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Einführung in:

Mechthild Duppel-Takayama

Das "Fließen der Assoziationen" im Erzählwerk von Kawabata Yasunari (1899-1972), page 11 - 24

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-3901-4, ISBN online: 978-3-8288-6673-7, https://doi.org/10.5771/9783828866737-11

Tectum, Baden-Baden
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11 Einführung Obwohl japanische Literatur bereits seit den 1950er Jahren vor allem im angelsächsischen Raum, aber auch in Deutschland in Übersetzungen vorliegt, wurde sie über lange Zeit von der westlichen Literaturwissenschaft eher vernachlässigt. Man betrachtete die Erzähltexte vor allem als exotisch und sah sie kaum als eigenständige Kunstwerke, sondern vielmehr als Vehikel zum Verständnis einer fremden Kultur. Erst in den 1990er Jahren veränderte sich die Situation allmählich infolge einer verstärkten Übersetzungstätigkeit im Zusammenhang mit dem Schwerpunktthema Japan auf der Frankfurter Buchmesse 1990 und der Verleihung des Literaturnobelpreises an Ōe Kenzaburō 大江健 三郎 (geb. 1935) im Jahr 1994. Die Präsenz japanischer Literatur beim Fachpublikum nahm zu, sie ist inzwischen in allen ihren Formen verfügbar und ermöglicht eine Auseinandersetzung auf ganzer Bandbreite sowohl mit Werken der Klassik als auch mit der literarischen Avantgarde. Besonders der überwältigende Erfolg des Autors Murakami Haruki 村上春樹 (geb. 1949) trug dazu bei, dass sich die Rezeption japanischer Literatur in Deutschland nicht nur quantitativ steigerte, sondern auch sukzessive inhaltlich veränderte und heute nicht mehr in erster Linie im Kontext der Herkunftskultur vorgenommen wird. Dies ist im Falle von Murakami offensichtlich durch die Tatsache bedingt, dass er für ein globales Publikum schreibt und seine Texte sich – anfangs zur deutlich artikulierten Enttäuschung der Rezensenten1 – meist nicht eindeutig in Japan lokalisieren lassen. Doch die Tendenz zu weniger exotisierender 1 Etwa Wieland Freund: »Japan liegt im Westen. Kein Ikebana, kein Tenno. Baseballkappen statt dessen und Cola aus der Dose.« (Erst der Kater, dann Kuniko. In: Die Welt v. 27. 2. 1999) oder Thomas Rothschild: »Die Welt wird immer kleiner. Auch in der Literatur. Alles, fast alles ist uns mittlerweile Wahrnehmung betrifft auch die Literatur der übrigen japanischen Gegenwartsautoren. Völlig anders waren die Bedingungen im Jahr 1968, als die Literatur Japans mit der Verleihung des Nobelpreises an Kawabata Yasunari 川端 康成 (1899–1972) zum ersten Mal, wenn auch nur vorübergehend, in den Mittelpunkt der literarischen Öffentlichkeit im Westen rückte. Bemerkenswerterweise hat sich die Betrachtung Kawabatas und seiner Literatur über die Jahre jedoch kaum verändert. Damals wie heute galt er als »japanischer Traditionalist«,2 wobei der diffusen Bezeichnung »traditionell« keine eindeutige Definition zugrunde liegt, sondern ganz offensichtlich der Versuch, einen literarischen Stil zu benennen, der im Westen keine Entsprechung hat. Bei diesem »japanischen Stil« heben westliche Kritiker tendenziell zwar die Sensibilität und eine subtile Ästhetik hervor,3 bezeichnen die Erzählungen Kawabatas jedoch als formlos oder zumindest »eigenartig strukturiert«4 und weisen darauf hin, dass die Handlung nicht durchgehend straff und logisch konstruiert sei, der Höhepunkt fehle und eine Lösung am Schluss ebenfalls nicht zu erkennen sei.5 zugänglich. Nichts ist uns fremd. Schön. Schade.« (Eros und Tod. Klingt ein bisschen nach Casablanca. In: Freitag v. 26. 5. 2000). 2 So stellt Hisako Matsubara den Preisträger in der Zeit am 25. 10. 1968 mit den Worten vor: »Yasunari Kawabata wird als großer traditioneller Erzähler angesehen.«, und Irmela Hijiya-Kirschnereit konstatiert 31 Jahre später, Kawabata sei »allzu lange als Repräsentant einer vorwiegend traditionsorientierten, ästhetizistischen Prosa gehandelt« worden. (Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27. 11. 1999). 