1. Das grosse Erbe in:

Andreas Heyer

Der gereimte Genosse, page 13 - 28

Goethe in der SBZ/DDR

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-3992-2, ISBN online: 978-3-8288-6695-9, https://doi.org/10.5771/9783828866959-13

Tectum, Baden-Baden
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Teil 1: Das Erbe Gemälde von Joseph Karl Stieler, 1828 15 1. Das grosse Erbe »Der Große Oktober hat Mephistopheles samt seinen magischen Kräften von der Bühne der Geschichte verjagt.« (Lukács: Unser Goe the.) Zwischen 1945 und 1956/1961 entstand die Philosophie in der SBZ/DDR in einem doppelten Bezugsrahmen. Einerseits ging es um die Kritik des Bisherigen, des Bürgerlichen, das dem marxistischen Verständnis nach zum Faschismus geführt hatte und in den westlichen Besatzungszonen gerade reaktiviert wurde, also um die Kritik der nichtmarxistischen Philosophie – vom Neukantianismus bis zum Existenzialismus. Der Bruch mit der Vergangenheit sollte und musste (das Selbstverständnis war präzise und scharf ) auf allen Ebenen vollzogen werden. Im gesellschaftlichen Bereich ebenso wie im ökonomischen, im politischen und im kulturellen. Doch so radikal der Schnitt quer durch die Geschichte war, so überaus klar und deutlich die Eliten der SBZ/DDR sich gegen den Faschismus und dessen Wurzeln positionierten, ebenfalls klar und deutlich war auch das Bekenntnis zu den fortschrittlichen, humanistischen, progressiven Potenzialen und Theorien der Vergangenheit. Das ist das Andererseits. Den Weg in die sozialistische Zukunft wollten die Politiker, Philosophen und Intellektuellen der SBZ/DDR nicht alleine antreten. Es gab ein großes Erbe in der Vergangenheit, längst verstorbene Streiter für Menschlichkeit, denen sich die »Erbauer der Sozialismus« verpflichtet fühlten: Von Thomas Müntzer bis Heinrich Heine, von Lessing bis Rosa Luxem- 16 Andreas Heyer: Der gereimte Genosse | Teil 1: Das Erbe burg, von Fontane bis Thomas Mann, von Goe the bis Hegel. Die so genannten Klassiker – Marx, Engels und Lenin (anfänglich auch Stalin) – hatten dabei die Art und Weise des Umgangs mit dem Geschichtlichen vorgegeben. Die Werke und Taten der Vergangenheit sollten überprüft und analysiert, die entsprechenden reaktionären Bestandteile kritisiert, die vorwärtsweisenden Elemente aufbewahrt und weiterentwickelt werden. Marx, Engels, Lenin, Mehring und so manch anderer sollte als Diskussionspartner an den Tisch gebeten werden – als Partner wohlgemerkt, nicht als dogmatische Autorität. Genau hier liegt die Wurzel des oppositionellen Denkens in der DDR, Opposition gegen Dogmatismus und Schematismus der Partei. Es ist nicht Aufgabe der folgenden Zeilen und Seiten diesen doppelten Prozess in all seinen Facetten nachzuzeichnen – ein Scheitern wäre vorprogrammiert. Von daher bleibt vieles unerwähnt, zuvorderst die ganze kritische Auseinandersetzung der Intellektuellen der SBZ/DDR mit der bürgerlichen Philosophie und Kultur. (Norbert Kapferer hat in den Wendezeiten, ein chronologischer Zufall, eine noch heute lesenswerte Studie zu diesem Problemkontext vorgelegt, die uns, mit Blick auf das gewählte Thema, weiterer Ausführungen enthebt.)1 Hier geht es um den Erbantritt der SBZ/DDR in einem ganz konkreten historischen Fall: Johann Wolfgang Goe the. Die Auswahl des Beispiels (hat es exemplarischen Charakter, kann es ob seiner Spezifik verallgemeinert werden?) bedingt sich dadurch, dass 1949 der 200. Geburtstag von Goe the in ganz Deutschland begangen und zelebriert wurde, in der SBZ/DDR aber deutlich intensiver, positiv-bejahender, zukunftsorientierter als in den westlichen Besatzungszonen. 1 Kapferer: Das Feindbild der mar xistisch-leninistischen Philosophie in der DDR . Siehe zudem die verschiedenen von Hans-Christoph Rauh edierten Bände (mit manchen ausgezeichneten und manchen schlechten Beiträgen, wie das bei Herausgeberschaften nun Mal der Fall ist). Gerhardt/Rauh: Anfänge der DDR-Philosophie. Rauh/Ruben: Denkversuche. DDR-Philosophie in den 60er Jahren. Rauh/ Gerlach: Ausgänge. Zur DDR-Philosophie in den 70er und 80er Jahren. Gewarnt sei ausdrücklich vor der Erinnerungsliteratur, von Hager bis Schirmer oder Kosing, die nur den Zweck der Selbstinszenierung hat und in denen Verfälschungen, Geschichtslügen dann mit Erinnerungslücken oder vermeintlicher Zeitzeugenschaft begründet werden. 