4. Folgen der Debatte in:

Nazim Diehl

Banken-Image unter Beschuss, page 81 - 86

Die Moralisierung der Finanzkrisen-Debatte 2008

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-3942-7, ISBN online: 978-3-8288-6733-8, https://doi.org/10.5771/9783828867338-81

Series: Tectum - Masterarbeiten

Tectum, Baden-Baden
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81 4. Folgen der Debatte 4.1 Einbruch der Risikogesellschaft Finanzmärkte wurde in krisenfreien Zeiten bisher eher nur begrenzt öffentliches Interesse zuteil. Die Insolvenz Lehman Brothers änderte dies zumindest für die darauffolgenden Monate, indem sie die Finanzkrise im September 2008 einläutete und die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Finanzmärkte verdichtete.312 Die Finanzkrise veränderte jedoch auch die Art und Weise der Berichterstattung über die Finanzbranche, indem diese nicht mehr aus einem primär ökonomischen Blickwinkel beobachtet wurde, sondern ihr moralische Aspekte, gesamtgesellschaftliche Interessenlagen und die abstrakte Wertungskategorie des Allgemeinwohls gegenübergestellt wurden.313 Im Abgleich zu der Finanzkrise 2008 mit vorherigen Finanzmarkt-Krisen der letzten Jahrzehnte wie beispielsweise der Internetblase 2003 ergeben sich eklatante Unterschiede, die die Finanzkrise eine höhere gesamtgesellschaftliche Tragweite entwickeln ließen: So war die Realwirtschaft im Allgemeinen in vorherigen Finanzmarkt-Krisen von den Problemlagen der Finanzmärkte nicht so stark betroffen, sodass der Übergriff der Finanzkrise auf den Alltag sowie auf die Lebenswelten der Bürger sehr begrenzt war.314 Die hingegen aus der Finanzkrise 2008 für die Realwirtschaft resultierenden Gefahren wurden nicht nur intensiv öffentlich diskutiert, sondern waren gleichzeitig anhand der wirtschaftlichen Situation deutscher Unternehmen zu beobachten. So meldeten im Verlauf der Finanzkrise 2008 bis 2009 Vorzeigekonzerne deutscher Wirtschaftskraft, die maßgeblich mit dem Wirtschaftswachstum Deutschlands seit der Nachkriegszeit in Verbindungen stehen und somit ein generationsübergreifendes Verständnis deutscher Wirtschaftskraft formen – als Beispiel dienen hier Opel, Karstadt, Quelle, Märklin, Steiff, Rosenthal oder Schiesser – 312 Westermeier: A Crisis of Trust. 313 Schranz/Eisenegger: Finanzmärkte in der Medienöffentlichkeit, S. 227. 314 Vgl. Plumpe: Wirtschaftskrisen. 82 Insolvenz an oder mussten über diesen Schritt nachdenken.315 Jedoch selbst mit dem im Oktober 2008 verabschiedeten Bankenrettungs-Gesetz endeten die Auswirkungen auf die Realwirtschaft keineswegs, sodass sich der Export im vierten Quartal des gleichen Jahres um 15% verringerte und die Arbeitslosigkeit spürbar anstieg. So war das globale Sozialprodukt infolge der Finanzkrise erstmals in der Nachkriegsgeschichte rückläufig.316 Finanzmarkt-Krisen stellen also keine neuartige Erscheinung dar, und Finanzspekulationen sind seit jeher mit Finanzmärkten verflochten, jedoch erreichten die Spekulationen mit der Finanzkrise eine neuartige Intensität, die zu gesamtgesellschaftlichen Kettenreaktionen führten und über die Gefährdung der Realwirtschaft auf die Lebenswelten vieler Bürger Zugang erhielten sowie das deutsche Selbstverständnis als führende Industrienation zumindest zeitweilig zu bedrohen schienen.317 Es resultierte die hautnahe Erfahrbarkeit einer direkten Verbindung zwischen den Lebenswelten bzw. Zukunftsplanungen der Bürger und den als schuldig identifizierten Akteuren an den Finanzmärkten. Diese Erfahrung musste nicht zwangsläufig