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Malte Hölzel

Das Selbstverhältnis der Medialität, page 1 - 10

Implikationen des Spielbegriffs

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-3897-0, ISBN online: 978-3-8288-6707-9, https://doi.org/10.5771/9783828867079-1

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Malte Hölzel Das Selbstverhältnis der Medialität Malte Hölzel Das Selbstverhältnis der Medialität Implikationen des Spielbegriffs Tectum Verlag Malte Hölzel Das Selbstverhältnis der Medialität Implikationen des Spielbegriffs © Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2017 ISBN: 978-3-8288-6707-9 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Buch unter der ISBN 978-3-8288-3897-0 im Tectum Verlag erschienen.) Umschlagabbildung: © Fotografie des Autors Alle Rechte vorbehalten Besuchen Sie uns im Internet www.tectum-verlag.de Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. für Milan und Christiane „(…) eine jede menschliche Existenz, die sich nicht dergestalt durchsichtig gründet in Gott, sondern trübe ruht und aufgeht in irgendeinem abstrakten Allgemeinen (dem Staat, der Nation u. dgl.), oder in Dunkelheit über ihr eigenes Selbst ihre Fähigkeiten lediglich als wirksame Kräfte auffaßt ohne in tieferem Sinne sich dessen bewußt zu sein, woher sie sie hat, ihr eigenes Selbst als ein unerklärliches Etwas auffaßt, wofern es im Blick nach innen verstanden werden solle – eine jede solche Existenz, was sie auch verrichte, und sei es das Erstaunlichste, was sie auch erkläre, und sei es das ganze Dasein, wie intensiv sie auch aesthetisch das Leben genieße: eine jede solche Existenz ist dennoch Verzweiflung.“ (Sören Kierkegaard: Die Krankheit zum Tode, 1992, S.43f.) „Der Mythos webt sein Wissen über unseren Köpfen fort – jedem gehört eine Herkunft aus Dunkelheit. Irgendwo ist deine Sage schon, und schon beendet. Das selbstbestimmte Individuum ist die frechste Lüge der Vernunft. (...) Die Geschichte ist offen, der Mythos geschlossen. Man sagt, er endet mit Göttersturz, mit Geschichtsbeginn. Er endete aber nicht, er ging nur zu Bruch. Überall in der Noosphäre treiben seine Trümmer auf verschiedenen Ringbahnen. Man muss die Orbits wählen. Die Dinge sind zerkleinert, doch auf ihrer Umlaufbahn kreisen sie in kleiner Ewigkeit.“ (Botho Strauß: Beginnlosigkeit, 1997, S. 109) 7 Inhalt I Der Spiel-Begriff als Reflexionsparadigma für das kulturelle Selbstverständnis der Moderne und als Integrationsparadigma ............................ 11 II Ansätze zur ästhetischen Subjektivität in Kants Kritik der Urteilskraft 19 II.1 Eine Interpretation des „freien Spiels der Vermögen“ Kants als Keimzelle ästhetischer Subjektivität ................................................................... 20 II.2 Zur systematischen Stellung ästhetischer Subjektivität in Kants Transzendentalphilosophie .................................................................................. 32 II.3 Kants Transzendentalphilosophie als Philosophie des Erhabenen ............. 49 II.3.1 Eine Kritik von Kants Interpretation des Mathematisch-Erhabenen ...... 52 II.3.2 Eine Kritik von Kants Interpretation des Dynamisch-Erhabenen ........... 57 II.4 Kants Gotteskomplex und der Ausblick auf eine mögliche Alternative .... 60 III Schillers anthropologisch-transzendentalphilosophischer Neu-Ansatz ......................................................................................................... 68 III.1 Zur Überwindung des kantischen Dualismus mit Hilfe des Begriffs der Selbstorganisation ......................................................................................... 68 III.2 Schillers Spiel-Philosophie der Ästhetischen Briefe ................................. 76 III.3 Das Schöne in seiner Wirkung als Initiation ins Spiel .............................. 86 III.4 Das Erhabene der Natur in seiner Wirkung als Initiation ins Spiel .......... 92 III.5 Schillers Naive und sentimentalische Dichtung als Ansatz zu einer Natur- und Kulturgeschichte ............................................................................. 106 III.6 Die Selbsttransparenz des Spiels als Voraussetzung der Selbstbewusstheit des Spielenden ............................................................................... 114 IV Die Selbstorganisation des Universums. Eine Interpretation auf Grundlage der Spiel-Philosophie Schillers und der Naturphilosophie Schellings .......................................................................................................... 120 V Skizze und Arbeitsprogramm einer Natur- und Kulturgeschichte der Menschheit aus den Implikationen des Spielbegriffs ............................ 144 VI Der Mythos als Matrix möglichen Selbst- und Wirklichkeitsverstehens. Die Phylogenese und ihr Zielpunkt der Heiligen Hochzeit (mythentheoretische Interpretation) ............................................................. 179 VI.1 Matriarchale und patriarchale Opferkulturen und die Introversion des Opfers .......................................................................................................... 179 VI.1.1 Das Zeitalter der Naivität ..................................................................... 179 8 VI.1.2 Zur Entwicklung des matriarchalen Selbstbewusstseins ..................... 