17 1. Das große Erbe Ein Jahr zuvor hatte man in der SBZ noch das hundertjährige Jubiläum der gescheiterten bürgerlichen Revolution in den Mittelpunkt gerückt, ebenso den 100. Geburtstag des Kommunistischen Manifests. Mit Blick auf Goe the ging es nun darum, den Sozialismus anschlussfähig zu machen an die großen humanistischen und progressiven Traditionen Deutschlands im Zeitalter der Französischen Revolution. (Die Genossen Robespierre, Saint-Just und Babeuf grüßten die neue Menschheit aus der Ferne. Reine Phantasie? Erinnert sei nur an die durchaus Ernst gemeinten Pläne der Utopisten aus dem Umkreis der Revolution, alle Kommunisten der Vergangenheit wiederzubeleben, um sie am neuen System teilhaben zu lassen, an die Überlegungen zur Auflösung der Materie, der Bluttransfusion, des ewigen kommunistischen Lebens, der Besiedlung des Mars usw.2 Gemeint ist: Was heute als Phantasie und Fiktion klingt, war auch Teil und Ausdruck von Euphorie und Hoffnung. Die Zukunft erschien als so gewaltig und groß, Marx und Engels hatten die Rolle von Noah übernommen und beluden die kommunistische Arche.) Die Geschichte der DDR ließe sich auch schreiben anhand jenes roten Fadens, der, gleich einer Perlenschnur, Jahr für Jahr die Selbstvergewisserung durch den Rückblick in die Vergangenheit ermöglichen sollte. Die Diskussion um das anzutretende Erbe wurde genau so alt wie der Staat selbst: Wer gehört dazu, wer nicht? Das Ganze nahm im Laufe der Jahre absurde Züge an, man braucht heute mehr als nur eine Schubkarre, um die ganze Regale füllende Kritik der bürgerlichen Ideologie, die die DDR produzierte, wegzufahren. Darunter, dahinter gibt es auch echten wissenschaftlichen Fortschritt, es überwog freilich die Produktion von – nennen wir es beim Namen – Unfug. Als Beispiel sei erwähnt die völlig absurde Materialismusforschung, also der Versuch, eine eigene deutsche Tradition 2 Vor einigen Jahren erschien ein Band mit den beeindruckendsten Utopien aus dem Umfeld der Russischen Revolution. Die einzelnen Texte transportieren sehr gut das heute mehr als nur fantastisch anmutende Hoffnungspotential, das mit einer Veränderung der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Ordnung verbunden war. Siehe: Groys/Hagemeister: Die Neue Menschheit. Biopolitische Utopien in Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Siehe dazu: Heyer: Das utopische Denken im Umfeld und in der Nachfolge der Russischen Revolution, S. 197-218. 18 Andreas Heyer: Der gereimte Genosse | Teil 1: Das Erbe materialistischen Denkens vor Marx, Engels und Feuerbach zu begründen, die dazu führte, dass an sich unbedeutende Personen der Ideengeschichte über Gebühr aufgebauscht oder Theoretiker einfach zu Materialisten uminterpretiert wurden (so geschehen dem daran unschuldigen Georg Forster). Die eigene deutsche materialistische Philosophie musste gefunden werden, da ja nach Friedrich Engels der Materialismus immer mit dem Idealismus kämpfe – und Idealismus gab es in Deutschland zur Genüge. So gesehen, das war den Dogmatikern der SED klar, müsse es also auch Materialismus in Hülle und Fülle geben. Ein Engel(s) kann nicht irren. Es waren übrigens, dies sei zur Ehrenrettung des philosophischen Marxismus angemerkt, echte Marxisten, die dieses Unterfangen frühzeitig kritisierten, allen voran Wolfgang Harich.3 Die Bundesrepublik steht der DDR freilich in nichts nach. Denn wo die DDR vermeinte, mittels staatlicher Vorgaben und staatssicherheitlicher Kontrollen Philosophie »machen zu können«, begründete der Bundestag nach 1990 eine Kommission, um die Vergangenheit »von denen da drüben« von offiziell bestellten Eppelmann-Pfarrern aus Nazi-Elternhaus (der Vater war Wächter u. a. in Buchenwald) aufarbeiten zu lassen. Und diese Kommission war sich schnell einig: Die Berufung der DDR auf Goe the, Schiller, Lessing, auf die großen humanistischen Schöpfungen der Vergangenheit sei nichts als