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IV. Katalog in:

Friederike Schuler

Im Dienste der Gemeinschaft, page 362 - 687

Figurative Wandmalerei in der Weimarer Republik

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-3768-3, ISBN online: 978-3-8288-6657-7, https://doi.org/10.5771/9783828866577-362

Tectum, Baden-Baden
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VI. Katalog 362 KATALOG 363 VI. Katalog VI. Katalog 364 Vorliegender Katalog zur figurativen Wandmalerei in öffentlichen Gebäuden der Weimarer Republik dokumentiert Werke, die in den Jahren 1918–1933 in Deutschland entstanden und nachweisbar sind. Er bildet das dieser Dissertation zugrunde liegende Arbeitsmaterial und ermöglicht es, alle Detailinformationen zu bündeln und auch Werke zu verzeichnen, die im Text nicht oder nur marginal berücksichtigt werden konnten. Es wurde versucht, alle bisher recherchierbaren Projekte möglichst detailliert und umfangreich zu dokumentieren. Aufgrund der mitunter disparaten Materiallage kann jedoch kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden. Für den Katalog wurden nur Werke in öffentlichen Gebäuden berücksichtigt, die in öffentlichem Auftrag entstanden. Wandmalereien im sakralen oder privaten Kontext sind hier nicht eingeschlossen. Weiterhin dient eine strenge zeitliche Eingrenzung auf die Jahre 1918–1933 als Arbeitsgrundlage und Abgrenzung, um einen Kernbestand figurativer Wandmalereien in der Weimarer Republik zu ermitteln. Die textliche Ausarbeitung geht darüber hinaus, um die einzelnen Werke im historischen, zeitgenössischen oder biografischen Kontext darzustellen. Viele der in der Weimarer Republik auf dem Gebiet der Wandmalerei tätigen Künstler konnten bereits auf einige Erfahrungen mit dieser Gattung zurückgreifen, die sie schon zuvor – oftmals in Studienzeiten – gesammelt hatten. So hatten die Brücke-Künstler Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff zu Anfang des Jahrhunderts in Dresden bei Fritz Schumacher Architektur studiert und wurden dort mit dessen Raumkunstideen konfrontiert; in Stuttgart lehrte Adolf Hölzel, der 1914 seine Schüler Willi Baumeister, Oskar Schlemmer und Hermann Stenner zur Ausmalung der Eingangshalle der Kölner Werkbundausstellung heranzog. Um einen von der schriftlichen Ausarbeitung der Dissertation nochmals unterschiedlichen Einblick zu ermöglichen, wurde der Katalog alphabetisch nach Orten bzw. Städten gegliedert. So lassen sich ortsspezifische Zentren schnell erkennen. Innerhalb der Städte folgt die Ordnung in alphabetischer Reihenfolge den Künstlernamen. Sind von einem Künstler mehrere Werke vorhanden, werden sie in der Chronologie ihres Entstehungsdatums genannt. Für jedes Werk werden nach Möglichkeit neben Künstler, Titel, Standort und Datierung die technischen Werkdetails sowie Angaben zu Erhaltungszustand und Auftraggeber genannt. Belegte Originaltitel stehen in Anführungszeichen; Werktitel, die sich im Laufe der Zeit durchgesetzt haben, aber nicht unmittelbar auf den Künstler zurückzuführen sind, sind nicht eigens gekennzeichnet. Wenn kein Titel bekannt ist, wird in Klammern ein beschreibender Behelfstitel zugefügt. Außerdem werden Quellen und Literatur angegeben; die in Kurztiteln genannte Literatur wird im Literaturverzeichnis aufgeschlüsselt. Querverweise verweisen auf weitere Wandbilder und/oder baugebundene Werke desselben Künstlers, auf weitere Wandbilder innerhalb derselben Gebäudetypen oder auf andere Werke zum selben Bildthema. Sofern diese auch in den Untersuchungskorpus fallen, ist in Klammern die jeweilige Katalognummer genannt. Weitere Werke desselben Künstlers sind chronologisch geordnet. Werke im selben Gebäudetyp sind wiederum alphabetisch nach Städten geordnet. Da die Zahl der nachweisbaren Wandbilder in Schulen besonders hoch ist, ist diese Querverweis-Liste im Anschluss an die Einzeleinträge gesammelt angeschlossen. 365 VI. Katalog Hier folgt die Ordnung ebenfalls alphabetisch den Städten, auf zweiter Ebene alphabetisch den Namen der Bauten, um so zugleich eine schnelle Übersicht zu ermöglichen, wenn z.  B. in einer Schule mehrere Werke verschiedener Künstler untergebracht waren. In der abschließenden Beschreibung oder Bemerkung wurden weiterführende Informationen zu Bildinhalt, Komposition oder Entstehungsgeschichte zusammengeführt. Soweit möglich, wird jedes Projekt durch mindestens eine Abbildung dokumentiert. In manchen Fällen können mehrere Fotografien einen umfassenderen Eindruck der gesamten Raumdisposition geben. Auch hier ist die Materiallage jedoch sehr heterogen, wodurch die mitunter sehr unterschiedliche fotografische Dokumentationslage zu erklären ist. Wenn nur wenige Informationen zu einzelnen Projekten vorliegen, verzeichnet der Katalog möglichst detailliert alle bislang recherchierten Details, auch zu Entwurfszeichnungen oder einzelnen Dokumenten. Bei gut dokumentierten Projekten wie beispielsweise dem Folkwangzyklus von Schlemmer muss der Hinweis auf die wichtigste Literatur genügen. 366 Kat. Nr. 1 • Altenburg Kat. Nr. 1 • Altenburg Ernst Müller-Gräfe Kat. Nr. 1.2 • Entwurf „Menschen in der Arbeit“ • Lindenau-Museum, Dauerleihgabe LETTER Stiftung, Köln, Inv. Nr. 2010.237 Kat. Nr. 1.4 • Teilansicht Wandbild „Menschen im Leid“, Sanierungsarbeiten 1990er Jahre • Foto: Lindenau-Museum Kat. Nr. 1.6 • Ecklösung, Sanierungsarbeiten 1990er Jahre • Foto: Lindenau-Museum Kat. Nr. 1.3 • Entwurf „Menschen im Glück“, Lindenau-Museum, Dauerleihgabe LETTER Stiftung, Köln, Inv. Nr. 2010.238 Kat. Nr. 1.5 • Teilansicht Wandbild „Menschen im Glück“, Sanierungsarbeiten 1990er Jahre • Foto: Lindenau-Museum Kat. Nr. 1.1 • Entwurf „Menschen im Leid“ • Lindenau-Museum, Dauerleihgabe LETTER Stiftung, Köln, Inv. Nr. 2010.235 367 Kat. Nr. 1 • Altenburg Titel Zyklus von drei großen Wandgemälden rechte Seitenwand: „Menschen im Glück“ – Die Badenden Stirnwand: „Menschen in der Arbeit“ – Getreideernte und Obsternte linke Seitenwand: „Menschen im Leid“ – Flüchtende und Vertriebene/Gestrandete Standort Lindenau Museum, Treppenhaus Datierung 1911/1919–1922 Technik Kasein-Öl-Malerei auf Putz Maße Zustand 1937 übermalt, bei Sanierungsarbeiten der 1990er– Jahre freigelegt, dokumentiert und wieder mit Tapete überklebt; z. Zt. nicht sichtbar, evtl. Freilegung bei einer nächsten Sanierung geplant Auftraggeber Sachsen-Altenburgisches Ministerium, Abteilung des Innern, Kultusangelegenheiten (Staatsminister von Borries) Quellen und Literatur Presse Edwin Redslob, in: Sächsische Malerzeitung, Thüringisches Staatsarchiv Altenburg Nachlass Ernst Müller-Gräfe Sign. 1-97-0602 Akte des Herzoglich Sächs. Ministeriums, Abteilung für Kultusangelegenheiten zu Altenburg Nr. 9406, Sachsen-Altenburg Ministerium, Abteilung des Innern, Nr. 44 Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar Thüringer Ministerium für Volksbildung, C 1359, Bl. 49/50, Juni/Juli 1937: Anordnung über die Entfernung der Wandbilder im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst“ Entwürfe Lindenau-Museum, Altenburg insgesamt 25 Entwürfe für die rechte Seitenwand: 13 Entwürfe für „Menschen im Glück“ – Die Badenden ohne Titel (Studie zum Wandbild der Badenden), Aquarell, Deckfarbe auf Karton unbezeichnet Ankauf 2005, ermöglicht durch ProLindenau Aquarell, Deckfarbe, Federzeichnung auf Karton bez. u. li.: „Die Badenden“ Entwurf zu dem Wandgemälde im Lindenau-Museum in Altenburg. Rechte bez. u. re.; EM-Gr Ankauf 2005, ermöglicht durch ProLindenau Aquarell und Deckfarbe auf Papier bez. u li.: „Die Badenden“. Entwurf zu einem der drei Wandgemälde im Lindenau Museum in Altenburg. Ankauf 2008, ermöglicht durch ProLindenau Aquarell und Deckfarbe auf Papier bez. u. li.: „Die Badenden“. Entwurf zu einem der 3 Wandgemälde im Lindenau-Museum in Altenburg. Ankauf 2008, ermöglicht durch ProLindenau Aquarell und Deckfarbe auf Papier unbezeichnet Ankauf 2008, ermöglicht durch ProLindenau Aquarell und Deckfarbe auf Papier unbezeichnet Ankauf 2011 368 Kat. Nr. 1 • Altenburg Aquarell und Deckfarbe auf Papier unbezeichnet Ankauf 2011 Aquarell und Deckfarbe auf Papier bez. u. li.: 35 Ankauf 2011 einziger Entwurf dieser Reihe, der in impressionistischer Malweise ausgeführt ist Aquarell und Deckfarbe auf Papier unbezeichnet Ankauf 2011 Aquarell und Deckfarbe auf Papier unbezeichnet Ankauf 2011 Aquarell und Deckfarbe auf Papier unbezeichnet Ankauf 2011 Entwurf für Menschen im Glück – Die Badenden I, Gouache und Bleistift und Tusche auf chamoisfarbenem Maschinenvelin bez. u. links: die Badenden Länge der Wand ca. Seit 2010 Dauerleihgabe der LETTER Stiftung, Köln Entwurf für Menschen im Glück – Die Badenden I, Gouache über Bleistift und Tusche auf chamoisfarbenem Maschinenvelin bez. u. li.: 30 [/] Die Badenden. Entwurf zu einem der drei Wandgemälde im Museum (Lindenau-Museum) bez. rechtes Bildfeld u.: EM-Gr Seit 2010 Dauerleihgabe der LETTER Stiftung, Köln für die Stirnwand: 7 Entwürfe für „Menschen in der Arbeit“ – Wand der Ernten (Obst- und Getreideernte) Aquarell und Deckfarbe auf Papier bez. u. li.: Die Wand der Ernten (Obst- und Getreideernten) Entwurf zu einem der 3 Wandgemälde im Lindenau Museum in Altenburg [der Wand] [/] Ankauf 2008, ermöglicht durch ProLindenau Aquarell und Deckfarbe auf Papier bez. u. li.: 24, „Die Wand der Ernten“, Aquarellentwurf zu einem der drei Wandgemälde im Lindenau - Ankauf 2008, ermöglicht durch ProLindenau Aquarell und Deckfarbe auf Papier unbezeichnet Ankauf 2008, ermöglicht durch ProLindenau Aquarell und Deckfarbe auf Papier unbezeichnet Ankauf 2011 Aquarell und Deckfarbe auf Papier unbezeichnet Ankauf 2011 Entwurf für Menschen in der Arbeit – Getreide- und Gouache mit etwas Deckweiß über Bleistift auf chamoisfarbenem Maschinenvelin bez. u. li.: Die Obst- und Getreideernte Länge der Seit 2010 Dauerleihgabe der LETTER Stiftung, Köln Entwurf für Menschen in der Arbeit – Getreide- und Gouache und schwarze Kreide über Bleistift auf chamoisfarbenem Maschinenvelin bez. u. li.: 25 [/] Entwurf zur „Wand der Ernten“. 369 Kat. Nr. 1 • Altenburg Wandgemälde im Treppenhaus des Lindenau-Muse- bez. u. re.: EM-Gr. Seit 2010 Dauerleihgabe der LETTER Stiftung; Köln für die linke Seitenwand: 5 Entwürfe für „Menschen im Leid“ – Flüchtende und Gestrandete Aquarell und Deckfarbe auf Papier bez. u. li.: 26, Die Flüchtenden. Entwurf zu einem der drei Wandgemälde im Lindenau Museum in Altenburg [/] Eingang zur Gemäldesammlung; Länge der Ankauf 2008, ermöglicht durch ProLindenau Entwurf für Menschen im Leid – Flüchtende und Gouache über schwarzer Kreide auf chamoisfarbenem Maschinenvelin Bez. u. li.: 33 Seit 2010 Dauerleihgabe der LETTER Stiftung, Köln Entwurf für Menschen im Leid – Flüchtende und Gouache über Bleistift auf chamoisfarbenem Maschinenvelin unbezeichnet Seit 2010 Dauerleihgabe der LETTER Stiftung, Köln Ölskizze über Bleistift auf Karton (3. Fassung) bez. u. li.: 22 bez. u. re.: EM-Gr Entwurf zu den Gestrandeten (III. Fassung) Ankauf 2005, ermöglicht durch ProLindenau Ölskizze über Bleistift auf Papier bez. u. re.: E. M.-Gr. Fassung III der Gestrandeten Ankauf 2008, ermöglicht durch ProLindenau Querverweise Weitere Wandbilder von Ernst Müller-Gräfe 1922 Zeitz, Rathaus: Prometheus-Gemälde (Tondo in Wandverkleidung eingepasst) 1925 Annaberg, Heldengedächtniskapelle St. Annen: Wandgemälde 1928/29 Altenburg, Krematorium: Kuppelfresko „Totentanz“ (Alternativtitel: „Die Auferstehung der weitere Wandbilder in Altenburg: Lehrlingsheim des Nähmaschinenwerks, Pionierheim, Kinderheim, Lehrerbildungsinstitut Weitere Wandbilder in Museen ERFURT, Städtisches Museum: Erich Heckel, „Die Charles Crodel, Türfüllungen im Rokokoraum der ESSEN, Museum Folkwang: Willi Baumeister, Wandbildentwurf für Rotunde des Museumsneubaus, die Ausmalung von Festsaal und Rotunde, 1928 Entwürfe für die Ausmalung des Festsaales, Folkwang-Zyklus im Brunnensaal, 1928–1931 HALLE, Museum für Vorgeschichte: Paul Thiersch mit Schülerinnen, Wandmalereizyklus im Treppen- HAMBURG, Kunsthalle: Dorothea Maetzel-Johannsen, Vier Stillleben im Vorsaal zum Vortragsraum, Geschichte: Otto Fischer-Trachau, Entwurf für ein KÖLN, Kunstgewerbemuseum: Franz Wilhelm Seiwert, „Die Welt der Arbeit” (Glasfensterentwurf), 1930/31; Rheinisches Museum: Richard Seewald, KREFELD, Kaiser Wilhelm Museum: Johan Thorn LEIPZIG, Grassi Museum: Otto Fischer-Trachau, Wandbild, Farbgestaltung von Saal und Treppen- MÜNCHEN, Deutsches Museum: Claus Bergen, Diez, „Wissenschaft und Technik vom Fortschritt Hans W. Schmidt, „Die Herstellung des Schreibgrun- OLDENBURG, Oldenburgisches Landesmuseum im Schloss: Karl Schmidt-Rottluff, Wandbildentwurf, Wandbilder in Museen außerhalb Deutschlands (ohne Katalogeintrag) HELSINKI, Nationalmuseum: Akseli Gallen-Kallela mit Sohn Jorma Gallen, Kuppelausmalung der Eingangshalle, 1927/28 Museum: Marc Chagall, Wandmalereizyklus, 1922 PHILADELPHIA, The Barnes Foundation: Henri Matisse, „Der Tanz”, 1932 370 Kat. Nr. 1 • Altenburg Beschreibung/Bemerkung Müller-Gräfe hatte den Auftrag für die Ausmalung des oberen Treppenhaus-Geschosses aufgrund seiner ersten, impressionistischen Kartons bereits 1911 erhalten und war 1913 mit dem Großen Sächsischen Auftragserteilung mussten seine Entwürfe jedoch von der Verwaltungskommission der Lindenau-Zachschen Stiftung bewilligt werden. Diese erste Bewilligung war bereits im November 1909 erfolgt. 1914, noch vor Ausbruch des Krieges, setzte er Teile der ersten Fassung auf der Wand um. Bei seiner Einberufung zum Kriegsdienst im darauffolgenden Jahr waren die beiden Werke auf den Seitenwänden – Menschen im Glück und Menschen im Leid – bereits fertiggestellt. Nach Kriegsende überarbeitete er diese Fassung jedoch grundlegend und kam bis 1922 zur schließlich endgültig ausgeführten Form dreier nach links): Menschen im Glück – Menschen in der Arbeit – Menschen im Leid. Auch wenn also entscheidende Vorarbeiten bereits in der Zeit vor 1918 stattgefunden hatten, ist dieser Zyklus zum Untersuchungsbestand zu zählen, da die Republik fällt. Auf seinen großformatigen Werken stellte Mül- onistisch abstrahierten und starkbunten Umgebung dar. Er schilderte verschiedene Lebensphasen, die in der Tradition der Lebenszyklen gelesen werden müssen. Die Badenden dienen als Symbole für einen paradiesischen Urzustand, Menschen bei der Arbeit symbolisieren die aktive und tatkräftige Zeit des Lebens und Leid und Flüchtende das Greisenalter nössischen Gegenpol zur klassizistisch orientierten Architektur. 1937 wurden die Werke auf Anordnung des Thüringischen Ministeriums für Volksbildung im Rahmen der Aktion „Entarte Kunst“ überdeckt. 371 Kat. Nr. 2 • Altenburg Titel Totentanz, auch „Die Auferstehung der verschiedenen Lebensalter“ Standort Krematorium, Kuppelfresko Adresse: Grüntaler Weg Datierung 1928/29 Technik Fresko Maße Durchmesser des Deckenfreskos (aufgrund Wöl- Zustand erhalten, seit 1933 Figuren mit Lendenschurzen versehen, Übermalung durch Müller-Gräfe vorgenommen Auftraggeber Stadt Altenburg Genehmigung des vom Künstler gestellten Antrags auf Ausmalung der Kuppel im Krematorium mit Vertragsunterzeichnung am 31.8.1928 Eröffnung des fertiggestellten Neubaus 17.11.1929 Quellen und Literatur Rolf Böttcher: Karl Joseph Friedrich und Grünhain Altenburger Akademie, Evangelische Erwachsenenbildung, Der kleine sakrale Kunstführer Beiheft 5, Schriftenreihe zur Friedhofskultur, muna. Erstes Altenburger Bestattungsinstitut Altenburg: • Nr. 10, Februar 2004: Hans Böhme, Das Deckengemälde im Krematorium • Nr. 11, September 2004: Sonderausgabe der Schriftenreihe zur Friedhofskultur: Gewidmet einem der großen Künstler des Altenburger Landes, zum Gedenken an seinen 125. Geburtstag und seinen 50. Todestag im Jahre 2004. Kunstmaler Ernst Müller-Gräfe • Nr. 12, November 2004: Hans Böhme, Hätte man die Freskoübermalung verhindern können? Ursula Pilz: Das Altenburger Krematorium und der Totentanz von Ernst Müller-Gräfe, in: Altenburger Geschichts- und Hauskalender für den Kreis Altenburger Land, Thüringisches Staatsarchiv Altenburg Nachlass Ernst Müller-Gräfe Sign. 1-97-0602 Kat. Nr. 2 • Altenburg Ernst Müller-Gräfe Kat. Nr. 2 • Foto: Krematorium Altenburg der Kommuna-GmbH, Erstes Altenburger Bestattungsinstitut 372 Kat. Nr. 2 • Altenburg Querverweise Weitere Wandbilder von Ernst Müller-Gräfe 1911/1919–1922 Altenburg, Lindenau-Museum: 1922 Zeitz, Rathaus: Prometheus-Gemälde (Tondo in Wandverkleidungeingepasst) 1925 Annaberg, Heldengedächtniskapelle St. Annen: Wandgemälde Nach 1945 weitere Wandbilder in Altenburg: Lehrlingsheim des Nähmaschinenwerks, Pionierheim, Kinderheim, Lehrerbildungsinstitut Beschreibung/Bemerkung Das Altenburger Krematorium wurde am 17.11.1929 eröffnet und feierlich eingeweiht. Oberbürgermeister Schumacher beschrieb es in seiner Ansprache als „ein Denkmal“ und „eine Stätte menschlicher Duldsamkeit und würdiger Totenehrung.“ Raum für die Trauerfeierlichkeiten. Dieser wird von einer großen Kuppel überwölbt, um deren Ausmalung sich Müller-Gräfe 1928 in einem Schreiben an die Stadt selbst bewarb. 1928/29 konnte er den großen Menschenkreis ausführen: Entlang der Kuppel reihte er 16 überlebensgroße Alters und Geschlechts aneinander; sie halten sich an den Händen und bilden so einen geschlossenen Kreis. Der Hintergrund ist in verschiedenen Blautönen gehalten, den Mittelpunkt bildet die Sonne. Die Figuren sind von einer orange/grünen Kontur umgeben, die sie vor dem blauen Hintergrund einer Gloriole ähnlich leuchten lässt. Für die Personen standen Müller-Gräfe Altenburger Bürger Modell, er zeigt keine idealisierten Körper, sondern individuell unterschiedliche Menschen, wenn sie auch aufgrund ihrer Position vereinfacht und auf Fernwirkung angelegt sind. Zu Füßen der drei Frauen sowie zu Füßen Christi sitzen einige Kleinkinder. Die frontale Haltung der Personen, ihre gemeinsame Zickzackband, die Haltung der verschränkten Arme sowie die Isokephalie formieren trotz individueller Figurdurchbildung eine gleichförmige und statische Krone, die den Rundbau nach oben abschließt. Nach Widerständen in Kirche und Gesellschaft sah sich Müller-Gräfe im Jahr 1933 gezwungen, die Aktwurde durch ein langes weißes Gewand zum Christus umgedeutet. Eine ausführliche Beschreibung der Auftragsgein der Schriftenreihe zur Friedhofskultur, Altenburg, Nr. 10-12.2004. 373 Kat. Nr. 3 • Bad Frankenhausen Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Wandbilder mit spielenden Kindern) Standort Kinderkurheim, Thomas-Müntzer-Straße 10 Datierung 1927 Technik nicht bekannt Maße mehrteilig, Maße und Anzahl der Einzelszenen nicht bekannt Zustand vermutlich 1944 übermalt Auftraggeber nicht bekannt (möglicherweise auf Initiative des Vorsitzenden der Angestelltengewerkschaft Hermann Hedrich oder durch den Architekten Georg Wünschmann zurückzuführen) Quellen und Literatur Querverweise Weitere Wandbilder von Karl Völker 1914 Halle, Gertraudenfriedhof, Feierhalle: Kuppelausmalung 1920 Halle, Martinschule: Entwurf für Wandbild 1920 Halle, Volkspark, Parteitag der USPD: Zwei Wandbilder (Proletarierin mit Kindern und Proletari- 1921 Halle, Verlagsgebäude des „Klassenkampfes”: 1921/22 Magdeburg, Rathaus: Entwürfe für Farbgestaltung im Auftrag Bruno Tauts 1921/22 Schmirma, Dorfkirche St. Ulrich: Deckenbilder und farbige Neugestaltung mit Emporenmalereien, unter Einbezug der älteren Kunstwerke 1925 Gimritz, Kirche: Gesamtgestaltung des Kirchenraumes (Decken, Wände, Kanzel, Orgelprospekt, Emporen farbig gefasst) sowie Fenster durch Gebrüder Völker 1925 Mücheln, Rathaus, Sitzungssaal: Deckenbild 1925/26 Halle, Zoologischer Garten, Raubtierhaus: Farbgestaltung im Innenraum 1927 Halle, Haus der Gemeinde St. Bartolomäus: Farbgestaltung und Evangelistensymbole als Supraporten 1927 Halle, Freier Wassersportverein, Auskleidehalle mit Veranstaltungssaal: Farbgestaltung 1936 Holleben, Evangelische Dorfkirche: Brüstungsmalerei Kat. Nr. 3 • Bad Frankenhausen Karl Völker Kat. Nr. 3.1 • Foto: Privat Kat. Nr. 3.2 • Foto: Privat Kat. Nr. 3.3 • Foto: Privat 374 Kat. Nr. 3 • Bad Frankenhausen 1938 Schwenda, Kirche St. Cyriakus und Nicolai: Kuppelausmalung und Bildfelder auf Emporen 1947–1956 Erfurt, Thomaskirche: Entwürfe für die Glasfenster 1953/54 Bad Lauchstädt, Goethetheater und Kursaalanbau: Ausmalung und Restaurierung 1954–1957 Thüringen, verschiedene Kirchen und Auftraggeber: Glasmalereien 1958–1960 Halle, Verwaltungsgebäude der Wasserwirtschaft: Mosaiken; Urlauberschiff Fritz Heckert: Schmuckemailplatten Weitere Wandbilder in Kinderheimen und Kinderferienheimen HALLE, Kindergarten in der Burgstraße, Jugendheim Klosterstraße, Kinderheim des Roten Kreuzes und Kinderheim Gimritz: Erwin Hahs mit Schülern, abstrakte Wandgestaltung, 1926 HAMBURG, Alsterdorfer Anstalten (Christliches Erziehungsheim für Mädchen, Feuerbergstraße 43), Festsaal: Wilhelm Danneboom, Gesamtraumausmalung mit Szenen zu Abendmahl, Fußwaschung, LÜNEBURG, Kinderheim: Dorothea Maetzel-Johannsen, zwei Wandbilder mit spielenden Kindern, 1926 TÄNNICH, Reichsferienheim Friedrich-Ebert-Heim, Festsaal: Alfred Hanf, Wandbildzyklus „Hinan zum WORPSWEDE, Barkenhoff, Diele: Heinrich Vogeler, Beschreibung/Bemerkung Die Wandbilder Karl Völkers für das Kinderkurheim in Bad Frankenhausen sind nur durch einige Schwarz-Weiß-Aufnahmen überliefert. Er stellte – wahrscheinlich in kräftigen Farben – verschiedene Szenen einer heiteren Kinderwelt dar: Kinder beim nerspiel oder Tanzen mit Bändern und Bällen. 375 Kat. Nr. 4 • Bad Lauchstädt Kat. Nr. 4 • Bad Lauchstädt Charles Crodel Kat. Nr. 4.1 • Wandmalereien der Bühnenwand, Gesamtraumaufnahme • Foto: Nachlass Charles Crodel Kat. Nr. 4.2 • Wandmalereien der Bühnenwand, Seitenfeld links • Foto: Nachlass Charles Crodel Kat. Nr. 4.5 • Wandmalereien im Kursaalanbau (Detail) • Foto: Nachlass Charles Crodel Kat. Nr. 4.3 • Wandmalereien der Bühnenwand, Seitenfeld rechts • Foto: Nachlass Charles Crodel Kat. Nr. 4.6 • Wandmalereien im Kursaalanbau (Detail) • Foto: Nachlass Charles Crodel Kat. Nr. 4.4 • Wandmalereien im Kursaalanbau • Foto: Nachlass Charles Crodel 376 Kat. Nr. 4 • Bad Lauchstädt Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Wandmalerei an Bühnenwand und Ausmalung kleiner Kursaal) Standort Goethetheater und Kursaalanbau Datierung 1931–1932 Technik römisch-campanische Technik, auf Leinwand und Putz, seitliche Felder: Grisaille Maße Bühnenwand: dreiteilig; genaue Maße nicht bekannt Zustand Ende Mai 1933 zerstört Auftraggeber Provinzialverwaltung Merseburg, Regierungspräsident Ernst von Harnack Quellen und Literatur Brief Nr. 316 Bildband, Kat. 401, 402, Reinhard Hentze und Rüdiger Birthe, Bad Lauchstädt-Kuranlagen und Goethe-Theater, Halle 1992, Erika Lehmann: Wandgemälde von Charles Crodel in den Universitäten Jena und Halle, in: Erbe und Gegenwart, Martin Luther Universität, Wissenschaftliche Cornelius Steckner: Das Schicksal der Arbeiten von Carl Crodel zum Goethejahr 1932 in Bad Lauchstädt, in: außerdem „Dokumente zum ,Fall Lauchstädt’“, Cornelius Steckner: Kunstpolitik 1930–1933 am Beispiel des Malers Charles Crodel“, in: Zwischen Widerstand und Anpassung. Kunst in Deutschland 1933–1945, Presse Magdeburgische Zeitung, 1.6.1933 Saale-Zeitung, 24.5.1932 Kreis von Halle, Deutsches Kunstarchiv Nürnberg Tagebücher Charles Crodel, vgl. v. a. TB III, Juli und Okt. 1931 sowie TB V, Jan 1931 Nachlass Charles Crodel Tagebuch Dokumentation Entwürfe Stiftung Moritzburg Halle (Saale), Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt Entwurf für die Malereien an der Bühnenwand im Goethe-Theater Bad Lauchstädt, 1931 Bleistift, farbige Kreiden und Kohle, aquarelliert Bez. (o. rechts): Skizze für die Bühnenwand für das Theater Lauchstädt, Lünette mit „Sage von Orpheus“; (u. links:) Ch. Crodel Maßstab 1:10; (auf der Rückseite:) Lauchstädt Bühnenwand Gesamtansicht und Details für Wandbilder im Kursaalanbau, 1931/1932 Bleistift, Feder in schwarzer Tusche und farbige Kreiden, aquarelliert Bez. (u. rechts:) Kursaal-Anbau in Lauchstädt; Farbangaben: gelb und perlgrau; Decke weiß; Kachelofen: gelb; In den grauen Feldern: 9 Stillleben als ,grisailles’; (u. links:) Maßstab ca. 1:20 Crodel; 1:4; Stillleben: Mohn und Iris ca. 1:4; Schema eines grauen Feldes mit eingelassenem Stillleben 1931/32 Bleistift und Kreide, aquarelliert Bez. o. rechts: Außenwand Technik „Enkaustik“ Farbiger Entwurf für Lünette über Bühnenöffnung, 1931/32 verso: Bleistift, farbiger Buntstift recto: Bleistift, farbig aquarelliert Farbiger Entwurf für Lünette über Bühnenöffnung, 1931/32 Bleistift, aquarelliert Farbiger Entwurf für Lünette über Bühnenöffnung, 1:10, 1931/32 verso und recto: Bleistift, farbige Kreiden, aquarelliert Bez. recto, o. re.: Skizze der Lünette für die Bühnenwand Lauchstädt, „Spiel und Leben“ u. links: Crodel, 1:10 377 Kat. Nr. 4 • Bad Lauchstädt Teilskizzen für Wandmalerei im Kursaalanbau, 1931/32 Bleistift, Feder in Tusche Entwürfe für Ornamentfelder im Kursaalanbau (mit Früchten und Tauben), 1931/32 Bleistift auf Papier Nachlass Charles Crodel Detailentwurf Querverweise Weitere Wandbilder von Charles Crodel Vermutlich 1924 Erfurt, Katholische Vorbereitungsschule: Entwurf für ein Hausschild („Thüringer 1924 Jena, Crodels Wohnhaus Kriegerstraße: Wandmalerei zur Erfurter Brunnenkapellen-Sage (1927 durch Schloßmuseum Weimar erworben; dort erhalten) 1925 Jena, Universitäts-Hauptgebäude: „Griechenland und die Vertreibung der Griechen von der 1926 Jena, Lyceum: Entwurf für ein Wandbild zum 1926 Erfurt, Hospital am Johannesring: „St. Georg 1926/27 Erfurt, Brunnenkapelle am Fischersand: Fresken zu 14 Kreuzwegstationen (Entwürfe ausgestellt auf Juryfreier Kunstschau Berlin 1927) 1929 Halle, Neubau des Arbeitsamtes, Sitzungssaal: 1929 Halle, Mitteldeutsche Landesbank: Entwurf für 1929 Halle, Moritzburg: Entwurf für ein Deckenge- 1929 Halle, Standesamt Süd: Wand- und Deckenma- 1929 Halle, Universität, Burse zur Tulpe: „Improvisa- 1929 Merseburg, Stadthalle: Entwurf für eine 1930/31 Naumburg, Dom St. Peter und Paul: Entwürfe für Glasfenster der Taufkapelle 1931 Halle, Moritzburg (Institut für Leibesübungen der Universität Halle): „Der Wettlauf der Atalante 1932 Halle, Burg Giebichenstein, Eckturm der Unterburg: Crodel mit Crodelklasse, Entwurf für 1932 Erfurt, Städtisches Museum (Angermuseum): Türfüllungen und Deckengemälde im Rokokoraum nach 1932 Essen, Museum Folkwang: Farb-Entwürfe für den Brunnenraum Außerdem Teilnahme an Ausstellungen 1927 Juryfreie Kunstschau Berlin: Kartons zu den Leidensstationen in der Erfurter Brunnenkapelle; 1929/30 Juryfreie Kunstausstellung Berlin: Entwürfe für die Stadthalle Merseburg 1931 Berliner Bauausstellung: Wandmalerei für die Sonderausstellung „Maler und Bildhauer am Bau“ stück zum Wandbild im Hause Crodel) Seit den 1940er-Jahren vermehrt Glasmalereien im sakralen Raum. Weitere beteiligte Künstler bei der Ausstattung von Kursaal und Kursaalanbau Erich Dieckmann (Möblierung), Karl Müller (Beleuchtung), Benita Kochotte (Vorhänge), Gustav Weidanz (Kachelöfen im Kursaalanbau) Beschreibung/Bemerkung Renovierungsarbeiten des Goethetheaters, mit denen die Burg Giebichenstein beauftragt worden war. Leitender Architekt der Bauarbeiten war Hans Wittwer, der die Arbeiten mit Crodel abstimmte. Für die Bühnenwand des Theaters realisierte Crodel eine dreiteilige Wandmalerei, bestehend aus dem zentralen Bild als Lünette über der Bühnenöffnung nen mit lebensgroßen Figuren, die so unmittelbar an das Geschehen auf der Bühne anknüpfen, zeigt Crodel die Orpheus-Sage sowie Werke zum Thema „Spiel und Leben“. In den beiden Bildfeldern links und rechts der Bühne setzen sich die Besucherränge scheinbar nahtlos fort. Das Lünettenbild wurde entfernt und verbrannt, die seitlichen Bildfelder übermalt. Im Kursaalanbau füllte er insgesamt neun Wandfelder mit Blumenallegorien und Arabesken sowie Emblemen und Variationen zu Goethes Eröffnungsschauspiel „Was wir bringen“ und Goethes Farbenlehre. Der bisher von Schinkel gestaltete historische Innenraum nicht nur wiederhergestellt, sondern vielmehr durch eine aktive Überwindung der historischen Methoden in der Gegenwart fortgeschrieben werden. Für dieses lem der Provinzialkonservator Hermann Giesau sowie Regierungspräsident Ernst v. Harnack eingesetzt. Crodel hatte insofern hier die Möglichkeit, eigene Verbindungen zur Goethe-Thematik zu realisieren. 1953 wurde das Goethetheater Bad Lauchstädt Völker nach einem Entwurf Karl Völkers erneut ausgemalt. (vgl. Ausführliche Darstellung von Bau und Dekorationsgeschichte des Theaters in Bad Lauchstädt seit dem 18. Jahrhundert bei: Reinhard Hentze und Rüdiger Birthe (1992). Zu den zahlreichen Wandbildern von Charles Crodel ist besonders das Werkverzeichnis der baugebundenen Werke von Cornelius Steckner als wichtige Quelle zu nennen. sowie auch 378 Kat. Nr. 5 • Berlin Kat. Nr. 5 • Berlin Arthur Johnson Kat. Nr. 5.1 • Fresko links: „Baudeputation Schöneberg“, 1929 • Foto: Gerhard Kölling Kat. Nr. 5.2 • Fresko mittig: „Bezirksversammlung Schöneberg“, 1929 • Foto: H. Wurm, Landesarchiv Berlin, F Rep. 290 II4592 Kat. Nr. 5.3 • Fresken, Ecklösung mittig-rechts, 1929 • Foto: Museen Tempelhof-Schöneberg von Berlin/Archiv; Inv. Nr. S3/1258 Kat. Nr. 5.4 • Fresko rechts: „Kunstdeputierte“, 1929 • Foto: Gerhard Kölling 379 Kat. Nr. 5 • Berlin Titel „Baudeputation Schöneberg“ (links)/„Bezirksversammlung Schöneberg“ (mittig)/„Kunstdeputierte“ (rechts) Standort Schöneberg, Rathaus, Ratskeller Datierung 1929 Technik Fresko Maße Zustand erhalten, nach Umbau heute in verkleinertem, eigenen Raumteil Auftraggeber nicht belegt (vermutlich Stadtverordnetenversammlung Schöneberg) Quellen und Literatur Archiv zur Geschichte von Tempelhof und Schöneberg Beschreibung der Wandbilder von Arthur Johnson in einem Saal des früheren Ratskellers (o. Verfasserangaben, o. Datum) Querverweise Weitere Wandbilder in Ratskellern Wandbilder zu Wilhelm Hauffs Novelle „Phantasien Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten in Rathäusern seit 1900 AMSTERDAM, Rathaus, Trausaal: Wandbild von Chris Lebeau, 1926; Allegorien von Weisheit, Gerechtigkeit, Einigkeit, Gesetzestreue, Voraussicht und Glaube von Johan Thorn Prikker, 1932 BERLIN, Schöneberg, Rathaus, Bürgersaal: Franz Eichhorst, „Vom Anfang des Weltkrieges bis zur nationalen Erhebung”, ca. 1935–1938 BREMEN, Rathaus, Güldenkammer: Ausmalung von Heinrich Vogeler, 1904 CHEMNITZ, Neues Rathaus, Stadtverordnetensaal: DÜSSELDORF, Altes Rathaus, Treppenhaus im An- Rathaus: Richard Gessner, „Die Rheinfront”, 1959/60 HAGEN, Rathaus: Fenster von Johan Thorn Prikker, 1927 HAMBURG, Rathaus, Großer Festsaal: Wandbild von Hugo Vogel, 1902–1909; Sitzungssaal: Walter 100) HANNOVER, Rathaus, Großer Festsaal: Fritz Erler, „Die Entwicklung menschlicher Siedlung von der Frühzeit bis zur Gegenwart”, 1910–1912; Sitzungssaal: Ferdinand Hodler, „Einmütigkeit”, 1911–1913 MAGDEBURG, Rathaus, gotischer Raum: abstrakte Raumausmalung von Franz Mutzenbecher und Carl Krayl, um 1922 MARBURG, Rathaus, Sitzungssaal: Carl Ludwig 128) MÜCHELN, Rathaus, Sitzungssaal: Deckenbild zum Thema Industrie und Landschaft von Karl Völker, ROTTERDAM, Rathaus, Bürgersaal: Wandbildzyklus von Johan Thorn Prikker, 1918–1927 1960 STUTTGART, Rathaus: Fenster von Adolf Hölzel, 1928/29 ULM, Rathaus: Wandmalerei von Joseph Widmann, 1905–1907 WIEN, Neues Rathaus, Volkshalle: Gerd Arntz, „sozialarbeit der stadt wien”, 1929 Beschreibung/Bemerkung Der Karikaturist der Zeitschrift Kladderadatsch Arthur Johnson erhielt Ende der 1920er-Jahre den Auftrag für ein zeitgenössisches Wandbild im Ratskeller des Schöneberger Rathauses. In gewohnt karikaturistischem Stil schuf er hier drei Fresken, die ohne festen Bildumriss frei auf die Wand komponiert waren. An der Stirnseite des Raumes ist mittig ein Porträt der Bezirksversammlung zu sehen, die an einer langen Tafel Platz genommen hat. Darüber sind dieselben Akteure nochmals in heftiger Diskussion oder Fehde gezeigt. Der Künstler setzte sein Bildmotto, das am unteren Bildrand mithilfe eines Spruchban- „Hart für das Wohl der Gemeinde befehden sich oben die Geister. Unten versöhnt sie des Weins Frieden gebietender Geist.“ Unter den Stadtverordneten ist der spätere Bun- Von links nach rechts sind außerdem folgende Politiker gezeigt: Fritz Kaspar (SPD), Erich Flatow (SPD), Willi Fritzsch (SPD), Louis Zobel (Deutsche Demokratische Partei, DDP), Dr. Ing. Karl Birk (Zentrum), Franz Szeminski (SPD), Margarethe Laskus (Deutsche Volkspartei, DVP), dann der bereits genannte Theodor Heuss (DDP), sowie Dr. Joh. Teufer (DVP), Greta Daeglau (Deutschnationale Volkspartei, DNVP), August Merkel (DNVP) und Heinrich Wodli (DNVP). 380 Kat. Nr. 5 • Berlin Das linke Bild zeigt die Baudeputation. Es ist angelegt. Kompositorisch gruppierte Johnson die Figuren so, dass sich eine nach rechts ansteigende Diagonale und Verdichtung des Bildgeschehens ergibt. Dies ist nötig, um eine kompositorische Verbindung zum Hauptbild zu schaffen. Die Mitglieder der Baudeputation sind schwebend mit einem Modell eines Turmhauses gezeigt, das sie zum Himmel zu tragen scheinen. Oberhalb des Modells ist Stadtbaurat Heinrich Lassen zu sehen, der seine Hand schützend und segnend über das Turmhaus hält, das der Bezirk Schöneberg für den Maler Hans Baluschek hatte bauen lassen. Es war Teil der Siedlung Ceciliengärten an der Semperstraße. Auf dem rechten Bild, das kompositorisch spiegelbildlich zu dem der Baudeputation angelegt ist und so ebenfalls an das Hauptbild angeschlossen wird, zeigt Johnson die Mitglieder der Kunstdeputation. Auch sie sind schwebend zur Mitte hin orientiert. Mittig mit Palette ist Hans Baluschek zu sehen; außerdem von links nach rechts folgende Künstler: als nackter Putto mit Lorbeerkranz in der Hand der dem der Bildhauer und Medailleur Georges Morin mit einem noch unförmigen Tonklumpen auf einem Arbeitstisch, rechts neben Baluschek die Bildhauerin Milly Steger als einziges weibliches Mitglied. Genau unter ihr hat sich ganz klein der Maler Arthur Johnson selbst dargestellt. Weißhaarig neben ihm der Stadtchronist Wilhelm Feige, die Maler Georg Lebrecht und Richter-Rheinsberg, Letzterer mit einem Bild des Schöneberger Rathauses unter dem Arm. Johnson griff in diesen Werken nicht nur stilistisch und formal, sondern auch inhaltlich auf die Strategie der Druckmedien und ihrer Karikaturen zurück und stellte seine Zeitgenossen aus der künstlerischen und politischen Öffentlichkeit unverkennbar dar. Er kommentierte und karikierte die aktuelle Stadtpolitik in seinen Werken. Vermutlich hat seine Hinwendung zum Nationalsozialismus die Werke vor der Zerstörung oder Entfernung während des Dritten Reiches bewahrt. 381 Kat. Nr. 6 • Berlin Kat. Nr. 6 • Berlin Oskar Schlemmer Titel Entwurf für eine Wandgestaltung Standort Haus des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes Datierung 1930 Technik nicht ausgeführt (Wandmalerei und Reliefplastik geplant) Maße Zustand nicht ausgeführt Auftraggeber vermutlich auf Initiative des Architekten Erich Mendelsohn Quellen und Literatur Schreiben von Oskar Schlemmer an Tut Schlemmer, 20.3.1930 Entwürfe Entwurf für Wandgestaltung im Haus des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes, 1929/1930 Gouache und Bleistift auf Papier Privatsammlung (Abb. s. Kat. Nr. 6.1) Querverweise Weitere Wandbilder u. a. baugebundene Werke von Oskar Schlemmer 1914 Köln, Werkbundausstellung: Vier Werke im Wandbildzyklus „Altkölner Legenden“ (zusammen mit Willi Baumeister und Hermann Stenner unter Leitung von Adolf Hölzel) 1923 Weimar, Staatliches Bauhaus, Werkstattgebäude: Fresken und verschiedene Reliefdarstellungen 1924 Weimar, Haus Meyer: Wandgestaltung in Privatraum 1928–1931 Essen, Museum Folkwang: sog. 1930 Berlin, Privathaus Erich Mendelsohn: Entwurf für einen Wandfries 1931 Berlin, Lichtenberger Schulen: Entwurf für ein 1930/31 Zwenckau, Haus Dr. Rabe: Metalldrahtkomposition 1934/35 München, Deutsches Museum, Kongresssaal: Entwurf für ein Mosaik (nicht ausgeführt) Kat. Nr. 6.1 Wandgestaltung, 1929/1930 • das Haus des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes, Berlin • Architekt Erich Mendelsohn • Privatsammlung, Courtesy Bühnen Archiv Oskar Schlemmer • Foto: Archiv C. Raman Schlemmer, 28824 Oggebbio (VB), Italia Kat. Nr. 6.2 • Berlin, Haus des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes: Raumansicht Eingangsbereich/Treppenhaus, ca. 1930 • Abb. aus s.p. 382 Kat. Nr. 6 • Berlin 1937 Bornim bei Potsdam, Haus Mattern: „Einheit von Körper-Seele-Geist“, malerisch-plastisches Wandbild 1939/40 Stuttgart, Haus Dieter Keller: Wandbild Familie Außerdem Teilnahme an der Internationalen Bauausstellung Berlin 1931: Wandgestaltung einer eigenen Ausstellungskoje mit Integration älterer, eigener Skulpturen (Bauplastik R, 1919, und Abstrakte Figur, 1921/23) Beschreibung/Bemerkung Schlemmers Entwürfe für die beiden Wandgestaltungen im Verbandshaus der Metallarbeiter wurden nicht ausgeführt. Der überlieferte Entwurf zeigt eine weitgehend abstrakte Wandmalerei, versehen mit dem Verbandsemblem im Eingangsbereich des Gebäudes. Aus einem Brief Schlemmers an seine Frau geht hervor, dass er vorhatte, die Wandgestaltung sowohl malerisch als auch reliefplastisch auszuführen. 383 Kat. Nr. 7 • Berlin Kat. Nr. 7 • Berlin Oskar Schlemmer Keine Abb. bekannt Titel Entwurf für ein Wandbild Standort Lichtenberger Schulen, Vestibül Heutiger Name (seit 1997) und Nutzung: Gebäude-Umwelt-Technik Datierung 1931 Technik nicht ausgeführt Maße nicht bekannt Zustand nicht ausgeführt Auftraggeber nicht bekannt; vermutlich auf Initiative des Quellen und Literatur katalogisiert) Querverweise Weitere Wandbilder u. a. baugebundene Werke von Oskar Schlemmer 1914 Köln, Werkbundausstellung: Vier Werke im Wandbildzyklus „Altkölner Legenden“ (zusammen mit Willi Baumeister und Hermann Stenner unter Leitung von Adolf Hölzel) 1923 Weimar, Staatliches Bauhaus, Werkstattgebäude: Fresken und verschiedene Reliefdarstellungen 1924 Weimar, Haus Meyer: Wandgestaltung in Privatraum 1928–1931 Essen, Museum Folkwang: sog. 1930 Berlin, Verbandshaus der Metallarbeiter, Entwurf für eine Wandgestaltung (Kat. Nr. 6) 1930 Berlin, Privathaus Erich Mendelsohn: Entwurf für einen Wandfries 1930/31 Zwenckau, Haus Dr. Rabe: Metalldrahtkomposition 1934/35 München, Deutsches Museum, Kongresssaal: Entwurf für ein Mosaik (nicht ausgeführt) 1937 Bornim bei Potsdam, Haus Mattern: „Einheit von Körper-Seele-Geist“, malerisch-plastisches Wandbild 1939/40 Stuttgart, Haus Dieter Keller: Wandbild Familie 384 Kat. Nr. 7 • Berlin Außerdem Teilnahme an der Internationalen Bauausstellung Berlin 1931: Wandgestaltung einer eigenen Ausstellungskoje mit Integration älterer, eigener Skulpturen (Bauplastik R, 1919, und Abstrakte Figur, 1921/23) Weitere Wandbilder in Schulen vgl. Übersicht S. 687 Beschreibung/Bemerkung Gebäudeensemble entworfen, unter dessen Dach eine Berufsschule für Metallarbeiter, eine Volks- und Mittelschule für Knaben und ein Oberlyzeum samt Sporteinrichtungen und Aula miteinander verbunden wurden. Die Aula sollte zugleich auch öffentlicher Veranstaltungsort sein und so das gesellschaftliche und kulturelle Leben des gesamten Stadtteils prägen. Schlemmers Wandbild war für das Vestibül geplant, wurde jedoch nicht ausgeführt. Keine Abbildung bekannt. Der Wiederaufbau der seit 1945 vollständig zerstörten Aula in den Jahren 2002–2007 ermöglichte auch die Rekonstruktion des ursprünglichen Farbkonzepts. Das Foyer war vor allem in blau, gelb und schwarz gehalten, im Auditorium dominierte ein warmes Gelborange. Vgl. dazu bspw. Jan Schrenk, Ein Raum für Schule Bauwelt, bzw. Vorhaben nicht erwähnt: Annette Menting, Max Taut. Das Gesamtwerk, München 2003; Christine Hoh-Slodczyk, Max-Taut-Schule Lichtenberg, hrsg. v. Bezirksamt Lichtenberg von Berlin, Abtl. Bau- u. Wohnungswesen, Hochbauamt, Berlin 1997. 385 Kat. Nr. 8 • Berlin Kat. Nr. 8 • Berlin Hugo Vogel Titel Ohne Titel (sog. Prometheus-Bild) Standort Charité, großer Hörsaal (Universität) Datierung 1917–1920, Einweihung am 24.4.1920 Technik nicht bekannt (vermutlich Fresko) Maße Zustand nicht erhalten Auftraggeber Ressort/Preußisches Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung Quellen und Literatur Presse Hugo Vogels Prometheus-Bild, in: Werkstatt der Kunst, Kunst und Künstler, 18.1920, H.10, Querverweise Weitere Wandbilder von Hugo Vogel, alle vor 1918 1897/99 Merseburg, Ständehaus: Wandbild „Ankunft Kaiser Otto des Großen und seiner Gemahlin vor Magdeburg“ 1900–1904 Hamburg, Rathaus, Bürgermeistersaal: Porträt des Senats beim Einzug in das neue Rathaus 1897 1902–1909 Hamburg, Rathaus, Großer Festsaal: monumentaler Wandbildzyklus Weitere Wandmalereien in Universitäten 1918–1933 HALLE, Universität, Burse zur Tulpe: Charles Crodel, „Improvisationen über Leben und Tod“, 1929 HALLE, Institut für Leibesübungen der Universität Halle, Moritzburg: Charles Crodel, „Wettlauf der JENA, Universität Hauptgebäude: Charles Crodel, „Griechenland und die Vertreibung der Türken von Edmund von Freyhold, Fresko (Titel nicht bekannt), Weitere Wandmalereien in Universitäten vor 1918 BERLIN, Universität, Aula: Arthur Kampf, „Fichtes Rede an die deutsche Nation”, 1913/14 Kat. Nr. 8 • Abb. entnommen aus: S. 81 386 Kat. Nr. 8 • Berlin JENA, Universität, Senatssaal: Ludwig von Hofmann, „Die neun Musen”, 1909; Aula: Ferdinand Hodler: „Auszug deutscher Studenten in den Freiheitskrieg von 1813”, 1909 Blüte Griechenlands”, 1909; Wandelhalle: Friedrich Preller d. J., „Prometheus als Lichtbringer“, 1896/97 MARBURG, Universität, Aula: Peter Johann Theodor Janssen, Gemäldezyklus, 1895–1903. Weitere Wandbilder in Krankenhäusern ERFURT, Hospital am Johannesring, Speisesaal: Charles Crodel, „St. Georg und St. Martin”, 1926 HALLE, Polizeilazarett der Artilleriekaserne: Erwin Hahs mit Schülern, Farbgestaltung der Flure, Treppenhäuser und Innenräume, 1924–1926 WAIBLINGEN, Krankenhaus, Treppenhaus: Willi Baumeister, sog. Sportarten-Wandbild, 1928 Beschreibung/Bemerkung Hugo Vogel war bereits 1917 mit dem Wandbild für den großen Hörsaal der Charité beauftragt worden. Es wurde schließlich 1920 unter dem neuen preußischen Kultusminister fertiggestellt und am 24. April desselben Jahres feierlich eingeweiht. Daher ist dieses Werk nur bedingt als ein Werk der Weimarer Republik zu verstehen; obwohl es vom es in den Denkschriften des Kunstreferats nicht auf. Vogel stellt auf seinem Wandbild das mythologische Thema von Prometheus dar, der den frierenden Menschen das Feuer in Gestalt eines brennenden Baumes bringt. Er nutzte für seine Komposition unterer Wandverkleidung und Decke darbot. Die Einschnitte, die sich durch die Tafel und zwei Tür- öffnungen am unteren Bildrand ergaben, nutzte der Künstler jedoch nicht für seine Komposition, sondern schien sie vielmehr zu ignorieren. Prometheus ist links im Bild auf einem Felsvorsprung zu sehen, in der Felslandschaft der rechten Bildhälfte sind Personen in unterschiedlichen Körperhaltungen zu sehen, die alle Prometheus zugewandt sind. Vogel orientierte sich mit dieser Komposition an seinem Prometheus-Bild, das er bereits 1910 für die Brüsseler Weltausstellung geschaffen hatte. Stilistisch und thematisch ist Vogel ganz der Historienmalerei des ausgehenden 19. und beginnenden Werk als „Riesenschmarren“ und „Monumentalkitsch“ bezeichnete. In diesem Werk spiegelte sich das Streben des preußischen Ministeriums nach einer aktuellen Kunst kaum wieder. 387 Kat. Nr. 9 • Bremen Kat. Nr. 9 • Bremen Max Slevogt Kat. Nr. 9.1 • Foto: Henning Adams, Köln, 2015 Kat. Nr. 9.4 • Foto: Homepage des Ratskellers Bremen (www.ratskeller-bremen.de; 20.01.2013, Räumlichkeiten / Hauffsaal) Kat. Nr. 9.8 • “Bremer Stadtmusikanten“ • Foto: Homepage des Ratskellers Bremen (www.ratskeller-bremen.de; 20.01.2013, Räumlich keiten / Hauffsaal) Kat. Nr. 9.5 • Foto: Homepage des Ratskellers Bremen (www.ratskeller-bremen.de; 20.01.2013, Räumlichkeiten / Hauffsaal) Kat. Nr. 9.2 • Foto: Henning Adams, Köln, 2015 Kat. Nr. 9.3 • Raumansicht mit „Bremer Stadtmusikanten • Foto: Henning Adams, Köln, 2015 388 Kat. Nr. 9 • Bremen Titel Ohne Titel (Fresken zur Novelle „Phantasien im Bremer Ratskeller“ von Wilhelm Hauff: Ratsherr, Kellermeister, Balthasar und Teufel) Standort Rathaus, Ratskeller (sog. Hauff-Saal) Datierung 1927 Technik Fresko Maße fünfteilig: - Stadtmusikanten); Fassbild Außenmaß gesamt ca. Zustand erhalten und zugänglich Auftraggeber Senat der Freien Hansestadt Bremen, aus Anlass der 100-Jahr-Feier der Hauffschen Novelle „Phantasien im Bremer Ratskeller“ (1826) Quellen und Literatur Ratskeller, in: Kunst und Künstler, 25.1927, H.5, www.ratskeller-bremen.de (20.1.2013) Querverweise Weitere Wandbilder von Max Slevogt 1911 Neukladow, Villa Guthmann, Gartenpavillon: Kaseinmalerei (zerstört) 1923/24 und 1929 Neukastel Kues, Wohnhaus Bibliothek 1932 Ludwigshafen, Friedenskirche: Fresko „Golgotha” Weitere Wandbilder in Ratskellern BERLIN, Schöneberg, Ratskeller: Arthur Johnson, Baudeputation, Bezirksversammlung und Kunstde- Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten in Rathäusern, seit 1900 AMSTERDAM, Rathaus, Trausaal: Wandbild von Chris Lebeau, 1926; Allegorien von Weisheit, Gerechtigkeit, Einigkeit, Gesetzestreue, Voraussicht und Glaube von Johan Thorn Prikker, 1932 BERLIN, Schöneberg, Rathaus, Bürgersaal: Franz Eichhorst, „Vom Anfang des Weltkrieges bis zur nationalen Erhebung”, ca. 1935–1938 BREMEN, Rathaus, Güldenkammer: Ausmalung von Heinrich Vogeler, 1904 CHEMNITZ, Neues Rathaus, Stadtverordnetensaal: DÜSSELDORF, Altes Rathaus, Treppenhaus im 31); Rathaus: Richard Gessner, „Die Rheinfront”, 1959/60 HAGEN, Rathaus: Fenster von Johan Thorn Prikker, 1927 HAMBURG, Rathaus, Großer Festsaal: Wandbild von Hugo Vogel, 1902–1909; Sitzungssaal: Walter 100) HANNOVER, Rathaus, Großer Festsaal: Fritz Erler, „Die Entwicklung menschlicher Siedlung von der Frühzeit bis zur Gegenwart”, 1910–1912; Sitzungssaal: Ferdinand Hodler, „Einmütigkeit”, 1911–1913 MAGDEBURG, Rathaus, gotischer Raum: abstrakte Raumausmalung von Franz Mutzenbecher und Carl Krayl, um 1922 MARBURG, Rathaus, Sitzungssaal: Carl Ludwig Bant- MÜCHELN, Rathaus, Sitzungssaal: Deckenbild zum Thema Industrie und Landschaft von Karl Völker, ROTTERDAM, Rathaus, Bürgersaal: Wandbildzyklus von Johan Thorn Prikker, 1918–1927 1960 STUTTGART, Rathaus: Fenster von Adolf Hölzel, 1928/29 ULM, Rathaus: Wandmalerei von Joseph Widmann, 1905–1907 WIEN, Neues Rathaus, Volkshalle: Gerd Arntz, „sozialarbeit der stadt wien”, 1929 Beschreibung/Bemerkung Slevogt nimmt in vier der fünf Wandbilder im Bremer Ratskeller Bezug auf die Novelle „Phantasien im Bremer Ratskeller“ von Wilhelm Hauff, dem dieser Saal gewidmet ist. In einem fünften Werk versammelt er die Bremer Stadtmusikanten, die bei dämmerigen Lampenschein um einen Tisch sitzen. Formal und in der Farbigkeit bindet er auch dieses Werk in den Zyklus ein. Die fünf Wandmalereien sind in dem vielfach überwölbten Stützenraum in den drei Feldern der Hauptwand und jeweils in das erste Feld der beiden anschließenden Seitenwände eingefügt. In die Mitte der Hauptwand ist eine große, mit barocken Schnitzereien versehene Fassstirnseite eingelassen. Um diese herum breitet Slevogt seine ungewöhnliche Wandmalerei aus, die der Autor in Kunst und Künstler 1927 als „Extrakt […] der Hauffschen Phantasie, Bacchus […], die Apostel, Jungfer Rose und über dem Faß hervorschauend das lächelnde Haupt des steinernen Roland, des Riesen“ beschrieben hat. 389 Kat. Nr. 9 • Bremen Nische aus, die neben dem Fass-Stirnseite zur Verfügung stand. Die übrigen vier Werke, die sich rechts und links davon an der Hauptwand bzw. an den beiden seitlichen Wänden befanden, sind dagegen als vierseitig begrenzte Wandfelder mehr im Charakter von Tafelbildern gestaltet. Die Werke neben dem zentralen Bild führte er als schmale Hochformate aus, die er mit wenigen nahezu lebensgroßen Figuren füllte. Die beiden Werke auf den Seitenwänden sind als große Querformte angelegt und nehmen jeweils Slevogt arbeitete mit einer dunklen Farbpalette und schien sich stilistisch an spätbarocken Wand- und Deckenmalereien zu orientieren. Durch die Bezugnahme auf Hauffs Dichtung und das Märchen der Gebrüder Grimm schuf er Illustrationen dieser literarischen Werke und stellte zugleich leicht lesbare Verbindungen zur regionalen Geschichte her, die im Idealfall identitätsstiftend wirken sollten. 390 Kat. Nr. 10 • Chemnitz Kat. Nr. 10 • Chemnitz Max Klinger Titel Standort Neues Rathaus, Stadtverordnetensaal Datierung 1918 Technik Öl auf Leinwand Maße Zustand erhalten; 1978–1980 Reinigung des Gemäldes; 1991/92 in Zusammenhang mit der Restaurierung des Rathauses originalgetreue Überarbeitung des Wandbildes und Wiederherstellung der historischen Raumsituation Auftraggeber des Wandgemäldes 1911 Quellen und Literatur Gert Richter und Thomas Morgenstern, Altes und Neues Rathaus der Stadt Chemnitz, München 2000, Querverweise Weitere Wandbilder von Max Klinger 1884 Berlin, Steglitz, Villa Albers: Ausstattung des Vestibüls 1896 Leipzig, Museum der Bildenden Künste: Entwürfe für Ausmalung des Treppenhauses 1909 Leipzig, Universität, Aula: Wandbild „Die Blüte Griechenlands“ 1912 Dresden, „Große Kunstausstellung Dresden“: 2. Fassung für das Vestibül der Villa Albers in Steglitz Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten in Rathäusern, seit 1900 AMSTERDAM, Rathaus, Trausaal: Wandbild von Chris Lebeau, 1926; Allegorien von Weisheit, Gerechtigkeit, Einigkeit, Gesetzestreue, Voraussicht und Glaube von Johan Thorn Prikker, 1932 BERLIN, Schöneberg, Rathaus, Ratskeller: Wandbil- saal: Franz Eichhorst, „Vom Anfang des Weltkrieges bis zur nationalen Erhebung”, ca. 1935–1938 BREMEN, Rathaus, Güldenkammer: Ausmalung von Heinrich Vogeler, 1904; Ratskeller: Wandbilder von DÜSSELDORF, Altes Rathaus, Treppenhaus im 31); Rathaus: Richard Gessner, „Die Rheinfront”, 1959/60 Kat. Nr. 10.1 • Raumansicht • Foto: Stadt Chemnitz/PUNCTUM/Bertram Kober Kat. Nr. 10.2 • Foto: Stadt Chemnitz/PUNCTUM/ Hans-Christian Schink 391 Kat. Nr. 10 • Chemnitz HAGEN, Rathaus: Fenster von Johan Thorn Prikker, 1927 HAMBURG, Rathaus, Großer Festsaal: Wandbild von Hugo Vogel, 1902–1909; Sitzungssaal: Walter 100) HANNOVER, Rathaus, Großer Festsaal: Fritz Erler, „Die Entwicklung menschlicher Siedlung von der Frühzeit bis zur Gegenwart”, 1910–1912; Sitzungssaal: Ferdinand Hodler, „Einmütigkeit”, 1911–1913 MAGDEBURG, Rathaus, gotischer Raum: abstrakte Raumausmalung von Franz Mutzenbecher und Carl Krayl, um 1922 MARBURG, Rathaus, Sitzungssaal: Carl Ludwig 128) MÜCHELN, Rathaus, Sitzungssaal: Deckenbild zum Thema Industrie und Landschaft von Karl Völker, ROTTERDAM, Rathaus, Bürgersaal: Wandbildzyklus von Johan Thorn Prikker, 1918–1927 1960 STUTTGART, Rathaus: Fenster von Adolf Hölzel, 1928/29 ULM, Rathaus: Wandmalerei von Joseph Widmann, 1905–1907 WIEN, Neues Rathaus, Volkshalle: Gerd Arntz, „sozialarbeit der stadt wien”, 1929 Beschreibung/Bemerkung seinem Bestimmungsort im Stadtverordnetensaal ausführlichen Forschungsberichte und -ergebnisse von Conny Dietrich die wichtigsten Grundlagen. das Wandbild wurde schließlich Anfang 1918 vollendet und war vor der Installation in Chemnitz in der Aula der Leipziger Universität sowie in der Sommerausstellung der Freien Sezession in Berlin ausgestellt. Mitte Juli wurde es an seinen Bestimmungsort verbracht und installiert. Es handelt sich um ein Werk auf Leinwand, das netensaal konzipierte, jedoch im Atelier ausführte. Stirnwand des Saales zwischen Wandvertäfelung, Decke und Seitenwänden. Klinger stellte in einer erstaunlich bunten Farbigkeit, die vor allem von hellen gelben, blauen, roten und grünen Tönen geprägt ist, eine sich weit öffnende Hafenszenerie dar. In der vordersten Bildebene sind von sieben sitzenden und stehenden Gestalten zu sehen. Die tanzenden weiblichen Figuren, die teilweise als Akte bzw. Halbakte dargestellt Die Sitzenden und Stehenden am rechten Bildrand hat Conny Dietrich überzeugend als antike Götter entschlüsselt: mittig sitzend, in hellem Kleid, die Göttin des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit (Demeter), neben ihr am rechten Bildrand sitzend Hermes, der Gott des Handels und Verkehrs; links von ihr der Kriegsgott Ares, etwas weiter abgerückt in rotem Gewand die Liebesgöttin Aphrodite. Mit der Gruppe Hephaistos, der Gott des Schmiedefeuers und des Handwerks, mit seinen Gesellen gemeint. Klinger stellte die antiken Figuren jedoch nicht antikisierend dar, sondern orientierte sich an seinen Zeitgenossen und gestaltete sie mit zeittypischen Frisuren und individuellen Gesichtszügen. Bildaufbau und Farbigkeit sowie der pointilistische Farbauftrag lassen seine Verwurzelung in der Kunst auch das Thema der Arbeit bzw. des „Gewerbevielfältig gerade in Rathäusern dargestellt wurde. Das Werk ist aufgrund dessen sowie aufgrund der Konzeptionsphase vor 1918 insofern nur bedingt zu den Wandmalereien der Weimarer Republik zu rechnen. 392 Kat. Nr. 11 • Dresden Kat. Nr. 11 • Dresden Titel „Der Bau des Hygienemuseums“ Standort Hygienemuseum, Restaurant Datierung 1930 Technik nicht bekannt (vermutlich Fresko oder Secco) Maße Zustand nicht erhalten, 1933 abgeschlagen Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich auf Initiative des Architekten Wilhelm Kreis) Quellen und Literatur 1911–1990. Eine Veröffentlichung des Deutschen Hygiene-Museums Dresden, hrsg. v. Klaus Vogel, Dresden 2003, S. 78f. Ralf Schiller, Ein weißer Tempel für Dresden, in: Winfried Nerdinger und Ekkehard Mai, Wilhelm Kreis. Architekt zwischen Kaiserreich und Demokratie, Erwerbungsberichte 1980 der Graphischen Sammlung, in: Idea, Jahrbuch der Hamburger Kunsthalle, Otto Dix. Leben und Werk, Dresden Otto Dix. Œuvre der Gemälde, Recklingfälschlich datiert auf 1932) Internationale Hygiene-Ausstellung Dresden, Mai–Okt. 1930, 15. Juli 1930 Entwürfe Hamburger Kunsthalle Entwurfskarton für das Wandbild „Der Bau des Hygienemuseums“, 1930 Kohle, Bleistift, weiße und farbige Kreide, Deckweiß, Konturlinien zur Übertragung auf die Wand durchgerädelt Querverweise Weitere Wandbilder von Otto Dix 1938 Chemnitz, Gartenpavillon Niescher: Wandbild „Orpheus und die Tiere” Hygienemuseums“, 1930 • Hamburger Kunsthalle, Inv. Nr. 1981/23a-c • Foto: Elke Walford Kat. Nr. 11.1 • Ansicht des Erfrischungsraums im Hygienemuseum Dresden • Foto: FARBFOTO WALTER; Abb. entnommen aus: Internationale Hygiene-Ausstellung Dresden, Mai–Okt. 1930, 1930. Kat. Nr. 11.3 • Abb. entnommen aus: S. 286 393 Kat. Nr. 11 • Dresden 1960 Singen, Rathaus: Wandbild „Krieg und Frieden” Weitere Wandbilder in Museen ALTENBURG, Lindenau-Museum: Ernst Müller-Gräfe, Wandbildzyklus im Treppenhaus, ERFURT, Städtisches Museum: Erich Heckel, „Die Charles Crodel, Türfüllungen im Rokokoraum der ESSEN, Museum Folkwang: Willi Baumeister, Wandbildentwurf für Rotunde des Museumsneubaus, die Ausmalung von Festsaal und Rotunde, 1928 Entwürfe für die Ausmalung des Festsaales, Folkwang-Zyklus im Brunnensaal, 1928–1931 HALLE, Museum für Vorgeschichte: Paul Thiersch mit Schülerinnen, Wandmalereizyklus im Treppen- HAMBURG, Kunsthalle: Dorothea Maetzel-Johannsen, Vier Stillleben im Vorsaal zum Vortragsraum, Geschichte: Otto Fischer-Trachau, Entwurf für ein KÖLN, Kunstgewerbemuseum: Franz Wilhelm Seiwert, „Die Welt der Arbeit” (Glasfensterentwurf), 1930/31; Rheinisches Museum: Richard Seewald, KREFELD, Kaiser Wilhelm Museum: Johan Thorn LEIPZIG, Grassi Museum: Otto Fischer-Trachau, Wandbild, Farbgestaltung von Saal und Treppen- MÜNCHEN, Deutsches Museum: Claus Bergen, Diez, „Wissenschaft und Technik vom Fortschritt Hans W. Schmidt, „Die Herstellung des Schreibgrun- OLDENBURG, Oldenburgisches Landesmuseum im Schloss: Karl Schmidt-Rottluff, Wandbildentwurf, Wandbilder in Museen außerhalb Deutschlands (ohne Katalogeintrag) HELSINKI, Nationalmuseum: Akseli Gallen-Kallela mit Sohn Jorma Gallen, Kuppelausmalung der Eingangshalle, 1927/28 Museum: Marc Chagall, Wandmalereizyklus, 1922 PHILADELPHIA, The Barnes Foundation: Henri Matisse, „Der Tanz”, 1932 Weitere Wandmalereien in Gaststätten und Restaurants BERLIN, Scala, Tanzcasino: Rudolf Belling und Walter Würzbach, abstrakt/ornamentale Wandgestaltung, 1920 DRESDEN, Interhotel „Bastei”, Außenbau: Rudolf Lipowski und Kurt Sillack, „Die Stadt der modernen sozialistischen Industrie, der Wissenschaft und der Kunst grüßt seine Gäste/Dresden grüßt seine Gäste”, 1969 DÜSSELDORF GESOLEI, Rheinterrassen, Weinsalon: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasenden Tieren, um Rheingoldsaal: Ernst Aufseeser: Wandbilder in Wandzwickeln der Raumnischen und über Saaltür, 1926 mit Walter Lehmann und Emil Pohle, Wandfriese, um 1926 (Kat. Nr. 33); Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, wandmalerische Ausstattung, um 1926 - DÜSSELDORF, Haus zum Kurfürsten: Hans Kohlschein, DUISBURG, Duisburger Hof, Großer Saal (sog. Konversationshalle): Viktor Lurje, sog. Jahreszeiten- ESSEN, Börse, Erfrischungsraum: Johan Thorn Prikker, abstrakte Wandmalerei und Fenstergestaltung, 1924 HAMBURG, Altona, Kaisercafé: Otto Fischer-Trachau, Ausmalung des Hochzeitssaales, 1928 KÖLN, Kleine Glocke: Heinrich Hoerle, Karnevalsdekoration (temporär), 1930er-Jahre; Hansahochhaus, Gaststätte: Richard Seewald, Wandbildzyklus, 1927 Tanzsaal: Heinrich Hoerle, Wandbilder neben der Willy Szesztokat, Wandbilder ohne Titel, um 1930 Seewald, Wandmalerei, 1927 KREFELD, Restaurant Hülser Berg: Johan Thorn Prikker, „Hühnerhof”, um 1909; Hotel Krefelder Hof: Johan Thorn Prikker, vierteiliger Zyklus „Die LEIPZIG, Auerbachs Keller: Ludwig von Hofmann, sog. Euphorion-Wandbild, 1912/13 LUXEMBOURG, Café Namur: Franz Wilhelm Seiwert, Entwürfe für Glasfenster, 1928 MÜNCHEN, Theresienhöhe, Ausstellungsgelände Erler, Wandbilder „Die vier Elemente”, 1908 STRAßBURG, Aubette, Tanz-Café: Hans Arp, Theo van Doesburg und Sophie Taeuber-Arp, abstrakte Wandgestaltung, 1925–1928 la nymphe Ancolie”, 1934 Beschreibung/Bemerkung Für das Restaurant des neu errichteten Hygienedreiteiliges Wandgemälde „Der Bau des Hygienemuseums.“ Initiative und Auftrag sind vermutlich auf Wilhelm Kreis als Architekten des Hauses zurückzuführen. Eine ausführliche Untersuchung und Beschreibung 394 Kat. Nr. 11 • Dresden Durch die dreiteilige Anlage, den weitgehend symmetrischen Bildaufbau und die Platzierung des mittelalterliche Altarbilder. Im zentralen Mittelfeld waren stellvertretend für alle am Museumsbau Beteiligten vier Handwerker bei der Arbeit zu sehen; ihnen wird hier besondere Ehre und Prominenz sowie sitzend vor ihm den Verwaltungsdirektor des Museums, Georg Seiring (links) dar; rechts waren der medizinische Museumsdirektor Karl Sudhoff mit weißem Bart und ebenfalls vor ihm sitzend der zweite medizinische Leiter Martin Vogel porträtiert. Museumsbau und lieferte gleichsam eine historische Information über die Entstehung des Gebäudes und konnte als Erinnerungsbild oder Denkmal verstanden werden. In Komposition und Bildanlage/-ausschnitt an wandfüllenden Wandmalereien. Formal blieb er seiner neusachlichen Bildsprache treu, die sich in Das Dresdner Wandbild wurde 1933 abgeschlagen tiert. Der in der Hamburger Kunsthalle erhaltene, teilweise farbige Karton lässt nur Vermutungen über die Farbigkeit zu. 395 Kat. Nr. 12 • Düsseldorf Kat. Nr. 12 • Düsseldorf Jankel Adler Titel Ohne Titel Standort Gesolei, Planetarium/Rheinhalle heutige Nutzung: Tonhalle der Stadt Düsseldorf Datierung um 1926 Technik Kasein-Öl-Malerei auf Leinwand Maße (insgesamt Zyklus von elf Zwickelbildern elf verschiedener Künstler) Zustand erhalten; Ende der 1930er-Jahre entfernt und im städtischen Kunstmuseum (heute Museum Kunstpalast) magaziniert, 1976–1978 Restaurierung durch Restaurierungszentrum der Stadt Düsseldorf, Schenkung Henkel, 1978 Installation in der neuen Tonhalle Auftraggeber nicht bekannt (auf Eigeninitiative der Künstler, vermutlich von Wilhelm Kreis oder der Ausstellungsleitung der Gesolei, Arthur Schlossmann, beauftragt) Quellen und Literatur Die Düsseldorfer Tonhalle oder das tönende Planetarium, hrsg. v. Gesellschaft der Freunde und Förderer der Düsseldorfer Tonhalle e. V., Düsseldorf 2003, Ausmalung) Allg. zur Restaurierung des Planteriums 1983–85 Presse und Primärliteratur Düsseldorfer Lokalzeitung, 29.5.1926 Kunstblatt, Restaurierungszentrum der Landeshauptstadt Düsseldorf, Schenkung Henkel Restaurierungsakte „Zwickelbilder“ Restaurierungsprotokoll, Karteikarte Sammel-Nr. 2084 Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Jankel Adler bekannt. 