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Vorwort des Autors in:

Matthias Gille

Der koptische Papst Schenuda III., page 13 - 14

Beobachtungen zu Theologie und Biografie

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-3839-0, ISBN online: 978-3-8288-6680-5, https://doi.org/10.5771/9783828866805-13

Series: Anwendungsorientierte Religionswissenschaft, vol. 11

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
13 Vorwort des Autors Meine koptische Frau Maggie, die ich im Jahr 2009 in meiner Studienzeit in Kairo (2008-2010) kennenlernte, und ihre Schwester Marianne berichteten mir immer wieder begeistert von ihrem koptischen Papst Schenuda1 III. Ich hatte bis dahin schon vier Jahre Theologie studiert und auch von der herausragenden Bedeutung der Kirche Alexandriens in der frühen Christenheit gehört. Richtig bewusst war mir bis dahin aber trotzdem nicht, dass es neben dem römisch-katholischen Oberhaupt noch einen weiteren Kirchenführer gibt, der sich Papst nennt, und das inmitten einer mehrheitlich islamisch geprägten Gesellschaft. Meine Frau und ihre Schwester führten mich durch verschiedene historische koptische Kirchen, die sie als ehrenamtliche Kirchenführerinnen in- und auswendig kannten. Einmal nahmen sie mich auch zu den wöchentlichen Treffen mit Seiner Heiligkeit Papst Schenuda III. in die randvoll gefüllte Markuskathedrale in Kairo mit. Auch wenn ich damals noch nicht sehr viel von der koptischen Kirche und von der Person des Kirchenführers wusste, weckten ihre begeisterten Erzählungen mein Interesse für diesen Patriarchen, der nicht nur Massen anzog, sondern diese auch Woche für Woche die Bibel lehrte und auf deren schriftliche Fragen öffentlich antwortete. Da ich in meiner Ägyptenzeit vor allem mit Arabisch Lernen beschäftigt war, freute es mich nun umso mehr, mich im Rahmen einer Staatsarbeit, mit dieser Person genauer auseinandersetzen zu können. Mein Dank gilt allen Personen, die mich bei dieser Arbeit unterstützt haben: Zunächst danke ich meiner Frau Maggie, die mein Interesse für dieses Thema geweckt, mir beim Verständnis der arabischen Quellen geholfen und dazu meine Nachtschichten geduldig ertragen hat. Ihr ist dieses Buch gewidmet. Bei Volker Manz möchte ich mich herzlich bedanken für seine außergewöhnliche Hilfe, v.a. bei der Literatursuche sowie der Korrektur der Fußnoten. Anne Kiefel sei herzlich für ihre wertvollen Rechtschreibkorrekturen gedankt, aber auch Judith Demmer, Joachim Paesler und meinem Bruder Manuel, die jeweils Teile oder Vorversionen durchgesehen haben. Auch meine Schwägerin Marianne Fawzy verdient besonderen Dank für ihre Kontakte, Internetquellen 1 Die offizielle Transkription des arabischen Namens شنودة ist Šinūda. Allerdings kursieren zahlreiche andere Transkriptionen, die teilweise auf die koptische Transkription Bezug nehmen (u.a. Schenute, Schenuti oder Schenouda). Im Englischen ist meist „Shenouda“ üblich. Zur besseren Lesbarkeit wird hier in der gesamten Arbeit die vereinfachte deutsche Umschrift „Schenuda“ verwendet. 14 sowie die Übersetzung eines Gedichtes. Ebenso mein Vater, der nicht nur ermutigt und Korrektur gelesen, sondern mich von anderen wichtigen Aufgaben befreit hat. Danksagen möchte ich weiterhin allen Interviewpartnern, allen voran Anba Būlā sowie Cornelis Hulsman, aber auch Bischof Damian (Damyān) und einem weiteren koptischen Geistlichen, der nicht namentlich genannt werden möchte. Vivianne und Timo Lesnik, Nashwa Amer, Sherry Ishak sowie unser ehemaliger Nachbar Dieter haben mir ebenfalls weitergeholfen durch Gespräche und Rückmeldungen. Meinen Professoren der Universität Siegen danke ich in vielfacher Hinsicht: Besonders meiner Betreuerin Prof‘in Dr. Veronika Albrecht-Birkner für die Gewährung einer Verlängerung, der mehrfachen Beratung und nicht zuletzt der Unterstützung im Hinblick auf die Veröffentlichtung. Prof. Dr. Thomas Naumann ist hier im gleichen Atemzug zu nennen. Eine Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft sowie das damit verbundene Aufgabenprofil war keine Selbstverständlichkeit und half immens bei der Überarbeitung dieser Staatsarbeit. Prof. Dr. Georg Plasger sei gleichermaßen für seine Beratung und sein Feedback gedankt. Prof. Dr. Wolfram Reiss von der Universität Wien verdient besonderen Dank in mehrfacher Hinsicht: Im Vorfeld half er durch Literaturlisten und Kontakte und im Nachhinein durch die tatkräftige und persönliche Unterstützung bei der Veröffentlichung, die mit Hilfe von Eva Ritt in das passende Verlagsformat gebracht wurde. Schließlich bin ich dankbar und geehrt, dass der Evangelische Bund Westfalen/Lippe mir für diese Arbeit den Hochschulpreis für ökumenische Theologie und Konfessionskunde 2015 verliehen hat. Last but not least sei ein Dankgebet aus der koptischen Liturgie zitiert: „Laßt uns danksagen dem Wohltaten spendenden und erbarmungsreichen Gott, dem Vater unseren Herrn Gottes und Erlösers Jesus Christus. Denn er hat uns beschützt, geholfen, bewahrt, angenommen, mit Erbarmen bedacht, gestärkt und bis zu dieser Stunde gelangen lassen.“ 2 Wiesloch, im November 2016 Matthias Gillé 2 Basilius 2001, 4.

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Zusammenfassung

Papst Schenuda III. zählt zu den wichtigsten Kirchenführern der arabischen Welt im 20. Jahrhundert. Er verstarb am 17. März 2012 im Alter von 88 Jahren. Seine Biografie und Theologie haben die Koptisch-Orthodoxe Kirche über 40 Jahre hinweg maßgeblich geprägt. 1990 erhielt er eine Ehrenpromotion der Universität Bonn sowie 2011 den Augsburger Friedenspreis. Matthias Gillé wirft nach einer kurzen Einführung zur koptischen Kirche einen Blick auf das Leben des großen Kirchenführers und entfaltet sodann die Christologie und Soteriologie Schenudas III., die für die ökumenischen Dialoge der Orientalisch-Orthodoxen Kirchen mit westlichen und östlichen Kirchen von zentraler Bedeutung waren. Das Buch richtet sich an Theologen, Historiker, Religionswissenschaftler und all jene, die sich für die Christen in Ägypten interessieren. Für das Verständnis der jüngeren Entwicklungen innerhalb der Koptisch-Orthodoxen Kirche und ihrer Position im ökumenischen Dialog ist die Beschäftigung mit Papst Schenuda III. unerlässlich.