3 Ein Beispiel von vielen ist Ralph-Rainer Wuthenow, der Kawabatas Literatur beschreibt mit: »Diese Erzählungen sind fremdartig, sind schön, auf reizvolle Weise sinnlich und zugleich unheimlich.« (Raffiniertes Spiel. In: Die Zeit v. 11. 4. 2001). 4 Edward Seidensticker 1963 in dem Aufsatz Strangely Shaped Novels, wobei diese Formulierung allerdings keine Kritik Seidenstickers darstellt, sondern auf die grundsätzliche Andersartigkeit der Literatur Kawabatas hinweisen soll. 5 Einschätzungen dieser Art lassen sich im deutschsprachigen Feuilleton seit den 1970er Jahren bis in die Gegenwart nachweisen. Vgl. u.a. Ralph-Rainer Wuthenow: Vom Verschweigen, vom Versagen, vom Dasein. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21. 3. 1970 (zu Ein Kirschbaum im Winter); Kläre Warnecke: Bäume, Berge, Zeichen der Rache. In: Die Welt v. 23. 7. 1988 (zu Schönheit und Trauer); Brigitte Haberer: Ein Muster freier Linien. In: Süddeutsche Zeitung v. 2./3. 10. 1990 (zu Handtellergeschichten); Jürgen Theobaldy: 12 Mechthild duppel-takayaMa: das »Fliessen der assoziationen« Damit wird die Literatur Kawabatas nicht nur als grundlegend anders geartet eingestuft, sondern sie wird in eurozentristischer Manier mit westlichen Vorstellungen davon beurteilt, welchen Erwartungen und Ansprüchen ein Prosatext zu genügen hat. Ihre Akzeptanz erstreckt sich lediglich auf thematische und stilistische Elemente: Diese Komponenten machen die leicht fassliche, gut einzuordnende und somit durchaus willkommene »Oberflächenexotik« aus. Tiefer gehende »Exotik«, also strukturelle Andersartigkeit, wird kaum als Tatsache anerkannt, sondern als Störfaktor gewertet und abgelehnt auf der Basis westlicher erzähltheoretischer Kenntnisse. Im Mittelpunkt der vorliegenden Untersuchung steht Kawabata Yasunari nicht nur wegen seiner – verglichen mit anderen japanischen Autoren und Autorinnen – relativ frühen und umfangreichen Rezeption im westlichen Ausland, sondern auch aufgrund seiner Reputation und der Akzeptanz seines Gesamtwerkes in Japan. Zeit seines Lebens spielte Kawabata eine hervorragende Rolle im Literaturbetrieb seines Landes. Bereits in jungen Jahren war er Begründer und Mitherausgeber verschiedener Literaturzeitschriften und engagierte sich in literarischen Gruppen. Später stand er jahrzehntelang dem Japanischen PEN-Club vor, fungierte darüber hinaus auch als Vizepräsident des Internationalen PEN-Clubs, war Mitglied der Japanischen Akademie der Künste, erhielt zahlreiche renommierte Literaturpreise und förderte junge Schriftsteller wie Mishima Yukio 三島由紀 夫 (1925–1970). In seinen Werken war er der zeitgenössischen Moderne – vor allem während seiner experimentellen Phase in den 1920er Jahren – ebenso verbunden wie der Tradition klassischer Prosa und Lyrik, von der er sich etwa zu seinen »Handtellergeschichten« (tanagokoro no shōsetsu 掌 の小説) anregen ließ. Er gilt heute in Japan als ein Klassiker, dessen Erzählungen auch zum Kanon der Schullektüre gehören, weil er es nach allgemeiner Auffassung verstand, literarische Traditionen in der Moderne fortzuführen und weiterzuentwickeln. Aus dem Handteller. In: Frankfurter Rundschau, Weihnachten 1999 (Sammelrezension); Ludger Lütkehaus: Tokios Herz und Menschenmarkt. In: Süddeutsche Zeitung v. 22./23. 1. 2000 (zu Die Rote Bande von Asakusa). einFührung 13 I. Forschungsstand Trotz vielfacher Kritik an der »japanischen Erzählweise«, die sich nicht in das Schema des europäisch-amerikanischen Literaturverständnisses einzufügen scheint (und ungeachtet der mittlerweile, wie oben erwähnt, recht großen Zahl von Übersetzungen), gibt es bis heute keine eingehende wissenschaftliche Untersuchung der Struktur japanischer Erzählprosa: Dies nicht nur im Westen,6 sondern auch in Japan selbst, wo sich literaturwissenschaftliche Studien bekanntermaßen vorzugsweise mit inhaltlichen Aspekten und der Person des Autors oder der Autorin befassen.7 Dies trifft in gleichem Maße auf Kawabata Yasunari zu. Annähernd der gesamte Bestand an japanischer Sekundärliteratur – überwiegend in den 1970er und 1980er