am eigenen Leib erfahren werden, sondern konnte sich durch die im öffentlichen Diskurs kommunizierten Zukunftsprognosen in Form von Ängsten in die Lebenswelten der Beobachter schleichen. Die Emotionalisierung und Moralisierung des Diskurses schob die Finanzkrise also in die subjektiven Erfahrungsräume der Zeitzeugen und machte diese dadurch auch für unbeteiligte Beobachter erfahrbar.318 Vertrauen basiert auf erfahrungsbasierter Erwartungssicherheit, die dem Vertrauenden Zukunftsgewissheit bei völliger Ungewissheit über die Zukunft suggeriert. Diese durch Vertrauen erfolgte Vorleistung ist riskant, weil der Vertrauende jedes Mal Gefahr läuft enttäuscht oder ausgenutzt zu werden. Die Erwartungen vor der Finanzkrise 2008 bezogen sich auf Währungs- und Systemstabilität sowie darauf, dass das Guthaben eines Bankkunden im Grunde sicher ist und jederzeit ausgezahlt werden kann. Dies änderte sich mit der Finanzkrise, weil zahlreiche Banken und somit auch die Sparguthaben der Bürger zeitweilig bedroht schienen, sodass die Bundesregierung eine Garantie privater Sparanlagen aussprach, um die Finanzkrise zu entschärfen und möglichen „bank runs“ vorzubeugen. So führte die Finanzkrise den Beobachtern die Fragilität der Eigenschaft von Vertrauen, Erwartungssicherheit bei zukünftiger Ungewissheit zu suggerieren vor Augen. Es folgte der Einbruch der Wahrnehmung, dass mit dem der Finanzbranche entgegengebrachte Vertrauen, den Bankern und den Banken 315 Schmid, Veronika/Bös, Matthias: Aufbruchsstimmung in Krisenzeiten - oder hoffnungslos unzufrieden?, in: Heitmeyer, Wilhelm (Hrsg.): Deutsche Zustände, Berlin 2010, S. 107. 316 Plumpe: Wirtschaftskrisen, S. 113/114. 317 Plumpe: Wirtschaftskrisen, S. 9-13. 318 Zink/Ismer/Scheve: Zwischen Hoffen und Bangen, S. 24-26. 83 tatsächlich eine „riskante Vorleistung“319 erteilt wurde, die auch zur Enttäuschung der erfahrungsbasierten Erwartung führen konnte. Banker und Banken haben letztlich auf zahlreichen Ebenen Schäden von der Finanzkrisen-Debatte davongetragen. So wurde die Beurteilung des Kerngeschäfts der Banker und der Banken, das Vertrauen in ihre Fähigkeit zur Risikoprävention, durch die Finanzkrise beschädigt. Dies hing damit zusammen, dass die Krise die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit bündelte und Sorgen um die Finanzmarkt-Stabilität teilweise zur Angst über die Sicherheit des eigenen Ersparten wurde. Diese Prozesse beschädigten ebenfalls die gesellschaftliche Kompetenzbewertung der Banker und der Banken, da in der Finanzkrisen-Debatte intensiv diskutiert wurde, warum die Krise nicht verhindert wurde. Ein Erklärungsmuster dafür war die mangelhafte Kompetenz der Banker und der Banken in puncto Risikoprävention. 320 Ein weiteres prominentes Erklärungsmuster beschuldigte die Banker der Gier und der Maßlosigkeit, die zur Krise geführt haben sollen, wodurch ihr Interesse sowie ihre Fähigkeit zur Regulation beeinträchtigt gewesen sei. Daher wurde infolgedessen ihre Kompetenz zur Selbstregulierung hinterfragt. In dieses attestierte Kompetenzvakuum setzten sich Regulierungsforderungen, die Ausdruck von gesellschaftlichen Kompetenzschäden der Finanzbranche im Allgemeinen waren und die sich in Vertrauensschäden der Kompetenzbewertung der Banken und der Banken äußerten.321 Gleichzeitig entstand aber auch durch diesen Prozess eine erneute Angleichung der gesellschaftlichen Erwartung an die deregulierte Wirtschaft, wodurch eine Vitalisierung erst stattfinden konnte und diese wiederum neue Kooperationsräume schaffen konnte.322 