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1. Vorwort in:

Marco Preisinger

Zwischen Weltenzeit und Sternenzeit, page 13 - 16

Zeitbegriffe des alten Ägypten und des Hinduismus

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-4032-4, ISBN online: 978-3-8288-6729-1, https://doi.org/10.5771/9783828867291-13

Series: Religionen aktuell, vol. 22

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
13 1. Vorwort Qualifikationsschriften für höhere akademische Grade, sprich Dissertationen und Habilitationen haben fast immer eine kurze Dankespassage in ihrem Vorwort. Soweit ich das mitbekommen habe, ist dies für Examensarbeiten, die die vorliegende Arbeit in ihrer ursprünglichen Form war, eher unüblich. Seltsamerweise sind es die Religionen, die mich neben der Musik und der Geschichte stets zu begeistern vermocht haben. Es war wohl das Mysteriöse, das eine unglaubliche Anziehung auf mich ausgewirkt hat. Zwar gehöre ich offiziell zum römisch-katholischen Glauben – meine Erziehung war aber weder allzu römisch, noch allzu katholisch. Mich hat allerdings trotzdem immer die Frage nach höheren Mächten beschäftigt. Heute gehe ich davon aus Agnostiker zu sein und habe daher, wie man unschwer vermuten wird, diese Frage für mich noch nicht beantworten können. Möglicherweise kann man sich aber hiermit mein Interesse an den verschiedenen Religionen erklären. Besonders hatte es mir schon sehr früh das alte Ägypten angetan. Die Vermischung von Kultur, Geheimnis, Religion und der offenkundigen Allgegenwärtigkeit dieser Dinge, hatte mich wohl im wörtlichsten Sinn schon immer beeindruckt. Angefangen hat das wahrscheinlich mit einer Zeitschrift mit dem passenden Namen „Ägyptomanie“. Nachdem ich dann im Jahr 2005 eine Nilkreuzfahrt machen durfte, wusste ich wohl bereits, dass mich diese Kultur mein ganzes Leben, wenn auch nicht im unmittelbar beruflichen Sinn, begleiten würde. Neben Ägypten hatten mich noch mittelalterliche Endzeitbeschreibungen, religiöse Rituale, Okkultismus und unzählige weitere Dinge fasziniert. Seltsamerweise habe ich dem Hinduismus, der im ersten Teil dieser Arbeit in Verbindung mit Axel Michaels eine wichtige Rolle spielen wird, bisher nur wenig in Augenschein genommen. Dabei ist/sind es gerade diese Religion(en), die 14 Marco Preisinger: Zwischen weltenZeit und sternenZeit durch ihre „Andersartigkeit“ und kulturelle Vielfalt ebenso beachtenswert sind, wie meine anderen religiösen Interessen. Ich bin jedenfalls froh, diesen Missstand durch diese Arbeit wenigstens ein wenig behoben zu haben. Die Zeit nimmt hier noch einmal eine gesonderte Stellung ein. Über sie zu reflektieren ist für mich, als angehender Philosophie- und Geschichtslehrer eine sehr gute Möglichkeit sowohl Philosophie, als auch Religionswissenschaft und in Verbindung mit dem alten Ägypten auch ein Stück weit Geschichte mit in diese Arbeit einzubringen. Das Interesse an der altägyptischen Zeitvorstellung hat wohl Jan Assmann in mir geweckt. Ich hatte den Wunsch, mich etwas näher mit dem alten Ägypten zu beschäftigen und stieß dabei auf seine Sinngeschichte des alten Ägypten. Das Zeitkapitel hatte mich sofort fasziniert. Später, als es dann darum ging, ein Thema für die vorliegende Studie zu finden, habe ich mich dann, trotz der Warnung von Bertram Schmitz, das Thema könne zu komplex werden, dazu entschieden, die altägyptischen Zeitvorstellungen nach Jan Assmann als einen Themenkomplex zu bearbeiten. Inzwischen weiß ich diese Warnung sehr zu schätzen – bereue es aber nicht – allerdings mit einem lachenden und einem weinenden Auge – trotzdem bei der Thematik geblieben zu sein. Ebenfalls im Gespräch zur Themenfindung dieser Arbeit ist der Vergleich der Forschungsergebnisse Jan Assmanns mit denen Axel Michaels‘ zustande gekommen. Bei Michaels war es vor allem die Unterscheidung zwischen religiöser und wissenschaftlicher Zeit, ebenso wie der Mut des Autors, seine Position zum wissenschaftlichen Umgang mit „erkenntnistheoretischen Herausforderungen“ unverblümt vorzutragen, die mich begeistert hatten. Neben der kurzen Ausführung zur Themenfindung ist es mir aber ein weit wichtigeres Anliegen, hier meinen Dank an eine ganze Reihe von Personen zu richten, die mich in meiner Studienzeit begleitet haben. Namentlich sind hier zunächst die wenigen akademischen Begleiter zu nennen, die mir in guter Erinnerung geblieben sind. Da wären Norbert Frei, dem ich wohl so etwas wie eine Haltung zur Wissenschaft zu verdanken habe, Robert Gramsch, der mich stets ermutigte, meine Augen auch für die philosophische Seite der Geschichte offenzuhalten, Stefanie Freyer, der ich quasi ein ernsthaftes, über das Lehramtsstudium hinausreichendes Interesse an der Wissenschaft verdanke und Roderich Kirchner für den besten Lateinunterricht diesseits der Sonne. An gesonderter Stelle möchte ich noch Constance Hartung für die Bereitschaft, 15 Vorwort diese Arbeit zu korrigieren, ebenso wie für die Gespräche, die mir für die Themenfindung sehr hilfreich waren, danken. Die Liste der akademischen Begleiter abschließend, danke ich noch ganz herzlich Bertram Schmitz, der nicht nur endlose Geduld, sowie eine stete kritische Feder bei der Themenfindung bewies, sondern darüber hinaus die Veröffentlichung dieser Arbeit in die Wege leitete. Außerdem möchte ich noch meinen Eltern danken; Für die Möglichkeit das Studium wahrzunehmen, für inzwischen zahllose Korrekturlesungen, für viel Geduld und viel Verständnis. Abschließend – die berühmte Last-but-not-least-Klausel darf natürlich in dieser Arbeit nicht fehlen – möchte ich meiner Freundin Annika danken; ebenfalls für viel Geduld, noch mehr Verständnis und die Fähigkeit, mich aus ausweglos erscheinenden Situation stets sicher hinauszugeleiten. Ihr sei daher diese Arbeit gewidmet. Erfurt, im Februar 2017 Marco Preisinger

