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6 Fazit in:

Sarah Häseler-Bestmann

Begegnung, Beratung und Bildung für Familien, page 313 - 318

Eine exemplarisch-empirische Untersuchung von Familienzentren im Stadtteil

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-3948-9, ISBN online: 978-3-8288-6694-2, https://doi.org/10.5771/9783828866942-313

Tectum, Baden-Baden
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313 6 Fazit Durch die politisch intendierten verschiedenen Finanzierungsprogramme für Familienförderung ist mittlerweile eine Vielfalt an bestehenden Einrichtungen und Organisationstypen vorzufinden. Durch regionale bedarfsentsprechende Entwicklungen finden sich unterschiedliche Strukturen und Angebote wieder. „Zugleich mangelt es an Bedarfserhebungen. Es werden neue Angebote und Modelle entwickelt, ohne die Nutzer zu fragen, was sie benötigen und wie sie sich die Unterstützung wünschen. Sicherlich sind Expertenwissen und Erfahrung wichtige konzeptionelle Bausteine, doch hängt die Wirksamkeit stets von der Akzeptanz seitens der Adressaten ab. In diesem Zusammenhang wird nicht selten kritisiert, dass Familienbildung eine ‚Mittelschichtorientierung‘ aufweise d. h. Angebote vor allem für die etwas besser situierten und gebildeten Eltern vorhanden seien. Diese Zielgruppe ist am besten bekannt und am ehesten zu erreichen. Andere werden kaum angesprochen oder fühlen sich ausgeschlossen. Ihre Bedürfnisse werden offenbar auch weniger erkannt, berücksichtigt und bearbeitet“ (Rupp 2003a:11). Allerdings wird davon ausgegangen, dass „die neuen Modelle vernetzter Angebotsformen […] dauerhaft nur dann erfolgreich sein [werden, S. H.-B.], wenn es gelingt, damit die spezifischen und sich vom Sozialraum zu Sozialraum unterscheidenden Bedürfnisse der Eltern und Kinder zu befriedigen“ (Rauschenbach 2008:151). Das Wissen um die Bedürfnisse der Familien ist demnach neben den regionalen Bedarfen eine wichtige Voraussetzung für die Gestaltung von Angeboten und entsprechender Vernetzungen (Diller 2006:71). Aufgegriffen wird diese Forderung insbesondere im Rahmen der in verschiedenen Landesprogrammen entstandenen Evaluationen von Kindertagesstätten, die sich zu Familienzentren weiter entwickelt haben (vgl. Kapitel 2.3). Der 12. Kinder- und Jugendbericht greift ebenfalls diese Thematik auf. Darin wird die gängige Mittelschichtorientierung (vgl. hierzu auch Oberndorfer/ Mengel 2003, Rupp 2003) kritisiert und eine Forderung nach „niedrigschwelligen Unterstützungssysteme der Elternbildung“ (BMFSFJ 2005:174), um alle Familien zu erreichen, gestellt. Trotz bereits bestehender Beschreibungen von Projekten, welche durch niedrigschwellige Angebote auch sogenannte ‚benachteiligte‘ Zielgruppen erreichen (Oberndorfer/ Mengel 2003:13, Mengel 2007, Rupp 2004), werden weitere Untersuchungen zu Effekten der Eltern- und Familienbildung gefordert (BMFSFJ 2005:174). 314 Durch die exemplarische Untersuchung der institutionalisierten Familienzentren im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wird deutlich, dass es durchaus Einrichtungen gibt, die vielfältige Zielgruppen erreichen. Entsprechend liegt das Ziel dieser Untersuchung darin, durch die exemplarische Beschreibung einen Einblick in die als fehlend benannte (Treptow u. a. 2011:3, Rupp 2003a:10) systematischpraktische Umsetzung von solchen familienunterstützenden Strukturen und insbesondere dem methodischen Handeln der professionellen Akteure in dieser Form von Familienbildung zu geben. Dies entspricht zugleich den von