1929 Beteiligung Jankel Adlers an der Ausstellung „Raum und Wandbild” im Kölnischen Kunstverein. Kat. Nr. 12.1 • Heutige Anordnung der Wand bilder, Tonhalle (ehem. Planetarium) • Schmema: Verfasserin Kat. Nr. 12.2 • Foto: Walter Klein, Düsseldorf 396 Kat. Nr. 12 • Düsseldorf Weitere Künstler, die im Planetarium der Gesolei Zwickelbilder realisierten, alle um 1926 Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten auf der Gesolei, außerhalb des Planetariums, alle um 1926 Dauerbauten, Kaffeesaal: Franz Monjau mit Künstlerkollegen Walter Lehmann und Emil Pohle, Düsseldorfer Haus, Kapelle der Kriegsgefangenen: Fritz Burmann, dreiteilige Wandmalerei Ohne Titel Eingangspavillons, Außenwände: Johan Thorn Prikker, Mosaike „Tag” und „Nacht” Kunstmuseum, Foyer: Johan Thorn Prikker, monumentales, abstraktes Glasfenster Rheinhalle, Tortempel: Heinrich Nauen, Mosaik „Der Rhein als Träger des Lebens“ und „Tanz“, 1925 Rheingoldsaal, Raumnischen und über Saaltür: Ernst Aufseeser, 8–10 Wandbilder Ohne Titel Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, Ausstat- Rheinterrassen, Weinsalon, südl. Flügel: Joseph westl. Flügel: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasen- Beschreibung/Bemerkung Wilhelm Kreis war als leitender Architekt für den Gesamtplan des Ausstellungsgeländes sowie für die Dauerbauten verantwortlich, zu denen neben dem Reichsmuseum für Gesellschafts- und Wirtschaftskunde, dem Kunstmuseum und dem Großrestaurant der Rheinterrassen auch der monumentale Bau des Planetariums (auch Rheinhalle genannt) gehörte. Hier ließ er in den Nischen des Umgangs elf Künstler (acht dieser Künstler waren Mitglieder der Rheindie alle um das zentrale Thema der Gesolei kreisten: der Mensch in seiner geistigen und körperlichen Gesundheit innerhalb der sozialen Umwelt. Ob das Programm von Architekt oder Ausstellungsleitung vorgegeben war, ist nicht belegbar und kann daher nur vermutet werden. immer mehrere Figuren in unterschiedlichen Tätigkeiten oder in direkter Interaktion zu sehen. Außerdem waren Johan Thorn Prikker und Heinrich Nauen mit Mosaiken im Außenraum beauftragt worden sowie Carl Moritz Schneider und Johannes Knubel mit Skulpturenschmuck. Neun der elf Werke lagerten seit ihrer Entfernung in den 1940er-Jahren im städtischen Kunstmuseum und konnten 1976–1978 durch das Restaurierungszentrum der Stadt Düsseldorf restauriert und anschließend in das zur heutigen Tonhalle umgebaute Planetarium zurückgeführt werden. Die Gelder für die Restaurierung in Höhe von 120.000 DM wurden maßgeblich von der Bezirksregierung Düsseldorf übernommen. Die früheren Nischen, für die die Zwickelbilder entstanden waren, sind durch den Umbau jedoch nicht erhalten geblieben. Die Werke wurden restauriert, auf Keilrahmen gespannt und an der Außenwand der Rotunde, die als Foyer dient, installiert. Durch die zahlreichen Einbauten wie Treppenhäuser, häufig nur schlecht sichtbar und kaum noch in ihrer ursprünglichen Idee mit dem Raum verbunden. Jankel Adlers Werk zeigt zwei schlafende Frauen- Figur mit geschlossenen Augen rechts. Sie alle sind vor einem geometrisch zerlegten, mehrfarbigen Hintergrund zu sehen, der aufgrund seiner Blau-, Braun- und Grüntöne einen Ort unter freiem Himmel vermuten lässt. Dafür spricht auch der schemati- Die ursprüngliche Anordnung und Reihenfolge der Werke im Raum ist nicht bekannt; zur heutigen Installation und Platzierung vgl. Schema „Tonhalle.“ 397 Kat. Nr. 13 • Düsseldorf Kat. Nr. 13 • Düsseldorf Ernst Aufseeser Titel Ohne Titel (ornamentaler Wandschmuck „phantastischer Figuren, Blätter und Blumen“) Standort Deutsche Drahtwalzwerke AG, Klubzimmer Hofgartenstraße 6/7, ehem. Wohnhaus Ernst Cramer Datierung um 1919 Technik nicht bekannt Maße vermutlich dreiteilig; Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich Deutsche Drahtwalzwerke) Quellen und Literatur Presse und Primärliteratur Karl Koetschau, Etwas von Düsseldorfer Raumkunst, in: Querverweise Weitere Wandbilder von Ernst Aufseeser 1914, Köln, Werkbundausstellung, Teehaus von Wilhelm Kreis: Portalsäulen (Keramik) mit Märchenmotiven Börsensaal: Wandbilder über Rednerpult und als 1926, Düsseldorf, Gesolei, Rheingoldsaal: Wandbil- 1928, Düsseldorf, Ausstellung „Deutsche Kunst”, Abteilung Raumkunst: abstrakte Gestaltung der Halle 1928, Köln, Pressa: künstlerische Mitwirkung Aufseesers Weitere Wandbilder in Firmengebäuden DÜSSELDORF, Firma Henkel, Speisesaal: Hans Kohlschein, „Das Waschen in den fünf Erdteilen”, Wandbild einer arkadischen Landschaft, 1929 HALLE, Elektrizitätswerk Trotha, Sitzungssaal: 62); Landesbank im Ratshof: Erwin Hahs, Wandbild Kat. Nr. 13.1 • Raumansichten • Abb. entnommen aus: S. 176f. Kat. Nr. 13.2 • Entwurf für Wandmalerei, um 1919 • Abb. entnommen aus: S. 179 Kat. Nr. 13.3 • Entwurf für Wandmalerei, um 1919 • Abb. entnommen aus: S. 172 398 Kat. Nr. 13 • Düsseldorf Beschreibung/Bemerkung Aufseesers ornamentaler Wandschmuck „phantastischer Figuren, Blätter und Blumen“ (Koetschau) breitete sich rankenartig über mindestens drei buntfarbigen Dekorationen erinnern in der Art der Flächennutzung an Rankwerk des Rokoko. An den Wänden mit Türöffnungen platzierte der Künstler seine Wandmalereien in einem großen Bogen auf der Aufseeser komponierte seine Werke aus kleinen heiteren Szenen musizierender Figuren und abstra- Bezug auf seinen Auftraggeber oder die Funktion des Hauses bzw. der Firma, sondern schafft eine heitere Raumatmosphäre für einen Klubraum. Die historischen Aufnahmen, die in der Zeitschrift Feuer veröffentlicht waren, sind die einzigen bekannten Dokumente. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren die Wandmalereien bereits wieder von Tapeten verdeckt. 399 Kat. Nr. 14 • Düsseldorf Kat. Nr. 14 • Düsseldorf Ernst Aufseeser Titel Ohne Titel (Wandbilder über Rednerpult und als Supraporte) Standort Datierung 1924/25 Technik nicht bekannt Maße Zustand nicht erhalten Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich auf Initiative von Wilhelm Kreis) Quellen und Literatur Presse und Primärliteratur Rudolf Albrecht, Das Bürohaus als Werbemittel, in: Stadtarchiv Düsseldorf, Bildarchiv Kaiser Wilhelm Museum, Fotoinventar Entwürfe Entwurf für den heraldischen Löwen, 1925 (sic!, Aquarell Verbleib nicht bekannt, abgedruckt in: 1985, Querverweise Weitere Wandbilder von Ernst Aufseeser 1914, Köln, Werkbundausstellung, Teehaus von Wilhelm Kreis: Portalsäulen (Keramik) mit Märchenmotiven um 1919, Düsseldorf, Deutsche Drahtwalzwerke AG, Klubzimmer: Ornamentaler Wandschmuck mit „phantastischen Figuren, Blättern und Blumen“ 1926, Düsseldorf, Gesolei, Rheingoldsaal: Wandbil- 1928, Düsseldorf, Ausstellung „Deutsche Kunst”, Abteilung Raumkunst: abstrakte Gestaltung der Halle Kat. Nr. 14.1 • Entwurf für Supraporte, um 1919 • Abb. entnommen aus: , S. 16 Kat. Nr. 14.2 • Raumansicht mit Supraporte von Ernst Aufseeser, Wandgestaltung von Johan Thorn Prikker, um 1919 • Abb. entnommen aus: , S. 114 Kat. Nr. 14.3 • Entwurf für Wandbild über Rednerpult, um 1919 • Abb. entnommen aus: 1925, S. 17 400 Kat. Nr. 14 • Düsseldorf 1928, Köln, Pressa: künstlerische Mitwirkung Aufseesers Beschreibung/Bemerkung Über der Eingangstür des kleinen Börsensaals platzierte Aufseeser seinen heraldischen Löwen mit Anker aus dem Düsseldorfer Stadtwappen und über dem Rednerpult ein abstrahiertes Segelschiff. In der kubistisch abstrahierten Formensprache knüpfte Aufseeser damit an die geometrische Wandbemalung Thorn Prikkers an, die dieser aus zahlreichen Rechtecken, Quadraten und L-Formen Börsensaals ausgebreitet hatte. Den Hintergrund beider Werke baute Aufseeser als diagonal angeordnete abstrakte Fläche auf. Inhaltlich nahm er mit der Kombination beider Werke einerseits Bezug auf die Funktion des Saales als einen Handelsort sowie andererseits auf die Stadt Düsseldorf als Wirtschaftsmetropole am Rhein. Beide Werke sind nur durch die Abbildungen in Wil- überliefert. Im großen Börsensaal schuf Thorn Prikker sowohl die abstrakte Wandgestaltung als auch das zugehö- 401 Kat. Nr. 15 • Düsseldorf Kat. Nr. 15 • Düsseldorf Ernst Aufseeser Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt Standort Gesolei, Rheingoldsaal, Wandzwickel in den Raumnischen und Bildfeld über Saaltür Datierung 1926 Technik Fresken Maße Zustand vermutlich erhalten unter Verblendung aus Schlagmetallsilber Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich auf Initiative von Wilhelm Kreis) Quellen und Literatur Ute Einhoff, Die Dauerbauten der Gesolei: Kunstmuseum und Kunstpalast, Reichsmuseum für Gesellund Anm. 24, in: Presse und Primärliteratur Moderne Bauformen. Monatshefte für Architektur und Raumkunst, Stadtarchiv Düsseldorf, Bildarchiv Querverweise Weitere Wandbilder von Ernst Aufseeser 1914, Köln, Werkbundausstellung, Teehaus von Wilhelm Kreis: Portalsäulen (Keramik) mit Märchenmotiven um 1919, Düsseldorf, Deutsche Drahtwalzwerke mit „phantastischen Figuren, Blättern und Blumen“ Börsensaal: Wandbilder über Rednerpult und als 1928, Düsseldorf, Ausstellung „Deutsche Kunst”, Abteilung Raumkunst: abstrakte Gestaltung der Halle 1928, Köln, Pressa: künstlerische Mitwirkung Aufseesers Kat. Nr. 15.1 • Wandmalerei über Saaltür, 1926 • Abb. entnommen aus: S. 99 (Abb. 113) Kat. Nr. 15.2 • Wandbilder innerhalb des Rheingoldsaales, 1926 • Foto: Julius Söhn; Abb. entnommen aus: , Bd. I, S. 360 Kat. Nr. 15.3 • Wandbild einer Raumnische, 1926 • Foto: Julius Söhn; Abb. entnommen aus: Bd. I, S. 360 402 Kat. Nr. 15 • Düsseldorf Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten auf der Gesolei, außerhalb des Planetariums, alle um 1926 Dauerbauten, Kaffeesaal: Franz Monjau mit Künstlerkollegen Walter Lehmann und Emil Pohle , Düsseldorfer Haus, Kapelle der Kriegsgefangenen: Fritz Burmann, dreiteilige Wandmalerei Ohne Titel Eingangspavillons, Außenwände: Johan Thorn Prikker, Mosaike „Tag” und „Nacht” Kunstmuseum, Foyer: Johan Thorn Prikker, monumentales, abstraktes Glasfenster Rheinhalle, Tortempel: Heinrich Nauen, Mosaik „Der Rhein als Träger des Lebens“ und „Tanz“, 1925 Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, Ausstat- Rheinterrassen, Weinsalon, südl. Flügel: Joseph Flügel: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasendem Tier Weitere Künstler, die im Planetarium der Gesolei Zwickelbilder realisierten, alle um 1926 Weitere Wandmalereien in Gaststätten und Restaurants BERLIN, Scala, Tanzcasino: Rudolf Belling und Walter Würzbach, abstrakt/ornamentale Wandgestaltung, 1920 Interhotel „Bastei”, Außenbau: Rudolf Lipowski und Kurt Sillack, „Die Stadt der modernen sozialistischen Industrie, der Wissenschaft und der Kunst grüßt seine Gäste/Dresden grüßt seine Gäste”, 1969 DÜSSELDORF GESOLEI, Rheinterrassen, Weinsalon: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasenden Franz Monjau mit Walter Lehmann und Emil Pohle, Wandfriese, um 1926 (Kat. Nr. 33); Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, wandmalerische Ausstat- DÜSSELDORF, Haus zum Kurfürsten: Hans Kohl- 25) DUISBURG, Duisburger Hof, Großer Saal (sog. Konversationshalle): Viktor Lurje, sog. Jahreszeiten- ESSEN, Börse, Erfrischungsraum: Johan Thorn Prikker, abstrakte Wandmalerei und Fenstergestaltung, 1924 HAMBURG, Altona, Kaisercafé: Otto Fischer-Trachau, Ausmalung des Hochzeitssaales, 1928 KÖLN, Kleine Glocke: Heinrich Hoerle, Karnevalsdekoration (temporär), 1930er-Jahre; Hansahochhaus, Gaststätte: Richard Seewald, Wandbildzyklus, 1927 Tanzsaal: Heinrich Hoerle, Wandbilder neben der Willy Szesztokat, Wandbilder ohne Titel, um 1930 Zoo, Gaststätte, Festräume: Richard Seewald, Wandmalerei, 1927 KREFELD, Restaurant Hülser Berg: Johan Thorn Prikker, „Hühnerhof”, um 1909; Hotel Krefelder Hof: Johan Thorn Prikker, vierteiliger Zyklus „Die LEIPZIG, Auerbachs Keller: Ludwig von Hofmann, sog. Euphorion-Wandbild, 1912/13 LUXEMBOURG, Café Namur: Franz Wilhelm Seiwert, Entwürfe für Glasfenster, 1928 MÜNCHEN, Theresienhöhe, Ausstellungsgelände Erler, Wandbilder „Die vier Elemente”, 1908 STRAßBURG, Aubette, Tanz-Café: Hans Arp, Theo van Doesburg und Sophie Taeuber-Arp, abstrakte Wandgestaltung, 1925–1928 la nymphe Ancolie”, 1934 Beschreibung/Bemerkung Für den Rheingoldsaal schuf Aufseeser sowohl für den Eingangsbereich über der Saaltür Wandmalereien als auch für die Nischen des Saales, der von einer großen, goldenen Schirmkuppel überwölbt wurde. Die seitlichen Nischen waren jeweils von kleineren Muscheln überfangen. Die quadratischen Bildfelder Aufseesers, die dieser in die Muscheln zwar einpasste, aber dennoch mit einem, wenn auch gemalten, gelbgoldenen Rahmen versah, zeigten kubistisch reduzierte Stillleben und emblematisch zu lesende Szenerien in den Grundfarben blau, rot und gelb. Aufseeser hielt sich mit diesem Bildprogramm und Farbauswahl an die von Kreis intendierte festliche Wirkung. Durch die quadratische Bildbegrenzung, jenseits der sich der graublaue Bildgrund zwar fortsetzt, dominiert hier jedoch eine tafelbildartige Wirkung. 403 Kat. Nr. 16 • Düsseldorf Kat. Nr. 16 • Düsseldorf Josef Bell Titel Ohne Titel Standort Gesolei, Planetarium/Rheinhalle heutige Nutzung: Tonhalle der Stadt Düsseldorf Datierung um 1926 Technik Kasein-Öl-Malerei auf Leinwand Maße (insgesamt Zyklus von elf Zwickelbildern elf verschiedener Künstler) Zustand erhalten; Ende der 1930er-Jahre entfernt und im städtischen Kunstmuseum (heute Museum Kunstpalast) magaziniert, 1976–1978 Restaurierung durch Restaurierungszentrum der Stadt Düsseldorf, Schenkung Henkel, 1978 Installation in der neuen Tonhalle Auftraggeber nicht bekannt (auf Eigeninitiative der Künstler, vermutlich von Wilhelm Kreis oder der Ausstellungsleitung der Gesolei, Arthur Schlossmann, beauftragt) Quellen und Literatur Die Düsseldorfer Tonhalle oder das tönende Planetarium, hrsg. v. Gesellschaft der Freunde und Förderer Ausmalung) Presse und Primärliteratur Düsseldorfer Lokalzeitung, 29.5.1926 Restaurierungszentrum der Landeshauptstadt Düsseldorf, Schenkung Henkel Restaurierungsakte „Zwickelbilder“ Restaurierungsprotokoll, Karteikarte Sammel-Nr. 2084, 2086 Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Josef Bell bekannt. Weitere Künstler, die im Planetarium der Gesolei Zwickelbilder realisierten, alle um 1926 Kat. Nr. 16 • Foto: Walter Klein, Düsseldorf 404 Kat. Nr. 16 • Düsseldorf Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten auf der Gesolei, außerhalb des Planetariums, alle um 1926 Dauerbauten, Kaffeesaal: Franz Monjau mit Künstlerkollegen Walter Lehmann und Emil Pohle, Düsseldorfer Haus, Kapelle der Kriegsgefangenen: Fritz Burmann, dreiteilige Wandmalerei Ohne Titel Eingangspavillons, Außenwände: Johan Thorn Prikker, Mosaike „Tag” und „Nacht” Kunstmuseum, Foyer: Johan Thorn Prikker, monumentales, abstraktes Glasfenster Rheinhalle, Tortempel: Heinrich Nauen, Mosaik „Der Rhein als Träger des Lebens“ und „Tanz“, 1925 Rheingoldsaal, Raumnischen und über Saaltür: Ernst Aufseeser, 8–10 Wandbilder Ohne Titel Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, Ausstat- Rheinterrassen, Weinsalon, südl. Flügel: Joseph westl. Flügel: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasen- Beschreibung/Bemerkung Joseph Bells Bild zeigt einen Bauer mit Sense bei der Heuernte. Die gesamte Bildkomposition ist symmetrisch sowie zentralperspektivisch angelegt: er wird gleichsam von der auf- bzw. untergehenden Sonne in der Bildspitze gekrönt, rechts und links sind je Heugarben als rahmende Elemente eingesetzt. Das Bild zeichnet sich durch eine kräftigere Farbigkeit vor den anderen Werken aus. Die ursprüngliche Anordnung und Reihenfolge der Werke im Raum ist nicht bekannt; zur heutigen Installation und Platzierung vgl. Schema „Tonhalle“, 405 Kat. Nr. 17 • Düsseldorf Kat. Nr. 17 • Düsseldorf Fritz Burmann Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Tryptichon zu Thema Tod/Trauer/Klage) Standort Gesolei, Düsseldorfer Haus (Pavillon der Stadt Düsseldorf), Kapelle der Kriegsgefangenen Datierung um 1926 Technik nicht bekannt (Wandmalerei) Maße dreiteilig, genaue Maße nicht bekannt (ca. lebensgroße Figuren) Zustand nicht erhalten Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich Ausstellungsleitung der Gesolei, Arthur Schlossmann) Quellen und Literatur Die Weltkunst 1952, 22. Jg., H. 15, S. 7 Primärliteratur Stadtarchiv Düsseldorf, Bildarchiv Bild-Nr. 005-153-057, Foto Rolf Lantin Bild-Nr. 005-153-059, Foto: Annemarie Kay Bild-Nr. 005-153-060, Foto: H. Schmölz Querverweise Weitere Wandbilder von Fritz Burmann um 1926 Düsseldorf, Gesolei, Planetarium: Zwickel- 1942 Berlin, Spanische Botschaft, Kapelle: Wandbilder zur Lebens- und Leidensgeschichte Christi Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten auf der Gesolei, außerhalb des Planetariums, alle um 1926 Dauerbauten, Kaffeesaal: Franz Monjau mit Künstlerkollegen Walter Lehmann und Emil Pohle, Eingangspavillons, Außenwände: Johan Thorn Prikker, Mosaike „Tag” und „Nacht” Kunstmuseum, Foyer: Johan Thorn Prikker, monumentales, abstraktes Glasfenster Rheinhalle, Tortempel: Heinrich Nauen, Mosaik „Der Rhein als Träger des Lebens“ und „Tanz“, 1925 Rheingoldsaal, Raumnischen und über Saaltür: Ernst Aufseeser, 8–10 Wandbilder Ohne Titel Kat. Nr. 17.1 • Raumansicht • Foto: Hugo Schmölz, Stadtarchiv Düsseldorf, Inv.-Nr. 005-153-060 Kat. Nr. 17.2 • Raumansicht • Foto: Hugo Schmölz, Stadtarchiv Düsseldorf, Inv.-Nr. 005-153-059 406 Kat. Nr. 17 • Düsseldorf Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, Ausstat- Rheinterrassen, Weinsalon, südl. Flügel: Joseph westl. Flügel: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasen- Weitere Künstler, die im Planetarium der Gesolei Zwickelbilder realisierten, alle um 1926 Weitere Wandmalereien und baugebundene Arbeiten zur Kriegerehrung HAMBURG – alle von Otto Fischer-Trachau – Realgymnasium des Johanneums, Eingangshalle: Wandbild zur Kriegerehrung und farbige Wandge- 71); Oberrealschule Bülaustraße: Fenster zur Kriegerehrung (16-tlg.), 1920; Oberrealschule vor dem Holstentor, Festsaal: Kriegergedächtnisbild, STADE, St. Cosmae: Otto Fischer-Trachau, Kriegergedächtnismal, 1921 Beschreibung/Bemerkung Mit dem Düsseldorfer Haus wollte sich die Stadt Düsseldorf auf der Gesolei als Gastgeberin und Kunststadt präsentieren. In die Gestaltung des Pavillons waren daher zahlreiche Künstler einbezogen, wie Arthur Schlossmann im Katalog von 1927 dokumentiert: Burga von Wecus, Helmut Liesegang, Karl Diemke, Heinz Wever, Eduard Sturm, Fritz Lewy, Rudi vom Endt, Richard Gessner und auch Fritz Burmann. Burmann gestaltete die Kapelle der Kriegsgefangenen mit einer dreiteiligen Wandmalerei, die er in der Tradition von Altarbildern oder Flügelaltären auf drei Wänden des oktogonalen Raumes symmetrisch aufbaute. Mittig ist unter einem schlichten Metallkreuz eine horizontal liegende Figur zu sehen, die eng in Leintücher eingeschlagen ist. Es ist nicht eindeutig zu unterscheiden, ob es sich um einen Leichnam oder Kranken handelt. Links und rechts davon hatte Burmann je eine stehende Figur eines Mannes und einer Frau platziert. Vor der dunkel gekleideten Frau zur Rechten steht außerdem ein kleines Mädchen in weißem Kleid. Durch den schwarzen Schleier der Frau und den gesenkten Blick wird deutlich, dass es sich um eine Kriegswitwe handelt. Der Blinde mit Armbinde und Blindenstock zur Linken ist als Kriegsversehrter zu lesen. Beide Figuren sind in neusachlicher Malweise vollkommen statisch und monolithisch gestaltet und korrespondieren hierin mit der liegenden Figur. Burmann platzierte alle drei Figuren/-gruppen direkt auf den hellen Putz, ohne eine eigene Hintergrundgestaltung vorzunehmen. Er erreicht so einen nüchternen und schematisch, symbolhaften Charakter, der auch in seinem Zwickelbild für das Planetarium anklang, hier jedoch wesentlich stärker ausgeprägt war. Trauer und Vereinzelung werden so auch formal visualisiert. Diese Wandmalerei ist nur in verschiedenen Nach der Beteiligung an der künstlerischen Ausgestaltung der Gesolei-Bauten wurde Burmann im November 1926 außerdem vom Preußischen Kultusministerium zu dem bereits 1925 angekündigten Wettbewerb zur Ausgestaltung der westlichen Eingangshalle der Marienkirche in Frankfurt an der Oder eingeladen. Burmanns Entwurf wurde zwar unter den ersten vier von insgesamt 16 eingereichten Entwürfen (bei 20 Einladungen) ausgezeichnet, jedoch wurde letztendlich keiner für eine Umsetzung für gut befunden und ausgeführt. Kunst und Wirtschaft, 407 Kat. Nr. 18 • Düsseldorf Kat. Nr. 18 • Düsseldorf Fritz Burmann Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Architekten und Baumeister) Standort Gesolei, Planetarium/Rheinhalle heutige Nutzung: Tonhalle der Stadt Düsseldorf Datierung um 1926 Technik Öl-Tempera auf Leinwand (Firnis Kasein) Maße (insgesamt Zyklus von elf Zwickelbildern elf verschiedener Künstler) Zustand erhalten; Ende der 1930er-Jahre entfernt und im städtischen Kunstmuseum (heute Museum Kunstpalast) magaziniert, 1976–1978 Restaurierung durch Restaurierungszentrum der Stadt Düsseldorf, Schenkung Henkel, 1978 Installation in der neuen Tonhalle Auftraggeber nicht bekannt (auf Eigeninitiative der Künstler, vermutlich von Wilhelm Kreis oder der Ausstellungsleitung der Gesolei, Arthur Schlossmann, beauftragt) Quellen und Literatur Die Düsseldorfer Tonhalle oder das tönende Planetarium, hrsg. v. Gesellschaft der Freunde und Förderer Ausmalung) Presse und Primärliteratur Düsseldorfer Lokalzeitung, 29.5.1926 Restaurierungszentrum der Landeshauptstadt Düsseldorf, Schenkung Henkel Restaurierungsakte „Zwickelbilder“ Restaurierungsprotokoll, Karteikarte Sammel- Nr. 2084, 2089 Querverweise Weitere Wandbilder von Fritz Burmann um 1926 Düsseldorf, Gesolei, Düsseldorfer Haus, Kapelle der Kriegsgefangenen: dreiteilige Wandma- 1942 Berlin, Spanische Botschaft, Kapelle: Wandbilder zur Lebens- und Leidensgeschichte Christi Kat. Nr. 18 • Foto: Walter Klein, Düsseldorf 408 Weitere Künstler, die im Planetarium der Gesolei Zwickelbilder realisierten, alle um 1926 Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten auf der Gesolei, außerhalb des Planetariums, alle um 1926 Dauerbauten, Kaffeesaal: Franz Monjau mit Künstlerkollegen Walter Lehmann und Emil Pohle Düsseldorfer Haus, Kapelle der Kriegsgefangenen: Fritz Burmann, dreiteilige Wandmalerei Ohne Titel Eingangspavillons, Außenwände: Johan Thorn Prikker, Mosaike „Tag” und „Nacht” Kunstmuseum, Foyer: Johan Thorn Prikker, monumentales, abstraktes Glasfenster Rheinhalle, Tortempel: Heinrich Nauen, Mosaik „Der Rhein als Träger des Lebens“ und „Tanz“, 1925 Rheingoldsaal, Raumnischen und über Saaltür: Ernst Aufseeser, 8–10 Wandbilder Ohne Titel Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, Ausstat- Rheinterrassen, Weinsalon, südl. Flügel: Joseph westl. Flügel: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasen- Beschreibung/Bemerkung Auf Fritz Burmanns Zwickelbild werden Architektur und Baukunst thematisiert. Der Künstler zeigt vier Figuren, von denen drei mit dem Bau eines Hauses der sich drei männliche Arbeiter deutlich vor dem hellblauen Hintergrund abheben. Der obere hält ein der mittlere trägt Backsteine auf einer Stellage auf seinen Schultern, der untere hält eine Maurerkelle in der Rechten und einen Backstein in seiner Linken und ist in gebückter Haltung dabei, diesen auf der unteren Stufe der Mauer zu platzieren. Rechts im Vordergrund ist ein weiterer männlicher Halbakt in einer Türöffnung zu sehen. Er blickt nach rechts zu den Arbeitern. Burmann kombiniert die drei Figuren der Arbeiter mit ihren gleichsam linear formulierten Körpern bzw. grund. Sie korrespondieren auf diese Weise mit der einfachen Geometrie des noch unfertigen Bauwerks. Im Zuge der Restaurierung wurde die rechte Ecke des Bildes, die zuvor offenbar für einen Treppenaufgang ausgespart worden war, ergänzt. Die ursprüngliche Anordnung und Reihenfolge der Werke im Raum ist nicht bekannt; zur heutigen Installation und Platzierung vgl. Schema „Tonhalle“, Kat. Nr. 18 • Düsseldorf 409 Kat. Nr. 19 • Düsseldorf Carl Cürten Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt Standort Gesolei, Planetarium/Rheinhalle heutige Nutzung: Tonhalle der Stadt Düsseldorf Datierung um 1926 Technik Kasein-Öl-Malerei auf Leinwand Maße (insgesamt Zyklus von elf Zwickelbildern elf verschiedener Künstler) Zustand erhalten; Ende der 1930er-Jahre entfernt und im städtischen Kunstmuseum (heute Museum Kunstpalast) magaziniert, 1976–1978 Restaurierung durch Restaurierungszentrum der Stadt Düsseldorf, Schenkung Henkel, 1978 Installation in der neuen Tonhalle Auftraggeber nicht bekannt (auf Eigeninitiative der Künstler, vermutlich von Wilhelm Kreis oder der Ausstellungsleitung der Gesolei, Arthur Schlossmann, beauftragt) Quellen und Literatur Die Düsseldorfer Tonhalle oder das tönende Planetarium, hrsg. v. Gesellschaft der Freunde und Förderer Ausmalung) Presse und Primärliteratur Düsseldorfer Lokalzeitung, 29.5.1926 Restaurierungszentrum der Landeshauptstadt Düsseldorf, Schenkung Henkel Restaurierungsakte „Zwickelbilder“ Restaurierungsprotokoll, Karteikarte Sammel- Nr. 2084, 2091 Querverweise Weitere Wandbilder von Carl Cürten um 1927 Brasilien, Sao Paulo, Deutscher Club „Germania“, Festräume: verschiedene Wandbilder 1928 Düsseldorf, Kirche an der Degerstraße: Wandbilder in Hauptkapelle Kat. Nr. 19 • Foto: Walter Klein, Düsseldorf Kat. Nr. 19 • Düsseldorf 410 Weitere Künstler, die im Planetarium der Gesolei Zwickelbilder realisierten, alle um 1926 Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten auf der Gesolei, außerhalb des Planetariums, alle um 1926 Dauerbauten, Kaffeesaal: Franz Monjau mit Künstlerkollegen Walter Lehmann und Emil Pohle, Düsseldorfer Haus, Kapelle der Kriegsgefangenen: Fritz Burmann, dreiteilige Wandmalerei Ohne Titel Eingangspavillons, Außenwände: Johan Thorn Prikker, Mosaike „Tag” und „Nacht” Kunstmuseum, Foyer: Johan Thorn Prikker, monumentales, abstraktes Glasfenster Rheinhalle, Tortempel: Heinrich Nauen, Mosaik „Der Rhein als Träger des Lebens“ und „Tanz“, 1925 Rheingoldsaal, Raumnischen und über Saaltür: Ernst Aufseeser, 8–10 Wandbilder Ohne Titel Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, Ausstat- Rheinterrassen, Weinsalon, südl. Flügel: Joseph westl. Flügel: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasen- Beschreibung/Bemerkung Auf Carl Cürtens Wandbild sind vier erwachsene Figuren sowie zwei Kinder zu sehen. Sie sind gleichmäßig in einem Halbkreis auf Vorder- und Mittelgrund verteilt und können als eine zeitgenössische Lebensalterdarstellung gelesen werden. am rechten Bildrand leitet die Komposition ein. Sie ist der einzelnen, fast mittig stehenden Frau zugewandt, die an eine Brüstung gelehnt aus dem Bild herausblickt. Links vorn ist ein älterer Mann zu sehen, der auf einer gestreiften Decke sitzt und dem Betrachter den Rücken zuwendet. Er hält einen großen Teller mit Obst, von dem die ihm zugeordnete haben scheint. Die Kleidung der Frauen erinnern an römische Gewänder; die linke Brust der stehenden Figur ist entblößt. Der Hintergrund ist durch breit angelegte blaue und schematische Darstellung eines Segelbootes –, Uferbereich und Himmel zu deuten. Im Vordergrund verweist die grüne Untergrundgestaltung auf einen grasbewachsenen Uferabschnitt. Die Anlage der Komposition erinnert in ihrem streng linearen und schichtweisen Aufbau an Monumentalbilder der Renaissance, die auch Giorgio de Chirico oder anderen Wandbildmalern wie Charles 61) als Vorbild dienten. Hier wird nicht so sehr die Fläche betont, sondern durch Bildstaffelung eine Erweiterung des Bildraumes angestrebt. Die ursprüngliche Anordnung und Reihenfolge der Werke im Raum ist nicht bekannt; zur heutigen Installation und Platzierung vgl. Schema „Tonhalle“, Kat. Nr. 19 • Düsseldorf 411 Kat. Nr. 20 • Düsseldorf Arthur Erdle Titel „Die Badenden“ Standort Gesolei, Planetarium/Rheinhalle heutige Nutzung: Tonhalle der Stadt Düsseldorf Datierung um 1926 Technik Kasein-Öl-Malerei auf Leinwand Maße (insgesamt Zyklus von elf Zwickelbildern elf verschiedener Künstler) Zustand nicht erhalten Auftraggeber nicht bekannt (auf Eigeninitiative der Künstler, vermutlich von Wilhelm Kreis oder der Ausstellungsleitung der Gesolei, Arthur Schlossmann, beauftragt) Quellen und Literatur Die Düsseldorfer Tonhalle oder das tönende Planetarium, hrsg. v. Gesellschaft der Freunde und Förderer Ausmalung) Presse und Primärliteratur Düsseldorfer Lokalzeitung, 29.5.1926 Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Arthur Erdle bekannt. Weitere Künstler, die im Planetarium der Gesolei Zwickelbilder realisierten, alle um 1926 Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten auf der Gesolei, außerhalb des Planetariums, alle um 1926 Dauerbauten, Kaffeesaal: Franz Monjau mit Künstlerkollegen Walter Lehmann und Emil Pohle Kat. Nr. 20 • Reproduktion Walter Klein, Düsseldorf Kat. Nr. 20 • Düsseldorf 412 Düsseldorfer Haus, Kapelle der Kriegsgefangenen: Fritz Burmann, dreiteilige Wandmalerei Ohne Titel Eingangspavillons, Außenwände: Johan Thorn Prikker, Mosaike „Tag” und „Nacht” Kunstmuseum, Foyer: Johan Thorn Prikker, monumentales, abstraktes Glasfenster Rheinhalle, Tortempel: Heinrich Nauen, Mosaik „Der Rhein als Träger des Lebens“ und „Tanz“, 1925 Rheingoldsaal, Raumnischen und über Saaltür: Ernst Aufseeser, 8–10 Wandbilder Ohne Titel Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, Ausstat- Rheinterrassen, Weinsalon, südl. Flügel: Joseph westl. Flügel: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasen- Beschreibung/Bemerkung Erdles Wandbild ist nicht erhalten und nur in einer Schwarz-Weiß-Aufnahme überliefert. Es erinnert in Aufbau und Komposition an das Werk Betrachter wie auf einer Bühne in leicht halbkreisförmiger Form in symmetrischer Anordnung gegen- überstehen. Es handelte sich um vier weibliche und einen männlichen Akt sowie einen Knaben, die sich offenbar an einem Schwimmbeckenrand versammelt haben. Hinter ihnen war ein mehrfarbiger Bretterzaun zu sehen, der den Badebereich zu begrenzen schien. Die Figuren rechts und links außen sitzen am Beckenrand, die Füße im Wasser. Die linke Frau hat den Arm um das Kleinkind zu ihrer Linken gelegt und ihm den Kopf zugewendet. Von den drei stehenden Figuren ist die mittlere zusätzlich herausgehoben durch das gestreifte Badetuch, auf dem sie steht. Es bildet gleichsam eine Art Podest. Sie steht im klassischen Kontrapost, den Blick nach vorn unten gerichtet. Die Köpfe der anderen Figuren sind zur Mitte gerichtet Erdles zentrale Themen könnten Bade- und Freikörperkultur sowie körperliche Gesundheit gewesen sein. Die ursprüngliche Anordnung und Reihenfolge der Werke im Raum ist nicht bekannt; zur heutigen Installation und Platzierung vgl. Schema „Tonhalle“, Kat. Nr. 20 • Düsseldorf 413 Kat. Nr. 21 • Düsseldorf Bernhard Gobiet Titel „Die Schwebenden“ Standort Gesolei, Planetarium/Rheinhalle heutige Nutzung: Tonhalle der Stadt Düsseldorf Datierung um 1926 Technik Kasein-Öl-Malerei auf Leinwand Maße (insgesamt Zyklus von elf Zwickelbildern elf verschiedener Künstler) Zustand erhalten; Ende der 1930er-Jahre entfernt und im städtischen Kunstmuseum (heute Museum Kunstpalast) magaziniert, 1976–1978 Restaurierung durch Restaurierungszentrum der Stadt Düsseldorf, Schenkung Henkel, 1978 Installation in der neuen Tonhalle Auftraggeber nicht bekannt (auf Eigeninitiative der Künstler, vermutlich von Wilhelm Kreis oder der Ausstellungsleitung der Gesolei, Arthur Schlossmann, beauftragt) Quellen und Literatur Die Düsseldorfer Tonhalle oder das tönende Planetarium, hrsg. v. Gesellschaft der Freunde und Förderer Ausmalung) Presse und Primärliteratur Düsseldorfer Lokalzeitung, 29.5.1926 Restaurierungszentrum der Landeshauptstadt Düsseldorf, Schenkung Henkel Restaurierungsakte „Zwickelbilder“ Restaurierungsprotokoll, Karteikarte Sammel- Nr. 2084, 2085 Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Bernhard Gobiet bekannt. Kat. Nr. 21 • Foto: Walter Klein, Düsseldorf Kat. Nr. 21 • Düsseldorf 414 Weitere Künstler, die im Planetarium der Gesolei Zwickelbilder realisierten, alle um 1926 19), Arthur Erdle (Kat Nr. 20), Werner Heuser Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten auf der Gesolei, außerhalb des Planetariums, alle um 1926 Dauerbauten, Kaffeesaal: Franz Monjau mit Künstlerkollegen Walter Lehmann und Emil Pohle Düsseldorfer Haus, Kapelle der Kriegsgefangenen: Fritz Burmann, dreiteilige Wandmalerei Ohne Titel Eingangspavillons, Außenwände: Johan Thorn Prikker, Mosaike „Tag” und „Nacht” Kunstmuseum, Foyer: Johan Thorn Prikker, monumentales, abstraktes Glasfenster Rheinhalle, Tortempel: Heinrich Nauen, Mosaik „Der Rhein als Träger des Lebens“ und „Tanz“, 1925 Rheingoldsaal, Raumnischen und über Saaltür: Ernst Aufseeser, 8–10 Wandbilder Ohne Titel Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, Ausstat- Rheinterrassen, Weinsalon, südl. Flügel: Joseph westl. Flügel: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasen- Beschreibung/Bemerkung die jeweils von rechts und links in das Zwickelbild hineinzuschweben scheinen. Die rechte Figur ist in Rückenansicht zu sehen, die linke von vorn. Sie hat die Augen geschlossen. Beide halten die Arme ausgebreitet, die Körper bilden sanfte Bogenformen und überschneiden sich in der Mitte leicht. Die Köpfe sind jeweils rechts und links der Mittelachse des Bildfeldes platziert. Außer den Figuren ist das Bildfeld vollkommen wenige geometrische Formen am vorderen Bildrand gestaltet. Was das konkrete Thema dieses Wandbildes war, ist nicht gesichert. Es könnte Schlaf oder Traum gewesen sein. Die durch einen Türdurchgang bedingte querrechteckige Fläche, die in der Ursprungsfassung ausgespart blieb, wurde im Zuge der Restaurierung in der Farbigkeit und im Stil des Künstlers ergänzt. Die ursprüngliche Anordnung und Reihenfolge der Werke im Raum ist nicht bekannt; zur heutigen Installation und Platzierung vgl. Schema „Tonhalle“, Kat. Nr. 21 • Düsseldorf 415 Kat. Nr. 22 • Düsseldorf Werner Heuser Titel „Feierabend“ Standort Gesolei, Planetarium/Rheinhalle heutige Nutzung: Tonhalle der Stadt Düsseldorf Datierung um 1926 Technik Kasein-Öl-Malerei auf Leinwand Maße (insgesamt Zyklus von elf Zwickelbildern elf verschiedener Künstler) Zustand erhalten; Ende der 1930er-Jahre entfernt und im städtischen Kunstmuseum (heute Museum Kunstpalast) magaziniert, 1976–1978 Restaurierung durch Restaurierungszentrum der Stadt Düsseldorf, Schenkung Henkel, 1978 Installation in der neuen Tonhalle Auftraggeber nicht bekannt (auf Eigeninitiative der Künstler, vermutlich von Wilhelm Kreis oder der Ausstellungsleitung der Gesolei, Arthur Schlossmann, beauftragt) Quellen und Literatur Die Düsseldorfer Tonhalle oder das tönende Planetarium, hrsg. v. Gesellschaft der Freunde und Förderer Ausmalung) Presse und Primärliteratur Düsseldorfer Lokalzeitung, 29.5.1926 Restaurierungszentrum der Landeshauptstadt Düsseldorf, Schenkung Henkel Restaurierungsakte „Zwickelbilder“ Restaurierungsprotokoll, Karteikarte Sammel- Nr. 2084, 2092 Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Werner Heuser bekannt. Weitere Künstler, die im Planetarium der Gesolei Zwickelbilder realisierten, alle um 1926 19), Arthur Erdle (Kat Nr. 20), Berhard Gobiet Kat. Nr. 22 • Foto: Walter Klein, Düsseldorf Kat. Nr. 22 • Düsseldorf 416 Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten auf der Gesolei, außerhalb des Planetariums, alle um 1926 Dauerbauten, Kaffeesaal: Franz Monjau mit Künstlerkollegen Walter Lehmann und Emil Pohle Düsseldorfer Haus, Kapelle der Kriegsgefangenen: Fritz Burmann, dreiteilige Wandmalerei Ohne Titel Eingangspavillons, Außenwände: Johan Thorn Prikker, Mosaike „Tag” und „Nacht” Kunstmuseum, Foyer: Johan Thorn Prikker, monumentales, abstraktes Glasfenster Rheinhalle, Tortempel: Heinrich Nauen, Mosaik „Der Rhein als Träger des Lebens“ und „Tanz“, 1925 Rheingoldsaal, Raumnischen und über Saaltür: Ernst Aufseeser, 8–10 Wandbilder Ohne Titel Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, Ausstat- Rheinterrassen, Weinsalon, südl. Flügel: Joseph westl. Flügel: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasen- Beschreibung/Bemerkung Das mit „Feierabend“ betitelte Wandbild von Werner Heuser zeigt insgesamt neun Figuren, die zu zweit, kombiniert sind. Die Komposition ist in drei diagonalen Linien aufgebaut, die sich vom rechten Bildrand zur linken Bildecke reihen. rechts fungiert als klassische Repoussoir-Figur, die den Betrachter in das Bild einführt. Über ihre Rückenlinie führt der Blick zu der Gruppe aus drei stehenden Figuren: ein Mann in breitem Stand, der sich auf eine Schaufel aufstützt und seinen Kopf einer weiblichen Figur zugewendet hat, die einen Korb mit Obst und Blumen hält. Diesen scheint sie der dritten weiblichen Figur zu reichen, die auf der obersten Stufe des Podestes steht und so auch den höchsten Bildpunkt bildet. Mittig vor den beiden Frauen ist im Vordergrund eine Mutter in blauem Kleid zu sehen, die neben ihrem stehenden Kind kniet. Links neben ihnen schreitet ein Paar in engem Gleichschritt aneinander geschmiegt in den Bildraum. Den Abschluss der Komposition bildet in der linken Bildecke eine weibliche Figur auf einer Stufe oder Podest sitzend. Sie hat den Blick auf die Mutter mit Kind in der Bildmitte gewendet. Die klassisch durchgebildeten Figuren sind alle bekleidet; die Farbigkeit wird von den Grundfarben rot, gelb, blau und verschiedenen Abstufungen dominiert. Auch hier wird durch die räumliche Staffelung wieder mehr die Raumtiefe als die Flächenwirkung eines klassischen Wandbildes betont. Die ursprüngliche Anordnung und Reihenfolge der Werke im Raum ist nicht bekannt; zur heutigen Installation und Platzierung vgl. Schema „Tonhalle“, Kat. Nr. 22 • Düsseldorf 417 Kat. Nr. 23 • Düsseldorf Arthur Kaufmann Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Badende am Ufer/ Erholung) Standort Gesolei, Planetarium/Rheinhalle heutige Nutzung: Tonhalle der Stadt Düsseldorf Datierung um 1926 Technik Kasein-Öl-Malerei auf Leinwand Maße (insgesamt Zyklus von elf Zwickelbildern elf verschiedener Künstler) Zustand erhalten; Ende der 1930er-Jahre entfernt und im städtischen Kunstmuseum (heute Museum Kunstpalast) magaziniert, 1976–1978 Restaurierung durch Restaurierungszentrum der Stadt Düsseldorf, Schenkung Henkel, 1978 Installation in der neuen Tonhalle Auftraggeber nicht bekannt (auf Eigeninitiative der Künstler, vermutlich von Wilhelm Kreis oder der Ausstellungsleitung der Gesolei, Arthur Schlossmann, beauftragt) Quellen und Literatur Die Düsseldorfer Tonhalle oder das tönende Planetarium, hrsg. v. Gesellschaft der Freunde und Förderer Ausmalung) Presse und Primärliteratur Düsseldorfer Lokalzeitung, 29.5.1926 Restaurierungszentrum der Landeshauptstadt Düsseldorf, Schenkung Henkel Restaurierungsakte „Zwickelbilder“ Restaurierungsprotokoll, Karteikarte Sammel- Nr. 2084, 2087 Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Arthur Kaufmann bekannt. Kat. Nr. 23 • Foto: Walter Klein, Düsseldorf Kat. Nr. 23 • Düsseldorf 418 Weitere Künstler, die im Planetarium der Gesolei Zwickelbilder realisierten, alle um 1926 Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten auf der Gesolei, außerhalb des Planetariums, alle um 1926 Dauerbauten, Kaffeesaal: Franz Monjau mit Künstlerkollegen Walter Lehmann und Emil Pohle Düsseldorfer Haus, Kapelle der Kriegsgefangenen: Fritz Burmann, dreiteilige Wandmalerei Ohne Titel Eingangspavillons, Außenwände: Johan Thorn Prikker, Mosaike „Tag” und „Nacht” Kunstmuseum, Foyer: Johan Thorn Prikker, monumentales, abstraktes Glasfenster Rheinhalle, Tortempel: Heinrich Nauen, Mosaik „Der Rhein als Träger des Lebens“ und „Tanz“, 1925 Rheingoldsaal, Raumnischen und über Saaltür: Ernst Aufseeser, 8–10 Wandbilder Ohne Titel Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, Ausstat- Rheinterrassen, Weinsalon, südl. Flügel: Joseph westl. Flügel: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasen- Beschreibung/Bemerkung Arthur Kaufmann stellte auf seinem Wandbild Badende an einem begrünten Ufer dar. Der Grüngekippt. Darüber schließt Kaufmann die Wasser- Wellenlinien er bis in die Bildspitze übereinander schichtet. ein Mädchen im Badeanzug beim Fangenspiel zu sehen. Hinter ihnen treibt ein einfaches Holzboot auf dem Wasser. erzeugt Kaufmann durch diese Überschneidung das einzige Mal Raumtiefe. Die Figuren im Vordergrund sind zwar auf ihren Badetüchern gezeigt, diese aber als fast bildparallele Rechteckformen ausgestaltet. Der Obstteller im Vordergrund ist ebenfalls vollkommen in die Fläche gekippt und als fast kreisrunde Fläche abgebildet. Auch die Figuren sind vereinfachend und wenig räumlich gestaltet. Die pyramidale Anordnung der Figuren resultiert aus dem Zwickelformat des Bildfeldes. Hierin und in der Reduktion der Formen und Farben auf wenige Grundelemente sowie in der fast ornamental gestal- Konzeption als baugebundenes Wandbild. Thematisch nimmt er wie seine Künstlerkollegen mit der Darstellung einer Freizeitszene am Wasser und im Freien Bezug auf die übergeordnete Thematik der Gesolei. Die ursprüngliche Anordnung und Reihenfolge der Werke im Raum ist nicht bekannt; zur heutigen Installation und Platzierung vgl. Schema „Tonhalle“, Kat. Nr. 23 • Düsseldorf 419 Kat. Nr. 24 • Düsseldorf Hans Kohlschein Titel Ohne Titel (Künstlerfries) Standort Malkasten, Gartensaal Datierung 1922 Technik Fresko Maße zweiteilig, genaue Maße nicht bekannt (Fries umspannte alle nicht-durchfensterten Wände) Zustand ten, Juni 1943 Auftraggeber Künstlerverein Malkasten, Düsseldorf Quellen und Literatur Presse und Primärliteratur Ludwig Keller, Die Wandbilder von Professor Hans Kohlschein im Malkasten zu Düsseldorf. Ein Vortrag zur Eröffnung des Garten-Saales, Düsseldorf 1922 Ludwig Keller, Hans Kohlscheins neue Wandbilder im Malkasten, in: Düsseldorfer Zeitung, 5.12.1922 Archiv Künstlerverein Malkasten F-Haus 1943-2337/A F-Haus 1943-2335/A F-Haus 1943-2190/Ao F-Haus 1943-2191/Ao D-KVM 1922-7462/Ao (Postkarte) Querverweise Weitere Wandbilder von Hans Kohlschein um 1901 Gütersloh, Villa der Brennerei Elmendorf, Fresko „Osterspaziergang“ (aus Goethes Faust) 1905–1907 Kleve, Kreishaus: „Der Besuch des großen Kurfürsten in Kleve“ 1911 Czarnikau, Kreishaus: „Friedrich der Große im neuen Land“ 1925/26 Düsseldorf, Haus zum Kurfürsten, Flinger 1925/26 Düsseldorf Wersten, Kirche St. Maria Rosenkranz: Ausmalung ornamental und Szenen aus dem Marienleben, gemeinsam mit Edmund Kohlschein und Wilhelm Reetz 1926 Düsseldorf, Schadowkeller, Aktsaal: Ohne 1929 Düsseldorf, Kreishaus, Sitzungssaal: „Zusam- 1929/30 Düsseldorf, Firma Henkel, Speisesaal: „Das 1937 Düsseldorf, Ausst. „Schaffendes Volk”, Kat. Nr. 24 • Hans Kohlschein bei den Arbeiten im Gartensaal / vor seinem sog. Künstlerfries, verein Malkasten, Düsseldorf • Inv.-Nr. F-KVM 1922-2605/Ao Kat. Nr. 24 • Düsseldorf 420 Pavillon der Firma Henkel: Fassadenmalerei, vier Frauen an der Wäscheleine 1937 Brakel, Kreissparkasse: Wandbild 1938–40 Hannover, Generalkommando XI: Wandbild mit drei Soldaten 1940/41 Wuppertal, Polizeipräsidium: „Die Neue Zeit” Beschreibung/Bemerkung Hans Kohlschein gehörte in den 1920er-Jahren zu den prominenten Künstlern Düsseldorfs, seit 1901 war er Mitglied im Künstlerverein Malkasten und unterrichtete eine große Klasse an der Düsseldorfer Kunstakademie. 1928 widmete ihm die Kunsthalle eine Einzelausstellung. 1922 hatte Kohlschein die Gelegenheit, die gerade zu einem festen Saal umgebaute Gartenhalle im Malkasten mit einem Fries lebensgroßer Darstellungen deutscher Künstler auszumalen. Darunter waren Hans Melming, Heinrich Aldegrever, Lukas Cranach, Stefan Lochner, Conrad von Soest und andere mehr. Die Personen waren als frontale und am unteren Bildrand durch ein Schriftband Bereits 1907 und 1911 hatte Kohlschein erste Monumentalgemälde als Auftragsarbeiten der preußischen Regierung realisiert: „Der Besuch des großen Kurfürsten in Kleve“ im Kreishaus Kleve „Friedrich der Große im Neuen Land“ (1911) in Czarnikau. Beide Werke bezogen sich unmittelbar auf historische Ereignisse am Entstehungs- bzw. Anbringungsort und waren stilistisch ganz der Kat. Nr. 24 • Düsseldorf 421 Kat. Nr. 25 • Düsseldorf Hans Kohlschein Keine Abb. bekannt Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt Standort Haus zum Kurfürsten, Flinger Straße 36 (sic) Datierung 1925/26 Technik nicht bekannt Maße nicht bekannt Zustand unter Wandverkleidung aus Gipskarton teilweise erhalten Auftraggeber nicht bekannt Quellen und Literatur Querverweise Weitere Wandbilder von Hans Kohlschein um 1901 Gütersloh, Villa der Brennerei Elmendorf, Fresko „Osterspaziergang“ (aus Goethes Faust) 1905–1907 Kleve, Kreishaus: „Der Besuch des großen Kurfürsten in Kleve“ 1911 Czarnikau, Kreishaus: „Friedrich der Große im neuen Land“ 1922 Düsseldorf, Malkasten: sog. Künstlerfries 1925/26 Düsseldorf Wersten, Kirche St. Maria Rosenkranz: Ausmalung ornamental und Szenen aus dem Marienleben, gemeinsam mit Edmund Kohlschein und Wilhelm Reetz 1926 Düsseldorf, Schadowkeller, Aktsaal: Ohne 1929 Düsseldorf, Kreishaus, Sitzungssaal: „Zusam- 1929/30 Düsseldorf, Firma Henkel, Speisesaal: „Das 1937 Düsseldorf, Ausst. „Schaffendes Volk”, Pavillon der Firma Henkel: Fassadenmalerei, vier Frauen an der Wäscheleine 1937 Brakel, Kreissparkasse: Wandbild 1938–40 Hannover, Generalkommando XI: Wandbild mit drei Soldaten 1940/41 Wuppertal, Polizeipräsidium: „Die Neue Zeit” Weitere Wandmalereien in Gaststätten und Restaurants BERLIN, Scala, Tanzcasino: Rudolf Belling und Walter Würzbach, abstrakt/ornamentale Wandgestaltung, 1920 11); Interhotel „Bastei”, Außenbau: Rudolf Lipowski Kat. Nr. 25 • Düsseldorf 422 und Kurt Sillack, „Die Stadt der modernen sozialistischen Industrie, der Wissenschaft und der Kunst grüßt seine Gäste/Dresden grüßt seine Gäste”, 1969 DÜSSELDORF GESOLEI, Rheinterrassen, Weinsalon: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasenden Tieren, - bilder in Wandzwickeln der Raumnischen und über Franz Monjau mit Walter Lehmann und Emil Pohle, Wandfriese, um 1926 (Kat. Nr. 33); Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, wandmalerische Ausstat- DUISBURG, Duisburger Hof, Großer Saal (sog. Konversationshalle): Viktor Lurje, sog. Jahreszeiten- ESSEN, Börse, Erfrischungsraum: Johan Thorn Prikker, abstrakte Wandmalerei und Fenstergestaltung, 1924 HAMBURG, Altona, Kaisercafé: Otto Fischer-Trachau, Ausmalung des Hochzeitssaales, 1928 KÖLN, Kleine Glocke: Heinrich Hoerle, Karnevalsdekoration (temporär), 1930er-Jahre; Hansahochhaus, Gaststätte: Richard Seewald, Wandbildzyklus, 1927 Tanzsaal: Heinrich Hoerle, Wandbilder neben der Willy Szesztokat, Wandbilder ohne Titel, um 1930 Seewald, Wandmalerei, 1927 KREFELD, Restaurant Hülser Berg: Johan Thorn Prikker, „Hühnerhof”, um 1909; Hotel Krefelder Hof: Johan Thorn Prikker, vierteiliger Zyklus „Die LEIPZIG, Auerbachs Keller: Ludwig von Hofmann, sog. Euphorion-Wandbild, 1912/13 LUXEMBOURG, Café Namur: Franz Wilhelm Seiwert, Entwürfe für Glasfenster, 1928 MÜNCHEN, Theresienhöhe, Ausstellungsgelände Erler, Wandbilder „Die vier Elemente”, 1908 STRAßBURG, Aubette, Tanz-Café: Hans Arp, Theo van Doesburg und Sophie Taeuber-Arp, abstrakte Wandgestaltung, 1925–1928 la nymphe Ancolie”, 1934 Beschreibung/Bemerkung Beim Umbau des historischen Giebelhauses von 1627 zu einem Gasthaus konnte Hans Kohlschein die Wandmalereien beisteuern. Der Architekt Helmut Hentrich, der die Restaurierung des Hauses in den 1990er-Jahren betreut hatte, gab 1999 an, dass sich noch Teile der Wandmalerei Kostüm des 30-jährigen Krieges ist erhalten und durch eine Gipskartonverkleidung verdeckt. Über Motiv, Stil und Farbigkeit sind keine Details bekannt oder belegbar. Kat. Nr. 25 • Düsseldorf 423 Kat. Nr. 26 • Düsseldorf Hans Kohlschein Keine Abb. bekannt Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt Standort Schadowkeller, Aktsaal Datierung 1926 Technik nicht bekannt Maße nicht bekannt Zustand Juni 1943 Auftraggeber nicht bekannt Quellen und Literatur Querverweise Weitere Wandbilder von Hans Kohlschein um 1901 Gütersloh, Villa der Brennerei Elmendorf, Fresko „Osterspaziergang“ (aus Goethes Faust) 1905–1907 Kleve, Kreishaus: „Der Besuch des großen Kurfürsten in Kleve“ 1911 Czarnikau, Kreishaus: „Friedrich der Große im neuen Land“ 1922 Düsseldorf, Malkasten: sog. Künstlerfries 1925/26 Düsseldorf, Haus zum Kurfürsten, Flinger 1925/26 Düsseldorf Wersten, Kirche St. Maria Rosenkranz: Ausmalung ornamental und Szenen aus dem Marienleben, gemeinsam mit Edmund Kohlschein und Wilhelm Reetz 1929 Düsseldorf, Kreishaus, Sitzungssaal: „Zusam- 1929/30 Düsseldorf, Firma Henkel, Speisesaal: „Das 1937 Düsseldorf, Ausst. „Schaffendes Volk”, Pavillon der Firma Henkel: Fassadenmalerei, vier Frauen an der Wäscheleine 1937 Brakel, Kreissparkasse: Wandbild 1938–40 Hannover, Generalkommando XI: Wandbild mit drei Soldaten 1940/41 Wuppertal, Polizeipräsidium: „Die Neue Zeit” Beschreibung/Bemerkung Die Wandmalerei im sog. Schadowkeller auf der für dieses Werk bekannt. Die Überlieferung stützt sich im Wesentlichen auf das Kohlschein-Archiv sowie die Publikation des Museumsvereins Warburg. Kat. Nr. 26 • Düsseldorf 424 Kat. Nr. 27 • Düsseldorf Hans Kohlschein Kat. Nr. 27.1 • Raumansicht Kreishaus Düsseldorf, Hans Kohlschein mit seinem Auftraggeber Landrat von Chamier; im Hintergrund Wandbild „Zusammenbruch“, 1929 • Foto: Kohlschein-Archiv Kat. Nr. 27.2 • Wandbild rechts: Zusammenbruch/ Krieg • Abb. entnommen aus: s. p. Kat. Nr. 27.3 • Wandbild mittig: Wiederaufbau • Abb. entnommen aus: s. p. Kat. Nr. 27.4 • Wandbild links: Wiederaufbau • Abb. entnommen aus: s. p. Kat. Nr. 27 • Düsseldorf 425 Titel „Zusammenbruch und Wiederaufbau“ (rechts: Zusammenbruch/Krieg; mittig und links: Wiederaufbau) Standort Kreishaus, Sitzungssaal Datierung 1929 Technik nicht bekannt Maße dreiteilig; genaue Maße nicht bekannt, mittleres Zustand Juni 1943 Auftraggeber nicht belegt (Preußisches Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung oder direkt durch Landrat Hans von Chamier beauftragt) Quellen und Literatur Nr. L226 Wilhelm Kramer, Prof. Hans Kohlschein. Dem großen Künstler und Menschen zum Gedächtnis, Warburg Primärliteratur vgl. auch http://www.kohlschein-archiv.de/ Querverweise Weitere Wandbilder von Hans Kohlschein um 1901 Gütersloh, Villa der Brennerei Elmendorf, Fresko „Osterspaziergang“ (aus Goethes Faust) 1905–1907 Kleve, Kreishaus: „Der Besuch des großen Kurfürsten in Kleve“ 1911 Czarnikau, Kreishaus: „Friedrich der Große im neuen Land“ 1922 Düsseldorf, Malkasten: sog. Künstlerfries 1925/26 Düsseldorf, Haus zum Kurfürsten, Flinger 1925/26 Düsseldorf Wersten, Kirche St. Maria Rosenkranz: Ausmalung ornamental und Szenen aus dem Marienleben, gemeinsam mit Edmund Kohlschein und Wilhelm Reetz 1926 Düsseldorf, Schadowkeller, Aktsaal: Ohne 1929/30 Düsseldorf, Firma Henkel, Speisesaal: „Das 1937 Düsseldorf, Ausst. „Schaffendes Volk”, Pavillon der Firma Henkel: Fassadenmalerei, vier Frauen an der Wäscheleine 1937 Brakel, Kreissparkasse: Wandbild 1938–40 Hannover, Generalkommando XI: Wandbild mit drei Soldaten 1940/41 Wuppertal, Polizeipräsidium: „Die Neue Zeit” Weitere Wandbilder in Kreishäusern CZARNIKAU, Kreishaus: Hans Kohlschein, „Friedrich der Große im neuen Land”, 1911 SCHLESWIG, Kreishaus, Kreistagssaal: Kay Heinrich Nebel, Zyklus mit Motiven des Schleswiger Landes, SCHNEIDEMÜHL, Kreishaus: Heinrich Campendonk, SCHWERIN AN DER WARTHE, (Regierungsbezirk Posen), Kreishaus, Sitzungssaal: Karl Ziegler, Wand- Beschreibung/Bemerkung Der monumentale Zyklus zum Thema Zusammenbruch und Wiederaufbau von Hans Kohlschein wurde 1929 fertiggestellt. Im selben Jahr erschien eine Publikation mit sechs Schwarz-Weiß-Abbildungen, mithilfe derer der Künstler versuchte, sein Werk selbst nachhaltig ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und in der aktuellen Kunstgeschichtsschreibung zu verankern. Das Werk ist heute jedoch kaum bekannt und über diese Publikation hinaus schlecht dokumentiert. Der Zyklus setzte sich aus drei monumentalen Werken zusammen, die in ihrer Komposition aufeinander bezogen sind. Ein langes, niedriges Querformat auf der Längswand wird von zwei halbrund abschließenden Werken auf den Stirnseiten des Raumes eingefasst. die symbolisch für den Krieg stehen und mit einem großen Tuch Elend und Verwüstung über die Menschen bringen sollte. Das große Querformat in der Mitte symbolisiert mithilfe von drei Szenen aus der Feldarbeit die Vorbereitung des Bodens und somit den Wiederaufbau. Im dritten Bild wurde dieses Thema nochmals durch die Aufrichtung eines Dachstuhls in anderer Weise dargestellt. Die beiden gegenüberliegenden Bilder sind in ihrem pyramidalen Aufbau direkt aufeinander bezogen, das mittlere Querformat bildet durch die Reihung ges die formale sowie inhaltliche Verbindung. In Komposition und Figurbildung orientierte sich Kohlschein in diesem Zyklus besonders an den Monumentalmalern der Jahrhundertwende wie Ferdinand Hodler oder Albin Egger-Lienz. Kat. Nr. 27 • Düsseldorf 426 Kat. Nr. 28 • Düsseldorf Hans Kohlschein Titel „Das Waschen in den fünf Erdteilen“ Standort Firma Henkel, Speisesaal Datierung 1929/1930 Technik nicht bekannt Maße mind. zwei bemalte Wände, Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten Auftraggeber Firma Henkel, Dr. Fritz Henkel Quellen und Literatur Hans Kohlschein, Die Wandmalereien im Verwaltungsgebäude. Der Künstler über den Auftrag, in: Der Henkel-Bote. Zeitschrift für die Werkgemeinschaft Henkel, 6. Heft, 8. Jg., 15.6.1939, 206f. (mit Abb.) Querverweise Weitere Wandbilder von Hans Kohlschein um 1901 Gütersloh, Villa der Brennerei Elmendorf, Fresko „Osterspaziergang“ (aus Goethes Faust) 1905–1907 Kleve, Kreishaus: „Der Besuch des großen Kurfürsten in Kleve“ 1911 Czarnikau, Kreishaus: „Friedrich der Große im neuen Land“ 1922 Düsseldorf, Malkasten: sog. Künstlerfries 1925/26 Düsseldorf, Haus zum Kurfürsten, Flinger 1925/26 Düsseldorf Wersten, Kirche St. Maria Rosenkranz: Ausmalung ornamental und Szenen aus dem Marienleben, gemeinsam mit Edmund Kohlschein und Wilhelm Reetz 1926 Düsseldorf, Schadowkeller, Aktsaal: Ohne 1929 Düsseldorf, Kreishaus, Sitzungssaal: „Zusam- 1937 Düsseldorf, Ausst. „Schaffendes Volk”, Pavillon der Firma Henkel: Fassadenmalerei, vier Frauen an der Wäscheleine 1937 Brakel, Kreissparkasse: Wandbild 1938–40 Hannover, Generalkommando XI: Wandbild mit drei Soldaten 1940/41 Wuppertal, Polizeipräsidium: „Die Neue Zeit” Weitere Wandbilder in Firmengebäuden DÜSSELDORF, Deutsche Drahtwalzwerke AG: Ernst Aufseeser, Ausmalung des Klubzimmers, um 1919 Kat. Nr. 28.1 • Abb. entnommen aus: Der Henkel-Bote, Heft 6, 8. Jg., 15.06.1939, S. 206 Kat. Nr. 28.1 • Abb. entnommen aus: Der Henkel-Bote, Heft 6, 8. Jg., 15.06.1939, S. 206 Kat. Nr. 28 • Düsseldorf 427 Wandbild einer arkadischen Landschaft, 1929 HALLE, Elektrizitätswerk Trotha, Sitzungssaal: 62); Landesbank im Ratshof: Erwin Hahs, Wandbild Beschreibung/Bemerkung Dieses Werk Kohlscheins, das im selben Jahr wie sein großer Zyklus für das Kreishaus entstanden war, ist in der Sekundärliteratur nur in der Publikation des Museumsvereins Warburg (Kohlschein-Archiv) genannt. Das Henkel-Konzernarchiv verwahrt keine Unterlage zu dieser Ausmalung. Im Henkel-Boten von 1939 schilderte Hans Kohlschein selbst jedoch den Hergang der Auftragsvergabe und -ausführung: Fritz Henkel hatte ihn persönlich um eine Ausmalung gebeten, die „sich in irgendeiner Weise mit dem Waschen bei den verschiedenen Völkern“ befassen sollten. Es war dann offenbar Kohlscheins Vorschlag, das Waschen in den fünf Erdteilen als Thema zugrunde zu legen. Die hier abgebildeten Ausschnitte aus den Wandmalereien zeigen jeweils mehrere Figuren beim Waschen, die Erdteile werden vor allem durch die Hintergrundgestaltung mithilfe architektonischer Elemente, charakteristischer Gewächse sowie durch die Kleidung und Hautfarbe der Personen angedeutet. nutzte Kohlschein gezielt für seine Bildkomposition. Kat. Nr. 28 • Düsseldorf 428 Kat. Nr. 29 • Düsseldorf Franz Kornemann Keine Abb. bekannt Titel Standort Gesolei, Rheinterrassen Datierung um 1926 Technik nicht bekannt Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich Ausstellungsleitung der Gesolei, Arthur Schlossmann) Quellen und Literatur Ute Einhoff, Die Dauerbauten der Gesolei: Kunstmuseum und Kunstpalast, Reichsmuseum für Gesellschafts- und Wirtschaftskunde, Rheinterrasse, Primärliteratur Robert Meyer, Die Ausstellungsbauten in technisch-organisatorischer Beziehung, in: Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Franz Kornemann bekannt. Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten auf der Gesolei, außerhalb des Planetariums, alle um 1926 Dauerbauten, Kaffeesaal: Franz Monjau mit Künstlerkollegen Walter Lehmann und Emil Pohle Düsseldorfer Haus, Kapelle der Kriegsgefangenen: Fritz Burmann, dreiteilige Wandmalerei Ohne Titel Eingangspavillons, Außenwände: Johan Thorn Prikker, Mosaike „Tag” und „Nacht” Kunstmuseum, Foyer: Johan Thorn Prikker, monumentales, abstraktes Glasfenster Rheinhalle, Tortempel: Heinrich Nauen, Mosaik „Der Rhein als Träger des Lebens“ und „Tanz“, 1925 Rheingoldsaal, Raumnischen und über Saaltür: Ernst Aufseeser, 8–10 Wandbilder Ohne Titel Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, Ausstat- Rheinterrassen, Weinsalon, südl. Flügel: Joseph westl. Flügel: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasen- Kat. Nr. 29 • Düsseldorf 429 Weitere Künstler, die im Planetarium der Gesolei Zwickelbilder realisierten, alle um 1926 Weitere Wandmalereien in Gaststätten und Restaurants BERLIN, Scala, Tanzcasino: Rudolf Belling und Walter Würzbach, abstrakt/ornamentale Wandgestaltung, 1920 Interhotel „Bastei”, Außenbau: Rudolf Lipowski und Kurt Sillack, „Die Stadt der modernen sozialistischen Industrie, der Wissenschaft und der Kunst grüßt seine Gäste/Dresden grüßt seine Gäste”, 1969 DÜSSELDORF GESOLEI, Rheinterrassen, Weinsalon: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasenden Tieren, - bilder in Wandzwickeln der Raumnischen und über Franz Monjau mit Walter Lehmann und Emil Pohle, Wandfriese, um 1926 (Kat. Nr. 33); Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, wandmalerische Ausstat- DÜSSELDORF, Haus zum Kurfürsten: Hans Kohlschein, DUISBURG, Duisburger Hof, Großer Saal (sog. Konversationshalle): Viktor Lurje, sog. Jahreszeiten- ESSEN, Börse, Erfrischungsraum: Johan Thorn Prikker, abstrakte Wandmalerei und Fenstergestaltung, 1924 HAMBURG, Altona, Kaisercafé: Otto Fischer- Trachau, Ausmalung des Hochzeitssaales, 1928 KÖLN, Kleine Glocke: Heinrich Hoerle, Karnevalsdekoration (temporär), 1930er-Jahre; Hansahochhaus, Gaststätte: Richard Seewald, Wandbildzyklus, 1927 Tanzsaal: Heinrich Hoerle, Wandbilder neben der Willy Szesztokat, Wandbilder ohne Titel, um 1930 Seewald, Wandmalerei, 1927 KREFELD, Restaurant Hülser Berg: Johan Thorn Prikker, „Hühnerhof”, um 1909; Hotel Krefelder Hof: Johan Thorn Prikker, vierteiliger Zyklus „Die LEIPZIG, Auerbachs Keller: Ludwig von Hofmann, sog. Euphorion-Wandbild, 1912/13 LUXEMBOURG, Café Namur: Franz Wilhelm Seiwert, Entwürfe für Glasfenster, 1928 MÜNCHEN, Theresienhöhe, Ausstellungsgelände Erler, Wandbilder „Die vier Elemente”, 1908 STRAßBURG, Aubette, Tanz-Café: Hans Arp, Theo van Doesburg und Sophie Taeuber-Arp, abstrakte Wandgestaltung, 1925–1928 la nymphe Ancolie”, 1934 Beschreibung/Bemerkung der Wand der offenen Terrasse, was im Ausstellungskatalog von 1927 dokumentiert ist. Motiv oder Titel werden in der Literatur jedoch nicht beschrieben oder genannt, auch ist keine Abbildung bekannt. Kat. Nr. 29 • Düsseldorf 430 Kat. Nr. 30 • Düsseldorf Victor Lurje Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (grasende Tiere zwischen Büschen und Hecken) Standort Gesolei, Rheinterrassen, Weinsalon, westlicher Flügel Datierung um 1926 Technik nicht bekannt Maße Zustand nicht erhalten Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich Ausstellungsleitung der Gesolei, Arthur Schlossmann) Quellen und Literatur Ute Einhoff, Die Dauerbauten der Gesolei: Kunstmuseum und Kunstpalast, Reichsmuseum für Gesellschafts- und Wirtschaftskunde, Rheinterrasse, Presse und Primärliteratur Robert Meyer, Die Ausstellungsbauten in technisch-organisatorischer Beziehung, in: Querverweise Weitere Wandmalereien von Victor Lurje 1928, Duisburg, Duisburger Hof: sog. Jahres- Weitere Wandmalerei im Weinsalon der Rheinterrassen Ebenfalls um 1926, Joseph Ringel: Deckenbema- Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten auf der Gesolei, außerhalb des Planetariums, alle um 1926 Dauerbauten, Kaffeesaal: Franz Monjau mit Künstlerkollegen Walter Lehmann und Emil Pohle Düsseldorfer Haus, Kapelle der Kriegsgefangenen: Fritz Burmann, dreiteilige Wandmalerei Ohne Titel Eingangspavillons, Außenwände: Johan Thorn Prikker, Mosaike „Tag” und „Nacht” Kunstmuseum, Foyer: Johan Thorn Prikker, monumentales, abstraktes Glasfenster Rheinhalle, Tortempel: Heinrich Nauen, Mosaik „Der Rhein als Träger des Lebens“ und „Tanz“, 1925 Kat. Nr. 30.1 • Abb. entnommen aus: R. 1927, Abb. 101 Kat. Nr. 30.2 • Abb. aus 1927, Bd. I, S. 359 Kat. Nr. 30 • Düsseldorf 431 Rheingoldsaal, Raumnischen und über Saaltür: Ernst Aufseeser, 8–10 Wandbilder Ohne Titel Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, Ausstat- Weitere Künstler, die im Planetarium der Gesolei Zwickelbilder realisierten, alle um 1926 Weitere Wandmalereien in Gaststätten und Restaurants BERLIN, Scala, Tanzcasino: Rudolf Belling und Walter Würzbach, abstrakt/ornamentale Wandgestaltung, 1920 11); Interhotel „Bastei”, Außenbau: Rudolf Lipowski und Kurt Sillack, „Die Stadt der modernen sozialistischen Industrie, der Wissenschaft und der Kunst grüßt seine Gäste/Dresden grüßt seine Gäste”, 1969 DÜSSELDORF GESOLEI, Rheingoldsaal: Ernst Aufseeser: Wandbilder in Wandzwickeln der Dauerbauten, Kaffeesaal: Franz Monjau mit Walter Lehmann und Emil Pohle, Wandfriese, um 1926 (Kat. Nr. 33); Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, DÜSSELDORF, Haus zum Kurfürsten: Hans Kohl- 25) DUISBURG, Duisburger Hof, Großer Saal (sog. Konversationshalle): Viktor Lurje, sog. Jahreszeiten- ESSEN, Börse, Erfrischungsraum: Johan Thorn Prikker, abstrakte Wandmalerei und Fenstergestaltung, 1924 HAMBURG, Altona, Kaisercafé: Otto Fischer- Trachau, Ausmalung des Hochzeitssaales, 1928 KÖLN, Kleine Glocke: Heinrich Hoerle, Karnevalsdekoration (temporär), 1930er-Jahre; Hansahochhaus, Gaststätte: Richard Seewald, Wandbildzyklus, 1927 Tanzsaal: Heinrich Hoerle, Wandbilder neben der Willy Szesztokat, Wandbilder ohne Titel, um 1930 Seewald, Wandmalerei, 1927 KREFELD, Restaurant Hülser Berg: Johan Thorn Prikker, „Hühnerhof”, um 1909; Hotel Krefelder Hof: Johan Thorn Prikker, vierteiliger Zyklus „Die LEIPZIG, Auerbachs Keller: Ludwig von Hofmann, sog. Euphorion-Wandbild, 1912/13 LUXEMBOURG, Café Namur: Franz Wilhelm Seiwert, Entwürfe für Glasfenster, 1928 MÜNCHEN Theresienhöhe, Ausstellungsgelände Erler, Wandbilder „Die vier Elemente”, 1908 STRAßBURG, Aubette, Tanz-Café: Hans Arp, Theo van Doesburg und Sophie Taeuber-Arp, abstrakte Wandgestaltung, 1925–1928 la nymphe Ancolie”, 1934 Beschreibung/Bemerkung Der sogenannte Weinsalon bestand aus einem westlichen und südlichen Flügel, in dem die beiden Maler Josef Ringel und Viktor Lurje (1883–1944) ihre Wandmalereien an den jeweils nicht von Türen konnten. Im westlichen Flügel zeigte Lurje vor einem neutral gehaltenen Hintergrund in naiver Malweise grasendes Wild, Schweine, ein Lamm und einige Gänse zwischen Büschen und Hecken. Diese breiten sich wie ein diagonal verlaufendes Gitter über nahezu die Tiere. Die Farbigkeit ist nicht überliefert. Der Künstler nahm mit den Motiven kaum Bezug auf Die Arbeit ist insofern eher als dekoratives Werk zu verstehen. Kat. Nr. 30 • Düsseldorf 432 Kat. Nr. 31 • Düsseldorf Helmuth Macke Titel „Die Arbeit“ oder auch „Der Bau“ Standort Altes Rathaus, Treppenhaus im Anbau, Treppenaufgang zum Hochbauamt Datierung 1924 Technik nicht bekannt Maße Zustand nicht erhalten; laut Bartmann 1937 vernichtet Auftraggeber auf Initiative von Stadtbaurat Hans Freese sowie durch Unterstützung durch den Bildhauer Carl Moritz Schreiner Quellen und Literatur Presse und Primärliteratur Lothar Erdmann, Brief Frau Margarete Macke zu Helmuths Tod, 10.9.1936, in: 1950, Artur Samuel, Mein Leben in Deutschland vor und nach dem 30.1.1933, in: Bonner Geschichtsblätter, Düsseldorfer Rathaus, in: Düsseldorfer Nachrichten, 30.5.1924 LETTER Stiftung Köln Nachlass August Hoff, bearbeitet von Vera Bachmann Schreiben Helmuth Macke an August Hoff, 3.10.1923 Schreiben Helmuth Macke an August Hoff, 4.5.1924 Entwürfe Kunstmuseen Krefeld Karton zum Düsseldorfer Wandbild, 1924 Querverweise Weitere Wandbilder von Helmuth Macke 1927 Hamminkeln, Kloster Marienthal: Fries mit Stationen des Lebens des Hl. Augustinus 1928 Bonn, Comantstr. 10a, Haus des Arztes und Malers Arthur Samuel: Wandbild Kat. Nr. 31 • Abb. entnommen aus: 1980, Abb. 70 Kat. Nr. 31 • Düsseldorf 433 1933 Hemmenhofen, Wandbild an einer Außenwand: Hl. Georg 1925 Krefeld, sog. „Blaues Zimmer”: Möbelbemalungen für das Landhaus des Industriellen Karl Gröppel Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten in Rathäusern, seit 1900 AMSTERDAM, Rathaus, Trausaal: Wandbild von Chris Lebeau, 1926; Allegorien von Weisheit, Gerechtigkeit, Einigkeit, Gesetzestreue, Voraussicht und Glaube von Johan Thorn Prikker, 1932 BERLIN, Schöneberg, Rathaus, Ratskeller: Wandbil- saal: Franz Eichhorst, „Vom Anfang des Weltkrieges bis zur nationalen Erhebung”, ca. 1935–1938 BREMEN, Rathaus, Güldenkammer: Ausmalung von Heinrich Vogeler, 1904; Ratskeller: Wandbilder von CHEMNITZ, Neues Rathaus, Stadtverordnetensaal: DÜSSELDORF, Rathaus: Richard Gessner, „Die Rheinfront”, 1959/60 HAGEN, Rathaus: Fenster von Johan Thorn Prikker, 1927 HAMBURG, Rathaus, Großer Festsaal: Wandbild von Hugo Vogel, 1902–1909; Sitzungssaal: Walter 100) HANNOVER, Rathaus, Großer Festsaal: Fritz Erler, „Die Entwicklung menschlicher Siedlung von der Frühzeit bis zur Gegenwart”, 1910–1912; Sitzungssaal: Ferdinand Hodler, „Einmütigkeit”, 1911–1913 MAGDEBURG, Rathaus, gotischer Raum: abstrakte Raumausmalung von Franz Mutzenbecher und Carl Krayl, um 1922 MARBURG, Rathaus, Sitzungssaal: Carl Ludwig Bant- MÜCHELN, Rathaus, Sitzungssaal: Deckenbild zum Thema Industrie und Landschaft von Karl Völker, ROTTERDAM, Rathaus, Bürgersaal: Wandbildzyklus von Johan Thorn Prikker, 1918–1927 1960 STUTTGART, Rathaus: Fenster von Adolf Hölzel, 1928/29 ULM, Rathaus: Wandmalerei von Joseph Widmann, 1905–1907 WIEN, Neues Rathaus, Volkshalle: Gerd Arntz, „sozialarbeit der stadt wien”, 1929 Beschreibung/Bemerkung Dieses Werk wird in zeitgenössischen Publikationen DN 30.5.1924) als auch mit „Der Bau“ benannt. Kat. 70 schließt sich in der Titelgebung August Hoff an. In den Briefen Mackes an August Hoff ist die Größe des Wandbildes dokumentiert; außerdem erwähnt Macke hier, dass sein Künstlerkollege, der Bildhauer Carl Moritz Schreiner, bei der Auftragsvergabe wohl vermittelnd tätig war. Die ersten Entwürfe, die Macke bereits im September 1923 vorgelegt hatte, waren jedoch aufgrund ihres apokalyptischen Gehaltes abgelehnt worden. Im Mai 1924 schreibt Macke schließlich an Hoff, dass das Wandbild im Rathaus fertiggestellt ist und er von der Stadt erhalten habe, obwohl nichts dergleichen vereinbart gewesen sei. Hoff beschreibt den Aufbau des Wandbildes und seine Farbigkeit, die aus dieser Quelle abgeleitet werden muss. Außerdem erwähnt er den Karton, der aus der Krefelder Gruppenausstellung (Kandinsky, Heckel, Kirchner, Nolde, Otto Müller und Helmuth Macke) für das Kaiser Wilhelm Museum angekauft worden war: „Wie aus Quadern gebaut stehen die Arbeiter auf der Fläche darauf. Streng ist der ganze Rhythmus des Bildes. Der Künstler verzichtet auch darauf, die fühlt man die gute Schule Thorn Prikkers nachwirken. Die erdigen Farbtöne entspringen dem Thema und der Forderung der Wand. Der Karton zu dieser Wandmalerei im Besitze des Krefelder Museums enthält noch viel mehr malerische Wirkungen, auf die der Künstler an der Wand absichtsvoll verzichtet.“ Im Düsseldorfer Stadtarchiv ließen sich keinerlei Auskunft geben könnten. Kat. Nr. 31 • Düsseldorf 434 Kat. Nr. 32 • Düsseldorf Heinz May Titel Ohne Titel Standort Gesolei, Planetarium/Rheinhalle heutige Nutzung: Tonhalle der Stadt Düsseldorf Datierung um 1926 Technik Kasein-Öl-Malerei auf Leinwand Maße (insgesamt Zyklus von elf Zwickelbildern elf verschiedener Künstler) Zustand erhalten; Ende der 1930er-Jahre entfernt und im städtischen Kunstmuseum (heute Museum Kunstpalast) magaziniert, 1976–1978 Restaurierung durch Restaurierungszentrum der Stadt Düsseldorf, Schenkung Henkel, 1978 Installation in der neuen Tonhalle Auftraggeber nicht bekannt (auf Eigeninitiative der Künstler, vermutlich von Wilhelm Kreis oder der Ausstellungsleitung der Gesolei, Arthur Schlossmann, beauftragt) Quellen und Literatur Die Düsseldorfer Tonhalle oder das tönende Planetarium, hrsg. v. Gesellschaft der Freunde und Förderer Ausmalung) Presse und Primärliteratur Düsseldorfer Lokalzeitung, 29.5.1926 Restaurierungszentrum der Landeshauptstadt Düsseldorf, Schenkung Henkel Restaurierungsakte „Zwickelbilder“ Restaurierungsprotokoll, Karteikarte Sammel- Nr. 2084, 2090 Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Heinz May bekannt. Weitere Künstler, die im Planetarium der Gesolei Zwickelbilder realisierten, alle um 1926 Kat. Nr. 32 • Foto: Walter Klein, Düsseldorf Kat. Nr. 32 • Düsseldorf 435 Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten auf der Gesolei, außerhalb des Planetariums, alle um 1926 Dauerbauten, Kaffeesaal: Franz Monjau mit Künstlerkollegen Walter Lehmann und Emil Pohle Düsseldorfer Haus, Kapelle der Kriegsgefangenen: Fritz Burmann, dreiteilige Wandmalerei Ohne Titel Eingangspavillons, Außenwände: Johan Thorn Prikker, Mosaike „Tag” und „Nacht” Kunstmuseum, Foyer: Johan Thorn Prikker, monumentales, abstraktes Glasfenster Rheinhalle, Tortempel: Heinrich Nauen, Mosaik „Der Rhein als Träger des Lebens“ und „Tanz“, 1925 Rheingoldsaal, Raumnischen und über Saaltür: Ernst Aufseeser, 8–10 Wandbilder Ohne Titel Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, Ausstat- Rheinterrassen, Weinsalon, südl. Flügel: Joseph westl. Flügel: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasen- Beschreibung/Bemerkung Auch Heinz May stellte wie Arthur Kaufmann eine Uferszene dar. Hier füllt das begrünte Ufer mit den aus. Nur im linken oberen Teil ist etwas Wasser mit einem kleinen Segelboot im Hintergrund erkennbar. Die Figuren sind mit dunkleren Konturlinien vom grund sind in ähnlicher und an Cezanne erinnernder Malweise gestaltet. Die drei vorderen Figuren scheinen am Ufer zu liegen, sie sind diagonal platziert, sodass mittig ein rautenförmiger Bereich entsteht, in dem die von hinten in den Bildraum schreitende Frau mit ihrem Auch hier wird Tiefenräumlichkeit vermieden. Durch die Bildgestaltung mithilfe vieler verschiedener und sich gegenseitig überlagernder kleiner Farb- Bildeindruck, auch wenn die Figuren selbst statisch gehalten sind. Die ursprüngliche Anordnung und Reihenfolge der Werke im Raum ist nicht bekannt; zur heutigen Installation und Platzierung vgl. Schema „Tonhalle“, Kat. Nr. 32 • Düsseldorf 436 Kat. Nr. 33 • Düsseldorf Franz Monjau mit Künstlerkollegen Walter Lehmann und Emil Pohle Keine Abb. bekannt Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Wandfriese) Standort Gesolei, Dauerbauten, Kaffeesaal Datierung um 1926 Technik nicht bekannt Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich Ausstellungsleitung der Gesolei, Arthur Schlossmann) Quellen und Literatur Ute Einhoff, Die Dauerbauten der Gesolei: Kunstmuseum und Kunstpalast, Reichsmuseum für Gesellschafts- und Wirtschaftskunde, Rheinterrasse, Primärliteratur Robert Meyer: Die Ausstellungsbauten in technisch-organisatorischer Beziehung, in: Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Franz Monjau und Kollegen bekannt. Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten auf der Gesolei, außerhalb des Planetariums, alle um 1926 Düsseldorfer Haus, Kapelle der Kriegsgefangenen: Fritz Burmann, dreiteilige Wandmalerei Ohne Titel Eingangspavillons, Außenwände: Johan Thorn Prikker, Mosaike „Tag” und „Nacht” Kunstmuseum, Foyer: Johan Thorn Prikker, monumentales, abstraktes Glasfenster Rheinhalle, Tortempel: Heinrich Nauen, Mosaik „Der Rhein als Träger des Lebens“ und „Tanz“, 1925 Rheingoldsaal, Raumnischen und über Saaltür: Ernst Aufseeser, 8–10 Wandbilder Ohne Titel Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, Ausstat- Rheinterrassen, Weinsalon, südl. Flügel: Joseph westl. Flügel: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasen- Kat. Nr. 33 • Düsseldorf 437 Weitere Künstler, die im Planetarium der Gesolei Zwickelbilder realisierten, alle um 1926 Weitere Wandmalereien in Gaststätten und Restaurants BERLIN, Scala, Tanzcasino: Rudolf Belling und Walter Würzbach, abstrakt/ornamentale Wandgestaltung, 1920 11); Interhotel „Bastei”, Außenbau: Rudolf Lipowski und Kurt Sillack, „Die Stadt der modernen sozialistischen Industrie, der Wissenschaft und der Kunst grüßt seine Gäste/Dresden grüßt seine Gäste”, 1969 DÜSSELDORF GESOLEI, Rheinterrassen, Weinsalon: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasenden Tieren, - Wandbilder in Wandzwickeln der Raumnischen, Tschech, wandmalerische Ausstattung, um 1926 29) DÜSSELDORF, Haus zum Kurfürsten: Hans Kohl- 25) DUISBURG, Duisburger Hof, Großer Saal (sog. Konversationshalle): Viktor Lurje, sog. Jahreszeiten- ESSEN, Börse, Erfrischungsraum: Johan Thorn Prikker, abstrakte Wandmalerei und Fenstergestaltung, 1924 HAMBURG, Altona, Kaisercafé: Otto Fischer- Trachau, Ausmalung des Hochzeitssaales, 1928 KÖLN, Kleine Glocke: Heinrich Hoerle, Karnevalsdekoration (temporär), 1930er-Jahre; Hansahochhaus, Gaststätte: Richard Seewald, Wandbildzyklus, 1927 Tanzsaal: Heinrich Hoerle, Wandbilder neben der Willy Szesztokat, Wandbilder ohne Titel, um 1930 Seewald, Wandmalerei, 1927 KREFELD Restaurant Hülser Berg: Johan Thorn Prikker, „Hühnerhof”, um 1909; Hotel Krefelder Hof: Johan Thorn Prikker, vierteiliger Zyklus „Die LEIPZIG, Auerbachs Keller: Ludwig von Hofmann, sog. Euphorion-Wandbild, 1912/13 LUXEMBOURG, Café Namur: Franz Wilhelm Seiwert, Entwürfe für Glasfenster, 1928 MÜNCHEN, Theresienhöhe, Ausstellungsgelände Erler, Wandbilder „Die vier Elemente”, 1908 STRAßBURG, Aubette, Tanz-Café: Hans Arp, Theo van Doesburg und Sophie Taeuber-Arp, abstrakte Wandgestaltung, 1925–1928 la nymphe Ancolie”, 1934 Beschreibung/Bemerkung Im Katalog der Gesolei werden auch die Friese im Kaffeesaal erwähnt, jedoch nicht durch eine Abbildung dokumentiert oder näher beschrieben. Kat. Nr. 33 • Düsseldorf 438 Kat. Nr. 34• Düsseldorf Walter Ophey Titel Ohne Titel (Sämann) Standort Gesolei, Planetarium/Rheinhalle heutige Nutzung: Tonhalle der Stadt Düsseldorf Datierung um 1926 Technik Kasein-Öl-Malerei auf Leinwand Maße (insgesamt Zyklus von elf Zwickelbildern elf verschiedener Künstler) Zustand nicht erhalten Auftraggeber nicht bekannt (auf Eigeninitiative der Künstler, vermutlich von Wilhelm Kreis oder der Ausstellungsleitung der Gesolei, Arthur Schlossmann, beauftragt) Quellen und Literatur Die Düsseldorfer Tonhalle oder das tönende Planetarium, hrsg. v. der Gesellschaft der Freunde - Ausmalung) Presse und Primärliteratur Düsseldorfer Lokalzeitung, 29.5.1926 Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Walter Ophey bekannt. Weitere Künstler, die im Planetarium der Gesolei Zwickelbilder realisierten, alle um 1926 Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten auf der Gesolei, außerhalb des Planetariums, alle um 1926 Dauerbauten, Kaffeesaal: Franz Monjau mit Künstlerkollegen Walter Lehmann und Emil Pohle, Kat. Nr. 34 • Reproduktion Walter Klein, Düsseldorf Kat. Nr. 34 • Düsseldorf 439 Düsseldorfer Haus, Kapelle der Kriegsgefangenen: Fritz Burmann, dreiteilige Wandmalerei Ohne Titel Eingangspavillons, Außenwände: Johan Thorn Prikker, Mosaike „Tag” und „Nacht” Kunstmuseum, Foyer: Johan Thorn Prikker, monumentales, abstraktes Glasfenster Rheinhalle, Tortempel: Heinrich Nauen, Mosaik „Der Rhein als Träger des Lebens“ und „Tanz“, 1925 Rheingoldsaal, Raumnischen und über Saaltür: Ernst Aufseeser, 8–10 Wandbilder Ohne Titel Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, Ausstat- Rheinterrassen, Weinsalon, südl. Flügel: Joseph westl. Flügel: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasen- Beschreibung/Bemerkung Walter Opheys Wandbild ist nicht erhalten und nur in Aus dieser wird sowohl die symmetrische Bildanlage mit der zentralen Figur des Sämanns deutlich als auch der gestaffelte Aufbau des Hintergrundes. Sowohl die Figur als auch die anderen Bildelemente wie Ackerboden, Büsche und Himmel mit Sonne waren auf ihre wesentlichen formalen Bestandteile reduziert. Auf die Farbigkeit können aus der Foto- Die ursprüngliche Anordnung und Reihenfolge der Werke im Raum ist nicht bekannt; zur heutigen Installation und Platzierung vgl. Schema „Tonhalle“, Kat. Nr. 34 • Düsseldorf 440 Kat. Nr. 35 • Düsseldorf Joseph Ringel Kat. Nr. 35.1 • Wandmalerei über Eingangstür, um 1926 • Abb. entnommen aus: 1927, S. 85 (Abb. 91) Kat. Nr. 35.4 • Detailansicht Wandmalerei (Pinguine), um 1926 • Abb. entnommen aus: S. 95 (Abb. 105) Kat. Nr. 35.2 • Raumansicht mit Wandmalereien links, um 1926 • Abb. entnommen aus: - Abb. 98 Kat. Nr. 35.3 • Detailansicht Wandmalerei (Rind), um 1926 • Abb. entnommen aus: S. 95 (Abb. 104) Kat. Nr. 35 • Düsseldorf 441 Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt Standort Gesolei, Rheinterrassen, Weinsalon, südlicher Flügel Datierung um 1926 Technik nicht bekannt Maße mind. fünfteilig (vier Wandfelder sowie Deckenbemalung), Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich Ausstellungsleitung der Gesolei, Arthur Schlossmann) Quellen und Literatur Ute Einhoff, Die Dauerbauten der Gesolei: Kunstmuseum und Kunstpalast, Reichsmuseum für Gesellschafts- und Wirtschaftskunde, Rheinterrasse, Primärliteratur Robert Meyer, Die Ausstellungsbauten in technisch-organisatorischer Beziehung, in: 105) Querverweise Weitere Wandmalerei im Weinsalon der Rheinterrassen Ebenfalls um 1926, Victor Lurje: Wandmalerei mit Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten auf der Gesolei, außerhalb des Planetariums, alle um 1926 Dauerbauten, Kaffeesaal: Franz Monjau mit Künstlerkollegen Walter Lehmann und Emil Pohle Düsseldorfer Haus, Kapelle der Kriegsgefangenen: Fritz Burmann, dreiteilige Wandmalerei Ohne Titel Eingangspavillons, Außenwände: Johan Thorn Prikker, Mosaike „Tag” und „Nacht” Kunstmuseum, Foyer: Johan Thorn Prikker, monumentales, abstraktes Glasfenster Rheinhalle, Tortempel: Heinrich Nauen, Mosaik „Der Rhein als Träger des Lebens“ und „Tanz“, 1925 Rheingoldsaal, Raumnischen und über Saaltür: Ernst Aufseeser, 8–10 Wandbilder Ohne Titel Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, Ausstat- Weitere Künstler, die im Planetarium der Gesolei Zwickelbilder realisierten, alle um 1926 Weitere Wandmalereien in Gaststätten und Restaurants BERLIN, Scala, Tanzcasino: Rudolf Belling und Walter Würzbach, abstrakt/ornamentale Wandgestaltung, 1920 11); Interhotel „Bastei”, Außenbau: Rudolf Lipowski und Kurt Sillack, „Die Stadt der modernen sozialistischen Industrie, der Wissenschaft und der Kunst grüßt seine Gäste/Dresden grüßt seine Gäste”, 1969 DÜSSELDORF GESOLEI, Rheingoldsaal: Ernst Aufseeser, Wandbilder in Wandzwickeln der Raumni- Franz Monjau mit Walter Lehmann und Emil Pohle, Wandfriese, um 1926 (Kat. Nr. 33); Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, wandmalerische Ausstat- DÜSSELDORF, Haus zum Kurfürsten: Hans Kohl- 25) DUISBURG, Duisburger Hof, Großer Saal (sog. Konversationshalle): Viktor Lurje, sog. Jahreszeiten- ESSEN, Börse, Erfrischungsraum: Johan Thorn Prikker, abstrakte Wandmalerei und Fenstergestaltung, 1924 HAMBURG, Altona, Kaisercafé: Otto Fischer- Trachau, Ausmalung des Hochzeitssaales, 1928 KÖLN, Kleine Glocke: Heinrich Hoerle, Karnevalsdekoration (temporär), 1930er-Jahre; Hansahochhaus, Gaststätte: Richard Seewald, Wandbildzyklus, 1927 Tanzsaal: Heinrich Hoerle, Wandbilder neben der Willy Szesztokat, Wandbilder ohne Titel, um 1930 Seewald, Wandmalerei, 1927 KREFELD, Restaurant Hülser Berg: Johan Thorn Prikker, „Hühnerhof”, um 1909; Hotel Krefelder Hof: Johan Thorn Prikker, vierteiliger Zyklus „Die LEIPZIG, Auerbachs Keller: Ludwig von Hofmann, sog. Euphorion-Wandbild, 1912/13 LUXEMBOURG, Café Namur: Franz Wilhelm Seiwert, Entwürfe für Glasfenster, 1928 Kat. Nr. 35 • Düsseldorf 442 MÜNCHEN, Theresienhöhe, Ausstellungsgelände Erler, Wandbilder „Die vier Elemente”, 1908 STRAßBURG, Aubette, Tanz-Café: Hans Arp, Theo van Doesburg und Sophie Taeuber-Arp, abstrakte Wandgestaltung, 1925–1928 la nymphe Ancolie”, 1934 Beschreibung/Bemerkung Für die Ausmalung des südlichen Flügels des Weinsalons zeichnete Joseph Ringe verantwortlich. Er versah die Decke des Raumes mit einem Schachbrett- bzw. Rautenmuster; die vier Wandfelder der Längswand sowie das Supraportenfeld füllte er mit einem gemäßigt kubistischen Muster, das sich jeweils über das gesamte Bildfeld ausbreitete. Es diente ihm als Hintergrund oder Landschaftsersatz, oder einen Stier und einige Bäume platzierte. Über der Tür ist ein schematisiertes Kamel mit zwei Palmen zu sehen. Auch hier handelt es sich mehr um eine dekorative Ausgestaltung des Weinsalons als um eine inhaltliche Bezugnahme oder Auseinandersetzung mit Funktion und Thematik des Raumes. Kat. Nr. 35 • Düsseldorf 443 Kat. Nr. 36 • Düsseldorf Johan Thorn Prikker Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Fliegende Kraniche, abstrakter Schmuckfries) Standort Datierung 1924 Technik Wandmalerei und Glasfenster Maße umlaufend ) Zustand nicht erhalten Auftraggeber vermutlich auf Initiative von Wilhelm Kreis Quellen und Literatur Barbara Til, „Das Nützliche mit dem Schönen durchdringen ...“ Glasfenster und Mosaiken der Düsseldorfer Zeit, in: Presse und Primärliteratur , Oktober 1932 Stadtarchiv Düsseldorf, Bildarchiv Querverweise Weitere Wandbilder und andere baugebundene Arbeiten von Johan Thorn Prikker 1902 Den Haag/Scheveningen, Villa De Zeemeeuv: „Das Spiel des Lebens” 1905 Krefeld, Amtsgericht: Salomos Urteil 1905 Krefeld, Restaurant Hülser Berg: Gesamtkonzept für Wand- und Deckengestaltung, „Hühnerhof” 1909 Krefeld, Standesamt: Entwurf für Wandbild „Die Trauung” 1910 Hagen, Bahnhofshalle: Glasfenster „Der Künstler als Lehrer für Handel und Gewerbe” 1911 Hagen, Hohenhof (Wohnhaus Carl Ernst Osthaus): Glasfenster ”Der Kampf des Lichts gegen das Dunkel” im Treppenhaus und Einsatzbild „Kämpfende Eulen” im Arbeitszimmer 1914 Hagen, Stadthalle: Entwurf für Mosaik „Musik und Tanz” 1914 Köln, Werkbundausstellung, Haus Heinersdorff: Neun Glasfenster Kat. Nr. 36.1 • Raumansicht mit Wandbild (Kraniche) und Schmuckfries, 1924 • Foto: Stadtarchiv Düsseldorf, Inv. Nr. 006-100-001 Kat. Nr. 36.2 • Raumansicht mit Schmuckfries, 1924 (Blick Richtung Eingangstür) • Abb. entnommen aus: S. 19 Kat. Nr. 36 • Düsseldorf 444 1915 Essen, Altkatholische Kirche: Fenster und Mosaiken 1922 Hagen, Stadthalle: Wandmalerei und Glasfenster 1923 Krefeld, Kaiser Wilhelm Museum, Marmorsaal: 1923 Krefeld, Hotel Krefelder Hof, Speisesaal: Wandbilder der Elemente verkörpert durch Wild- taurant: abstrakte Gestaltung des Gastraumes 1924 Essen, Börse, Erfrischungsraum: abstrakte Wandgestaltung und Glasfenster 1924/25 Oberhausen, Gute-Hoffnungs-Hütte, Verwaltungsgebäude: 23 Entwürfe für geometrische Glasfenster 1925 Den Haag, Duinoordkerk: Mosaik 1926 Düsseldorf, Gesolei, Pavillonbauten: zwei Mosaike „Der Tag” und „Die Nacht” 1926 Mülheim an der Ruhr, Stadthalle: Mosaik „Geistliche und weltliche Musik” und Glasfenster 1918–1927 Rotterdam, Rathaus: Wandbilder in Ratssaal und Bürgersaal, Entwürfe für Glasfenster der Eingangshalle 1927 Wittlaer, Kirche St. Remigius: Glasgemälde 1927 Hagen, Rathaus: ornamentales Fenster im Treppenhaus 1928 Köln, Gebäude der Allgemeinen Ortskrankenkasse: Entwurf für ein Wandbild mit Fischmotiven 1928 Krefeld, Synagoge: Glasfenster 1929 Eindhoven, Firma Phillips, Eingangshalle der Hauptverwaltung: Wandbild „Das ideale Sprechen, Hören und Sehen” 1929 Essen, Museum Folkwang: Steinmosaik im Schmuckhof, Gestaltung der Türen 1932 Amsterdam, Rathaus: Wandbildzyklus mit Allegorien von Weisheit, Gerechtigkeit, Einigkeit, Gesetzestreue, Voraussicht und Glaube Seit den 1930er-Jahren vor allem abstrakte Glasfenster im säkularen sowie sakralen Bereich. Beschreibung/Bemerkung Im großen Börsensaal realisierte Thorn Prikker sowohl den umlaufenden geometrisch abstrakten In diesen Fries, der aus diagonal angeordneten verschiedenfarbigen Quadraten und Rechtecken aufgebaut ist, sind die auf Eck gestellten Quadratfenster ebenso eingegliedert wie die geometrisch gestalteten Schmuckgitter der Belüftungsanlage. Auch dem Wandbild liegt ein auf Diagonalen basierendes Kompositionsschema zugrunde, wodurch es Thorn Prikker gelingt, Bildakteure und Hintergrund eng zusammen zu binden, wie er es auch zuvor in Krefeld (Kaiser Wilhelm Museum und Krefelder Hof) oder später in Köln (Krankenkasse) umgesetzt hatte. Auch im kleinen Börsensaal schuf Thorn Prikker die - Die Verbindung von abstrakter Dekoration und Wand- und Raumgestaltungen wie in der Villa De Zeemeeuw (1901/1902) oder das Mosaik „Musik und Tanz“ in der Hagener Stadthalle, das 1914 auf der Werkbundausstellung in Köln zu sehen war. Kat. Nr. 36 • Düsseldorf 445 Kat. Nr. 37 • Düsseldorf Willi Tschech Keine Abb. bekannt Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt Standort Gesolei, Rheinterrassen, Hagstube Datierung um 1926 Technik nicht bekannt Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich Ausstellungsleitung der Gesolei, Arthur Schlossmann) Quellen und Literatur Ute Einhoff, Die Dauerbauten der Gesolei: Kunstmuseum und Kunstpalast, Reichsmuseum für Gesellschafts- und Wirtschaftskunde, Rheinterrasse, Primärliteratur Robert Meyer, Die Ausstellungsbauten in technisch-organisatorischer Beziehung, in: Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Willi Tschech bekannt. Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten auf der Gesolei, außerhalb des Planetariums, alle um 1926 Dauerbauten, Kaffeesaal: Franz Monjau mit Künstlerkollegen Walter Lehmann und Emil Pohle Düsseldorfer Haus, Kapelle der Kriegsgefangenen: Fritz Burmann, dreiteilige Wandmalerei Ohne Titel Eingangspavillons, Außenwände: Johan Thorn Prikker, Mosaike „Tag” und „Nacht” Kunstmuseum, Foyer: Johan Thorn Prikker, monumentales, abstraktes Glasfenster Rheinhalle, Tortempel: Heinrich Nauen, Mosaik „Der Rhein als Träger des Lebens“ und „Tanz“, 1925 Rheingoldsaal, Raumnischen und über Saaltür: Ernst Aufseeser, 8–10 Wandbilder Ohne Titel Rheinterrassen, Weinsalon, südl. Flügel: Joseph westl. Flügel: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasen- Kat. Nr. 37 • Düsseldorf 446 Weitere Künstler, die im Planetarium der Gesolei Zwickelbilder realisierten, alle um 1926 Weitere Wandmalereien in Gaststätten und Restaurants BERLIN, Scala, Tanzcasino: Rudolf Belling und Walter Würzbach, abstrakt/ornamentale Wandgestaltung, 1920 11); Interhotel „Bastei”, Außenbau: Rudolf Lipowski und Kurt Sillack, „Die Stadt der modernen sozialistischen Industrie, der Wissenschaft und der Kunst grüßt seine Gäste/Dresden grüßt seine Gäste”, 1969 DÜSSELDORF GESOLEI, Rheinterrassen, Weinsalon: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasenden Tieren, - bilder in Wandzwickeln der Raumnischen und über Franz Monjau mit Walter Lehmann und Emil Pohle, Wandfriese, um 1926 (Kat. Nr. 33); Rheinterrassen: DÜSSELDORF, Haus zum Kurfürsten: Hans Kohl- 25) DUISBURG, Duisburger Hof, Großer Saal (sog. Konversationshalle): Viktor Lurje, sog. Jahreszeiten- ESSEN, Börse, Erfrischungsraum: Johan Thorn Prikker, abstrakte Wandmalerei und Fenstergestaltung, 1924 HAMBURG, Altona, Kaisercafé: Otto Fischer-Trachau, Ausmalung des Hochzeitssaales, 1928 KÖLN, Kleine Glocke: Heinrich Hoerle, Karnevalsdekoration (temporär), 1930er-Jahre; Hansahochhaus, Gaststätte: Richard Seewald, Wandbildzyklus, 1927 Tanzsaal: Heinrich Hoerle, Wandbilder neben der Willy Szesztokat, Wandbilder ohne Titel, um 1930 Seewald, Wandmalerei, 1927 KREFELD, Restaurant Hülser Berg: Johan Thorn Prikker, „Hühnerhof”, um 1909; Hotel Krefelder Hof: Johan Thorn Prikker, vierteiliger Zyklus „Die LEIPZIG, Auerbachs Keller: Ludwig von Hofmann, sog. Euphorion-Wandbild, 1912/13 LUXEMBOURG, Café Namur: Franz Wilhelm Seiwert, Entwürfe für Glasfenster, 1928 MÜNCHEN, Theresienhöhe, Ausstellungsgelände Erler, Wandbilder „Die vier Elemente”, 1908 STRAßBURG, Aubette, Tanz-Café: Hans Arp, Theo van Doesburg und Sophie Taeuber-Arp, abstrakte Wandgestaltung, 1925–1928 la nymphe Ancolie”, 1934 Beschreibung/Bemerkung Die Ausstattung der Hagstube durch Willi Tschech wird von Robert Meyer im Ausstellungskatalog der Gesolei erwähnt. Jedoch ist bislang nicht dokumentiert, worin genau diese Ausstattung bestand und ob es sich tatsächlich um Wandbilder im hier verwendeten Sinne gehandelt hat. Kat. Nr. 37 • Düsseldorf 447 Kat. Nr. 38 • Düsseldorf Adolf Uzarski Titel Ohne Titel Standort Gesolei, Planetarium/Rheinhalle heutige Nutzung: Tonhalle der Stadt Düsseldorf Datierung um 1926 Technik Kasein-Öl-Malerei auf Leinwand Maße (insgesamt Zyklus von elf Zwickelbildern elf verschiedener Künstler) Zustand erhalten; Ende der 1930er-Jahre entfernt und im städtischen Kunstmuseum (heute Museum Kunstpalast) magaziniert, 1976–1978 Restaurierung durch Restaurierungszentrum der Stadt Düsseldorf, Schenkung Henkel, 1978 Installation in der neuen Tonhalle Auftraggeber vermutlich auf Initiative von Wilhelm Kreis Quellen und Literatur Die Düsseldorfer Tonhalle oder das tönende Planetarium, hrsg. v. Gesellschaft der Freunde und Förderer der Düsseldorfer Tonhalle e.V., Düsseldorf 2003, Presse und Primärliteratur Düsseldorfer Lokalzeitung, 29.5.1926 Restaurierungszentrum der Landeshauptstadt Düsseldorf, Schenkung Henkel Restaurierungsakte „Zwickelbilder“ Restaurierungsprotokoll, Karteikarte Sammel- Nr. 2084, 2088 Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Adolf Uzarski bekannt. Weitere Künstler, die im Planetarium der Gesolei Zwickelbilder realisierten, alle um 1926 Kat. Nr. 38 • Foto: Walter Klein, Düsseldorf Kat. Nr. 38 • Düsseldorf 448 Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten auf der Gesolei, außerhalb des Planetariums, alle um 1926 Dauerbauten, Kaffeesaal: Franz Monjau mit Künstlerkollegen Walter Lehmann und Emil Pohle Düsseldorfer Haus, Kapelle der Kriegsgefangenen: Fritz Burmann, dreiteilige Wandmalerei Ohne Titel Eingangspavillons, Außenwände: Johan Thorn Prikker, Mosaike „Tag” und „Nacht” Kunstmuseum, Foyer: Johan Thorn Prikker, monumentales, abstraktes Glasfenster Rheinhalle, Tortempel: Heinrich Nauen, Mosaik „Der Rhein als Träger des Lebens“ und „Tanz“, 1925 Rheingoldsaal, Raumnischen und über Saaltür: Ernst Aufseeser, 8–10 Wandbilder Ohne Titel Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, Ausstat- Rheinterrassen, Weinsalon, südl. Flügel: Joseph westl. Flügel: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasen- Beschreibung/Bemerkung Der Gründungsvater von Jungem Rheinland und Rheingruppe, Adolf Uzarski, konnte in der Rheinhalle ebenfalls ein Wandbild realisieren. Er legte es dreiteilig an: Rechts im Bild leitet ein Kind repoussoirartig in die Komposition ein, neben ihm ist ein stehendes (Eltern-)Paar zu sehen. In der linken Bildhälfte fällt der Blick auf eine stilisierte und abstrahierte Aufsicht auf Düsseldorfs Stadtbild sowie das vorgelagerte Rheinufer. Zwei Fische am linken Bildrand und mittig weisen zusätzlich auf das Wasser hin. In der Spitze des Wandbildes ist ein liegender Frauenakt mit unbekleidetem, liegendem Kind zu sehen. Uzarski gestaltet den Hintergrund sowie die Stadtsilhouette in fein abgestuften Pastelltönen, die sich in geometrischen Farbfeldern überlagern und aufbauen. Er bemüht sich, in Farbigkeit und Bildaufbau an die Wirkung traditioneller Fresken anzuknüpfen. Die ursprüngliche Anordnung und Reihenfolge der Werke im Raum ist nicht bekannt; zur heutigen Installation und Platzierung vgl. Schema „Tonhalle“, Kat. Nr. 38 • Düsseldorf 449 Kat. Nr. 39 • Duisburg Viktor Lurje Titel Titel nicht bekannt (Jahreszeitenwandbilder) Standort Duisburger Hof, Großer Saal (sog. Konversationshalle) Datierung 1928 Technik nicht bekannt („lapidar gezeichneter Freskostil“) Maße mind. zwei, vermutlich vier Werke; Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich auf Initiative des Archi- Geldgeber) Quellen und Literatur Joseph Cremers, Hotel Duisburger Hof in Duisburg, in: Deutsche Bauzeitung, Querverweise Weitere Wandmalereien von Victor Lurje Um 1926, Düsseldorf, Rheinterrassen, Weinsalon: Wandmalerei mit grasenden Tieren zwischen Weitere Wandmalereien in Gaststätten und Restaurants BERLIN, Scala, Tanzcasino: Rudolf Belling und Walter Würzbach, abstrakt/ornamentale Wandgestaltung, 1920 11); Interhotel „Bastei”, Außenbau: Rudolf Lipowski und Kurt Sillack, „Die Stadt der modernen sozialistischen Industrie, der Wissenschaft und der Kunst grüßt seine Gäste/Dresden grüßt seine Gäste”, 1969 DÜSSELDORF GESOLEI, Rheinterrassen, Weinsalon: Joseph Ringel, Deckenbemalung und Rheingoldsaal: Ernst Aufseeser, Wandbilder in Dauerbauten, Kaffeesaal: Franz Monjau mit Walter Lehmann und Emil Pohle, Wandfriese, um 1926 (Kat. Nr. 33); Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, DÜSSELDORF, Haus zum Kurfürsten: Hans Kohlschein, Kat. Nr. 39 • Raumansicht Duisburger Hof, 1928 • Abb. entnommen aus: S. 32 (Abb. 11) Kat. Nr. 39 • Duisburg 450 ESSEN, Börse, Erfrischungsraum: Johan Thorn Prikker, abstrakte Wandmalerei und Fenstergestaltung, 1924 HAMBURG, Altona, Kaisercafé: Otto Fischer- Trachau, Ausmalung des Hochzeitssaales, 1928 KÖLN, Kleine Glocke: Heinrich Hoerle, Karnevalsdekoration (temporär), 1930er-Jahre; Hansahochhaus, Gaststätte: Richard Seewald, Wandbildzyklus, 1927 Tanzsaal: Heinrich Hoerle, Wandbilder neben der Willy Szesztokat, Wandbilder ohne Titel, um 1930 Seewald, Wandmalerei, 1927 KREFELD, Restaurant Hülser Berg: Johan Thorn Prikker, „Hühnerhof”, um 1909; Hotel Krefelder Hof: Johan Thorn Prikker, vierteiliger Zyklus „Die LEIPZIG, Auerbachs Keller: Ludwig von Hofmann, sog. Euphorion-Wandbild, 1912/13 LUXEMBOURG, Café Namur: Franz Wilhelm Seiwert, Entwürfe für Glasfenster, 1928 MÜNCHEN, Theresienhöhe, Ausstellungsgelände Erler, Wandbilder „Die vier Elemente”, 1908 STRAßBURG, Aubette, Tanz-Café: Hans Arp, Theo van Doesburg und Sophie Taeuber-Arp, abstrakte Wandgestaltung, 1925–1928 de la nymphe Ancolie”, 1934 Beschreibung/Bemerkung Das imposante, nachklassizistische Hotel Duisburger Hof der Architekten Pfeifer & Großmann aus Mülheim an der Ruhr wurde 1928 fertiggestellt und eröffnet. In der zentralen, großen Halle des Erdgeschosses waren Viktor Lurjes (1883–1944) Vierjahreszeitenbilder zu sehen. Es handelte sich hier jedoch mehr um großformatige Tafelbilder, die vermutlich auf allen vier Seiten der Halle platziert waren. Auf dem in der Bauzeitung dargestellt. Außerdem war der der Wiener Werkstätte angehörige Künstler hier auch für eine vergoldete Plastik sowie die Intarsienarbeiten der Türen zuständig. Die verschiedenen Techniken sowie die Ausführung der Wandbilder als querrechteckige Werke mit Wandbildcharakter ab und verdeutlichen die tiefe Verwurzelung des Künstlers in der Raumkunst der Wiener Werkstätte. In der Gesamtgestaltung der gediegenen Eingangshalle sind die Werke eher als weitere dekorative Elemente einzuordnen. Weitere beteiligte Künstler waren Paul Speck (keramische Kamine), Fritz Burmann, Richard Gessner und Werner Peiner, die sich die Wandmalereien im sog. „Weekend-Raum“ teilten und auf Kopf- und seide die Wände füllten. Kat. Nr. 39 • Duisburg 451 Kat. Nr. 40 • Erfurt Charles Crodel Titel „Thüringer Mutter“, Entwurf für ein Hausschild Standort Katholische Vorbereitungsschule Datierung vermutlich 1924 Technik nicht bekannt, ob die Arbeit ausgeführt wurde oder nur im Entwurf bestand Maße nicht bekannt Zustand nicht bekannt Auftraggeber nicht bekannt Quellen und Literatur ger Mutter“) Entwürfe Nachlass Charles Crodel Entwurf 1:10 (s. Abb. oben) Querverweise Weitere Wandbilder von Charles Crodel 1924 Jena, Crodels Wohnhaus Kriegerstraße: Wandmalerei zur Erfurter Brunnenkapellen-Sage (1927 durch Schlossmuseum Weimar erworben; dort erhalten) 1925 Jena, Universitäts-Hauptgebäude: „Griechenland und die Vertreibung der Griechen von der 1926 Jena, Lyceum: Entwurf für ein Wandbild zum 1926 Erfurt, Hospital am Johannesring: „St. Georg 1926/27 Erfurt, Brunnenkapelle am Fischersand: Fresken zu 14 Kreuzwegstationen (Entwürfe ausgestellt auf Juryfreier Kunstschau Berlin 1927) 1929 Halle, Neubau des Arbeitsamtes, Sitzungssaal: 1929 Halle, Mitteldeutsche Landesbank: Entwurf für 1929 Halle, Moritzburg: Entwurf für ein Deckenge- 1929 Halle, Standesamt Süd: Wand- und Decken- 1929 Halle, Universität, Burse zur Tulpe: 1929 Merseburg, Stadthalle: Entwurf für eine Kat. Nr. 40 • Foto: Nachlass Charles Crodel Kat. Nr. 40 • Erfurt 452 1930/31 Naumburg, Dom St. Peter und Paul: Entwürfe für Glasfenster der Taufkapelle 1931 Halle, Moritzburg (Institut für Leibesübungen der Universität Halle): „Der Wettlauf der Atalante 1931/32 Bad Lauchstädt, Goethetheater und Kur- 1932 Halle, Burg Giebichenstein, Eckturm der Unterburg: Crodel mit Crodelklasse, Entwurf für 1932 Erfurt, Städtisches Museum (Angermuseum): Türfüllungen und Deckengemälde im Rokokoraum nach 1932 Essen, Museum Folkwang: Farb-Entwürfe für den Brunnenraum Außerdem Teilnahme an Ausstellungen 1927 Juryfreie Kunstschau Berlin: Kartons zu den Leidensstationen in der Erfurter Brunnenkapelle 1929/30 Juryfreie Kunstausstellung Berlin: Entwürfe für die Stadthalle Merseburg 1931 Berliner Bauausstellung: Wandmalerei für die Sonderausstellung „Maler und Bildhauer am Bau“ stück zum Wandbild im Hause Crodel) Seit den 1940er-Jahren vermehrt Glasmalereien im sakralen Raum. Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Das Motiv der „Thüringer Mutter“ taucht bei Crodel bis in die 1970er-Jahre immer wieder auf. Dieser Frauentypus wird als eine besorgende und arbeitende Frau mit einem in einem Umhänge-/ Tragetuch eingewickelten Kind dargestellt. Kat. Nr. 40 • Erfurt 453 Kat. Nr. 41 • Erfurt Charles Crodel s. auch Abb. 39 und 40 Titel „St. Georg und St. Martin“ Standort Hospital am Johannesring, Speisesaal zu den vier Jahreszeiten“, Speisesaal Datierung 1926 Technik Fresko Maße Zustand erhalten Auftraggeber vermutlich auf Initiative von Walter Kaesbach; 1925 Wettbewerbsausschreibung von Angermuseum karitative Einrichtung; zwischen fünf Konkurrenten erhielt Crodel den Zuschlag; Inneneinrichtung des Alfred Hess Quellen und Literatur mit Abb. Architekturführer DDR. Bezirk Erfurt, Berlin 1979, Presse und Primärliteratur Gotthold Deile, Die Entstehung und Bedeutung der Erfurter Hospitäler, Nr. 28/29 (7.4.1928), Crodel-Wand) Curt Glaser, Zwei Wandmalereien von Charles Crodel, in: Jg. XXIV, 1925/1926, H Hermann Giesau, in: Der Cicerone 18, 1926, Heft 15, Zur heutigen Nutzung siehe Homepage des AWO-Seniorenheims: - Deutsches Kunstarchiv Nürnberg März 1926, Jan 1927 Kat. Nr. 41.1 • Ansicht 2004 • Foto: Uwe Wagner, TLDA Kat. Nr. 41.2 • Raumansicht 1928 • Abb. entnommen aus: S. 245 Kat. Nr. 41 • Erfurt 454 Entwürfe Nachlass Charles Crodel Entwurf Querverweise Weitere Wandbilder von Charles Crodel Vermutlich 1924 Erfurt, Katholische Vorbereitungsschule: Entwurf für ein Hausschild („Thüringer 1924 Jena, Crodels Wohnhaus Kriegerstraße: Wandmalerei zur Erfurter Brunnenkapellen-Sage (1927 durch Schlossmuseum Weimar erworben; dort erhalten) 1925 Jena, Universitäts-Hauptgebäude: „Griechenland und die Vertreibung der Griechen 1926 Jena, Lyceum: Entwurf für ein Wandbild zum 1926/27 Erfurt, Brunnenkapelle am Fischersand: Fresken zu 14 Kreuzwegstationen (Entwürfe ausgestellt auf Juryfreier Kunstschau Berlin 1927) 1929 Halle, Neubau des Arbeitsamtes, Sitzungssaal: 1929 Halle, Mitteldeutsche Landesbank: Entwurf für 1929 Halle, Moritzburg: Entwurf für ein Deckenge- 1929 Halle, Standesamt Süd: Wand- und Deckenma- 1929 Halle, Universität, Burse zur Tulpe: „Improvisa- 1929 Merseburg, Stadthalle: Entwurf für eine 1930/31 Naumburg, Dom St. Peter und Paul: Entwürfe für Glasfenster der Taufkapelle 1931 Halle, Moritzburg (Institut für Leibesübungen der Universität Halle): „Der Wettlauf der Atalante 1931/32 Bad Lauchstädt, Goethetheater und Kur- 1932 Halle, Burg Giebichenstein, Eckturm der Unterburg: Crodel mit Crodelklasse, Entwurf für 1932 Erfurt, Städtisches Museum (Angermuseum): Türfüllungen und Deckengemälde im Rokokoraum nach 1932 Essen, Museum Folkwang: Farb-Entwürfe für den Brunnenraum Außerdem Teilnahme an Ausstellungen 1927 Juryfreie Kunstschau Berlin: Kartons zu den Leidensstationen in der Erfurter Brunnenkapelle; 1929/30 Juryfreie Kunstausstellung Berlin: Entwürfe für die Stadthalle Merseburg 1931 Berliner Bauausstellung: Wandmalerei für die Sonderausstellung „Maler und Bildhauer am Bau“ stück zum Wandbild im Hause Crodel) Seit den 1940er-Jahren vermehrt Glasmalereien im sakralen Raum. Weitere Wandbilder in Krankenhäusern BERLIN, Charité, großer Hörsaal: Hugo Vogel, sog. HALLE, Polizeilazarett der Artilleriekaserne: Erwin Hahs mit Schülern, Farbgestaltung der Flure, Treppenhäuser und Innenräume, 1924–1926 WAIBLINGEN, Krankenhaus, Treppenhaus: Willi Baumeister, sog. Sportarten-Wandbild, 1928 Beschreibung/Bemerkung In diesem Wandbild folgte Crodel der traditionellen - Gericht-Bildern. Das Bildfeld ist durch den Kaminrisalit in drei nahezu gleich große Teile geteilt. Mittig über dem Kamin ist ein Puttenreigen zu sehen, rechts und links verschiedene Szenen aus dem Leben des Heiligen Martin sowie des Georg von Koziba. Crodel bettet diese Szenen in eine zusammenhängende Landschaftsdarstellung ein und schließt sie zudem durch den gemeinsamen blau/grünen Grundfarbton zusammen. in Kapitel III.2.1.2, S. 202–206 Die Krankenhäuser in Halle, Erfurt und Königstein Kat. Nr. 41 • Erfurt 455 Kat. Nr. 42 • Erfurt Charles Crodel Titel Türfüllungen und Deckengemälde Standort Städtisches Museum (Angermuseum), Rokokoraum der Familie Spangenberg Datierung 1932 (und Folgejahre) Technik nicht bekannt Maße drei Doppeltüren mit je zweimal drei bemalten Feldern in den Türblättern Zustand erhalten; unter Türfüllungen erworben vom Künstler im Tausch gegen Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich auf Initiative von Walter Kaesbach; zur Beziehung Crodel-Kaesbach vgl. Quellen und Literatur Städtisches Angermuseum, Erfurt Deutsches Kunstarchiv Nürnberg Entwürfe Nachlass Charles Crodel Entwurfskonvolut 1:1 Querverweise Weitere Wandbilder von Charles Crodel Vermutlich 1924 Erfurt, Katholische Vorbereitungsschule: Entwurf für ein Hausschild („Thüringer 1924 Jena, Crodels Wohnhaus Kriegerstraße: Wandmalerei zur Erfurter Brunnenkapellen-Sage (1927 durch Schlossmuseum Weimar erworben; dort erhalten) 1925 Jena, Universitäts-Hauptgebäude: „Griechenland und die Vertreibung der Griechen 1926 Jena, Lyceum: Entwurf für ein Wandbild zum 1926 Erfurt, Hospital am Johannesring: „St. Georg Kat. Nr. 42 • Skizzen in Tagebuch IV, 1932 • Foto: Nachlass Charles Crodel Kat. Nr. 42 • Erfurt 456 1926/27 Erfurt, Brunnenkapelle am Fischersand: Fresken zu 14 Kreuzwegstationen (Entwürfe ausgestellt auf Juryfreier Kunstschau Berlin 1927) 1929 Halle, Neubau des Arbeitsamtes, Sitzungssaal: 1929 Halle, Mitteldeutsche Landesbank: Entwurf für 1929 Halle, Moritzburg: Entwurf für ein Deckenge- 1929 Halle, Standesamt Süd: Wand- und Deckenma- 1929 Halle, Universität, Burse zur Tulpe: „Improvisa- 1929 Merseburg, Stadthalle: Entwurf für eine 1930/31 Naumburg, Dom St. Peter und Paul: Entwürfe für Glasfenster der Taufkapelle 1931 Halle, Moritzburg (Institut für Leibesübungen der Universität Halle): „Der Wettlauf der Atalante 1931/32 Bad Lauchstädt, Goethetheater und Kur- 1932 Halle, Burg Giebichenstein, Eckturm der Unterburg: Crodel mit Crodelklasse, Entwurf für nach 1932 Essen, Museum Folkwang: Farb-Entwürfe für den Brunnenraum Außerdem Teilnahme an Ausstellungen 1927 Juryfreie Kunstschau Berlin: Kartons zu den Leidensstationen in der Erfurter Brunnenkapelle; 1929/30 Juryfreie Kunstausstellung Berlin: Entwürfe für die Stadthalle Merseburg 1931 Berliner Bauausstellung: Wandmalerei für die Sonderausstellung „Maler und Bildhauer am Bau“ stück zum Wandbild im Hause Crodel) Seit den 1940er-Jahren vermehrt Glasmalereien im sakralen Raum. Weitere Wandbilder in Museen ALTENBURG, Lindenau-Museum: Ernst Müller-Gräfe, Wandbildzyklus im Treppenhaus, ERFURT, Städtisches Museum: Erich Heckel, „Die ESSEN, Museum Folkwang: Willi Baumeister, Wandbildentwurf für Rotunde des Museumsneubaus, die Ausmalung von Festsaal und Rotunde, 1928 Entwürfe für die Ausmalung des Festsaales, Folkwang-Zyklus im Brunnensaal, 1928–1931 HALLE, Museum für Vorgeschichte: Paul Thiersch mit Schülerinnen, Wandmalereizyklus im Treppen- HAMBURG, Kunsthalle: Dorothea Maetzel-Johannsen, Vier Stillleben im Vorsaal zum Vortragsraum, Geschichte: Otto Fischer-Trachau, Entwurf für ein KÖLN, Kunstgewerbemuseum: Franz Wilhelm Seiwert, „Die Welt der Arbeit” (Glasfensterentwurf), 1930/31; Rheinisches Museum: Richard Seewald, KREFELD, Kaiser Wilhelm Museum: Johan Thorn LEIPZIG, Grassi Museum: Otto Fischer-Trachau, Wandbild, Farbgestaltung von Saal und Treppen- MÜNCHEN, Deutsches Museum: Claus Bergen, Diez, „Wissenschaft und Technik vom Fortschritt Hans W. Schmidt, „Die Herstellung des Schreibgrun- OLDENBURG, Oldenburgisches Landesmuseum im Schloss: Karl Schmidt-Rottluff, Wandbildentwurf, Wandbilder in Museen außerhalb Deutschlands (ohne Katalogeintrag) HELSINKI, Nationalmuseum: Akseli Gallen-Kallela mit Sohn Jorma Gallen, Kuppelausmalung der Eingangshalle, 1927/28 Museum: Marc Chagall, Wandmalereizyklus, 1922 PHILADELPHIA, The Barnes Foundation: Henri Matisse, „Der Tanz”, 1932 Beschreibung/Bemerkung Die Türfüllungen, die Crodel für den Rokoko-Raum der Familie Spangenberg schuf, gestaltete er mit ornamental eingesetzten Elementen. Es handelte sich in Anlehnung an die Wandmaler eien des Rokoko um dekorative Wandgestaltungen, ähnlich denen, die Aufseeser in Düsseldorf – jedoch Kat. Nr. 42 • Erfurt 457 Kat. Nr. 43 • Erfurt Erich Heckel Kat. Nr. 43.1 • Raumansicht, Richtung „Die Welt des Mannes“ (links) • Foto: Angermuseum Erfurt Kat. Nr. 43.2 • Raumansicht, Richtung „Die Welt der Frau“ (rechts) • Foto: Stefan- George-Archiv, Stuttgart; Repro entnommen aus: , S. 63 Kat. Nr. 43.4 • Raumansicht, Richtung „Die Welt der Frau“ (rechts) • Foto: Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen Kat. Nr. 43.5 • Raumschema • Abb.: Angermuseum Erfurt Kat. Nr. 43.3 • Raumansicht, Richtung „Die Welt des Mannes“ (links) • Foto: Constantin Beyer; Repro entnommen aus: 1992, S. 72 Kat. Nr. 43 • Erfurt 458 Titel „Die Stufen des Daseins“, auch „Lebensstufen“ Standort Städtisches Museum (Angermuseum) Datierung 1922–24 Technik Secco-Malerei Maße 2 2 Zustand erhalten Auftraggeber ziert durch den Schuhfabrikanten Alfred Hess Quellen und Literatur Primärliteratur 1924 Angermuseum Erfurt – Kunstmuseum der Landeshauptstadt Grundriss mit Neuvermessung aller Wände, HG. EG.07. Heckelraum, Okt. 2015 Querverweise Weitere Wandbilder von Erich Heckel 1908/09 Dresden, privat genutzter Dachraum: erste Versuche mit überlebensgroßen Figuren als Wandmalereien 1911 Berlin, Atelier Mommsenstraße: Entwurf für eine Wandmalerei 1912 Köln, Sonderbundausstellung, Kapelle: Ausmalung mit Ernst Ludwig Kirchner, Fenster von Johan Thorn Prikker 1928 Essen, Museum Folkwang: Vier Entwürfe für die Weitere Wandbilder in Museen ALTENBURG, Lindenau-Museum: Ernst Müller-Gräfe, Wandbildzyklus im Treppenhaus, ERFURT, Städtisches Museum: Charles Crodel, Türfüllungen im Rokokoraum der Familie Spangen- ESSEN, Museum Folkwang: Willi Baumeister, Wandbildentwurf für Rotunde des Museumsneubaus, die Ausmalung von Festsaal und Rotunde, 1928 Entwürfe für die Ausmalung des Festsaales, Folkwang-Zyklus im Brunnensaal, 1928–1931 HALLE, Museum für Vorgeschichte: Paul Thiersch mit Schülerinnen, Wandmalereizyklus im Treppen- HAMBURG, Kunsthalle: Dorothea Maetzel-Johannsen, Vier Stillleben im Vorsaal zum Vortragsraum, Geschichte: Otto Fischer-Trachau, Entwurf für ein KÖLN, Kunstgewerbemuseum: Franz Wilhelm Seiwert, „Die Welt der Arbeit” (Glasfensterentwurf), 1930/31; Rheinisches Museum: Richard Seewald, KREFELD, Kaiser Wilhelm Museum: Johan Thorn LEIPZIG, Grassi Museum: Otto Fischer-Trachau, Wandbild, Farbgestaltung von Saal und Treppen- MÜNCHEN, Deutsches Museum: Claus Bergen, Diez, „Wissenschaft und Technik vom Fortschritt Hans W. Schmidt, „Die Herstellung des Schreibgrun- OLDENBURG, Oldenburgisches Landesmuseum im Schloss: Karl Schmidt-Rottluff, Wandbildentwurf, Wandbilder in Museen außerhalb Deutschlands (ohne Katalogeintrag) HELSINKI, Nationalmuseum: Akseli Gallen-Kallela mit Sohn Jorma Gallen, Kuppelausmalung der Eingangshalle, 1927/28 Museum: Marc Chagall, Wandmalereizyklus, 1922 PHILADELPHIA, The Barnes Foundation: Henri Matisse, „Der Tanz”, 1932 Kat. Nr. 43 • Erfurt 459 Beschreibung/Bemerkung Der von Erich Heckel in Erfurt ausgemalte Raum Wandmalereien der Weimarer Republik. Heckel hatte seinen Zyklus „Stufen des Daseins“ „Lebensstufen“, unter dem er vor allem in die Kunstgeschichtsschreibung einging. Besonders detailliert haben sich Mechthild Lucke und Andreas Hüneke 1992 mit der Auftrags- und Entstehungsgeschichte sowie dem Bildprogramm beschäftigt. Diese Publikation bildet nach wie vor eine der wichtigsten Grundlagen für die Beschäftigung mit dem Zyklus Heckels. Heckel hatte nicht auf einen tradierten Stoff wie die Edda-Dichtung oder einen feststehenden Bildkanon wie die Lebensalter-Darstellungen zurückgegriffen, die in anderen Museen zur Umsetzung kamen, entschlüsselt werden kann. III.2.3.2, S. 284ff. Erfurt und Krefeld: Ein eigener Raum für moderne Monumentalmalerei Kat. Nr. 43 • Erfurt 460 Kat. Nr. 44 • Erfurt Karl Schneider Keine Abb. bekannt Titel „Auszug der Schützen“ Standort Schützenhaus, Saal heutige Nutzung: Thüringisches Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Datierung 1920 Technik nicht bekannt Maße nicht bekannt (Wandfries) Zustand nicht erhalten Auftraggeber Erfurter Schützenverein Quellen und Literatur Stadtarchiv Erfurt Vorlesungsverzeichnis der Erfurter Volkshochschule, Nachtrag zum Winterhalbjahr 1919/20, Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Karl Schneider bekannt. Beschreibung/Bemerkung Der von Karl Schneider gestaltete Wandfries mit dem Auszug der Schützen im Erfurter Schützenhaus ist nur schriftlich überliefert; es sind keine Die Gruppe Jung-Erfurt veranstaltete zu Beginn des Jahres 1920 eine Vortragsreihe zu verschiedenen Themen der Kunstgeschichte, die maßgeblich von Willy Kirch gestaltet wurde. Der dritte Abend war der Wandmalerei gewidmet und fand vor Ort im Schützenhaus Erfurt statt, wo der Künstler Karl Schneider selbst zu seinem Werk referierte und Kirch allgemein zur aktuellen Kunstauffassung sprach. Kat. Nr. 44 • Erfurt 461 Kat. Nr. 45 • Essen Willi Baumeister Titel Wandbildentwurf für Rotunde des Museumsneubaus Standort Museum Folkwang, Brunnensaal (Rotunde), Laterne Datierung 1929 Technik Maße nicht ausgeführt Zustand Entwürfe verschollen Auftraggeber Museum Folkwang (auf Initiative Ernst Gosebruchs) Quellen und Literatur Mario-Andreas von Lüttichau: Willi Baumeister, in: Quellen erkrankten Ernst Gosebruch an Willi Baumeister, Erich Heckel und Oskar Schlemmer, 5.3.1928, Archiv des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg Presse Will Grohmann, Wandbilder von Oskar Schlemmer und Willi Baumeister, in: Das Werk Ein Haus am Meer. Berliner Bauausstellung, 1931, Stadtarchiv Essen Bauakten Rep. 102 IV 940 Entwürfe Z 309 Sportler, 1928 (sic) (nicht wie von Ponert auf 1929 datiert) (Teil) Kohle, Bleistift, Kreide auf Papier Maße nicht bekannt verschollen vgl. Kat. Nr. 45 • WVZ 309, CC BY-NC-SA Archiv Baumeister im Kunstmuseum Stuttgart Kat. Nr. 45 • Essen 462 Z 310 Hockey, 1928 (sic!) (nicht wie von Ponert auf 1929 datiert) (Detail) Bleistift und Deckfarbe auf Papier ehem. Museum Folkwang, Essen, Graphische Sammlung verschollen Querverweise Weitere Wandbilder von Willi Baumeister 1914 Köln, Werkbundausstellung: Vier Werke im Wandbildzyklus „Altkölner Legenden“ (zusammen mit Oskar Schlemmer und Hermann Stenner unter Leitung von Adolf Hölzel) 1928 Waiblingen, Krankenhaus: sog. Sportar- 1930 Frankfurt Bornheim, Friedrich-Ebert-Schule: 1939 Wuppertal, Wohnhaus Dr. Herberts: Wandbild auf Gartenwand Außerdem Teilnahme an den Werkbundausstellungen 1922 und 1923 sowie der Bauausstellung 1924 mit den sog. Mauerbildern (baugebundene, für die Werkbundausstellung 1927, Bauausstellung 1931. Weitere Wandbilder u. a. baugebundene Werke im Museum Folkwang, Essen 1925–1933 Ernst Ludwig Kirchner, Verschiedene Entwürfe für die Ausmalung des Festsaales, 1928 Erich Heckel, Vier Entwürfe für die Ausmalung 1928–1931 Oskar Schlemmer, sog. Folkwang-Zyk- 1929 Johan Thorn Prikker, Steinmosaik im Schmuckhof, Gestaltung der Türen um 1929 Ludwig Gies, Genien im Atrium nach Sept. 1934 Charles Crodel, Farbentwürfe für Brunnenraum Weitere Wandbilder in Museen ALTENBURG, Lindenau-Museum: Ernst Müller-Gräfe, Wandbildzyklus im Treppenhaus, ERFURT, Städtisches Museum: Erich Heckel, „Die Charles Crodel, Türfüllungen im Rokokoraum der HALLE, Museum für Vorgeschichte: Paul Thiersch mit Schülerinnen, Wandmalereizyklus im Treppen- HAMBURG, Kunsthalle: Dorothea Maetzel-Johannsen, Vier Stillleben im Vorsaal zum Vortragsraum, Geschichte: Otto Fischer-Trachau, Entwurf für ein KÖLN, Kunstgewerbemuseum: Franz Wilhelm Seiwert, „Die Welt der Arbeit” (Glasfensterentwurf), 1930/31; Rheinisches Museum: Richard Seewald, KREFELD, Kaiser Wilhelm Museum: Johan Thorn LEIPZIG, Grassi Museum: Otto Fischer-Trachau, Wandbild, Farbgestaltung von Saal und Treppen- MÜNCHEN, Deutsches Museum: Claus Bergen, Diez, „Wissenschaft und Technik vom Fortschritt Hans W. Schmidt, „Die Herstellung des Schreibgrun- OLDENBURG, Oldenburgisches Landesmuseum im Schloss: Karl Schmidt-Rottluff, Wandbildentwurf, Wandbilder in Museen außerhalb Deutschlands (ohne Katalogeintrag) HELSINKI, Nationalmuseum: Akseli Gallen-Kallela mit Sohn Jorma Gallen, Kuppelausmalung der Eingangshalle, 1927/28 Museum: Marc Chagall, Wandmalereizyklus, 1922 PHILADELPHIA, The Barnes Foundation: Henri Matisse, „Der Tanz”, 1932 Beschreibung/Bemerkung Der Direktor des Museum Folkwang Ernst Gosebruch beauftragte für den Museumsneubau, der 1929 eröffnet wurde, verschiedene Künstler mit Bauplastik, Mosaik- und Intarsienarbeiten, farbiger Wandgestaltung sowie Wandmalereien. 