Jahren erschienen – lässt sich in drei Gruppen aufteilen: Werkauslegungen (sakuhinron 作品論, sakuhin kenkyū 作品研究), thematische Studien (Kawabata Yasunari to/no… 川端康 成と/の) und biographische Darstellungen (hito to sakuhin 人と作品). Besonders zahlreich sind die Werkauslegungen, wobei meist nicht eine Monographie einer einzelnen Erzählung gewidmet ist, sondern mehrere Erzählungen gleichzeitig untersucht werden.8 Diese Untersuchungen beziehen sich wie erwähnt vornehmlich auf den Inhalt, und auffallend häufig wird die Frage nach Modellen oder konkreten Vorbildern für die fiktiven Personen gestellt. Oftmals wird bei den Interpretationen auch der Versuch unternommen, bestimmte Aspekte aus der Biographie Kawabatas heraus zu erklären in der Annahme, die Erzählungen stellten Abbilder der Erlebnisse des Autors dar oder hätten zumindest ihren Ausgangspunkt in biographischen Gegebenheiten (was trotz anders lautender Kommentare Kawabatas nicht immer auszuschließen ist). Diese Tendenz zu eher spekulativ-interpretierender als systematischer Betrachtungsweise wird auch in den wenigen Aufsätzen zur Struktur (kōsei 構成) etwa bei den Erzählungen Yukiguni 雪 国 (Schneeland, 1935–1947) oder Yama no oto 山の音 (Ein Kirschbaum 6 Als eine der wenigen Einzeluntersuchungen ist Irmela Hijiya-Kirschnereits Mishima Yukios Roman »Kyōko-no-ie« – Versuch einer intratextuellen Analyse (Wiesbaden 1976) zu nennen. 7 vgl. Starrs 1998, S. 3. 8 Beispiele dafür sind Hasegawa 1984, Hyōdō 1988, Kobata 1992, Nakamura 1978, Tsuruta 1988. 14 Mechthild duppel-takayaMa: das »Fliessen der assoziationen« im Winter, 1949–1954) deutlich,9 die sich in ihrer essayistischen Form stark von einer Strukturanalyse nach westlichen Methoden unterscheiden und aus diesem Grund nicht als Modell für die Vorgehensweise in der vorliegenden Arbeit dienen können. Die thematischen Studien befassen sich häufig mit Kawabatas Verbindung zur japanischen kulturellen Tradition und Ästhetik10 und mit seiner »Welt«, die in mehreren Veröffentlichungen auch als »Dämonenwelt« (makai 魔界) bezeichnet wird.11 Daneben finden sich Publikationen zu Kawabatas Beeinflussung durch den Buddhismus.12 Verhältnismäßig selten sind indes Untersuchungen, die sich mit dem Stil des Autors beschäftigen.13 Die Biographien schließlich bieten in gewisser Weise das Gegenstück zu den biographisierenden Werkauslegungen: Sie untersuchen den Lebenslauf Kawabatas in intensiver Verbindung zu seinem Werk, indem biographische Ereignisse und Entwicklungen mit Zitaten aus Kawabatas Erzählungen kommentiert und ergänzt werden, denen dadurch wiederum autobiographischer – und nicht fiktionaler – Charakter beigemessen wird.14 Das bedeutet aber, dass diese Studien für eine kritische Lebensschau nur bedingt geeignet sind. In westlichen Sprachen existierte, abgesehen von Thomas E. Swanns Dissertation A Study of Kawabata’s Major Works (1975) und Yuko Brunets Abhandlung Naissance d`un écrivain. Étude sur Kawabata Yasunari (1982), lange Zeit keine umfassende Monographie zu Kawabata. Die dagegen relativ zahlreichen Artikel in Zeitschriften und Sammelbänden zur modernen japanischen Literatur weisen bereits durch ihre Titel auf das vorherrschende Forschungsinteresse hin: Tradition versus 9 Zu Yukiguni vgl. Kawamura 1969, Ueda 1979; zu Yama no oto Brunet 1973, Hasegawa/Tsuruta 1980; außerdem Hasegawa 1984, Ōta 1974 sowie Tachibana 1981. 10 z. B. Hatori 1990, Hayashi 1991, Kobayashi Ichirō 1982, Shinoda 1967, Takeda/ Takahashi 1978, Yoshimura 1968. 11 Etwa von Fujio 2015, Hara 1987, Hatori 1987 (bezogen auf Mizuumi), Morimoto 2014 und Tomioka 2014 sowie in der Publikation Makai no hōkō der Kawabata bungaku kenkyū kai 1981. 12 Hierzu gehören Imamura 1991 und Kobayashi Yoshihito 1988; Kawabatas Beziehung zur Bibel untersucht Takeda 1971. 13 vgl. Kataoka 1987, Saeki 1967 und auch Saigusa 1975. 