu den wissenschaftlichen Hintergründen und begleiten Sie mich auf meiner Reise durch das Maigret-Universum aus einem ganz neuen Blickwinkel! Das gilt natürlich genauso, wenn Sie primär daran interessiert sind, welches (theologische) Potential eine solchermaßen interdisziplinäre Perspektive aus Literaturwissenschaft und Theologie für die Praxis haben kann: Fühlen Sie sich frei – und lassen Sie sich von den Umsetzungsmöglichkeiten der Idee eines profanen Erlösers als Metapher für die säkulare Seite christlicher Erlösungsvorstellung begeistern! Falls Sie jedoch zu der Gruppe Leser gehören, die sich dafür interessiert, wie sich die Beobachtungen sowohl theologischer als auch literaturwissenschaftlicher Natur (nach einem wissenschaftlich als gescheitert gewerteten Versuch des Dialogs zwischen Literaturwissenschaft und Theologie) eben doch in ein fruchtbares Zusammenspiel bringen lassen, dann freue ich mich besonders! Denn dieses Buch will auch verbinden, was (psychologisch betrachtet) im menschlichen Erleben zusammengehört, oft aber als voneinander getrennt betrachtet oder sogar als miteinander konkurrierend behandelt wird: Theologie mit Literaturwissenschaft, westeuropäische Literatur mit religiös-kultureller Prägung, das ganz normale Verhalten im Alltagsleben mit persönlichem Glauben. Ich wünsche mir, dass die Idee des profanen Erlösers dazu verhilft, der christlichen Theologie das Potential und den eigenständigen Wert säkularer Literatur zu verdeutlichen – und der Literaturwissenschaft die Deutungswelten zu erschließen, die sich durch die Integration christlich-religiöser Bildparadigmen und essentieller Glaubensinhalte eröffnen! Ein afrikanisches Sprichwort sagt: Um ein Kind groß zu ziehen, braucht es ein ganzes Dorf. Das trifft in abgewandelter Form auch auf Ideen als „geistige Kinder“ zu. So ist natürlich auch der profane Erlöser nicht im luftleeren Raum entstanden. Viele Fragen, Beobachtungen, Theorien, Vorstellungen, Konzepte, Haltungen, Blickwinkel von und Auseinandersetzungen mit Freunden, Bekannten, Familienmitgliedern, Experten wie XII Avant-propos Amateuren, Vordenkern und Befürwortern ebenso wie theoretischen Gegnern professioneller und privater Natur haben auf ganz unterschiedliche Weise dazu beigetragen, dass meine eigene Perspektive und der Topos des profanen Erlösers entstehen konnten. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich Zeit, Gelegenheit und Möglichkeit hatte, im Austausch mit ihnen weiter zu kommen und mein eigenes Profil zu finden. Allen daran Beteiligten und am Projekt Interessierten gilt mein aufrichtiger und herzlichster Dank für Interesse, Offenheit, Unterstützung, Begleitung, Zusammenarbeit, Engagement, Nachsicht, Geduld, praktische Hilfestellung und nicht zuletzt Finanzierung! Jede(r) von ihnen hat einen unverzichtbaren Beitrag zu diesem Buch geleistet, ohne den es sicherlich nicht so vorliegen würde wie es jetzt ist. Danke dafür! Es ist jedoch relativ schwierig, in dieser Form jedem Einzelnen einen angemessenen Dank für seinen Anteil auszusprechen, ohne eine namentliche Liste zu erstellen, in der überdies auch nicht jede(r) öffentlich aufgeführt werden möchte. Einige aber kommen nicht daran vorbei! An vorderster Front sei hier Prof. Dr. Friedhelm Munzel, meinem Doktorvater, ausdrücklich für seine interdisziplinäre Offenheit und seinen unerschütterlichen Glauben an die wissenschaftliche Notwendigkeit meiner Perspektive aufs Herzlichste gedankt. Ohne den theologisch-wissenschaftlichen Raum zum freien Arbeiten, sein feinfühliges Prozessverständnis und seine persönliche Begleitung wäre der profane Erlöser wohl noch immer ein unverwirklichtes Gedankenprojekt und nicht in die Öffentlichkeit gelangt! Mille mercis! Den Grundstein für meine wissenschaftliche und theologische Neugier verdanke ich vor allem meiner