Instrumentalisierung gewesen. Differenzierung sucht man vergebens, wo die – sogar noch geweihte und gesalbte – Ideologie bei Kaffee und Keksen zur Konferenz einlädt. Wenn wir uns die DDR anschauen in jenem Jahr, 1989, als sie sangund klanglos unterging, dann sehen wir ein System, das den Kontakt zu seinen Bürgern völlig verloren hatte, das durch und durch marode und kaputt war, die Flüsse und Wälder von der Chemieindustrie vergiftet, die Kritiker abgeschoben oder im Gefängnis, die Verzweifelten an der Mauer erschossen. Ein Staat, der dem Volk misstraute und es bespitzelte, sich in lächerlich wirkenden Großveranstaltungen selbst inszenierte, vorgaukelnd, dass es etwas zu feiern gäbe, wo doch der Einzelne nur schnell nach 3 Interessante Einblicke und Hinweise bietet: Warnke: Der junge Harich und die Philosophiegeschichte. Warnke: Bemerkungen zu Wolfgang Harichs Philosophievorlesungen in den frühen fünfziger Jahren, S. 159-166. 19 1. Das große Erbe Hause wollte. Nicht die Philosophen herrschten, sondern die anderen, Ulbricht, Honecker, Krenz, Modrow, Apparate ersetzten den Menschen. Das Licht der Reklametafeln lockte dann nach 1989 die Tierärzte und Pfarrer aus dem antikommunistischen Dunkel hervor: Neue Foren entstanden, gar ein Bündnis 90. Doch dies ist nur die eine Seite der Medaille, Geschichte darf nicht ausschließlich und allein von hinten beurteilt werden. Das römische Reich ist mehr als seine brennende Hauptstadt, die Europäische Union mehr als der Brexit. Und auch die SBZ/DDR war kein leeres Versprechen auf eine bessere Zukunft, sondern ein gewolltes und bewusst vorangetriebenes Projekt von Millionen Menschen. Handlung und Tat all jener, die wirklich den Faschismus überwinden und den Krieg für immer von deutschem Boden fernhalten wollten. Das ist die große und entscheidende Differenz zum Westen, hier begründet sich die Antinomie, nicht in Freiheit oder Sozialismus. Mit Blick auf Philosophie und Kultur lässt sich ein analoger Prozess erkennen. Am Ende der DDR gab es nur eine völlig gleichgeschaltete Kaderphilosophie ohne eigenes Denken, ohne Fantasie, ohne Niveau, ohne Intellekt. Doch die ersten Jahre waren auch hier Aufbruch und Diskussion. Die Partei hatte eine Stimme in den Debatten, sicherlich damals schon die dem Selbstanspruch nach wichtigste, war aber dennoch der Kritik, der Überprüfung und der Veränderung ausgesetzt. Das zeigt ja nicht zuletzt die im Folgenden zu entwickelnde Nachzeichnung der Debatte um Goethe, an der sich unterschiedliche Stimmen und Meinungen beteiligten, bei der selbst parteiliche Autorität vor Kritik nicht schützte.4 Um bei Goethe zu bleiben, sei nur die Konstellation erwähnt, dass Stephan Hermlin und Hans Mayer Johannes R. Becher kritisierten, dieser zusammen mit Harich und Paul Rilla Mayer, Hermlin im Auftrag der Partei in den achtziger Jahren dann Harich, der, trotz aller gegenseitiger Antipathie, wie 4 Das zeigt überaus deutlich die Logik-Debatte der jungen DDR-Philosophie, wo sich die Vertreter der klassischen Logik (ausgerechnet auf der Basis von Stalins Sprachwissenschaftsartikeln) gegen die Parteifunktionäre (u. a. Ernst Hoffmann) durchsetzten. Ihrerseits teilweise von der Partei unterstützt. Siehe: Heyer: Die Logik-Debatte in der Frühphase der DDR-Philosophie, S. 577-592. 20 Andreas Heyer: Der gereimte Genosse | Teil 1: Das Erbe Mayer eng mit Bloch befreundet war usw. (Noch einmal: Es ist nicht so einfach, wie die heute gängigen Bilder uns dies vermitteln wollen.) Das vorausgesetzt ist Norbert Kapferer zuzustimmen, der über die Jahre zwischen 1945 und 1960 schrieb: »In den hier untersuchten Zeitabschnitt fällt nicht nur die Gleichschaltung der Philosophie, sondern in den Jahren 1945 bis 1956 erlebte die marxistische und marxistisch-leninistische Philosophie in der SBZ/DDR ihre interessanteste Phase, mehr noch, innerhalb dieser zehn Jahre erschienen die wohl bedeutendsten Werke marxistischer Theoriebildung der Nachkriegszeit, und schließlich wurde in diesem Zeitraum das Fundament des marxistisch-leninistischen Feindbildes gelegt, von dem die gegenwärtige parteigebundene Philosophie im real existierenden Sozialismus immer noch zehrt bzw. von dem sie sich nur mit äußersten Schwierigkeiten abzunabeln versucht. Ohne eine ausführliche Darlegung dieser Entwicklungsphase könnten die späteren und gegenwärtigen Tendenzen in der DDR-Philosophie nicht verstanden oder eingeordnet werden.