14 z. B. Hatori 1979 u. 1976–1981, Satō 1980, Shindō 1969. einFührung 15 modernity (Brown 1988), the cultural tradition (Buckstead 1976), the quality of feeling (Harrington 1970), form and feeling (Schmidt 1971), harmony and conflict (Takeda 1977). Die erste umfangreiche Untersuchung auf Englisch, Soundings in time, veröffentlichte Roy Starrs 1998. Er beschreibt darin in chronologischer Reihenfolge fünf Phasen von Kawabatas literarischem Schaffen, wobei er jeweils für die entsprechende Phase charakteristische Werke mit der Methode des Close Reading betrachtet: In der ersten Phase ab 1914, die Starrs als »period of ›self discovery‹«15 bezeichnet und eng an biographische Umstände anlehnt, Jūrokusai no nikki 十六歳 の日記 (Tagebuch eines Sechzehnjährigen, 1925) und Izu no odoriko 伊 豆の踊り子 (Die Tänzerin von Izu, 1926). Für die zweite Phase (Mitte 1920er Jahre bis Mitte 1930er Jahre), der »period of ›experiment and expansion‹«,16 analysiert er Kawabatas Beeinflussung durch die westliche literarische Moderne, speziell der Joyceschen Stream of Consciousness-Technik, sichtbar in Suishō gensō 水晶幻想 (Träume im Kristall, 1931). In der dritten Phase (Mitte 1930er Jahre bis Mitte 1940er Jahre), »early maturity«,17 sieht Starrs am Beispiel von Yukiguni eine Rückkehr Kawabatas zu traditionellen literarischen Techniken, die jedoch moderne ebenso einbinden. Dies begründet er anhand der Untersuchung von Juxtapositionen »on all levels of the novel, techniques familiar from traditional Japanese genres such as haiku but also from Western modernist poetry and fiction.«18 Darüber hinaus beschäftigt sich Starrs an dieser Stelle mit der männlichen, »narzistischen« Hauptperson im Zusammenspiel mit der weiblichen Hauptperson; ein Zusammenspiel, das er als Hauptthema in Kawabatas gesamtem Werk bezeichnet, nämlich »the ceaseless attempts of his male heroes to free themselves from their alienation and egotism and to achieve a kind of monistic state of grace by a purifying contact with a beautiful, virginal girl.«19 In der vierten Phase, »late maturity«,20 von Starrs nach dem Zweiten Weltkrieg angesetzt, untersucht er zunächst Sembazuru 千羽鶴 (Tausend Kraniche, 15 Starrs 1998, S. 2. 16 ebd. 17 ebd. 18 Starrs 1998, S. 4. 19 Starrs 1998, S. 218. 20 Starrs 1998, S. 3. 16 Mechthild duppel-takayaMa: das »Fliessen der assoziationen« 1952) und Meijin 名人 (Meijin, 1954) als Manifestationen der schwermütigen Stimmung Kawabatas in der Nachkriegszeit sowie als psychologische Studien. Ebenfalls zu dieser Phase rechnet Starrs Yama no oto, bei dem er den inhaltlichen Aspekt der Zeit in Kontrast setzt zu dem Zeitverlauf in Marcel Prousts À la recherche du temps perdu (1913–1927). Die fünfte Phase schließlich, »post-maturity«,21 sieht Starrs einerseits als eine Periode des Niedergangs in Kawabatas literarischem Schaffen, gleichzeitig erkennt er jedoch eine »dark florescence«22 in Nemureru bijo 眠れる美女 (Die schlafenden Schönen, 1961) und Kataude 片腕 (Ein Arm, 1964), die er im Vergleich mit Fjodor M. Dostojewskis Schuld und Sühne (1866) untersucht. Dennis Washburn kritisiert Starrs` Ausführungen als »relativist version of the method of the New Criticism«, bei der die Werke tendenziell als »autonomous rhetorical artifacts« betrachtet und ein idealisierter Kawabata-Leser postuliert werde, »whose sensitivity and common sense stand as the authority grounding specific interpretations.«23 Gleichwohl bilden die Überlegungen Starrs` zu Aspekten der Form in Kawabatas Literatur, die er im Zusammenhang mit Yama no oto anstellt, eine instruktive Grundlage für die Diskussion der Frage nach Kawabatas Beeinflussung durch die klassischen Literaturformen haiku 俳句 und renga 連歌.24 Mit Kawabata, le clair-obscur von Cécile Sakai erschien im Jahr 2001 eine weitere Monographie zu Kawabata.25 Der im Titel verwendete Antagonismus wird im Untertitel konkretisiert und benennt dort die Hauptthese der Arbeit, nämlich dass Kawabatas Literatur »une écriture de l`ambiguïté« sei. Diese Ambiguität (womit aimai-sei 曖昧性 übersetzt wird) stellt Sakai in der Einführung als eine Konstante in der japanischen Literatur seit der Klassik dar: Kürze, Ellipsen und Vieldeutigkeit (polysémie) seien ein fester Bestandteil der klassischen japanischen Literatur, besonders der kurzen Gedichtformen, und bewirkten zahlreiche 21 ebd. 22 ebd. 23 Washburn in seiner Rezension der Publikation in The Journal of Japanese Studies, Vol. 27, No. 2, Summer 2001, S. 441–446, hier S. 443. 