Staub-Bernasconi beschriebenen fünf erforderlichen Wissensebenen von Sozialarbeiter_innen im Verständnis einer Handlungswissenschaft. Demnach bedarf es eines Gegenstands-, Erklärungs-, Werte- und Kriterium-, Verfahrens- sowie Funktionswissens. Basierend auf der Erfassung der jeweiligen Ausgangslage (des Gegenstands) bedarf es eines Wissens zur Analyse dieser (Erklärungswissen) und der Fähigkeit einer perspektivischen Einschätzung (Werte- und Kriteriumwissen). Das Verfahrenswissen ermöglicht die Anwendung passender Methoden und Techniken, die wiederum hinsichtlich ihres Nutzens überprüft werden können (Funktionswissen) (Staub- Bernasconi 2007). Durch die vorliegende empirische Forschung werden bezüglich des Handlungsfeldes ‚Familienzentren‘ dafür relevantes Gegenstands- und Erklärungswissen dargestellt. Darüber hinaus ermöglicht die fachkonzeptionell systematische und theoretische Fundierung der empirischen Erkenntnisse eine Übersicht hinsichtlich des in Familienzentren erforderlichen Verfahrenswissens (damit zugleich einschließend das Werte- und Kriteriumwissens). Des Weiteren wird mit der vorliegenden Forschung der als mangelhaft bezeichneten Kooperation zwischen Familienbildung und Wissenschaft begegnet und somit das erforderliche Funktionswissen aufgegriffen (Textor 2007:383). Die Forschung „geht weniger der Frage nach, ob Maßnahmen und Programme ihre Ziele erreichen, sondern betrachtet vielmehr Wirkung als ein relationales Konstrukt. Sie stellt zum einen die Frage, welche Wirkungen überhaupt relevant sein können, indem sie die Perspektiven der beteiligten Akteure zum Ausgangspunkt ihrer Rekonstruktion von Wirkungen nimmt und dabei auch nichtintendierte Wirkungen identifiziert. Zum anderen fragt qualitative Wirkungsforschung, wie Pädagogik das bewirkt, ‚was sie leistet‘ (ebd.), indem sie Wirkung als ein ‚performatives Konstrukt‘ (ebd., S. 19) betrachtet und untersucht, wie Wirkungen in sozialen Situationen hergestellt werden“ (Cloos u. a. 2013:264, H. i. O.). Unter diesem Verständnis von Forschung kommt insbesondere der Zufriedenheit der Nutzer_innen hinsichtlich der Einschätzung von Strukturen und Angeboten eine große Relevanz zu (Vossler 2003:109, Diller 2005:26). Dieser Forschungslücke wird durch die vorliegende exemplarische empirische Untersuchung begegnet, die zugleich durch die systematische Darstellung den Wissensanforderungen an eine Handlungswissenschaft Sozialer Arbeit entspricht. Die erhobenen Erkenntnisse sind vor der regionalen Ausgangslage und den bestehenden Strukturen zu betrachten. „Berlin verfügt bereits über einen hohen Standard in der Infrastruktur für Familien mit Kindern. Es wird zukünftig also weniger 315 darum gehen, die vorhandenen Angebote quantitativ auszuweiten oder auszudifferenzieren, sondern vielmehr darum, die Kooperation, Abstimmung und Vernetzung innerhalb der Infrastruktur zu verstärken, zu qualifizieren und fortzuentwickeln“ (Senatsverwaltung Bildung, Wissenschaft und Forschung 2006:50). Die untersuchten Familienzentren geben einen exemplarischen Einblick, inwiefern die gute Erreichbarkeit von Familien durch Angebote rund um die Geburt für die Zugangsgestaltung in anderen Lebenslagen und durch verschiedene Kooperationspartner_innen gestaltet werden kann. Darüber hinaus kommt einer abgestimmten Jugendhilfeplanung eine große Bedeutung zu. „Zur besseren Ausrichtung auf die präventive Familienarbeit wäre es notwendig, dass die örtlichen Jugendämter stärker beteiligt werden bzw. sich stärker engagieren. Dies bedeutet, dass Familienbildung in größerem