«5 In der Tat sind die ersten Jahre des kulturellen, gesellschaftlichen und philosophischen Neuaufbaus eine Epoche des Tastens, des Suchens, der Orientierung – kurzum: Eine leider viel zu kurze und früh von der Partei abgewürgte Phase der Diskussionen von Marxisten mit Marxisten, mit Antifaschisten, mit, wie es immer wieder hieß, allen progressiven Kräften der damaligen Zeit. Dabei trat ein akutes Problem zu Tage, das sich aus der Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erklären lässt. Es herrschte schlichtweg ein eklatanter Mangel an »eigenen« marxistischen Philosophen. Die SED begann schon in der SBZ in Schnellstudiengängen eine erste neue Generation marxistischer Wissenschaftler auszubilden. Als Dozenten fungierten dabei unter anderem Anton Ackermann, Hermann Duncker, Klaus Zweiling, Fred Oelßner, Rudolf Lindau und Wolfgang Leonhard. Die Schüler des ersten Lehrgangs waren zum Beispiel: Kurt Hager, Wolfgang Harich, Klaus Schrickel, Georg Klaus, Georg Mende oder Ernst Hoffmann.6 Die Genannten prägten, daran kann kein 5 Kapferer: Das Feindbild der marxistisch-leninistischen Philosophie in der DDR, S. 4 6 Aufzählung nach: Eckholdt: Begegnungen mit Harich, S. 44. 21 1. Das große Erbe Zweifel bestehen, die Herausbildung und Etablierung der Philosophie in der SBZ/DDR. Bereits die Aufzählung der Namen liest sich wie ein »Who‘s-Who« der Philosophie der DDR. Doch die Biographien der Genannten konnten unterschiedlicher nicht verlaufen. Opfer und Täter späterer Tage saßen gemeinsam auf der universitären Schulbank. Ende der vierziger sowie Anfang der fünfziger Jahre kam es derart in der SBZ/DDR zu verschiedenen Diskussionen, die sich jeweils um ein spezifisches thematisches Feld drehten. Hinzu trat dann später noch die so genannte Praxisdebatte (zum Verhältnis von Theorie und Praxis), die dann in den sechziger Jahren ihren Höhepunkt mit dem Text von Helmut Seidel und der darum geführten Diskussion hatte.7 Stichpunktartig sind folgende Diskussionsfelder zu nennen: (1) Erbe-Aneignung (2) Logik-Debatte (3) Hegel-Diskussion (4) Naturphilosophie und moderne Physik (5) Theorie-Praxis-Diskussion Im Spannungsfeld dieser Kontroversen bildete die frühe DDR-Philosophie ihr Profil aus. Hinzu trat die Beschäftigung mit anderen Themen, über die eine erste Orientierung innerhalb des marxistischen Lagers hergestellt wurde (beispielsweise die Feindbildbestimmung). Die DDR-Philosophie entstand also nicht aus sich selbst heraus. Und auch nicht über die eigenständige Aneignung der »Klassiker« des Marxismus-Leninismus. Diese spielten eine zentrale Rolle, aber ihre Rezeption erfolgte mit jeweils spezifischem Blick auf die geführten Debatten.8 Das lässt sich auch an der offiziellen Schilderung dieser Epoche ablesen, die die SED in Form einer allgemeinen marxistischen Philoso- 7 Seidel: Vom praktischen und theoretischen Verhältnis der Menschen zur Wirklichkeit, S. 908-922. Seidels Thesen wurden in verschiedenen Studien aufgearbeitet. 8 Siehe hierzu die von Hans-Christoph Rauh gegebene Aufzählung der ideologischen Grundlagenartikel in der sowjetischen Zeitschrift Neue Welt. Rauh: Zwischen Entnazifizierung und Stalinisierung, S. 69-118. 22 Andreas Heyer: Der gereimte Genosse | Teil 1: Das Erbe phiegeschichte in Auftrag gab und die 1979 erschien.9 Darin erfolgte die Darstellung der Erbe-Diskussion separat, d. h. von den anderen Debatten losgelöst. Die Hegel-Diskussion wurde vor allem unter dem Stichwort des Verhältnisses von Idealismus und Materialismus geführt.10 Die Logik-Debatte wurde mit der später stattfindenden Praxis-Diskussion zusammen abgehandelt – im Rahmen der Analyse der Generierung einer marxistisch-leninistischen Erkenntnistheorie (was übrigens hochgradig unwissenschaftlicher Unfug ist). Dadurch entstand dann, allerdings eher konstruierend denn verstehend, ein