24 vgl. hierzu Teil 1, I. 3. haiku und renga. 25 Der folgenden Besprechung liegt die überarbeitete 2. Auflage von 2014 zugrunde. Vgl. hierzu auch die Rezension von Roy Starrs in The Journal of Japanese Studies, Vol. 29, No. 1, Winter 2003, S. 230–234. einFührung 17 Ambiguitäten auf syntaktischer wie lexikalischer Ebene.26 Die Uneindeutigkeit in der Literatur Kawabatas analysiert Sakai in vier Teilen. Sie beginnt mit »Le récit lacunaire«, der unvollständigen Erzählung, wo sie u.a. am Beispiel von Yukiguni auf narrative Auslassungen hinsichtlich der Beziehung zwischen den Protagonisten oder der Ursachen bestimmter Ereignisse hinweist ebenso wie auf Ellipsen in den Dialogen.27 Dazu kämen die häufigen Metonymien – etwa Motive wie Augen und Stimme als Teile des weiblichen Körpers, die die Frau signifizieren, aber fragmentarisch bleiben28 – wodurch der Leser Interpretationen anstellen müsse und als Partner des Autors Teil sei einer »relation productrice d`un effet esthétique.«29 Die zweideutige Erzählung, »récit equivoque«, diskutiert Sakai ebenfalls anhand mehrerer Werke (u.a. Izu no odoriko, Suishō gensō, Nemureru bijo und Koto 古都 [Kyoto oder Die jungen Liebenden in der alten Kaiserstadt, 1962]), in denen sie auch biographische Einflüsse auf Kawabatas Thema der sexuellen Ambiguität erkennt. Die darin enthaltene Koexistenz widersprüchlicher Begierden bilde eine Ambivalenz im Werk Kawabatas, die die Festlegung auf eine einzige analytische Kategorie ausschließe.30 Weitergeführt wird dieser Gedanke der besonderen Individualität des Autors in Bezug auf seinen Stil, der in der japanischen Sekundärliteratur nicht nur wie oben erwähnt wenig thematisiert wird, sondern bekanntermaßen von Mishima Yukio sogar als nicht existent bezeichnet wurde.31 Dazu führt Sakai unter der Überschrift »Le récit paradoxal«, die paradoxe Erzählung, einerseits Beispiele (u.a. aus Sembazuru) für die Verwendung rhetorischer Mittel wie Juxtaposition, Antithese und Disjunktion an. Darüber hinaus untersucht sie Korrekturen, die Kawabata in seinem Manuskript von Yama no oto 26 Sakai 2014, S. 22 f. 27 vgl. Sakai 2014, S. 35 f. 28 vgl. Sakai 2014, S. 37 ff. 29 Sakai 2014, S. 51. 30 vgl. Sakai 2014, S. 81. 31 Mishima nennt Kawabata einen »Autor ohne Stil« (buntai wo motanu shōsetsuka; Mishima 1962, S. 8). Dagegen führt z. B. Saeki Shōichi 佐伯彰一 die »übliche Einschätzung« an, Kawabata habe »einen originellen (yunīku) Stil, der eine wundersame (fushigi) Verbindung zwischen Tradition und moderner Empfindung (kindai kankaku) anzeigt.« (Saeki 1969, S. 307). Auch Kataoka Yoshikazu 片岡良一 vertritt die Meinung, Kawabata besitze »als Stilist eine hervorragende Technik«. (Kataoka 1987, S. 257). 18 Mechthild duppel-takayaMa: das »Fliessen der assoziationen« vorgenommen hatte. Hier sei durch die Streichung von Nomen oder durch Partikel-Änderungen die Unbestimmtheit von Aussagen erhöht worden; die Modifikation der Lexik oder der Transkription erfülle jedoch auch ästhetische Zwecke, weshalb nicht von einem systematischen Verwischen des Inhalts gesprochen werden könne.32 Als systematisch, d.h. absichtsvoll und konsequent von Kawabata konzipiert, betrachtet Sakai dagegen den Beginn und das Ende seiner Erzählungen. Sie stellt im vierten Teil, »Le récit infini«, das scheinbar unendliche Erzählen des Autors angesichts der von jahrelangen Überarbeitungen geprägten Genese vieler seiner Werke (u.a. am Beispiel von Yukiguni und Meijin) vor.33 Aufgrund des Vergleichs verschiedener Textversionen kommt sie zu dem Schluss, dass Kawabata den Beginn seiner Erzählungen zunehmend abstrakt und damit uneindeutig gestaltet bzw. durch direkt einsetzende Handlungen oder Dialoge den Leser ohne Vorbereitung in das »Herz der Geschichte« (»cœur de l`histoire«) stürze.34 