Maße als vorrangiger Bestandteil der Jugendhilfeplanung verstanden werden müsste. Hierzu sollte sie organisatorisch im Jugendhilfeausschuss und als Arbeitsgemeinschaft verankert sowie durch das örtliche Jugendamt koordiniert werden. Dies könnte auch sicherstellen, dass Familienbildung niederschwellig in die Einrichtungen des Gemeinwesens, die Nachbarschafts- und Selbsthilfe integriert und an den Zielgruppen-Bedarf vor Ort angepasst würde“ (Walter u. a. 2000:21). Durch solch eine vernetze Jugendhilfeplanung werden zugleich zahlreiche Fachkompetenzen für weitere Bedarfserhebungen und Angebotsanpassungen deutlich. Dies entspricht den geforderten Ansprüchen an Familienzentren (Textor 2007:384, Possinger 2009:5). Inhaltlich betrachtet wird deutlich, dass die untersuchten Familienzentren aus Friedrichshain-Kreuzberg den Ansprüchen an eine professionelle Familienbildung entsprechend den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gerecht werden. „Betrachtet man die Bedarfe aller Nutzerinnen, die sich aus ihren Lebenslagen und Erziehungskompetenzen erschließen lassen, wird deutlich, dass diese besonders in drei Bereichen liegen: Unterstützung und Qualifizierung der Alltagsbewältigung, Elternbildung in Bezug auf Erziehungskompetenzen sowie Abbau von Isolation durch soziale Integration in soziale Einrichtungen, Teilnehmerinnengruppen und den Stadtteil insgesamt“ (Sturzenhecker 2009a:22). So bedarf es einer Ansprache von (potenziellen) Nutzer_innen über die verschiedenen dargestellten Wege an den im Alltag relevant verankerten Orten (Lösel 2006: 13). Zugleich ist das keine Erfolgsgarantie, sondern vielmehr bedarf es im Sinne eines Qualitätsmanagements einer kontinuierlichen Überprüfung der konzeptionell-strukturellen Gestaltung und des methodischen Handelns. So können aufgrund der Individualität und ver- ändernder regionaler Ausgangslagen andere Formen der Ansprache relevant werden, die auch den Einbezug von ungewöhnlichen Orten wie Friseur, Einzelhandel oder Gewerbe erfordert. „Ziel ist es, immer wieder zu unterschiedlichen Zeitpunkten Familien anzusprechen, um sie auf die Angebote aufmerksam zu machen“ (Bird/ Hübner 2013:143). Somit können die dargestellten Arbeitsprinzipien durchaus einen Rahmen und Anregungen für die Gestaltung und das Handeln bieten, aber zugleich ist eine regelmäßige Überprüfung anhand der regionalen Ausgangslage und Bedarfe erforderlich. „Eine besondere Herausforderung für die Soziale Arbeit liegt 316 darin, den Sozialraum für Erwachsene und Kinder und deren Zusammenleben mit ihnen gemeinsam lebensfreundlicher zu gestalten und Räume und Zeiten zur Verfügung zu stellen, um Familien beim Aufbau entlastender Netzwerke zu unterstützen“ (Tschöpe-Scheffler 2009:13). Über solch einen Ansatz werden Eltern als Expert_innen ihrer Lebensweltexpertise angesprochen und erleben zugleich die unterstützende Funktion von Informationen und Beratung. So ist durchaus ein Wandel in der Landschaft der Familienbildung und -förderung zu verzeichnen. „Weg von flächendeckenden Elterntrainings hin zu mehr individueller lebensweltbezogener Erziehungspartnerschaft zwischen Müttern, Vätern, LeherInnen, ErzieherInnen und anderen Menschen, mit denen die Familie es in ihrem Sozialraum zu tun hat. Das vorrangige Ziel hierbei ist es, den Familien(systemen) unterschiedliche Begegnungs- und Bildungsräume zu eröffnen, in denen sie sich selbstwirksam beteiligen und neue positive Erfahrungen sammeln können, und in denen sie gemeinsam mit ErzieherInnen, LehrerInnen, Familienhebammen und anderen