Zusammenhang mit der deutschen idealistischen Philosophie bzw. der vormarxistischen Philosophie.11 Neben der Logik-Debatte war sicherlich der Streit um Hegel im Speziellen sowie die klassische deutsche Philosophie des Idealismus im Allgemeinen von zentraler Bedeutung bei der Herausbildung der Philosophie in der DDR. Grundsätzlich wird deutlich, dass in den ersten Jahren der DDR in einigen wissenschaftlichen Bereichen halbwegs ergebnisoffene Diskussionen geführt werden konnten. Auch wenn am Ende dieses Prozesses eine Verhaftungs- und Repressionswelle stand, die kahlschlagartigen 9 Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED: Zur Geschichte der marxistisch-leninistischen Philosophie in der DDR. 10 Siehe: Richter: Die Entwicklung des dialektischen und historischen M aterialismus etc., S. 212-275. 11 Dieter Wittich schrieb in der von der SED herausgegebenen Geschichte der marxistisch-leninistischen Philosophie in der DDR: »Die inhaltliche Bereicherung und Weiterführung der erkenntnistheoretischen Grundlagen des dialektischen und historischen Materialismus erfolgte zunächst dadurch, dass neu erreichte einzelwissenschaftliche Ergebnisse erkenntnistheoretisch analysiert wurden. Schließlich ging es auch darum, das Instrument ‚marxistisch-leninistischer Erkenntnistheorie‘ selbst fortzubilden.« Für diesen Prozess seien die Debatten um die Logik und um das Verhältnis von Theorie und Praxis von zentraler Bedeutung gewesen: »In der ersten der beiden erwähnten Diskussionen wurde um ein noch ausstehendes marxistisches Verständnis der formalen Logik und besonders ihres modernen Standes gerungen. Sie ist für die Geschichte der marxistisch-leninistischen Erkenntnistheorie in der DDR deshalb so wichtig, weil es in ihr allgemein um die Kriterien des Erkenntnisfortschritts ging sowie um das Verhältnis von erkenntnistheoretischen und einzelwissenschaftlichen Untersuchungen zum Erkenntnisprozess. Im Verlaufe der Praxisdiskussion wurde über die theoretischen Grundlagen der wissenschaftlichen Erkenntnistheorie selbst beraten.« Wittich: Zur Entwicklung der marxistisch-leninistischen Erkenntnistheorie, S. 282. 23 1. Das große Erbe Charakter hatte,12 so ist die erste Hälfte der fünfziger Jahre in einigen Facetten und innerhalb bestimmter Grenzen auch eine Zeit des Meinungsaustausches gewesen. Natürlich versuchte die SED mit allen Mitteln, in die Diskussionen einzugreifen, sie zu lenken und zu bestimmen (auch damals schon mit extremen Methoden). Doch die involvierten Personen ließen sich nicht ohne Weiteres die vorgefertigten und zumeist nicht konsequent durchdachten Positionen aufdrücken. Vielmehr vertraten sie eigenständige und kontroverse Thesen, die sich, auch das ist rückblickend zu erkennen, im Falle des Umgangs mit Hegel und der Logik durchsetzten. Zwar gab die SED die Paradigmenwechsel als ihre Erfolge aus (oder verschwieg sie schlichtweg), erstritten wurden diese aber gerade gegen sie. Die Kontroversen waren auf das Engste miteinander verquickt.13 Die verschiedenen Überlappungen zwischen den einzelnen Diskussionen zeigen sich auch, wenn bedacht wird, dass Harichs Engagement in der Logik-Debatte einer der Bausteine war, die die Gründung der Deutschen Zeitschrift für Philosophie ermöglichten.14 In ihr sollte die Diskussion über die Logik weitergeführt und darüber hinausgehend die Einheit als zentrales Organ für philosophische Fragestellungen ablöst werden.15 Gleichzeitig wurde die neue Philosophie-Zeitschrift dann ab 1953/1954 auch der Hauptplatz der Auseinandersetzungen um Hegels Philosophie sowie, übergeordnet, das Verhältnis von Materialismus und Idealismus. 12 Verwiesen sei exemplarisch auf die Prozesse gegen Wolfgang Harich, Walter Janka und andere. Mit den ausschließlich ideologisch motivierten Kampagnen gegen Ernst Bloch, Georg Lukács oder Jürgen Kuczynski signalisierte das Ulbricht-Regime den Intellektuellen, dass es nicht mehr zu Kompromissen bereit sei. Die Wissenschaften erlitten in der Folgezeit (d. h. ab Mitte der fünfziger Jahre) dasselbe Schicksal wie bereits die kulturellen und literarischen Bereiche – sie wurden intensiv geregelt, kontrolliert und bei »Fehlverhalten« sanktioniert. (Wir kommen darauf zurück.) 