Mutter, Frau Hannelore Staib, die mich schon als Kind zum eigenen Denken, Hinterfragen und Nicht-Akzeptieren vorgefertigter Antworten ermuntert und mir bis zuletzt alle Bildungs- und Ausbildungschancen wahrzunehmen ermöglicht hat, von denen Pädagogen in theoretischen Konzepten nur zu träumen wagen. Danke, Mama! Ganz besonders jedoch (und das verzeihen mir sicher alle anderen, die hier nicht mehr namentlich erwähnt werden) möchte ich mich bei den beiden Menschen bedanken, die vom Werden und Entstehen des profanen Erlösers ganz unmittelbar betroffen waren: Bei meiner mitten im Projekt geborenen Tochter Smilla, die in ihrem jungen Leben immer wieder rücksichtsvolles Verständnis dafür aufgebracht hat, dass Mami jetzt am Schreibtisch doch noch etwas arbeiten muss. Du bist ein Schatz! Und, ganz fraglos allen anderen voran, bei meinem Ehemann Jason: Ohne Deine mich durch diese Projektzeit hindurch tragende, liebende und immer wieder erdende Begleitung hätten mir nicht nur die notwendigen Freiräume gefehlt, mein Vorhaben zu verwirklichen. Du hast mir nicht nur praktisch und finanziell in jeder Hinsicht den Rücken frei gehalten, sondern mir auch durch Deinen emotionalen Beistand und die Bestärkung im Glauben an den Wert meiner Perspektive in den schwierigen Schaffensphasen die Kraft gegeben, in all den hinderlichen Steinen auf dem Weg zu diesem Buch die Grund- und Ecksteine seines gedanklichen Fundaments zu erkennen. Damit hast Du nicht nur meine kühnsten Vorstellungen und Wünsche über eine gleichberechtigte Lebenspartnerschaft locker in den Schatten gestellt, sondern in meinen Augen (sogar fachfremd) einen wesentlichen inhaltlichen Beitrag zu diesem Buch geleistet! Ich danke Dir, Du bist einfach der Beste! Dass aus meiner Idee nun ein Buch geworden ist, das Sie in den Händen halten, dafür möchte ich mich zum Abschluss, aber nicht zuletzt, aufrichtig bei meiner Herstellerin im Verlag, Frau Tamara Kuhn, bedanken. Durch ihre persönliche und herzliche Betreu- XIII Avant-propos ung, eine überaus kompetente und zuverlässige Bearbeitung meiner Textgestalt und ihre unermüdliche Geduld bezüglich der Sonderwünsche zu meinen Grafiken hat sie mich nicht nur erleben lassen, was ein „Rundum-Sorglos-Paket“ bedeutet, sondern sich zu einem unentbehrlichen Teil meiner Buch-Familie entwickelt. Das ist ein seltenes Geschenk! Vielen Dank! Ob nun aus meiner Idee tatsächlich ein gutes Buch geworden ist, das dürfen ab sofort Sie, liebe(r) Leser(in), selbst entscheiden! Indem Sie den profanen Erlöser kaufen, lesen und sich ein eigenes Urteil bilden. Ich wünsche Ihnen dabei spannende, herausfordernde, erhellende, nachdenkliche oder wenigstens unterhaltsame Momente! In diesem Sinn – viel Spaß beim Lesen! Darmstadt, Ostern 2018 Susanne Freund

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Zusammenfassung

Die Literaturwissenschaft bleibt die Antwort auf die Frage schuldig, wie sich der anhaltende literarische Erfolg der Simenonschen Maigret-Kriminalreihe auch in der Gegenwart erklären lässt. Das vorliegende Buch belegt die Attraktivität der Maigrets mit der Gestaltung und dem Verhalten ihrer Hauptfigur, die ihren Lesern einen befreienden und lebensförderlichen Umgang mit Scheitern & Versagen vermittelt: praxisorientiert und jenseits moralischer Zeigefinger.

Kommissar Maigret einmal ganz anders: Als religionsfreie, postmoderne Metapher der rein säkularen Dimension einer christlichen Erlösungsvorstellung des 21. Jahrhunderts. Für vorurteilsfreie Krimi-Liebhaber, die es genau wissen möchten, und für theologisch Interessierte, die den Anschluss an die Gegenwart nicht verpassen wollen. Ein interdisziplinärer Dialog über das religionsunabhängige Erlösungspotential eines säkularen Kriminalromans. Mit Anregungen zur praktischen Umsetzung in einen Religionsunterricht, der sich zeitgenössischer