Moralisierung ist also weniger als Versuch eines Systembruchs zu verstehen, als ein Herbeirufen eines reinigenden Gewitters, um Normalität bzw. Erwartungssicherheit wiederherzustellen. Der rasante Wachstum der Finanzbranche, ihre internationale Vernetzung und die Aufteilung von Risiken auf die Schulter vieler, schaffte größtenteils öffentlich unbemerkt gesamtgesellschaftliche Risiken, die dann im Zuge der Finanzkrise 2008 Eingang in die Erfahrungsräumen der Zeitzeugen fanden und so zu Beunruhigung und zur Erodierung von Erwartungssicherheit führten. Solche zuvor unbemerkten Zivilisationsrisiken, die sich zu einer Krise entwi- 319 Luhmann: Vertrauen, S. 27. 320 Westermeier: A Crisis of Trust. 321 Schranz/Eisenegger: Finanzmärkte in der Medienöffentlichkeit, S. 235; Westermeier: A Crisis of Trust. 322 Imhof erklärt, dass der Wandel von einer kognitiv-normativen Berichterstattung zu einer moralisch-affektiven als Folge der Entkopplung von Wirtschaft und Politik verstanden werden kann, weil sich moralische Skandalisierungen vor der Neoklassik fast ausschließlich auf ökologische Vergehen von Unternehmen beziehen. Imhof: Die Krise der Öffentlichkeit, S. 158/159. Lohn-Debatten entstehen hingegen seit mehr als einem Jahrzehnt immer wieder und verweisen so auf Reputationsdynamiken, die unmittelbar mit der gesellschaftlichen Legitimation von Ungleichheit verbunden sind. 84 ckeln, stellen jedoch keine naturwüchsigen Ereignisse dar, sondern sind vielmehr als Produkt menschlicher Entscheidungen zu verstehen, das zur Erfahrbarkeit der Risikogesellschaft in Form eines ungezügelten Finanzmarktes führt. So ging die Berichterstattung über die Finanzkrise mit zahlreichen Zukunftsprognosen einher, die oftmals einem Schreckensszenario ähnelten und somit mit Sicherheit nicht spurlos an der Stimmung und den Erwartungen der Bevölkerungen vorbeizogen. So standen Vergleiche mit der Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre gepaart mit Prognosen wirtschaftlichen Abschwungs bereits im Oktober 2008 auf der Agenda zahlreicher Medieninstitute. Die Postulierung der Finanzkrise als ebenfalls „deutsche“ Krise unterbrach die Alltagsroutine der zeitgenössischen Beobachter, indem die Krise damit Eingang ins eigene Land fand und als nicht mit den herkömmlichen Mitteln zu beseitigen galt. Daher forderte dies zur Ursachenanalyse auf und ging mit dem staatlichen Versuch der Konsequenz- Eindämmung der Krise einher, der in der Bankenrettung gipfelte. Die mögliche Identifikation der potenziellen Gefahrenquelle „Finanzbranche“ legt die Ausrufung eben dieser als Schuldiger nahe. So waren Skandalisierung und Moralisierung mit dem Bedürfnis verbunden den gesamtgesellschaftlichen Gefahrenherd der Finanzbranche zu kontrollieren, um das eigene Sicherheitsbedürfnis zu befriedigen. Dadurch sollte wieder Planungs- und Erwartungssicherheit für die eigene Lebenswelt entstehen können. Die durch die Finanzkrise 2008 entstandene Unterbrechung der Alltagsroutine ist jedoch zugleich ein Schlüsselmoment der möglichen gesellschaftlichen Umdeutung der Finanzbranche und ihren Entitäten, weil durch sie bestehende Bilder hinterfragt und neue Erzähl- sowie Erklärungsmuster diskursiv vor den Augen eines breiten Publikums ausgehandelt wurden.323 So war beispielsweise der staatliche Eingriff in den Finanzmarkt aus neoklassischer Perspektive höchst fragwürdig, weil sie der neoliberalen Ideologie der selbstregulierten Wirtschaft und der stets geforderten staatlichen Nichteinmischungsdoktrin diametral gegenüber stand.324 