13 Norbert Kapferer schrieb: »Die Debatten um die ‚idealistische‘ oder ‚materialistische‘ Dialektik und die damit zusammenhängende Hegel-Diskussion verlangten ebenso nach einer Erörterung der ‚Logik‘ wie die philosophischen Auseinandersetzungen mit der modernen Physik und Biologie.« Kapferer: Das Feindbild der marxistisch-leninistischen Philosophie in der DDR, S. 77. 14 Verschiedene Hinweise sowie eine gute Einführung bietet: Heyer: Zur inhaltlichen Ausrichtung der Deutschen Zeitschrift für Philosophie im Zeichen des Neuen Kurses der SED, S. 551-554. 15 Hierzu: Harich: Ahnenpass, S. 192-194. 24 Andreas Heyer: Der gereimte Genosse | Teil 1: Das Erbe Von Anfang an stand sie auf diese Weise mitten auf den Schauplätzen der Generierung des Philosophieverständnisses der DDR. Herausgegeben wurde sie u. a. von Bloch und Harich, Chefredakteur war Harich, die Hauptautoren Lukács und Bloch – selbstverständlich nur bis Ende 1956. Es ergab sich eine auch im Rückblick gar nicht so leicht aufzulösende Situation. In der Logik-Diskussion wurde Hegel für die Zurückweisung der Logik kritisiert16 und in einem zweiten Schritt das marxistische Verständnis der Logik extrem aufgewertet. Nur so war die Logik als Teil des Marxismus, aber auch als eigenständige Wissenschaft zu retten. In der Hegel-Debatte wurde wiederum Hegels Philosophie aufgewertet und seine Vorläuferrolle für Marx und Engels fokussiert und überaus deutlich betont. Die Konstellation lautete also: In der Logik gegen Hegel und für Marx, in der Hegel-Debatte für beide bzw. zuvorderst für die intellektuelle Beziehung des jungen Marx zu Hegels Philosophie.17 In seinen Erinnerungen warf Harich Ernst Hoffmann und weiteren Parteiphilosophen vor, dass sie diese spezifischen Grenzziehungen bewusst verwischt hätten. Man könne »sehr wohl gegen Hegels Abwertung der formalen Logik sein und zugleich auf Hegels politisch-gesellschaftlicher Progressivität beharren«.18 Mit diesen sehr knappen Anmerkungen sollte der diffizile Charakter der jungen DDR-Philosophie zumindest kurz angesprochen werden. Im Hintergrund vieler dieser Themen und ihrer jeweiligen Spezialarbeiten stand die Erbe-Pflege der DDR. Oft ging es um die Frage, welche Texte dem eigenen Erbe zuzurechnen seien und welchen »Preis« man dafür zu zahlen bereit war. Der Streit um das philosophische, kulturelle und ästhetisch-literarische Erbe darf nicht unterschätzt werden.19 Ging es der DDR – den staatstragenden und -bildenden Eliten ebenso wie den In- 16 Siehe z. B.: Harich: Brief an Lukács vom 13. Dezember 1952, S. 287. 17 Siehe hierzu den gemeinsam von Harich und Lukács verfassten Aufsatz: Zur philosophischen Entwicklung des jungen Marx, 1840-1844, S. 288-343. Außerdem Harich: Die Lehre von Marx und die philosophische Bildung der deutschen Intelligenz, S. 370-413. 18 Harich: Ahnenpass, S. 198. Hierzu neuerdings: Heyer: Harichs Weg zu einem undogmatischen Marxismus, S. 32-63. Amberger: Der konstruierte Dissident, S. 5-31. 19 Siehe die Anmerkungen Günter Wirths: Über die intellektuelle Vorgeschichte der DDR, S. 305-326. 25 1. Das große Erbe tellektuellen  – doch tatsächlich um Identitätsstiftung. Um die Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und potentieller sowie gewünschter Zukunft. Das zeigt mehr als exemplarisch der Erste Deutsche Schriftstellerkongress an, der im Oktober 1947 abgehalten wurde.20 Die große übergreifende Klammer all dieser Debatten war ein grundsätzliches »Ja« zum Marxismus (bzw. zu dem, von dem der jeweilig Einzelne glaubte, dass es Marxismus sei).21 * * * * * Am 28. August 1949 wurde Goe thes 200. Geburtstag begangen, in Ost und West. Dieser Hinweis ist wichtig, denn die westlichen Besatzungszonen vereinten sich in diesem Jahr zur Bundesrepublik und vollendeten damit nach vielen kleinen Schritten die Spaltung Deutschlands. Der Kalte Krieg hatte längst begonnen – im Bereich der Kultur am handgreiflichsten zu beobachten anhand jener Rede, die Melvin Lasky auf dem Ersten Deutschen Schriftstellerkongress gehalten hatte.22 Er