1928 lud er Willi Baumeister, Erich Heckel und Oskar Schlemmer zu einem Wettbewerb für Wandmalereien in der zentralen Rotunde des Museums ein. Thema sollte die „‚jungmännliche Bewegung unserer Zeit’ (Spiel und Sport)“ sein. Für die Beteiligung und Erstellung eines ersten Entwurfs stand jedem Baumeister reichte mindestens sechs Blätter als Entwürfe für die Ausmalung der oberen Wandzone des Brunnenraumes unmittelbar unter der Laterne ein. Sie sind in dem 1929 erschienenen Katalog von Agnes Waldstein verzeichnet. In Abbildungen sind zwei dieser Entwürfe überliefert. Ein ausgeprägtes Querformat zeigt drei Figuren in unterschiedlichen Körperpositionen, die verschiedene Stadien von Ruhe und Bewegung darstellen. Auf der zweiten Zeichnung ist ein Hockeyspieler mit einer doppelten Silhouette in typisierter, stark reduzierter Formensprache zu sehen. Kat. Nr. 45 • Essen 463 Baumeister hatte sich für das von Gosebruch gewünschte Thema für die Wandmalereien bereits durch seine Sportlerdarstellungen der 1920er- Jahre sowie durch die zeitgleich entstandenen Kat. Nr. 45 • Essen 464 Kat. Nr. 46 • Essen Erich Heckel Titel Vier Entwürfe für die Ausmalung von Festsaal und Rotunde Standort Museum Folkwang, Brunnensaal/Laterne und Festsaal Datierung 1928 Technik Aquarellentwürfe, nicht ausgeführt Maße vgl. unten Zustand nicht ausgeführt Auftraggeber Museum Folkwang (auf Initiative Ernst Gosebruchs) Quellen und Literatur Hubertus Froning, Erich Heckel, in: Quellen erkrankten Ernst Gosebruch an Willi Baumeister, Erich Heckel und Oskar Schlemmer, 5.3.1928, Archiv des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg (zit. n. Stadtarchiv Essen Bauakten Rep. 102 IV 940 Entwürfe Museum Folkwang, Essen, Graphische Sammlung Entwurf zur Ausmalung der Rotunde, 1928 Aquarell über Bleistift auf Papier Entwurf zur Ausmalung der Rückwand des Festsaales, 1928 Aquarell über Bleistift auf Papier Entwurf zur Ausmalung der Rückwand des Festsaales, 1928 Aquarell über Bleistift auf Papier Kat. Nr. 46 • Entwurf zur Ausmalung der Rotunde, 1928 • Museum Folkwang Essen, Inv. Nr. C 177 Kat. Nr. 46 • Essen 465 Entwurf zur Ausmalung der Seitenwand des Festaales: Bildhauer vor Steinbruch, 1928 Aquarell über Bleistift auf Papier Querverweise Weitere Wandbilder von Erich Heckel 1908/09 Dresden, privat genutzter Dachraum: erste Versuche mit überlebensgroßen Figuren als Wandmalereien 1911 Berlin, Atelier Mommsenstraße: Entwurf für eine Wandmalerei 1912 Köln, Sonderbundausstellung, Kapelle: Ausmalung mit Ernst Ludwig Kirchner, Fenster von Johan Thorn Prikker 1922–24 Erfurt, Städtisches Museum/Angermuseum: Raumausmalung im Erdgeschoss „Stufen Weitere Wandbilder u.a. baugebundene Werke im Museum Folkwang, Essen 1925–1933 Ernst Ludwig Kirchner, Verschiedene Entwürfe für die Ausmalung des Festsaales, 1928–1931 Oskar Schlemmer, sog. Folkwang- 1929 Willi Baumeister, Wandbildentwurf für Rotunde 1929 Johan Thorn Prikker, Steinmosaik im Schmuckhof, Gestaltung der Türen um 1929 Ludwig Gies, Genien im Atrium nach Sept. 1934 Charles Crodel, Farbentwürfe für Brunnenraum Weitere Wandbilder in Museen ALTENBURG, Lindenau-Museum: Ernst Müller-Gräfe, Wandbildzyklus im Treppenhaus, Städtisches Museum: Erich Heckel, „Die Stufen des Türfüllungen im Rokokoraum der Familie Spangen- HALLE, Museum für Vorgeschichte: Paul Thiersch mit Schülerinnen, Wandmalereizyklus im Treppen- HAMBURG, Kunsthalle: Dorothea Maetzel-Johannsen, Vier Stillleben im Vorsaal zum Vortragsraum, Geschichte: Otto Fischer-Trachau, Entwurf für ein KÖLN, Kunstgewerbemuseum: Franz Wilhelm Seiwert, „Die Welt der Arbeit” (Glasfensterentwurf), 1930/31; Rheinisches Museum: Richard Seewald, KREFELD, Kaiser Wilhelm Museum: Johan Thorn LEIPZIG, Grassi Museum: Otto Fischer-Trachau, Wandbild, Farbgestaltung von Saal und Treppen- MÜNCHEN, Deutsches Museum: Claus Bergen, Diez, „Wissenschaft und Technik vom Fortschritt Hans W. Schmidt, „Die Herstellung des Schreibgrun- OLDENBURG, Oldenburgisches Landesmuseum im Schloss: Karl Schmidt-Rottluff, Wandbildentwurf, Wandbilder in Museen außerhalb Deutschlands (ohne Katalogeintrag) HELSINKI, Nationalmuseum: Akseli Gallen-Kallela mit Sohn Jorma Gallen, Kuppelausmalung der Eingangshalle, 1927/28 Museum: Marc Chagall, Wandmalereizyklus, 1922 PHILADELPHIA, The Barnes Foundation: Henri Matisse, „Der Tanz”, 1932 Beschreibung/Bemerkung Heckel war neben Baumeister und Schlemmer von Gosebruch ebenfalls aufgefordert worden, einen Vorschlag für die Ausgestaltung der Kuppel über der Rotunde/Brunnenraum mit Georg Minnes Brunnen zu entwickeln. Der Künstler hatte sich vermutlich aufgrund seiner Wandmalerei im Erfurter Museum empfohlen; zudem stand er wie auch Ernst Ludwig Kirchner mit dem dem Museum wohlgesonnenen Förderer und Sammler Carl Hagemann in Kontakt. Für das Museum Folkwang reichte Heckel außerdem drei Entwürfe für die Ausmalung des Festsaales ein (obwohl dieser Auftrag bereits Kirchner zugesichert war) sowie einen erhaltenen Entwurf für die Gestaltung der Rotunde. Die Sockelzone sollte möglichst neutral gehalten werden. Heckel schlug hierfür eine Farbgestaltung mittels Vertikalstreifen und -farbfeldern in weiß, hellblau, gelb und orange vor, in der sich oberhalb gurige Szene zum Thema Sport aus; die Laterne darüber sollte in rot gehalten werden. zum Thema der Bildhauerei vorgesehen. Kat. Nr. 46 • Essen 466 Kat. Nr. 47 • Essen Ernst Ludwig Kirchner Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (verschiedene Motive für Wandbilder aus den Themenkreisen Leben und besonders: Lebensalter und Farbentanz) Standort Museum Folkwang, Festsaal im Neubau Datierung 1925–1933 Technik als Fresken geplant, nicht ausgeführt Maße Maße der geplanten Werke nicht bekannt, Raum- Zustand nicht ausgeführt Auftraggeber Museum Folkwang (auf Initiative Ernst Gosebruchs; eller Unterstützung von Carl Hagemann) Quellen und Literatur Brief Nr. 1492, 1591 (insgesamt ist das Projekt für Essen in mehr als 140 Briefen zwischen Kirchner und Gosebruch nachweisbar, vgl. ebd. Register) Anton Henze, Ernst Ludwig Kirchner und Carl Hagemann. Zur Geschichte der Sammlung Hagemann und der Tragödie von Essen, in: Das Kunstwerk IX, 4, Primärliteratur Entwürfe Archiv Kirchner Museum Davos Museum Folkwang Essen Zahlreiche Entwürfe, 1927–1933, vgl. v. a. 1999, S. 186f. Kat. Nr. 47.1 • Entwurf Festsaal-Ausmalung, 51,1 cm • Museum Folkwang Essen, Inv. Nr. C 38/86 • Foto: Archiv d. Verf. Kat. Nr. 47.2 • Entwurf Festsaal-Ausmalung, Museum Folkwang Essen, Inv. Nr. C 13/86 • Foto: Archiv d. Verf. Kat. Nr. 47.3 • Entwurf Festsaal-Ausmalung, Museum Folkwang Essen, Inv. Nr. C 29/86 • Foto: Archiv d. Verf. Kat. Nr. 47 • Essen 467 Querverweise Weitere Wandbilder und baugebundene Werke von Ernst Ludwig Kirchner 1912 Köln, Sonderbundausstellung, Kapelle: Ausmalung mit Erich Heckel, Fenster von Johan Thorn Prikker 1914 Köln, Werkbundausstellung, Ausstellungsstand der Tabakwarenhandlung Josef Feinhals: Große Stoffapplikation/Standdekoration „Die Kunst im Tabakgewerbe” 1915 Karlsruhe, Stadthalle, Jubiläumsausstellung zur 300-jährigen Stadtgründung: Entwurf für Decken- und Wandbemalung über großem, runden, kuppelüberwölbtem Raum 1917 Königstein, Sanatorium Kohnstamm, Brunnenhaus: fünfteiliger Wandmalereizkylus mit Badeszenen am Meeresstrand Weitere Wandbilder u. a. baugebundene Werke im Museum Folkwang, Essen 1928 Erich Heckel, Vier Entwürfe für die Ausmalung 1928–1931 Oskar Schlemmer, sog. Folkwang-Zyk- 1929 Willi Baumeister, Wandbildentwurf für Rotunde 1929 Johan Thorn Prikker, Steinmosaik im Schmuckhof, Gestaltung der Türen um 1929 Ludwig Gies, Genien im Atrium nach Sept. 1934 Charles Crodel, Farbentwürfe für Brunnenraum Weitere Wandbilder in Museen ALTENBURG, Lindenau-Museum: Ernst Müller-Gräfe, Wandbildzyklus im Treppenhaus, Städtisches Museum: Erich Heckel, „Die Stufen des Türfüllungen im Rokokoraum der Familie Spangen- HALLE, Museum für Vorgeschichte: Paul Thiersch mit Schülerinnen, Wandmalereizyklus im Treppen- HAMBURG, Kunsthalle: Dorothea Maetzel-Johannsen, Vier Stillleben im Vorsaal zum Vortragsraum, Geschichte: Otto Fischer-Trachau, Entwurf für ein KÖLN, Kunstgewerbemuseum: Franz Wilhelm Seiwert, „Die Welt der Arbeit” (Glasfensterentwurf), 1930/31; Rheinisches Museum: Richard Seewald, KREFELD, Kaiser Wilhelm Museum: Johan Thorn LEIPZIG, Grassi Museum: Otto Fischer-Trachau, Wandbild, Farbgestaltung von Saal und Treppen- MÜNCHEN, Deutsches Museum: Claus Bergen, Diez, „Wissenschaft und Technik vom Fortschritt Hans W. Schmidt, „Die Herstellung des Schreibgrun- OLDENBURG, Oldenburgisches Landesmuseum im Schloss: Karl Schmidt-Rottluff, Wandbildentwurf, Wandbilder in Museen außerhalb Deutschlands (ohne Katalogeintrag) HELSINKI, Nationalmuseum: Akseli Gallen-Kallela mit Sohn Jorma Gallen, Kuppelausmalung der Eingangshalle, 1927/28 Museum: Marc Chagall, Wandmalereizyklus, 1922 PHILADELPHIA, The Barnes Foundation: Henri Matisse, „Der Tanz”, 1932 Beschreibung/Bemerkung Ernst Ludwig Kirchner war 1925 erstmals mit dem Direktor des Museum Folkwang Ernst Gosebruch über eine wandmalerische Ausschmückung des Festsaals im Neubau des Museums in Kontakt. Bis das Projekt 1933 schließlich endgültig scheiterte, erarbeitete Kirchner zahlreiche Varianten für die Ausmalung des Saals. Als zentrales Thema variiert er das menschliche Leben: menschliches Miteinander sowie das Motiv der menschlichen Körper im Tanz. rige Szenen, die er auf der Längs- sowie der Stirneinzelne Kompartimente ist hier bereits angelegt. Er variierte dies später, indem er in einer dominanten Bandornamentik kleine Bildfelder schuf, in denen er einzelne Szenen miteinander kombinieren konnte. In der letzten Entwurfsphase dominieren schließlich Szene zahlreicher tanzender Akte für die Stirnwand des Saales. Als Ende der 1920er-Jahre der dritte Bauabschnitt abgesagt werden musste, sollte der Festsaal auch stehen. Die Vorschläge von Gosebruch, die Wandmalereien stattdessen als Leinwandbilder oder Wandteppiche auszuführen, wurden von Kirchner abgelehnt. Die Finanzierungsprobleme sowie die veränderten politischen Bedingungen ab 1933 ließen das Projekt schließlich endgültig scheitern. Vor allem Hubertus Froning und Hans Delfs haben den Projektablauf und die verschiedenen Stadien der Entwürfe ausführlich dokumentiert. Kat. Nr. 47 • Essen 468 Kat. Nr. 48 • Essen Oskar Schlemmer Titel Ohne Titel (Folkwang-Zyklus) Standort Museum Folkwang, Brunnensaal Datierung 1928–1931 Technik Öl und Tempera oder Kaseinfarbe auf Leinwand, auf Sperrholzplatte, Hintergrund gespritzt Maße Zustand dritte und letzte Fassung 1933 magaziniert, seit 1937 verschollen Auftraggeber Museum Folkwang (auf Initiative Ernst Gosebruchs) Quellen und Literatur Friederike Zimmermann: Oskar Schlemmer als Wandgestalter, in: Abb. S. 64–95; Katalog S. 139f., 146f. Wulf Herzogenrath, „Die jungmännische Bewegung unserer Zeit“. Die Themenentfaltung der Wandbilder Oskar Schlemmers für den Brunnensaal des Museums Folkwang Essen, 1928, in: S. 31–37 S. 237, 247, 253f., 258, 260, 281, 311, 326 Wandreliefs Nr. 6 sowie Nr. 128, 151–160, 214–222; Quellen und Primärliteratur Kat. Nr. 48.1 • Schema der Raumanordnung der dritten Fassung, 1931 • Abb. entnommen aus: S. 99 Kat. Nr. 48.2 • Raumaufnahme dritte Fassung, 1931 • Foto: Albert Renger-Patzsch, 1931 Kat. Nr. 48 • Essen 469 Zu den Wandbildern des Museums Folkwang in Essen. Manuskript eines Interviews von Professor Landsberger mit Oskar Schlemmer, gesendet am 3.11. 1930 zw. 16.40 und 19.00 Uhr, Erstveröffentlichung, in: erkrankten Ernst Gosebruch an Willi Baumeister, Erich Heckel und Oskar Schlemmer, 5.3.1928, Archiv des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg (zit. n. Schreiben von Oskar Schlemmer an Willi Baumeister, 8.4.1929, in: Schreiben von Oskar Schlemmer an Will Grohmann, 4.2.1930, 1.8.1930, 29.8.1930, 8.9.1930, 4.10.1930, 10.11.1930, 18.12.1930, in: Versch. Raum- und Werkaufnahmen von Albert Renger-Patzsch, in: 1993A • Aufnahmen der verschollenen Wandbilder der Stadtarchiv Essen Presse Will Grohmann: Oskar Schlemmers Wandbilder im Museum Folkwang, Essen, in: XV. Jg. ) Will Grohmann: Wandbilder von Oskar Schlemmer Ein Haus am Meer. Berliner Bauausstellung, 1931, ) Entwürfe Zahlreiche Vorzeichnungen, Skizzen sowie andere mit dem Folkwang-Zyklus verwandte Gemälde in folgenden Sammlungen Museum Folkwang Essen Staatsgalerie Stuttgart, Gemälde-Sammlung und Graphische Sammlung Galerie der Stadt Stuttgart Kunstmuseum Basel Städtisches Karl Ernst Osthaus-Museum, Hagen ausführlich publiziert in: S. 139f. sowie Folkwang-Skizzenbuch 1928 Tuschpinsel, Rotstift, Kreide und Stempel auf hellem Karton in: Graphische Sammlung Staatsgalerie Stuttgart, vollständig publiziert und kommentiert in: Querverweise Weitere Wandbilder u. a. baugebundene Werke von Oskar Schlemmer 1914 Köln, Werkbundausstellung: Vier Werke im Wandbildzyklus „Altkölner Legenden“ (zusammen mit Willi Baumeister und Hermann Stenner unter Leitung von Adolf Hölzel) 1923 Weimar, Staatliches Bauhaus, Werkstattgebäude: Fresken und verschiedene Reliefdarstellungen 1924 Weimar, Haus Meyer: Wandgestaltung in Privatraum 1930 Berlin, Verbandshaus der Metallarbeiter, Entwurf für eine Wandgestaltung (Kat. Nr. 6) 1930 Berlin, Privathaus Erich Mendelsohn: Entwurf für einen Wandfries 1931 Berlin, Lichtenberger Schulen: Entwurf für ein 1930/31 Zwenckau, Haus Dr. Rabe: Metalldrahtkomposition 1934/35 München, Deutsches Museum, Kongresssaal: Entwurf für ein Mosaik (nicht ausgeführt) 1937 Bornim bei Potsdam, Haus Mattern: „Einheit von Körper-Seele-Geist“, malerisch-plastisches Wandbild 1939/40 Stuttgart, Haus Dieter Keller: Wandbild Familie Außerdem Teilnahme an der Internationalen Bauausstellung Berlin 1931: Wandgestaltung einer eigenen Ausstellungskoje mit Integration älterer, eigener Skulpturen (Bauplastik R, 1919, und Abstrakte Figur, 1921/23) Weitere Wandbilder u. a. baugebundene Werke im Museum Folkwang, Essen 1925–1933 Ernst Ludwig Kirchner, Verschiedene Entwürfe für die Ausmalung des Festsaales, 1928 Erich Heckel, Vier Entwürfe für die Ausmalung 1929 Willi Baumeister, Wandbildentwurf für Rotunde 1929 Johan Thorn Prikker, Steinmosaik im Schmuckhof, Gestaltung der Türen um 1929 Ludwig Gies, Genien im Atrium nach Sept. 1934 Charles Crodel, Farbentwürfe für Brunnenraum Kat. Nr. 48 • Essen 470 Weitere Wandbilder in Museen ALTENBURG, Lindenau-Museum: Ernst Müller-Gräfe, Wandbildzyklus im Treppenhaus, ERFURT, Städtisches Museum: Erich Heckel, „Die Charles Crodel, Türfüllungen im Rokokoraum der ESSEN, Museum Folkwang: Willi Baumeister, Wandbildentwurf für Rotunde des Museumsneubaus, die Ausmalung von Festsaal und Rotunde, 1928 Entwürfe für die Ausmalung des Festsaales, HALLE, Museum für Vorgeschichte: Paul Thiersch mit Schülerinnen, Wandmalereizyklus im Treppen- HAMBURG, Kunsthalle: Dorothea Maetzel-Johannsen, Vier Stillleben im Vorsaal zum Vortragsraum, Geschichte: Otto Fischer-Trachau, Entwurf für ein KÖLN, Kunstgewerbemuseum: Franz Wilhelm Seiwert, „Die Welt der Arbeit” (Glasfensterentwurf), 1930/31; Rheinisches Museum: Richard Seewald, KREFELD, Kaiser Wilhelm Museum: Johan Thorn LEIPZIG, Grassi Museum: Otto Fischer-Trachau, Wandbild, Farbgestaltung von Saal und Treppen- MÜNCHEN, Deutsches Museum: Claus Bergen, Diez, „Wissenschaft und Technik vom Fortschritt - OLDENBURG, Oldenburgisches Landesmuseum im Schloss: Karl Schmidt-Rottluff, Wandbildentwurf, Wandbilder in Museen außerhalb Deutschlands (ohne Katalogeintrag) HELSINKI, Nationalmuseum: Akseli Gallen-Kallela mit Sohn Jorma Gallen, Kuppelausmalung der Eingangshalle, 1927/28 Museum: Marc Chagall, Wandmalereizyklus, 1922 PHILADELPHIA, The Barnes Foundation: Henri Matisse, „Der Tanz”, 1932 Beschreibung/Bemerkung Schlemmer entwickelte zwischen 1928 und 1931 drei Fassungen für die Rotunde des Essener Museum Folkwang. Besonders ausführlich lassen sich die Auftrags- und Entwurfsgeschichte seines Zyklus bei Karin von Maur ) nachlesen sowie in der neuesten Publikation anlässlich der großen Landesausstellung „Oskar Schlemmer. Visionen einer neuen Welt“ Zuvor galt Herzogenraths Dissertation zu Schlemmers Wandgestaltungen lange Jahre als grundlegendes Werk hierzu. wie auch die Vorschläge seiner Mitbewerber Erich Heckel und Willi Baumeister nicht auf Zustimmung gestoßen waren, ging Schlemmer bereits in seiner ersten, umfassend ausgearbeiteten Entwurfsfassung zu einzelnen Wandfeldern über. Die neun Tafeln waren eigens für diesen Raum konzipiert und auch kompositorisch aufeinander bezogen. rengruppen vor einem grau melierten Hintergrund, der jedoch aufgrund dieser farblichen Dominanz gegenüber dem Minnebrunnen wenig Zustimmung fand. Die Entwürfe für die zweite Fassung reduzierte mit architektonischen Versatzstücken vor hellerem, nahezu farblosem Hintergrund kombinierte und in unterschiedlichen Bewegungsvariationen zeigte. Diese Fassung stieß zwar auf Anerkennung des Publikums, die Museumsdirektion gab sich jedoch zurückhaltend. In der dritten Fassung, die 1931 schließlich endgültig in die Wandfelder der Rotunde eingelassen wurden, steigerte Schlemmer die Reduktion der Farbigkeit noch und orientierte sich in Figurdurchbildung und Komposition noch stärker an den architektonischen Gegebenheiten. ren neben fünf Figurengruppen. Durch die formale sowie inhaltliche Reduktion vermied Schlemmer jeglichen narrativen Aspekt. Die Figuren sind vor zu sehen. Das von Gosebruch gewünschte Thema der „jungmännlichen Bewegung unserer Zeit“ wird von Schlemmer zugespitzt, indem er die menschlichen Figuren lediglich in ihrer wesentlichen Körperhaftigkeit darstellte und so zwischenmenschliche Beziehungen bzw. ein gesellschaftliches Miteinander zwar andeutete, ohne aber wie in vielen Lebenszyklen eine transzendentale Ebene hinzuzufügen oder kosmische Einordnung vorzunehmen. Kat. Nr. 48 • Essen 471 Kat. Nr. 49 • Flensburg Käte Lassen Titel „Petri Fischzug“ Standort Altes Gymnasium, Aula Datierung 1913–1922 Technik Fresko Maße Zustand erhalten Auftraggeber Preußisches Kultusministerium, auf Empfehlung Hans Poelzigs Quellen und Literatur Quellen vgl. auch Homepage zu Leben und Werk Käte Lassens: http://www.kaete-lassen.org/detail18. html (Mai 2015) Querverweise Weitere Wandbilder von Käte Lassen 1912 Flensburg-Weiche, Heilandskapelle: Wandbild „Kommet alle zu mir” um 1935 Flensburg, Polizeipräsidium: Wandbild 1936–39 Eckernförde, Pestalozzischule, Aula: Fresko „Schwertertanz” Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Es handelt sich hierbei um Käte Lassens ersten und einzigen Staatsauftrag, der ihr bereits 1913 erteilt das neuen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung 1922 ermöglicht wurde. Die Wahl des Themas war der Künstlerin überlassen, einzige Vorgabe war ein Thema aus dem Neuen Testament. Das Werk erstreckt sich über die gesamte Holzvertäfelung im unteren Bereich, Decke und den beiden Längswänden. In der zentral angelegten Komposition dieses monumentalen Wandbildes orientierte sie sich an Raffaels Wandteppich „Petri Fischzug“. Sie zeigt eine Ufersituation: im Vordergrund haben sich am rechten und linken Bildrand zahlreiche Personen Kat. Nr. 49.1 • Foto: Altes Gymnasium Flensburg Kat. Nr. 49.2 • Käte Lassen auf dem Arbeitsgerüst, 1922 • Fotograf unbekannt; Bildbesitz: Museumsberg Flensburg Kat. Nr. 49.3 • Raumansicht heute • Foto: Joachim Klinke, Altes Gymnasium Flensburg Alle Abb.: Mit freundlicher Genehmigung der Nachfahren von Käte Lassen Kat. Nr. 49 • Flensburg 472 versammelt, die auf den offenen See blicken. Auf den zwei Fischerboten ist Jesus mit seinen Jüngern Simon Petrus und Andreas sowie Jakobus und Johannes zu sehen, die ihre schweren Netze ins Boot zurückziehen. Der monumentale Charakter des Bildes wird neben der schieren Größe vor allem durch den streng symmetrischen und statischen Bildaufbau, die kompakten Figurengruppen sowie die dunklen Vordergrund prägen, erzeugt. Die Farbpalette des Werkes ist von Brauntönen in den Figurengruppen und großen Partien in Grün und Blau im Bereich der Auftrags- und Entstehungsgeschichte des Wandbildes hat Christina Mahn 2007 umfassend recherchiert und dokumentiert. Kat. Nr. 49 • Flensburg 473 Kat. Nr. 50 • Frankfurt Willi Baumeister Titel Ohne Titel (Entwurf) Standort Bornheim, Friedrich-Ebert-Schule, Am Bornheimer Hang 10 heutiger Name: Charles-Hallgarten-Schule Datierung 1930 Technik nicht bekannt, ob Wandbild ausgeführt wurde Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich auf Initiative Ernst Mays) Quellen und Literatur Presse Clara Menck: Die Suche nach dem großen Bild. Willi Baumeister in der Stuttgarter Staatsgalerie, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Jan/Feb 1970 (in: DKA, NL Baumeister, Willi, II, B) Entwürfe Z 311 Entwurf zu einem Mauerbild an einer Treppenwand, 1930 Kohle, Bleistift, Deckfarbe auf Karton, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung Provenienz: WBA Nachlass Nr. 753 Z 312 Entwurf zum Mauerbild, Bornheimer Schule, 1930 Kohle auf Papier Verschollen Querverweise Weitere Wandbilder von Willi Baumeister 1914 Köln, Werkbundausstellung: Vier Werke im Wandbildzyklus „Altkölner Legenden“ (zusammen mit Oskar Schlemmer und Hermann Stenner unter Leitung von Adolf Hölzel) 1928 Waiblingen, Krankenhaus: sog. Sportar- 1929 Essen, Museum Folkwang, Brunnensaal: Entwurf für ein Wandbild in der Laterne der Rotunde Kat. Nr. 50 • WVZ 312 • CC BY-NC-SA Archiv Baumeister im Kunstmuseum Stuttgart Kat. Nr. 50 • Frankfurt 474 1939 Wuppertal, Wohnhaus Dr. Herberts: Wandbild auf Gartenwand Außerdem Teilnahme an den Werkbundausstellungen 1922 und 1923 sowie der Bauausstellung 1924 - Werkbundausstellung 1927, Bauausstellung 1931 Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Das Wandbild für die Frankfurter Reformschule war neben Baumeisters Mauerbildern und nach dem Wandbild im Krankenhausneubau von Richard Döcker in Waiblingen ein weiteres Projekt für den öffentlichen Raum. Es ist nicht eindeutig dokumentiert, ob dieser Entwurf auch ausgeführt wurde. Baumeister hatte am 1.4.1928 seine Stelle als Lehrbeauftragter an der städtischen Kunstgewerbeschule Frankfurt begonnen. Ernst May und Albert Loecher zeichneten 1929/30 für den Neubau der Röderberg-Reformschule verantwortlich, in deren Architektur sie reformpädagogische Prinzipien umsetzten und eine großzügiges Schulgebäude mit Fach- und Wirtschaftsräumen, einer Gymnastikterrasse, Duschen, Speisesaal, Küche (nach einem Plan von Margarete Schütte-Lihotzky) und Filmprojektor-Raum schufen. Baumeisters Entwürfe für die Röderberg-Reformschule, die mit Einzug in das neue Bornheimer Gebäude von Ernst May 1930 in Friedrich-Ebert- Schule umbenannt worden war, zeigen weitgehend abstrahierte Bewegungsabläufe. Auf dem Entwurf, der auch eine Treppenabwicklung zeigt, ist das Wandbild aus verschiedenen rechteckigen Bildfeldern stufenweise aufgebaut und so der Architektur angepasst. Diesen Bildfeldern sind geometrische Formen sowie Versatzstücke schematisierter menschlicher Figuren eingeschrieben. In der Grundidee greift er hier die Anlage des Waiblinger Wandbildes auf, die er im Entwurf jedoch radikaler abstrahierte als in der Ausführung in Waiblingen. Kat. Nr. 50 • Frankfurt 475 Kat. Nr. 51 • Frankfurt Max Beckmann Titel „Der Strand“ Standort Volksbildungsheim Datierung 1927 Technik Öl auf Leinwand Maße Zustand nicht erhalten, 1937 beschlagnahmt und in der Ausst. „Entartete Kunst“ gezeigt, seither verschollen Auftraggeber Künstlerhilfe Frankfurt Quellen und Literatur manns und Wilhelm Worringers, in: Hannes Böhringer und Beate Söntgen (Hrsg.), Wilhelm Worringers Kunstgeschichte, Meeres-Gemälde bis zur Emigration nach Amsterdam 1937, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte 60 (1997), S. 90–114, v. a. S. 113f. Christoph Becker und Annette Lagler, Biennale Venedig. Der Deutsche Beitrag 1895–1995, - 95 oben Hans Friedrich Secker, Gebaute Bilder. Grundlagen für eine kommende Wandmalerei, Berlin 1934, Stadtarchiv Frankfurt Liste der Künstlerhilfe, Zahlungen vom 12.4.1927, 28.8.1927 und undatiert Querverweise Weitere Wandbilder von Max Beckmann 1930 Frankfurt Bornheim, Friedrich-Ebert-Schule: Supraporte mit Stillleben aus Musikinstrumenten Beschreibung/Bemerkung bildungsheim in Auftrag gegeben und über die Es entstand als Ölbild auf Leinwand, das vor Ort als Wandgemälde installiert werden sollte. Aus der bekannten Literatur oder Archivalien geht jedoch nicht hervor, ob Beckmann es ähnlich wie später Kat. Nr. 51 • Repro aus Bd. II, Tafel 95 oben Kat. Nr. 51 • Frankfurt 476 die Supraporte für die Friedrich-Ebert-Schule in Gebäude konzipiert hatte. - Handlung des bekleideten Mannes im Vordergrund, dessen Hand zwischen den Schenkeln der nackten Frau nicht mehr zu sehen ist, und der daneben achtlos im Sand liegenden faschistischen Zeitung Il popolo di Roma massive Proteste und wurde nach der Fertigstellung vom Auftraggeber abgelehnt. Beckmann hatte von der Künstlerhilfe insgesamt 10.000 RM dafür erhalten; das Städelsche Kunstinstitut, das ebenfalls Nutznießer städtischer Gelder war, konnte das Werk daher anschließend erwerben. Es wurde 1928 dort erstmals ausgestellt, 1930 war es Teil der deutschen Präsentation auf der Biennale in Venedig. An beiden Ausstellungsorten wurde massive Kritik an dem Werk laut. 1937 wurde es beschlagnahmt und im selben Jahr auf der Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt. Seither gilt das Werk als verschollen. Detaillierte Berichte über Auftrags- und Entstehungsgeschichte bei und Kat. Nr. 51 • Frankfurt 477 Kat. Nr. 52 • Frankfurt Max Beckmann Titel Ohne Titel (Stillleben mit Musikinstrumenten) Standort Bornheim, Friedrich-Ebert-Schule, Am Bornheimer Hang 10, Supraporte heutiger Name: Charles-Hallgarten-Schule Datierung 1930 Technik Öl auf Leinwand Maße Zustand Verbleib nicht bekannt Auftraggeber Frankfurt Quellen und Literatur Jutta Frieß, Der Frankfurter Reformschulversuch 1921–1937. Verdrängt und vergessen, Frankfurt am Jutta Frieß, 1921–2006, 85 Jahre gelebtes Schulleben im Zeichen von Kontinuität, Wandel und Brüchen, Frankfurt am Main, 29.3.2006 (www.friedrich-ebertschule.de (Chronik); 6.8.2014) Presse und Primärliteratur . Frankfurter Nachrichten, Nov. 1930 15.12.1926, veröffentlicht in: Max-Beckmann-Archiv: Erwerbungen 1985–2008, - Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main Aufstellung der für Künstlerhilfe 1929/30 ausgegebenen Ankaufsbeträge: MA, 1.802 II Querverweise Weitere Wandbilder von Max Beckmann 1927 Frankfurt, Volksbildungsheim: Weitere Wandbilder in Schulen Kat. Nr. 52 • Foto: Hermann Collischonn; Repro aus Bd. I, S. 580 oben Kat. Nr. 52 • Frankfurt 478 Beschreibung/Bemerkung Beckmanns Supraporte kann im Gegensatz zu Baumeisters Wandbild für dieselbe Schule eindeutig nachgewiesen werden. Ihr heutiger Verbleib ist jedoch nicht mehr bekannt. Über dem Eingang zum Fest- und Musiksaal wurde angebracht. Es zeigte ein Stillleben mit Musikinstrumenten, Globus und einem Selbstbildnis des Künstlers und verweist so auf die Funktion des Saales. Zwar wurde dieses Wandbild nicht direkt auf der Wand ausgeführt, sondern als Leinwandbild über der Tür angebracht, es erfüllte aber dennoch die Kriterien eines Wandbildes, wie Beckmann es 1926 bereits als erstrebenswertes Ziel formuliert hatte: „Meine Bilder werden immer mehr, wie aus der Wand geschnitten. – Sie gehören eigentlich in die Wand eingelassen oder höchstens ein verschlussartiger knapper Rahmen darum, wie ich Ihnen als Beispiel einen mitschicke […]. Meine Bilder sind transportable Stücke Wand, die mit der modernen Architektur rechnen, aber nicht nur Dekorationsstücke sind, sondern ohne den Sinn des Schmuckes zu verlassen, die Portion von individualistischer Welt geben, die das Kunstwerk ausmacht.“ an Israel Ber Neumann, 15.12.1926) In diesem Sinne füllte das Frankfurter Wandbild ohne Rahmen die Fläche zwischen Türsturz, Decke und den seitlich einschwingenden Wänden vollständig aus. Es war offenbar von Anfang an geplant und hing am Eröffnungstag der Schule bereits an seinem Platz. In den Städtischen Akten taucht es jedoch nicht auf. Vermutlich war es direkt vom Architekten Ernst May beauftragt und unter „Maler- und Weißbinderarbeiten“ abgerechnet worden; evtl. sollte so öffentliche Kritik weitgehend vermieden werden. Der Preis von Frankfurter Nachrichten, Nov 1930), allgemein bekannt und wurde öffentlich scharf kritisiert. Zum weiteren Schicksal und Verbleib des Bildes vgl. Auf Anweisung des neuen nationalsozialistischen Rektors Striedinger sollte das Bild vom Hausverwalter Philipp Kühn im Oktober/November 1933 zerstört werden. Kühn hatte das Bild jedoch vom Hochbauamt abholen und zunächst in die Städtische Kunstgewerbeschule verbringen lassen. Hier verliert sich die Spur, es ist bisher nicht belegbar, oder anderweitig zerstört wurde. Beide Schulen sind im Krieg vollständig ausgebrannt. dieses oder Baumeisters Wandbild. Zunächst hatte es wohl den Plan gegeben, dass Beckmann einen ganzen Saal ausmalen sollte, dies wurde später geändert, sodass nur die Supraporte realisiert wurde. Kat. Nr. 52 • Frankfurt 479 Kat. Nr. 53 • Frankfurt Georg Heck Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt Standort heutiger Name/Nutzung: Hauptgebäude der Universität Frankfurt Datierung 1929 Technik Fresko Maße Zustand spätestens 1935 übertüncht, seit 2006 wieder freigelegt und restauriert Auftraggeber I. G. Farben (auf Initiative Lilly von Schnitzler); Finannotleidender Künstler“ der Eheleute Georg und Lilly von Schnitzler Quellen und Literatur Kulturkreis Georg Heck e. V. Spendenaufruf für die Freilegung des Wandfreskos von Georg Heck im Casino des Poelzig-Ensembles (2001); in: Stadtgeschichtliches Institut Frankfurt, S2/3458 Stadtgeschichtliches Institut Frankfurt • Sammlung Personengeschichte S2/3.458 Georg Heck • Sammlung Ortsgeschichte Presse und Primärliteratur Claudia Michels, Der „Rote Salon“ als Fenster in die Geschichte. Freilegung eines verschollenen Wandbildes auf dem Westend-Campus sorgt für Bewegung, in: Frankfurter Rundschau, 29.3.2006 Rückkehr eines Kunstwerks; Zeichen der Zerstörung, in: Frankfurter Neue Presse, 24.3.2006 Freilegung eines einst als „entartet“ übertünchten Gemäldes, in: Frankfurter Rundschau, 24.3.2006 freigelegt, in: FAZ, 24.3.2006 Kulturkreis Georg Heck. Wandfresko soll dieses Jahr freigelegt werden, in: Frankfurter Rundschau, 14.4.2003 , in: FAZ, 12.2.2003 Kat. Nr. 53 • Raumaufnahme 2009 • Foto: Verfasserin, 2009 Kat. Nr. 53 • Frankfurt 480 „Bedeutend“ und doch fast vergessen. Georg Heck ist Nied auch als Künstler immer treu geblieben, in: FAZ, 12.2.2003 Unter der Tünche der Nazis die Jahrzehnte überdauert. Das große Fresko von Georg Heck freigelegt werden/Bewilligung der Stiftung Denkmalschutz verfällt Ende Juni, in: FAZ, 12.2.2003 Konstanze Crüwell, Sechs Jahrzehnte lang unsichtbar. Ein übertünchtes Wandgemälde von werden, in: FAZ, 17.8.2001 furter Neue Presse, 16.1.2001 Claudia Michels, Hecks Wandgemälde im des Beckmann-Schülers von den Nazis verdammt, von den Amerikanern vergessen/Hohe Restaurierungskosten, in: Frankfurter Rundschau, 13.9.2000 haus. Nach 60 Jahren soll ein Wandgemälde von Georg Heck wieder ans Licht kommen, in: Frankfurter Rundschau, 12.5.1998 Farben-Haus wartet auf seine Freilegung, in: Zeitung zum „Tag des offenen Denkmals in Hessen“, 14.9.1997 Beckmann, sondern von Georg Heck, in: Frankfurter Rundschau, 9.5.1949 Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Georg Heck bekannt. Weitere Wandbilder in Firmengebäuden DÜSSELDORF, Deutsche Drahtwalzwerke AG: Ernst Aufseeser, Ausmalung des Klubzimmers, um Kohlschein, „Das Waschen in den fünf Erdteilen”, HALLE, Elektrizitätswerk Trotha, Sitzungssaal: 62); Landesbank im Ratshof: Erwin Hahs, Wandbild Beschreibung/Bemerkung Der Frankfurter Künstler Georg Heck (1897–1982) realisierte 1929 auf Initiative von Lilly von Schnitzler, Gattin des Vorstandsmitgliedes der I. G. Farben Georg von Schnitzler, und vermutlich aufgrund der wandfüllendes Fresko einer arkadischen Landschaft im neu errichteten Verwaltungsgebäude des Konzerns in Frankfurt. Er entwirft hier gleichsam die Vision einer besseren Welt. Das Wandbild im ehemaligen „Roten Saal“ des Casinogebäudes füllt die linke Stirnwand des Raumes sich in Hüfthöhe, über die drei anderen Bildgrenzen scheint das Bild fortzulaufen. Eine arkadisch anmutende Landschaft breitete monumentale, fast monolithische Figuren bzw. eine Figurengruppe bestehend aus Mutter und Kind, sitzen und stehen in diesem Landschaftsausschnitt vor einer halbhohen, weiß getünchten Mauer mit Durchblick. Rechts und links außen sind zwei Figuren mit gefüllten Früchtekörben zu sehen, beide Frauen tragen bodenlange grüne Gewänder, die durch Schattenbildung leicht strukturiert sind. Im mittleren Vordergrund sind Früchte und Blumen breit gelagert. Im Mauerdurchblick steht ein Flöte spielender Knabe, der gemeinsam mit der sitzenden Lautenspielerin als Symbol für Harmonie verstanden werden kann. Mutter und Kind stehen für die Kontinuität des Lebens, die Taube für Frieden. Die Figuren sind nahezu parataktisch angeordnet, lediglich in der Mitte bricht eine größere Zäsur diesen gleichmäßigen Rhythmus. Diese Rhythmisierung sowie die monolithisch, statuarische Figurbildung tragen wesentlich zu einem harmonischen, gleichsam zeitlosen Eindruck der Szenerie bei. Auch farblich korrespondieren die Figuren – vor einem weitgehend grün gehaltenen Hintergrund – miteinander. Die erste Gestalt mit dem Früchtekorb auf den Schultern trägt eine violette Kopfbede- Schoß der Lautenspielerin ebenso wieder wie in den Gladiolen im Bildvordergrund und zwischen dem Flötenspieler und der Sitzenden. Das Rot des Gewandes der Mutter mit Kind taucht im Kopftuch/ Schal der ganz rechten Gestalt mit dem Früchtekorb wieder auf. Bildaufbau und Komposition erinnern an die Fresken von Giotto: Die halbhohe Mauer im Bildmittelgrund schafft eine bühnenartige Situation und etwas räumliche Tiefenstaffelung. Die monolithischen Figuren lassen unter den Gewändern zwar die Körperformen erkennen, jedoch dominiert der massive sche im Hintergrund hinterfangen die Figuren und schließen sie zu Gruppen zusammen. Die Höhe der Köpfe alterniert, es scheint, als seien zwei Isokephalien leicht versetzt übereinander gelegt. Durch diese sanfte Dynamisierung der Komposition, wie sie bei Giotto beispielsweise in der Peruzzikapelle in Santa Croce, Peruzzikapelle, Südwand: Die Auferweckung der Drusiana in Ephesus, um 1315.) Heck schloss sein Wandbild am unteren Rand mit einem Vers von Friedrich Hölderlin ab: „Komm! Es war wie ein Traum! Die blutenden Fittiche sind ja schon genesen, verjüngt leben die Hoffnungen all!“ (Friedrich Hölderlin, Menons Klagen um Diotima, erstmals publiziert 1802, 9. und letzte Strophe.) Das Wandgemälde fand in der zeitgenössischen Presse zum Neubau des Konzerngebäudes der Machtübernahme richtete der Konzern seine Politik Kat. Nr. 53 • Frankfurt 481 nach nationalsozialistischen Überzeugungen aus. Spätestens 1935 wurde in diesem Zuge auch das noch junge Wandgemälde Georg Hecks als entartet übertüncht. Seit 1949 bereits gab es immer wieder Diskussionen in der Presse um die Freilegung und Wiederherstellung des übermalten Freskos. Unter maßgeblicher Mithilfe des 1982 gegründeten Kulturkreises Georg Spender konnte dies jedoch erst 2006 in die Realität umgesetzt werden. Kat. Nr. 53 • Frankfurt 482 Kat. Nr. 54 • Friedersdorf, Thüringen Kat. Nr. 54 • Friedersdorf, Thüringen Alfred Hanf Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Wandfriese mit Volksmärchen, Darstellungen heimischer Gewerbetätigkeit) Standort Schulneubau, Volksschule Friedersdorf Datierung 1924 Technik Leimfarbe auf Putz Maße zwei umlaufende Wandfriese in verschiedenen Unterrichtsräumen, genaue Maße nicht bekannt, 2 Zustand nicht erhalten, 1934 erstmals überstrichen Auftraggeber nicht bekannt (Finanzierung über örtliche SPD) Quellen und Literatur Presse Friedersdorfer Sorge um übertünchtes Kunstwerk. Impressionist Hanf bemalte 1924 die Schulwände, in: Thüringer Allgemeine Zeitung, 1.9.1997 Restaurierung zu aufwendig, in: Freies Wort, 26.4.1997 Unter der Leimfarbe steckt einmaliges Kunstwerk bzw. Zeit(ungs)geschichte. Friedersdorf sorgte 1924 für Schlagzeilen, in: Thüringer Allgemeine Zeitung, 18.5.1993 Alte Schule: Im Zwiespalt, in: Freies Wort, 17.5.1993 Das Geheimnis im alten Friedersdorfer Schulhaus. Unter der Tünche ein Wandfries wiederentdeckt, in: Thüringer Allgemeine Zeitung, 28.4.1993 Walter Bähr, Farbige Schulwände. Die Wandmalereien in der neuen Gemeindeschule zu Friedersdorf, in: Thüringer Allgemeine Zeitung, 30.11.1924, 6. Begleitblatt Künstlicher Schulschmuck, in: Thüringer Allgemeine Zeitung, Walter Bähr, Fahrt in den Herbst. Zu den Wandmalereien in den Klassenzimmern der Schule in Friedersdorf, in: Thüringer Allgemeine Zeitung, 24.10.1924 Archiv der Gemeinde Friedersdorf Protokoll der Gemeinsamen Sitzung des Gemeinderates und Ortsschulausschusses Friedersdorf, 18.9.1934 Kat. Nr. 54.1–3 • Abb. entnommen aus: Thüringer Allgemeine Zeitung, 30.11.1924 483 Querverweise Weitere Wandbilder von Alfred Hanf 1924 Tännich, Reichsferienheim (Friedrich-Ebert- Heim), Festsaal: Wandbildzyklus „Hinan zum Leben” Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Im selben Jahr wie der Zyklus im Reichsferienheim in Tännich schuf Alfred Hanf Ende 1924 in zwei Unterrichtsräumen der neu errichteten Reformschule in Friedersdorf bei Großbreitenbach Wandmalereien für Kinder und Jugendliche. Sie wurden am 3.11.1924 der Öffentlichkeit übergeben. Für die beiden Klassenräume der Dorfschule hatte er jeweils einen Wandfries entwickelt, der sich oberhalb der Schultafeln über die Wände erstreckte. Im Klassenraum für die Klassen 1–4 stellte er Szenen aus Grimms Märchen dar; in dem für die Klassen 5–8 waren unterschiedliche Gewerbedarstellungen zu sehen. Übergabe an die Öffentlichkeit in der Thüringer Allgemeinen Zeitung vorgestellt und beschrieben: „In zwei Klassenräumen hat er oberhalb der schwarzen Wandtafeln, die den Raum umgürteln, das Leben in Märchen- und in Wirklichkeitsbildern in die Schule getragen. Im Vorraum sitzt die Märchengroßmutter zwischen den Kleinen; neben ihr, über dem Buch, tollt ein Ringelreihen. Diese Gegensätze der Stile und der Bewegung sind in den brausenden Schwung einer Unendlichkeitslinie (der liegenden Acht) gebannt. Gegenüber wird das weiche Oval einer Waldwiese vom Tanz zweier Jungmädel und Jungburschen erfüllt. pern, eckiger, unerlöster Wille zum Rhythmus in den Burschen klingen frühlingshaft zusammen. Im Schulraum der Unterstufe schüttelt Frau Holle die Betten, lacht die Glücksmarie, weint die Pechmarie, fährt der kleine Hävelmann zu Sonne, Mond und Sternen. Das silbrige Gewölk der Himmelsschauplätze geht in ziehendes Nebelwesen über, aus dem mit den Zügen der heimatlichen Landschaft das Märchengeschehen hervortritt. Hier kommen Hänsel und Gretel im Junkertal zur Hexe, dort liegt Schneewittchen bei Prinz und Zwerg im gläsernen Sarg von Friedersdorf. In die grüne Landschaft fällt blauer Mondschein. Die Bremer Stadtmusikanten jagen die Raubgesellen in nen Duftraum ihrer phantastischen Behausung. Die Bildfolge im Klassenraum der Oberstufe entrollt die Lebensabläufe im Heimatlichen. Da sitzt die Mutter mit dem Jüngsten am Wegrain, der Schulbub jagt die Gänse, der Wanderbursch läßt das Dorf hinter sich, Jüngling und Jungfrau suchen den Weg zum Herzen. Der Ackermann umbricht die Scholle unfern dem Familienleben, das sich mit Gänsen, Hühnern und der Ziege im Gehöft abspielt. Die und der grüne Forst drängt an die Weberstube heran, die von der Tätigkeit der Glasmacherleute abgelöst wird.“ Er bezeichnet die Werke als einen „fröhlichen Angriff auf kalte Lernstuben“, zudem sollten sie einem edukativen Zweck dienen. Der von Bähr beschriebene Szenenreichtum war 1934 für den Lehrer Kellermann ein willkommener Grund, die Entfernung der Wandbilder zu fordern, da diese störend und ablenkend für Schüler und Lehrer seien. Unmittelbar nach Fertigstellung waren die Werke in der zeitgenössischen Berichterstattung jedoch sehr positiv bewertet worden; die erste Überstreichung fand dennoch im selben Jahr 1934 statt, 1946 erfolgte eine weitere Überstreichung. Bei verschiedenen Umbauten in der Folgezeit, wurden die Friese durch Durchbrüche und ähnliche Maßnahmen massiv beschädigt. Die Suche und Wiederentdeckung der Werke erfolgte 1992/93 durch die Kunsthistoriker Cornelia Nowak und Ruth und Eberhard Menzel. Die Werke konnten nachgewiesen werden, eine Restaurierung nicht möglich. Kat. Nr. 54 • Friedersdorf, Thüringen 484 Kat. Nr. 55 • Hagen Fritz Gärtner Titel „Der Große Kurfürst verleiht den Schmieden zu Hagen-Eilpe 1661 das Kriegsrecht“ Standort Kaufmannsschule Hagen, Aula, Westwand Datierung 1925–1928, feierliche Einweihung am 12.1.1928 Technik Secco auf Leinwand Maße Zustand nicht erhalten, mit Schulgebäude im Krieg zerstört Auftraggeber vermutlich Freunde der Kaufmannsschule Quellen und Literatur Hubert Köhler, Die Darstellung des Schmiedes in der bildenden Kunst. Aspekte eines Bildmotivs im Wandel der Zeitläufe, in: Arbeit und Industrie in der bildenden Kunst, hrsg. v. Klaus Türk, Stuttgart 1997, S. 50–61. Hubert Köhler, “Der Große Kurfürst verleiht den Klingenschmieden zu Hagen-Eilpe 1661 das Klingenrecht”, in: Der Markt-Bote, Beilage des Berchtesgadener Anzeigers, 1.2.1995, S. 4. Hubert Köhler, „Der Große Kurfürst verleiht den Schmieden zu Hagen-Eilpe 1661 das Klingenrecht.“ Zu einem historischen Ereignisbild von Fritz Gärtner aus dem Jahre 1928, in: Vom heißen Eisen. Zur Kulturgeschichte des Schmiedens, fälisches Freilichtmuseum Hagen, Landesmuseum Querverweise Weitere Werke von Fritz Gärtner MÜNCHEN, Dt. Museum: „Die Sonne als Urquell der Beschreibung/Bemerkung Fritz Gärtner, der im Deutschen Museum bereits 1925 ein monumentales Werk ausführen konnte („Die Sonne als Urquell der Kräfte“, Kat. Nr. 136), realisierte in Hagen in den Jahren 1925–1928 ein Historiengemälde in der Bildtradition des in Hagen stellte er den historischen Moment dar, in dem der Große Kurfürst den Schmieden im Jahr 1661 das Kriegsrecht verlieh. Kat. Nr. 55.1 • Skizze zum Wandbild • Foto: Stadtarchiv Wetter, Sammlung Lamle, derzeit noch unverzeichnet Kat. Nr. 55.2 • Fritz Gärtner bei der Arbeit am Wandbild in Hagen • Foto: Stadtarchiv Wetter, Sammlung Lamle, derzeit noch unverzeichnet Kat. Nr. 55 • Hagen 485 Hubert Köhler hat die Entstehungsgeschichte und Komposition des Werks 1993 ausführlich gewürdigt. Gärtner schuf hier ein historisches Ereignisbild, das er als Auftragsarbeit in einem zeitgenössischen, spätbarocken Stil umsetzte. Das monumentale Bild wurde im Wesentlichen durch die beiden sich gegenüberstehenden weit überlebensgroßen Figurengruppen dominiert. In der linken Bildhälfte sind die Eilper Klingenschmiede zu sehen. Ihrem Vertreter überreicht der Große Kurfürst, der mit seinem Gefolge in der linken Bildhälfte zu sehen ist, das schriftliche Dokument über die Verleihung des Klingenrechts. Der Abgesandte des Großen Kurfürsten, der sich direkt hinter dem hält eine Pergamentrolle in der Hand, auf der die Jahreszahl 1661 zu lesen ist. Das Werk wurde bei einem Bombenangriff im Jahre 1944 zerstört; ebenso der größte der Teil der ca. 300 Studienblätter und das plastische Modell. Kat. Nr. 55 • Hagen 486 Kat. Nr. 56 • Halle Charles Crodel Titel Entwurf für Wandmalerei („Die Jahreszeiten im Schatten der Arbeit“) Standort Neubau des Arbeitsamtes, kleiner Sitzungssaal Datierung 1929 Technik nicht bekannt, ob ausgeführt Maße nicht bekannt Zustand nicht bekannt Auftraggeber nicht bekannt Quellen und Literatur Deutsches Kunstarchiv Nürnberg (14.11.1929) Nachlass Charles Crodel Pläne/Entwurfszeichnung 1:10 Querverweise Weitere Wandbilder von Charles Crodel Vermutlich 1924 Erfurt, Katholische Vorbereitungsschule: Entwurf für ein Hausschild („Thüringer 1924 Jena, Crodels Wohnhaus Kriegerstraße: Wandmalerei zur Erfurter Brunnenkapellen-Sage (1927 durch Schlossmuseum Weimar erworben; dort erhalten) 1925 Jena, Universitäts-Hauptgebäude: „Griechenland und die Vertreibung der Griechen von der 1926 Jena, Lyceum: Entwurf für ein Wandbild zum 1926 Erfurt, Hospital am Johannesring: „St. Georg 1926/27 Erfurt, Brunnenkapelle am Fischersand: Fresken zu 14 Kreuzwegstationen (Entwürfe ausgestellt auf Juryfreier Kunstschau Berlin 1927) 1929 Halle, Mitteldeutsche Landesbank: Entwurf für 1929 Halle, Moritzburg: Entwurf für ein Deckenge- 1929 Halle, Standesamt Süd: Wand- und Deckenma- 1929 Halle, Universität, Burse zur Tulpe: „Improvisa- Kat. Nr. 56.1 • Nachlass Charles Crodel Kat. Nr. 56.2 • Nachlass Charles Crodel Kat. Nr. 56 • Halle 487 1929 Merseburg, Stadthalle: Entwurf für eine 1930/31 Naumburg, Dom St. Peter und Paul: Entwürfe für Glasfenster der Taufkapelle 1931 Halle, Moritzburg (Institut für Leibesübungen der Universität Halle): „Der Wettlauf der Atalante 1931/32 Bad Lauchstädt, Goethetheater und Kur- 1932 Halle, Burg Giebichenstein: Crodel mit Crodel- 1932 Erfurt, Städtisches Museum (Angermuseum): Türfüllungen und Deckengemälde im Rokokoraum nach 1932 Essen, Museum Folkwang: Farb-Entwürfe für den Brunnenraum Außerdem Teilnahme an Ausstellungen 1927 Juryfreie Kunstschau Berlin: Kartons zu den Leidensstationen in der Erfurter Brunnenkapelle 1929/30 Juryfreie Kunstausstellung Berlin: Entwürfe für die Stadthalle Merseburg 1931 Berliner Bauausstellung: Wandmalerei für die Sonderausstellung „Maler und Bildhauer am Bau“ stück zum Wandbild im Hause Crodel) Seit den 1940er-Jahren vermehrt Glasmalereien im sakralen Raum. Beschreibung/Bemerkung Crodel hatte in seinem Tagebuch sowie als Plan- Sitzungssaal im Neubau des Hallischen Arbeitsamtes angelegt. Ob sie schließlich ausgeführt wurden, ist bislang nicht bekannt. Kat. Nr. 56 • Halle 488 Kat. Nr. 57 • Halle Charles Crodel Titel Entwurf für Wandmalerei Standort Mitteldeutsche Landesbank, Sitzungssaal Datierung 1929 Technik nicht ausgeführt Maße nicht bekannt Zustand nicht ausgeführt Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich Mitteldeutsche Landesbank) Quellen und Literatur Deutsches Kunstarchiv Nürnberg Tagebücher Charles Crodel, TB III, Mai 1929 Nachlass Charles Crodel Entwurfsskizze 1:50 Plan 1:10 Querverweise Weitere Wandbilder von Charles Crodel Vermutlich 1924 Erfurt, Katholische Vorbereitungsschule: Entwurf für ein Hausschild („Thüringer 1924 Jena, Crodels Wohnhaus Kriegerstraße: Wandmalerei zur Erfurter Brunnenkapellen-Sage (1927 durch Schlossmuseum Weimar erworben; dort erhalten) 1925 Jena, Universitäts-Hauptgebäude: „Griechenland und die Vertreibung der Griechen von der 1926 Jena, Lyceum: Entwurf für ein Wandbild zum 1926 Erfurt, Hospital am Johannesring: „St. Georg 1926/27 Erfurt, Brunnenkapelle am Fischersand: Fresken zu 14 Kreuzwegstationen (Entwürfe ausgestellt auf Juryfreier Kunstschau Berlin 1927) 1929 Halle, Neubau des Arbeitsamtes, Sitzungssaal: 1929 Halle, Moritzburg: Entwurf für ein Deckenge- 1929 Halle, Standesamt Süd: Wand- und Deckenma- 1929 Halle, Universität, Burse zur Tulpe: „Improvisa- 1929 Merseburg, Stadthalle: Entwurf für eine Kat. Nr. 57 • Nachlass Charles Crodel Kat. Nr. 57 • Halle 489 1930/31 Naumburg, Dom St. Peter und Paul: Entwürfe für Glasfenster der Taufkapelle 1931 Halle, Moritzburg (Institut für Leibesübungen der Universität Halle): „Der Wettlauf der Atalante 1931/32 Bad Lauchstädt, Goethetheater und Kur- 1932 Halle, Burg Giebichenstein, Eckturm der Unterburg: Crodel mit Crodelklasse, Entwurf für 1932 Erfurt, Städtisches Museum (Angermuseum): Türfüllungen und Deckengemälde im Rokokoraum nach 1932 Essen, Museum Folkwang: Farb-Entwürfe für den Brunnenraum Außerdem Teilnahme an Ausstellungen 1927 Juryfreie Kunstschau Berlin: Kartons zu den Leidensstationen in der Erfurter Brunnenkapelle; 1929/30 Juryfreie Kunstausstellung Berlin: Entwürfe für die Stadthalle Merseburg 1931 Berliner Bauausstellung: Wandmalerei für die Sonderausstellung „Maler und Bildhauer am Bau“ stück zum Wandbild im Hause Crodel) Seit den 1940er-Jahren vermehrt Glasmalereien im sakralen Raum. Beschreibung/Bemerkung Über diesen Entwurf sind weder über das Thema noch über die genaue Darstellung Einzelheiten bekannt. Nur ein Vermerk mit Skizze im Tagebuch sowie eine eigenständige Entwurfsskizze Crodels weist darauf hin, dass er für die Mitteldeutsche Landesbank einen solchen Entwurf angefertigt hatte. Dieses Wandbild sollte sich über mindestens eine ganze Raumseite erstrecken; die Türdurchbrüche hatte er in seinem Entwurf mit einbezogen. Kat. Nr. 57 • Halle 490 Kat. Nr. 58 • Halle Charles Crodel Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Entwurf für Deckengemälde) Standort Moritzburg, Turmraum Datierung 1929 Technik nicht bekannt, ob ausgeführt Maße nicht bekannt Zustand nicht bekannt Auftraggeber nicht bekannt Quellen und Literatur Deutsches Kunstarchiv Nürnberg 24.4.1929 Entwürfe Nachlass Charles Crodel Entwurfsskizze, ca. 1:30 Alternativentwurf, ca. 1:10 Querverweise Weitere Wandbilder von Charles Crodel Vermutlich 1924 Erfurt, Katholische Vorbereitungsschule: Entwurf für ein Hausschild („Thüringer 1924 Jena, Crodels Wohnhaus Kriegerstraße: Wandmalerei zur Erfurter Brunnenkapellen-Sage (1927 durch Schlossmuseum Weimar erworben; dort erhalten) 1925 Jena, Universitäts-Hauptgebäude: „Griechenland und die Vertreibung der Griechen von der 1926 Jena, Lyceum: Entwurf für ein Wandbild zum 1926 Erfurt, Hospital am Johannesring: „St. Georg 1926/27 Erfurt, Brunnenkapelle am Fischersand: Fresken zu 14 Kreuzwegstationen (Entwürfe ausgestellt auf Juryfreier Kunstschau Berlin 1927) 1929 Halle, Neubau des Arbeitsamtes, Sitzungssaal: 1929 Halle, Mitteldeutsche Landesbank: Entwurf für 1929 Halle, Standesamt Süd: Wand- und Deckenma- 1929 Halle, Universität, Burse zur Tulpe: „Improvisa- Kat. Nr. 58 • Nachlass Charles Crodel Kat. Nr. 58 • Halle 491 1929 Merseburg, Stadthalle: Entwurf für eine 1930/31 Naumburg, Dom St. Peter und Paul: Entwürfe für Glasfenster der Taufkapelle 1931 Halle, Moritzburg (Institut für Leibesübungen der Universität Halle): „Der Wettlauf der Atalante 1931/32 Bad Lauchstädt, Goethetheater und Kur- 1932 Halle, Burg Giebichenstein, Eckturm der Unterburg: Crodel mit Crodelklasse, Entwurf für 1932 Erfurt, Städtisches Museum (Angermuseum): Türfüllungen und Deckengemälde im Rokokoraum nach 1932 Essen, Museum Folkwang: Farb-Entwürfe für den Brunnenraum Außerdem Teilnahme an Ausstellungen 1927 Juryfreie Kunstschau Berlin: Kartons zu den Leidensstationen in der Erfurter Brunnenkapelle 1929/30 Juryfreie Kunstausstellung Berlin: Entwürfe für die Stadthalle Merseburg 1931 Berliner Bauausstellung: Wandmalerei für die Sonderausstellung „Maler und Bildhauer am Bau“ stück zum Wandbild im Hause Crodel) Seit den 1940er-Jahren vermehrt Glasmalereien im sakralen Raum. Beschreibung/Bemerkung Im Tagebuch Crodels ist dokumentiert, dass er einen Entwurf für die Decke des sog. Turmraumes in der Moritzburg in Halle anfertigte. Es handelt sich gleichermaßen um konkretisierte Abstraktionen, vergleichbar den Wandmalereien und -reliefs Schlemmers im Werkstattgebäude des Weimarer Bauhauses. Kat. Nr. 58 • Halle 492 Kat. Nr. 59 • Halle Charles Crodel Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Wand- und Deckenmalerei) Standort Standesamt Süd, Eheschließungs- und Wartezimmer, Riebeckplatz 3 Datierung 1929 Technik Fresko-Secco Maße Deckengemälde sowie mehrere Wandszenen, Maße nicht bekannt Zustand 1936 überstrichen, vermutlich auf Anordnung des Bürgermeisters Johannes Weidemann, Gebäude während des Weltkrieges zerstört Auftraggeber Stadt Halle, Übergabe am 27.9.1929 Quellen und Literatur Presse und Primärliteratur Emil Utitz, Charles Crodel, in: Curt Glaser, Neue Wandmalereien von Charles Crodel, in: Beilage zum Berliner Börsenkurier, 29.12.1929 Deutsches Kunstarchiv Nürnberg Entwürfe Stiftung Moritzburg Halle (Saale), Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt Situationsskizze des Eheschließungszimmers, Bleistift und farbige Kreiden, 1929 des rechten Bildes] vgl. Kat. 128 Türwände und Decke des Eheschließungszimmers, 1929 Bleistift und Feder in Sepia, aquarelliert Bez. (oben links): Standesamt Halle-Süd Eheschlie- ßungszimmer Maßstab 1:10; (oben rechts): Farbige Kat. Nr. 59.2–3 • Abb. entnommen aus: S. 419 Kat. Nr. 59.1 • Gesamtübersicht Standesamt • Skizze aus Tagebuch, 1929 • Foto: Nachlass Charles Crodel Kat. Nr. 59 • Halle 493 Disposition der Türwände und der Decke; (unten links): Wand gegenüber der Tür zum Wartezimmer vgl. Kat. 129 Entwürfe für die Grisaillen an der Fensterwand des Eheschließungszimmers, 1929 Bleistift und Feder in Sepia, aquarelliert Bez. (unten rechts): Grisaillen an der Fensterwand „Brautstand und Familie“; (unten links): Maßstab 1:10 Standesamt Halle-Süd, Eheschließungszimmer vgl. Kat. 130 Entwurf für die Decke des Eheschließungszimmers, 1929 Bleistift, aquarelliert Bez. re. o.: 1. Schema der Decke M 1:50; [in der Darstellung] Lebensalter 1; Lebensalter 2: Sommer: Lebensalter 3; Herbst; Lebensalter 4 vgl. Kat. 131 Entwurf für zwei Supraporten im Wartezimmer, 1929 Bleistift und Feder in Sepia, aquarelliert Bez. (unten rechts): Vignetten über zwei Türen; (unten links): Maßstab 1:10 Standesamt Halle-Süd, Wartezimmer vgl. Kat. 132 Skizze einer weiblichen Figur, 1929 Grüne Kreide auf Papier, beidseitig Querverweise Weitere Wandbilder von Charles Crodel Vermutlich 1924 Erfurt, Katholische Vorbereitungsschule: Entwurf für ein Hausschild („Thüringer 1924 Jena, Crodels Wohnhaus Kriegerstraße: Wandmalerei zur Erfurter Brunnenkapellen-Sage (1927 durch Schlossmuseum Weimar erworben; dort erhalten) 1925 Jena, Universitäts-Hauptgebäude: „Griechenland und die Vertreibung der Griechen von der 1926 Jena, Lyceum: Entwurf für ein Wandbild zum 1926 Erfurt, Hospital am Johannesring: „St. Georg 1926/27 Erfurt, Brunnenkapelle am Fischersand: Fresken zu 14 Kreuzwegstationen (Entwürfe ausgestellt auf Juryfreier Kunstschau Berlin 1927) 1929 Halle, Neubau des Arbeitsamtes, Sitzungssaal: 1929 Halle, Mitteldeutsche Landesbank: Entwurf für 1929 Halle, Moritzburg: Entwurf für ein Deckenge- 1929 Halle, Universität, Burse zur Tulpe: „Improvisa- 1929 Merseburg, Stadthalle: Entwurf für eine 1930/31 Naumburg, Dom St. Peter und Paul: Entwürfe für Glasfenster der Taufkapelle 1931 Halle, Moritzburg (Institut für Leibesübungen der Universität Halle): „Der Wettlauf der Atalante 1931/32 Bad Lauchstädt, Goethetheater und Kur- 1932 Halle, Burg Giebichenstein, Eckturm der Unterburg: Crodel mit Crodelklasse, Entwurf für 1932 Erfurt, Städtisches Museum (Angermuseum): Türfüllungen und Deckengemälde im Rokokoraum nach 1932 Essen, Museum Folkwang: Farb-Entwürfe für den Brunnenraum Außerdem Teilnahme an Ausstellungen 1927 Juryfreie Kunstschau Berlin: Kartons zu den Leidensstationen in der Erfurter Brunnenkapelle 1929/30 Juryfreie Kunstausstellung Berlin: Entwürfe für die Stadthalle Merseburg 1931 Berliner Bauausstellung: Wandmalerei für die Sonderausstellung „Maler und Bildhauer am Bau“ stück zum Wandbild im Hause Crodel) Seit den 1940er-Jahren vermehrt Glasmalereien im sakralen Raum. Beschreibung/Bemerkung Crodel realisierte im Standesamt ein Deckengemälde sowie einige Bildszenen für die Wände des Amtszimmers. Themen sind Morgen, Mittag und Abend sowie verschiedene Embleme und Blumenranken mit Vögeln und kleine Szenen zum Thema der Ehe in heiterer Farbigkeit und Formensprache. Im Deckengemälde mittig das hallische Wappen, Pfaus, eines Seepferdchens, brennenden Holzes und einer Garbe. Kat. Nr. 59 • Halle 494 Kat. Nr. 60 • Halle Charles Crodel Kat. Nr. 60.1 • Schematische Raumdarstellung • Abb.: Verfasserin Kat. Nr. 60.2 • Raumansicht 1929 • Foto: Bildwerkstätten Pieperhoff, Halle an der Saale Kat. Nr. 60.4 • Raumansicht, Wandabschnitt A unten, 2015 • Foto: Verfasserin Kat. Nr. 60.5 • Raumansicht, Wandabschnitt A-B-C, 2015 • Foto: Verfasserin Kat. Nr. 60.6 • Raumansicht, Wandabschnitt B-C, 2015 • Foto: Verfasserin Kat. Nr. 60.3 • Raumansicht, Wandabschnitt A-B, 2015 • Foto: Verfasserin Kat. Nr. 60 • Halle 495 Kat. Nr. 60.7 • Raumansicht, Wandabschnitt B-C, 2015 • Foto: Verfasserin Kat. Nr. 60.8 • Raumansicht, Wandabschnitt C-D, 2015 • Foto: Verfasserin Kat. Nr. 60.11 • Raumansicht, Wandabschnitt D-E-F, 2015 • Foto: Verfasserin Kat. Nr. 60.12 • Raumansicht, Ecklösung E-F, 2015 • Foto: Verfasserin Kat. Nr. 60.9 • Raumansicht, Wand D links, 2015 • Foto: Verfasserin Kat. Nr. 60.13 • Raumansicht, Wand F, 2015 • Foto: Verfasserin Kat. Nr. 60.10 • Raumansicht, Wand D Mitte, 2015 • Foto: Verfasserin Kat. Nr. 60 • Halle 496 Titel „Improvisationen/Inventionen über Leben und Tod“ Standort Universität, Burse zur Tulpe, Musikzimmer, Universitätsring 5 Datierung 1929; fertiggestellt zur Eröffnung der Burse am 30.11.1929 Technik Fresko-Secco Maße sechsteilige Raumausmalung, Raumgröße ca. Zustand erhalten; im Frühjahr 1936 überstrichen durch Kurator der Universität Berthold Maas, 1938 während Umbauarbeiten der Burse vermauert; später durch Umbauarbeiten teilweise beschädigt; 1990 wieder entdeckt; 1993 freigelegt, partiell gesichert, nicht restauriert Auftraggeber Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg (auf Initiative des Architekten Paul Menzer) Quellen und Literatur Brief Nr. 316 (Brief von Ernst Gosebruch an Carl Hagemann, 5.11.1929) Erika Lehmann, Wandgemälde von Charles Crodel in den Universitäten Jena und Halle, in: Erbe und Gegenwart, Martin Luther Universität, Wissenschaft- Kat. 133–136 Presse und Primärliteratur Claudia Crodel, Carl Crodel-Zimmer in der Tulpe soll Schmuckstück der Uni werden, in: Hallesches Tageblatt, Nr. 214, 14.9.1993 Detlef Färber, Kabel mitten durch den Orpheus. Wandgemälde in der Tulpe von Carl Crodel freigelegt – Als „Entartete Kunst“ von Nazis übermalt – Restaurierung geplant, in: Mitteldeutsche Zeitschrift, 14.9.1993 Crodel-Wandbild in der halleschen Tulpe nach 45 Jahren wieder freigelegt, in: Hallesches Tageblatt, Nr. 209, 8.9.1993 Kunstwerk wiederentdeckt. Halle: Wertvolles Wandbild bei Renovierung gefunden, in: Mitteldeutsche Zeitung, Nr. 72, 14.6.1990 Ingrid Schulze, Malen war für ihn ein Lebensbedürfnis. Zur Ausstellung von Carl Crodel in der Staatlichen Galerie Moritzburg, in: Freiheit Nr. 199, 25.8.1982 Leipziger Kunstverein, Charles Crodel – Neuzeitliche Gartenkunst, in: Leipziger Neueste Nachrichten, 17.2.1932 Kurt Gerstenberg, „Improvisationen über Leben und Tod“. Ein Gespräch über die Wandgemälde Charles Crodels im Musikzimmer des Studentenhauses der Universität Halle, in: Kreis von Halle, Jg. 1, 1930/31, Emil Utitz, Charles Crodel, in: Kunst und Künstler, Kunst und Künstler, zu einem Musikzimmer. Ausschnitt Denkmalverzeichnis der Stadt Halle, 1996 Eintrag Universitätsring 5 Deutsches Kunstarchiv Nürnberg Nachlass Charles Crodel Entwurf Universitätsarchiv Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Stadtarchiv Halle Antrag auf Aufnahme in die Denkmalliste der Stadt Halle, Akte A 3.21 Nr. 36, Objektnr. 664 Familienarchiv Nr. 2911, Charles Crodel Entwürfe Angermuseum Erfurt, Graphische Sammlung Situationsskizze, 1929 Bleistift und Feder in Sepia, aquarelliert Bez. oben Mitte: Ansicht ca. 1:50 vgl. Kat. 133 Wandabwicklung (Karton 1:5), 1929 Bleistift, aquarelliert Bez.: Ch. Crodel, Studentenheim Halle Burse zur Tulpe Entwurf zu einer Malerei des Musikzimmers 1:5; „Improvisationen über Leben und Tod“ 1929 vgl. Kat. 136 Kat. Nr. 60 • Halle 497 Stiftung Moritzburg Halle (Saale), Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt Vorentwurf für Seitenwand, 1929 Bleistift und Feder in Sepia, aquarelliert nicht bez. vgl. Kat. 134 Studien zu einem Detail, 1929 Bleistift, aquarelliert nicht bez. vgl. Kat. 135 Querverweise Weitere Wandbilder von Charles Crodel Vermutlich 1924 Erfurt, Katholische Vorbereitungsschule: Entwurf für ein Hausschild („Thüringer 1924 Jena, Crodels Wohnhaus Kriegerstraße: Wandmalerei zur Erfurter Brunnenkapellen-Sage (1927 durch Schlossmuseum Weimar erworben; dort erhalten) 1925 Jena, Universitäts-Hauptgebäude: „Griechenland und die Vertreibung der Griechen von der 1926 Jena, Lyceum: Entwurf für ein Wandbild zum 1926 Erfurt, Hospital am Johannesring: „St. Georg 1926/27 Erfurt, Brunnenkapelle am Fischersand: Fresken zu 14 Kreuzwegstationen (Entwürfe ausgestellt auf Juryfreier Kunstschau Berlin 1927) 1929 Halle, Neubau des Arbeitsamtes, Sitzungssaal: 1929 Halle, Mitteldeutsche Landesbank: Entwurf für 1929 Halle, Moritzburg: Entwurf für ein Deckenge- 1929 Halle, Standesamt Süd: Wand- und Deckenma- 1929 Merseburg, Stadthalle: Entwurf für eine 1930/31 Naumburg, Dom St. Peter und Paul: Entwürfe für Glasfenster der Taufkapelle 1931 Halle, Moritzburg (Institut für Leibesübungen der Universität Halle): „Der Wettlauf der Atalante 1931/32 Bad Lauchstädt, Goethetheater und Kur- 1932 Halle, Burg Giebichenstein, Eckturm der Unterburg: Crodel mit Crodelklasse, Entwurf für 1932 Erfurt, Städtisches Museum (Angermuseum): Türfüllungen und Deckengemälde im Rokokoraum nach 1932 Essen, Museum Folkwang: Farb-Entwürfe für den Brunnenraum Außerdem Teilnahme an Ausstellungen 1927 Juryfreie Kunstschau Berlin: Kartons zu den Leidensstationen in der Erfurter Brunnenkapelle 1929/30 Juryfreie Kunstausstellung Berlin: Entwürfe für die Stadthalle Merseburg 1931 Berliner Bauausstellung: Wandmalerei für die Sonderausstellung „Maler und Bildhauer am Bau“ stück zum Wandbild im Hause Crodel) Seit den 1940er-Jahren vermehrt Glasmalereien im sakralen Raum. Weitere Wandmalereien in Universitäten 1918–1933 BERLIN, Charité, großer Hörsaal der Universität: Hugo Vogel, Ohne Titel (sog. Prometheus-Bild), HALLE, Institut für Leibesübungen der Universität Halle, Moritzburg: Charles Crodel, „Wettlauf der JENA, Universität Hauptgebäude: Charles Crodel, „Griechenland und die Vertreibung der Türken von Edmund von Freyhold, Fresko (Titel nicht bekannt), Weitere Wandmalereien in Universitäten vor 1918 BERLIN, Universität, Aula: Arthur Kampf, „Fichtes Rede an die deutsche Nation”, 1913/14 JENA, Universität, Senatssaal: Ludwig von Hofmann, „Die neun Musen”, 1909; Aula: Ferdinand Hodler: „Auszug deutscher Studenten in den Freiheitskrieg von 1813”, 1909 Blüte Griechenlands”, 1909; Wandelhalle: Friedrich MARBURG, Universität, Aula: Peter Johann Theodor Janssen, Gemäldezyklus, 1895–1903 Beschreibung/Bemerkung Für das Musikzimmer in der Burse zur Tulpe hatte Crodel ein umlaufendes Wandbild entworfen, das chen des Raumes erstreckt. Gegenüber dem Eingang fällt der Blick des Betrachters auf den ersten Teil des Zyklus (Wand A), auf dem sich das Wandbild das einzige Mal im linken Bereich auch in die Sockelzone fortsetzt. Neben dem anschließenden Fenster setzt sich der Zyklus in der rechten Raumecke mit einem schmalen Teilbereich fort (Wand B), geht dann auf die rechte Wand über (Wand C), die in der Breite vollständig mit der Malerei gefüllt ist; so auch die Eingangswand, die nur durch die Türöffnung unterbrochen wird (Wand D). Abschließend schließt sich links neben dem Eingang ein weiteres schmales Wandfeld an (Wand E). Die linke Raumseite ist darüber hinaus vor allem durch die Reihung von fünf Fenstern geprägt, die sich mit zwei weiteren Fenstern auch auf der dem Eingang gegenüberliegenden Wand fortsetzt. (Wand F) Kat. Nr. 60 • Halle 498 Ähnlich wie im Wandbild im Universitätshaupt- 108), kombiniert und verschränkt er verschiedene – irdische und paradiesische – Szenen miteinander. So sind zahlreiche Tiere wie ein Pudel, eine Giraffe oder ein Ameisenbär zu sehen, Hühner und Tauben; im Hintergrund musiziert Orpheus; außerdem symbolisiert ein Liebespaar mit Amor den Anfang des Familienlebens, dem zudem eine eigene Szene unter einem Sonnenzelt gewidmet ist; ein verwundeter Krieger kann als Symbol des Todes gelesen werden. Ackerbau und Fischfang stehen für die dem Lebensunterhalt dienenden Alltagstätigkeiten. Begebenheiten und paradiesischem Szenen kann als Metapher für den Fluss des Lebens, aber auch als eine Art Musikstück gelesen werden. Stilistisch bleibt sich Crodel treu und orientiert sich auch hier nicht an einer monumentalen Bildsprache; vielmehr umfängt er den Betrachter mit seinem detail- und szenenreichen Werk. Steckner konnte Crodels Orientierung an den Schwarzen Bildern Goyas (1820–1823, Wohnhaus Quinta del Sordo) nachweisen. Durch die Überstreichung in den 1930er-Jahren war das Wandbild bis 1990 nicht mehr sichtbar und wurde darüber hinaus durch Umbauten und neue Raumaufteilungen später partiell beschädigt. Nach seiner Wiederentdeckung und Freilegung in den Jahren 1990–1993 wurde die ursprüngliche Raumdimension wieder hergestellt. Die darüber liegenden Farbschichten wurden entfernt, verlorene Teile der Wandmalerei jedoch nicht rekonstruiert; diese Fehlstellen sind weiterhin deutlich sichtbar. Kat. Nr. 60 • Halle 499 Kat. Nr. 61 • Halle Charles Crodel Titel „Wettlauf der Atalante und des Hippomenes“ Standort Institut für Leibesübungen der Universität Halle, Moritzburg, Gymnastiksaal Datierung 1931 Technik Fresko-Secco, campanisch-pompejanische Technik Maße Rundbogenfeld; Zustand Frühjahr 1936 überstrichen, auf Anregung des Instituts für Leibesübungen vom 15.1.1936 mit Genehmigung des Kurators der Universität Berthold Maas; erste restauratorische Begutachtung 1983; seit Renovierung und Wiedereröffnung der Moritzburg 2008 ist Raum wg. Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbefall geschlossen, Wandmalerei unter Farbschicht teilweise erhalten; Dez 2013–Dez 2016 Dekontaminierungsprojekt der Crodel-Halle durch die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Projekt Nr. 31440/01), Restaurierung geplant, aber noch nicht gesichert (Aug. 2015) Auftraggeber Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Ermächtigung des Preußischen Innenministers vom 1.6.1931, auf Vermittlung des Universitätskurators Ludwig Pallat; Abnahme am 18.11.1931 durch den Kunsthistoriker Paul Frankl und den Provinzialkonservator Hermann Giesau Quellen und Literatur Erika Lehmann, Wandgemälde von Charles Crodel in den Universitäten Jena und Halle, in: Erbe und Gegenwart, Martin Luther Universität, Wissen- 137–140 Andreas Hüneke, Die Moritzburg zu Halle, Leipzig Presse Crodel-Halle in der Moritzburg kann endlich saniert werden, 19.6.2014, in: www.hallespektrum.de Christian Eger: Wettlauf mit der Zeit gegen Schimmel in der Moritzburg, in: Mitteldeutsche Zeitung, 14.6.2011. Kat. Nr. 61.1 • Entwurf 1:10, 1931 • Foto: Klaus E. Göltz, Halle (Saale), Abb. entnommen aus: Kat. Nr. 61.2 • Foto: Nachlass Charles Crodel Kat. Nr. 61 • Halle 500 Quellen und Primärliteratur Kreis von Halle, Charles Crodel, Bemerkungen zu den Entwürfen für eine Wandmalerei im Gymnastiksaal der Universität Halle, Halle an der Saale, 31.3.1931, in: Archiv der Univ. Halle, Rep. 6, Nr. 2312 Universitätsarchiv Halle Rep 6, Nr. 2312 (13 div. Schriftstücke 1927–1931) Deutsches Kunstarchiv Nürnberg Entwürfe Stiftung Moritzburg Halle (Saale), Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt Vorentwurf, 1931 Bleistift und roter Farbstift nicht bez. vgl. Kat. 137 Entwurf 1:10, 1931 Bleistift, Feder in Sepia, Kohle und farbige Kreiden, aquarelliert Bez. o. rechts: „Wettlauf der Atalante“ Ch. Crodel Maßstab 1:10 vgl. Kat. 138 Situationsskizze, 1931 Bleistift und Feder in Sepia, aquarelliert Bez. o. rechts: Wandteil mit dem „Wettlauf der Atalante“, ohne Maßstab; (u. rechts): Ch. Cr. vgl. Kat. 139 Karton 1:10, 1931 Bleistift, Feder in Sepia, Kohle und farbige Kreiden Bez. o. rechts: Entwurf zum „Wettlauf der Atalante“ Ch. Crodel Maßstab 1:10; u. rechts: Crodel Burgdorfsand 1:3 vgl. Kat. 140 Querverweise Weitere Wandbilder von Charles Crodel Vermutlich 1924 Erfurt, Katholische Vorbereitungsschule: Entwurf für ein Hausschild („Thüringer 1924 Jena, Crodels Wohnhaus Kriegerstraße: Wandmalerei zur Erfurter Brunnenkapellen-Sage (1927 durch Schlossmuseum Weimar erworben; dort erhalten) 1925 Jena, Universitäts-Hauptgebäude: „Griechenland und die Vertreibung der Griechen von der 1926 Jena, Lyceum: Entwurf für ein Wandbild zum 1926 Erfurt, Hospital am Johannesring: „St. Georg 1926/27 Erfurt, Brunnenkapelle am Fischersand: Fresken zu 14 Kreuzwegstationen (Entwürfe ausgestellt auf Juryfreier Kunstschau Berlin 1927) 1929 Halle, Neubau des Arbeitsamtes, Sitzungssaal: 1929 Halle, Mitteldeutsche Landesbank: Entwurf für 1929 Halle, Moritzburg: Entwurf für ein Deckenge- 1929 Halle, Standesamt Süd: Wand- und Deckenma- 1929 Halle, Universität, Burse zur Tulpe: „Improvisa- 1929 Merseburg, Stadthalle: Entwurf für eine 1930/31 Naumburg, Dom St. Peter und Paul: Entwürfe für Glasfenster der Taufkapelle 1931/32 Bad Lauchstädt, Goethetheater und Kur- 1932 Halle, Burg Giebichenstein, Eckturm der Unterburg: Crodel mit Crodelklasse, Entwurf für 1932 Erfurt, Städtisches Museum (Angermuseum): Türfüllungen und Deckengemälde im Rokokoraum nach 1932 Essen, Museum Folkwang: Farb-Entwürfe für den Brunnenraum Außerdem Teilnahme an Ausstellungen 1927 Juryfreie Kunstschau Berlin: Kartons zu den Leidensstationen in der Erfurter Brunnenkapelle 1929/30 Juryfreie Kunstausstellung Berlin: Entwürfe für die Stadthalle Merseburg 1931 Berliner Bauausstellung: Wandmalerei für die Sonderausstellung „Maler und Bildhauer am Bau“ stück zum Wandbild im Hause Crodel) Seit den 1940er-Jahren vermehrt Glasmalereien im sakralen Raum. Weitere Wandmalereien in Universitäten 1918–1933 BERLIN, Charité, großer Hörsaal der Universität: Hugo Vogel, Ohne Titel (sog. Prometheus-Bild), HALLE, Universität, Burse zur Tulpe: Charles Crodel, „Improvisationen über Leben und Tod“, 1929 JENA, Universität Hauptgebäude: Charles Crodel, „Griechenland und die Vertreibung der Türken von Edmund von Freyhold, Fresko (Titel nicht bekannt), Kat. Nr. 61 • Halle 501 Weitere Wandmalereien in Universitäten vor 1918 BERLIN, Universität, Aula: Arthur Kampf, „Fichtes Rede an die deutsche Nation”, 1913/14 JENA, Universität, Senatssaal: Ludwig von Hofmann, „Die neun Musen”, 1909; Aula: Ferdinand Hodler: „Auszug deutscher Studenten in den Freiheitskrieg von 1813”, 1909 Blüte Griechenlands”, 1909; Wandelhalle: Friedrich Preller d. J., „Prometheus als Lichtbringer“, 1896/97 MARBURG, Universität, Aula: Peter Johann Theodor Janssen, Gemäldezyklus, 1895–1903 Beschreibung/Bemerkung Crodel realisierte auf der Eingangswand zum Gymnastiksaal der Moritzburg ein großformatiges Wandbild. In einem bühnenartig angelegten Bildraum zeigt er das mythologische Thema vom Wettlauf der Atalante mit Hippomenes, das sich unmittelbar auf die Raumfunktion beziehen lässt. Vor der Sockelzone sind mehrere Puttenpaare zu sehen, eine Treppe im rechten Bildvordergrund führt auf die Hauptebene. Diese Hauptzone des Bildes ist zudem durch das Vorhangmotiv rechts betont, die zentrale Szene des Wettlaufs wird mittig durch ein Vorhang-/Fahnenstück in der oberen Himmelszone akzentuiert. Im Hintergrund zeigte er sowohl antike Tempelbauten als auch zeitgenössische Architekturen, in denen sich die Silhouette der Burg Giebichenstein erkennen lässt. Wie schon in Jena oder in der Burse zur Tulpe verband er so Antike und Gegenwart miteinander. Crodel orientiert sich in Komposition, Farb- und Formsprache an Renaissance- und Barockwerken, die die Wand nicht betonen, sondern den realen Raum in ihren Bildlösungen vielmehr erweitern, und so versuchen, die Flächigkeit der Wand aufzuheben. Kat. Nr. 61 • Halle 502 Kat. Nr. 62 • Halle Charles Crodel und Crodelklasse Titel Entwürfe für Wandmalereien Standort Burg Giebichenstein, Unterburg, Erdgeschoss des Eckturmes (oftmals als „Margarethenkapelle“ bezeichnet) Datierung 1932 Technik nicht bekannt Maße nicht bekannt; mehrere Wandmalereien (genaue Anzahl nicht bekannt) Zustand 1933 zerstört Auftraggeber vermutlich auf Eigeninitiative Charles Crodels Quellen und Literatur Presse Hallische Nachrichten, 24.6.1932 Querverweise Weitere Wandbilder von Charles Crodel Vermutlich 1924 Erfurt, Katholische Vorbereitungsschule: Entwurf für ein Hausschild („Thüringer 1924 Jena, Crodels Wohnhaus Kriegerstraße: Wandmalerei zur Erfurter Brunnenkapellen-Sage (1927 durch Schlossmuseum Weimar erworben; dort erhalten) 1925 Jena, Universitäts-Hauptgebäude: „Griechenland und die Vertreibung der Griechen von der 1926 Jena, Lyceum: Entwurf für ein Wandbild zum 1926 Erfurt, Hospital am Johannesring: „St. Georg 1926/27 Erfurt, Brunnenkapelle am Fischersand: Fresken zu 14 Kreuzwegstationen (Entwürfe ausgestellt auf Juryfreier Kunstschau Berlin 1927) 1929 Halle, Neubau des Arbeitsamtes, Sitzungssaal: 1929 Halle, Mitteldeutsche Landesbank: Entwurf für 1929 Halle, Moritzburg: Entwurf für ein Deckenge- 1929 Halle, Standesamt Süd: Wand- und Deckenma- 1929 Halle, Universität, Burse zur Tulpe: „Improvisa- Kat. Nr. 62 • Raumaufnahme Crodelklasse, 1932 • Fotograf: unbekannt; Repro aus Kat. Nr. 62 • Halle 503 1929 Merseburg, Stadthalle: Entwurf für eine 1930/31 Naumburg, Dom St. Peter und Paul: Entwürfe für Glasfenster der Taufkapelle 1931 Halle, Moritzburg (Institut für Leibesübungen der Universität Halle): „Der Wettlauf der Atalante 1931/32 Bad Lauchstädt, Goethetheater und Kur- 1932 Halle, Burg Giebichenstein, Eckturm der Unterburg: Crodel mit Crodelklasse, Entwurf für 1932 Erfurt, Städtisches Museum (Angermuseum): Türfüllungen und Deckengemälde im Rokokoraum nach 1932 Essen, Museum Folkwang: Farb-Entwürfe für den Brunnenraum Außerdem Teilnahme an Ausstellungen 1927 Juryfreie Kunstschau Berlin: Kartons zu den Leidensstationen in der Erfurter Brunnenkapelle 1929/30 Juryfreie Kunstausstellung Berlin: Entwürfe für die Stadthalle Merseburg 1931 Berliner Bauausstellung: Wandmalerei für die Sonderausstellung „Maler und Bildhauer am Bau“ stück zum Wandbild im Hause Crodel) Seit den 1940er-Jahren vermehrt Glasmalereien im sakralen Raum. Beschreibung/Bemerkung Crodel nutzte in den 1930er-Jahren das Erdgeschoss des Eckturmes in der Unterburg als Klassenraum. Dieser Raum wurde in der Literatur Verbindung gebracht, die sich bis heute jedoch nicht eindeutig lokalisieren lässt. Hier ließ er seine Schüler verschiedene Wandmalereien ausführen, die jedoch nur kurz bestanden und vermutlich bereits im Sommer 1933 zerstört wurden. Der genaue Anteil Crodels an dieser Wandmalerei ist nicht dokumentiert; als Mitwirkende aus seiner Klasse können Annemarie Fernbach, Vicky von Drigalsky, Martha Schulz-Briesen, Otto Lücke, Otto Müller, Kurt Bunge und besonders Karl Rödel genannt werden. Der Klassenraum kann bedingt auch als öffentlicher Raum gesehen werden, da die Klasse hier auch öffentliche Veranstaltungen organisierte. Kat. Nr. 62 • Halle 504 Kat. Nr. 63 • Halle Erwin Hahs Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt Standort Landesbank im Ratshof, Sitzungssaal Datierung 1930 Technik nicht bekannt Maße Zustand 1939 entfernt Auftraggeber Landesbank Quellen und Literatur Presse und Primärliteratur Saale-Zeitung, 28.11.1929 StAH Akte öffentliche Gebäude, städtische und staatliche, Nr. 1 (Fotoband), Bl. 32, 33. Querverweise Weiteres figuratives Wandbild von Erwin Hahs 1930 Halle, Elektrizitätswerk Trotha, Sitzungssaal: Ohne Titel/Titel nicht bekannt (bestehend aus zwei Weitere nicht figurative Wandbilder und Wand- bzw. Raumgestaltungen von Erwin Hahs, alle in Halle 1924–26 Farbgestaltung Polizeilazarett der Artilleriekaserne 1926 Kindergarten Burgstraße, Kinderheim des Roten Kreuzes, Kinderheim Gimritz 1927/28 Städtische Frauenschule und Stadtarchiv Burg Giebichenstein und Unterstützung örtlicher Weitere Wandbilder in Firmengebäuden DÜSSELDORF, Deutsche Drahtwalzwerke AG: Ernst Aufseeser, Ausmalung des Klubzimmers, um Kohlschein, „Das Waschen in den fünf Erdteilen”, Wandbild einer arkadischen Landschaft, 1929 HALLE, Elektrizitätswerk Trotha, Sitzungssaal: Kat. Nr. 63.1 • Detail aus Wandbild in Landesbank, 1930 • Foto: Stadtarchiv Halle (Akte öffentliche Gebäude, städt. und staatl., Nr. 1, Bl. 32) Kat. Nr. 63.2 • Detail aus Wandbild in Landesbank, 1930 • Foto: Stadtarchiv Halle (Akte öffentliche Gebäude, städt. und staatl., Nr. 1, Bl. 33) Kat. Nr. 63 • Halle 505 Beschreibung/Bemerkung Erwin Hahs leitete seit 1919 die Fachklasse für Malerei an der Hallischen Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein. Laut Schulprogramm sollte der Schwerpunkt hierbei auf dem „Entwerfen für dekorative Wand- und Deckenmalereien, für die Ausstattung ganzer Räume“ liegen. In den 1920er-Jahren realisierte er in Halle bis auf wenige Ausnahmen vor allem abstrakte, nicht-gegenständliche Raumgestaltungen. Erste Erfahrungen im Bereich der Wandmalerei konnte Hahs 1914 auf der Kölner Werkbundausstellung sammeln, wo er das Vestibül des Büro- und Fabrikgebäudes von Walter Gropius sowie einen Ausstellungsraum von Wilhelm Kreis ausgemalt hatte. Zu diesem Wandbild im Sitzungssaal der Landesbank sind nur wenige Informationen sowie zwei schwarz-weiße Detailfotos im Stadtarchiv Halle überliefert. Eines zeigt eine schematisierte Darstellung der hallischen Stadtsilhouette mit den Türmen der Marktkirche sowie den Schornsteinen des Elektrizitätswerkes Trotha. Das zweite Foto zeigt eine Dreieckskomposition aus drei Figuren: der linke weibliche Akt verstreut mit großer Geste Geldstücke, nach denen zwei männliche Figuren sich wie Torwarte oder Sportler springend ausstrecken. Die drei Figuren bilden so ein Dreieck, in sind: ein Mann mit aufgeschlagenem Buch, ein Paar in Umarmung sowie ein Maler an einer Staffelei. Die Saale-Zeitung beschrieb dieses Werk als eine „Allegorie auf das Geld.“ Die überlieferten Fotos oder Informationen im Stadtarchiv geben allerdings keinen Aufschluss über die reale Größe der Figuren, ihre Proportionen oder darüber, wie die Szenen miteinander verbunden waren bzw. welche Position sie im Gesamtwerk hatten. Kat. Nr. 63 • Halle 506 Kat. Nr. 64 • Halle Paul Thiersch/unter Mitarbeit von Johanna Schütz-Wolff, Klara Maria Kuthe und Lili Schultz Kat. Nr. 64.1 • Schematische Raumdarstellung • Schema: Verfasserin Kat. Nr. 64.4 • Raumansicht, Wand A-G, 2015 • Foto: Verfasserin Kat. Nr. 64.2 • Raumansicht, 2. OG • Ullstein Bilderdienst, Berlin; Repro aus: Bildband Abb.100.3 Kat. Nr. 64.3 • Raumansicht, 1. OG • Ullstein Bilderdienst, Berlin; Repro aus: Bildband Abb.100.1 Kat. Nr. 64.5 • Raumansicht, Wandabschnitte A-B, 2015 • Foto: Verfasserin Kat. Nr. 64.6 • Raumansicht, Wand A, 2015 • Foto: Verfasserin Kat. Nr. 64 • Halle 507 Kat. Nr. 64.7 • Raumansicht, Wand B-C, 2015 • Foto: Verfasserin Kat. Nr. 64.10 • Raumansicht, Wandfelder E, 2015 • Foto: Verfasserin Kat. Nr. 64.8 • Raumansicht, Wand C, 2015 • Foto: Verfasserin Kat. Nr. 64.9 • Raumansicht, Wandfelder E, 2015 • Foto: Verfasserin Kat. Nr. 64.11 • Raumansicht, Wand F-G, 2015 • Foto: Verfasserin Kat. Nr. 64.12 • Raumansicht, Wand G, 2015 • Foto: Verfasserin Kat. Nr. 64 • Halle 508 Titel Zyklus mit Themen aus germanischer Vorzeit/ Eddadichtung: „Geistige Geburt“(Jünglingsweihe)/ „Lehre und Gesetz“(Herrscherwahl)/„Holmgang“ (Kampf)/„Bestattung“ (Totenklage) Standort Museum für Vorgeschichte, Treppenhaus Datierung 1918 Technik Kasein Maße (A: Paul Thiersch und Klara Kuthe, Lehre und Gesetz/Herrscherwahl; B: Lili Schultz, Bestattung/ Totenklage) (C: Paul Thiersch, Kampf/Holmgang; G: Paul Thiersch und Klara Kuthe, Geistige Geburt/ Jünglingsweihe) (D und F: Johanna Wolff, Tanzende) (E: Johanna Wolff, Seher bzw. Sänger) Aufteilung und Maße der beiden Swastika-Felder sowie der Weltenesche in den unteren Geschossen bzw. Treppenaufgang können nicht genau nachvollzogen werden. Zustand seit 1933 mit Tüchern verhängt; 1952 mit Leinwand abgedeckt und teilweise übermalt; 1964 Freilegung und Restaurierung; Weltenesche und Malerei im Treppenaufgang nicht erhalten; Zyklus im obersten Treppengeschoss erhalten Auftraggeber Museum für Vorgeschichte, Direktor Hans Hahne Quellen und Literatur Holger Brülls/Bernd Zich, Archaismus und Expressionismus. Das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle: Architektur, Archäologie und moderne Kunst in den Zeiten des Ersten Weltkriegs, Halle 2016 Rudolf Fahrner (Hrsg.), Paul Thiersch. Leben und Werk, Peter Findeisen, Das Museumsgebäude von Wilhelm Kreis, in: Jahresschrift für mitteldeutsche Vorgeschichte 67, Claudia Wohlfeld: Die Architekturgeschichte des Museums, in: Schönheit, Macht und Tod. 120 Funde aus 120 Jahren Landesmuseum für Vorgeschichte Halle, Presse und Primärliteratur Kunstchronik und Kunstmarkt, 54. Jg., NF 30, Stadtarchiv Halle Thiersch, Kassette „Bühne, Museum für Vorgeschichte“, Bl. 58–74 Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Paul Thiersch bekannt. Weitere Wandbilder in Museen ALTENBURG, Lindenau-Museum: Ernst Müller-Gräfe, Wandbildzyklus im Treppenhaus, ERFURT, Städtisches Museum: Erich Heckel, „Die Charles Crodel, Türfüllungen im Rokokoraum der ESSEN, Museum Folkwang: Willi Baumeister, Wandbildentwurf für Rotunde des Museumsneubaus, die Ausmalung von Festsaal und Rotunde, 1928 Entwürfe für die Ausmalung des Festsaales, Folkwang-Zyklus im Brunnensaal, 1928–1931 HAMBURG, Kunsthalle: Dorothea Maetzel-Johannsen, Vier Stillleben im Vorsaal zum Vortragsraum, Geschichte: Otto Fischer-Trachau, Entwurf für ein KÖLN, Kunstgewerbemuseum: Franz Wilhelm Seiwert, „Die Welt der Arbeit” (Glasfensterentwurf), 1930/31; Rheinisches Museum: Richard Seewald, KREFELD, Kaiser Wilhelm Museum: Johan Thorn LEIPZIG, Grassi Museum: Otto Fischer-Trachau, Wandbild, Farbgestaltung von Saal und Treppen- MÜNCHEN, Deutsches Museum: Claus Bergen, Diez, „Wissenschaft und Technik vom Fortschritt Hans W. Schmidt, „Die Herstellung des Schreibgrun- Kat. Nr. 64 • Halle 509 OLDENBURG, Oldenburgisches Landesmuseum im Schloss: Karl Schmidt-Rottluff, Wandbildentwurf, Wandbilder in Museen außerhalb Deutschlands (ohne Katalogeintrag) HELSINKI, Nationalmuseum: Akseli Gallen-Kallela mit Sohn Jorma Gallen, Kuppelausmalung der Eingangshalle, 1927/28 Museum: Marc Chagall, Wandmalereizyklus, 1922 PHILADELPHIA, The Barnes Foundation: Henri Matisse, „Der Tanz”, 1932 Beschreibung/Bemerkung bildern mit Szenen aus der Edda-Dichtung nimmt Paul Thiersch mit seinen Schülerinnen Bezug auf die ur- und frühgeschichtliche Sammlung des Museums. Sie formulieren so einen gleichsam nationalen Anspruch, der den Ursprung der Menschheit als Im Treppenaufgang war die Weltenesche Yggdrasil und zu beiden Seiten des mittleren Treppenabsatzes Swastikazeichen zu sehen. Diese Werkteile sind nicht mehr erhalten. Der Zyklus mit den vier Szenen aus der Edda – Geistige Geburt (Jünglingsweihe; Wand G), Lehre und Gesetz (Herrscherwahl; Wand A), Holmgang (Kampf; Wand C) und Bestattung (Totenklage; Wand B) – sowie einzelnen Figuren der Seher oder Sänger (Wandfelder E) und Tanzenden (Wandfelder F und D) im obersten Treppengeschoss ist erhalten und wurde 1964 letztmalig restauriert. Die Wahl der Thematik, der jeweiligen Szenen sowie das farbliche Gesamtkonzept hatte sich Thiersch selbst vorbehalten. Auch scheint sein wesentlich gewesen zu sein, da kaum individuelle Handschriften unterschieden werden können. Die Farbpalette bewegt sich vor allem zwischen gelben, roten sowie erdigen Tönen. Blau taucht als Akzent und Hintergrundfarbe auf. Die Werke breiten sich einem Teppich ähnlich im oberen Geschoss des Haupttreppenhauses aus – Monumentalität wird vor allem durch die schiere Ausbreitung, die überlebensgroßen, bildfüllenden Figuren und deren statische Haltung erreicht, nicht so sehr über bildimmanente Strukturen oder deutliche Konturen. Parallel gereihte Figuren und Isokephalie vor allem auf den großen Querformaten tragen außerdem zu einem geschlossenen Bild bei. Kat. Nr. 64 • Halle 510 Kat. Nr. 65 • Halle Karl Völker Keine Abb. bekannt Titel Entwurf: Neues Land und Sonnenstrahl (2. Preis) Standort Martinschule (heute: Berufsbildende Schulen IV), Charlottenstraße 15 Datierung 1920 Technik Entwurf nicht erhalten; Wandmalerei nicht ausgeführt Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten Auftraggeber Wettbewerbsausschreibung der Stadt Halle Quellen und Literatur Gudrun Bertling, Die Martinschule, in: Historische Schulgebäude der Stadt Halle/Saale, Querverweise Weitere Wandbilder von Karl Völker 1914 Halle, Gertraudenfriedhof, Feierhalle: Kuppelausmalung 1920 Halle, Volkspark, Parteitag der USPD: Zwei Wandbilder (Proletarierin mit Kindern und Proletari- 1921 Halle, Verlagsgebäude des „Klassenkampfes”: 1921/22 Magdeburg, Rathaus: Entwürfe für Farbgestaltung im Auftrag Bruno Tauts 1921/22 Schmirma, Dorfkirche St. Ulrich: Deckenbilder und farbige Neugestaltung mit Emporenmalereien, unter Einbezug der älteren Kunstwerke 1925 Gimritz, Kirche: Gesamtgestaltung des Kirchenraumes (Decken, Wände, Kanzel, Orgelprospekt, Emporen farbig gefasst) sowie Fenster durch Gebrüder Völker 1925 Mücheln, Rathaus, Sitzungssaal: Deckenbild 1925/26 Halle, Zoologischer Garten, Raubtierhaus: Farbgestaltung im Innenraum 1927 Bad Frankenhausen, Kinderkurheim: Wandbil- 1927 Halle, Haus der Gemeinde St. Bartolomäus: Farbgestaltung und Evangelistensymbole als Supraporten 1927 Halle, Freier Wassersportverein, Auskleidehalle mit Veranstaltungssaal: Farbgestaltung 1936 Holleben, Evangelische Dorfkirche: Brüstungsmalerei 1938 Schwenda, Kirche St. Cyriakus und Nicolai: Kuppelausmalung und Bildfelder auf Emporen Kat. Nr. 65 • Halle 511 1947–1956 Erfurt, Thomaskirche: Entwürfe für die Glasfenster 1953/54 Bad Lauchstädt, Goethetheater und Kursaalanbau: Ausmalung und Restaurierung 1954–1957 Thüringen, verschiedene Kirchen und Auftraggeber: Glasmalereien 1958–1960 Halle, Verwaltungsgebäude der Wasserwirtschaft: Mosaiken; Urlauberschiff Fritz Heckert: Schmuckemailplatten Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Völker hatte sich an dem Wettbewerb für die Ausmalung der Martin- sowie Talamtsschule beworben und erlangte mit seinem Entwurf „Neues Land und Sonnenstrahl“ für die Martinschule den zweiten Preis. Ausgeführt wurde der erste Preis von Völkers Künstlerkollegen und ebenfalls Mitglied der Hallischen Künstlergruppe Werner Lude mit dem Titel „Kosmos“. Es ist keine Abbildung des Entwurfs bekannt. Kat. Nr. 65 • Halle 512 Kat. Nr. 66 • Halle Karl Völker Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Proletarierin Standort Volkspark, Parteitag der USPD, Burgstraße 27 Datierung 1920 Technik nicht bekannt (vermutlich Malerei auf Leinwand oder Papier) Maße Zustand nicht erhalten Auftraggeber auf Initiative des Architekten Martin Knauthe Quellen und Literatur Jürgen Scharfe, Der Architekt Martin Knauthe (1889–1942). Materialien zu Leben und Werk, Diplomarbeit an der Martin-Luther-Universität Halle Ingrid Schulze, Karl Völker und die Hallische Künstlergruppe, in: Querverweisee Weitere Wandbilder von Karl Völker 1914 Halle, Gertraudenfriedhof, Feierhalle: Kuppelausmalung 1920 Halle, Martinschule: Entwurf für Wandbild 1921 Halle, Verlagsgebäude des „Klassenkampfes”: 1921/22 Magdeburg, Rathaus: Entwürfe für Farbgestaltung im Auftrag Bruno Tauts 1921/22 Schmirma, Dorfkirche St. Ulrich: Deckenbilder und farbige Neugestaltung mit Emporenmalereien, unter Einbezug der älteren Kunstwerke 1925 Gimritz, Kirche: Gesamtgestaltung des Kirchenraumes (Decken, Wände, Kanzel, Orgelprospekt, Emporen farbig gefasst) sowie Fenster durch Gebrüder Völker 1925 Mücheln, Rathaus, Sitzungssaal: Deckenbild 1925/26 Halle, Zoologischer Garten, Raubtierhaus: Farbgestaltung im Innenraum 1927 Bad Frankenhausen, Kinderkurheim: Wandbil- Kat. Nr. 66 • Halle Kat. Nr. 66 • Raumansicht, 1920 • Foto: Privat 513 1927 Halle, Haus der Gemeinde St. Bartolomäus: Farbgestaltung und Evangelistensymbole als Supraporten 1927 Halle, Freier Wassersportverein, Auskleidehalle mit Veranstaltungssaal: Farbgestaltung 1936 Holleben, Evangelische Dorfkirche: Brüstungsmalerei 1938 Schwenda, Kirche St. Cyriakus und Nicolai: Kuppelausmalung und Bildfelder auf Emporen 1947–1956 Erfurt, Thomaskirche: Entwürfe für die Glasfenster 1953/54 Bad Lauchstädt, Goethetheater und Kursaalanbau: Ausmalung und Restaurierung 1954–1957 Thüringen, verschiedene Kirchen und Auftraggeber: Glasmalereien 1958–1960 Halle, Verwaltungsgebäude der Wasserwirtschaft: Mosaiken; Urlauberschiff Fritz Heckert: Schmuckemailplatten Weitere Wandbilder in Parteigebäuden HALLE, Verlagsgebäude des „Klassenkampfes”: KÖLN, Haus der KPD: Peter Paffenholz, drei Wandbil- Beschreibung/Bemerkung Der Architekt Martin Knauthe und der Künstler Karl Völker waren sich spätestens seit der Gründung der Hallischen Künstlergruppe, zu deren Gründungsmitgliedern sie gehörten, im Jahr 1919 verbunden. Knauthe band Völker für die Saaldekoration im Hallischen Volkspark erstmals als Wandmaler ein. Es handelte sich um zwei monolithische weit überlebensgroße Figuren, die Karl Völker rechts und links der Bühne ausführte. Links war eine proletarische eines Proletariers zu sehen. Internationale wird die Menschheit sein“ stammte von dem Dekorationsmaler Otto Stummer. Kat. Nr. 66 • Halle 514 Kat. Nr. 67 • Halle Karl Völker Titel „Wacht auf, Verdammte dieser Erde“/„Trotz alledem, es lebe die Weltrevolution“/„Heilig die letzte Schlacht“/„Im Osten wächst das Licht“/„Schon steigen an die Sklavenscharen und ihre alte Fessel bricht“ Standort Verlagsgebäude des „Klassenkampfes“, Lerchenfeldstraße 14, Sitzungssaal Datierung 1921 Technik nicht bekannt Maße fünf einzelne Wandbilder, Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten Auftraggeber Produktiv-Genossenschaft Halle-Merseburg, auf Initiative des Architekten Martin Knauthe Quellen und Literatur Helga Ullmann, Karl Völkers Wandbilder im Sitzungssaal der Produktiv-Genossenschaft Halle-Merseburg, in: Fritz Kroh, Produktivgenossenschaft Halle-Merseburg, Ingrid Schulze, Karl Völker und die Hallische Künstlergruppe, in: Presse, in: Stadtarchiv Halle, Familienarchiv Nr. 2686 Ingrid Schulze, Die Mauer der Erschossenen als Symbol des Widerstandes. Werke von Karl Völker und Mies van der Rohe zu Ehren ermordeter Revolutionäre, in: Freiheit Nr. 13, 16.1.1990 Ingrid Schulze, Kunst für die Klasse unterm roten Stern. Wie die Große Sozialistische Oktoberrevolution das Schaffen der proletarisch-revolutionären „Hallischen Künstlergruppe“ mit Karl Völker anregte, in: Freiheit Nr. 264, 5.11.1976 Im Gedenken des Malers und Graphikers K. Völker, in: Mitteldeutsche Neueste Nachrichten Nr. 9, 11.1.1963 Zu Karl Völker allg. Kat. Nr. 67.1 • Raumansicht, 1921 • Foto: Privat Kat. Nr. 67.2 • Foto: Privat Kat. Nr. 67.3 • Foto: Privat Kat. Nr. 67 • Halle 515 Das unvollendete und unveröffentlichte Werkverzeichnis von Helga Ullmann diente Sabine Meinel für ihre Dissertation sowie für den als Grundlage. Querverweisee Weitere Wandbilder von Karl Völker 1914 Halle, Gertraudenfriedhof, Feierhalle: Kuppelausmalung 1920 Halle, Martinschule: Entwurf für Wandbild 1920 Halle, Volkspark, Parteitag der USPD: Zwei Wandbilder (Proletarierin mit Kindern und Proletari- 1921/22 Magdeburg, Rathaus: Entwürfe für Farbgestaltung im Auftrag Bruno Tauts 1921/22 Schmirma, Dorfkirche St. Ulrich: Deckenbilder und farbige Neugestaltung mit Emporenmalereien unter Einbezug der älteren Kunstwerke 1925 Gimritz, Kirche: Gesamtgestaltung des Kirchenraumes (Decken, Wände, Kanzel, Orgelprospekt, Emporen farbig gefasst) sowie Fenster durch Gebrüder Völker 1925 Mücheln, Rathaus, Sitzungssaal: Deckenbild 1925/26 Halle, Zoologischer Garten, Raubtierhaus: Farbgestaltung im Innenraum 1927 Bad Frankenhausen, Kinderkurheim: Wandbil- 1927 Halle, Haus der Gemeinde St. Bartholomäus: Farbgestaltung und Evangelistensymbole als Supraporten 1927 Halle, Freier Wassersportverein, Auskleidehalle mit Veranstaltungssaal: Farbgestaltung 1936 Holleben, Evangelische Dorfkirche: Brüstungsmalerei 1938 Schwenda, Kirche St. Cyriakus und Nicolai: Kuppelausmalung und Bildfelder auf Emporen 1947–1956 Erfurt, Thomaskirche: Entwürfe für die Glasfenster 1953/54 Bad Lauchstädt, Goethetheater und Kursaalanbau: Ausmalung und Restaurierung 1954–1957 Thüringen, verschiedene Kirchen und Auftraggeber: Glasmalereien 1958–1960 Halle, Verwaltungsgebäude der Wasserwirtschaft: Mosaiken; Urlauberschiff Fritz Heckert: Schmuckemailplatten Weitere Wandbilder in Parteigebäuden HALLE, Volkspark, Parteitag der USPD: Karl Völker, Bühnendekoration mit Proletarierin mit Kindern und KÖLN, Haus der KPD: Peter Paffenholz, drei Wandbil- Beschreibung/Bemerkung In dem von Martin Knauthe zum Büro- und Druckereigebäude umgebauten Verlagsgebäudes des Klassenkampfes führte Völker fünf einzelne, jeweils Als verbindendes Element tauchte meist mittig eine christusähnliche Figur auf, der ein fünfzackiger Sowjetstern zugeordnet wurde. Nach oben und unten sind die Figurengruppen durch je eine horizontale Bodenplatte bzw. eine Art Gebälk begrenzt, in dem die jeweiligen Titel als Spruchbänder eingepasst sind. Die Figurengruppen werden abgesehen von ihrer Binnenkomposition so noch enger zusammengeschlossen und auf die wesentlichen Bildaussagen konzentriert. Die Quellen für die Titel wurden in erster Linie von sowie vgl. zurück: Die erste Zeile der „Internationale“ lautet „Wacht auf, Verdammte dieser Erde“; „Heilig die letzte Schlacht“ entstammt dem Arbeiterlied „Brüder zur Sonne zur Freiheit“; die beiden Bildtitel „Im Osten wächst das Licht“ und „Schon steigen an die Sklavenscharen und ihre alte Fessel bricht“ sind dem Gedicht Johannes R. Bechers „Gruß des Deutschen Dichters an die Russische Föderative-Sowjetrepublik“ entnommen. Der fünfte Titel „Trotz Alledem, es lebe die Weltrevolution“ lässt sich als Verbindung von Worten Karl Liebknechts und Eugen Levinés entschlüsseln. Liebknecht überschrieb einen Artikel in der Roten Fahne (15.1.1919) mit „Trotz alledem“, der KPD-Politiker Leviné wurde im 1919 der Überlieferung nach mit dem Ausruf „Es lebe die Weltrevolution“ hingerichtet. Die Anordnung der Werke im Raum ist nicht mehr vollständig rekonstruierbar. Kat. Nr. 67 • Halle 516 Kat. Nr. 68 • Hamburg, Finkenwerder Eduard Bargheer Künstler Eduard Bargheer Titel „Finkenwärder Fischer“ Standort Wasserturm, Treppenhaus Datierung 1928 Technik nicht bekannt Maße insgesamt 12 einzelne Szenen der Finkenwerder Geschichte; genaue Maße nicht bekannt, überlebensgroß: Figuren waren „mehr als drei Meter hoch“ Zustand zerstört; Turm 1934/35 abgerissen Auftraggeber Quellen und Literatur Wolfgang Henze, Eduard Bargheer. Leben und Werk. Mit einem Verzeichnis der Gemälde, Campione d’Italia 1979: G1928/1 Primärliteratur Querverweisee Weitere Wandbilder von Eduard Bargheer 1930/31 Hamburg Finkenwerder, Gorch-Fock-Halle: 1936 Hamburg, Siedlungsschule Langenhorn, Treppenhaus: Wandbilder „Männer bei Gartenarbeit“ und „Landgewinnung“ Jaeger, Malerei in Glas und Stein. Das Mosaikschaffen von Eduard Bargheer. Baugebundene Kunstwerke in Hamburg, Hannover und Forio d’Ischia, Hamburg 2007. Kat. Nr. 68 • Foto: Hügelmann, Hamburg; Abb. entnommen aus: S. 29 Kat. Nr. 68 • Hamburg, Finkenwerder 517 Beschreibung/Bemerkung Über die elf weiteren Szenen, die Bargheer im Treppenhaus des Wasserturmes ausführte, gibt vor allem Schumacher Auskunft: „Und immer wieder führte ein neuer Treppenlauf vor eine neue Fläche, bis schließlich statt eines zwölf Wandbilder entstanden, in denen er eine ganze Kulturgeschichte Finkenwärders entrollte: der phantastische Eindruck der aufgespannten Netze (s. Titelvignette), der Blick aufs wilde Meer, – die verknorzelten Bäume und Häuser am Deich, – die Invasion der Städter, die glauben, hier vor der Zeit den Frühling beschleichen zu können, – das Leben in der Kneipe und in der Kombüse und vielerlei anderes.“ Der Zyklus im Finkenwerder Wasserturm gehörte neben den Wandbildern von Anita Rée und Eduard Hopf in der Gewerbeschule Uferstraße sowie den Werken Wilhelm Dannebooms in den Alsterdorfer Anstalten und Erich Hartmanns Ausmalung im Studentenhaus Neue Rabestraße zu den ersten fünf Aufträgen, die die Hamburger Senatskommission (Schreibweise bis 1937 „Finkenwärder“; seitdem „Finkenwerder“) Kat. Nr. 68 • Hamburg, Finkenwerder 518 Kat. Nr. 69 • Hamburg, Finkenwerder Eduard Bargheer Titel „Finkenwärder Jugend“ Standort Gorch-Fock-Halle heutige Nutzung : Sporthalle der Schule Norderschulenweg Datierung 1930/1931 Technik Fresko Maße Zustand 1936 übermalt, 1978 restauriert; Seit Restaurierung und Umbau der Halle zu reiner Sporthalle in den 1970er-Jahren, Wandbilder mit durch abgehängte Decke beschnitten Auftraggeber Quellen und Literatur Farbabbildung in: Claudia Franz, 2003) Dieter Schädel: Kommentiertes Verzeichnis der Werke von Fritz Schumacher, in: www.eduard-bargheer.de Wolfgang Henze, Eduard Bargheer. Leben und Werk. Mit einem Verzeichnis der Gemälde, Campione d’Italia 1979: G1931/1. Presse und Primärliteratur Gustav Pauli: Eduard Bargheer, in: Der Kreis, 1930, Querverweisee Weitere Wandbilder von Eduard Bargheer 1928 Hamburg Finkenwerder, Wasserturm: 12-teili- 1936 Hamburg, Siedlungsschule Langenhorn, Treppenhaus: Wandbilder „Männer bei Gartenarbeit“ und „Landgewinnung” Malerei in Glas und Stein. Das Mosaikschaffen von Eduard Bargheer. Baugebundene Kunstwerke in Hamburg, Hannover und Forio d’Ischia, Hamburg 2007. Kat. Nr. 69.1 • Raumansicht, 1930/31 • Foto: Gebrüder Dransfeld; Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg • Link: http://resolver.sub. uni-hamburg.de/goobi/HANSif893 Kat. Nr. 69.2 • Detailaufnahme links, 1930/31 • Foto: Gebrüder Dransfeld; Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg • Link: http://resolver. sub.uni-hamburg.de/goobi/HANSif1348 Kat. Nr. 69.3 • Detailaufnahme rechts, 1930/31 • Foto: Gebrüder Dransfeld; Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg • Link: http://resolver. sub.uni-hamburg.de/goobi/HANSif1349 Kat. Nr. 69 • Hamburg, Finkenwerder 519 Beschreibung/Bemerkung Bargheer versah den Saal des Gorch-Fock-Hauses, der sowohl als Fest- sowie als Sporthalle genutzt wurde, mit zwei frei umrissenen Wandbildern rechts und links der Bühnen-Öffnung. Er zeigt je drei Jungen auf einem kleinen Segelboot; die rechte Gruppe mit Ball und Schwimmtrikot kann als Sinnbild für Sport und Leibesübungen gelesen werden. Die Figuren mit Musikinstrumenten auf der linken Seite stehen sinnbildlich für die Nutzung als Festhalle. In Figurbildung, Komposition und dem Umgang mit Farbe und Form sind die beiden Werke ganz dem (Schreibweise bis 1937 „Finkenwärder“; seitdem „Finkenwerder“) Kat. Nr. 69 • Hamburg, Finkenwerder 520 Kat. Nr. 70 • Hamburg Wilhelm Danneboom Titel Abendmahl, Fußwaschung, Gethsemane, Auferstehung Standort Alsterdorfer Anstalten (Christliches Erziehungsheim für Mädchen, Feuerbergstraße 43), Festsaal Datierung erste Entwürfe um 1921, fertiggestellt 1931 Technik Fresken Maße vierteilig, Maße nicht bekannt Zustand 1938 mit einem Bild „Ernte“ von Fritz Bleye übermalt, 1994/95 Probefreilegungen, teilweise sichtbar Auftraggeber Behörde für öffentliche Jugendfürsorge/ bezuschusst durch die Senatskommission für Quellen und Literatur 369 Presse und Primärliteratur Heinrich Ehl: Wilhelm Danneboom. Ein Versuch religiöser Monumentalmalerei, in: Der Kreis, H. 6/7, StA Hbg Querverweisee Keine weiteren Wandbilder von Wilhelm Danneboom bekannt Weitere Wandbilder in Kinderheimen und Kinderferienheimen BAD FRANKENHAUSEN. Kinderkurheim: Karl Völker, HALLE, Kindergarten in der Burgstraße, Jugendheim Klosterstraße, Kinderheim des Roten Kreuzes und Kinderheim Gimritz: Erwin Hahs mit Schülern, abstrakte Wandgestaltung, 1926 LÜNEBURG, Kinderheim: Dorothea Maetzel-Johannsen, zwei Wandbilder mit spielenden Kindern, 1926 TÄNNICH, Reichsferienheim Friedrich-Ebert-Heim, Festsaal: Alfred Hanf, Wandbildzyklus „Hinan zum WORPSWEDE, Barkenhoff, Diele: Heinrich Vogeler, 153) Kat. Nr. 70.1 • „Gethsemane“ • Foto: Ivan Baresic-Nikic Kat. Nr. 70.2 • Farbprobe, um 2009 • Foto: Ivan Baresic-Nikic • Beide Abb. entnommen aus: S. 16 Kat. Nr. 70 • Hamburg 521 Beschreibung/Bemerkung Im Festraum der Alsterdorfer Anstalten führte Wilhelm Danneboom eine raumfüllende Wandbemalung aus, in der vier einzelne Szenen in einem abstrahierten, kubo-futuristischen Stil in bunten, irisierenden Regenbogentönen erkennbar waren. Das Hauptbild zeigt eine Abendmahlsdarstellung. Sie wird begleitet von einer Fußwaschung, einer Szene im Garten Gethsemane und der Auferstehungsdarstellung. Es sind nur Schwarz-Weiß-Abbildungen erhalten; zumindest Teile der Wandmalereien konnten 1994 bei Probeuntersuchungen unter dem Wandbild von Fritz Bleye nachgewiesen werden. Eine Restau- Dannebooms Wandbild in den Alsterdorfer Anstalten gehört neben den beiden Werken von Anita Rée sowie den Wandbildern von Erich Hartmann im Studentenhaus Neue Raabestraße und Bargheers Zyklus im Finkenwerder Wasserturm zu den ersten fünf Aufträgen, die durch die Hamburger Senatswaren. In der Literatur tauchen immer wieder zwei Bezeichnungen auf: „Mädchenheim Feuerbergstraße“ oder „Alsterdorfer Anstalten“. Kat. Nr. 70 • Hamburg 522 Kat. Nr. 71 • Hamburg Otto Fischer-Trachau Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Wandbild Kriegerehrung und farbige Wandgestaltung, sowie ornamentale Fenster) Standort Realgymnasium des Johanneums, Armgartstraße 24, Eingangshalle heutige Nutzung: Department Design der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Datierung 1920 Technik nicht bekannt Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten, Kriegszerstörung Auftraggeber nicht bekannt Quellen und Literatur Primärliteratur Otto Fischer-Trachau, in: Maler-Zeitung Leipzig, Aufgabe der Kriegergedächtnisbilder) Foto im Nachlass StA Hbg 622-1/176, Nr. 54, 61 362-2/1 Realgymnasium des Johanneums Querverweisee Weitere Wandbilder und Raumgestaltungen von Otto Fischer-Trachau vor 1933 1919 Hamburg, Delikatessengeschäft Michelsen: Wandgemälde 1921 Hamburg, Curiohaus, Künstlerfest „Die Götzenpauke”: Raumgestaltung der Bar-Räume Luksch 1922 Hamburg, Museum für Hamburgische Geschichte, Hörsaal: Entwurf für ein Wandbild und 1922 Hamburg, Oberrealschule vor dem Holstentor, 1922 Hamburg, Werkbund-Ausstellung, Ortsgruppe Hamburg: Bemalung des Ausstellungspavillons 1923 Hamburg, GEG (Großeinkaufs-Gesellschaft deutscher Consumvereine), Sitzungssaal: Wandbild 1923/24 Hamburg, Stadthalle, Kuppelsaal: Decken- 1924 Hamburg, Lichtwarkschule, Aula: Kat. Nr. 71 • Nachlass Fischer-Trachau / Joachim Baake, Hamburg Kat. Nr. 71 • Hamburg 523 Deckengemälde „Jugend” sowie Farbgestaltung von Orgel und Saaldecke (Kat. Nr. 75) 1925 Hamburg, Lyceum am Lübecker Torfeld, Aula: 1925 Hamburg, Verkaufsraum der Firma Brienitzer (Handschuhe und Accessoires): Wandmalerei 1925 Braunschweig, Ausstellung „Heim und Scholle”, Weinrestaurant: Wandbilder und Farbgestaltung 1927 Leipzig, Grassi Museum, Empfangshalle: Monumental-Gemälde sowie Farbgestaltung des Saales und Treppenhauses, geätzte Fenster 1928 Leipzig, Taubstummenanstalt, Aula: Entwurf für eine Wandmalerei 1928 Hamburg Altona, Kaisercafé: Ausmalung des Hochzeitssaales Weitere Wandbilder in Schulen Weitere Wandmalereien und baugebundene Arbeiten zur Kriegerehrung DÜSSELDORF GESOLEI, Düsseldorfer Haus, Kapelle der Kriegsgefangenen: Fritz Burmann, dreiteilige HAMBURG – alle von Otto Fischer-Trachau – Oberrealschule Bülaustraße: Fenster zur Kriegerehrung (16-tlg.), 1920; Oberrealschule vor dem Holstentor, Festsaal: Kriegergedächtnisbild, 1922 STADE, St. Cosmae: Otto Fischer-Trachau, Kriegergedächtnismal, 1921 Beschreibung/Bemerkung Nach Ende des Ersten Weltkrieges hatte Wandbilder erhalten. Ein besonderes Augenmerk lag in dieser Zeit auf den Kriegergedächtnisbildern, die in Schulen und Kirchen an die Gefallenen erinnern sollten. In der Eingangshalle des Realgymnasiums des Johanneums rahmte Fischer-Trachau die vierspaltige Tafel mit den Namen der Gefallenen mit seiner wiederum war farbig in die gesamte Gestaltung der Eingangshalle eingebettet. Für die Aufgabe der Kriegergedächtnisbilder Formensprache als einzig angemessene, um die Thematik von Krieg, Tod und Leid darzustellen. Kat. Nr. 71 • Hamburg 524 Kat. Nr. 72 • Hamburg Otto Fischer-Trachau Keine Abb. bekannt Titel Entwurf für ein Wandbild, Farbgestaltung Standort Museum für Hamburgische Geschichte, Holstenwall, Hörsaal Datierung 1922 Technik nicht ausgeführt Maße nicht ausgeführt Zustand nicht ausgeführt Auftraggeber nicht bekannt Quellen und Literatur Quellen und Primärliteratur Zentralblatt der Bauverwaltung, Deutsche Bauzeitung, Deutsche Bauzeitung, Moderne Bauformen, StA Hbg Nachlass Fischer-Trachau, NL Nr. 3, 54 Pl. Schumacher, 131-6/154 622-1/176 Querverweisee Weitere Wandbilder und Raumgestaltungen von Otto Fischer-Trachau vor 1933 1919 Hamburg, Delikatessengeschäft Michelsen: Wandgemälde 1920 Hamburg, Realgymnasium des Johanneums, Eingangshalle: Wandbild Kriegerehrung und farbige Wandgestaltung, sowie ornamentale Fenster 1921 Hamburg, Curiohaus, Künstlerfest „Die Götzenpauke”: Raumgestaltung der Bar-Räume mit Kurt F. Schmidt; Raumgestaltung des Großen Saals mit Emil Maetzel, Kurt F. Schmidt und Richard Luksch 1922 Hamburg, Oberrealschule vor dem Holstentor, 1922 Hamburg, Werkbund-Ausstellung, Ortsgruppe Hamburg: Bemalung des Ausstellungspavillons 1923 Hamburg, GEG (Großeinkaufs-Gesellschaft deutscher Consumvereine), Sitzungssaal: Wandbild 1923/24 Hamburg, Stadthalle, Kuppelsaal: Decken- Kat. Nr. 72 • Hamburg 525 1924 Hamburg, Lichtwarkschule, Aula: Deckengemälde „Jugend” sowie Farbgestaltung von Orgel und Saaldecke (Kat. Nr. 75) 1925 Hamburg, Lyceum am Lübecker Torfeld, Aula: 1925 Hamburg, Verkaufsraum der Firma Brienitzer (Handschuhe und Accessoires): Wandmalerei 1925 Braunschweig, Ausstellung „Heim und Scholle”, Weinrestaurant: Wandbilder und Farbgestaltung 1927 Leipzig, Grassi Museum, Empfangshalle: Monumental-Gemälde sowie Farbgestaltung des Saales und Treppenhauses, geätzte Fenster 1928 Leipzig, Taubstummenanstalt, Aula: Entwurf für eine Wandmalerei 1928 Hamburg Altona, Kaisercafé: Ausmalung des Hochzeitssaales Weitere Wandbilder in Museen ALTENBURG, Lindenau-Museum: Ernst Müller-Gräfe, Wandbildzyklus im Treppenhaus, ERFURT, Städtisches Museum: Erich Heckel, „Die Charles Crodel, Türfüllungen im Rokokoraum der ESSEN, Museum Folkwang: Willi Baumeister, Wandbildentwurf für Rotunde des Museumsneubaus, die Ausmalung von Festsaal und Rotunde, 1928 Entwürfe für die Ausmalung des Festsaales, Folkwang-Zyklus im Brunnensaal, 1928–1931 HALLE, Museum für Vorgeschichte: Paul Thiersch mit Schülerinnen, Wandmalereizyklus im Treppen- HAMBURG, Kunsthalle: Dorothea Maetzel-Johannsen, Vier Stillleben im Vorsaal zum Vortragsraum, KÖLN, Kunstgewerbemuseum: Franz Wilhelm Seiwert, „Die Welt der Arbeit” (Glasfensterentwurf), 1930/31; Rheinisches Museum: Richard Seewald, KREFELD, Kaiser Wilhelm Museum: Johan Thorn LEIPZIG, Grassi Museum: Otto Fischer-Trachau, Wandbild, Farbgestaltung von Saal und Treppen- MÜNCHEN, Deutsches Museum: Claus Bergen, Diez, „Wissenschaft und Technik vom Fortschritt Hans W. Schmidt, „Die Herstellung des Schreibgrun- OLDENBURG, Oldenburgisches Landesmuseum im Schloss: Karl Schmidt-Rottluff, Wandbildentwurf, Wandbilder in Museen außerhalb Deutschlands (ohne Katalogeintrag) HELSINKI, Nationalmuseum: Akseli Gallen-Kallela mit Sohn Jorma Gallen, Kuppelausmalung der Eingangshalle, 1927/28 Museum: Marc Chagall, Wandmalereizyklus, 1922 PHILADELPHIA, The Barnes Foundation: Henri Matisse, „Der Tanz”, 1932 Beschreibung/Bemerkung Otto Fischer-Trachau oblag vor allem die Farbgestaltung im Inneren. Auf Wunsch des Museumsdirektors Otto Lauffer sollten die Innenräume zurückhaltend, ohne jegliche Dekoration gestaltet werden. Fischer-Trachau wählte dafür ein „vielfarbiges Grau“ verschiedenen Ausstellungsstücke besonders gut zur Geltung kommen sollten, was jedoch nur nach einigen Auseinandersetzungen mit Lauffer realisiert werden konnte. Das im Nachlass sowie im 2008 erwähnte Wandbild wurde nicht ausgeführt, vermutlich auch nicht konkret geplant. Es ist keine Abbildung oder Skizze bekannt. Kat. Nr. 72 • Hamburg 526 Kat. Nr. 73 • Hamburg Otto Fischer-Trachau Titel Kriegergedächtnisbild und Glasfenster Standort Oberrealschule vor dem Holstentor, Festsaal, Holstenglacis 6 (seit 1923 Thaer-Oberrealschule vor dem Holstentor; heutiger Name: Albrecht-Thaer-Gymnasium) heutige Nutzung des Gebäudes: Staatliche Abendschule Vor dem Holstentor Datierung 1922 Technik Kasein auf Kalkputz Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten; laut Otto Fischer-Trachau 1945 durch Engländer zerstört Auftraggeber nicht bekannt Quellen und Literatur Otto Fischer-Trachau, 50 Jahre künstlerischen Schaffens in Hamburg, poskript im Nachlass) Presse und Primärliteratur Maler-Zeitung Leipzig, Sonderheft, Nov. 1929, Nr. Der Kreis, Hamburger Fremdenblatt, Okt. 1922 StA Hbg Nachlass Fischer-Trachau, NL Nr. 3 622-1/176, Nr. 3, Nr. 54 Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 7.11.2011 Eintrag Nr. 41 (aufgenommen am 3.6.1953) Querverweisee Weitere Wandbilder und Raumgestaltungen von Otto Fischer-Trachau vor 1933 1919 Hamburg, Delikatessengeschäft Michelsen: Wandgemälde 1920 Hamburg, Realgymnasium des Johanneums, Eingangshalle: Wandbild Kriegerehrung und farbige Wandgestaltung, sowie ornamentale Fenster 1921 Hamburg, Curiohaus, Künstlerfest „Die Götzenpauke”: Raumgestaltung der Bar-Räume mit Kurt F. Schmidt; Raumgestaltung des Großen Saals mit Emil Maetzel, Kurt F. Schmidt und Richard Luksch Kat. Nr. 73 • Nachlass Fischer-Trachau / Joachim Baake, Hamburg Kat. Nr. 73 • Hamburg 527 1922 Hamburg, Museum für Hamburgische Geschichte, Hörsaal: Entwurf für ein Wandbild und 1922 Hamburg, Werkbund-Ausstellung, Ortsgruppe Hamburg: Bemalung des Ausstellungspavillons 1923 Hamburg, GEG (Großeinkaufs-Gesellschaft deutscher Consumvereine), Sitzungssaal: Wandbild 1923/24 Hamburg, Stadthalle, Kuppelsaal: Decken- 1924 Hamburg, Lichtwarkschule, Aula: Deckengemälde „Jugend” sowie Farbgestaltung von Orgel und Saaldecke (Kat. Nr. 75) 1925 Hamburg, Lyceum am Lübecker Torfeld, Aula: 1925 Hamburg, Verkaufsraum der Firma Brienitzer (Handschuhe und Accessoires): Wandmalerei 1925 Braunschweig, Ausstellung „Heim und Scholle”, Weinrestaurant: Wandbilder und Farbgestaltung 1927 Leipzig, Grassi Museum, Empfangshalle: Monumental-Gemälde sowie Farbgestaltung des Nr. 122) 1928 Leipzig, Taubstummenanstalt, Aula: Entwurf für eine Wandmalerei 1928 Hamburg Altona, Kaisercafé: Ausmalung des Hochzeitssaales Weitere Wandmalereien und baugebundene Arbeiten zur Kriegerehrung DÜSSELDORF GESOLEI, Düsseldorfer Haus, Kapelle der Kriegsgefangenen: Fritz Burmann, dreiteilige HAMBURG – alle von Otto Fischer-Trachau – Realgymnasium des Johanneums, Eingangshalle: Wandbild zur Kriegerehrung und farbige Wandge- 71); Oberrealschule Bülaustraße: Fenster zur Kriegerehrung (16-tlg.), 1920 STADE, St. Cosmae: Otto Fischer-Trachau, Kriegergedächtnismal, 1921 Beschreibung/Bemerkung Fischer-Trachaus Kriegergedächtnisbild war einem Altarbild ähnlich in die Wandverkleidung der Stirnwand des Saales eingepasst. In seinem schmalen Hochformat mit halbrundem Abschluss zeigt er Schrifttafel liegend, die andere darüber in einem kontrastreichen Farbenkranz energisch nach vorn schreitend. Die innere Szene ist durch eine dem Bild rand parallel verlaufende Bogenleiste deutlich von dem umlaufenden Bildbereich abgetrennt. Dieser ist mit einem mehrfarbigen Wellen- bzw. Zackenmuster gestaltet und betont so die Mittelszene. Kat. Nr. 73 • Hamburg 528 Kat. Nr. 74 • Hamburg Otto Fischer-Trachau Kat. Nr. 74.1 • Abb. entnommen aus: Moderne Bauformen 1926, S. 67 Kat. Nr. 74.4 • Seitensaal • Abb. entnommen aus: Moderne Bauformen 1926, S. 70 Kat. Nr. 74.2 • Abb. entnommen aus: Moderne Bauformen 1926, S. 68 Kat. Nr. 74.5 • Saal der Lauben • Abb. entnommen aus: Moderne Bauformen 1926, Tafel 16 Kat. Nr. 74.3 • Nachlass Fischer-Trachau / Joachim Baake, Hamburg Kat. Nr. 74 • Hamburg 529 Titel „Tanz und Liebe“ Standort Stadthalle, Großer Saal, Kuppelsaal Datierung 1923/24 Technik nicht bekannt Maße Zustand nicht erhalten, im Zweiten Weltkrieg teilzerstört, 1951 vollständig abgerissen Auftraggeber nicht bekannt Quellen und Literatur 200–206, 314, 369–371 Dieter Schädel, Kommentiertes Verzeichnis der Werke von Fritz Schumacher, in: Presse und Primärliteratur Fritz Schumacher, Ein Volkspark. Dargestellt am Hamburger Stadtpark, München 1928. Martin Feddersen, Dekorative Arbeiten von Otto Fischer-Trachau, Hamburg, in: Moderne Bauformen, 14–16) StA Hbg Bestand 622-1/176, Fischer-Trachau NL, Nr. 3, Nr. 54 Bestand 141-23, 15/250, Fischer-Trachau NL, Nr. 3, 10, 54 Entwürfe StA Hbg, Bestand 622-1/176, Nachlass Fischer-Trachau Entwurf zum Deckengemälde, 1923/24 Tempera, Maßstab 1:20 Querverweise Weitere Wandbilder und Raumgestaltungen von Otto Fischer-Trachau vor 1933 1919 Hamburg, Delikatessengeschäft Michelsen: Wandgemälde 1920 Hamburg, Realgymnasium des Johanneums, Eingangshalle: Wandbild Kriegerehrung und farbige Wandgestaltung, sowie ornamentale Fenster 1921 Hamburg, Curiohaus, Künstlerfest „Die Götzenpauke”: Raumgestaltung der Bar-Räume Luksch 1922 Hamburg, Museum für Hamburgische Geschichte, Hörsaal: Entwurf für ein Wandbild und 1922 Hamburg, Oberrealschule vor dem Holstentor, 1922 Hamburg, Werkbund-Ausstellung, Ortsgruppe Hamburg: Bemalung des Ausstellungspavillons 1923 Hamburg, GEG (Großeinkaufs-Gesellschaft deutscher Consumvereine), Sitzungssaal: Wandbild 1924 Hamburg, Lichtwarkschule, Aula: Deckengemälde „Jugend” sowie Farbgestaltung von Orgel und Saaldecke (Kat. Nr. 75) 1925 Hamburg, Lyceum am Lübecker Torfeld, Aula: 1925 Hamburg, Verkaufsraum der Firma Brienitzer (Handschuhe und Accessoires): Wandmalerei 1925 Braunschweig, Ausstellung „Heim und Scholle”, Weinrestaurant: Wandbilder und Farbgestaltung 1927 Leipzig, Grassi Museum, Empfangshalle: Monumental-Gemälde sowie Farbgestaltung des Saales und Treppenhauses, geätzte Fenster 1928 Leipzig, Taubstummenanstalt, Aula: Entwurf für eine Wandmalerei 1928 Hamburg Altona, Kaisercafé: Ausmalung des Hochzeitssaales Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten in Stadthallen HAGEN, Stadthalle: Johan Thorn Prikker, Fenster und Mosaikentwürfe „Musik und Tanz”, 1922 HAMBURG, Stadthalle, Hochzeitssaal: Bernhard MERSEBURG, Stadthalle, Foyer: Entwurf für ein 129) MÜLHEIM AN DER RUHR, Stadthalle: Mosaike „Geistliche und weltliche Musik” von Johan Thorn Prikker und Emil Fahrenkamp, 1926 Beschreibung/Bemerkung Fischer-Trachau oblag nahezu die gesamte Farbgestaltung der Stadthalle, deren Räume er vor allem - Ornamentik ausstattete: dazu gehörten neben dem Deckenbild im Großen Saal der Saal der Lauben, der Rote Saal und ein Seitensaal. Das Deckenbild mit dem Titel „Tanz und Liebe“ im zentralen, sog. Großen Saal war jedoch das einzige Kat. Nr. 74 • Hamburg 530 Bruhns beschrieb die Farbigkeit der Raumfolgen: „vor dunkelblauem sternenbesetztem Himmel, der in gestuften gelben Farbwellen harmonisch in die Farbigkeit der Anschlußräume überleitete. Es folgte ein Seitensaal mit roten Wänden, Säulen und überdeckender Kuppel, die als Blüte ausgemalt Trompe-l’oeil-Malerei, ferner ein zart-duftig gestalteter Saal der Lauben, in dem sich Vögel tummelten.“ Im Deckenbild komponierte Fischer-Trachau 13 weit überlebensgroße, frei schwebende Figuren vor einem dunklen Sternenhimmel. Fisher-Trachau ordnet sie am Rand des Bildfeldes an, dessen Mitte weitgehend frei bleibt. Im Entwurf oben mittig eine ruhende Frauengestalt mit leicht erhobenem zu. Ein kniender Jüngling rechts huldigt einer stehenden Aktfigur. Die daran anschließenden Figuren zeigen verschiedene Tanzszenen. Dazwischen stilisierte Wellen, Gebirgsformationen und Pflanzen bzw. Bäume. Die Figurdarstellung ähnelt stilistisch mitunter ägyptischer Grabmalerei und byzantinischen Mosaiken, die Fischer-Trachau in Otto Fischer-Trachau gehörte seit den 1910er-Jahren zu den wichtigsten und meistbeauftragten Raumkünstlern und Wandmalern Hamburgs. Seit dem Amstantritt Fritz Schumachers 1909 als Oberbaudirektor arbeiteten sie in zahlreichen Bauten eng nition schuf Fischer-Trachau für den Orgelraum der Aula des Johanneums 1914 mit dem Titel „Der reife Geist führt den jungen Menschen zum Erkennen“ (Deckenbild). Fischer-Trachau aber vor allem zahlreiche dekorative Farbgestaltungen sowie Glasfenster und war als Berater für Farbgestaltungen in Ausstellungen, Museen oder auch Wohnsiedlungen wie beispielsweise in der Kleinhaus-Siedlung Hamburg-Langenhorn (1919) oder in der Siedlung Steenkamp sowie im Wohnblock Moltkestraße in Altona (1921). Darüber hinaus schuf er während der Weimarer gemälde in Restaurants und Bars oder für die Hamburger Künstlerfeste sowie für Hotels oder verschiedene Fachgeschäften. (Vgl. Kat. Nr. 74 • Hamburg 531 Kat. Nr. 75 • Hamburg Otto Fischer-Trachau Titel „Jugend“ Standort Lichtwarkschule, Aula heutiger Name: Heinrich-Hertz-Schule Datierung 1924 Technik Deckengemälde, genaue Technik nicht bekannt Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten Auftraggeber Freie und Hansestadt Hamburg Quellen und Literatur Quellen und Primärliteratur Wasmuths Monatshefte für Baukunst und Städtebau, Fritz Schumacher zur Lichtwarkschule (1927), in: Vossische Zeitung, 23.3.1926 Hamburg und seine Bauten Schwarz-Weiß-Foto des Deckenbildes und Entwurf in: StA Hbg Bestand 622-1/176, Fischer-Trachau NL, Nr. 3, Nr. 54 Querverweisee Weitere Wandbilder und Raumgestaltungen von Otto Fischer-Trachau vor 1933 1919 Hamburg, Delikatessengeschäft Michelsen: Wandgemälde 1920 Hamburg, Realgymnasium des Johanneums, Eingangshalle: Wandbild Kriegerehrung und farbige 1921 Hamburg, Curiohaus, Künstlerfest „Die Götzen- Schmidt; Raumgestaltung des Großen Saals mit Emil Maetzel, Kurt F. Schmidt und Richard Luksch 1922 Hamburg, Museum für Hamburgische Geschichte, Hörsaal: Entwurf für ein Wandbild und Kat. Nr. 75.1 • Nachlass Fischer-Trachau / Joachim Baake, Hamburg Kat. Nr. 75.2 • Nachlass Fischer-Trachau / Joachim Baake, Hamburg Kat. Nr. 75 • Hamburg 532 1922 Hamburg, Oberrealschule vor dem Holstentor, 1922 Hamburg, Werkbund-Ausstellung, Ortsgruppe Hamburg: Bemalung des Ausstellungspavillons 1923 Hamburg, GEG (Großeinkaufs-Gesellschaft deutscher Consumvereine), Sitzungssaal: Wandbild 1923/24 Hamburg, Stadthalle, Kuppelsaal: Decken- 1925 Hamburg, Lyceum am Lübecker Torfeld, Aula: 1925 Hamburg, Verkaufsraum der Firma Brienitzer (Handschuhe und Accessoires): Wandmalerei 1925 Braunschweig, Ausstellung „Heim und Scholle”, Weinrestaurant: Wandbilder und Farbgestaltung 1927 Leipzig, Grassi Museum, Empfangshalle: Monumental-Gemälde sowie Farbgestaltung des Saales und Treppenhauses, geätzte Fenster 1928 Leipzig, Taubstummenanstalt, Aula: Entwurf für eine Wandmalerei 1928 Hamburg Altona, Kaisercafé: Ausmalung des Hochzeitssaales Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Fischer-Trachau führte neben dem zentralen Deckenbild auch die farbige Gesamtgestaltung der Aula samt ihrer Orgel aus. einer stilisierten, aus kubisch-kristallinen Formen zusammengesetzten Landschaft. Die zentrale und scheint den anderen Figuren zu weisen. Die Szenerie ist mittig in ein ovales Mittelfeld eingefügt; laut Beschreibungen handelte es sich um Angaben zu Technik, Größe oder Farbgebung bekannt. Fischer-Trachau musste sich mit seinem Deckenbild gegen den Widerstand des Kollegiums durchsetzen. Er war außerdem als künstlerischer Berater und Leiter für die Farbgestaltung des gesamten Gebäudeinneren tätig. In Klassenräumen und Treppenhaus wurde jedoch das Konzept von Oberbaurat Göpel umgesetzt, was Fischer-Trachau kritisierte und als „peinlich“ bezeichnete. Dieser hatte für die Klassenräume jeweils eine einzelne Farbe vorgeschlagen, die immer heller abgestuft wurden. Im Treppenhaus erhielt jedes Stockwerk eine eigene Farbe. Die Farbgestaltung in der Aula konnte nach Fischer-Trachaus Vorstellungen umgesetzt werden: helle, elfenbeinfarbene Wände und eine leicht abgetönte Decke stehen in Kontrast zu den leuchtenden Deckenbild, das zusätzlich von dekorativer Malerei Schumacher hatte die Farbigkeit 1927 selbst beschrieben, ohne jedoch auf Fischer-Trachau als Autor hinzuweisen: „Den Glanzpunkt bildet die in einer breiten Nische der Längswand aufgestellte Orgel, […] Das Eichenholz des fertig aufgestellten Prospekts ist in kräftigen roten und braunen Farbtönen gebeizt, abgestufte Goldtönungen, während die Pfeifen, die sämtlich zum Klingen bestimmt sind, in allen Farben des Regenbogens prangen. So bildet die farbenfrohe Erscheinung des Orgelprospektes einen wirkungsvollen Kontrast zu der übrigen, nahezu einfarbig gehaltenen, elfenbeinfarbigen Tönung der Wände und Decke, welche letzte nur in ihrem Mittelfeld eine dekorative Ausmalung von Künstlerhand erfahren hat.“ 1927 in: Als Vergleichsbeispiel für die Farbigkeit kann die erhaltene Deckenbemalung in der Kaufmännischen Fortbildungsschule am Lübeckertordamm herangezogen werden, die vermutlich ebenfalls von Otto , Kat. Nr. 75 • Hamburg 533 Kat. Nr. 76 • Hamburg Otto Fischer-Trachau Keine Abb. bekannt Titel „Streben nach Erkenntnis“ Standort Lyceum am Lübecker Torfeld, Aula heutiger Name: Klosterschule, Westphalensweg 7 Datierung 1925 Technik nicht bekannt Maße nicht bekannt Zustand Auftraggeber Freie und Hansestadt Hamburg Quellen und Literatur ) Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 7.11.2011 Eintrag Nr. 1727 am 4.8.2009 StA Hbg Bestand 622-1/176, Fischer-Trachau NL, Nr. 3, Nr. 61 Querverweise Weitere Wandbilder und Raumgestaltungen von Otto Fischer-Trachau vor 1933 1919 Hamburg, Delikatessengeschäft Michelsen: Wandgemälde 1920 Hamburg, Realgymnasium des Johanneums, Eingangshalle: Wandbild Kriegerehrung und farbige Wandgestaltung, sowie ornamentale Fenster 1921 Hamburg, Curiohaus, Künstlerfest „Die Götzenpauke”: Raumgestaltung der Bar-Räume Luksch 1922 Hamburg, Museum für Hamburgische Geschichte, Hörsaal: Entwurf für ein Wandbild und 1922 Hamburg, Oberrealschule vor dem Holstentor, 1922 Hamburg, Werkbund-Ausstellung, Ortsgruppe Hamburg: Bemalung des Ausstellungspavillons 1923 Hamburg, GEG (Großeinkaufs-Gesellschaft deutscher Consumvereine), Sitzungssaal: Wandbild 1923/24 Hamburg, Stadthalle, Kuppelsaal: Decken- Kat. Nr. 76 • Hamburg 534 1924 Hamburg, Lichtwarkschule, Aula: Deckengemälde „Jugend” sowie Farbgestaltung von Orgel und Saaldecke (Kat. Nr. 75) 1925 Hamburg, Verkaufsraum der Firma Brienitzer (Handschuhe und Accessoires): Wandmalerei 1925 Braunschweig, Ausstellung „Heim und Scholle”, Weinrestaurant: Wandbilder und Farbgestaltung 1927 Leipzig, Grassi Museum, Empfangshalle: Monumental-Gemälde sowie Farbgestaltung des Saales und Treppenhauses, geätzte Fenster 1928 Leipzig, Taubstummenanstalt, Aula: Entwurf für eine Wandmalerei 1928 Hamburg Altona, Kaisercafé: Ausmalung des Hochzeitssaales Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Fischer-Trachaus Wandmalerei ist nicht erhalten. Da auch keine Abbildung dieses Werkes bekannt ist, müssen schriftliche Quellen herangezogen werden. Fischer-Trachau selbst sprach von einem „kleinen Wandbild symbolischen Inhalts.