Infolgedessen resultierte der Widerspruch, der ebenfalls öffentlich diskutiert wurde, dass staatliche Interventionen im Kapitalismus anscheinend doch nicht kategorisch abzulehnen seien. Dies findet im öffentlichen Diskurs beispielsweise darin Ausdruck, dass Banker als „Staatsverächter“325 bezeichnet werden, die nun nach der Hilfe des Staates rufen würden, obwohl sie diesen doch seit Jahren zur Nichteinmischung bzw. zum Rückzug aus der Wirtschaft aufforderten. Im Kontext der drohenden realwirtschaftlichen Konsequenzen der Finanzkrise wurde die Staatsintervention dennoch als Wahl des kleineren Übels dargestellt und zähneknirschend hingenommen, um im Interesse aller Schlim- 323 Kuhn: Alltagswissen, S. 9/10; Weichert: Die Krise als Medienereignis, S. 24/25; Zink/Ismer/Scheve: Zwischen Hoffen und Bangen, S. 24/25; Vgl. Schulze, Gerhard: Krisen. Das Alarmdilemma, Frankfurt 2011. 324 Vgl. Krasni: Schuld und Krise. 325 Kurbjuweit: Zeit der Krokodile, S. 51. 85 meres zu verhindern. Dies minderte jedoch die diskursive Konstruktion der moralischen Schuld der Banker und der Banken keineswegs. 4.2 Vertrauens- und Reputationsschäden Die Analyse der Topoi, der rhetorischen Funktionen und der Dualismen konnte die Leerstelle befüllen, die von quantitativ orientierten Meinungs- und Einstellungsabfragen implizit vorausgesetzt wurde, ohne diese empirisch zu belegen. So lassen sich zentrale Aspekte der aus dem Diskurs herausgearbeiteten Analyse ebenso in den Fragenkatalogen und Antwortkategorien vieler Survey-Umfragen finden, wobei diese durch die Ergebnisse der hier vorgenommen Diskursanalyse noch weiter hätten ausdifferenziert werden können. Wilhelm Heitmeyer fragte beispielsweise in einer Umfrage im Juli 2009 nach den Ursachen der Finanzund Wirtschaftskrise, woraufhin 89,1% der Befragten mit der Schuld der Banker und der Spekulanten antworteten.326 Das Allensbacher Institut für Demoskopie gab den Befragten im Dezember 2008 13 Antwortmöglichkeiten bezüglich den Ursachen der Finanzkrise vor, die sich inhaltlich größtenteils den in dieser Arbeit formulierten prototypischen Topoi zuordnen ließen.327 Dies bestärkt die Reliabilität der diskursanalytisch gewonnen Ergebnisse, da zeitgenössische wissenschaftliche Beobachter der Krise – die sich mit der Erforschung der Meinungsbilder über Banker und Banken unmittelbar nach der Hochphase der Finanzkrisen- Debatte 2008 beschäftigt haben – die in dieser Arbeit erstmals systematisch erarbeiteten Topoi des öffentlichen Diskurses, in ihren Fragekonstruktionen und vorgegebenen Antwortkategorien mitgedacht haben. Summa summarum haben die aus der medialen Dauerpräsenz der Finanzkrise resultierenden Negativschlagzeilen, aus der Moralisierung und der Skandalisierung des Diskurses sowie aus der diskursiven Schuldkonstruktion der Banker und der Banken entstandenen Kritik, zu Vertrauens- und Reputationsschäden insbesondere der international-vernetzten Großbanken und ihren Führungseliten sowie der Finanzbranche im Allgemeinen geführt. So wurden die im Zuge der Finanzkrise einsetzenden Vertrauensschäden in die Finanzbranche und in die Berufsgruppe der Banker im Allgemeinen übereinstimmend von zahlreichen Forschungsinstituten328 gemessen, von Journalisten problematisiert und auch 326 Heitmeyer, Wilhelm: Krisen - Gesellschaftliche Auswirkungen, individuelle Verarbeitungen und Folgen für die Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, in: Wilhelm Heitmeyer (Hrsg.): Deutsche Zustände, Berlin 2010, S. 34. 