referierte zu dem Thema Freiheit und Demokratie. Dabei attackierte er auch die Sowjetunion deutlich. Werner Mittenzwei schrieb rückblickend, dass mit Laskys Rede jene »Diktion« zu Wort kam, »die in den folgenden Jahrzehnten, fast ein halbes Jahrhundert lang, die literarische Auseinandersetzung zwischen Ost und West bestimmte. Dabei griff er in seiner Rede noch nicht einmal auf die schlimmsten Äußerungen des sowjetischen Kulturpolitikers Shdanow zurück. Aber Lasky ging auch nicht auf die Verhältnisse in Amerika ein, was nicht weniger schlimm und beschämend war. In seinem Land mussten sich Brecht und elf seiner amerikanischen Kollegen vor dem House 20 Die Beiträge der Tagung liegen in einer gelungenen Edition vor: Reinhold/ Schlenstedt/Tanneberger: Erster Deutscher Schriftstellerkongress. Siehe: Hartmann/ Eggeling: Sowjetische Präsenz im kulturellen Leben der SBZ. 21 Siehe: Amberger/Heyer: Der konstruierte Dissident. 22 Lasky: Redebeitrag, S. 295-302. Auch: Gansel/Walenski: Erinnerung als Aufgabe? Zu den Kongressen und ihren zeit- und kulturhistorischen Kontexten liegen einige Studien vor, zuletzt unter Aufarbeitung der vorhandenen Literatur: Heyer: Die ersten Schriftstellerkongresse in der DDR, 1947-1952, S. 85-124. 26 Andreas Heyer: Der gereimte Genosse | Teil 1: Das Erbe UN-American Activities Committee verantworten. Weil sich Brecht auf dieses Verhör vorbereitete, konnte er nicht am Kongress teilnehmen.«23 Hans Mayer notierte in seinen Erinnerungen, es habe sich schnell gezeigt, »dass die Tagung zwar von vier Besatzungsmächten gebilligt schien, dass es jedoch höchst verschiedene Wärmegrade der Zustimmung gab.«24 Vor allem die Sowjets förderten und unterstützten das Vorhaben und mischten sich dabei nicht in die Vorbereitung und Planung ein. Die westlichen Besatzungszonen standen dem Projekt allenfalls tolerierend gegenüber. Die Amerikaner nutzten den Kongress allerdings, um ihre antikommunistische Politik in Deutschland zu stärken. Sie provozierten so die Spaltung der versammelten Autoren und trugen damit die Politik des Kalten Krieges in das Feld der Literatur. Das wog auch deshalb schwer, da »unter den zahlreichen Kongressteilnehmern (…) Einigkeit und Einmütigkeit (bestand): Die drohende politische Spaltung Deutschlands müsse mit Vehemenz verhindert werden.«25 In der Tat war eines der zentralen Anliegen des Kongresses, die Spaltung Deutschlands zu verhindern. (Genau dagegen kämpfte Lasky – also direkt für die Teilung samt deutlich markierter Grenze, Mauer, auch wenn diese dann andere bauten.) In diesem Sinn machte Sigrid Bock zwei zentrale Momente des Kongresses aus. Als erstes sei der Versuch zu benennen, Einfluss auf die deutschen Verhältnisse zu gewinnen: »Die Stellung der Literatur innerhalb der sich verändernden Klassenauseinandersetzungen musste geklärt werden. Faschistische Kräfte und neu sich etablierende imperialistische Stimmen waren zurückzudrängen und die Kongressdebatten zur Sammlung und zum Zusammenschluss aller antifaschistisch-demokratischen Schriftsteller gegen eine Politik des Kalten Krieges und der Spaltung Deutschlands zu nutzen.«26 Zweitens ging es auch um die Rückkehr der deutschen Literatur auf die Weltbühne. Man wollte die »erneute und gleichberechtigte Teilhabe«27 an den Diskussionen 23 Mittenzwei: Die Intellektuellen, S. 55f. 24 Mayer: Ein Deutscher auf Widerruf, Bd. 1, S. 387. 25 Wende-Hohenberger: Vorwort, S. V. Siehe: Gansel: Zur Vorgeschichte, Durchführung etc., S. S. 10f. 26 Bock: Literarische Programmbildung im Umbruch, S. 123. 27 Ebd. 27 1. Das große Erbe der Gegenwart. Nicht zuletzt, um die Bereitschaft für Frieden, Sozialismus und Antifaschismus zu zeigen und diese sowohl in die Diskussionen, als auch in die Politik einzubringen. Diesen Zielsetzungen trug das auf der Veranstaltung verabschiedete Manifest28 Rechnung. »Es war Bekenntnis zu einer Literatur, die das Bewusstsein moralischer Verantwortung für die von Hitlerdeutschland der Welt zugefügten Leiden wachhalten, die humanistischen Traditionen der deutschen Kultur bewahren und fortführen, die gegen die drohende Spaltung Deutschlands und für den Frieden in der Welt wirken sollte.