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Zusammenfassung

Zeit ist etwas Besonderes – kein Mensch scheint zu wissen, was genau sie ist, kein Mensch kann sich ihr entziehen. Sie scheint uns selbstverständlich zu sein, dennoch bezeichnet dieser Terminus eine Abstraktion. Den anspruchsvollen Grundbegriff 'Zeit' untersucht Preisinger hinführend in Kultur, Religion und Philosophie, um sich schließlich den Vorstellungen von Zeit in zwei klassischen Hochkulturen zu widmen: dem Alten Ägypten und Indien. Beide Kulturen zeigen dabei je einen ganzen Komplex unterschiedlicher Ebenen von Zeitverständnissen. Die Zeitvorstellungen des Alten Ägypten wie Indiens werden durch zwei namhafte Wissenschaftler ausführlich untersucht. So ist der Ägyptologe Jan Assmann für seine Ausführungen zur Zeit im Alten Ägypten bedeutsam und bekannt. Axel Michaels führt insbesondere in seinem Klassiker 'Der Hinduismus' die Zeitvorstellungen Indiens tiefgründig aus und stellt sie schließlich einem westlich-wissenschaftlichen Zeitverständnis gegenüber. Mit seinen Ausführungen präsentiert Preisinger nicht nur Zeitbegriffe, die für unseren Kulturkreis in der Gegenwart gewöhnlich sind, sondern er führt damit in ein tieferes Verständnis dieser beiden klassischen Hochkulturen ein. Er setzt sich und damit den Lesenden dem nicht immer ganz einfachen, aber umso spannenderen Religionsvergleich zweier so unterschiedlicher Systeme aus. Als kultur- und spezifisch religionswissenschaftlich Interessierter sollte man sich dafür Zeit nehmen.