327 Die am höchsten gewählten Kategorien umfassen inhaltlich den Risiko-Topos (87%), den Topos der Gier der Banker und Banken (87%) und den Topos der Intransparenz (74%). Köcher, Renate (Hrsg.): Allensbacher Jahrbuch der Demoskopie. 2003 – 2009, Berlin 2010, S. 355. 328 Vgl. Köcher: Allensbacher Jahrbuch der Demoskopie; GfK Verein: Annual Report 2013/14, S. 45; Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Die 86 zum Untersuchungsgegenstand von Forschungsarbeiten 329 gemacht. Gemein haben solche Erhebungen aber auch oft, dass sich die Kritik auf ein unspezifisches Ziel der Branche im Allgemeinen richtet und die Bewertung konkret benannter Kreditinstitute signifikant besser ausfällt. Dies hängt mitunter damit zusammen, dass die diskursive Schuldkonstruktion der Banker und der Banken nur selten spezifiziert wurde, sondern die Entspezifizierung der Finanzkrisen- Debatte bereits mit der Lehman Brothers Insolvenz eingesetzt hat, die sich nur in Einzelfällen auf konkrete Banken und/oder ranghohe Banker bezog, viel öfter wurde jedoch ein Pauschalurteil über die Banker und die Banken im Allgemeinen gefällt. Dies führt dazu, dass Banker und Banken im Allgemeinen als abstrakte Entität unmoralischen Verhaltens und Objekt möglicher gesamtgesellschaftlicher Gefahren in der Regel negativer bewertet wurden, als konkret benannte Banken. Ferner führte die Finanzkrise zu einer verunsicherten Öffentlichkeit, die mit einer kritischeren bzw. misstrauischeren öffentlichen Finanzmarkt-Beobachtung im Allgemeinen einhergeht. So kann es dazu führen, dass die im Diskurs primär abstrakt formulierte Kritik gegenüber den Banken und Bankern beispielsweise aufgrund von Negativschlagzeilen auf ein spezifisches Kreditinstitut überschlägt.330 Aus diesem Grund haben Volksbanken und Sparkassen mit geringeren Vertrauens- und Reputationsschäden zu kämpfen als die Großbanken, weil regional verwurzelte Banken im Diskurs besser dargestellt wurden und sie sich nach Meinung vieler Zeitgenossen durch die nach der Finanzkrise wichtiger werdende Punkte der Risikoprävention, der ökonomischen Nachhaltigkeit und der Übernahme sozialer Verantwortung glaubwürdiger positionieren konnten.331 Finanzkrise meistern - Wachstumskräfte stärken. Jahresgutachten 2008/09, Wiesbaden 2008. 329 Vgl. Grünberg: Glaubwürdigkeit, Vertrauen und Akzeptanz. 330 Rudolph, Bernd: Die Finanzkrise 2007-09. Schlüsselereignis für die zukünftige Entwicklung des Finanzsystems, in: Lindenlaub, Dieter/Burhop, Carsten/Scholtyseck, Joachim (Hrsg.): Schlüsselereignisse der deutschen Bankengeschichte, Stuttgart 2013, S. 492. 331 Schranz/Eisenegger: Finanzmärkte in der Medienöffentlichkeit, S. 229.

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Zusammenfassung

Das Image der Banken und des Bankers ist schon lange negativ belastet, doch reichen die Wurzeln tiefer, als die meisten Menschen es vermuten. Das Neuartige an der Finanzkrisen-Debatte ist, dass sich die Finanzbranche im Allgemeinen seit 2008 in einem anhaltenden Vertrauenstief befindet: Die schwindende Kundenloyalität, erhöhte Fluktuation und die nur geringe Effizienz teurer und aufwändig produzierter Werbekampagnen sind Ausdruck dieses Vertrauenstiefs. Daher behandelt dieses Buch die Frage danach, wie während dem gesellschaftlichen Ausnahmezustand einer Finanzkrise und verdichteten Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit über deutsche Banken und Banker berichtet wurde. Und wann werden Kritik und negative Stereotype offener kommuniziert und brennen sich besser in das Gedächtnis ein als in Stress- und Krisensituationen?