«29 Was haben der Schriftstellerkongress vom Oktober 1947 und das Goethe-Jubiläum miteinander zu tun? Auf den ersten Blick nichts, auf den zweiten vieles. Auf dem Kongress wurde die kulturelle Einheit zerstört und der ideologische Graben durch die Kulturlandschaft getrieben. Und eben diesen Graben sehen wir dann kurze Zeit später bei den Goe the- Feiern: Im Westen eine Sache der Honoratioren, im Osten Angelegenheit des Volkes – und zwar freiwillig, nicht von »oben« verordnet. (Das werden wir auf den nächsten Seiten immer deutlicher erkennen.) Wenn sich die SBZ, die russischen Kulturoffiziere, die kulturellen Eliten der jungen DDR zu Goe the bekannten, dann war dies ihrem Verständnis nach ein deutliches »Ja« zum humanistischen Erbe der deutschen Vergangenheit. Goe the repräsentierte für sie jene deutsche Kultur, die von den Nazis verfälscht werden musste, um rezipiert werden zu können. Jene Kultur, durch deren Popularisierung ein wichtiger Baustein gewonnen sei, Krieg und Faschismus auf deutschem Boden für immer zu verhindern. Vieles heute kritisch betrachtete galt und diente diesem Unterfangen. Manfred Jäger beschrieb in seinem Beitrag Kulturrevolution von oben, wie die sozialistische Klassik-Rezeption in die SBZ fand. »Die sowjetische Militäradministration arbeitete dabei eng mit Becher zusammen, dem Klassizisten, der für die große deutsche Kultur von Gryphius bis Hölderlin schwärmte und in seiner Person die endlich gelungene Symbiose von Geist und Macht zu repräsentieren gedachte, nach seinen jetzt verdrängten angstbesetzten Erfahrungen im Moskauer Exil. Von dort hatte auch 28 Manifest des Ersten Deutschen Schriftstellerkongresses, S. 496f. 29 Reinhold/Schlenstedt: Vorgeschichte, Umfeld etc., S. 14. 28 Andreas Heyer: Der gereimte Genosse | Teil 1: Das Erbe sein Freund Georg Lukács jene gebildeten, etwas trockenen theoretischen Schriften mitgebracht, deren Grundthesen Becher gern rhetorisch popularisierte (…): Es mochte Grenzen geben, die unsere Klassiker objektiv nicht zu übersteigen vermochten, Vorbildfiguren blieben sie allemal trotz idealistischer Weltanschauung.«30 Beginnen wir damit, die Entstehung des modernen marxistischen Goe the-Bildes durch die beiden gerade Genannten, durch Lukács und Becher nachzuvollziehen. Ein permanentes und immer wieder neu beginnendes Ringen um die Aneignung der Vergangenheit im Dienste von Gegenwart und Zukunft. Zwischengeschaltet wird eine kurze Auseinandersetzung mit Thomas Mann – denn ohne dessen Werk und Handeln ist weder das Goethe-Jubiläum von 1949 nachzuvollziehen noch die Thesen von Lukács und Becher. 30 Jäger: Kulturrevolution von oben, S. 99f. Goethe- und Schiller-Denkmal in Weimar, Kranzniederlegung zum 200. Geburtstag Schillers, 1959

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References

Zusammenfassung

Um Faschismus und Krieg für immer von deutschem Boden fernzuhalten, unternahmen die führenden Persönlichkeiten in der SBZ/DDR von Anfang an vieles, um an die verschütteten Traditionen des humanistischen kulturellen Erbes der Vergangenheit anzuknüpfen. Ein Konsens, der die russischen Kulturoffiziere ebenso umfasste wie Parteipolitiker der SED und die philosophische Elite.

1949 stand im Zeichen Johann Wolfgang Goethes. Neben dem im Westen als Skandal empfundenen Auftritt Thomas Manns in Weimar kam es zu zahlreichen Veranstaltungen und Wortmeldungen zu Goethe: Johannes R. Becher, Paul Rilla, Georg Lukács, Wolfgang Harich, Ernst Bloch, Hans Mayer – das sind die Protagonisten des vorliegenden Buches, deren Goethe-Verständnis nachgezeichnet wird.

Dabei werden zuerst die Jahre zwischen 1949 und 1956 fokussiert. Nach den Umbrüchen in der DDR arbeiten aber gerade die marxistischen Philosophen Lukács, Bloch und Harich weiter zum kulturellen Erbe. Ein Prozess, der zum Abschluss untersucht und dargestellt wird. Zudem bietet der Band verschiedene Seitenblicke: Auf Schiller und Heine oder die Geschichte der Krisenzeit von 1956.

Eine Reise durch die DDR – anhand von Goethe, mit Goethe, auf der Suche nach der Identität des kleineren deutschen Staates.