Das klassische Initium mit einer Einführung von Personen, Ort und Zeit sei bei Kawabata nahezu nicht zu finden.35 Doch die sorgfältige Konstruktion lasse auch bezüglich des ebenfalls unorthodoxen, offenen Endes der Erzählungen, die immer wieder selbst vom Autor als unvollendet bezeichnet werden,36 darauf schließen, dass der »pacte de lecture« keiner einer Geschichte im traditionellen Sinn sei, sondern einer »histoire sans fin«, deren Auflösung der Phantasie des Lesers überlassen werde.37 Roy Starrs bezeichnet Cécile Sakais Untersuchung als „the first work, whether in Japanese, English, or French, to focus on this important topic [d.i. die Ambiguität bei Kawabata] in such a systematic and comprehensive way“.38 Es bietet eine hervorragende Grundlage für die 32 vgl. Sakai 2014, S. 111 f. 33 vgl. hierzu die Informationen zur »Erscheinungsweise – Entstehungsweise« der analysierten Erzählungen in Teil 3, I. 1. (Yukiguni), II. 1. (Yama no oto) und III. 1. (Mizuumi). 34 vgl. Sakai 2014, S. 131. 35 vgl. Sakai 2014, S. 132. 36 Entsprechende Äußerungen Kawabatas sind zitiert in Teil 3, I. 1. (Yukiguni, S. 90), II. 1. (Yama no oto, S. 122 und 123) und III. 1. (Mizuumi, S. 188). 37 vgl. Sakai 2014, S. 137. 38 Starrs in seiner Rezension der Publikation in The Journal of Japanese Studies, Vol. 29, No. 1, Winter 2003, S. 230–234, hier S. 234. einFührung 19 weitere Kawabata-Forschung im Bereich der inhaltlichen und stilistischen Analyse. Auf Deutsch liegt bisher keine vergleichbare Studie vor. Die einzige Monographie, Richmod Bollingers Dissertation Gegen-Sätze. Der frühe Kawabata als literarischer Rebell und Innovator im Kontext des japanischen Modernismus,39 konzentriert sich auf Kawabatas experimentelle Phase der 1920er bis 1930er Jahre. Unter den kürzeren deutschsprachigen Veröffentlichungen ist nur der Aufsatz Die Assoziation in Yasunari Kawabatas Werk (1972) von Claus M. Fischer zu nennen, der sich ansatzweise mit einer strukturellen Analyse beschäftigt. Darüber hinaus wurden auch auf Englisch lediglich wenige Aufsätze zu schreibtechnischen Aspekten in der Literatur Kawabatas publiziert: Reiko Tsukimuras Theme and Technique in Mizuumi (1973) und The Art of Fiction in the East and West: An Observation on the Technique of Stream of Consciousness in Kawabata Yasunari and James Joyce (1975) sowie Thomas E. Swanns Thematic Structure in Kawabata Yasunari’s Kinjū (1978). Da sie jedoch nicht die Kategorien und Verfahren einer Strukturanalyse verwenden, stellt diese Studie den ersten Versuch einer entsprechenden Untersuchung der Erzählstrukturen bei Kawabata dar. II. Zielsetzung und Vorgehensweise Die vorliegende Arbeit soll dazu beitragen, das erwähnte Forschungsdefizit abzubauen, indem sie mit der Aufdeckung und Erörterung von Erzählstrukturen im Werk Kawabatas dem weiterhin häufig anzutreffenden »Mängelkatalog« – also der Herausstellung nur dessen, was seine Erzählungen im Vergleich zu westlichen Prosatexten nicht leisten oder beinhalten – eine positive Aufstellung von »Vorhandenem« entgegensetzt. Textgrundlage ist die von Yamamoto Kenkichi 山本健吉, Inoue Yasushi 井上靖 und Nakamura Mitsuo 中村光夫 herausgegebene, 35-bändige Gesamtausgabe Kawabata Yasunari zenshū 川端康成全集 (nachfolgend abgekürzt KYZ) des Verlags Shinchōsha aus den Jahren 1980–84. 39 Dissertation an der Freien Universität Berlin 1997. Als Microfiche-Ausgabe erschienen im Tectum-Verlag Marburg 2000. 20 Mechthild duppel-takayaMa: das »Fliessen der assoziationen« In die Thematik eingeführt wird im ersten Teil der Arbeit, der von der Frage nach möglichen kulturspezifischen Besonderheiten von Literatur überhaupt ausgeht und die Einordnung Kawabatas als »Traditionalist« behandelt. Dafür werden zunächst die Verbindungslinien zwischen der Erzählweise Kawabatas und den klassischen japanischen Prosaformen monogatari 物語 (»Langerzählung«) und zuihitsu 随筆 (»Miszellenliteratur«) sowie den Lyrikformen haiku 俳句 und renga 連 歌 (»Kettendichtung«) analysiert. Danach wird die Kategorisierung der modernen Prosaform