183 VI.1.3 Zur Entwicklung des patriarchalen Selbstbewusstseins ...................... 186 VI.1.4 Das Zeitalter des Matriarchats und das Opfer des Männlichen .......... 189 VI.1.5 Das Zeitalter des Patriarchats und das Opfer des Weiblichen............. 198 VI.1.6 Das Opfer des „Inneren Kindes“ und seine Integration ...................... 205 VI.2 Die Arbeit am Mythos im Sinne seiner Integration ............................... 210 VI.2.1 Das Zuende-Denken des Prometheus-Mythos .................................... 220 VI.2.2 Das Zuende-Denken des Ödipus-Mythos ............................................ 228 VI.2.3 Das Zuende-Denken des Christus-Mythos .......................................... 239 VII Selbstverortende Zwischenbetrachtung: Zur Abgrenzung der Metapsychologie und des Heilansatzes der Analytischen Psychologie Jungs und Neumanns von der Psychoanalyse Freuds ................................. 263 VIII Individuierung, Individuation und Selbsttransformation. Die Ontogenese und ihr Zielpunkt der Integration (organismustheoretische Interpretation) ...................................................... 278 VIII.1 Die Lebenswende: Von der Individuierung zur Individuation ............ 279 VIII.2 Der Selbsttransformations-Prozess vom kindlichen Spielbewusstsein zum Integrierten Selbstbewusstsein bzw. zum Selbstverhältnis der Medialität ................................................................................... 288 IX Selbstverortende Zwischenbetrachtung: Der Streit um den Anfang der Menschheitsgeschichte und seine „neue“, spieltheoretische Interpretation ............................................................................ 307 X Das Spiel in seinem Energie- und Formaspekt. Die (Selbst-) Bewusstseins-Formationen im Prozess der Phylo- und Ontogenese (spieltheoretische Interpretation) .................................................................. 316 X.1 Das naive Spielbewusstsein in seinem Formaspekt ................................. 320 X.2 Das matriarchale Selbstbewusstsein in seinem Formaspekt .................... 333 X.3 Das patriarchale Selbstbewusstsein in seinem Formaspekt ..................... 343 X.4 Das Selbst- und Wirklichkeitsverstehen, die Modi des Selbstseins und die Herrschaftsambitionen des matriarchalen bzw. patriarchalen Selbstbewusstseins ............................................................................................ 352 X.5 Das Integrierte Selbstbewusstsein als Ergebnis der Integration des Menschen .......................................................................................................... 361 X.5.1 Die Architektonik des Integrierten Selbstbewusstseins ........................ 361 X.5.2 Die Integration der Vermögen von matriarchalem und patriarchalem Selbstbewusstsein (Synthesis und Wahrnehmung) .......................................... 372 9 X.5.3 Die Integration der Modi des matriarchalen und patriarchalen Selbstbewusstseins ............................................................................................ 380 X.5.4 Integriertes Selbstbewusstsein, Systemkrise als Integrationskrise und Tod ..................................................................................................... 384 XI Das Selbstbewusste Begehren als dritte und aktuelle Form spielentfremdeten Selbstseins seit 1800 bis in die Postmoderne. Eine Gesellschafts- und Kulturkritik ............................................................ 388 XII Das Selbstverhältnis der Medialität ..................................................... 413 XII.1 Das Selbst als Medium der Selbstorganisation ..................................... 413 XII.2 Das mediale Selbst als Alternative zur instrumentellen Subjektivität und seine ethischen Implikationen .................................................................... 434 XII.3 Die Vertikale Pluralität als Antwort auf das Phänomen des Pluralismus (Status der Theorie aus erkenntniskritischer Sicht) ................................... 446 XIII Schlussbemerkungen: Die Schließung des Kreises ............................ 459 Literaturverzeichnis ........................................................................................ 464

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Zusammenfassung

Im „Spiel der Vermögen“ überwindet Schiller den kantischen Dualismus von Geist und Natur, den er maßgeblich für die Entfremdungs-Symptome der Moderne verantwortlich macht. Aus diesem integrativen Ansatz Schillers entwirft Malte Hölzel ein ganzheitliches Selbst- und Wirklichkeitsverständnis, aus dem er das Selbstverhältnis der Medialität als eine Alternative zum instrumentellen Denken unserer Tage entwickelt.

In Hölzels Selbstverhältnis der Medialität wird der Mensch zum Medium der Selbstorganisation, die über die Auseinanderlegung der Gegensätze zu neuen Integrationen drängt. Angesichts der Krisen-Symptome unserer Zeit stellt es eine Selbstzurücknahme in die Immanenz der spiel- bzw. selbstorganisierten Wirklichkeit der Natur dar, anstatt sie wie im instrumentellen Denken äußerlich beherrschen zu wollen. Der Mensch, im aussichtslosen Versuch befangen, sich aus sich selbst heraus zu begründen, feiert sein erlösendes Versöhnungsfest mit der Natur – eine Wandlung, durch die nicht zuletzt auch klassische Probleme der Philosophiegeschichte einer Lösung näher gebracht werden.