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5 Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick in:

Sven Kronenberg

Pfandbriefe als Erscheinungsform gedeckter Wertpapiere in Deutschland, page 87 - 88

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-3970-0, ISBN online: 978-3-8288-6718-5, https://doi.org/10.5771/9783828867185-87

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Wirtschaftswissenschaften, vol. 83

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
87 5 Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick Im Ergebnis sind Pfandbriefe staatlich normierte Fremdfinanzierungskontrakte, deren Chance-Risiko-Struktur durch die staatlich normierte Begrenzung von Informations-, Insolvenzeintritts-, Delegations- und Insolvenzverlustrisiken determiniert wird386. Sie unterscheiden sich damit grundsätzlich von ABS und Wertpapieren mit Patronatserklärung, deren Chance-Risiko-Struktur das Ergebnis individueller Vertragsgestaltungen bildet387. Damit sind allgemeingültige Aussagen z. B. über die relative Vorteilhaftigkeit von Pfandbriefen und ABS nicht möglich388. Die vorliegende Arbeit steht dabei zu Merbecks (2008) und Kronenberg (2011) dadurch in einem Komplementärverhältnis, dass sie im Rahmen der ökonomische Analyse auch der Tatsache Rechnung trägt, dass seit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise, die bekanntlich auch vor Pfandbriefemittenten (etwa Hypo Real Estate und Düsseldorfer Hyp) nicht haltgemacht hat, aufgrund der internationalen Dynamik in den Regulierungsprozessen auch die Regelungsdichte für die der Bankenaufsicht unterliegenden Pfandbriefinvestoren zunimmt. Entsprechend wurde die bankaufsichtsrechtlichen Implikationen der Liquidity Coverage Ratio (LCR) auf das Entscheidungskalkül der Investoren in deutschen Pfandbriefen deutlich. Neben diesen Erkenntnissen aus der Ökonomischen Analyse hinsichtlich der Liquidität ist es ein zentrales Ergebnis dieser Arbeit im Rahmen der Ökonomischen Analyse hinsichtlich der Unsicherheit exemplarisch aufzuzeigen, wie (trotz Regulierungs-Tsunami) eine historische Simulation zur Quantifizierung des Kursrisikos eines Pfandbriefes sowie die Validierung des Value At Risk 386 Vgl. MERBECKS (2008), S. 107 und 129. 387 Vgl. zu diesem Aspekt MERBECKS (2008), S. 129 und ähnlich KERL (2000), S.  516 sowie zu einer Gegenüberstellung der wichtigsten Merkmale von Covered Bonds bzw. Pfandbriefen und ABS HARTMANN-WENDELS/PFINGS- TEN/WEBER (2007), S. 303 sowie PACKER/STEVER/UPPER (2007), S. 45. 388 Vgl. zu einer anderen Auffassung ROHRER (1992), S. 26 und ähnlich KÖLLER (2001a), S. 630. 88 ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE UND AUSBLICK zur Quantifizierung des Kursrisikos eines Pfandbriefes vor dem Hintergrund von Pull-to-Par-Effekten bzw. Restlaufzeiteffekten im Rahmen eines von einem Kreditinstitut durchgeführten Backtestings erfolgen kann. In der Vorausschau auf Regulierungsvorschläge für europäische Covered Bond Märkte kann die Publikation „Pfandbriefe als Erscheinungsform gedeckter Wertpapiere in Deutschland“ ferner als wissenschaftliche Grundlage für eine tiefergehende Auseinandersetzung und Diskussion verstanden werden. Zum einen wird somit die Unterstützung und Beratung der gesetzgebenden Körperschaften und Behörden in allen die Pfandbriefbanken betreffenden Angelegenheiten (z. B. bei einer Pfandbriefgesetz-Novelle) fundiert, zum anderen wird deutlich, dass auch die aufsichtsrechtlichen Implikationen auf die der Bankenaufsicht unterliegenden Pfandbriefinvestoren (z. B. bei einer Novelle der Mindestanforderungen an das Risikomanagement der Banken) hinreichend Rechnung zu tragen (d. h. zu erforschen) ist.

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Zusammenfassung

Als staatlich normierte Fremdfinanzierungskontrakte sind Pfandbriefe grundsätzlich von anderen existenten Formen gedeckter Wertpapiere wie Asset Backed Securities (ABS) und Wertpapieren mit Patronatserklärung zu unterscheiden. Sven Kronenberg stellt im vorliegenden Buch Pfandbriefe als eine Variante dieser Investitions- und Finanzierungsinstrumente vor und arbeitet die wesentlichen Unterscheide zu Asset Backed Securities heraus. Im Rahmen einer weiterführenden ökonomischen Analyse der Pfandbriefe berücksichtigt der Autor insbesondere auch die seit Ausbruch der Finanzmarktkrise zunehmende Regelungsdichte für die der Bankenaufsicht unterliegenden Pfandbriefinvestoren. Behandelt werden dabei unter anderem Aspekte wie die Liquidity Coverage Ratio (LCR), die historische Simulation zur Quantifizierung des Kursrisikos eines Pfandbriefes sowie die Validierung des Value at Risk (VaR) eines Pfandbriefs vor dem Hintergrund von Pull-to-Par-Effekten beziehungsweise Restlaufzeiteffekten im Rahmen eines Backtestings.