shōsetsu 小説 untersucht, in der Kawabata seine Erzähltexte verfasste und die keine Entsprechung in der westlichen Gattungspoetik hat. Da sich der Autor zu dieser Form auch theoretisch äu- ßerte, wird festzustellen sein, ob sich daraus eine Definition der shōsetsu ableiten lässt, die die vorläufigen Übersetzungen des Begriffes im Westen (Roman, Erzählung, Kurzgeschichte, Novelle) ersetzen könnte. Der zweite Teil befasst sich mit der Person Kawabatas. Hier gibt eine Beschreibung seines Lebenslaufs Aufschluss über die häufig erwähnte Konfrontation mit dem Tod aller engen Angehörigen schon in den Jugendjahren des Autors und dem Verlust mehrerer Freunde – ein Umstand, der auch als Erklärung für melancholische Aspekte in seinem Schreiben herangezogen wird. Ebenfalls genauer betrachtet wird die Situation Kawabatas als Schriftsteller während der Zeit des Militarismus und im Zweiten Weltkrieg, die offensichtlich Auslöser für seine spätere Hinwendung zur japanischen Tradition war. Daneben wird die Stellung des Autors innerhalb der japanischen Literatur untersucht, die ihn – was Themenwahl und Schreibweise betrifft – zunächst als innovativen Autor und Theoretiker, später als großen Bewahrer literarischer Traditionen sah und – im literarischen Leben – als einen ebenso einflussreichen und unermüdlich tätigen Repräsentanten der Gegenwartsliteratur wie introvertierten Teilnehmer am literarischen Geschehen. Der Blick des Auslands auf den Autor ist ein weiterer Aspekt der biographischen Betrachtung. Hierbei wird die Wirkung Kawabatas als Vertreter japanischer Literatur im Ausland erörtert, wo er erst als Nobelpreisträger auf breiterer Basis wahrgenommen, damit einhergehend jedoch über lange Zeit vorwiegend als Exponent einer »Nationalliteratur« gesehen wurde. Ebenso wie im Zusammenhang mit der Rezeption in Japan stellt sich daran anschließend die Frage, ob und inwiefern sich die Beurteilung des Autors und seines Werkes in den Jahren nach seinem Tod bis heute gewandelt hat. einFührung 21 Den Hauptgegenstand der Studie bilden drei längere Erzähltexte Kawabatas, deren Erzählstruktur im dritten Teil untersucht wird. Diese Texte werden sowohl in Japan als auch im Ausland als repräsentativ für die drei Schaffensperioden des Autors angesehen: Yukiguni 雪 国 (Schneeland, 1935–1947) steht für die frühe Zeit, Yama no oto 山の 音 (Ein Kirschbaum im Winter, 1949–1954) für die mittleren Jahre der Nachkriegszeit und Mizuumi みずうみ (»Der See«, 1954) bereits für die späte Zeit, als Kawabata nochmals mit assoziativen Techniken in der Tradition des Stream of Consciousness experimentierte. Die japanische Literaturwissenschaft spricht bei diesen Werken überwiegend von chūhen shōsetsu 中編小説 (»mittellanger Erzähltext«), wobei sowohl Yukiguni (132 Textseiten in der Gesamtausgabe40) wie das umfangreiche Yama no oto (299 Seiten41) auch als chōhen shōsetsu 長編小説 (»langer Erzähltext«) bezeichnet werden.42 Da die Unterscheidung in tampen shōsetsu 短編小説 (»kurzer Erzähltext«), chūhen shōsetsu und chōhen shōsetsu jedoch lediglich auf der Länge der Texte beruht, ohne Berücksichtigung möglicher inhaltlich-formaler Kriterien,43 kann im vorliegenden Fall von einer gleichen und damit vergleichbaren Form (im Sinne des westlichen Gattungsbegriffes) der drei Erzählungen ausgegangen werden. Die Analyse erfolgt nach Methoden und mit der Terminologie der westlichen Literaturwissenschaft; nicht in der Absicht, nach westlichen Maßstäben zu messen, sondern als Mittel, um das Funktionieren der Texte und ihre Eigengesetzlichkeit aufzuzeigen. Das heißt, es wird keine Interpretation angestrebt, vielmehr werden Komponenten der Textanalyse dazu genutzt, zunächst die den Erzählungen inhärente Struktur zu beschreiben. Der Versuch einer möglichst neutralen Annäherung, der Beschreibung von nachprüfbar Vorhandenem, begründete die Entscheidung, neben der Strukturanalyse (bestehend aus den Elementen Zeitgestaltung und Erzählsituation) nicht auf sämtliche Kategorien der Inhaltsanalyse (nämlich Handlung, Figur und Raum) einzugehen, da diese nur auf der Basis einer Interpretation der Texte geleistet werden 40 KYZ Bd. 10, S. 9–140. 