Menschen, mit denen Familien im Laufe ihrer Entwicklung zu tun haben, ihre Lebenswelt entwicklungsfördernd durch Versuch und Irrtum gestalten können“ (Tschöpe- Scheffler 2014:23, H. i. O.). Zugleich werden sie darin bestärkt, sich ebenfalls entsprechend ihrer Kompetenzen einzubringen. „Eltern zu unterstützen bedeutet dann mehr als ihre Ressourcen zu fördern: Es bedeutet, Eltern selbst als Ressource wahrzunehmen. Das Konzept der Sozialraumorientierung bietet dafür nach Ansicht der LAG die notwendigen Voraussetzungen und wurde in seinen zentralen Prinzipien nden Menschen, nschen und der im Sozialraum vorhandenen Infrastruktur, - und bereichsübergreifendes Arbeiten und rcen in einen Bezug zur Familienbildungsarbeit gesetzt“ (Senatsverwaltung Bildung, Wissenschaft und Forschung 2006:36). Solch ein Ansatz wird einerseits einer professionellen Sozialen Arbeit gerecht und andererseits den bestehenden Anforderungen zur Gestaltung einer familienfreundlichen Infrastruktur. Dies entspricht zugleich dem Verständnis des in § 1, Abs. 3, Satz 4 SGB VIII festgehaltenen Anspruchs zum Erhalt und der Gestaltung von „positive[n, S. H.-B.] Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie eine[r, S. H.-B.] kinder- und familienfreundliche[n, S. H.-B.] Umwelt“. Nur so können möglichst alle Familien erreicht werden (Walter u. a. 2000:18). „Die Leistungen der Familien für die Zivilgesellschaft und die Vorteile des Gelingens von Familie für den Staat sind oft beschrieben worden. Familie gehört zu den vielfältigen Voraussetzungen, auf die der Staat angewiesen ist, ohne sie garantieren 317 zu können. Auch deshalb steht sie unter einem besonderen Schutz. Zeit ist ein zentraler Faktor für das Gelingen von Familie. Sie ist eine Voraussetzung dafür, dass Personen zu einem Familienleben zusammenfinden und im Alltag Familie leben können. Familie ist auch als ein lebenslanger Prozess zu verstehen, in dessen verschiedenen Phasen immer wieder neue zeitbezogene Anforderungen an Eltern, Kinder und Großeltern auftreten“ (BMFSFJ 2012:135). Diese Betrachtung begründet ebenfalls die Anforderung an eine verlässliche familienunterstützende Infrastrukturgestaltung. Daher geben die dieser Forschung zugrunde liegenden Praxiseinsichten durchaus Anregungen für weitere konzeptionell-strukturelle Ansatzpunkte (Beirat für Familienfragen 2011:74). „Die jüngsten Entwicklungen in der Familienbildung hin zu einem Setting-Ansatz (wie aus der Gesundheitsförderung bekannt), in dem vor Ort vielfältige Unterstützungsangebote gemacht werden, scheinen vielversprechend“ (Bird/ Hübner 2013:141). Diese zeichnen sich einerseits durch eine Angebotsvielfalt aus. Andererseits werden darüber hinaus auch die ebenfalls in den Bereichen der Programme zur Stadtentwicklung oder auch unter der Diskussion um ‚Frühe Hilfen‘ entstandenen verschiedenen Formen von Vernetzung und Kooperation mit Blick auf Familien- und Elternarbeit einbezogen (Bird/ Hübner 2013:141). Dieser Einbezug bedingt sich zugleich durch die Verankerung der Familienbildung im § 16 SGB VIII ‚Allgemeine Förderung der Erziehung in der Familie‘ (Stange u. a. 2013:94). Basierend auf solchen bestehenden Vernetzungsstrukturen und Diskursen entwickelt das Bundesland Niedersachsen das Modell eines Gesamtkonzepts, in der „neben individuellen Hilfen und institutionellen gruppenorientierten Familienbildungsangeboten vermehrt neue alltagsorientierte sowie gemeinwesen- bzw. sozialraumorientierte Ansätze (Netzwerkbildung), neue Angebotsformen und Anlaufstellen für Fragen der Erziehung geben (z. B. Eltern-Kind-Gruppen, Eltern-Cafés, besondere stadtteilbezogene Angebote, Begegnungszentren, Mütterzentren, kombinierte Treffs mit Tageseinrichtungen etc. – am sinnvollsten wohl in der Form von Familienzentren) und damit auch in Formen direkter Verbindungen zwischen Regelangeboten der Kindertagesstätten nach § 22 und 22a SGB VIII, der Kooperation mit der Schule – insbesondere im Transitionsbereich und in der Zusammenarbeit mit Grundschule, viel engere Kooperation mit dem sozialräumlichen ASD, weiteren Einrichtungen des Kinder- und Jugendschutzes“ (Stange u. a. 2013:96f). Die Verantwortung liegt dabei in einer abgestimmtsteuernden Jugendhilfeplanung, wodurch die benannten Angebotsformen und strukturen regional verankert werden. Darüber hinaus werden so weitere familienunterstützende Kooperationen mit den Hilfen zur Erziehung, Schulen, Stadtteilarbeit etc. entwickelt und unterstützt (Stange u. a. 2013). Mit solchen Zielstellungen geben zugleich Herausforderungen einher. Grundlegend hierfür ist eine politisch gewollte, strukturelle Verankerung in der Kinder- und Jugendhilfeplanung. Dadurch ergeben sich weitere Ansatzmöglichkeiten für die Ausgestaltung von Kooperationen bspw. mit den Hilfen zur Erziehung und den Netzwerken ‚Frühe Hilfen‘. Darin besteht die Chance, noch stärker die alltäglichen Lebenswelten von Familien im gesellschaftlichen Kontext aufzugreifen, „zur Herausbildung von Selbst- 318 tätigkeit, Umweltbeziehungen und Mündigkeit“ (Maykus 2008:85, H. i. O.). Der Vorteil von institutionalisierten Familienzentren liegt darin, dass diese in sozialräumliche Strukturen eingebettet sind und somit Übergänge aktiv gestaltet werden können, ohne ein separates Setting zu schaffen. „Wenn man nicht nur interveniert bei bereits eingetretenen Problemen oder nicht nur etwas für eng umrissene Zielgruppen im Sinne selektiver Prävention tut, sondern präventive Maßnahmen universell anlegt, die für alle Kinder gelten, dann erreicht man nicht nur mögliche gefährdete Gruppen mit höherer Sicherheit, sondern tut automatisch ganz viel für die Bildung aller Kinder. Dann sind sämtliche universell-präventiven Maßnahmen eben nicht nur reine Prävention, sondern ein groß angelegtes Bildungsprogramm, das die gesellschaftliche Rendite insgesamt nochmals erhöht!“ (Stange u. a. 2013:73). Somit bieten, wie in dieser empirischen Forschung deutlich wurde, institutionalisierte Familienzentren eine Möglichkeit, diesem Anspruch gerecht zu werden.

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Zusammenfassung

Einem afrikanischen Sprichwort zufolge benötigt man zur Erziehung eines Kindes ein ganzes Dorf. In den westlichen Gesellschaften sind die Tage solcher „Dorfstrukturen“ jedoch weitgehend gezählt, wodurch sich die erzieherische Verantwortung alleine auf die Eltern konzentriert. Um diesen eine geeignete Stütze anzubieten, bedarf es dringender denn je einer familienfreundlichen Infrastruktur, die neben der Schulung der Erziehungskompetenz auch den Druck nimmt, immer alles „richtig“ machen zu müssen. Familienzentren können solche Anlauforte für Begegnung, Beratung und Bildung im Stadtteil sein und zu einer familienfreundlichen Infrastruktur beitragen. Basierend auf der empirischen Analyse von vier Familienzentren werden deren strukturelle Anforderungen, das methodische Handeln der Mitarbeitenden sowie der konkrete Nutzen für Familien dargestellt. Sozialarbeiter*innen erhalten so einen Einblick in die Arbeitsweise von Familienzentren und finden darüber hinaus theoretische Begründungen für deren Notwendigkeit.