“ (vgl. StA Hbg, Bestand 622-1/176, Fischer-Trachau NL, Nr. 3) Die Ausführung wurde in den 1920er-Jahren vor allem durch das Lehrerkollegium und die Schulleiterin Alice Pollitz erschwert, die befürchteten, ein zu modernes oder abstraktes Werk zu erhalten. Kat. Nr. 76 • Hamburg 535 Kat. Nr. 77 • Hamburg Willem Grimm Titel Ohne Titel (Turnstillleben) Standort Volksschule Amalie-Dietrichs-Weg, Eingang zur Turnhalle heutiger Name: Schule Lämmersieth 72–72a Datierung 1930 Technik Tempera auf trockenem Putz Maße Zustand vor 1956 übermalt, 1995 partielle Probefreilegung, Gesamtfreilegung geplant Auftraggeber Quellen und Literatur Dieter Schädel: Kommentiertes Verzeichnis der Werke von Fritz Schumacher, in: Quellen und Primärliteratur Querverweise Weitere Wandbilder von Willem Grimm 1931 Hamburg, Volksschule „Beim Pachthof”, Turn- Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Auf dem Wandbild am Ende des Korridors oberhalb der Tür zur Turnhalle sind inmitten von Turngeräten wie einer Sprossenwand, Schleuderball, Ringen und und die helle Büste eines antiken Epheben zu sehen, gleichsam als „Symbol der idealen Werte der Leibesübung“, wie es Fritz Schumacher benannte. Kat. Nr. 77.1 • Abb. entnommen aus: Museum der Gegenwart, IV.1933, S. 49 Kat. Nr. 77.2 • Foto: Albert Uden; Abb. entnommen aus: S. 35 Kat. Nr. 77 • Hamburg 536 Kat. Nr. 78 • Hamburg Willem Grimm Titel Ostseelandschaft Standort Volksschule „Beim Pachthof“, Turnhalle heutiger Name: Schule beim Pachthof Datierung 1931 Technik Tempera auf Putz Maße Zustand zerstört Auftraggeber Quellen und Literatur Dieter Schädel, Kommentiertes Verzeichnis der Werke von Fritz Schumacher, in: Frank 1994, Kat. Nr. Quellen und Primärliteratur Carl Georg Heise, Neue Wege hamburgischer Kunst- Hamburger Fremdenblatt, 21.12.1931. StA Hbg SKfK, 363-2, E b 135 Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 7.11.2011 Schulgebäude, Eintrag Nr. 1733 (aufgenommen am 4.8.2009) Querverweisee Weitere Wandbilder von Willem Grimm 1930 Hamburg, Volksschule Amalie-Dietrichs-Weg: Ein weiteres Wandbild, das Eduard Bargheer für dieselbe Schule geplant hatte, wurde aufgrund der Machtergreifung der Nationalsozialisten nicht mehr ausgeführt ( Weitere Wandbilder in Schulen Kat. Nr. 78.1 • Foto: Heinz Lübbert; Abb. entnommen aus: S. 36 Kat. Nr. 78.2 • Foto: Heinz Lübbert; Abb. entnommen aus: S. 36 Kat. Nr. 78 • Hamburg 537 Beschreibung/Bemerkung Schumacher beschreibt dieses Wandbild in seiner Publikation zu 24 Wandbildern in Hamburger Schulen im räumlichen Gesamtzusammenhang: „Der Raum, den das Bild schmückt, ist auf der einen Kopfseite bis über die Ecken herüber ganz in Glas aufgelöst, so daß es einen sehr luftigen, unbeschwerten Eindruck macht. Das hat den Künstler dazu geführt, auch der gegenüberliegenden Wand durch ein graziöses, fast improvisiert wirkendes Linienspiel die Schwere zu nehmen. Die Landschaft ist auf den Eindruck eines weiten Ausblicks berechnet, ohne doch die Illusion eines solchen anzustreben, da sie ohne feste Rahmung arabeskenartig zwischen zwei Türen gespannt ist.“ Auch Carl Georg Heise sah „die schwingenden Ostsee-Landschaft (... als) ein schönes Beispiel für Rhythmisierung des Raumes durch die Wandmalerei.“ Gustav Pauli notierte: „Vor ein paar Tagen habe ich mir die in dem Neubau der Schule Pagenfelderstraße (heute: „Beim Pachthof“) ausgeführten Wandarbeiten des Herrn Hartmann im Turnsaal und des Herrn Grimm im Gymnastiksaal angeschaut. Die Malerei unbedingt für ihren Platz geeignet. Von der Malerei Hartmann (sic!) kann ich dieses nicht sagen, obwohl ich anerkenne, daß es sich um die Leistung eines tüchtigen Künstlers handelt. Aus diesem Grunde stimme ich auch in diesem Falle der Abnahme zu. Gez. Pauli.“ 363-2, E b 135 (Mappe 1931. Maler Erich Hartmann Kat. Nr. 78 • Hamburg 538 Kat. Nr. 79 • Hamburg Erich Hartmann Titel „Unterricht im Freien“ Standort Volksschule Fuhlsbüttel, Turnhalle mit Bibliothek und Bühne heutiger Name: Grundschule Ratsmühlendamm Datierung 1926 Technik nicht bekannt (vermutlich Tempera auf Putz) Maße Zustand vor 1945 überstrichen, vermutlich noch unter Farbe erhalten Auftraggeber Quellen und Literatur Nr. 1926) Volker Heydorn, Erich Hartmann. Hamburger Künstler-Monographien zur Kunst des 20. Jahrhunderts, Presse und Primärliteratur Richard Tüngel: Neue Bilder von Erich Hartmann, in: Der Kreis 1929, H.12, S. 704–706. StA Hbg SKfK 363-2, D 8 SUB Hbg Schumacher NL VI C 2 Entwürfe Studie, 1926 Bleistift und Tusche auf Papier Studie, undat. Bleistift und Tusche auf Papier Kat. Nr. 79 • Foto: Gebrüder Dransfeld; Abb. entnommen aus: S. 25 Kat. Nr. 79 • Hamburg 539 Studie, 1926 Bleistift und Tusche auf Papier Querverweise Weitere Wandbilder von Erich Hartman 1928/29 Hamburg, Studentenheim, Saal: drei Wand- 1931 Hamburg, Volksschule „Beim Pachthof”, Turnhalle: Wandbild mit Ballspielern am Strand Ausstellungsbeteiligung an der 8. Ausstellung der Hamburgischen Sezession, Sonderschau zum Hamburg 1928) Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Bei diesem Wandbild handelt es sich um das erste öffentliche Werk, das im Auftrag der Senatskombeauftragt wurde. Hartmann zeigt in dem halbrunden Bogenfeld über linken Bildrand ist eine sitzende Figur zu sehen, die die anderen unterrichtet. Dies wird durch den Redegestus ihrer rechten Hand verdeutlicht. In der Figurendurchbildung orientierte sich Hartmann an den italienischen Fresken wie denen Giottos oder numentale Anlage der Gesamtkomposition weckt Assoziationen an Raffaels „Schule von Athen“ in den Stanzen des Vatikans. Vg. Kap. III.2.2.2 Wandbilder in Schulen in vorliegender Arbeit. (Bes. Abschnitt Lehren und Lernen, S. 233) Kat. Nr. 79 • Hamburg 540 Kat. Nr. 80 • Hamburg Erich Hartmann Titel „Sport, Lehre, Studium“ (Alternativtitel: Fußball, Vorlesung, Gesellige Diskussion) Standort Studentenheim, Neue Rabestraße 13, Saal heutige Nutzung: Musikwissenschaftliches Institut der Universität Hamburg Datierung 1928/29 Technik nicht bekannt Maße dreiteilig, genaue Maße nicht bekannt, je ca. Zustand nicht erhalten, 1933 übermalt Auftraggeber Quellen und Literatur 137f., 315f. Presse und Primärliteratur Der Kreis 1931 StA Hbg (Mappe 1928. Maler Erich Hartmann 1925–1931) (Wandbilder im Studentenhaus) SUB Hbg Entwürfe Studie „Fußballspieler“, 1928/29 Bleistift und Tusche auf Papier Kat. 1928/29-5 Studie „Vorlesung“, 1928/29 Bleistift und Tusche auf Papier , Kat. 1928/29-6 Kat. Nr. 80.1 • Foto: Gebrüder Dransfeld; Abb. entnommen aus: S. 26 Kat. Nr. 80.2 • Foto: Albert Uden; Abb. entnommen aus: S. 26 Kat. Nr. 80 • Hamburg 541 Studie „Diskussion“, 1928/29 Bleistift und Tusche auf Papier Kat. 1928/29-7 Studie „Vorlesung“, 1928/29 Bleistift und Tempera auf Papier 2011, Kat. 1928/29-8 (auf demselben Blatt wie Studie „Diskussion“, Kat. Studie „Diskussion“, 1928/29 Bleistift und Tempera auf Papier 2011, Kat. 1928/29-9 (auf demselben Blatt wie Studie „Vorlesung“, Kat. Querverweisee Weitere Wandbilder von Erich Hartman 1926 Hamburg, Volksschule Fuhlsbüttel, Turnhalle: Wandbild über Bühne „Unterricht im Freien” 1931 Hamburg, Volksschule „Beim Pachthof”, Turnhalle: Wandbild mit Ballspielern am Strand Ausstellungsbeteiligung an der 8. Ausstellung der Hamburgischen Sezession, Sonderschau zum Thema Raumgestaltung/Wandmalerei Beschreibung/Bemerkung Die drei narrativen Szenen im Stil der Hamburgischen Sezession stehen stellvertretend für die übergeordneten Themen Sport, Lehre und Studium. Hartmann passte sie in die Wandfelder zwischen der Pilastergliederung der Längswand des Speisesaales ein. Im linken Bildfeld war eine Szene mit jugendlichen Fußballspielern zu sehen, mittig ein Lehrender auf einem Katheder, vor ihm stehende und sitzende Studenten und im dritten, rechten Wandbild eine Szene, die als „Diskussion“ beschrieben wird. Hier waren drei Studenten in einer Dachstube an einem runden Tisch sitzend in ihre Diskussion vertieft dargestellt. Die Farbigkeit der Wandmalereien lässt sich lediglich aus den farbigen Entwürfen ableiten, die im Original und als Abbildungen überliefert sind. Die Figuren waren vermutlich vor allem in schwarz und grau gehalten, wobei mindestens eine Figur pro Wandfeld durch diese Farbgebung besonders betont wurde. Die Bildraumgestaltung führte Hartmann in den Skizzen in hellen Blau- und Grüntönen aus; einzelne Akzente setzte er durch gezielt eingesetzte rote Bildgegenstände. Die Ausführung der Wandbilder war von Kritik von verschiedenen Seiten begleitet. So äußerte sich Schumacher in seiner Publikation 1932 zwiespältig, ferner kam es auf Auftraggeberseite zu Einwänden von Staatsrat Zinn gegen ein zuerst geplantes Sportbild, und auch Studenten protestierten beispielsweise in der Universitätszeitung des AStA. ( Hartmanns Werke im Studentenheim Neue Rabestraße gehörte neben den Wandbildern von Anita Rée und Eduard Hopf in der Gewerbeschule Uferstraße sowie den Werken Wilhelm Dannebooms in den Alsterdorfer Anstalten und Bargheers Zyklus im Finkenwerder Wasserturm zu den ersten fünf Aufträgen, die die Hamburger Senatskommission Kat. Nr. 80 • Hamburg 542 Kat. Nr. 81 • Hamburg Erich Hartmann Titel Ohne Titel (Ballspieler am Strand) Standort Volksschule „Beim Pachthof“, Turnhalle heutiger Name: Schule beim Pachthof Datierung 1931 Technik Tempera auf Putz Maße umrissen Zustand zerstört, nur Schwarz-Weiß-Abbildung erhalten Auftraggeber Quellen und Literatur tabellarischer Dokumentation) Dieter Schädel: Kommentiertes Verzeichnis der Werke von Fritz Schumacher, in: Kat. E-Mail vom heutigen Direktor Dr. Adrian Klenner, 23.8.2012 an die Verfasserin StA Hbg (Mappe 1931. Maler Erich Hartmann 1925–1931) Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 7.11.2011 Schulgebäude, Eintrag Nr. 1733 (aufgenommen am 4.8.2009) Querverweisee Weitere Wandbilder von Erich Hartman 1926 Hamburg, Volksschule Fuhlsbüttel, Turnhalle: 79) 1928/29 Hamburg, Studentenheim, Saal: drei Wand- Ausstellungsbeteiligung an der 8. Ausstellung der Hamburgischen Sezession, Sonderschau zum Thema Raumgestaltung/Wandmalerei ( ) Kat. Nr. 81.1 • Foto: Heinz Lübbert; Abb. entnommen aus: S. 27 Kat. Nr. 81.2 • Foto: Heinz Lübbert; Abb. entnommen aus: S. 27 Kat. Nr. 81 • Hamburg 543 Ein weiteres Wandbild von Eduard Bargheer in der Schule „Beim Pachthof“ wurde aufgrund der Machtergreifung der Nationalsozialisten nicht mehr ausgeführt ( Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Frei umrissene Szene mit ballspielenden Figuren am Strand, die in Komposition, Linienführung und Farbauftrag als besonders charakteristisches Beispiel für den Stil der Hamburgischen Sezession gelten kann. Die beiden Figurengruppen sind nach rechts und links gerückt, mittig verbindet die beiden eine einzelne Figur im Hintergrund sowie der in der schlüssige Komposition. Hartmann thematisiert Sport sowie Verbundenheit mit Natur und Heimat. Gustav Pauli notierte: „Vor ein paar Tagen habe ich mir die in dem Neubau der Schule Pagenfelderstraße (heute: „Beim Pachthof“) ausgeführten Wandarbeiten des Herrn Hartmann im Turnsaal und des Herrn Grimm im Gymnastiksaal angeschaut. Die Malerei unbedingt für ihren Platz geeignet. Von der Malerei Hartmann (sic!) kann ich dieses nicht sagen, obwohl ich anerkenne, daß es sich um die Leistung eines tüchtigen Künstlers handelt. Aus diesem Grunde stimme ich auch in diesem Falle der Abnahme zu. Gez. Pauli.“ 363-2, E b 135 (Mappe 1931. Maler Erich Hartmann Kat. Nr. 81 • Hamburg 544 Kat. Nr. 82 • Hamburg Eduard Hopf Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Wandervogel-Szene) Standort Gewerbeschule für Mädchen an der Uferstraße, Jugendheim Staatliche Fachschule Sozialpädagogik, Hauswirtschaftsschule Datierung 1929 Technik Tempera auf Putz Maße Zustand zerstört Auftraggeber Quellen und Literatur Dieter Schädel: Kommentiertes Verzeichnis der Werke von Fritz Schumacher, in: 304 Presse und Primärliteratur weibliche Geschlecht, Uferstraße 1928–1929, 1929 in: Dr. Hans Wall, in: Hamburger Tageblatt, 19.10.1932 Ludwig Benninghoff, in: Der Kreis, Sisibus in: Hamburger Echo, 6.2.1931 Hamburger Nachrichten, 6.2.1931 Gustav Pauli, in: Hamburger Fremdenblatt, 21.8.1929. SUB Hbg 1930 Gesamtraumaufnahme ebd. XXI:325 (Foto 1929) StA Hbg SKfK Eb 151, J13, Kulturbehörde I B 18; Kulturbehörde I A 73; Oberschulbehörde VI 188, Bd. 3 Kat. Nr. 82 • Foto: Albert Uden; Abb. entnommen aus: S. 42 Kat. Nr. 82 • Hamburg 545 Querverweisee Weitere Wandbilder von Eduard Hopf 1931/32 Hamburg, Volksschule auf der Veddel, Treppenhaus: Wandbild mit Mädchenakten in der Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Der Auftrag für ein Wandbild in der Gewerbeschule Uferstraße gehörte neben denen an Eduard Bargeheer (Wasserturm Finkenwerder), Wilhelm Danneboom (Alterdorfer Anstalten), Anita Rée (Gewerbeschule Uferstraße) und an Erich Hartmann (Studentenhaus Neue Rabestraße) zu den ersten fünf Aufträgen, die die Senatskommission für Hopf spannte sein Wandbild zwischen die beiden in der rechten und linken Raumecke platzierten Schränke ein. In der Bildmitte ist eine Gruppe Jugendlicher zu sehen, die auf einer Lichtung um ein Lagerfeuer lagert. Rechts und links über den Schränken zeigte er zwischen den Bäumen kleinere Figurengruppen bei Spiel und Gymnastik. Die Akte und teilweise bekleideten Figuren zeichnen sich durch überlange Gliedmaßen und mitunter manieristisch anmutende Körperhaltungen aus. Auf eine bunte und weiche Farbigkeit lässt sich nur aus Beschreibungen Schumachers schließen. Er sprach von „einer Farbgebung, die trotz aller Buntheit doch den Gesamteindruck eines Gobelins beibehält.“ Hopf griff hier aktuelle Themen wie Freikörperkultur und Jugendbewegung auf. Eduard Hopf war bereits 1925 erstmals mit einem Senatsauftrag für ein Gemälde betraut worden, was maßgeblich von den Direktoren der Kunsthalle und Sauerlandt unterstützt worden war. 1926 stattete er einen Raum des Curio-Hauses für das diesjährige Künstler-Faschingsfest „Noa Tawa“ mit 12 Wandbildern aus und verschaffte sich so öffentliches Ansehen. 1926 hatte er außerdem einen 6-teiligen Wandbildzyklus für das Institut für Tuberkulose sowie einen Saal des Gewerkschaftshauses in Hamburg ausgestattet. Pauli plante außerdem ihm die Ausmalung der Rotunde der Hamburger Kunsthalle zu übertragen, was jedoch nicht umgesetzt wurde. ) Kat. Nr. 82 • Hamburg 546 Kat. Nr. 83 • Hamburg Eduard Hopf Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Mädchenakte in der Natur) Standort Volksschule auf der Veddel, Treppenhaus heutiger Name: Schule auf der Veddel Datierung 1931/32 Technik Tempera auf Putz Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten; vermutlich in NS-Zeit zerstört Auftraggeber Quellen und Literatur Dieter Schädel, Kommentiertes Verzeichnis der Werke von Fritz Schumacher, in: Presse und Primärliteratur Dr. Hans Wall, in: Hamburger Tageblatt, 19.10.1932 1931 in: Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 7.11.2011 Schulgebäude und Wandbild Thämer, Eintrag Nr. 1735 (aufgenommen am 4.8.2009) StA Hbg SKfK Eb 151, J13, Kulturbehörde I B 18; Kulturbehörde I A 73; Oberschulbehörde VI 188, Bd. 3 Querverweise Weitere Wandbilder von Eduard Hopf 1929 Hamburg, Gewerbeschule für Mädchen an der Uferstraße, Jugendheim: Wandbild mit Wander- Weitere Wandbilder in der Volksschule auf der Veddel Arnold Fiedler, Segelschiffhafen, 1931 (Tafelbild im Lehrerzimmer) ohne genaue Ortsangabe) Treppenhaus: Paul Kayser, Wandbild mit Stillleben Kat. Nr. 83 • Foto: Gebrüder Dransfeld; Staatsund Universitätsbibliothek Hamburg • Link: http://resolver.sub.uni-hamburg.de/goobi/ HANSif497 Kat. Nr. 83 • Hamburg 547 Gymnastiksaal: Otto Thämer, Wandbild mit idealem Menschenpaar/Formen der Leibesübung, 1931/32 Die fünf Werke in der Volksschule auf der Veddel sind die letzten fünf Aufträge, die die Senats- Thämers Wandbild hat überdauert und ist seit der Restaurierung 2001 auch wieder zu sehen. Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Nach anfänglichen Bedenken der Schulbehörde wurde das Wandbild 1931 doch ausgeführt und 1932 von Schumacher als „befriedigend ausgefallen“ Hopf hatte sein Wandbild als weitgehend symmetrische, kreisförmige Komposition angelegt. Der Bildraum wurde rechts und links von zwei nach Hopf stellte acht sitzende und stehende Mädchenakte in drei Kleingruppen aus zwei und drei Figuren Charakteristisch waren die überlängten Gliedmaßen und manierierten Positionen. Die im Vergleich zu seinem Wandervogellager in der und konturierten Körper sowie die Gestaltung der seine Nähe zur Hamburgischen Sezession. Schumacher beschrieb die Farbigkeit wieder als von „weichen Tönen“ geprägt. ( Hopf nutzte die Darstellung zur Thematisierung überindividueller, menschlicher Beziehungen und ihre Einbettung in die Natur. Er griff damit auch hier das aktuelle Thema der Freikörperkultur auf. Kat. Nr. 83 • Hamburg 548 Kat. Nr. 84 • Hamburg Bernhard Hopp Titel „Die Vier Lebensalter“ Standort Stadtpark Stadthalle, Hochzeitssaal Datierung 1924/25 Technik nicht bekannt Maße genaue Maße nicht bekannt; Deckenbild und Ausmalung den gesamten Raum überwölbend Zustand nicht erhalten, im Zweiten Weltkrieg teilzerstört, 1951 vollständig abgerissen Auftraggeber Freie und Hansestadt Hamburg Quellen und Literatur Dieter Schädel: Kommentiertes Verzeichnis der Werke von Fritz Schumacher, in: Presse und Primärliteratur Hanns Prehn-Dewitz: Die Geschichte der Stadthalle, in: Festschrift zur Einweihung der Stadthalle Hamburg, in: Kunst und Kirche SUB Hbg NSch:XXI:934 Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Bernhard Hopp bekannt Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten in Stadthallen HAGEN, Stadthalle: Johan Thorn Prikker, Fenster und Mosaikentwürfe „Musik und Tanz”, 1922 HAMBURG, Stadthalle, Großer Saal: Otto Fischer-Trachau „Tanz und Liebe” (Deckenbild), MERSEBURG, Stadthalle, Foyer: Entwurf für ein 129) MÜLHEIM AN DER RUHR, Stadthalle: Mosaike „Geistliche und weltliche Musik” von Johan Thorn Prikker und Emil Fahrenkamp, 1926 Kat. Nr. 84 • Foto: Gebrüder Dransfeld; Staatsund Universitätsbibliothek Hamburg • Link: http://resolver.sub.uni-hamburg.de/goobi/ HANSif1072 Kat. Nr. 84 • Hamburg 549 Beschreibung/Bemerkung In der Kuppel des sog. Hochzeitssaals der Hamburger Stadthalle führte Bernhard Hopp ein realistisches Deckenbild zum Thema der Vier Lebensalter aus, die er symbolisch als Kind, Jüngling, Mann und Greis in einer arkadischen Landschaft darstellte, die sich kreisförmig am Rande der Kuppel ausbreitete. dokumentiert; in der Literatur wird es als starkbunt beschrieben. Neben diesem Deckengemälde zeichnete Hopp auch für die Farbgestaltung des Eingangsraumes verantwortlich. Kat. Nr. 84 • Hamburg 550 Kat. Nr. 85 • Hamburg Eduard Kasper Keine Abb. bekannt Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt Standort Gewerbeschule für Mädchen an der Uferstraße Staatliche Fachschule Sozialpädagogik, Hauswirtschaftsschule Datierung 1928 Technik nicht bekannt Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten/nicht bekannt Auftraggeber nicht bekannt Quellen und Literatur Dieter Schädel: Kommentiertes Verzeichnis der Werke von Fritz Schumacher, in: Querverweise Weitere Wandbilder von Eduard Kasper um 1931 Hamburg, Volksschule auf der Veddel: Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Dieses Wandbild wird zwar zweimal in der Literatur erwähnt, jedoch nicht näher beschrieben oder abgebildet. Es kann insofern nicht sicher belegt werden. In der neuesten Veröffentlichung von Maike Bruhns keine Erwähnung. Kat. Nr. 85 • Hamburg 551 Kat. Nr. 86 • Hamburg Eduard Kasper Keine Abb. bekannt Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt Standort Volksschule auf der Veddel, ohne genaue Ortsangabe heutiger Name: Schule auf der Veddel Datierung um 1931 Technik nicht bekannt Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten Auftraggeber Quellen und Literatur Dieter Schädel, Kommentiertes Verzeichnis der Werke von Fritz Schumacher, in: Primärliteratur 1931 in: Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 7.11.2011 Schulgebäude und Wandbild Thämer: Eintrag Nr. 1735 (aufgenommen am 4.8.2009) Querverweise Weitere Wandbilder von Eduard Kasper 1928 Hamburg, Gewerbeschule für Mädchen an der Weitere Wandbilder in der Volksschule auf der Veddel Arnold Fiedler, Segelschiffhafen, 1931 (Tafelbild im Lehrerzimmer) Treppenhaus: Paul Kayser, Wandbild mit Stillleben ard Hopf, Wandbild mit Mädchenakten in der Natur, Gymnastiksaal: Otto Thämer, Wandbild mit idealem Menschenpaar/Formen der Leibesübung, 1931/32 Die fünf Werke in der Volksschule auf der Veddel sind die letzten fünf Aufträge, die die Senats- Thämers Wandbild hat überdauert und ist seit der Restaurierung 2001 auch wieder zu sehen. Weitere Wandbilder in Schulen Kat. Nr. 86 • Hamburg 552 Beschreibung/Bemerkung Dieses Wandbild von Eduard Kasper wird (wie schon das in der Gewerbeschule Uferstraße) lediglich in der Literatur kurz erwähnt. Einzelheiten zu Thematik, Format, Technik oder genauere Ortsangabe waren bisher nicht recherchierbar. Kat. Nr. 86 • Hamburg 553 Kat. Nr. 87 • Hamburg Paul Kayser (Nicht Georg oder Richard Kayser, wie in verschiedenen Quellen angegeben.) Titel Standort Volksschule auf der Veddel, Treppenabsatz/Flur heutiger Name: Schule auf der Veddel Datierung 1931 Technik Tempera auf Putz Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten Auftraggeber Quellen und Literatur Dieter Schädel, Kommentiertes Verzeichnis der Werke von Fritz Schumacher, in: Primärliteratur 1931 in: Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 7.11.2011 Schulgebäude und Wandbild Thämer Eintrag Nr. 1735 (aufgenommen am 4.8.2009) Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Paul Kayser bekannt. Weitere Wandbilder in der Volksschule auf der Veddel Arnold Fiedler, Segelschiffhafen, 1931 (Tafelbild im Lehrerzimmer) ohne genaue Ortsangabe) Treppenhaus: Eduard Hopf, Wandbild mit Mädchen- Gymnastiksaal: Otto Thämer, Wandbild mit idealem Menschenpaar/Formen der Leibesübung, 1931/32 Die fünf Werke in der Volksschule auf der Veddel sind die letzten fünf Aufträge, die die Senats- Thämers Wandbild hat überdauert und ist seit der Restaurierung 2001 auch wieder zu sehen. Weitere Wandbilder in Schulen Kat. Nr. 87.1 • Foto: Gebrüder Dransfeld; Abb. entnommen aus: S. 34 Kat. Nr. 87.2 • Foto: Gebrüder Dransfeld; Abb. entnommen aus: S. 34 Kat. Nr. 87 • Hamburg 554 Beschreibung/Bemerkung Frei umrissenes Uferstillleben mit Leuchtturm, Feuerschiff, Leuchttonne, Dampfer, verschiedenen chen, der Kugelbake. Kayser war Gründungsmitglied der Hamburgischen Sezession, deren Stilmerkmale in diesem Wandbild erkennbar sind. Kat. Nr. 87 • Hamburg 555 Kat. Nr. 88 • Hamburg Karl Kluth Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (alternative Titel: „Lob der Leibesübung“ oder auch „Jugendliche“) Standort Oberrealschule Im Alstertal, Treppenhaus heutiger Name: Gymnasium Alstertal Datierung 1930 Technik Kasein auf Putz Maße nicht bekannt Zustand durch Wasserschaden beschädigt, 1975 im Zuge von Umbaumaßnahmen überstrichen, 2009 bei Originalfarbuntersuchungen geortet, Freilegung bisher nicht geplant Auftraggeber Quellen und Literatur 60 Jahre Gymnasium Alstertal. 1924–1984. Festschrift zum Jubiläum, Hamburg 1984. Primärliteratur SUB Hbg Nachlass Schumacher NL VI 2 Querverweise Weitere Wandbilder von Karl Kluth 1931 Hamburg, Volksschule Graudenzer Weg, Flur: Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Sezession, freiumrissen im Treppenhaus platziert. Von hier führen zwei Türen zu einer Dachterrasse und zum Gymnastiksaal der Schule. Die mittlere Szene zeigt ballspielende Mädchen. Die Jungen- und Mädchenakte rechts und links davon verweisen auf die koedukative Ausrichtung der Schule. Außerdem klingt die Debatte der Freikörperkultur und Sportbegeisterung der Weimarer Republik an. Auch hier arbeitete Kluth stark buntfarbig. Kat. Nr. 88.1 • Foto: Gebrüder Dransfeld; Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg • Link: http://resolver.sub.uni-hamburg.de/ goobi/HANSif230 Kat. Nr. 88.2 • Foto: Albert Uden; Abb. entnommen aus: S. 46 Kat. Nr. 88 • Hamburg 556 Schumacher erhoffte sich von Kluth in der Folge Wandmalereien al fresco, was sich jedoch nicht realisieren ließ: „Seine sehr eigenartige und streng überlegte Komposition ist in einer darstellenden Technik durchgeführt, die in der Behandlung von Zeichnung und Farbe mit großer Kühnheit den Charakter der leichten Improvisation festhält. Das Bild erhält dadurch eine eigentümlich persönliche Note und lässt einen Künstler ahnen, der erst in echtem Fresco sein Wesen ganz entfalten wird.“ (SUB Hbg, Schumacher NL VI 2 (zit. n. Das Wandbild wurde von den Zeitgenossen aufgrund seiner kompositorisch nicht geschlossenen Anlage vielfach kritisiert. Kat. Nr. 88 • Hamburg 557 Kat. Nr. 89 • Hamburg Karl Kluth Titel „Lebensfreude“ (alternative Titel, die in Literatur verschiedentlich verwendet werden: „Lebenskraft“, „Jugendkraft“ oder „Rossebändiger“) Standort Erdgeschoss heutiger Name: Stadtteilschule Alter Teichweg; Bauzeit 1929-32 Datierung 1931 Technik Tempera auf Putz Maße Zustand 1933 verhängt, später übermalt; unter englischer Besatzung mit sog. Patentfarbe erneut überstrichen; darunter teilweise erhalten Auftraggeber Quellen und Literatur 290f., 317 Sabine Kannenberg, Kunst an der Gesamtschule Alter Teichweg, genannt Dieter Schädel: Kommentiertes Verzeichnis der Werke von Fritz Schumacher, in: Schulgebäude in Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 7.11.2011 Eintrag Nr. 1761 (aufgenommen am 4.8.2009) Querverweise Weitere Wandbilder von Karl Kluth 1930 Hamburg, Oberrealschule im Alstertal, Treppenhaus: Wandbild mit Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Wandfüllende, zentralperspektivisch angelegte Komposition als Blickpunkt über dem Eingang zur Aula der Volksschule mit zwei Jünglingen und vier Pferden an einem Uferabschnitt. Der stehende Kat. Nr. 89.1 • Foto: Gebrüder Dransfeld; Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg • Link: http://resolver.sub.uni-hamburg.de/ goobi/HANSif230 Kat. Nr. 89.2 • Foto: Albert Uden; Abb. entnommen aus: S. 47 Kat. Nr. 89 • Hamburg 558 Jüngling in der Mitte und die beiden nach vorn gerichteten Pferde bilden das statische Zentrum des Bildes. Die zweite Bildebene ist dynamischer gestaltet: Der zweite Jüngling sprengt auf dem Rücken des Schimmels ins Wasser und wendet sich zum liegenden Pferd links zurück. macher und wie es auch Farbproben der Denkmalbunten Farben angelegt und „aus der Farbe heraus“ modelliert. Kat. Nr. 89 • Hamburg 559 Kat. Nr. 90 • Hamburg Fritz Kronenberg Titel „Unterelbe“ (in Literatur verschiedentlich andere Titel: „Estemündung“, „Schiffe“ oder „Flussmündung“) Standort Volkschule Osterbrook, Aula heutiger Name: Schule Osterbrook 17–19 Datierung 1931 Technik Tempera auf Putz Maße Zustand seit Umbau der Aula 1963–67 nicht mehr sichtbar, evtl. noch vorhanden Auftraggeber Quellen und Literatur Dieter Schädel, Kommentiertes Verzeichnis der Werke von Fritz Schumacher“, in: Primärliteratur Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 7.11.2011 Schulgebäude Eintrag Nr. 1732 (aufgenommen am 4.8.2009) Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Fritz Kronenberg bekannt. Außerdem Teilnahme an Ausstellungen 1928 8. Ausstellung der Hamburgischen Sezession, Sonderschau zum Thema Raumgestaltung/ Wandmalerei 1929 Ausstellung „Kunst und Wandbild“ im Kölnischen Kunstverein, Wandbilder für einen Empfangsraum Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Fritz Kronenberg wählt hier entgegen den Bestrebungen Schumachers für sein Wandbild ein klassisches Querformat, wie es auch als Rahmenbild problemlos hätte ausgeführt werden können. Es befand sich mittig über dem Haupteingang zur Aula im Inneren des Raumes und zeigt eine Uferszenerie mit mehreren Holzbooten, die dort an Land Kat. Nr. 90.1 • Foto: Gebrüder Dransfeld; Abb. entnommen aus: , S. 37 Kat. Nr. 90.2 • Foto: Albert Uden; Abb. entnommen aus: S. 37 Kat. Nr. 90 • Hamburg 560 liegen. Zwei Kutter sind im linken Bildmittelgrund zu sehen, sie fahren frontal auf den Betrachter zu. Die Farbigkeit des Bildes lässt sich nur Schumachers Beschreibung entnehmen: „Aus einem gelben Himmel, dem Blau des Wassers und dem eigentümlichen Rot der Uferränder ist die Farbenstimmung gewonnen.“ Kat. Nr. 90 • Hamburg 561 Kat. Nr. 91 • Hamburg Kurt Löwengard Titel „Arbeiter im Hamburger Hafen“ Standort Handelsschule an der Schlankreye, Jugendheim Datierung 1929/30 Technik Öl auf Leinwand Maße Zustand erhalten, 1985 restauriert und seitdem wieder in der Schule sichtbar Auftraggeber Quellen und Literatur Ulrich Pohlmann, Hafentriptychon – Ein wiederentdecktes Arbeiterbild in der Schule Schlankreye, in: Informationen, Behörde für Schule und Berufsbildung, Nr. 5/86, Hamburg, den 3.6.1986 Presse und Primärliteratur Harry Reuss-Löwenstein, in: Hamburger Anzeiger, 6.2.1931 Sisibus, in: Hamburger Echo, 6.2.1931 in: Der Kreis, Nr. 3, 1931 Carl Georg Heise, in: Hamburger Fremdenblatt, 21.12.1931 StA Hbg SKfK Eb 201 Querverweise Weitere Wandbilder von Kurt Löwengard 1933 Hamburg, Volksschule an der Bogenstraße: Entwurf für ein Wandbild Ausstellungsbeteiligung an der 8. Ausstellung der Hamburgischen Sezession, Sonderschau zum Thema Raumgestaltung/Wandmalerei ( Kat. Nr. 91.1 • Foto: Albert Uden; Abb. entnommen aus: S. 33 Kat. Nr. 91.2 • Foto: Denkmalschutzamt Hamburg Kat. Nr. 91 • Hamburg 562 Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Drei Hafenszenen im Stil der Hamburgischen Sezession. Im rechten und linken Bildfeld sind jeweils zwei verschiedenen Schiffskulissen zu sehen. Links blicken die Arbeiter auf verschiedene Frachtschiffe am Bildrand. Auf dem rechten Flügel sind und Takelagen mehrerer Segelboote zu sehen. Das mittlere und größte Bild des Triptychons zeigt Werftarbeiter auf einer Eisenbrücke. Der Betrachter sieht sie von einem erhöhten Standpunkt, fast in Aufsicht. Nur zwei gehen auf ihn zu, die restlichen sind in Rückenansicht zu sehen und entfernen sich von ihm. Durch den starken Anschnitt der ersten Figuren, wird der Betrachter gleichsam mit einbezogen. Klare Gliederung durch Brückenelemente, wobei besonders die Vertikale betont wird. Der Freiraum in der rechten Bildhälfte wird als kompositorisches Gegengewicht eingesetzt. Löwengard war offenbar inspiriert von Munchs „Arbeiter auf dem Heimweg“, 1916. Das Hamburger Thema schafft einen regionalen Bezug. Die Arbeit entstand im Rahmen des Wandbildprogramms unter Fritz Schumacher und war von worden, auch wenn es sich hierbei nicht um ein fest mit dem Gebäude verbundenes Wandbild handelt. Von Löwengard ist neben diesem Projekt nur der Entwurf für ein Wandbild in der Volksschule Bogenstraße sowie die Teilnahme an der 8. Ausstellung der Hamburgischen Sezession 1928 auf der Sonderschau im Keller der Hamburger Kunsthalle bekannt. Hier hatten die Künstler die von dem modernen Architekten Karl Schneider entworfenen Räume mit Malerei und Plastik ausgestattet. Kat. Nr. 91 • Hamburg 563 Kat. Nr. 92 • Hamburg Kurt Löwengard Keine Abb. bekannt Titel Entwurf für ein Wandgemälde Standort Volksschule an der Bogenstraße heutiger Name: Ida Ehre Schule; 1934–2000 Jahnschule Datierung 1933 Technik nicht ausgeführt Maße nicht bekannt Zustand nicht ausgeführt Auftraggeber Hamburg Quellen und Literatur StA Hbg SKfK Eb 201 Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 7.11.2011 Schulgebäude Eintrag Nr. 1749, aufgenommen am 4.8.2009 Querverweise Weitere Wandbilder von Kurt Löwengard 1929/30 Hamburg, Handelsschule an der Schlankreye, Jugendheim: Triptychon „Arbeiter im Ausstellungsbeteiligung an der 8. Ausstellung der Hamburgischen Sezession, Sonderschau zum Thema Raumgestaltung/Wandmalerei ( Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Titel und Thema des Wandbildes sind nicht bekannt, obwohl der Auftrag bereits erteilt und ein Vorschuss gezahlt worden waren. Aufgrund der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde das Werk schließlich nicht ausgeführt. Kat. Nr. 92 • Hamburg 564 Kat. Nr. 93 • Hamburg Dorothea Maetzel-Johannsen Titel Ohne Titel (Stillleben mit Buddha-Masken und Mappen/Stillleben mit Büchern und Medaillen/Liegender Knabe mit Reh/Liegendes Mädchen, lesend) Standort Kunsthalle, Vorraum zum großen Vortragssaal Datierung 1923–1924 Technik Öl auf Sperrholz Maße vier Wandbilder als Wandfries, je ca. Zustand erhalten; nach Schließung der Kunsthalle am 27.8.1937 magaziniert und seitdem nicht mehr am Originalort angebracht Auftraggeber Hamburger Kunsthalle, Direktor Gustav Pauli Quellen und Literatur Karin von Behr, Dorothea Maetzel-Johannsen. Nachlese. Leben und Werk, Kiel 2016, S. 46, 50f., 114 - Hamburger Kunsthalle, Archiv Akte G 104 Entwürfe Hamburger Kunsthalle Stillleben mit Buddha-Masken und Mappen, 1923 Öl auf Holz Stillleben mit Büchern und Medaillen, 1923 Öl auf Holz Liegender Knabe mit Reh, 1923 Öl auf Holz Liegendes Mädchen, lesend, 1923 Öl auf Holz Kat. Nr. 93.1 • Raumansicht • Foto: Privat Kat. Nr. 93.2–5 • Fotos: Elke Walford Kat. Nr. 93 • Hamburg 565 Querverweise Weitere Wandbilder von Dorothea Maetzel-Johannsen HAMBURG, Planetarium im ehemaligen Was- LÜNEBURG, Kinderheim: Wandbilder, 1926 (Kat. Nr. 127) Außerdem Ausstellungsbeteiligung an der 8. Ausstellung der Hamburgischen Sezession, Sonderschau zum Thema Raumgestaltung/Wandmalerei Weitere Wandbilder in Museen ALTENBURG, Lindenau-Museum: Ernst Müller-Gräfe, Wandbildzyklus im Treppenhaus, ERFURT, Städtisches Museum: Erich Heckel, „Die Charles Crodel, Türfüllungen im Rokokoraum der ESSEN, Museum Folkwang: Willi Baumeister, Wandbildentwurf für Rotunde des Museumsneubaus, die Ausmalung von Festsaal und Rotunde, 1928 Entwürfe für die Ausmalung des Festsaales, Folkwang-Zyklus im Brunnensaal, 1928–1931 HALLE, Museum für Vorgeschichte: Paul Thiersch mit Schülerinnen, Wandmalereizyklus im Treppen- HAMBURG, Museum für Hamburgische Geschichte: Otto Fischer-Trachau, Entwurf für ein Wandbild und KÖLN, Kunstgewerbemuseum: Franz Wilhelm Seiwert, „Die Welt der Arbeit” (Glasfensterentwurf), 1930/31; Rheinisches Museum: Richard Seewald, KREFELD, Kaiser Wilhelm Museum: Johan Thorn LEIPZIG, Grassi Museum: Otto Fischer-Trachau, Wandbild, Farbgestaltung von Saal und Treppen- MÜNCHEN, Deutsches Museum: Claus Bergen, Diez, „Wissenschaft und Technik vom Fortschritt Hans W. Schmidt, „Die Herstellung des Schreibgrun- OLDENBURG, Oldenburgisches Landesmuseum im Schloss: Karl Schmidt-Rottluff, Wandbildentwurf, Wandbilder in Museen außerhalb Deutschlands (ohne Katalogeintrag) HELSINKI, Nationalmuseum: Akseli Gallen-Kallela mit Sohn Jorma Gallen, Kuppelausmalung der Eingangshalle, 1927/28 Museum: Marc Chagall, Wandmalereizyklus, 1922 PHILADELPHIA, The Barnes Foundation: Henri Matisse, „Der Tanz”, 1932 Beschreibung/Bemerkung Gustav Pauli beauftragte 1920 auf Empfehlung Fritz Schumachers vier Künstler mit den künstlerischen Ausstattungen von Räumen, die nicht für Ausstellungen vorgesehen waren. Darunter befanden sich die Wandbilder von Maetzel- Johannsen, Friedrich Ahlers-Hestermanns drei Grisaillestillleben in Tondi sowie zwei Skulpturen von Oskar Ulmer und Friedrich Wield. Dorothea Maetzel-Johannsens Supraporten zeigen Im Stillleben mit Buddha-Masken versammelt die Künstlerin verschiedenartige Gegenstände aus den Bereichen der Kunst, Literatur und des Theaters Asiens; im zweiten Stillleben mit Büchern und Medaillen werden Kunst und Literatur Europas thematisiert und vor allem durch diverse Bücher symbolisch dargestellt. In den beiden anderen Werken stellt Maetzel-Johannsen jeweils einen Jungen und ein Mädchen dar – den Jungen mit einem Reh in freier Natur, das Mädchen lesend. Sie proträtierte hier ihre 17-jährige Nichte Annemarie und ihren späteren Schwiegersohn, den 18jährigen Ernst Buchholz. Beide Figuren sind liegend dargestellt, um sich so in das längsrechteckige Format einzufügen. Die Anbringung der Werke fand 1924 zusammen mit der Aufstellung der Kalksteinskulptur Schalenträger II Kat. Nr. 93 • Hamburg 566 Kat. Nr. 94 • Hamburg Dorothea Maetzel-Johannsen Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Bild des nördlichen Himmelsraums (Entwurf)) Standort Planetarium im ehemaligen Wasserturm, Foyer Datierung 1930, unvollendet – nach 1932 durch Heinrich Groth ausgeführt Technik Secco-Malerei Maße ca. 12 x 12,50 m, im Nordwesten halbkreisförmiger Abschluss Zustand erhalten, Restaurierung 2003, anlässlich der Renovierung des Foyers 2016 partiell gesichert und überarbeitet Auftraggeber Quellen und Literatur Karin von Behr, Dorothea Maetzel-Johannsen. Nachlese. Leben und Werk, Kiel 2016, S. 74f. f. Entwürfe Entwurf, 1930 s. Abb. in Karin von Behr, Dorothea Maetzel-Johannsen. Nachlese, Leben und Werk, Kiel 2016, S. 75 Querverweise Weitere Wandbilder von Dorothea Maetzel-Johannsen HAMBURG, Kunsthalle: Vier Stillleben im Vorsaal Ausstellung der Hamburgischen Sezession, Sonderschau zum Thema Raumgestaltung/Wandmalerei Beschreibung/Bemerkung Der Entwurf Dorothea Maetzel-Johannsens für eine des nördlichen Himmelsraumes wurde nach dem frühen Tod der Künstlerin 1930 von dem Hamburger Künstler Heinrich Groth nach 1932 vollendet. Kat. Nr. 94.1 • Abb. entnommen aus: , S. 794 Kat. Nr. 94.2 • Raumaufnahme während der Ausführungsarbeiten, nach 1932 • Abb. entnommen aus: , S. 794 Kat. Nr. 94 • Hamburg 567 Kat. Nr. 95 • Hamburg Rolf Nesch Titel „Hafenarbeit“ (Arbeitsanfang, Schichtwechsel, Feierabend) Standort Volksschule Wendenstraße, Aula heutiger Name: Staatliche Handelsschule mit Wirtschaftsgymnasium Wendenstraße Datierung 1929 Technik Öl auf Leinwand, in Wand der Aula eingelassen Maße Zustand linker Teil 1943 verbrannt, Mittelteil und rechte Tafel (vermutlich Ende der 1940er-Jahre) in die Schule Alter Teichweg verbracht Auftraggeber 1929 bewilligt durch Senatskommission für Ortsbestimmung Quellen und Literatur Sabine Kannenberg, Kunst an der Gesamtschule Alter Teichweg, Dieter Schädel, Kommentiertes Verzeichnis der Werke von Fritz Schumacher, in: 1994, Primärliteratur StA Hbg. SKfK Eb 231 Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 7.11.2011 Schulgebäude Eintrag Nr. 1729 (aufgenommen am 4.8.2009) Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Rolf Nesch bekannt. Weitere Wandbilder in Schulen Kat. Nr. 95.1 • Foto: Albert Uden; Abb. entnommen aus: S. 32 Kat. Nr. 95.2 • Rechtes Seitenfeld: „Feierabend“ • Foto: Denkmalschutzamt Hamburg, Abb. entnommen aus: , Abb. 18 Kat. Nr. 95 • Hamburg 568 Beschreibung/Bemerkung Nesch stellt in seinem Triptychon Werftarbeiter und ihren Arbeitszyklus mit Arbeitsanfang, Schichtwechsel und Arbeitsschluss dar. Das Brückenmotiv setzt er nicht im Mittelteil wie Löwengard, sondern auf der rechten Tafel ein. Sein Wandbild war in die Wand eingelassen und entsprach so Schumachers Anspruch baugebundener Kunst. Die dunkle Farbigkeit ist von Braun-, Beige- und Blautönen dominiert, mit einigen roten Akzenten; er baut die Komposition aus locker nebeneinander gesetzten Pinselstrichen auf. Inspiriert von Munchs „Arbeiter auf dem Heimweg“, 1916. Nesch formuliert keine Kritik an der Situation der Hafenarbeiter, sondern scheint fasziniert von der dynamischen Masse der Werftarbeiter, die zu ihren Arbeitsplätzen, auf die Landungsbrücken bzw. wieder nach Hause strömen. Brückendarstellungen, in denen er dieses lokal- Darstellungsformen immer wieder bearbeitet. (vgl. ses Wandbild jedoch zunächst ohne gezielte Ortsvorgabe bewilligt worden: „4) 3000 RM für den Maler Nesch zum Ankauf eines dreigeteilten Gemäldes hamburgischer Arbeiter, das zur Ausschmückung der Hall für die Maschinenausstellung der Technischen Hochschule geeignet wäre. Nähere Bestimmung für den Platz behält sich die Kommission vor.“ (Protokoll 29.11.1929) Kat. Nr. 95 • Hamburg 569 Kat. Nr. 96 • Hamburg Anita Rée Titel „Die klugen und die törichten Jungfrauen“ Standort Gewerbeschule für Mädchen an der Uferstraße, Lehrerinnen- und Konferenzzimmer Staatliche Fachschule Sozialpädagogik, Hauswirtschaftsschule Datierung 1929 Technik Tempera auf Putz Maße Zustand zerstört Auftraggeber Quellen und Literatur 123f., 129f., 264, 291, 314f., Dieter Schädel, Kommentiertes Verzeichnis der Werke von Fritz Schumacher, in: Quellen und Primärliteratur weibliche Geschlecht, Uferstraße 1928–1929, 1929 in: Hamburger Kunsthalle, Archiv NL Anita Rée: Brief Fritz Schumacher an Anita Rée, 5.4.1929 (vgl. auch in StA Hbg SKfK Eb. 263 Querverweise Weitere Wandbilder von Anita Rée 1931 Hamburg, Oberrealschule für Mädchen an der Caspar-Voght-Str., Gymnastiksaal: Wandbild Weitere Wandbilder in Schulen Kat. Nr. 96 • Foto: Gebrüder Dransfeld; Abb. entnommen aus: S. 232 Kat. Nr. 96 • Hamburg 570 Beschreibung/Bemerkung Aktenschränken und Decke aus. Darüber hinaus war die Wand durch zwei Türöffnungen durchbrochen, die die Künstlerin sich für die Komposition zunutze machte. Plastische überlebensgroße Darstellung von zehn Jungfrauen, die sich von rechts und links auf die Mitte zubewegen, wo sich die Hochzeitstür die Gruppe der klugen (weißes Schaf) und törichten (schwarzes Schaf) Jungfrauen. Informationen zur Farbigkeit gibt Fritz Schumacher: „Das Bild wirkt starkfarbig. Die Figuren stehen mit einem silbrig-grauen Inkarnat vor einem hochroten Hintergrund. Die Gewänder sind von blassem Blau. Dazwischen blitzen einige goldene Punkte: in dem Schmuck, den die törichten Jungfrauen tragen, und den Lampen, die ihre klugen Genossinnen als Symbol der Tugend in Händen halten.“ ( 1932, Dieses Wandbild gehörte neben Bargheers Zyklus für den Finkenwerder Wasserturm, Wilhelm Dannebooms Wandbildern in den Alsterdorfer Anstalten, Erich Hartmanns Ausmalung im Studentenhaus Neue Rabestraße und Eduard Hopfs Wandbild ebenfalls in der Gewerbeschule Uferstraße zu den ersten fünf Aufträgen der Senatskommission. Der Auftrag wurde noch 1928 erteilt, die Ausführung fand 1929 statt und war von zahlreichen Schwierigkeiten und Widerständen seitens des 1986, 136–144) Kat. Nr. 96 • Hamburg 571 Kat. Nr. 97 • Hamburg Anita Rée Titel „Orpheus mit den Tieren“ Standort Oberrealschule für Mädchen an der Caspar- Voght- Straße, Gymnastiksaal heutiger Name: Ballettzentrum Hamburg – John Neumeier, Caspar-Voght-Straße 54, „Fokine-Studio“ Datierung 1931 Technik Tempera auf Putz Maße Zustand 1936/37 übermalt, 1954 erstmals wieder freigelegt und am 30.7.1954 in Denkmalliste aufgenommen; später durch Holzverschalung geschützt, 1983 wiederentdeckt, 1989 restauriert, Wiedereinfügung der Mitteltür (als Bildtür) sowie der Wandverkleidung als Bildsockel Auftraggeber Quellen und Literatur 130f., 278, 291, 316, 319 Geschichte des Hamburger Balletts 2011 (http:// www.hamburgballett.de/d/ballettzentrum.htm, 8.11.2011) Quellen und Primärliteratur Hamburger Kunsthalle, Archiv NL Anita Rée: Brief Fritz Schumacher an Anita Rée, 9.6.1931 (vgl. auch in Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 7.11.2011 Eintrag Nr. 419 und 917 (aufgenommen am 30.7.1954) Querverweise Weitere Wandbilder von Anita Rée 1929 Hamburg, Gewerbeschule für Mädchen an der Uferstraße, Lehrerinnen- und Konferenzzimmer: Wandbild „Die klugen und die törichten Jungfrauen” Kat. Nr. 97.1 • Foto: Heinz Lübbert; Abb. entnommen aus: S. 40 Kat. Nr. 97.2 • Foto: Heinz Lübbert; Abb. entnommen aus: S. 41 Kat. Nr. 97.3 • Raumansicht heute • Foto: Denkmalschutzamt Hamburg Kat. Nr. 97 • Hamburg 572 Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Anita Rée zeigt in ihrem Wandbild im Gymnastiksaal der Oberrealschule für Mädchen einen jugendlichen Orpheus auf einer Antilope, umringt von verschiedensten Tieren. Das Werk erstreckt sich in heller Farbigkeit über die gesamte Breite der Wand und füllt den Raum zwischen Holzvertäfelung im unteren Bereich und Decke nahezu vollständig aus. Detaillierte und mitunter naive Darstellungsform und Linienführungen. Nur die offene Umrissform lässt an den Stil der Hamburgischen Sezession denken. Der Raumfunktion entsprechend thematisierte Rée hier Musik und Bewegung und zeigt zugleich ein ideales Gegenbild zur aktuellen politischen Lage zum Entstehungszeitpunkt. Anita Rée zeichnete zusammen mit Walter Schleppegrell vermutlich auch für die Farbgestaltung des Gebäudes verantwortlich. Kat. Nr. 97 • Hamburg 573 Kat. Nr. 98 • Hamburg Walther Schneider Keine Abb. bekannt Titel Verfassungsfeier Standort Siedlungsschule Langenhorn Nord, östliches Treppenhaus, über Treppenabsatz heutiger Name: Fritz-Schumacher-Schule Datierung vor 1933 Technik Kasein-Tempera auf Putz Maße Bargheer-Wandbild) Zustand nicht erhalten, keine Abbildung bekannt, 1936 abgekratzt und von Eduard Bargheer durch das Bild „Landgewinnung“ ersetzt, welches nach wie vor erhalten ist (1956 von Bargheer selbst restauriert; 2003 erneut restauriert durch Denkmalschutzamt Hamburg, Restauratorenteam Böddeker & Schlichting) Auftraggeber Siedlergemeinschaft, Schulverein und Griffelkunst Quellen und Literatur Schulgebäude in Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 7.11.2011 Eintrag Nr. 1768, aufgenommen am 4.8.2009 Querverweise Weitere Wandbilder von Walther Schneider nicht bekannt. Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Dieses Wandbild wurde 1936 auf Veranlassung des Ortsgruppenleiters der NSDAP abgekratzt. Da auch keine Abbildung bekannt ist, müssen schriftliche Überlieferungen wie die Beschreibung von Johannes Böse (1952) als Informationsquellen dienen: „Die Menge des Volkes strömt von verschiedenen Seiten zusammen und versammelt sich vor dem Rednerpult, das bekleidet ist mit den Farben der Republik Schwarz-rot-gold.“ Böse beschreibt ebd. auch ausführlich den Hergang der Zerstörung sowie Auftragsvergabe und Entstehung des Wandbildes „Landgewinnung“ von Eduard Bargheer 1936. Die Einweihungsrede zu Schneiders Bild hatte der Journalist Hugo Sieker gehalten. Kat. Nr. 98 • Hamburg 574 Kat. Nr. 99 • Hamburg Heinrich Stegemann Titel „Kraft und Schönheit“ (Alternativtitel: Leibesübungen) Standort Volksschule an der Bogenstraße, Aula/Vortragssaal, Bühnenwand heutiger Name: Ida Ehre Schule; 1934–2000 Jahnschule Datierung 1931/32 Technik Fresko Maße Zustand erhalten mind. seit Feb. 1935 bis Ende der NS-Zeit verhängt; in späten 1950er-Jahren übermalt, 1986 wieder entdeckt und seit 1990/91 freigelegt und restau riert; Auftraggeber Quellen und Literatur 317–319 Dieter Schädel: Kommentiertes Verzeichnis der Werke von Fritz Schumacher, in: Presse und Primärliteratur Bauwelt 35.1933 Hugo Sieker: Notiz zu Fresken Heinrich Stegemanns, in: Der Kreis, StA Hbg Oberschulbehörde VI, FV S 2/8 Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 7.11.2011 Schulgebäude Eintrag Nr. 1749 (aufgenommen am 4.8.2009) Kat. Nr. 99.1 • Foto: Ole Stichling; Abb. entnommen aus S. 93 Kat. Nr. 99.2 • Foto: Heinz Lübbert; Abb. entnommen aus: S. 54 Kat. Nr. 99.3 • Foto: Heinz Lübbert; Abb. entnommen aus: S. 55 Kat. Nr. 99 • Hamburg 575 Entwürfe Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg zwei 1:1 Kartons Entwurf für (Frauen) Pastell auf dünnem Papier Entwurf für (Männer) Pastell auf dünnem Papier beide Kartons stark beschädigt, im unteren Viertel große Verluste und lange, senkrechte Risse Sammlung Henke Verschiedene Rötelstudien und vorbereitende Radierungen Querverweise Weiteres Wandbild von Heinrich Stegemann 1938 Hamburg, Wandsbek, Hermann-Göring- Kaserne: Wandbild „Sturmangriff“ Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Stegemann zeigt rechts und links neben Bühnen- öffnung je eine Gruppe männlicher und weiblicher gebung. Sie sind jeweils als eigene Bildkomposition angelegt, die darunter liegenden Türöffnungen und ihre -stürze werden in die Komposition einbezogen. Es gibt keine erkennbare Handlung der Personen, vielmehr geht es um die variantenreiche Darstellung der unbekleideten Körper, in mitunter manierierten Haltungen, in denen sich die zeitgenössische Idee der Freikörperkultur spiegelt. Stegemann vereint kubistische Elemente mit dem Stil der Hamburgischen Sezession und erreicht durch die überlängten Gliedmaßen, den starken Kontrast zwischen abstrakt geometrischem Hintergrund und menschlichen Figuren sowie durch die ausgeprägte Untersicht eine monumentale Wirkung. Von Stegemann stammte vermutlich auch die gesamte Farbgestaltung der Innenräume der Schule. Kat. Nr. 99 • Hamburg 576 Kat. Nr. 100 • Hamburg Walter Tanck Titel Stätten der Arbeit Standort Altes Rathaus (Admiralitätsstraße 56), Sitzungssaal Datierung 1929–1931 Technik nicht bekannt Maße fünfteilig, Maße nicht bekannt Zustand während des Krieges mit dem Gebäude zerstört Auftraggeber Quellen und Literatur Presse und Primärliteratur Harry Reuss-Löwenstein, in: Hamburger Abendblatt, 6.2.1931 Sisibus in: Hamburger Echo, 6.2.1931 StA Hbg SKfK Eb 334, J13, Kulturbehörde I, A 73 SUB Hbg Querverweise Weitere Wandbilder von Walther Tanck nicht bekannt. Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten in Rathäusern, seit 1900 AMSTERDAM, Rathaus, Trausaal: Wandbild von Chris Lebeau, 1926; Allegorien von Weisheit, Gerechtigkeit, Einigkeit, Gesetzestreue, Voraussicht und Glaube von Johan Thorn Prikker, 1932 BERLIN, Schöneberg, Rathaus, Ratskeller: Wandbil- saal: Franz Eichhorst, „Vom Anfang des Weltkrieges bis zur nationalen Erhebung”, ca. 1935–1938 BREMEN, Rathaus, Güldenkammer: Ausmalung von Heinrich Vogeler, 1904; Ratskeller: Wandbilder von CHEMNITZ, Neues Rathaus, Stadtverordnetensaal: DÜSSELDORF, Altes Rathaus, Treppenhaus im 31); Rathaus: Richard Gessner, „Die Rheinfront”, 1959/60 Kat. Nr. 100 • Foto: Albert Uden; Abb. entnommen aus: S. 31 Kat. Nr. 100 • Hamburg 577 HAGEN, Rathaus: Fenster von Johan Thorn Prikker, 1927 HAMBURG, Rathaus, Großer Festsaal: Wandbild von Hugo Vogel, 1902–1909 HANNOVER, Rathaus, Großer Festsaal: Fritz Erler, „Die Entwicklung menschlicher Siedlung von der Frühzeit bis zur Gegenwart”, 1910–1912; Sitzungssaal: Ferdinand Hodler, „Einmütigkeit”, 1911–1913 MAGDEBURG, Rathaus, gotischer Raum: abstrakte Raumausmalung von Franz Mutzenbecher und Carl Krayl, um 1922 MARBURG, Rathaus, Sitzungssaal: Carl Ludwig 128) MÜCHELN, Rathaus, Sitzungssaal: Deckenbild zum Thema Industrie und Landschaft von Karl Völker, ROTTERDAM, Rathaus, Bürgersaal: Wandbildzyklus von Johan Thorn Prikker, 1918–1927 1960 STUTTGART, Rathaus: Fenster von Adolf Hölzel, 1928/29 ULM, Rathaus: Wandmalerei von Joseph Widmann, 1905–1907 WIEN, Neues Rathaus, Volkshalle: Gerd Arntz, „sozialarbeit der stadt wien”, 1929 Beschreibung/Bemerkung Tanck realisierte für das Alte Rathaus fünf impressionistisch anmutende, menschenleere Hamburger Szenen; nur zwei davon sind in Schwarz-Weiß-Abbildungen überliefert. Einzelszenen waren beispielsweise der „Gasometer bei Tiefstack“ oder „Vorstadtgebiet bei Tiefstack“. Die einzelnen Bilder waren in die Wandverkleidung eingelassen und erfüllten in diesem Sinne nur bedingt die Kriterien eines Wandbildes im Unterschied zum Tafelbild. Kat. Nr. 100 • Hamburg 578 Kat. Nr. 101 • Hamburg Otto Thämer Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Pferdeführer) Standort Siedlungsschule Langenhorn Nord, Gymnastikraum heutiger Name: Fritz-Schumacher-Schule Datierung 1930/31 Technik Tempera auf Putz Maße Zustand erhalten, aber seit 2002 abgetragen und an anderer Auftraggeber Quellen und Literatur Dieter Schädel, Kommentiertes Verzeichnis der Werke von Fritz Schumacher, in: Presse und Primärliteratur Otto Thämer: Was ich Fritz Schumacher danke, in: Hamburger Freie Presse, 4.2.1948 (SUB Hbg, Schumacher NL) Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 7.11.2011 Schulgebäude Eintrag Nr. 1768 (aufgenommen am 4.8.2009) Querverweise Weitere Wandbilder von Otto Thämer 1931 Hamburg, Volksschule Schaudinnsweg, Aula: 1931/32 Hamburg, Volksschule auf der Veddel, Gymnastiksaal: Wandbild mit idealem Menschen- Weitere Wandbilder in Schulen Kat. Nr. 101.1 • Foto: Gebrüder Dransfeld; Abb. entnommen aus: S. 48 Kat. Nr. 101.2 • Foto: Gebrüder Dransfeld; Abb. entnommen aus: S. 48 Kat. Nr. 101 • Hamburg 579 Beschreibung/Bemerkung Dieses Wandbild Thämers erfüllt nicht die Kriterien eines Wandbildes, sondern ist als querrechteckiges Bild frei auf die Stirnseite des Gymnastiksaales platziert. Es hätte auch als Tafel- oder Rahmenbild ausgeführt sein können, wurde aber dennoch von der Senatskommission beauftragt. Kompositorisch nimmt es keinen Bezug auf den umgebenden Raum. Ein stehender männlicher Akt hält ein massiges Pferd am Zügel. Pferd und Mensch füllen das Bildfeld fast vollständig aus. Die Komposition bleibt statisch, auch wenn mit der kontrapostischen Haltung des Pferdes Bewegung angedeutet wird. In der Farbigkeit dominieren Rottöne; der Hintergrund ist durch angedeutete Ackerfurchen strukturiert. Thämer hatte für die Schule auch die abstrakte Farbgestaltung von Treppenhäusern und Aula entworfen und dadurch die Möglichkeit erhalten, Kat. Nr. 101 • Hamburg 580 Kat. Nr. 102 • Hamburg Otto Thämer Kat. Nr. 102.1 • Foto: Gebrüder Dransfeld; Staatsund Universitätsbibliothek Hamburg • Link: http:// resolver.sub.uni-hamburg.de/goobi/HANSif434 Kat. Nr. 102.2 • Foto: Gebrüder Dransfeld; Abb. entnommen aus: Schumacher 1932, S. 50 Kat. Nr. 102.4 • Foto: Jan-Volkmar Runge, Hamburg 2010 Kat. Nr. 102.5 • Foto: Jan-Volkmar Runge, Hamburg 2010 Kat. Nr. 102.3 • Foto: Gebrüder Dransfeld; Abb. entnommen aus: Schumacher 1932, S. 51 Kat. Nr. 102 • Hamburg 581 Titel „Die Quelle“ (links), „Aufbau“ (rechts) Standort Volksschule Schaudinnsweg, Aula, Stirnwand (heute Teil der Stadteilschule Barmbek) Datierung 1931 Technik Fresko Maße zweiteilig, genaue Maße nicht bekannt, ca. Zustand erhalten, aber nach wie vor beschädigt und durch Holzverkleidung und Vorhänge verdeckt Auftraggeber Quellen und Literatur Dieter Schädel: Kommentiertes Verzeichnis der Werke von Fritz Schumacher, in: Quellen und Primärliteratur 1929 in: StA Hbg SKfK Eb 337 (Gustav Pauli am 31.3.1931) Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 7.11.2011 Schulgebäude Eintrag Nr. 1766 (aufgenommen am 4.8.2009) Querverweise Weitere Wandbilder von Otto Thämer 1930/31 Hamburg, Siedlungsschule Langenhorn Nord, Gymnastikraum: Wandbild Pferdeführer 1931/32 Hamburg, Volksschule auf der Veddel, Gymnastiksaal: Wandbild mit idealem Menschen- Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Bei diesen Werken handelt es sich um die ersten Fresken, die im Auftrag der Senatskommission für Die beiden Werke rechts und links der Bühne füllen die beiden Wandfelder vollständig aus. Thämer passte seine Figuren in ein geometrisches System ein, das er aus Gerüstteilen und Bildelementen konstruiert, die eine Berglandschaft mit Quelle andeuten. Die Komposition der formal einfachen, massiven Figuren der beiden Werke ist in ihrer Bewegungsrichtung spiegelbildlich zueinander angelegt. In Figurdarstellung und Rollenzuweisungen kündigt sich die nationalsozialistische Ideologie an. Schumacher verkannte diese Lesart und bewertete sie ausgesprochen positiv: „Diese Symmetrie der Grundzüge wird durch weibliche Gestalten, die aus einer Quelle schöpfen und den Trank weitergeben, das Zusammenwirken auf dem Gebiet idealer Dinge symbolisiert, auf der anderen Seite sieht man das Ineinandergreifen der Arbeit beim Errichten eines Baues als Symbol des Zusammenwirkens in materieller Tätigkeit. Es ist bemerkenswert, wie jene Übereinstimmung des Kompositionsgerüstes ohne jeden erkennbaren Zwang erfolgt. Beide Vorgänge spielen sich in voller Natürlichkeit ab und ihre Schlichtheit gibt ihnen Größe.“ ( Kat. Nr. 102 • Hamburg 582 Kat. Nr. 103 • Hamburg Otto Thämer Titel Formen der Leibesübung – Ideales Menschenpaar Standort Volksschule auf der Veddel, Gymnastiksaal heutiger Name: Schule auf der Veddel Datierung 1931/32 Technik Fresko Maße Zustand erhalten, 2001 restauriert Auftraggeber Quellen und Literatur Dieter Schädel, Kommentiertes Verzeichnis der Werke von Fritz Schumacher, in: Presse und Primärliteratur 1931 in: Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 7.11.2011 Schulgebäude und Wandbild Eintrag Nr. 1735 (aufgenommen am 4.8.2009) Querverweise Weitere Wandbilder von Otto Thämer 1930/31 Hamburg, Siedlungsschule Langenhorn Nord, Gymnastikraum: Wandbild Pferdeführer 1931 Hamburg, Volksschule Schaudinnsweg, Aula: Weitere Wandbilder in der Volksschule auf der Veddel Arnold Fiedler, Segelschiffhafen, 1931 (Tafelbild im Lehrerzimmer) ohne genaue Ortsangabe) Treppenhaus: Paul Kayser, Wandbild mit Stillleben ard Hopf, Wandbild mit Mädchenakten in der Natur, Kat. Nr. 103.1 • Foto: Gebrüder Dransfeld; Staatsund Universitätsbibliothek Hamburg • Link: http:// resolver.sub.uni-hamburg.de/goobi/HANSif508 Kat. Nr. 103.2 • Foto: Jan-Volkmar Runge, Hamburg 2013 Kat. Nr. 103 • Hamburg 583 Die fünf Werke in der Volksschule auf der Veddel sind die letzten fünf Aufträge, die die Senats- Thämers Wandbild hat überdauert und ist seit der Restaurierung 2001 auch wieder zu sehen. Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Thämers monumentales Fresko gehört zu den letzten Wandbildaufträgen, die von der Senatskomwurden. Verschiedene Sportarten wie Speerwerfen, Reiten, Laufen und Rudern werden durch je ein Figurenpaar bzw. einen Reiter zu Pferd dargestellt, mittig platzierte Thämer das ideale Menschenpaar. Die Komposition ist symmetrisch angelegt und wirkt durch die Doppelung der Figuren am rechten und linken Bildrand eher additiv als dynamisch. Vor Überschneidungen Raumtiefe angedeutet; auch das naturalistische Kolorit in einer für Fresken typischen abgetönten Farbigkeit lässt an Wandmalereien der Renaissance denken. Kat. Nr. 103 • Hamburg 584 Kat. Nr. 104 • Hamburg Willy von Beckerath Kat. Nr. 104.1 • Raumansicht • Foto: Tim Albrecht, HFBK Hamburg Kat. Nr. 104.4 • „Gebunden“ • Einzelbild Stirnwand links • Foto: HFBK Hamburg, Klaus Frahm Kat. Nr. 104.2 • Raumansicht • Foto: Tim Albrecht, HFBK Hamburg Kat. Nr. 104.5 • „Verkündigung“ • Stirnwand • Foto: HFBK Hamburg, Klaus Frahm Kat. Nr. 104.3 • „Aufgang“ • Einzelbild Fensterwand rechts • Foto: HFBK Hamburg, Klaus Frahm Kat. Nr. 104.6 • „Erleuchtung“ • Einzelbild Stirnwand rechts • Foto: HFBK Hamburg, Klaus Frahm Kat. Nr. 104 • Hamburg 585 Titel „Die ewige Welle“ Standort Kunstgewerbeschule, Vortragssaal heutiger Name: Hochschule für bildende Künste Datierung 1912–1918 Technik Eitempera auf Leinwand, fest mit Wand verklebt Maße Einzelfeldern Zustand erhalten; war seit 1952 verhängt, seit 1956 wieder sichtbar, 1970–1972 erste Restaurierung, 2009/2010 letzte Restaurierung und Reinigung Auftraggeber Freie und Hansestadt Hamburg Quellen und Literatur Michael Diers, Anlässlich der Restaurierung: Willy von Beckeraths Wandbildzyklus „Die Ewige Welle“. Eine kleine Handreichung zum besseren Verständnis, in: Newsletter HfbK. 12, Dieter Schädel: Kommentiertes Verzeichnis der Werke von Fritz Schumacher, in: Wilhelm von Beckerath, Wilhelm-Museum Krefeld, Krefeld 1977 Presse und Primärliteratur „Die ewige Welle“ von der Rolle wieder auf die Wand, Pressemitteilung der Hochschule für bildende Künste Hamburg, 13.7.2009 http://www.hfbk-hamburg.de/de/service/presse/ pressefotos/ Eröffnungsrede Aby Warburgs, 28.3.1918 Hans Much, Die ewige Welle: Gedichte zu den Wandbildern von Willy von Beckerath im grossen Hörsaal der Staatlichen Kunstgewerbeschule Hamburg, Hamburg 1918. Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 7.11.2011 Schulgebäude Eintrag Nr. 517 (aufgenommen am 19.11.1972) Kat. Nr. 104.7 • „Entfaltung“ • Einzelbild Längswand links • Foto: HFBK Hamburg, Klaus Frahm Kat. Nr. 104.10 • „Niedergang“ • Einzelbild Fensterwand links • Foto: HFBK Hamburg, Klaus Frahm Kat. Nr. 104.8 • „Erfüllung“ • Einzelbild Längswand • Foto: HFBK Hamburg, Klaus Frahm Kat. Nr. 104.9 • „Spiel“ • Einzelbild Längswand rechts • Foto: HFBK Hamburg, Klaus Frahm Kat. Nr. 104 • Hamburg 586 Querverweise Weiteres Wandbild von Willy von Beckerath 1906/07 Bremen, Kunsthalle, Skulpturensaal: Wandbildzyklus „Der elysische Hain“ Weitere Wandbilder in Kunstakademien/-hochschulen DÜSSELDORF, Kunstakademie, Aula: Clemens Holzmeister und Heinrich Campendonk, sog. „Goldene Aula”, 1929 (ornamentale Glasfenster und abstrakte Ausgestaltung der Aula, Verdeckung Janssen, 1896) Beschreibung/Bemerkung Der große, die Aula umspannende Wandbildzyklus von Willy von Beckerath „Die ewige Welle“ wurde am 28.3.1918 eingeweiht (Eröffnungsrede Aby Warburg). Arbeitsbeginn war bereits 1912, 1914 war der Zyklus weitgehend fertiggestellt. Vollendet wurde er schließlich 1918 unter Mitarbeit von Wilhelm Danneboom. Beckerath zählt insofern mehr zu den Vorläufern der Werke der Weimarer Republik; in Formen- und Farbensprache, Linienführung und Figurbildung ist er besonders Jugendstil und Mit seinem monumentalen, statisch gereihten Figurenfries über das Licht zeigt von Beckerath allegorisch Aufstieg und Fall einer Kulturepoche. Zu den einzelnen Szenen erschienen 1918 Gedichte von Hans Much, deren Titel zugleich als Titel für Beckeraths Werke fungieren. Von links nach rechts: Aufgang, Gebunden, Verkündigung, Erleuchtung, Entfaltung, Erfüllung Spiel, Niedergang. Willy von Beckerath war von 1907 bis 1930 Professor für Monumentalmalerei an der Kunstgewerbeschule in Hamburg. Kat. Nr. 104 • Hamburg 587 Kat. Nr. 105 • Hamburg Gretchen Wohlwill Titel „Literatur, Kunst, Beschäftigung mit der Natur“ Standort Emilie-Wüstenfeld-Schule, Treppenhaus heutiger Name: Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium Datierung 1931, Restaurierung 1993 Technik Kasein auf Gipsgrund Maße Zustand erhalten, im November 1936 übermalt mit Nazi- Motiven von Ary Bergen, 1987 wiederentdeckt, 1993 restauriert (Restauratorenteam Böddeker & Schlichting) Auftraggeber Quellen und Literatur 360f. Christiane Zwick, Plötzlich verschwand das Bild von der Wand, Video, Studio Hamburg 1993 Wiedergeburt der Geschichte. Ein Leben für die Kunst, in: Hamburger Abendblatt, Nr. 256, 2.11.1993, Quellen und Primärliteratur Brief Fritz Schumacher an Gretchen Wohlwill, 27.9.1933, in: StA Hbg, Familie Wohlwill III 5, abge- Hamburger Tageblatt, 13.11.1932 (ohne Autorangabe) Carl Georg Heise, in: Hamburger Fremdenblatt, 21.12.1931 StA Hbg. SKfK Eb 373, D1 Staatliche Pressestelle 5535 OSB A 29 Nr. 1 OSB II B 225 Querverweise Weitere Wandbilder von Gretchen Wohlwill nicht bekannt. Weitere Wandbilder in Schulen Kat. Nr. 105.1 • Foto: Heinz Lübbert; Abb. entnommen aus: S. 28 Kat. Nr. 105.2 • Zustand 1997 • Abb. entnommen aus: S. 31 Kat. Nr. 105.3 • Abb. entnommen aus: Hamburger Abendblatt 02.11.1993, S. 13 Kat. Nr. 105 • Hamburg 588 Beschreibung/Bemerkung Die beiden einzelnen Wandbilder zu den Themen Literatur und Kunst sowie Beschäftigung mit der Natur/Gartenarbeit sind im Treppenhaus der Schule an sich gegenüberliegenden Wänden auf dem ersten Treppenpodest zwischen Erdgeschoss und erstem Stockwerk platziert. Sie sind zwar in die Wand eingelassen, entsprechen aber in ihrem Format und der Positionierung auf der Wand nicht den klassischen Kriterien eines Wandbildes, sondern mehr denen eines Tafelbildes. Gretchen Wohlwill stellt jeweils zwei Mädchen dar; links ein stehendes Mädchen mit Geige und ein sitzendes, das in ein Buch vertieft ist; auf dem rechten Bild sind ein Mädchen mit einem Korb mit Äpfeln sowie eine zweites, das in gebückter Haltung Gießkanne bewässert, zu sehen. Die Entscheidung, hier nur Mädchen darzustellen, ist sicher durch den Schultypus einer reinen Mädchenschule begründet – den Schülerinnen sollte die Lesbarkeit der Werke erleichtert werden und auf diese Weise sollte vermutlich auch ein stärkerer Vorden pädagogischen Zielen. Hier zeigt sich Wohlwills Nähe zur Hamburgischen Sezession ebenso wie zu Cézanne oder Matisse, an dessen Académie Matisse sie 1909/10 Schülerin heller Farbigkeit angelegt. Da das Förderprogramm der Senatskommission Angestelltenverhältnis ausdrücklich ausschloss, hatte Wohlwill den Auftrag honorarfrei, jedoch gegen Erstattung der Materialkosten sowie Vorbereitung des Untergrundes ausgeführt. Sie war selbst seit 1907 hier als Zeichenlehrerin tätig. Die Werke wurden von Schumacher und der Presse sehr positiv aufgenommen und verschiedentlich für ihre Komposition, Malweise und Farbigkeit gelobt. Kat. Nr. 105 • Hamburg 589 Kat. Nr. 106 • Hamburg nicht bekannt, vielleicht Schülermalerei Titel Tierszenerie mit wilden und Haustieren/Gebirgslandschaft mit Eisenbahn und Flugzeug Standort Volksschule Marienthaler Straße, Zeichensaal heutiger Name: Stadtteilschule Hamburg-Mitte, Standort Griesstraße Datierung 1929 Technik nicht bekannt Maße Zustand nicht erhalten Auftraggeber Schulhaus beauftragt von der Freien und Hansestadt Hamburg; Bauzeit 1928–1929; Architekt: Fritz Schumacher kein Auftrag über Wandbild bekannt Quellen und Literatur Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 7.11.2011 Schulgebäude Eintrag Nr. 1731 (aufgenommen am 4.8.2009) Querverweise Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Die Ausmalung des Zeichensaales wird nur bei von Schumacher selbst konzipierten Publikation „Hamburger Staatsbauten von Fritz Schumacher, Bd. 3, 1920–1933“ nur durch eine Abbildung dokumentiert. Hier lassen sich die Motive erkennen: An der Wand mit Tafel ist eine Hügel- oder Gebirgslandschaft mit Eisenbahn und Flugzeug zu sehen; auf der linken Wand ist eine Landschaft mit verschiedenen Tieren (Giraffen, Elefant, Kuh, Schwein, Hühner) abgebildet. Helle Farbigkeit und einfache, kindliche Figuren und Formen sind auf Schülerinnen und Schüler einer Volksschule ausgerichtet oder könnten von diesen selbst ausgeführt worden sein. Kat. Nr. 106 • Foto: Gebrüder Dransfeld; Staatsund Universitätsbibliothek Hamburg • Link: http:// resolver.sub.uni-hamburg.de/goobi/HANSif377 Kat. Nr. 106 • Hamburg 590 Kat. Nr. 107 • Jena Charles Crodel Kat. Nr. 107.1 • Detail links/mittig • Foto: Uwe Wagner, TLDA 2004 Kat. Nr. 107.4 • Detail mittig • Foto: Uwe Wagner, TLDA 2004 Kat. Nr. 107.2 • Detail links • Foto: Uwe Wagner, TLDA 2004 Kat. Nr. 107.5 • Detail mittig/rechts • Foto: Uwe Wagner, TLDA 2004 Kat. Nr. 107.3 • Detail mittig • Foto: Uwe Wagner, TLDA 2004 Kat. Nr. 107 • Jena 591 Titel „Griechenland und die Vertreibung der Türken von der Athenischen Burg“ Standort Universität, Hauptgebäude, Archäologisches Institut Datierung 1925 Technik Ei-Tempera mit Wachs, nach Dörnerrezept Maße Zustand erhalten; zuletzt 2004 konserviert, gereinigt und teilweise ergänzt Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich durch Vermittlung/ Kontakt zum Universitätsprofessor Herbert Koch, bei dem Crodel Archäologie studierte; Entwurf durch Rektor der Universität und Thüringisches Volksbildungsministerium genehmigt) Quellen und Literatur Brief Nr. 316 394.2 Erika Lehmann: Wandgemälde von Charles Crodel in den Universitäten Jena und Halle, in: Erbe und Gegenwart, Martin Luther Universität, Wissen- Schreiben Charles Crodel an Dr. Steiger, Kustos der Friedrich Schiller-Universität, Jena, 10.2.1972, in: Quellen und Primärliteratur Kunstchronik und Kunstmarkt, 59. Jg., NF XXXV, Nr. Curt Glaser: Zwei Wandmalereien von Charles Crodel, in: Kunst und Künstler Jenaische Zeitung, 8.10.1925 Deutsches Kunstarchiv Nürnberg Sept 1925 Entwürfe Nachlass Charles Crodel Karton, 1925 Mischtechnik auf Karton Foto eines Kartonfragments im Maßstab 1:1 Querverweise Weitere Wandbilder von Charles Crodel Vermutlich 1924 Erfurt, Katholische Vorbereitungsschule: Entwurf für ein Hausschild („Thüringer 1924 Jena, Crodels Wohnhaus Kriegerstraße: Wandmalerei zur Erfurter Brunnenkapellen-Sage (1927 durch Schlossmuseum Weimar erworben; dort erhalten) 1926 Jena, Lyceum: Entwurf für ein Wandbild zum 1926 Erfurt, Hospital am Johannesring: „St. Georg 1926/27 Erfurt, Brunnenkapelle am Fischersand: Fresken zu 14 Kreuzwegstationen (Entwürfe ausgestellt auf Juryfreier Kunstschau Berlin 1927) 1929 Halle, Neubau des Arbeitsamtes, Sitzungssaal: 1929 Halle, Mitteldeutsche Landesbank: Entwurf für 1929 Halle, Moritzburg: Entwurf für ein Deckenge- 1929 Halle, Standesamt Süd: Wand- und Decken- 1929 Halle, Universität, Burse zur Tulpe: „Improvisa- 1929 Merseburg, Stadthalle: Entwurf für eine 1930/31 Naumburg, Dom St. Peter und Paul: Entwürfe für Glasfenster der Taufkapelle 1931 Halle, Moritzburg (Institut für Leibesübungen der Universität Halle): „Der Wettlauf der Atalante 1931/32 Bad Lauchstädt, Goethetheater und Kur- 1932 Halle, Burg Giebichenstein, Eckturm der Unterburg: Crodel mit Crodelklasse, Entwurf für 1932 Erfurt, Städtisches Museum (Angermuseum): Türfüllungen und Deckengemälde im Rokokoraum nach 1932 Essen, Museum Folkwang: Farb-Entwürfe für den Brunnenraum Außerdem Teilnahme an Ausstellungen 1927 Juryfreie Kunstschau Berlin: Kartons zu den Leidensstationen in der Erfurter Brunnenkapelle 1929/30 Juryfreie Kunstausstellung Berlin: Entwürfe für die Stadthalle Merseburg 1931 Berliner Bauausstellung: Wandmalerei für die Sonderausstellung „Maler und Bildhauer am Bau“ stück zum Wandbild im Hause Crodel) Kat. Nr. 107 • Jena 592 Seit den 1940er-Jahren vermehrt Glasmalereien im sakralen Raum. Weitere Wandmalereien in Universitäten 1918–1933 BERLIN, Charité, großer Hörsaal der Universität: Hugo Vogel, Ohne Titel (sog. Prometheus-Bild), HALLE, Universität, Burse zur Tulpe: Charles Crodel, „Improvisationen über Leben und Tod“, 1929 HALLE, Institut für Leibesübungen der Universität Halle, Moritzburg: Charles Crodel, „Wettlauf der Edmund von Freyhold, Fresko (Titel nicht bekannt), Weitere Wandmalereien in Universitäten vor 1918 BERLIN, Universität, Aula: Arthur Kampf, „Fichtes Rede an die deutsche Nation”, 1913/14 JENA, Universität, Senatssaal: Ludwig von Hofmann, „Die neun Musen”, 1909; Aula: Ferdinand Hodler: „Auszug deutscher Studenten in den Freiheitskrieg von 1813”, 1909 Blüte Griechenlands”, 1909; Wandelhalle: Friedrich MARBURG, Universität, Aula: Peter Johann Theodor Janssen, Gemäldezyklus, 1895–1903 Beschreibung/Bemerkung Crodel breitet seine Wandmalerei hier über die Hauptwand im Eingangsbereich des Archäologischen Instituts im Universitätshauptgebäude aus. wodurch sich das Bildfeld hier auf die Hälfte der eigentlichen Bildhöhe reduziert, welches darüber hinaus noch durch ein weiteres, blaues Kachelband durchkreuzt wird. Crodel zeigt Szenen der griechischen Revolution und des Unabhängigkeitskrieges gegen die Türken (1821–1828). Formal orientiert er sich dabei jedoch nicht an der jüngeren, bekannten Wandmalerei wie bild „Auszug deutscher Studenten in den Freiheitskrieg von 1813“ von Ferdinand Hodler (1909). Es schienen ihm eher illusionistische, barocke Werke haft vor Augen gestanden zu haben. Er entwickelte eine narrative, detaillierte und einem historisch vorgebildeten Publikum lesen ließ. Inhaltlich steht es insofern in einer Linie mit den Kat. Nr. 107 • Jena 593 Kat. Nr. 108 • Jena Charles Crodel Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Entwurf für ein Wandbild zum Thema Lebensalter/-tag) Standort Lyceum Datierung 1926 Technik nicht ausgeführt Maße Zustand nicht ausgeführt Auftraggeber nicht bekannt Quellen und Literatur Nachlass Charles Crodel handschriftliches Programm/Vorschlag zur Ausmalung der Aula des Lyceum in Jena Entwürfe Nachlass Charles Crodel Entwurf, 1926 (Abb s. oben) Querverweise Weitere Wandbilder von Charles Crodel Vermutlich 1924 Erfurt, Katholische Vorbereitungsschule: Entwurf für ein Hausschild („Thüringer 1924 Jena, Crodels Wohnhaus Kriegerstraße: Wandmalerei zur Erfurter Brunnenkapellen-Sage (1927 durch Schlossmuseum Weimar erworben; dort erhalten) 1925 Jena, Universitäts-Hauptgebäude: „Griechenland und die Vertreibung der Griechen von der 1926 Erfurt, Hospital am Johannesring: „St. Georg 1926/27 Erfurt, Brunnenkapelle am Fischersand: Fresken zu 14 Kreuzwegstationen (Entwürfe ausgestellt auf Juryfreier Kunstschau Berlin 1927) 1929 Halle, Neubau des Arbeitsamtes, Sitzungssaal: 1929 Halle, Mitteldeutsche Landesbank: Entwurf für 1929 Halle, Moritzburg: Entwurf für ein Deckenge- Kat. Nr. 108 • Nachlass Charles Crodel Kat. Nr. 108 • Jena 594 1929 Halle, Standesamt Süd: Wand- und Decken- 1929 Halle, Universität, Burse zur Tulpe: „Improvi- 1929 Merseburg, Stadthalle: Entwurf für eine 1930/31 Naumburg, Dom St. Peter und Paul: Entwürfe für Glasfenster der Taufkapelle 1931 Halle, Moritzburg (Institut für Leibesübungen der Universität Halle): „Der Wettlauf der Atalante 1931/32 Bad Lauchstädt, Goethetheater und Kur- 1932 Halle, Burg Giebichenstein, Eckturm der Unterburg: Crodel mit Crodelklasse, Entwurf für 1932 Erfurt, Städtisches Museum (Angermuseum): Türfüllungen und Deckengemälde im Rokokoraum nach 1932 Essen, Museum Folkwang: Farb-Entwürfe für den Brunnenraum Außerdem Teilnahme an Ausstellungen 1927 Juryfreie Kunstschau Berlin: Kartons zu den Leidensstationen in der Erfurter Brunnenkapelle 1929/30 Juryfreie Kunstausstellung Berlin: Entwürfe für die Stadthalle Merseburg 1931 Berliner Bauausstellung: Wandmalerei für die Sonderausstellung „Maler und Bildhauer am Bau“ stück zum Wandbild im Hause Crodel) Seit den 1940er-Jahren vermehrt Glasmalereien im sakralen Raum. Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung die nahtlos ineinander übergehen, diente später als Grundentwurf für die Ausmalung in der Burse Szenen sowie allegorische Lebensalterdarstellungen als Morgen, Mittag und Abend geplant. Kat. Nr. 108 • Jena 595 Kat. Nr. 109 • Kassel Ewald Dülberg und Schüler Keine Abb. bekannt Titel „Geburt“/„Kinder“/„Liebe“/„die Alten“/„Tod“ Standort Orangerie, Kuppelsaal Datierung 1922 Technik Mattfarben auf Holz Maße fünf einzelne Wandbilder, Maße nicht bekannt Zustand nicht bekannt, ob erhalten Auftraggeber auf Anregung des Kasseler Kunstvereins mithilfe staatlicher Mittel, die nach Verkauf der Bilder aber zurückgezahlt wurden Quellen und Literatur Presse und Primärliteratur Kunstauktion im Hinterhaus, in: Kasseler Neueste Nachrichten, vom 20.11.1932 Werkverzeichnis, verf. von Ewald Dülberg 1932, in: Querverweise Weitere Wandbilder und baugebundene Werke von Ewald Dülberg 1919/20 Ober-Hambach, Odenwaldschule: sieben einzelne Wandbilder „Fabrikstadt“, „Großstadt“, „Zusammenbruch“, „Neue Menschen“, „Tor des Paradieses“, „Paradieslandschaft“, „Tierparadies“ 1927 München, Deutsches Museum, Glassaal: Auftrag für Deckenmosaik (nicht ausgeführt) saal: Wandbild als Intarsienarbeit (Weltkarte) 1931 Berlin, Funkhaus, Sitzungssaal: acht abstrakte Glasfenster Beschreibung/Bemerkung Über die Wandbilder, die Dülberg mit seiner Klasse für die Kasseler Orangerie ausführte, ist nicht viel mehr als ihre Titel bekannt, die er selbst in seinem Werkverzeichnis verzeichnete: Geburt – Kinder – Liebe – die Alten – Tod lässt auf einen fünfteiligen Lebenszyklus schließen. Laut Werkverzeichnis wurden sie während der heutiger Ort ist nicht dokumentiert. Kat. Nr. 109 • Kassel 596 Über den Entstehungszusammenhang gibt die Denkschrift Kunstreferat von 1922 Auskunft: „Dem Wunsche des Casseler Kunstvereins, mit dessen Unterstützung im Frühjahr diesen Jahres im Casseler Orangeriegebäude eine Kunstausstellung stattfand, daß der großen Halle in der Orangerie ein besonderes Gepräge durch Ausmalung von 5 großen Feldern gegeben würde, konnte Rechnung getragen werden. Professor Ewald Dülberg von der Casseler Kunstakademie und seinen Schülern wurden staatliche Mittel gewährt und die Ausführung der Bilder übertragen. Nachdem diese Arbeiten in ausländischen Privatbesitz übergegangen sind, ist von Professor Dülberg der Staatsbeitrag zur Verwendung für ähnliche Zwecke wieder zur Verfügung gestellt worden.“ Kat. Nr. 109 • Kassel 597 Kat. Nr. 110 • Köln Heinrich Hoerle Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt Standort Tanzlokal „Charlott“ mit Bar „Cherie“, Tanzsaal, Altstadt Nord, Brückenstraße 15 Datierung 1929/30 Technik nicht bekannt Maße zweiteilig, genaue Maße nicht bekannt, je ca. Zustand nicht erhalten Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich auf Initiative des Architekten Hans Heinz Lüttgen) Quellen und Literatur Schmölz Presse Stadtanzeiger für Köln und Umgebung, 12.9.1930, Nr. 462 Rheinische Zeitung, 14.9.1930, Nr. 252 Querverweise Weitere Wandbilder von Heinrich Hoerle 1925 Köln, Der Neue Buchladen: Fassadenbemalung 1930er-Jahre, Köln, Kleine Glocke: Karnevalsdekorationen als Papierschnitte, um 1930 Köln, St. Peter Canisius, Apsis: Entwurf für Wandbild (nicht ausgeführt) Außerdem Beteiligung Heinrich Hoerles an der Ausstellung „Raum und Wandbild” im Kölnischen Kunstverein 1929. Weitere Wandmalereien in Gaststätten und Restaurants BERLIN, Scala, Tanzcasino: Rudolf Belling und Walter Würzbach, abstrakt/ornamentale Wandgestaltung, 1920 11); Interhotel „Bastei”, Außenbau: Rudolf Lipowski und Kurt Sillack, „Die Stadt der modernen sozialistischen Industrie, der Wissenschaft und der Kunst grüßt seine Gäste/Dresden grüßt seine Gäste”, 1969 DÜSSELDORF GESOLEI, Rheinterrassen, Weinsalon: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasenden Kat. Nr. 110 • Foto: Hugo Schmölz; Repro aus s. p. Kat. Nr. 110 • Köln 598 ser: Wandbilder in Wandzwickeln der Raumnischen Kaffeesaal: Franz Monjau mit Walter Lehmann und Emil Pohle, Wandfriese, um 1926 (Kat. Nr. 33); Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, wand- DÜSSELDORF, Haus zum Kurfürsten: Hans Kohlschein, Wandmalereien ohne Titel, 1925/26 DUISBURG, Duisburger Hof, Großer Saal (sog. Konversationshalle): Viktor Lurje, sog. Jahreszeiten- ESSEN, Börse, Erfrischungsraum: Johan Thorn Prikker, abstrakte Wandmalerei und Fenstergestaltung, 1924 HAMBURG, Altona, Kaisercafé: Otto Fischer- Trachau, Ausmalung des Hochzeitssaales, 1928 KÖLN, Hansahochhaus, Gaststätte: Richard Tanzlokal „Charlott” mit Bar „Cherie”, Blauer Salon: Willy Szesztokat, Wandbilder ohne Titel, um 1930 Seewald, Wandmalerei, 1927 KREFELD, Restaurant Hülser Berg: Johan Thorn Prikker, „Hühnerhof”, um 1909; Hotel Krefelder Hof: Johan Thorn Prikker, vierteiliger Zyklus „Die LEIPZIG, Auerbachs Keller: Ludwig von Hofmann, sog. Euphorion-Wandbild, 1912/13 LUXEMBOURG, Café Namur: Franz Wilhelm Seiwert, Entwürfe für Glasfenster, 1928 MÜNCHEN, Theresienhöhe, Ausstellungsgelände Erler, Wandbilder „Die vier Elemente”, 1908 STRAßBURG, Aubette, Tanz-Café: Hans Arp, Theo van Doesburg und Sophie Taeuber-Arp, abstrakte Wandgestaltung, 1925–1928 la nymphe Ancolie”, 1934 Beschreibung/Bemerkung 1929/30 wurde das Kölner Tanzlokal Charlott-Cherie durch den Architekten Hans-Heinz Lüttgen umgebaut. Dieser war 1929 auch für Entwurf und Gesamtleitung der Ausstellung „Raum und Wandbild“ im Kölnischen Kunstverein verantwortlich, an der neben anderen auch Heinrich Hoerle und Franz Wilhelm Seiwert beteiligt waren. Seit Beginn der 1920er-Jahre stand Lüttgen dem Kreis der Kölner Progressiven nahe und war besonders mit Hoerle befreundet. Die Wandbilder im Charlott-Cherie sind vermutlich auf diese enge persönliche Beziehung zurückzuführen. Außer Hoerle hatte er auch Willy Szestokat hinzugezogen. (Kat. Nr. 116) Hoerles Werke im Tanzsaal sind durch Schwarz- Es handelte sich hier jedoch um zwei Einzelbilder, die in klassischem Format (nahezu quadratisch) eher wie Tafelbilder wirken. Hoerle platzierte seine Werke rechts und links der Bühne. Je nach Bedarf konnten sie durch den Bühnenvorhang verdeckt werden. Sie zeigen abstrahierte Frauenakte in freier Landschaft, die jedoch nur durch Horizontlinien und stilisierte Bäume angedeutet wird. Diese Motive tauchen in seinen Tafelbildern der frühen 1930er-Jahre ebenfalls auf. Die Wandbilder waren in ihrer Farbigkeit laut einem Bericht des Kölner Stadtanzeigers „sogar dem Wechselspiel der eingebauten Lichtorgel angepaßt.“ Kat. Nr. 110 • Köln 599 Kat. Nr. 111 • Köln Peter Paffenholz Titel „Arbeiter und Bauern schützen den ersten proletarischen Staat der Welt, die Sowjetunion“/„Im Zeichen der Technik wird der Sozialismus siegen“/ „Bauernlesestube im russischen Dorf“ Standort Haus der KPD, Aquinostraße Datierung 1928 Technik nicht bekannt Maße dreiteilig, Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich KPD, Ortsgruppe Köln) Quellen und Literatur Brigitte Lohkamp, Malerei, in: 1979, Raumgestaltung in den zwanziger Jahren“, ebd., zu Paffenholz allg: Primärliteratur Der Rote Stern, Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Peter Paffenholz bekannt. Weitere Wandbilder in Parteigebäuden HALLE, Volkspark, Parteitag der USPD: Karl Völker, Bühnendekoration mit Proletarierin mit Kindern und des „Klassenkampfes”: Karl Völker, fünf Wandbilder, Beschreibung/Bemerkung Die drei Werke, die Paffenholz für das Parteigebäude der KPD in Köln ausführte, sind nur durch die Publikation im sozialistischen Blatt „Der Rote Stern“ von 1928 überliefert. Hieraus werden die einzelnen Motive und Kompositionen deutlich, nicht aber die Disposition im Raum, Größe oder Angaben zur Technik. Die Werke sind nicht erhalten. Es handelte sich um drei einzelne Werke, die offenbar ähnlich wie bei Völkers Werken für das Verlagsgebäude des Klassenkampfes in Halle als in sich geschlossene Kompositionen konzipiert sind. Anders als dort bleibt bei Paffenholz der äußere Umriss jedoch freier und nicht so schematisch Kat. Nr. 111 • Abb. entnommen aus: „Der Rote Stern“, 15. Aug. 1928, s. p.; Nachdruck in Revolution und Realismus, Berlin 1978, S. 304 Kat. Nr. 111 • Köln 600 emblemhaft. Die Titel der Werke sind mit „Arbeiter und Bauern schützen den ersten proletarischen Staat der Welt, die Sowjetunion“, „Im Zeichen der Technik wird der Sozialismus siegen“ und „Bauernlesestube im russischen Dorf“ im Roten Stern überliefert. Im ersten Werk der Arbeiter und Bauern sind vier männliche Figuren in Schritt- und Hockstellung zu sehen, zwei mit Gewehr im Anschlag, der erste mit der roten Fahne in der Linken. Hinter ihnen die schematisierte Darstellung von Fabriken sowie ein großer Sowjetstern mit Hammer und Sichel. Das zweite Werk, in dem es um die Technik und ihren Nutzen für den Sozialismus geht, wird vor allem durch eine auf den Betrachter zufahrende erhobener Sichel und Dampfwolken von Zug und Fabrikschornsteinen charakterisiert. Auf dem dritten Bild sitzen vier Männer in einer Bauernlesestube beim Lesen, Radiohören und Schreiben. An der Wand der Stube sind ein ein Sowjetstern zu sehen. Die Wandbilder vermitteln die zentralen Inhalte der Partei mit ihrer illustrativen und narrativen Bildsprache auf direktem Weg. Die Titel sind hier im Gegensatz zu Völkers Werken in Halle nicht in die Komposition integriert. Kat. Nr. 111 • Köln 601 Kat. Nr. 112 • Köln Richard Seewald Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Zyklus für ein Hochhaus-Café) Standort Hansahochhaus, Gaststätte Datierung 1927 Technik nicht bekannt Maße drei- oder vierteilig, Maße nicht bekannt Zustand zerstört Auftraggeber nicht bekannt Quellen und Literatur Klemens Klemmer, Jacob Koerfer (1875–1930). Ein Architekt zwischen Tradition und Moderne, München 1987 (Zugl.: Berlin, Techn. Univ., Diss., 1986), Presse Luise Straus-Ernst: Neue Arbeiten von Richard Seewald, in: Kölner Stadtanzeiger, 17.2.1927 (mit Abb.) Querverweise Weitere Wandbilder von Richard Seewald 1927 Köln, Festräume der Zoo-Gaststätte: Wandmalerei, gemeinsam mit seinen Schülern der Kölner Werkschulen 1927 München, Glaspalast, Ruheraum des Architekten Wilhelm Kreis: Bergsee mit Boot und Inseln 1928 Köln, Marienburg, Gartenpavillon des Kaufmanns Julius Schloss: „Szenen vom Lago Maggiore“ 1929 Köln Rodenkirchen, Privathaus des Künstlers: Wandbilder für Speisezimmer (Kartons auf Ausst. „Raum und Wandbild“ ausgestellt) um 1929 Köln, Kölner Werkschule, Rotes Haus: 1930 Rheinisches Museum: Entwürfe für Wandbil- 1955 Köln, Gürzenich: Wanddekorationen 1961 München, Hofgartenarkaden: „15 griechische Landschaften“ Außerdem Beteiligung Richard Seewalds an der Ausstellung „Raum und Wandbild” im Kölnischen Kunstverein 1929 sowie zahlreiche kirchliche Aufträge für Fenster und Fresken, vor allem in der Nachkriegszeit. Kat. Nr. 112.1–2 • Abb. entnommen aus: Kölner Stadtanzeiger, 17.02.1927 Kat. Nr. 112 • Köln 602 Weitere Wandmalereien in Gaststätten und Restaurants BERLIN, Scala, Tanzcasino: Rudolf Belling und Walter Würzbach, abstrakt/ornamentale Wandgestaltung, 1920 11); Interhotel „Bastei”, Außenbau: Rudolf Lipowski und Kurt Sillack, „Die Stadt der modernen sozialistischen Industrie, der Wissenschaft und der Kunst grüßt seine Gäste/Dresden grüßt seine Gäste”, 1969 DÜSSELDORF GESOLEI, Rheinterrassen, Weinsalon: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasenden Tieren, - bilder in Wandzwickeln der Raumnischen und über Franz Monjau mit Walter Lehmann und Emil Pohle, Wandfriese, um 1926 (Kat. Nr. 33); Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, wandmalerische Ausstat- DÜSSELDORF, Haus zum Kurfürsten: Hans Kohlschein, Wandmalereien ohne Titel, 1925/26 DUISBURG, Duisburger Hof, Großer Saal (sog. Konversationshalle): Viktor Lurje, sog. Jahreszeiten- ESSEN, Börse, Erfrischungsraum: Johan Thorn Prikker, abstrakte Wandmalerei und Fenstergestaltung, 1924 HAMBURG, Altona, Kaisercafé: Otto Fischer- Trachau, Ausmalung des Hochzeitssaales, 1928; KÖLN, Kleine Glocke: Heinrich Hoerle, Karnevalsdekoration (temporär), 1930er-Jahre; Tanzlokal „Charlott” mit Bar „Cherie”, Tanzsaal: Heinrich Hoerle, 110) und Blauer Salon: Willy Szesztokat, Wandbilder Festräume: Richard Seewald, Wandmalerei, 1927 KREFELD, Restaurant Hülser Berg: Johan Thorn Prikker, „Hühnerhof”, um 1909; Hotel Krefelder Hof: Johan Thorn Prikker, vierteiliger Zyklus „Die LEIPZIG, Auerbachs Keller: Ludwig von Hofmann, sog. Euphorion-Wandbild, 1912/13 LUXEMBOURG, Café Namur: Franz Wilhelm Seiwert, Entwürfe für Glasfenster, 1928 MÜNCHEN, Theresienhöhe, Ausstellungsgelände Erler, Wandbilder „Die vier Elemente”, 1908 STRAßBURG, Aubette, Tanz-Café: Hans Arp, Theo van Doesburg und Sophie Taeuber-Arp, abstrakte Wandgestaltung, 1925–1928 la nymphe Ancolie”, 1934 Beschreibung/Bemerkung Der Zyklus, den Richard Seewald für das Café im Kölner Hansahochaus 1927 geschaffen hatte, wurde im selben Jahr ausführlich im Kölner Stadtanzeiger beschrieben, gewürdigt und mit drei Abbildungen illustriert. Luise Strauss-Ernst erwähnte Seewald im Kunstblatt, bemängelte jedoch, dass die Umgebungsgestaltung des Cafés die Wandbilder nicht ideal zur Geltung lassen komme. Aus den drei im Stadtanzeiger veröffentlichten Abbildungen geht die Anordnung der Werke vor Ort nicht hervor. Es sind drei Teilansichten zu sehen, Himmel oder zu Wasser zeigen. Der Bericht im Stadtanzeiger beschreibt relativ ausführlich einige dieser Szenen sowie eine heitere, leichte Farbigkeit und Pinselführung. Luise Strauss-Ernst schrieb dem Werk Seewalds in dem Artikel des Kunstblatts allgemein wandmalerische Qualitäten zu, da er seine Werke oftmals architektonisch aufbaute und mit dem Wechsel von der Ölmalerei zur Gouache sich auch in der Farbigkeit der Skala von Wandmalereien bzw. Fresken näherte. Einen ausgesprochen tektonischen Bildaufbau kann man aber in den Werken für das Café des Hansa-Hochhauses nicht feststellen. Er beschränkte sich zwar im Wesentlichen auf vertikale und horizontale Anordnung der Bildelemente, jedoch scheinen die Figuren frei auf dem Hintergrund platziert. Seewald war seit 1924, als er einen Ruf an die Kölner Kunstgewerbe- und Handwerkerschule (seit 1926 „Kölner Werkschulen“) angenommen und dort die Leitung der Klasse für Wandmalerei und selben Jahr hatte ihm der Kölnische Kunstverein eine Einzelausstellung gewidmet; 1927 und 1930 folgten dort zwei weitere Einzelausstellungen. Außer den Werken im Hansahochhaus konnte er in Köln einige andere Wandmalereien im öffentlichen, sakralen oder privaten Bereich ausführen (vgl. Querverweise). Zu den Kölner Progressiven um Seiwert und Hoerle hatte er keinen direkten Kontakt, da sich ihre Kunstauffassungen grundsätzlich unterschieden. Seewald blieb stets einer narrativen und konservati- Kat. Nr. 112 • Köln 603 Kat. Nr. 113 • Köln Richard Seewald Kat. Nr. 113.1 • Foto: Verfasserin, 2015 Kat. Nr. 113.4 • Foto: Verfasserin, 2015 Kat. Nr. 113.2 • Foto: Verfasserin, 2015 Kat. Nr. 113.3 • Foto: Verfasserin, 2015 Kat. Nr. 113 • Köln 604 Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt Standort Kölner Werkschulen, Rotes Haus, Ubierring 40 (Außenwand zur Mainzer Str.) heutiger Name: TH Köln, Fachbereich Kunst und Design Datierung um 1929 Technik Maße Zustand erhalten, teilweise beschädigt Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich Kölner Werkschulen, evtl. auf Initiative des Direktors Richard Riemerschmid) Quellen und Literatur Querverweise Weitere Wandbilder von Richard Seewald 1927 Köln, Festräume der Zoo-Gaststätte: Wandmalerei, gemeinsam mit seinen Schülern der Kölner Werkschulen 1927 Köln, Hansahochhaus: Wandbildzyklus für 1927 München, Glaspalast, Ruheraum des Architekten Wilhelm Kreis: Bergsee mit Boot und Inseln 1928 Köln, Marienburg, Gartenpavillon des Kaufmanns Julius Schloss: „Szenen vom Lago Maggiore“ 1929 Köln Rodenkirchen, Privathaus des Künstlers: Wandbilder für Speisezimmer (Kartons auf Ausst. „Raum und Wandbild“ ausgestellt) 1930 Rheinisches Museum: Entwürfe für Wandbil- 1955 Köln, Gürzenich: Wanddekorationen 1961 München, Hofgartenarkaden: „15 griechische Landschaften“ Außerdem Beteiligung Richard Seewalds an der Ausstellung „Raum und Wandbild” im Kölnischen Kunstverein 1929 sowie zahlreiche kirchliche Aufträge für Fenster und Fresken, vor allem in der Nachkriegszeit. Beschreibung/Bemerkung Die von Seewald gestalteten sieben Wandfelder schosses und ersten Geschosses. an eine Bade- oder Uferszene erinnern. Rechts und links wird dieses Mittelfeld jeweils von kleinen, orgemauerten Fassade des Untergeschosses setzte Seewald jeweils ein gebogtes Schmuckband ein, das sich über die gesamte Breite des Wandfeldes erstreckte. In beiden rechten Feldern sind diese Schmuckbänder und teilweise auch die seitlichen Ornamente einer Vergrößerung der Einfahrt zum Opfer. Seewald reduzierte seine Szenen hier auf die wesentlichen Linien, die in den nassen Putz geschnitten wurden. Die Szenen sind nicht narrativ angelegt und nehmen inhaltlich keinen Bezug auf ihren vorzuführen – und sind insofern mehr als dekorative Wandgestaltung, denn als Wandmalerei oder Wandbild im hier verwendeten Sinne einzuordnen. Kat. Nr. 113 • Köln 605 Kat. Nr. 114 • Köln Richard Seewald Titel „Die vier Jahreszeiten“ (Entwürfe) Standort Rheinisches Museum, Köln Deutz Datierung 1930 Technik nicht ausgeführt Maße nicht bekannt Zustand nicht ausgeführt, Gebäude Ende der 1950er-Jahre abgerissen Auftraggeber Stadt Köln (vermutlich auf Initiative des Museumsdirektors des Rheinischen Museums) Quellen und Literatur Richard Seewald. Radierungen, Holzschnitte, Lithographien, Querverweise Weitere Wandbilder von Richard Seewald 1927 Köln, Festräume der Zoo-Gaststätte: Wandmalerei, gemeinsam mit seinen Schülern der Kölner Werkschulen 1927 Köln, Hansahochhaus: Wandbildzyklus für 1927 München, Glaspalast, Ruheraum des Architekten Wilhelm Kreis: Bergsee mit Boot und Inseln 1928 Köln, Marienburg, Gartenpavillon des Kaufmanns Julius Schloss: „Szenen vom Lago Maggiore“ 1929 Köln Rodenkirchen, Privathaus des Künstlers: Wandbilder für Speisezimmer (Kartons auf Ausst. „Raum und Wandbild“ ausgestellt) um 1929 Köln, Kölner Werkschule, Rotes Haus: 1955 Köln, Gürzenich: Wanddekorationen 1961 München, Hofgartenarkaden: „15 griechische Landschaften“ Außerdem Beteiligung Richard Seewalds an der Ausstellung „Raum und Wandbild” im Kölnischen Kunstverein 1929 sowie zahlreiche kirchliche Aufträge für Fenster und Fresken, vor allem in der Nachkriegszeit. Weitere Wandbilder in Museen ALTENBURG, Lindenau-Museum: Ernst Müller-Gräfe, Wandbildzyklus im Treppenhaus, 114.1 • Entwurf (Detail) • Abb. entnommen aus: A S. 60 114.2 • Entwurf (Detail) • Abb. entnommen aus: A S. 60 Kat. Nr. 114 • Köln 606 ERFURT, Städtisches Museum: Erich Heckel, „Die Charles Crodel, Türfüllungen im Rokokoraum der ESSEN, Museum Folkwang: Willi Baumeister, Wandbildentwurf für Rotunde des Museumsneubaus, 46), Ernst Ludwig Kirchner, Verschiedene Entwürfe für die Ausmalung des Festsaales, 1925–1933 - HALLE, Museum für Vorgeschichte: Paul Thiersch mit Schülerinnen, Wandmalereizyklus im Treppen- HAMBURG, Kunsthalle: Dorothea Maetzel-Johannsen, Vier Stillleben im Vorsaal zum Vortragsraum, Geschichte: Otto Fischer-Trachau, Entwurf für ein KÖLN, Kunstgewerbemuseum: Franz Wilhelm Seiwert, „Die Welt der Arbeit” (Glasfensterentwurf), 1930/31 KREFELD, Kaiser Wilhelm Museum: Johan Thorn LEIPZIG, Grassi Museum: Otto Fischer-Trachau, Wandbild, Farbgestaltung von Saal und Treppen- MÜNCHEN, Deutsches Museum: Claus Bergen, Diez, „Wissenschaft und Technik vom Fortschritt - OLDENBURG, Oldenburgisches Landesmuseum im Schloss: Karl Schmidt-Rottluff, Wandbildentwurf, Beschreibung/Bemerkung Die Wandbilder für das Rheinische Museum in Köln-Deutz, das 1928 für die Ausstellung der Pressa umgebaut worden war, sollten die letzten Werke Seewalds in Köln werden, bevor er 1931 nach Ronco, Italien übersiedelte. Seewald hatte die Entwürfe zu den Wandbildern im Auftrag der die Ausführung jedoch gestrichen wurden, konnte das Projekt nicht umgesetzt werden, und Seewald erhielt nur eine Entschädigung von „einigen tausend Mark“. (Richard Seewald, Meine Kölner Jahre, in: Die Entwürfe zeigen schmale Querformate, auf Szenen einer Flusslandschaft im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter darstellte. Er nahm damit Bezug auf die unmittelbare Lage des Gebäudes am Rheinufer und reihte sich mit diesem Zyklus zugleich in die Tradition der Jahreszeitendarstellungen in Museumsgebäuden ein. Kat. Nr. 114 • Köln 607 Kat. Nr. 115 • Köln Heinrich Hoerle und Franz Wilhelm Seiwert Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt Standort Der Neue Buchladen, Passage 53 Datierung 1925 Technik nicht bekannt/Fassadenbemalung Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich Inhaber Karl Töller) Quellen und Literatur Gemeentemuseum Den Haag Postkarte des Neuen Buchladens, 1925 mit Fassadenbemalung von F.W. Seiwert und H. Hoerle (Postkarte von F.W. Seiwert an Familie de Wit) (Abb. s. oben) Querverweise Weitere Wandbilder von Heinrich Hoerle 1929/30 Köln, Tanzlokal „Charlott” mit Bar „Cherie”, 1930er-Jahre, Köln, Kleine Glocke: Karnevalsdekorationen als Papierschnitte um 1930 Köln, St. Peter Canisius, Apsis: Entwurf für Wandbild (nicht ausgeführt) Weitere Wandbilder von Franz Wilhelm Seiwert 1916 Köln, Haus von Mevissen: Kuppelausmalung 1916/17 Eifel, Wohnhaus Carl Oskar Jatho, Wohnzimmer: Freskenmalerei Glasfenster um 1930, Ohne Ortsangabe: Wandbild für einen Fotografen 1931/32 Köln, Kunstgewerbemuseum: Entwurf für das Glasmosaik „Die Welt der Arbeit” Außerdem Beteiligung beider an der Ausstellung „Raum und Wandbild” im Kölnischen Kunstverein 1929 Beschreibung/Bemerkung Franz Wilhelm Seiwert und Heinrich Hoerle hatten hier eine der wenigen Gelegenheiten, eine Wandmalerei im öffentlichen Raum auszuführen. Für den Neuen Buchladen gestalteten sie die Fassadenbemalung. Über die gesamte Fassade Kat. Nr. 115 • Postkarte zur Fassadenbemalung des Neuen Buchladens, 1925 • Gemeentmuseum Den Haag, Den Haag Kat. Nr. 115 • Köln 608 des Eckladens im Erdgeschoss breiteten sie ihre Architekturelementen aus. Die Fassadenmalerei ist nur durch eine Schwarz- Weiß-Postkarte überliefert, die keine Aussagen zur Farbigkeit zulässt. Den Kölner Progressiven war es ein zentrales Anliegen, den öffentlichen Raum mitzugestalten. Das Wandbild galt ihnen gleichsam als höchstes Ziel einer gesellschaftlich relevanten Malerei; das Tafelbild lehnten sie als individuelles Einzelwerk, das nur wenigen Menschen zugänglich blieb und zudem Ausgangspunkt kapitalistischer Warenwirtschaft sein konnte, dagegen weitgehend ab. Sie hatten jedoch kaum öffentliche Umsetzungsmöglichkeiten ihrer künstlerischen Ideen: 1929 nahmen sie an der Ausstellung „Raum und Wandbild“ im Kölnischen Kunstverein teil, Hoerle schuf Karnevalsdekoratio- 1931/32 ein Glasmosaik zum Thema „Welt der Arbeit“ realisieren, das jedoch 1935 von der nationalsozialistischen Regierung beschlagnahmt wurde und seitdem als verschollen gilt. (Entwurf 1930, Aquarell Ludwig, Köln, Graphische Sammlung; Größe des Kat. Nr. 115 • Köln 609 Kat. Nr. 116 • Köln Willy Szesztokat Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt Standort Tanzlokal „Charlott“ mit Bar „Cherie“, Blauer Salon, Altstadt Nord, Brückenstraße 15 Datierung um 1930 Technik nicht bekannt/Wandmalerei Maße mehrteilige Wandmalerei, Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich auf Initiative des Architekten Hans Heinz Lüttgen) Quellen und Literatur NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln Postkarte des Blauen Salons (S. auch S. 219) Presse Rheinische Zeitung, 14.9.1930, Nr. 252 Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Willy Szesztokat bekannt. Weitere Wandmalereien in Gaststätten und Restaurants BERLIN, Scala, Tanzcasino: Rudolf Belling und Walter Würzbach, abstrakt/ornamentale Wandgestaltung, 1920 11); Interhotel „Bastei”, Außenbau: Rudolf Lipowski und Kurt Sillack, „Die Stadt der modernen sozialistischen Industrie, der Wissenschaft und der Kunst grüßt seine Gäste/Dresden grüßt seine Gäste”, 1969 DÜSSELDORF GESOLEI, Rheinterrassen, Weinsalon: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasenden Tieren, um - 35); Rheingoldsaal: Ernst Aufseeser: Wandbilder in Wandzwickeln der Raumnischen und über Saaltür, Monjau mit Walter Lehmann und Emil Pohle, Wandfriese, um 1926 (Kat. Nr. 33); Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, wandmalerische Ausstat- Kat. Nr. 116 • Postkarte des Blauen Salons, um 1930 • NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln Kat. Nr. 116 • Köln 610 DÜSSELDORF, Haus zum Kurfürsten: Hans Kohl- 25) DUISBURG, Duisburger Hof, Großer Saal (sog. Konversationshalle): Viktor Lurje, sog. Jahreszeiten- ESSEN, Börse, Erfrischungsraum: Johan Thorn Prikker, abstrakte Wandmalerei und Fenstergestaltung, 1924 HAMBURG, Altona, Kaisercafé: Otto Fischer- Trachau, Ausmalung des Hochzeitssaales, 1928 KÖLN, Kleine Glocke: Heinrich Hoerle, Karnevalsdekoration (temporär), 1930er-Jahre; Hansahochhaus, Gaststätte: Richard Seewald, Wandbildzyklus, 1927 Tanzsaal: Heinrich Hoerle, Wandbilder neben der Festräume: Richard Seewald, Wandmalerei, 1927 KREFELD, Restaurant Hülser Berg: Johan Thorn Prikker, „Hühnerhof”, um 1909; Hotel Krefelder Hof: Johan Thorn Prikker, vierteiliger Zyklus „Die LEIPZIG, Auerbachs Keller: Ludwig von Hofmann, sog. Euphorion-Wandbild, 1912/13 LUXEMBOURG, Café Namur: Franz Wilhelm Seiwert, Entwürfe für Glasfenster, 1928 MÜNCHEN, Theresienhöhe, Ausstellungsgelände Erler, Wandbilder „Die vier Elemente”, 1908 STRAßBURG, Aubette, Tanz-Café: Hans Arp, Theo van Doesburg und Sophie Taeuber-Arp, abstrakte Wandgestaltung, 1925–1928 la nymphe Ancolie”, 1934 Beschreibung/Bemerkung Der Künstler Willi Szesztokat (1884–1963), der im Köln der 1920er-Jahre zu den bekanntesten Karika- malereien im sog. Blauen Salon verantwortlich, die nur durch eine historische Postkarte dokumentiert sind. mit Ballkleid, Hügelketten, Bäume – aus, die sich zu menfügen. Anders als Hoerle (Kat. Nr. 110) arbeitete er ganz ohne feste Bildgrenzen und nutzte die freien Wände für die lockere Platzierung der einzelnen Szenen und Figuren. Die eigentliche Wandfarbe schien er in den freien Flächen dazwischen als Hintergrund genutzt zu haben und erzielte so eine heiter luftige und dekorative Wirkung. überliefert ist, die nur Teile der Ausmalung zeigt, können über genaue Details oder die Farbigkeit keine Aussagen getroffen werden. Kat. Nr. 116 • Köln 611 Kat. Nr. 117 • Köln Johan Thorn Prikker Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Entwurf für ein Wandbild mit Fischmotiven) Standort Gebäude der Allgemeinen Ortskrankenkasse Datierung 1928 Technik nicht gesichert, ob ausgeführt/Karton für ein Fresko Maße nicht bekannt Zustand nicht bekannt, ob ausgeführt Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich Allgemeine Ortskrankenkasse Köln/oder deren Architekt Carl Moritz (Bj. 1926)) Quellen und Literatur Kat. W 32 Johan Thorn Prikker. Wilhelm Schmurr, Kunsthalle Recklinghausen, Recklinghausen 1956, Primärliteratur Entwürfe Kunstmuseen Krefeld Karton Vgl. Kat. W 32 (Abb. s. oben) Querverweise Weitere Wandbilder und andere baugebundene Arbeiten von Johan Thorn Prikker 1902 Den Haag/Scheveningen, Villa De Zeemeeuv: „Das Spiel des Lebens” 1905 Krefeld, Amtsgericht: Salomos Urteil 1905 Krefeld, Restaurant Hülser Berg: Gesamtkonzept für Wand- und Deckengestaltung, „Hühnerhof” 1909 Krefeld, Standesamt: Entwurf für Wandbild „Die Trauung” 1910 Hagen, Bahnhofshalle: Glasfenster „Der Künstler als Lehrer für Handel und Gewerbe” 1911 Hagen, Hohenhof (Wohnhaus Carl Ernst Osthaus): Glasfenster „Der Kampf des Lichts gegen das Dunkel” im Treppenhaus und Einsatzbild „Kämpfende Eulen” im Arbeitszimmer 1914 Hagen, Stadthalle: Entwurf für Mosaik „Musik und Tanz” Kat. Nr. 117 • Abb. entnommen aus: s. p. (Kat.Nr. 37) Kat. Nr. 117 • Köln 612 1914 Köln, Werkbundausstellung, Haus Heinersdorff: Neun Glasfenster 1915 Essen, Altkatholische Kirche: Fenster und Mosaiken 1922 Hagen, Stadthalle: Wandmalerei und Glasfenster 1923 Krefeld, Kaiser Wilhelm Museum, Marmorsaal: 1923 Krefeld, Hotel Krefelder Hof, Speisesaal: Wandbilder der Elemente verkörpert durch Wild- - taurant: abstrakte Gestaltung des Gastraumes 1924 Essen, Börse, Erfrischungsraum: abstrakte Wandgestaltung und Glasfenster 1924/25 Oberhausen, Gute-Hoffnungs-Hütte, Verwaltungsgebäude: 23 Entwürfe für geometrische Glasfenster 1925 Den Haag, Duinoordkerk: Mosaik 1926 Düsseldorf, Gesolei, Pavillonbauten: zwei Mosaike „Der Tag” und „Die Nacht” 1926 Mülheim an der Ruhr, Stadthalle: Mosaik „Geistliche und weltliche Musik” und Glasfenster 1918–1927 Rotterdam, Rathaus: Wandbilder in Ratssaal und Bürgersaal, Entwürfe für Glasfenster der Eingangshalle 1927 Wittlaer, Kirche St. Remigius: Glasgemälde 1927 Hagen, Rathaus: ornamentales Fenster im Treppenhaus 1928 Krefeld, Synagoge: Glasfenster 1929 Eindhoven, Firma Phillips, Eingangshalle der Hauptverwaltung: Wandbild „Das ideale Sprechen, Hören und Sehen” 1929 Essen, Museum Folkwang: Steinmosaik im Schmuckhof, Gestaltung der Türen 1932 Amsterdam, Rathaus: Wandbildzyklus mit Allegorien von Weisheit, Gerechtigkeit, Einigkeit, Gesetzestreue, Voraussicht und Glaube Seit den 1930er-Jahren vor allem abstrakte Glasfenster im säkularen sowie sakralen Bereich. Beschreibung/Bemerkung Thorn Prikker entwarf für den Neubau der Allgemeinen Ortskrankenkasse Köln ein Wandbild mit vier stilisierten Fischen vor einem geometrisch ornamentierten Hintergrund, der Wasser und Wellen andeutet. Auch die Fische versah er im Entwurf mit einer geometrischen Binnenstruktur, die sich so besonders gut in den Hintergrund einfügen. Die Farbigkeit lässt sich analog der Kolorierung des Kartons vermuten: „Schwarz, rot, verschiedene Blau, grün, weiß, braun, Silber- und Goldbronze auf quadriertem, weitgehend freigelassenem Grund. Die Umrandung wiederholt, außer Schwarz und Weiß, die Farben der bildlichen Darstellung und hat zusätzlich die Farben Gelb und Violett.“ ( Kat. Nr. 117 • Köln 613 Kat. Nr. 118 • Köln nicht bekannt s. Abb. 59 Titel David und Goliath Standort Katholische Volksschule, Außenbau Falckensteinstraße 34 Datierung um 1924 Technik nicht bekannt (Fresko oder Secco) Maße Zustand um 1939 überputzt, unter Putzschichten und dem heutigen Logo des Kolpingwerkes erhalten Auftraggeber Friedrich Bolte) Quellen und Literatur Gespräche der Verfasserin mit Roland Lappert und Winfried Lütke, 5.9. und 10.9.2012 Querverweise Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Das monumentale Bild am Außenbau der katholischen Volksschule erstreckte sich über drei Stockwerke und fast die gesamte Breite der Brandmauer am Kopfbau des Schulgebäudes. Das Wandbild war auch für die öffentliche Wahrnehmung der Schule prägend: Sie wurde im Volksmund lange Zeit als „Davidschule“ bezeichnet. Der unbekannte Künstler zeigte eine überlebensgroße Darstellung des Kampfes von David gegen Goliath. Es war von einem markanten Rahmen Vergrößerung eines Tafelbildes oder einer Buchmalerei. In Komposition und klarer, linearer Gestaltung könnte Hans Holbeins Stich von David und Goliath Pate gestanden haben, der in der Publikation Die Welt in Bildern für Schul- und Unterrichtszwecke von 1881 abgebildet war. (s. Abb. 60) - Kat. Nr. 118 • Köln 614 Stadtschulrates zum Opfer, die verlangte, dass alle konfessionell gebundenen Schulen in staatliche Schulen umgewandelt und damit auch alle religiösen oder konfessionellen Zeichen entfernt werden mussten. Bei zwei Erneuerungen der Fassade 1993 und 2004 konnten jeweils Reste des Wandbildes nachgewiesen werden; eine Wiederherstellung konnte jedoch sich an der Stelle des Wandbildes das Logo des Kolpingwerkes. Kat. Nr. 118 • Köln 615 Kat. Nr. 119 • Königsberg Edmund von Freyhold Keine Abb. bekannt Titel Titel nicht bekannt Standort Datierung 1927/28 Technik Fresko Maße nicht bekannt Zustand nicht bekannt Auftraggeber Preußisches Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung Quellen und Literatur Presse und Primärliteratur Die Kunstwerke des Neubaus, in: Königsberger Allgemeine Zeitung, Jg. 53, Nr. 49, 29.1.1928, 1. Beil. Morgenausg. Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Edmund von Freyhold bekannt. Weitere Wandmalereien in Universitäten 1918–1933 BERLIN, Charité, großer Hörsaal der Universität: Hugo Vogel, Ohne Titel (sog. Prometheus-Bild), HALLE, Universität, Burse zur Tulpe: Charles Crodel, „Improvisationen über Leben und Tod“, 1929 HALLE, Institut für Leibesübungen der Universität Halle, Moritzburg: Charles Crodel, „Wettlauf der JENA, Universität Hauptgebäude: Charles Crodel, „Griechenland und die Vertreibung der Türken von Weitere Wandmalereien in Universitäten vor 1918 BERLIN, Universität, Aula: Arthur Kampf, „Fichtes Rede an die deutsche Nation”, 1913/14 JENA, Universität, Senatssaal: Ludwig von Hofmann, „Die neun Musen”, 1909; Aula: Ferdinand Hodler: „Auszug deutscher Studenten in den Freiheitskrieg von 1813”, 1909 Blüte Griechenlands”, 1909; Wandelhalle: Friedrich MARBURG, Universität, Aula: Peter Johann Theodor Janssen, Gemäldezyklus, 1895–1903 Kat. Nr. 119 • Königsberg 616 Beschreibung/Bemerkung Über das zentrale Fresko des Künstlers Edmund von der Königsberger Universität ausführte, sind kaum Informationen überliefert. Die Königsberger Allgemeine Zeitung erwähnt am 29.1.1928 zwar, dass der Künstler zu dieser Zeit an der Ausführung des Freskos arbeitete, in später Hinweise mehr auf das Werk oder gar Abbildungen. oder In die künstlerische Ausstattung des Universitätsneubaus waren neben von Freyhold weitere Künstler einbezogen, das zentrale Fresko war jedoch die einzige Wandmalerei. Daneben gab es Fenster mit Siegeln deutscher Universitäten der Künstlerin Marion Schmidt, die bei Gottfried Heinersdorf mit Puhl und Wagner Königsberger Professoren von Fritz Burmann, Otto Ewel, Arthur Kuhnau und Gertrud Lerbs, die für das Treppenhaus bestimmt waren; Schlusssteine für eine Tordurchfahrt und Reliefs mit studentischen Szenen für den Gartenhof von Rudolf Dandert; vier Bronzestatuen als Repräsentanten der Fakultäten in der Mittelhalle von Ludwig Cauer (Martin Luther/ Theologie), Ernst Filitz (Paracelsus/Medizin), Walter Rossenberg (Immanuel Kant/Philosophie) und Katharina Kraus-Hobson (Friedrich Stein/ Jurisprudenz). Kat. Nr. 119 • Königsberg 617 Kat. Nr. 120 • Krefeld Johan Thorn Prikker Titel „Die Elemente“ (sinnbildlich dargestellt durch Wildgänse, Möwen, Adler, Krähen) Standort Hotel Krefelder Hof, Speisesaal Datierung 1923 Technik nicht bekannt (vermutlich Kasein-Secco) Maße vierteilig, Maße nicht bekannt Zustand zerstört (Kriegsverlust) Auftraggeber nicht bekannt Quellen und Literatur Presse und Primärliteratur „Krefelder Hof“, in: Krefelder Zeitung, 4.4.1924 (Kopie, in: Archiv der Kunstmuseen, Krefeld, Karton Nr. 96, 1922–1947/Wortlaut wie Querverweise Weitere Wandbilder und andere baugebundene Arbeiten von Johan Thorn Prikker 1902 Den Haag/Scheveningen, Villa De Zeemeeuv: „Das Spiel des Lebens” 1905 Krefeld, Amtsgericht: Salomos Urteil 1905 Krefeld, Restaurant Hülser Berg: Gesamtkonzept für Wand- und Deckengestaltung, „Hühnerhof” 1909 Krefeld, Standesamt: Entwurf für Wandbild „Die Trauung” 1910 Hagen, Bahnhofshalle: Glasfenster „Der Künstler als Lehrer für Handel und Gewerbe” 1911 Hagen, Hohenhof (Wohnhaus Carl Ernst Osthaus): Glasfenster „Der Kampf des Lichts gegen das Dunkel” im Treppenhaus und Einsatzbild „Kämpfende Eulen” im Arbeitszimmer 1914 Hagen, Stadthalle: Entwurf für Mosaik „Musik und Tanz” 1914 Köln, Werkbundausstellung, Haus Heinersdorff: Neun Glasfenster 1915 Essen, Altkatholische Kirche: Fenster und Mosaiken 1922 Hagen, Stadthalle: Wandmalerei und Glasfenster 1923 Krefeld, Kaiser Wilhelm Museum, Marmorsaal: Kat. Nr. 120.1 • Entwurf „Adler“ • Abb. entnommen aus: s. p. Kat. Nr. 120.2 • Entwurf „Wildgänse“ • Abb. entnommen aus: s. p. Kat. Nr. 120 • Krefeld 618 und ornamentaler Schmuckfries/Wandgestaltung Börsenrestaurant: abstrakte Gestaltung des Gastraumes 1924 Essen, Börse, Erfrischungsraum: abstrakte Wandgestaltung und Glasfenster 1924/25 Oberhausen, Gute-Hoffnungs-Hütte, Verwaltungsgebäude: 23 Entwürfe für geometrische Glasfenster 1925 Den Haag, Duinoordkerk: Mosaik 1926 Düsseldorf, Gesolei, Pavillonbauten: zwei Mosaike „Der Tag” und „Die Nacht” 1926 Mülheim an der Ruhr, Stadthalle: Mosaik „Geistliche und weltliche Musik” und Glasfenster 1918–1927 Rotterdam, Rathaus: Wandbilder in Ratssaal und Bürgersaal, Entwürfe für Glasfenster der Eingangshalle 1927 Wittlaer, Kirche St. Remigius: Glasgemälde 1927 Hagen, Rathaus: ornamentales Fenster im Treppenhaus 1928 Köln, Gebäude der Allgemeinen Ortskrankenkasse: Entwurf für ein Wandbild mit Fischmotiven 1928 Krefeld, Synagoge: Glasfenster 1929 Eindhoven, Firma Phillips, Eingangshalle der Hauptverwaltung: Wandbild „Das ideale Sprechen, Hören und Sehen” 1929 Essen, Museum Folkwang: Steinmosaik im Schmuckhof, Gestaltung der Türen 1932 Amsterdam, Rathaus: Wandbildzyklus mit Allegorien von Weisheit, Gerechtigkeit, Einigkeit, Gesetzestreue, Voraussicht und Glaube Seit den 1930er-Jahren vor allem abstrakte Glasfenster im säkularen sowie sakralen Bereich. Weitere Wandmalereien in Gaststätten und Restaurants BERLIN, Scala, Tanzcasino: Rudolf Belling und Walter Würzbach, abstrakt/ornamentale Wandgestaltung, 1920 11); Interhotel „Bastei”, Außenbau: Rudolf Lipowski und Kurt Sillack, „Die Stadt der modernen sozialistischen Industrie, der Wissenschaft und der Kunst grüßt seine Gäste/Dresden grüßt seine Gäste”, 1969 DÜSSELDORF GESOLEI, Rheinterrassen, Weinsalon: Victor Lurje, Wandmalerei mit grasenden Dauerbauten, Kaffeesaal: Franz Monjau mit Walter Lehmann und Emil Pohle, Wandfriese, um 1926 (Kat. Nr. 33); Rheinterrassen, Hagstube: Willi Tschech, wandmalerische Ausstat- DÜSSELDORF, Haus zum Kurfürsten: Hans Kohlschein, Wandmalereien ohne Titel, 1925/26 DUISBURG, Duisburger Hof, Großer Saal (sog. Konversationshalle): Viktor Lurje, sog. Jahreszeiten- ESSEN, Börse, Erfrischungsraum: Johan Thorn Prikker, abstrakte Wandmalerei und Fenstergestaltung, 1924 HAMBURG, Altona, Kaisercafé: Otto Fischer- Trachau, Ausmalung des Hochzeitssaales, 1928 KÖLN, Kleine Glocke: Heinrich Hoerle, Karnevalsdekoration (temporär), 1930er-Jahre; Hansahochhaus, Gaststätte: Richard Seewald, Wandbildzyklus, 1927 Tanzsaal: Heinrich Hoerle, Wandbilder neben der Willy Szesztokat, Wandbilder ohne Titel, um 1930 Seewald, Wandmalerei, 1927 KREFELD, Restaurant Hülser Berg: Johan Thorn Prikker, „Hühnerhof”, um 1909 LEIPZIG, Auerbachs Keller: Ludwig von Hofmann, sog. Euphorion-Wandbild, 1912/13 LUXEMBOURG, Café Namur: Franz Wilhelm Seiwert, Entwürfe für Glasfenster, 1928 MÜNCHEN, Theresienhöhe, Ausstellungsgelände Erler, Wandbilder „Die vier Elemente”, 1908 STRAßBURG, Aubette, Tanz-Café: Hans Arp, Theo van Doesburg und Sophie Taeuber-Arp, abstrakte Wandgestaltung, 1925–1928 la nymphe Ancolie”, 1934 Beschreibung/Bemerkung Dieser Wandbildzyklus ist nicht erhalten und soweit bekannt nur in zwei Schwarz-Weiß-Abbildungen überliefert. Thorn Prikker wandte hier ähnliche Kompositionsprinzipien wie im Lebenszyklus im Kaiser Wilhelm Museum an. verhältnismäßig detailliert: „Die Fähigkeit Thorn-Prikkers, auch unter ungünstigen architektonischen Verhältnissen Raum- und Wandbild zu verschmelzen, hat sich in den neuen Wandbildern des Hotels ,Krefelder Hof’ glänzend bewährt. Hier stand ein sogenannter Louis-seize-Raum zur Verfügung, die übliche Anlage mit Supraporten, Akanthus, durchbrochenen Wanddessen Muster diesem Tanzsälchen mässig zu Gesichte stand. Wandbilder Thorn-Prikkers schienen in dieser Sphäre unmöglich. Dennoch mit souveräner Rücksichtslosigkeit hat der Künstler den alten schwächlichen Eindruck getilgt und einen modernen Festsaal von ernster Stimmung geschaffen. Aus dunklem Rahmenwerk leuchten jetzt die neuen Wandbilder in lichten grauen und rötlichen Tönen heraus, im Dunkelblau der Wölbung harmonisch zusammengefasst. Darstellungen aus der Tierwelt, hier wie die Wandbilder des Kaiser-Wilhelm-Museums aus einem grosszügigen Linienwerk, das den Kat. Nr. 120 • Krefeld 619 ganzen Saal netzartig umschliesst. Als verbindendes Element zwischen den einzelnen Feldern dient gleichzeitig ein mäanderartiges Wolkenband, dessen geometrische Form für die Architektur des Raumes, für die Ornamentik unerlässlich war. Seine rein Stilisierung von Wolkenbändern der asiatischen Kunst ihr Gegenstück. […] Die zeichnerische Durchbildung der einzelnen Tiere, besonders der Wildgänse und des Adlers, ist von wundervoller Schönheit, auch die rein ornamentalen Felder von eindrucksvoller Wirkung. […]“ ( 1925, Kat. Nr. 120 • Krefeld 620 Kat. Nr. 121 • Krefeld Johan Thorn Prikker s. auch Abb. 73–78 Titel Lebenszyklus Standort Kaiser Wilhelm Museum, Marmorsaal, 2. Obergeschoss Datierung 1923 Technik Kasein-Secco Maße Zustand erhalten; erste Vermauerung 1936, 1949 anlässlich der Thorn-Prikker-Gedächtnisausstellung freigelegt, ab späten 1960er-Jahren zeitweise durch Vorhang verdeckt, 1976 schließlich erneut überbaut; im Zuge der Sanierung des Kaiser Wilhelm Museums 2015 Freilegung und Restaurierung Auftraggeber Quellen und Literatur Ernst Hoff: Pause für Thorn Prikker, in: Rheinische Post, 7.10.1976 1951 Presse und Primärliteratur Karl Pipper, Kritische Betrachtungen zu den Wandbildern Thorn Prikkers im Kaiser-Wilhelm-Museum, in: Niederrheinische Volkszeitung, 9.4.1924 kers im Krefelder Kaiser-Wilhelm-Museum, in: Die Kunst für Alle, (sic!), in: Krefelder Zeitung, 7.2.1924 sowie in Niederrheinische Volkszeitung 17.2.1924 Christian Jeußen, Jan Thorn-Prikker. Zu den neuen Wandmalereien im Krefelder Museum, in: Hellweg. Wochenschrift für Deutsche Kunst, 4. Jg., H.9, Essen, Prikkers im Kaiser Wilhelm Museum zu Krefeld, in: Krefelder Zeitung, 22.11.1923, Neue Westdeutsche Lehrerzeitung, 2.4.1924 sowie Kölner Tageblatt, 5.2.1924 Kat. Nr. 121.1–3 • Eröffnung der Thorn Prikker- Ausstellung 1949 im Marmorsaal • Foto: Bildarchiv Kunstmuseen Krefeld Kat. Nr. 121 • Krefeld 621 Mitteilung des Krefelder Museumsverein, in: Krefelder Zeitung, 24.10.1923 Unterstützung anfragt für die Verköstigung Thorn Prikkers während seines Aufenthaltes in Krefeld Kunstmuseen Krefeld, Archiv Karton Nr. 96, 1922–1947 Kunstmuseen Krefeld, Bildarchiv Entstehungszeit: • Thorn Prikker bei der Arbeit an „Kindheit“ • Linienzeichnung für „Jugend“ • Linienzeichnung für „Mannesalter“ • Linienzeichnung für „Reifes Leben“ (Detailaufnahme) stellung 1932 ker-Ausstellung am 20.8.1949 Querverweise Weitere Wandbilder und andere baugebundene Arbeiten von Johan Thorn Prikker 1902 Den Haag/Scheveningen, Villa De Zeemeeuv: „Das Spiel des Lebens“ 1905 Krefeld, Amtsgericht: Salomos Urteil 1905 Krefeld, Restaurant Hülser Berg: Gesamtkonzept für Wand- und Deckengestaltung, „Hühnerhof” 1909 Krefeld, Standesamt: Entwurf für Wandbild „Die Trauung” 1910 Hagen, Bahnhofshalle: Glasfenster „Der Künstler als Lehrer für Handel und Gewerbe” 1911 Hagen, Hohenhof (Wohnhaus Carl Ernst Osthaus): Glasfenster „Der Kampf des Lichts gegen das Dunkel” im Treppenhaus und Einsatzbild „Kämpfende Eulen” im Arbeitszimmer 1914 Hagen, Stadthalle: Entwurf für Mosaik „Musik und Tanz” 1914 Köln, Werkbundausstellung, Haus Heinersdorff: Neun Glasfenster 1915 Essen, Altkatholische Kirche: Fenster und Mosaiken 1922 Hagen, Stadthalle: Wandmalerei und Glasfenster 1923 Krefeld, Hotel Krefelder Hof, Speisesaal: Wandbilder der Elemente verkörpert durch Wildund ornamentaler Schmuckfries/Wandgestaltung Börsenrestaurant: abstrakte Gestaltung des Gastraumes 1924 Essen, Börse, Erfrischungsraum: abstrakte Wandgestaltung und Glasfenster 1924/25 Oberhausen, Gute-Hoffnungs-Hütte, Verwaltungsgebäude: 23 Entwürfe für geometrische Glasfenster 1925 Den Haag, Duinoordkerk: Mosaik 1926 Düsseldorf, Gesolei, Pavillonbauten: zwei Mosaike „Der Tag” und „Die Nacht” 1926 Mülheim an der Ruhr, Stadthalle: Mosaik „Geistliche und weltliche Musik” und Glasfenster 1918–1927 Rotterdam, Rathaus: Wandbilder in Ratssaal und Bürgersaal, Entwürfe für Glasfenster der Eingangshalle 1927 Wittlaer, Kirche St. Remigius: Glasgemälde 1927 Hagen, Rathaus: ornamentales Fenster im Treppenhaus 1928 Köln, Gebäude der Allgemeinen Ortskrankenkasse: Entwurf für ein Wandbild mit Fischmotiven 1928 Krefeld, Synagoge: Glasfenster 1929 Eindhoven, Firma Phillips, Eingangshalle der Hauptverwaltung: Wandbild „Das ideale Sprechen, Hören und Sehen” 1929 Essen, Museum Folkwang: Steinmosaik im Schmuckhof, Gestaltung der Türen 1932 Amsterdam, Rathaus: Wandbildzyklus mit Allegorien von Weisheit, Gerechtigkeit, Einigkeit, Gesetzestreue, Voraussicht und Glaube Seit den 1930er-Jahren vor allem abstrakte Glasfenster im säkularen sowie sakralen Bereich. Weitere Wandbilder in Museen ALTENBURG, Lindenau-Museum: Ernst Müller-Gräfe, Wandbildzyklus im Treppenhaus, ERFURT, Städtisches Museum: Erich Heckel, „Die Charles Crodel, Türfüllungen im Rokokoraum der ESSEN, Museum Folkwang: Willi Baumeister, Wandbildentwurf für Rotunde des Museumsneubaus, die Ausmalung von Festsaal und Rotunde, 1928 Entwürfe für die Ausmalung des Festsaales, Folkwang-Zyklus im Brunnensaal, 1928–1931 HALLE, Museum für Vorgeschichte: Paul Thiersch mit Schülerinnen, Wandmalereizyklus im Treppen- HAMBURG, Kunsthalle: Dorothea Maetzel-Johannsen, Vier Stillleben im Vorsaal zum Vortragsraum, Geschichte: Otto Fischer-Trachau, Entwurf für ein KÖLN, Kunstgewerbemuseum: Franz Wilhelm Seiwert, „Die Welt der Arbeit” (Glasfensterentwurf), 1930/31; Rheinisches Museum: Richard Seewald, LEIPZIG, Grassi Museum: Otto Fischer-Trachau, Wandbild, Farbgestaltung von Saal und Treppen- MÜNCHEN, Deutsches Museum: Claus Bergen, Kat. Nr. 121 • Krefeld 622 Diez, „Wissenschaft und Technik vom Fortschritt Hans W. Schmidt, „Die Herstellung des Schreibgrun- OLDENBURG, Oldenburgisches Landesmuseum im Schloss: Karl Schmidt-Rottluff, Wandbildentwurf, Wandbilder in Museen außerhalb Deutschlands (ohne Katalogeintrag) HELSINKI, Nationalmuseum: Akseli Gallen-Kallela mit Sohn Jorma Gallen, Kuppelausmalung der Eingangshalle, 1927/28 Museum: Marc Chagall, Wandmalereizyklus, 1922 PHILADELPHIA, The Barnes Foundation: Henri Matisse, „Der Tanz”, 1932 Beschreibung/Bemerkung Der Lebenszyklus im Kaiser Wilhelm Museum besteht aus vier einzelnen Wandbildern, die die vier Lebensalter in Verbindung mit den vier Jahreszeiten thematisieren: Kindheit, Jugend, Mannenalter und Reifes Alter. Thorn Prikker verschränkt Figuren