41 KYZ Bd. 12, S. 243–541. 42 Dies sogar teilweise in derselben Veröffentlichung, z. B. im Lexikonartikel von Miyoshi/Asai 1981, S. 65 f. 43 vgl. hierzu Teil 1, II. Die Prosaform shōsetsu. 22 Mechthild duppel-takayaMa: das »Fliessen der assoziationen« kann. Unverzichtbar für das Verständnis der Gesamtuntersuchung erscheint jedoch die einführende Inhaltsangabe des Erzählverlaufs, die selbstredend trotz des Bemühens um objektive Beschreibung immer interpretierenden Charakter hat. Dies trifft ebenso auf die Aussagen im Zusammenhang mit den Motiven zu, deren Bearbeitung auch zu einer Inhaltsanalyse gehören kann. Motive nehmen allerdings – auf der Grundlage einer Unterscheidung in handlungstragende und strukturbildende Motive – eine Position der Mitte zwischen Inhalt und Struktur ein und dienen der Verbindung von Themen ebenso wie der formalen Gliederung, sodass es erkenntnisfördernd scheint, dieses Element in die Analyse aufzunehmen. Als allgemeine theoretische Grundlage dienen das von Karlheinz Stierle entwickelte richtungsweisende Textebenenmodell sowie die davon ausgehenden Erörterungen Jürgen Schuttes.44 Bei der Untersuchung der Zeitgestaltung wird die Terminologie Eberhard Lämmerts verwendet, die neben dem komplexen Modell von Gerard Genette für die Analyse von Zeitstrukturen in Erzähltexten weiterhin Gültigkeit hat.45 Aufgrund fehlender Vorbilder wurde die graphische Darstellung der Zeitgestaltung nach eigenen Überlegungen realisiert. Auf Franz K. Stanzels Erzähltheorie beruht der Begriff der Erzählsituation mit den dazu gehörenden Kategorien. Bei seinem Konzept wird zwar kritisiert, es sei theoretisch nicht stringent genug und stelle eher »eine Art Beschreibungssystem zur Erfassung erzählender Dichtung«46 dar. Doch gerade aus diesem Grund hat es sich allgemein als Instrument der Textanalyse etabliert.47 Die Motivanalyse basiert vornehmlich auf den Forschungsergebnissen Elisabeth Frenzels als Klassikerin der literaturwissenschaftlichen Motivforschung, bezieht sich bei der Einteilung in handlungstragende und strukturbildende Motive jedoch auf die Begrifflichkeit von Robert Petsch. Der Textanalyse vorangestellt ist eine kommentierte Darstellung der Erscheinungsweise der jeweiligen Erzählung. Dieser Aspekt der 44 vgl. hierzu Teil 3, I. 3. Kompositionselemente. 45 So bezeichnet der Germanist Friedmar Apel Lämmerts Bauformen des Erzählens von 1955, inzwischen in der 9. Auflage erschienen, als »bis heute nicht übertroffene[s] Standardwerk«. (Respekt vor dem Poeten. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 5. 5. 2015). 46 Petersen 1993, S. 2. 47 vgl. Vogt 2005, S. 300 f. einFührung 23 Textproduktion wird berücksichtigt in Anlehnung an die produk tions- ästhetische Analyse, die Entstehungsbedingungen und den Entstehungsprozess als vielschichtiges Beziehungsgeflecht sieht, unter anderem zwischen Standort und Interessen des Autors, also seiner Intention, die sich in Komposition und Schreibweise auf den Text auswirkt und gleichzeitig auf die Adressaten zielt mit der Antizipation der Wirkung des Textes sowie deren (vom Autor vermuteten) Erwartungen. Es würde zu weit führen, diesen Komplex umfassend zu behandeln. Zumindest aber wird die zeitliche Abfolge der Veröffentlichungen betrachtet: Da zunächst keiner der Texte als Ganzes, sondern kapitel- oder abschnittsweise in Literaturzeitschriften publiziert und häufig später noch vom Autor umgearbeitet und ergänzt wurde, üben diese äußeren Umstände fast unvermeidlich auch einen Einfluss auf die Struktur der Texte in ihrer Endfassung aus. Im abschließenden Resümee werden die Ergebnisse der Einzelanalysen der Erzählungen zueinander in Beziehung gesetzt mit dem Ziel, Konstanten und auch Entwicklungen in der Erzählstruktur der Literatur Kawabatas zu benennen. 24 Mechthild duppel-takayaMa: das »Fliessen der assoziationen«

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