und Hintergrund mittels eines ausgeprägten Liniensystems und eine weitgehend einheitliche Farbwahl eng miteinander. Der Zusammenschluss der einzelnen Werke zu einer nicht nur inhaltlichen, sondern auch formalen Einheit gelingt durch die Anwendung seines Kompositionsprinzip aus Diagonalen, das von der jeweiligen Bildgröße ausgehend angelegt wird und allen vier Werken zugrunde liegt. Stilistisch wurzeln Thorn Prikkers Werke in Symund bisweilen kubistisch zersplitterte Elemente entwickelt er eine individuelle Bildsprache. Zu diesem Zyklus vgl. besonders Kapitel IV.1. Johan Thorn Prikker: Lebenszyklus im Kaiser Wilhelm Museum Krefeld, 1923 in vorliegender Arbeit. Kat. Nr. 121 • Krefeld 623 Kat. Nr. 122 • Leipzig Otto Fischer-Trachau Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Monumental- Gemälde sowie Farbgestaltung des Saales und Treppenhauses, geätzte Fenster) Standort Grassi Museum, Neubau, Empfangshalle, Ausstellung für europäisches Kunstgewerbe Datierung 1927 Technik nicht bekannt Maße Zustand nicht erhalten Auftraggeber nicht bekannt Quellen und Literatur 125 Jahre Museum für Kunsthandwerk Leipzig/ Grassi Museum, Teil 2/1 Die Museumschronik von den Anfängen bis zum Jahr 1929, Abb.) Ute Camphausen, Die Leipziger Kunstgewerbeschule. Eine Dokumentation zu Geschichte und Wirkung der Kunstgewerbeschule der Stadt Leipzig und ihrer Vorgänger- und Nachfolgeeinrichtungen, Das Grassi Museum am Johannisplatz zu Leipzig. Erste Jahresgabe, Primärliteratur Otto Fischer-Trachau, in: Fachblatt der Maler, 5. Jg., Grassi Museum Leipzig Querverweise Weitere Wandbilder und Raumgestaltungen von Otto Fischer-Trachau vor 1933 1919 Hamburg, Delikatessengeschäft Michelsen: Wandgemälde 1920 Hamburg, Realgymnasium des Johanneums, Eingangshalle: Wandbild Kriegerehrung und farbige Wandgestaltung sowie ornamentale Fenster 1921 Hamburg, Curiohaus, Künstlerfest „Die Götzen- Schmidt; Raumgestaltung des Großen Saals mit Emil 1922 Hamburg, Museum für Hamburgische Geschichte, Hörsaal: Entwurf für ein Wandbild und Kat. Nr. 122 • Foto: GRASSI Museum für Angewandte Kunst, Leipzig Kat. Nr. 122 • Leipzig 624 1922 Hamburg, Oberrealschule vor dem Holstentor, 1922 Hamburg, Werkbund-Ausstellung, Ortsgruppe Hamburg: Bemalung des Ausstellungspavillons 1923 Hamburg, GEG (Großeinkaufs-Gesellschaft deutscher Consumvereine), Sitzungssaal: Wandbild 1923/24 Hamburg, Stadthalle, Kuppelsaal: Decken- 1924 Hamburg, Lichtwarkschule, Aula: Deckengemälde „Jugend” sowie Farbgestaltung von Orgel und Saaldecke 1925 Hamburg, Lyceum am Lübecker Torfeld, Aula: 1925 Hamburg, Verkaufsraum der Firma Brienitzer (Handschuhe und Accessoires): Wandmalerei 1925 Braunschweig, Ausstellung „Heim und Scholle”, Weinrestaurant: Wandbilder und Farbgestaltung 1928 Leipzig, Taubstummenanstalt, Aula: Entwurf für eine Wandmalerei 1928 Hamburg Altona, Kaisercafé: Ausmalung des Hochzeitssaales Weitere Wandbilder in Museen ALTENBURG, Lindenau-Museum: Ernst Müller-Gräfe, Wandbildzyklus im Treppenhaus, ERFURT, Städtisches Museum: Erich Heckel, „Die Charles Crodel, Türfüllungen im Rokokoraum der ESSEN, Museum Folkwang: Willi Baumeister, Wandbildentwurf für Rotunde des Museumsneubaus, die Ausmalung von Festsaal und Rotunde, 1928 Entwürfe für die Ausmalung des Festsaales, Folkwang-Zyklus im Brunnensaal, 1928–1931 HALLE, Museum für Vorgeschichte: Paul Thiersch mit Schülerinnen, Wandmalereizyklus im Treppen- HAMBURG, Kunsthalle: Dorothea Maetzel-Johannsen, Vier Stillleben im Vorsaal zum Vortragsraum, Geschichte: Otto Fischer-Trachau, Entwurf für ein KÖLN, Kunstgewerbemuseum: Franz Wilhelm Seiwert, „Die Welt der Arbeit” (Glasfensterentwurf), 1930/31; Rheinisches Museum: Richard Seewald, KREFELD, Kaiser Wilhelm Museum: Johan Thorn MÜNCHEN, Deutsches Museum: Claus Bergen, Diez, „Wissenschaft und Technik vom Fortschritt 136), Hans W. Schmidt, „Die Herstellung des Schreibgrundes in Altertum und Mittelalter“, 1926 OLDENBURG, Oldenburgisches Landesmuseum im Schloss: Karl Schmidt-Rottluff, Wandbildentwurf, Wandbilder in Museen außerhalb Deutschlands (ohne Katalogeintrag) HELSINKI, Nationalmuseum: Akseli Gallen-Kallela mit Sohn Jorma Gallen, Kuppelausmalung der Eingangshalle, 1927/28 Museum: Marc Chagall, Wandmalereizyklus, 1922 PHILADELPHIA, The Barnes Foundation: Henri Matisse, „Der Tanz”, 1932 Beschreibung/Bemerkung Fischer-Trachau hatte für die Ausstellung „Europäisches Kunstgewerbe“ in Leipzig 1927 für die Empfangshalle des Architekten Hubert Ritter (daher oft auch als Rittersaal bezeichnet) ein monumentales Wandbild entworfen, das jedoch nur temporär über der Empore an der Stirnwand angebracht war. In einer ausgewogenen und weitgehend symmetrisch angelegten Bildlandschaft aus geometrischen Versatzstücken platzierte er drei weibliche und vier einem Männerpaar eine stilisierte Silhouette eines Baumes als weiteres organisches Element zu sehen. Die Komposition ist auf die die Empore/Brüstung tragenden schmalen Pfeiler ebenso abgestimmt sowie in ihrer Farbigkeit auf die von Fischer-Trachau konzipierte Farbgestaltung der gesamten Pfeilerhalle. Die von César Klein entworfenen Fenster mit den Allegorien der Erdteile, die ebenfalls für die Ausstellung entstehen sollten, konnten erst 1928 fertiggestellt und im Bruno-Saal eingesetzt werden. Bis auf wenige Fragmente kriegszerstört. (Grassi Kat. Nr. 122 • Leipzig 625 Kat. Nr. 123 • Leipzig Wilhelm Lachnit Titel „Aufbau“ Standort Taubstummenanstalt, Festsaal heutiger Name: Sächsische Landesschule für Hörgeschädigte Leipzig, Förderzentrum Samuel Heinicke Datierung 1929 Technik Fresko Maße Zustand zerstört beim Bombenangriff auf Leipzig, 4.12.1943 Auftraggeber Preisausschreiben des Akademischen Rates zu Dresden; Ausführung der Neugestaltung des Festsaales sowie des Wandgemäldes ermöglicht durch das sächsische Innenministerium zusammen mit dem Akademischen Rat des Samuel-Heinicke-Instituts Quellen und Literatur Friedegund Weidemann, Aufbau: Zu Wilhelm Lachnits Wandbild von 1929 für die Taubstummenanstalt Leipzig. Idealer Menschheitsentwurf und reale Gesellschaftsperspektive in der proletarisch-revolutionären Kunst um 1930, in: Bildende Kunst 1987, 34 Friedegund Weidemann, Wilhelm Lachnit, ersch. in der Kunstheftreihe „Maler und Werk“ aus dem VEB Presse und Primärliteratur Walter Zänker, Aus dem Tagebuch der Anstalt, in: Die Brücke Franz Wegwitz, Das Wandgemälde von Wilhelm Lachnit im Festsaal des Samuel-Heinicke-Instituts, in: Leipzig. Illustrierte Monatsschrift für Kultur, Wirtschaft und Verkehr, VI. Jg., Nr. 9, Februar 1930 Hans Nachod, Ein neues Wandgemälde in Leipzig, in: Neue Leipziger Zeitung, 2.2.1930 Blätter für Taubstummenbildung, 43.1930, H. 6, Vergleichsentwurf) Blätter für Taubstummenbildung, Blätter für Taubstummenbildung, Blätter für Taubstummenbildung, 41.1928, H. 15, Kat. Nr. 123.1 • Foto: Bildarchiv der Sächsischen Landesschule für Hörgeschädigte, Inv. Nr. HSW 0475-0002 Kat. Nr. 123.2 • Entwurf (nicht erhalten) • Abb. entnommen aus: S. 126 Kat. Nr. 123 • Leipzig 626 Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden App.2560,276a Bildarchiv der Sächsischen Landesschule für Hörgeschädigte Entwürfe Entwurf von Wilhelm Lachnit, Thema: Aufbau Werkdetails und Verbleib nicht bekannt im Nachlass nicht erhalten publiziert in: Entwurf von Bernhard Kretzschmar, Thema: Gefühl, Verstand, Genie Werkdetails und Verbleib nicht bekannt publiziert in: Querverweise Weitere Wandbilder von Wilhelm Lachnit nicht bekannt. Beschreibung/Bemerkung Wilhelm Lachnits (1899–1962) Wandgemälde in dem neu gestalteten, tonnengewölbten Festsaal der Taubstummenanstalt füllte die gesamte, durch drei Arkadenöffnungen gegliederte Stirnwand aus. Es ergab sich so ein geschwungenes Bildfeld ohne jede gerade Begrenzung. Der Künstler öffnet mit seinem Werk den Bildraum, indem er ähnlich einer Weltlandschaft Betrachterstandpunkt auf eine Ideallandschaft mit Hügeln, Wäldern, Meer und einen leicht bewölkten Himmel freigab. An zentraler und höchster Stelle ist eine Dreier-Gruppe zu sehen: Vater und Mutter Jünglingsakt, ebenfalls in Frontalsicht. Rechts und links sind größere Personengruppen zu sehen, die in erster Linie auch aus stehenden Figuren zusammengesetzt sind. In der rechten Szene wird offenbar – ähnlich einer Szene von Jesu Geburt – der Beginn des Lebens sowie die Kindheit und Jugend thematisiert. In der linken Personengruppe ist ein Blinder zu sehen, der auf die ihm zugewandte Gruppe stehender Männer und Jünglinge zugeht. Vor diesen liegen einige Vierkant-Balken im Gras, auf denen zwei weitere Personen Platz genommen haben. Im Hintergrund ist ein Baugerüst zu sehen. In dieser Bildhälfte wird offenbar das Titelthema des Aufbaus bildlich umgesetzt. In den Bildzwickeln über den beiden tragenden zu sehen. Rechts eine Mutter mit Kind, links ein Mäher mit geschulterter Sense. Sie können als Symbole für Leben und Tod gelesen werden. Lachnit schildert diese Szenen sowie seine Landschaft in einer neusachlich-klaren Bildsprache. Über die Farbigkeit gibt nur der Bericht in der Neuen Leipziger Zeitung Auskunft: „Er arbeitet viel mit Lokalfarben und bevorzugt helle, aber neutrale Töne. Jedem Versuch, das Atmosphärische als malerischen Reiz zu verwerten, wird ausgewichen; alles geht in einem glasklaren – man möchte sagen zen, Berge, ja selbst Wasser und Wolken werden als scharf begrenzte Körper gegeben.“ Der Autor sieht in dieser Malweise eine besonders geeignete Herangehensweise für ein Wandbild. Sie entspricht der traditionellen Vorstellung der Wandmalerei wie sie vor allem in Barock und Renaissance vorherrschte. Der Künstler schuf ein Sinnbild des Lebens in verschiedenen, autonomen Szenen, in die er seine Idee einer kommunistischen Weltrevolution Taubstummenanstalt nahm er keinen direkten Bezug. Monumentalität erreicht er durch die streng parallele und statische Aufstellung der Figuren. Wilhelm Lachnit hatte 1928 den vom Akademischen Rat zu Dresden ausgeschriebenen Wettbewerb für eine Wandmalerei im neu zu gestaltenden Festsaal der Taubstummenanstalt unter den 36 beteiligten Künstler gewonnen. Damit verbunden war ein Entwurfs. Die Neugestaltung des Festsaales mit dem Wandgemälde war ein nachträgliches Geschenk des sächsischen Staates zum 150-jährigen Bestehen der Leipziger Anstalt, das im Vorjahr gefeiert worden war. Das Wandbild wurde am 27.12.1929 fertiggestellt, die Einweihungsfeier fand am 2.2.1930 statt. Es war Lachnits erstes monumentales Werk. Der junge Künstler hatte 1926 an der Großen Internationalen Kunstausstellung in Dresden teilgenommen, auf der auch die italienischen Gruppen „Valori Plastici” und „Novecento” vertreten waren; dort kaufte die Dresdner Gemäldegalerie erstmals ein zeitgenössisches Werk eines noch unbekannten Malers an. Mit diesem Ankauf war Lachnit in die öffentliche Wahrnehmung getreten. 1927 war er Mitunterzeichner gegen die Entfernung von Vogelers Wandmalereien in Worpswede, 1929 Gründungsmitglied der Dresdner ASSO. Seine sozialistische Gesinnung kommt im Leipziger Wandbild jedoch nicht dominant zum Ausdruck, sondern klingt nur in Bauernarbeiter (links) und Landbevölkerung (rechts) an. Dies wird in Kleidung und Gesichtsausdrücken deutlich. Die klare Deutung als „idealer Menscheitsentwurf und reale Gesellschaftsperspektive einer proletarisch-revolutionären Kunst” von Weidemann 1987 sowie der politischen Ausrichtung der Zeitschrift Bildende Kunst und ihrer Autorin getroffen als aufgrund einer reinen Analyse von Stil und Komposition. Kat. Nr. 123 • Leipzig 627 Kat. Nr. 124 • Leipzig Ludwig von Hofmann Titel „Brunnen des Lebens“ (Ostwand) und „Quelle der Tatkraft“ (ehem. Westwand) Standort Deutsche Bücherei, Großer Lesesaal Datierung 1917–1919, Anbringung 1920 Technik Harz-Ölfarben auf Leinwand Maße Zustand „Brunnen des Lebens“ erhalten; „Quelle der Tatkraft“ bei Teilzerstörung der Deutschen Bücherei 1943 verloren Auftraggeber Königlich Sächsisches Ministerium des Innern Quellen und Literatur - Kat. 12.1–12.72 (Zahlreiche Entwürfe) 2005 Mirjam Flender, Ludwig von Hofmann als Wandmaler im öffentlichen Raum: Die Wandgemälde im Lesesaal der Deutschen Bücherei in Leipzig (1917–1920), Magisterarbeit Berlin 2002 Primärliteratur Georg Minde-Pouet, Ludwig von Hofmanns Wandgemälde im großen Lesesaal der Deutschen Bücherei, Bücherei als Jahresgabe, Nr. 4, Leipzig 1922 Querverweise Weitere Wandbilder von Ludwig von Hofmann 1896–1899 Godesberg, Villa Wacholderhöhe (Wohnhaus Fam. Karl von der Heydt): vier Supraporten 1900/01 Berlin, Standesamt an der Fischerbrücke, Trausaal: Puttenfries 1902 Hamburg, Privathaus des Architekten Gustav Zinnow, Treppenhaus: dekoratives Wandbild 1905/06 Dresden, III. Deutsche Kunstgewerbeausstellung, Museumshalle: Wandbildzyklus (sechsteilig) 1907 Frankfurt, Wohnhaus der Familie Dr. Ludwig Edinger, Eingangshalle: monumentaler Wandfries (sechsteilig) 1907/08 Weimar, Hoftheater, Foyer: Wandfriese „Aphrodite und die Chariten”, „Dionysoszug”, „Bestrafung durch die Erinnyen” Kat Nr. 124 • Raumansicht Ostwand, mit Wandbild „Quelle des Lebens“ • Deutsche Bücherei Leipzig • Foto: Deutsche Nationalbibliothek, Stephan Jockel Kat. Nr. 124 • Leipzig 628 1908 Berlin Grunewald, Villa der Familie Adolf Sultan: zwei Supraporten, „Arkadien-Wandfries” I und II, sowie in Vertäfelung eingepasstes Gemälde „Mänade” 1908/09 Berlin Charlottenburg, Wohnhaus der Familie Hermann Wallich: zwei Wandbilder 1908/09 Jena, Universität, Senatssaal: Wandbild „Die neun Musen” (auch „Musenreigen”) 1912/13 Leipzig, Auerbachs Keller: sog. Euphorion-Wandbild 1914 Köln, Werkbundtheater, Eingangshalle: Wandfries aus sieben Einzelbildern („Tanzende” und „Kämpfende”) 1918–25 drei weitere private Wandbildaufträge: Bleichert 1924 Stettin, Wandbild für Johannes Gollnow 1924/25 Dresden, Wohnhaus der Familie Paul Wilhelm Kaufmann: mehrere Supraporten Weitere Wandbilder in Bibliotheken LÜBECK Bibliothek der Hansestadt Lübeck, Lesesaal: Ervin Bossanyi, Fresken „Inspiration, geistige Arbeit, Denken“ (Stirnwand) und „Naturwissenschaften, der Wahrheitsverkünder und die Beschreibung/Bemerkung Ludwig von Hofmann, der 1909 in der Universität Jena sein monumentales Wandbild „Neun Musen“ ausgeführt und 1914 das Foyer des Werkbundtheaters Van de Veldes mit einem Figurenfries aus verschiedenen Wandbildern versehen hatte, erhielt ab 1917 nochmals die Gelegenheit, zwei Wandmalereien umzusetzen. Der Auftrag für die Deutsche Bücherei war 1915 zunächst an Otto Greiner vergeben worden, der jedoch vor Fertigstellung seiner Werke verstarb. Das Wandbild „Brunnen des Lebens“ ist erhalten Werk vollkommen symmetrisch an. In einer arkadischen Landschaft zeigt er in der Bildmitte einen monumentale Architekturaufbau, auf dem eine Mutter mit Kind in rotem Gewand den Blickfang bildet: der Brunnen des Lebens. Zur Rechten und Linken sind Akte und Halbakte zu sehen, sitzend, stehend, liegend oder im Schritt begriffen. Die Komposition ist auf die Mitte hin angelegt, die Figurenreigen zu den Seiten hin ab. Der Künstler hatte die Komposition auf das vorgebehielt er die klassischen Bildgrenzen bei. Das Wandbild wirkt insofern mehr als Tafelbild, als ein Werk. Es wurde 1919 fertiggestellt und konnte 1920 vor Ort installiert werden. Auch beim Werk „Quelle der Tatkraft“ behielt Gemälde dynamischer angelegt. Die männlichen Akte bewegen sich auf Pferden oder zu Fuß in energischer Bewegung von links nach rechts. Am linken Bildrand laben sich einige der Akteure an einem Wasserfall. Eine ausführliche Schilderung der Auftrags- und Ausführungsgeschichte sowie umfassende Dokumentation der zahlreichen Entwürfen und Annette Wagner-Wilke 2012. Kat. Nr. 124 • Leipzig 629 Kat. Nr. 125 • Lübeck Ervin Bossanyi Titel „Inspiration, geistige Arbeit, Denken“ (Stirnwand) und „Naturwissenschaften, der Wahrheitsverkünder und die Astronomie“ (Rückwand) Standort Bibliothek der Hansestadt Lübeck, Lesesaal heutiger Name: Willy-Pieth-Lesesaal Datierung 1925/26 Technik Fresko Maße Zustand erhalten/1938 übermalt, 1960 freigelegt, 1992 restauriert Auftraggeber Wettbewerb der „Gesellschaft von Freunden der der Stadtbibliothek“) Quellen und Literatur Ervin Bossanyi, Vision, art and exile, Jo Bossanyi, Leben und Arbeit des Künstlers Ervin Bossanyi von 1920 bis 1934 in Norddeutschland, Veröffentlichung der Stadtbibliothek der Hanse- Jörg Fligge und Klaus Mai, Der Lesesaal der Stadtbibliothek – gebaut und eingerichtet 1926, renoviert 1992, in: Der Wagen Ervin Bossanyi 1891–1975. Vision und Gestaltung. Die Lübecker Jahre eines Malers, seum für Kunst u. Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck, bearb. Von Jenns Eric Wowoldt, Lübeck Peter Karstedt, Ervin Bossanyi zum Gedächtnis. Die Geschichte seiner Fresken in der Stadtbibliothek, in: Lübeckische Blätter, 144.1984 Abram Enns, Kunst und Bürgertum. Die Kontroversen der zwanziger Jahre in Lübeck, Querverweise Weitere Wandbilder von Ervin Bossanyi 1928 Lübeck, Hochbauamt: Fresko als Supraporte Die beiden Lübecker Werke sind die einzigen beiden klassischen Wandbilder im öffentlichen Raum von Ervin Bossanyi. Neben diesen konnte er drei Wandbilder in Privaträumen ausführen (Haus der Familie Stolterfoth, Lübeck, 1927; in seinem eigenen Privathaus Hoheneichen 24, 1931/32; im Haus der Kat. Nr. 125.1 • „Inspiration, geistige Arbeit, Denken“, 1925/26 • Foto: Bibliothek der Hansestadt Lübeck, 2015 Kat. Nr. 125.2 • „Naturwissenschaften, der Wahrheitsverkünder und die Astronomie“, 1925/26 • Foto: Bibliothek der Hansestadt Lübeck, 2015 Kat. Nr. 125 • Lübeck 630 Familie Hölscher, Sanderskoppel 6, 1933) sowie in Hamburg einige keramische Wand- und Fliesenbilder vor allem für Projekte von Fritz Schumacher. Seit Beginn der 1920er-Jahre schuf er außerdem baugebundene Keramiken für private und öffentliche Auftraggeber. Weitere Wandbilder in Bibliotheken LEIPZIG, Deutsche Bücherei, Lesesaal: Ludwig von Hofmann, zwei Wandbilder „Brunnen des Lebens“ (Ostwand) und „Quelle der Tatkraft“ (ehem. West- Beschreibung/Bemerkung Für den Neubau der Stadtbibliothek, der 1926 fertig gestellt worden war, hatte die „Gesellschaft von Freunden der Stadtbibliothek“ einen Wettbewerb zur künstlerischen Ausgestaltung des großen Lesesaales ausgeschrieben. Neben Bossanyi hatten die Künstler Asmus Jessen und Alfred Mahlau Interesse bekundet, jedoch nur Mahlau und Bossanyi reichten schließlich Entwürfe ein. Den Wettbewerb konnte Bossanyi durch Fürsprache des Architekten Friedrich Wilhelm Virck sowie des Museumsdirektors Carl Georg Heises für sich entscheiden. Bossanyi hatte acht Entwürfe auf Gipsplatten vorgelegt. Die Jury stimmte dem Entwurf für die Stirnwand zu, für die Rückwand erlegte sie dem Künstler Änderungswünsche auf, die schließlich zur Ausführung des Bildes wie es heute erkennbar ist – als „Naturwissenschaften, der Wahrheitsverkünder und die Astronomie“ – geführt haben. Für die hellblaue Decke hatte er einfache Symbole für Wissenschaft, Transportwesen, Industrie, Landwirtschaft und Handwerk entworfen. Das Werk „Inspiration, geistige Arbeit, Denken“ hatte Bossanyi für die Stirnwand oberhalb des Auskunftsoberhalb der Holzvertäfelung aus. Vor einem vor allem aus Horizontalen und Vertikalen aufgebauten und geometrisch gegliederten Hintergrund zeigt Bossanyi drei Figuren bzw. Figurengruppen. Mittig wird die geistige Arbeit durch eine männliche Figur an einem Schreibpult dargestellt. Links ist die Inspiration zu sehen, als Figurenpaar, bei dem die Die sitzende Figur rechts hat den Kopf in die Hand gestützt und ist bei geschlossenen Augen in sich versunken. Die kontemplative Haltung wird durch die kreisförmige Gloriole im Hintergrund betont. Die statische Gestaltung der Figuren, die geometrische Gliederung des Bildgrundes sowie der symmetrische Bildaufbau sorgen für eine statische, ruhige Bildwirkung. Stilistisch und farblich orientierte sich der Künstler an mittelalterlichen Wand- bzw. Buchmalereien. Das Fresko an der Rückwand des Lesesaales ist analog zu erstem aufgebaut. Zentral positionierte gestus, links und rechts sind je ein sitzendes Figurenpaar eines älteren Gelehrten mit Bart und einem jüngeren Wissenschaftler zu sehen. Auch hier war der Hintergrund ähnlich geometrisch abstrakt gestaltet, und stilistisch lassen sich auch hier Elemente der mittelalterlichen Buch- und Die Themen der beiden Werke lassen sich unmittelbar aus der Funktion des Raumes, als ein Ort wissenschaftlichen und intellektuellen Arbeitens ableiten. Erste Ressentiments gegenüber diesen Werken waren bereits unmittelbar nach Fertigstellung zu vernehmen; im Nationalsozialismus wurden sie schließlich mit brauner Farbe übermalt. Ende der 1950er-Jahre wurden die Fresken wieder freigelegt und seit 1960 äußerte sich auch Bossanyi selbst zu Fragen der Restaurierung. 1962 wurde schließlich vereinbart, dass die Werke als Mahnmale in ihrem lädierten Zustand verbleiben sollten. Dies wurde im Werk der Stirnwand durch eine Wortlaut der Inschrift: „1960 freigelegt und nach dem Willen des Künstlers in schadhaftem Zustand belassen als ständige Mahnung zur Wahrung schöpferischer Freiheit.“ Kat. Nr. 125 • Lübeck 631 Kat. Nr. 126 • Lübeck Ervin Bossanyi Titel nicht bekannt Standort Hochbauamt, Mühlendamm Datierung 1928 Technik Fresko Maße Zustand nicht erhalten, in 1930er-Jahren übermalt Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich Hansestadt Lübeck) Quellen und Literatur Ervin Bossanyi, Vision, art and exile, Ervin Bossanyi 1891–1975. Vision und Gestaltung. Die Lübecker Jahre eines Malers, seum für Kunst u. Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck, bearb. von Jenns Eric Wowoldt, Lübeck Abram Enns, Kunst und Bürgertum. Die Kontroversen der zwanziger Jahre in Lübeck, Hamburg 1978, Primärliteratur Zum Neubau des Bauamtsgebäudes, in: Vaterländische Blätter, Querverweise Weitere Wandbilder von Ervin Bossanyi 1925/26 Lübeck, Bibliothek der Hansestadt Lübeck, Lesesaal: zwei Fresken „Inspiration, geistige Arbeit, Denken“ und „Naturwissenschaften, der Wahrheits- Die beiden Lübecker Werke sind die einzigen beiden klassischen Wandbilder im öffentlichen Raum von Ervin Bossanyi. Neben diesen konnte er drei Wandbilder in Privaträumen ausführen (Haus der Familie Stolterfoth, Lübeck, 1927; in seinem eigenen Privathaus Hoheneichen 24, 1931/32; im Haus der Familie Hölscher, Sanderskoppel 6, 1933) sowie in Hamburg einige keramische Wand- und Fliesenbilder vor allem für Projekte von Fritz Schumacher. Seit Beginn der Glasfenster, Fliesenbilder oder baugebundene Keramiken für private und öffentliche Auftraggeber. Kat. Nr. 126.1 • Foto: Bossanyi Archive, AAD, V&A Images • Abb. entnommen aus: Ervin Bossanyi, Vision, art and exile, Bossanyi und Sarah Brown, London 2008, S. 96 Kat. Nr. 126 • Lübeck Kat. Nr. 126.2 • Detail 632 Beschreibung/Bemerkung Das Fresko, das Bossanyi als Supraporte im Lübecker Hochbauamt ausführte, ist seit seiner Übermalung in den 1930er-Jahren verloren und wurde auch in der Literatur kaum dokumentiert. Das Werk zum Thema des Bauens/Arbeitens befand sich über dem Eingang zum Hochbauamt. Es war in die Wandnische eingepasst, die die Tür umrahmte drei engen Bogenstellungen abschloss. Diesen oberen Bildabschluss nutzte der Künstler um hier jeweils eine Figur oder Figurengruppe einzupassen. Links waren in gestaffelter Darstellung zwei Arbei- Verputzen einer Wand zu sehen; mittig eine frontal stehende männliche Figur mit weißem Haar und Bart, die einen Schlüssel an das junge Paar in der rechten Bildnische übergibt. Zur Farbigkeit können keine Aussagen gemacht werden. linearen Gestaltungsweise ähnlich wie die im Lesesaal der Stadtbibliothek an mittelalterlichen Wand- und Buchmalereien orientiert. Kat. Nr. 126 • Lübeck 633 Kat. Nr. 127 • Lüneburg Dorothea Maetzel-Johannsen Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Spielende Kinder) Standort Kinderheim Datierung 1926 Technik nicht bekannt Maße zweiteilig, Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten Auftraggeber nicht bekannt Quellen und Literatur Karin von Behr, Dorothea Maetzel-Johannsen. Nachlese. Leben und Werk, Kiel 2016, S. 68 Werkverzeichnis der Gemälde, Entwürfe Teilstudie zur Wandmalerei „Spielende Kinder“ im Lüneburger Kinderheim, 1926 Aquarell und Öl auf Karton Privatbesitz Entwurf für das Wandbild im Lüneburger Kinderheim, 1926 Aquarell auf Papier Querverweise Weitere Wandbilder von Dorothea Maetzel-Johannsen HAMBURG, Kunsthalle: Vier Stillleben im Vorsaal rium im ehemaligen Wasserturm: Deckenbild, 1930 Außerdem Ausstellungsbeteiligung an der 8. Ausstellung der Hamburgischen Sezession, Sonderschau zum Thema Raumgestaltung/Wandmalerei ( ) Kat. Nr. 127.1 • Raumansicht, um 1926 Kat. Nr. 127.2 • Teilstudie zur Wandmalerei „Spielende Kinder“ im Lüneburger Kinderheim, 1926 Kat. Nr. 127.3 • Entwurf für das Wandbild im Lüneburger Kinderheim, 1926 Kat. Nr. 127 • Lüneburg 634 Weitere Wandbilder in Kinderheimen und Kinderferienheimen BAD FRANKENHAUSEN, Kinderkurheim: Karl Völker, HALLE, Kindergarten in der Burgstraße, Jugendheim Klosterstraße, Kinderheim des Roten Kreuzes und Kinderheim Gimritz: Erwin Hahs mit Schülern, abstrakte Wandgestaltung, 1926 HAMBURG, Alsterdorfer Anstalten (Christliches Erziehungsheim für Mädchen, Feuerbergstraße 43), Festsaal: Wilhelm Danneboom, Gesamtraumausmalung mit Szenen zu Abendmahl, Fußwaschung, TÄNNICH, Reichsferienheim Friedrich-Ebert-Heim, Festsaal: Alfred Hanf, Wandbildzyklus „Hinan zum WORPSWEDE, Barkenhoff, Diele: Heinrich Vogeler, 153) Beschreibung/Bemerkung Für ein Kinderheim in Lüneburg entwarf Dorothea Maetzel-Johannsen eine Wandmalerei, die sich über zwei Wände des Raumes erstreckte. In neusachlich klarer Formensprache zeigte sie überlebensgroße Die Fensteröffnung auf der Längswand bezog sie in die Bildkomposition ein, indem sie sich den stehenden Jungen darauf abstützen ließ. In einem früheren Entwurf waren die beiden Bildfelder nahtlos miteinander verbunden; in der ausgeführten Version bezog sie beide Teile kompositorisch zwar aufeinander, fasste sie jedoch einzeln mit je einem dunklen Bildrahmen. Kat. Nr. 127 • Lübeck 635 Kat. Nr. 128 • Marburg Carl Ludwig Bantzer s. auch Abb. 29 Titel „Der Weg des Lebens“ Standort Rathaus, Sitzungssaal Datierung 1927–30 Technik Kasein und Öl auf Leinwand Maße Zustand erhalten Auftraggeber Stadtverordnung Marburg, Finanzierung durch Bankhaus Baruch Strauss Quellen und Literatur Bildarchiv Foto Marburg Negativ-Nr. 1.212.044 Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Carl Ludwig Bantzer bekannt. Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten in Rathäusern, seit 1900 AMSTERDAM, Rathaus, Trausaal: Wandbild von Chris Lebeau, 1926; Allegorien von Weisheit, Gerechtigkeit, Einigkeit, Gesetzestreue, Voraussicht und Glaube von Johan Thorn Prikker, 1932 BERLIN, Schöneberg, Rathaus, Ratskeller: Wandbil- saal: Franz Eichhorst, „Vom Anfang des Weltkrieges bis zur nationalen Erhebung”, ca. 1935–1938 BREMEN, Rathaus, Güldenkammer: Ausmalung von Heinrich Vogeler, 1904; Ratskeller: Wandbilder von CHEMNITZ, Neues Rathaus, Stadtverordnetensaal: DÜSSELDORF, Altes Rathaus, Treppenhaus im 31); Rathaus: Richard Gessner, „Die Rheinfront”, 1959/60 HAGEN, Rathaus: Fenster von Johan Thorn Prikker, 1927 HAMBURG, Rathaus, Großer Festsaal: Wandbild von Hugo Vogel, 1902–1909; Sitzungssaal: Walter Tanck, HANNOVER, Rathaus, Großer Festsaal: Fritz Erler, „Die Entwicklung menschlicher Siedlung von der Frühzeit bis zur Gegenwart”, 1910–1912; Sitzungssaal: Ferdinand Hodler, „Einmütigkeit”, 1911–1913 Kat. Nr. 128 • Foto: Erhart Dettmering Kat. Nr. 128 • Marburg 636 MAGDEBURG, Rathaus, gotischer Raum: abstrakte Raumausmalung von Franz Mutzenbecher und Carl Krayl, um 1922 MÜCHELN, Rathaus, Sitzungssaal: Deckenbild zum Thema Industrie und Landschaft von Karl Völker, ROTTERDAM, Rathaus, Bürgersaal: Wandbildzyklus von Johan Thorn Prikker, 1918–1927; SINGEN, STUTTGART, Rathaus: Fenster von Adolf Hölzel, 1928/29 ULM, Rathaus: Wandmalerei von Joseph Widmann, 1905–1907 WIEN, Neues Rathaus, Volkshalle: Gerd Arntz, „sozialarbeit der stadt wien”, 1929 Beschreibung/Bemerkung Das Wandbild von Carl Ludwig Bantzer im Sitzungssaal des Marburger Rathauses ver- Ständedarstellungen. Es wurde in Kasein und Öl auf Leinwand ausgeführt, durch einen dunklen Rahmen eingefasst und so zwar eindeutig abgegrenzt, zugleich aber auf diese Weise auch in die gesamte Raumausstattung einbezogen. Bantzer stellte den Lebensweg mithilfe zeitgenössischer Ständevertreter dar. Mittig ist eine sitzende Mutter mit drei Kleinkindern auf einer blühenden Wiese zu sehen. Die Ständevertreter bilden hinter ihr einen Reigen, der sich vom jugendlichen Rossebändiger rechts bis hin zum alternden Kreis am linken Bildrand erstreckt und Mutter und Kinder einfasst. Es konnte insofern symbolisch gelesen werden, durch die Darstellung der Zeitgenossen aber auch Marburger Bürger bieten. Das Bildprogramm wurde in Abstimmung zwischen Geldgeber, Stadtverordneten und Künstler erarbeitet. Bantzer stellt sich mit diesem Werk sowohl stilistisch als auch inhaltlich ganz in die Tradition allem ein regionales und nationales Bewusstsein, das sich aber nicht mehr aus dem Bekenntnis zu Kaiser und Reich, sondern vielmehr aus dem zu einer Volksgemeinschaft speist. Kat. Nr. 128 • Marburg 637 Kat. Nr. 129 • Merseburg Charles Crodel Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt (Entwürfe für Deckengemälde) Standort Stadthalle, Foyer Datierung 1929 Technik nicht ausgeführt Maße nicht bekannt Zustand nicht ausgeführt Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich auf Initiative des Architekten und Baurats Friedrich Zollinger) Quellen und Literatur Deutsches Kunstarchiv Nürnberg 1928, sowie Aug. 1929 Entwürfe Nachlass Charles Crodel Entwurf Karton 1:1 Querverweise Weitere Wandbilder von Charles Crodel Vermutlich 1924 Erfurt, Katholische Vorbereitungsschule: Entwurf für ein Hausschild („Thüringer 1924 Jena, Crodels Wohnhaus Kriegerstraße: Wandmalerei zur Erfurter Brunnenkapellen-Sage (1927 durch Schlossmuseum Weimar erworben; dort erhalten) 1925 Jena, Universitäts-Hauptgebäude: „Griechenland und die Vertreibung der Griechen von der 1926 Jena, Lyceum: Entwurf für ein Wandbild zum 1926 Erfurt, Hospital am Johannesring: „St. Georg 1926/27 Erfurt, Brunnenkapelle am Fischersand: Fresken zu 14 Kreuzwegstationen (Entwürfe ausgestellt auf Juryfreier Kunstschau Berlin 1927) 1929 Halle, Neubau des Arbeitsamtes, Sitzungssaal: 1929 Halle, Mitteldeutsche Landesbank: Entwurf für Kat. Nr. 129.1 • Nachlass Charles Crodel Kat. Nr. 129.2 • Nachlass Charles Crodel Kat. Nr. 129 • Merseburg 638 1929 Halle, Moritzburg: Entwurf für ein Deckenge- 1929 Halle, Standesamt Süd: Wand- und Deckenma- 1929 Halle, Universität, Burse zur Tulpe: „Improvisa- 1930/31 Naumburg, Dom St. Peter und Paul: Entwürfe für Glasfenster der Taufkapelle 1931 Halle, Moritzburg (Institut für Leibesübungen der Universität Halle): „Der Wettlauf der Atalante 1931/32 Bad Lauchstädt, Goethetheater und Kur- 1932 Halle, Burg Giebichenstein, Eckturm der Unterburg: Crodel mit Crodelklasse, Entwurf für 1932 Erfurt, Städtisches Museum (Angermuseum): Türfüllungen und Deckengemälde im Rokokoraum nach 1932 Essen, Museum Folkwang: Farb-Entwürfe für den Brunnenraum Außerdem Teilnahme an Ausstellungen 1927 Juryfreie Kunstschau Berlin: Kartons zu den Leidensstationen in der Erfurter Brunnenkapelle 1929/30 Juryfreie Kunstausstellung Berlin: Entwürfe für die Stadthalle Merseburg 1931 Berliner Bauausstellung: Wandmalerei für die Sonderausstellung „Maler und Bildhauer am Bau“ stück zum Wandbild im Hause Crodel) Seit den 1940er-Jahren vermehrt Glasmalereien im sakralen Raum. Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten in Stadthallen HAGEN, Stadthalle: Johan Thorn Prikker, Fenster und Mosaikentwürfe „Musik und Tanz”, 1922 HAMBURG, Stadthalle, Großer Saal: Otto Fischer-Trachau „Tanz und Liebe” (Deckenbild), MÜLHEIM AN DER RUHR, Stadthalle: Mosaike „Geistliche und weltliche Musik” von Johan Thorn Prikker und Emil Fahrenkamp, 1926 Beschreibung/Bemerkung Über diesen Entwurf für ein Deckenbild im Foyer der Stadthalle Merseburg sind keine Einzelheiten bekannt. Im Tagebuch schreibt Crodel über den Entwurf lediglich, dass er „mit der ,Verkündigung’ auf der ,Lebenssichel’“ anfange. (TB III, Aug. 1929) Die Grundanlage der geplanten Komposition mit Stadtsilhouette und Figurenreigen lässt sich im Entwurf nachvollziehen. Die Entwürfe waren 1929/30 auf der Juryfreien Kunstausstellung in Berlin zu sehen. Kat. Nr. 129 • Merseburg 639 Kat. Nr. 130 • Mücheln Karl Völker Titel Ohne Titel (Deckenbild zum Thema Industrie und Landschaft) Standort Rathaus, Sitzungssaal, Deckenbild Datierung 1925 Technik Öl auf Leinwand, in Deckenverkleidung eingepasst Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten Auftraggeber Magistrat der Stadt Mücheln Quellen und Literatur Presse Querfurter Tageblatt, Nr. 34 vom 10.2.1926 Stadtarchiv Mücheln Akte des Magistrats, Rathaus-Reparaturen, Akte 2007, Querverweise Weitere Wandbilder von Karl Völker 1914 Halle, Gertraudenfriedhof, Feierhalle: Kuppelausmalung 1920 Halle, Martinschule: Entwurf für Wandbild 1920 Halle, Volkspark, Parteitag der USPD: Zwei Wandbilder (Proletarierin mit Kindern und Proletari- 1921 Halle, Verlagsgebäude des „Klassenkampfes”: 1921/22 Magdeburg, Rathaus: Entwürfe für Farbgestaltung im Auftrag Bruno Tauts 1921/22 Schmirma, Dorfkirche St. Ulrich: Deckenbilder und farbige Neugestaltung mit Emporenmalereien unter Einbezug der älteren Kunstwerke 1925 Gimritz, Kirche: Gesamtgestaltung des Kirchenraumes (Decken, Wände, Kanzel, Orgelprospekt, Emporen farbig gefasst) sowie Fenster durch Gebrüder Völker 1925/26 Halle, Zoologischer Garten, Raubtierhaus: Farbgestaltung im Innenraum 1927 Bad Frankenhausen, Kinderkurheim: Wandbil- 1927 Halle, Haus der Gemeinde St. Bartolomäus: Farbgestaltung und Evangelistensymbole als Supraporten Kat. Nr. 130 • Foto: Privat Kat. Nr. 130 • Mücheln 640 1927 Halle, Freier Wassersportverein, Auskleidehalle mit Veranstaltungssaal: Farbgestaltung 1936 Holleben, Evangelische Dorfkirche: Brüstungsmalerei 1938 Schwenda, Kirche St. Cyriakus und Nicolai: Kuppelausmalung und Bildfelder auf Emporen 1947–1956 Erfurt, Thomaskirche: Entwürfe für die Glasfenster 1953/54 Bad Lauchstädt, Goethetheater und Kursaalanbau: Ausmalung und Restaurierung 1954–1957 Thüringen, verschiedene Kirchen und Auftraggeber: Glasmalereien 1958–1960 Halle, Verwaltungsgebäude der Wasserwirtschaft: Mosaiken; Urlauberschiff Fritz Heckert: Schmuckemailplatten Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten in Rathäusern, seit 1900 AMSTERDAM, Rathaus, Trausaal: Wandbild von Chris Lebeau, 1926; Allegorien von Weisheit, Gerechtigkeit, Einigkeit, Gesetzestreue, Voraussicht und Glaube von Johan Thorn Prikker, 1932 BERLIN, Schöneberg, Rathaus, Ratskeller: Wandbil- saal: Franz Eichhorst, „Vom Anfang des Weltkrieges bis zur nationalen Erhebung”, ca. 1935–1938 BREMEN, Rathaus, Güldenkammer: Ausmalung von Heinrich Vogeler, 1904; Ratskeller: Wandbilder von CHEMNITZ, Neues Rathaus, Stadtverordnetensaal: DÜSSELDORF, Altes Rathaus, Treppenhaus im An- Rathaus: Richard Gessner, „Die Rheinfront”, 1959/60 HAGEN, Rathaus: Fenster von Johan Thorn Prikker, 1927 HAMBURG, Rathaus, Großer Festsaal: Wandbild von Hugo Vogel, 1902–1909; Sitzungssaal: Walter 100) HANNOVER, Rathaus, Großer Festsaal: Fritz Erler, „Die Entwicklung menschlicher Siedlung von der Frühzeit bis zur Gegenwart”, 1910–1912; Sitzungssaal: Ferdinand Hodler, „Einmütigkeit”, 1911–1913 MAGDEBURG, Rathaus, gotischer Raum: abstrakte Raumausmalung von Franz Mutzenbecher und Carl Krayl, um 1922 MARBURG, Rathaus, Sitzungssaal: Carl Ludwig 128) ROTTERDAM, Rathaus, Bürgersaal: Wandbildzyklus von Johan Thorn Prikker, 1918–1927; SINGEN, STUTTGART, Rathaus: Fenster von Adolf Hölzel, 1928/29 ULM, Rathaus: Wandmalerei von Joseph Widmann, 1905–1907 WIEN, Neues Rathaus, Volkshalle: Gerd Arntz, „sozialarbeit der stadt wien”, 1929 Beschreibung/Bemerkung Völker war vom Magistrat der Stadt Mücheln mit der Farbgestaltung der Innenräume des historischen Rathauses beauftragt worden. Für den Ratssaal konnte er ein Deckenbild zum Thema „Industrie und Landschaft“ realisieren. Er verschränkte hier Bildelemente aus Industrie und Landschaft miteinander: Im Vordergrund waren kühle Rohrleitungen und eine kahle Betonmauer zu sehen, im Hintergrund ein Bauer mit seinem Ochsen in einer symbolisch angedeuteten Landschaft. Ähnlich wie im Schleswiger Kreishaus, in dem Kay Heinrich Nebel seinen Wandmalereizyklus realisierte, schuf auch Völker hier einen unmittelbaren Bezug zur Landschaft bei Mücheln, die ursprünglich vor allem landwirtschaftlich genutzt worden war, durch die Leunawerke jedoch immer stärker von Industriearchitektur geprägt wurde. Stilistisch ist dieses Werk in die Zeit der Industriebilder Völkers einzuordnen, die er in einer klaren und kühlen, neusachlichen Formensprache umsetzte. Das Werk ist nicht erhalten und nur durch zwei Kat. Nr. 130 • Mücheln 641 Kat. Nr. 131 • Mülheim an der Ruhr Richard Gessner Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt Standort Wasserbahnhof Ruhr Datierung 1929 Technik nicht bekannt Maße nicht bekannt Zustand nicht erhalten Auftraggeber nicht bekannt Quellen und Literatur Richard Gessner. Monographie und Werkverzeichnis, Frank Jochims, Der Wasserbahnhof auf der Schleuseninsel in Mülheim an der Ruhr, in: Zeugen der Stadtgeschichte. Baudenkmäler und historische Orte in Mülheim an der Ruhr, hrsg. v. Geschichtsverein Abb., aber ohne eigene Erwähnung des Künstlers oder seines Werks) Querverweise Weitere Wandbilder von Richard Gessner 1939 Wolfsburg, Volkswagenwerk: Wandbild Ohne Titel 1959/60 Düsseldorf, Rathaus: Wandbild „Die Rheinfront” Beschreibung/Bemerkung Der Wasserbahnhof wurde 1927 von den Architekten Pfeifer & Großmann errichtet, die bereits die Stadthalle in Mülheim sowie den Duisburger Hof in Duisburg geplant und dort ebenfalls Künstler mit Wandgestaltung und/oder Wandmalerei beauftragt hatten. In der Stadthalle hatten Johan Thorn Prikker und Emil Fahrenkamp Wandmosaike geschaffen, im Duisburger Hof steuerte Victor Lurje seine Jahreszeitenwandbilder für den Gastraum bei. Die Auftragsvergabe an Gessner ist nicht dokumentiert, es kann nur vermutet werden, dass die Wandmalerei auf eine Initiative der Architekten zurückzuführen ist. Im erweiterten, zweistöckigen Hauptrestaurant-Bereich hatte er 1929 eine großformatige Wasserlandschaft mit Segelbooten geschaffen. Er bezog sich damit unmittelbar auf die der Eingangswand im oberen Bereich vollständig aus. Kat. Nr. 131 • Foto: Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr Kat. Nr. 131 • Mülheim an der Ruhr 642 Kat. Nr. 132 • München Claus Bergen Titel Schifffahrtszyklus Standort Deutsches Museum, Schifffahrtsabteilung Datierung 1925–1926 Technik Öl auf Leinwand auf Karton Maße halb runder oberer Bildabschluss Zustand 8 von 9 Werken erhalten „Der Hafen von New York“ seit 1992 im Bibliotheks- tion...“ seit 1997 wieder in Abteilung Schifffahrt ausgestellt Auftraggeber Deutsches Museum Quellen und Literatur Einordnung der Technikgemälde des Deutschen Museums, in: Primärliteratur Deutsches Museum, Gemäldesammlung Der Hafen von Ostia bei Rom im Jahr 360, 1925 halbrunder Abschluss Der Hafen von Lübeck um 1500, 1926 halbrunder Abschluss Der Hafen von New York im Jahr 1925, 1925 halbrunder Abschluss seit 1992 im Foyer des Bibliotheksgebäudes ausgestellt Die Seeschlacht bei Salamis im Jahr 480, 1926 halbrunder Abschluss Kat. Nr. 132.1 • „Der Hafen von Ostia bei Rom im Jahr 360“, 1925 • Foto: Deutsches Museum von Erich von Drygalski 1901–1903 mit dem sches Museum Kat. Nr. 132.3 • „Der Hafen von New York im Jahr 1925“, 1925 • Foto: Deutsches Museum Kat. Nr. 132 • München 643 schen Holland und England im Jahr 1666, 1926 der Abschluss Kriegsverlust Seeschlacht am Skagerrak am 31. Mai 1916, 1926 der Abschluss Seefahrt der Phönizier. Erste Fahrt durch die Straße von Gibraltar um 1200, 1926 der Abschluss Entdeckung Amerikas durch Kolumbus, 1926 der Abschluss der Abschluss Seit 1997 in Schifffahrtsabteilung ausgestellt Deutsches Museum, Archiv VB 1925-1926 VA 0375 sub B VA 0380/1 VA 0380/3 BN 06848 BN 08775 BA-E 0000828 Entwürfe Deutsches Museum, Gemäldesammlung Vorstudien Der Hafen von Ostia bei Rom, 1925 Der Hafen von New York, 1925 Kolumbus erste Landung am 12. Oktober 1492 auf der Insel Guanahani, 1926 Entdeckung des Südpols durch die Gauss- Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Claus Bergen bekannt. Weitere Werke im Deutschen Museum Julius Diez, „Wissenschaft und Technik vom Gärtner, „Die Sonne als Urquell der Kräfte”, 1925 des Schreibgrundes in Altertum und Mittelalter“, Weitere Wandbilder in Museen ALTENBURG, Lindenau-Museum: Ernst Müller-Gräfe, Wandbildzyklus im Treppenhaus, ERFURT, Städtisches Museum: Erich Heckel, „Die Charles Crodel, Türfüllungen im Rokokoraum der ESSEN, Museum Folkwang: Willi Baumeister, Wandbildentwurf für Rotunde des Museumsneubaus, die Ausmalung von Festsaal und Rotunde, 1928 Entwürfe für die Ausmalung des Festsaales, Folkwang-Zyklus im Brunnensaal, 1928–1931 HALLE, Museum für Vorgeschichte: Paul Thiersch mit Schülerinnen, Wandmalereizyklus im Treppen- HAMBURG, Kunsthalle: Dorothea Maetzel-Johannsen, Vier Stillleben im Vorsaal zum Vortragsraum, Geschichte: Otto Fischer-Trachau, Entwurf für ein KÖLN, Kunstgewerbemuseum: Franz Wilhelm Seiwert, „Die Welt der Arbeit” (Glasfensterentwurf), 1930/31; Rheinisches Museum: Richard Seewald, KREFELD, Kaiser Wilhelm Museum: Johan Thorn LEIPZIG, Grassi Museum: Otto Fischer-Trachau, Wandbild, Farbgestaltung von Saal und Treppen- OLDENBURG, Oldenburgisches Landesmuseum im Schloss: Karl Schmidt-Rottluff, Wandbildentwurf, Wandbilder in Museen außerhalb Deutschlands (ohne Katalogeintrag): HELSINKI, Nationalmuseum: Akseli Gallen-Kallela mit Sohn Jorma Gallen, Kuppelausmalung der Eingangshalle, 1927/28 Kat. Nr. 132 • München 644 Museum: Marc Chagall, Wandmalereizyklus, 1922 PHILADELPHIA, The Barnes Foundation: Henri Matisse, „Der Tanz”, 1932 Beschreibung/Bemerkung Bergen thematisiert in seinen neun Bildern Geschichte und Aufgaben der Schifffahrt. Von der Museumsleitung waren die drei übergeordneten Themen „Handel und Verkehr“, „Entdeckung der Welt“ sowie „Kämpfe zur See“ vorgegeben, die Bergen in den drei Nischen an der Stirnwand der Ausstellungshalle zur Schifffahrt mit je drei Werken umsetzte. Es handelte sich um Werke in Öl auf Leinwand, die in ihrer Dimension und Umriss jedoch genau auf die architektonische Situation angepasst waren und insofern Wandbildcharakter besaßen. linke Nische: Handel und Verkehr „Der Hafen von Ostia bei Rom im Jahr 360“ (1925), „Der Hafen von Lübeck um 1500“ (1926), „Der Hafen von New York“ (1925) mittlere Nische: Entdeckung der Welt „Seefahrt der Phönizier. Erste Fahrt durch die Straße von Gibraltar um 1200“ (1926), „Entdeckung Amerikas durch Kolumbus“ (1926), „Deutsche Südrechte Nische: Kämpfe zur See „Die Seeschlacht bei Salamis im Jahr 480“ (1926), schen Holland und England im Jahr 1666“ (1926), „Seeschlacht am Skagerrak 31. Mai 1916“ (1926). Zentrales Bild der mittleren Nische war die Deutwar, so jedoch proportional breiter und dominanter wirkte. Zentrales Bild der linken Nische war „Der Hafen von New York im Jahr 1925“. Dieses Werk ist seit 1992 im Foyer des Bibliotheksgebäudes, losgelöst aus seinem Entstehungszusammenhang wieder zu sehen. Der gesamte Zyklus war seit seiner Fertigstellung im Jahr 1926 bis zur Zerstörung der Schifffahrtshalle 1944 ebenda ausgestellt. Er wurde mit weiteren Gemälden, einem großen plastischen Modell der Seeverkehrswege deutscher Linienreedereien, militärische Karten, Zeichnungen zur Seekriegstaktik, einen großen Globus, auf dem sich die wichtigsten Entdeckungsfahrten ablesen ten kombiniert. Kat. Nr. 132 • München 645 Kat. Nr. 133 • München Julius Diez Titel „Wissenschaft und Technik vom Fortschritt geführt“ Standort Deutsches Museum, Ehrensaal Datierung um 1919 Technik Kasein-Tempera auf Kalkputz Maße Zustand nicht erhalten, 1944 durch Bomben beschädigt, in 1950er-Jahren durch Deckengemälde „Prometheus“ von Hermann Kaspar (1953) ersetzt Auftraggeber Deutsches Museum; Wettbewerb 1916, Entwurf 1917, Ausführung 1919 Finanzierung durch Gustav Krupp von Bohlen und Halbach vgl. ausführlich: Quellen und Literatur MAYRING Presse und Primärliteratur Konrad Schiessl, Julius Diez, Sonderausstellung zum 70. Geburtstag des Künstlers, Franz Langheinrich, Von der Urzelle zu den Sternenräumen. Eine Wanderung durch das Deutsche Museum in München, in: Westermanns Monatshefte, Gustav Steinlein, Das Deutsche Museum in München, in: Bauzeitung Berlin, Conrad Matschoß, Das Deutsche Museum. Geschichte, Aufgaben, Ziele, Berlin, München 1925, Deutsches Museum, Gemäldesammlung und Archiv Original Deckenbild VA 0377/3 VA 0380/1 VA 0380/3 BA-E 0000828 Entwürfe Deutsches Museum, Gemäldesammlung Entwurf, 1917 Kat. Nr. 133.1 • Foto: Deutsches Museum, um 1935 Kat. Nr. 133.2 • Foto: Deutsches Museum Kat. Nr. 133 • München 646 Querverweise Weitere Werke von Julius Diez München, Ausstellung „München 1908“, Fresken, 1908 Weitere Werke im Dt. Museum 132), Fritz Gärtner, „Die Sonne als Urquell der Herstellung des Schreibgrundes in Altertum und Weitere Wandbilder in Museen ALTENBURG, Lindenau-Museum: Ernst Müller-Gräfe, Wandbildzyklus im Treppenhaus, ERFURT, Städtisches Museum: Erich Heckel, „Die Charles Crodel, Türfüllungen im Rokokoraum der ESSEN, Museum Folkwang: Willi Baumeister, Wandbildentwurf für Rotunde des Museumsneubaus, die Ausmalung von Festsaal und Rotunde, 1928 Entwürfe für die Ausmalung des Festsaales, Folkwang-Zyklus im Brunnensaal, 1928–1931 HALLE, Museum für Vorgeschichte: Paul Thiersch mit Schülerinnen, Wandmalereizyklus im Treppen- HAMBURG, Kunsthalle: Dorothea Maetzel-Johannsen, Vier Stillleben im Vorsaal zum Vortragsraum, Geschichte: Otto Fischer-Trachau, Entwurf für ein KÖLN, Kunstgewerbemuseum: Franz Wilhelm Seiwert, „Die Welt der Arbeit” (Glasfensterentwurf), 1930/31; Rheinisches Museum: Richard Seewald, KREFELD, Kaiser Wilhelm Museum: Johan Thorn LEIPZIG, Grassi Museum: Otto Fischer-Trachau, Wandbild, Farbgestaltung von Saal und Treppen- OLDENBURG, Oldenburgisches Landesmuseum im Schloss: Karl Schmidt-Rottluff, Wandbildentwurf, Wandbilder in Museen außerhalb Deutschlands (ohne Katalogeintrag): HELSINKI, Nationalmuseum: Akseli Gallen-Kallela mit Sohn Jorma Gallen, Kuppelausmalung der Eingangshalle, 1927/28 Museum: Marc Chagall, Wandmalereizyklus, 1922 PHILADELPHIA, The Barnes Foundation: Henri Matisse, „Der Tanz”, 1932 Beschreibung/Bemerkung Das Monumentalwerk von Julius Diez zeigte in konkav ausschwingenden Bögen gefasst wurde, drei allegorische Gestalten auf einem durchsichtig oder gläsern wirkenden Bogen in einem leicht bewölkten, blauen Himmel. Sie verkörpern Wissenschaft, Technik und Fortschritt. Die Herde galoppierender Schimmel, die hinter ihnen vorbeizuziehen scheint, symbolisiert die zeitliche Dimension. Das Bildfeld war von zwölf Tierkreiszeichen und 14 Planetensymbolen gerahmt, die als Flachreliefs plastisch geformt waren. (Ausführung durch Bildhauer Vogelsanger, Firma Fischer) Im Bereich der sich anschließenden Hohlkehle waren symbolische Darstellungen verschiedener Techniken und Wissenschaften zu sehen. Die Thematik des Deckenbildes war von der Museumsleitung weitgehend vorgegeben, wie ein Brief an Julius Diez zeigt, indem die Anforderungen an einen ersten Entwurf beschrieben waren: Es sollte „eine symbolische Darstellung des Weltalls mit seinen schöpferischen Kräften, die durch die Forscher entdeckt und der Menschheit dienstbar gemacht wurden, enthalten.“ (Dt. Museum an Julius 2008, Finanziert wurde das Werk durch die Bereitstellung und Halbach, der sich bereits zu Beginn detailliert zu seiner Wunschthematik äußerte: „Ein allgemeines Sinnbild für Naturwissenschaft und Technik lässt sich aus der Welt der Sage oder Geschichte leicht entnehmen. Ich könnte mir denken z. B. eine Darstellung des gefesselten Prometheus auf der einen Seite, auf der anderen Seite eine Darstellung der Entwicklung, wie das von ihm auf die Welt gebrachte Feuer der Menschheit Nutzen gebracht hat. Aber dies ist nur eine Idee, die sich wie gesagt in vielfacher und auch anderer Weise zur Ausführung bringen liesse.“ (Schreiben von Gustav Krupp von Bohlen und Halbach an den Leiter des Deutschen Museums, Oskar von Miller, 29.11.1915, in: ADM, VA 0380/3.) Das Deckenbild krönte den Ehrensaal, in dem zahlreiche deutsche Naturwissenschaftler, Forscher in Technik bzw. Ingenieurswissenschaften sowie für das deutsche Museum bedeutende Industrielle in Gemälden, Reliefs, Büsten oder Plaketten verewigt und geehrt wurden. Es bildete gleichsam einen allegorischen Abschluss des Raumprogramms. Kat. Nr. 133 • München 647 Kat. Nr. 134 • München Sepp Frank Titel „Die Erbauung der Borstei“ (Alternativtitel: „Die Schicksalsgöttin schützt die Gründung der Borstei“) Standort Siedlung Borst (sog. Borstei), Einfahrt zum Ladehof Datierung 1928 (1928 Fertigstellung der Häuser, 1931 Fertigstellung der gesamten Anlage) Technik Fresko am Außenbau Maße Zustand erhalten Auftraggeber vermutlich auf Initiative des Architekten und Bauunternehmers Bernhard Borst Quellen und Literatur Kunst in der Borstei, (Eintrag Nr. 10) Querverweise Weitere Wandbilder von Sepp Frank 1928/29 München, Siedlung Neuhausen: fünf Wandgemälde mit Handwerkerdarstellungen Weitere Wandbilder in Wohnsiedlungen Außenbau: Sepp Frank, fünf Wandgemälde mit Siedlung Friedenheim, Außenbau: Ernst Kozics, Son- Luise Klempt, Wandmalereien über Haustüren, um seeplatz (vor allem an Perlacher Straße), Außenbau: Gruber mit der Malklasse der Meisterschule für das Beschreibung/Bemerkung Das überlebensgroße Fresko über den Einfahrten zum Ladehof der Borstei entstand nach Fertigstellung der Bauarbeiten neben drei weiteren Fresken von Sepp Frank. Auftraggeber war der Bauunternehmer und Architekt Bernhard Borst, der insgesamt fast 70 Kunstwerke in seiner Wohnsiedlung beauftragte. Kat. Nr. 134 • Abb. entnommen aus: S. 408 Kat. Nr. 134 • München 648 Das monumentale Bild zeigt mittig die Schicksalsgöttin als weißgewandete, marienähnliche Figur. Mit segnendem Gestus blickt sie auf die beiden Handwerkergruppen rechts und links unter ihr. Sie sind durch den Bauplan der Borstei sowie verschiedene Werkzeuge als Mitarbeiter am Bau gekennzeichnet. Ganz rechts ist Bernhard Borst mit Anzug und Fliege zu sehen. Sein Sohn Fritz hält den Plan der Borstei in den Händen. Die männliche Figur rechts im Vordergrund mit Messlatte und Beil wird als der Borst eng vertraute Vorarbeiter Kistler beschrieben. Das Werk war seit seiner Entstehung immer weitgehend sichtbar, lediglich teilweise durch einige Weinranken stellenweise verdeckt. Es wurde im Laufe der Zeit einmal nachkoloriert, wann ist jedoch nicht bekannt. (E-Mail von Herrn Andreas Rümmelein, Borstei Museum, an die Verfasserin, Jan 2015) Kat. Nr. 134 • München 649 Kat. Nr. 135 • München Sepp Frank Titel Ohne Titel (Fünf Wandgemälde mit Handwerkerdarstellungen) Standort Großsiedlung, Siedlung Neuhausen, Stupfstraße und Wendl-Dietrich-Straße Datierung 1928/29 Technik Fresko Maße fünf einzelne Wandmalereien, je auf den Treppenhausrisaliten, verschiedene Maße: drei Werke ja ca. Zustand erhalten Auftraggeber Gemeinnützige Wohnungsfürsorge München AG Quellen und Literatur Benedikt Weyerer, München 1919–1933: Stadtrundgänge zur politischen Geschichte, - GEWOFAG. 60 Jahre Wohnungsbau, 60 Jahre Kunst am Bau, 1928–1988, - 357 Primärliteratur „Die fünf großen Siedlungen der Gemeinnützigen Wohnungsführsorge AG“, in: Baukunst München 1930, Denkmalliste München (Stadt), Regierungsbezirk Oberbayern, Stand 5.10.2012 E-1-62-000-39, Ensemble Siedlung Neuhausen Architekturmuseum der TU München doel 47-1001, doel 47-1002, doel 47-1003 Querverweise Weitere Wandbilder von Sepp Frank Vermutlich 1928, München, Siedlung Borst: Weitere Wandbilder in Wohnsiedlungen Ladehof, Außenbau: Sepp Frank, „Die Erbauung der Friedenheim, Außenbau: Ernst Kozics, Sonnenuhr, Klempt, Wandmalereien über Haustüren, um 1930 Kat. Nr. 135.1 • Straßenansicht gesamt • Foto: Architekturmuseum der TU München Kat. Nr. 135.2–135.4 • Fotos: Architekturmuseum der TU München, Sig. doel 47-1001, -1002, -1003 Kat. Nr. 135 • München 650 (vor allem an Perlacher Straße), Außenbau: Gruber mit der Malklasse der Meisterschule für das Beschreibung/Bemerkung An der von Hans Döllgast konzipierten Großsiedlung Neuhausen waren unterschiedlichste Architekten beteiligt; darüber hinaus sollten die unterschiedlichen Bauten baukünstlerisch geschmückt werden. Sepp Frank konnte hier fünf Treppenhausrisalite mit seinen Wandbildern versehen. Drei Werke zeigen die verschiedene Handwerker – Zimmermänner und Maurer –, die noch mit dem Bau der Siedlung beschäftigt sind. Er nutzte Geschossebenen oder Fenster als Kompositionsdeterminanten und schuf so ideale hin konzipiert sind. Die Handwerkerdarstellungen 11 und 15. Das Fresko am Risalit der Stupfstraße 7 zeigte zu Füßen der überlebensgroßen Figur eines Holzfällers oder Zimmermanns den Grundriss der gesamten Wohnanlage. An den dazwischenliegenden Häusern unterbrach er diese Darstellungen mit zwei kleineren Szenen einer Mutter mit Kindern an einem kleinen Bachlauf in einem Ruderboot. Diese Werke sind in ihrer Komposition nur bedingt an die baulichen Gegebenheiten angepasst. Die strukturellen Vorgaben der malerei nutzbare Fläche. Kat. Nr. 135 • München 651 Titel „Die Sonne als Urquell der Kräfte“ Standort Deutsches Museum, Kraftmaschinenhalle, Stirnwand Datierung 1925 Technik Öl auf Leinwand Maße Zustand nicht erhalten, Kriegsverlust Auftraggeber Deutsches Museum Quellen und Literatur Klaus Türk, Arbeit und Industrie im Werk Fritz Gärtners, in: „Im Land der Arbeit.“ Die Kunst Fritz Gärtners (1882–1958) zwischen Ährenfeld und Eisenhütte, Hubert Köhler, „Der Große Kurfürst verleiht den Schmieden zu Hagen-Eilpe 1661 das Klingenrecht.“ Zu einem historischen Ereignisbild von Fritz Gärtner aus dem Jahre 1928, in: Vom heißen Eisen. Zur Kulturgeschichte des Schmiedens, fälisches Freilichtmuseum Hagen, Landesmuseum für Handwerk und Technik, hrsg. von Andreas Stolte, Presse und Primärliteratur Amandus Hahn, Der Kreislauf der Stoffe in der Natur, Franz Langheinrich, Von der Urzelle zu den Sternenräumen. Eine Wanderung durch das Deutsche Museum in München, in: Westermanns Monatshefte Conrad Matschoß, Das Deutsche Museum. Geschichte, Aufgaben, Ziele, Berlin, München 1925 (3. Deutsches Museum, Gemäldesammlung Deutsches Museum, Archiv VB 1923 – 1925, S. 6 VA 0378/4 subG VA 0378 subG Kat. Nr. 136 • München Fritz Gärtner Kat. Nr. 136.1 • Raumansicht der Abteilung Kraftmaschinen im Deutschen Museum mit Wandbild von Fritz Gärtner • Foto: Deutsches Museum Kat. Nr. 136.2 • Entwurf, 1924 • Foto: Deutsches Museum Kat. Nr. 136 • München 652 Entwürfe Deutsches Museum, Gemäldesammlung Entwurf, 1924 Tempera auf Karton Signiert untere Mitte rechts: Fritz Gärtner 1924 Oct. Kohlezeichnung mit Innenansicht der Kraftmaschinenhalle Querverweise Weitere Werke von Fritz Gärtner HAGEN, Kaufmannsschule: „Der Große Kurfürst verleiht den Schmieden zu Hagen-Eilpe 1661 das Weitere Wandbilder im Deutschen Museum 132); Julius Diez, „Wissenschaft und Technik vom W. Schmidt: „Die Herstellung des Schreibgrundes in Weitere Wandbilder in Museen ALTENBURG, Lindenau-Museum: Ernst Müller-Gräfe, Wandbildzyklus im Treppenhaus, ERFURT, Städtisches Museum: Erich Heckel, „Die Charles Crodel, Türfüllungen im Rokokoraum der ESSEN, Museum Folkwang: Willi Baumeister, Wandbildentwurf für Rotunde des Museumsneubaus, 46), Ernst Ludwig Kirchner, Verschiedene Entwürfe für die Ausmalung des Festsaales, 1925–1933 - HALLE, Museum für Vorgeschichte: Paul Thiersch mit Schülerinnen, Wandmalereizyklus im Treppen- HAMBURG, Kunsthalle: Dorothea Maetzel-Johannsen, Vier Stillleben im Vorsaal zum Vortragsraum, Geschichte: Otto Fischer-Trachau, Entwurf für ein KÖLN, Kunstgewerbemuseum: Franz Wilhelm Seiwert, „Die Welt der Arbeit” (Glasfensterentwurf), 1930/31; Rheinisches Museum: Richard Seewald, KREFELD, Kaiser Wilhelm Museum: Johan Thorn LEIPZIG, Grassi Museum: Otto Fischer-Trachau, Wandbild, Farbgestaltung von Saal und Treppen- OLDENBURG, Oldenburgisches Landesmuseum im Schloss: Karl Schmidt-Rottluff, Wandbildentwurf, Wandbilder in useen außerhalb Deutschlands (ohne Katalogeintrag) HELSINKI, Nationalmuseum: Akseli Gallen-Kallela mit Sohn Jorma Gallen, Kuppelausmalung der Eingangshalle, 1927/28 Museum: Marc Chagall, Wandmalereizyklus, 1922 PHILADELPHIA, The Barnes Foundation: Henri Matisse, „Der Tanz”, 1932 Beschreibung/Bemerkung Fritz Gärtners wandfüllendes Ölgemälde war in seiner Größe und Komposition genau auf die Stirnwand der Kraftmaschinenhalle angepasst. In einer allegorischen Darstellung wurde die Sonne als Ausgangspunkt und „Urquell“ der natürlichen Energie sowie ihre Umwandlung in mechanische Arbeit gezeigt. Der Bildtitel ist zentral am oberen Bildrand platziert; im umlaufenden Bildrahmen fanden sich mehrere beschrieben und damit den Titel „Die Sonne: Als und Bild in emblematisierender Weise. die Nahrung für die Arbeitstiere“/„Bewegt die Luft, welche die Windmotoren dreht“/„Hebt das Wasser, das die Wasserkraftmaschinen treibt“/„Schuf maschinen entstand.“ Am unteren Bildrand entsprechen diesen vier Beschreibungen die verschiedenen Arten von Kräften: Muskelkraft, Windkraft, Wasserkraft und Dampfkraft. die dies illustrieren: mittig oben eine Windmühle, in der linken Bildhälfte verschiedene bäuerliche Szenen beim Ackerbau mit Ochsengespannen oder der Heuernte, in der rechten Bildhälfte ein Wasserrad, eine Schmiede sowie im Bildmittelgrund Fabrikschornsteine. Zentrales und alles überstrahlendes Element ist die oben mittig platzierte Sonne. Im rechten Bildmittelgrund zeigt Gärtner außerdem die Wetterphänomene von Verdunstung, Wolkenbildung und Regen. Das Bild nahm damit unmittelbaren Bezug auf die hier ausgestellten Kraftmaschinen. In den Führern des Deutschen Museums oder auch in der Publikation von Amandus Hahn Kreislauf der Stoffe in der Natur wird es verschiedentlich erwähnt oder abgebildet, dabei jedoch vor allem in seiner illustrierenden Funktion gewürdigt. Kat. Nr. 136 • München 653 Kat. Nr. 137 • München Louis Gruber mit der Malklasse der Meisterschule für das deutsche Malerhandwerk Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt Standort Stockwerkssiedlung Walchenseeplatz (vor allem an Perlacher Straße) Datierung 1928–1930 (Bauzeit) Technik Maße mind. zweiteilig, genaue Maße nicht bekannt, weit überlebensgroß Zustand erhalten Auftraggeber Gemeinnützige Wohnungsfürsorge München AG Quellen und Literatur GEWOFAG. 60 Jahre Wohnungsbau, 60 Jahre Kunst am Bau, 1928–1988, Gemeinnützige Wohnungsfürsorge AG, München Künstlernennung) Presse und Primärliteratur Die fünf großen Siedlungen der Gemeinnützigen Wohnungsführsorge AG, in: Baukunst München 1930, Denkmalliste München (Stadt), Regierungsbezirk Oberbayern, Stand 5.10.2012 E-1-62-000-74 Ensemble Stockwerksiedlung Waljedoch ohne Nennung der Autorschaft Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Louis Gruber bekannt. Weitere Wandbilder in Wohnsiedlungen Ladehof, Außenbau: Sepp Frank, „Die Erbauung der Neuhausen, Außenbau: Sepp Frank, fünf Wandgemälde mit Handwerkerdarstellungen, 1928/29 Franz Reinhart und Luise Klempt, Wandmalereien Kat. Nr. 137.1 • Abb. entnommen aus: S. 402 Kat. Nr. 137.2 • Abb. entnommen aus: S. 194 Kat. Nr. 137 • München 654 Beschreibung/Bemerkung Es handelte sich hier um mind. zwei weit ausladende Wandbilder, die sich beide auf der der Siedlung ausbreiteten. Diese wiesen nur im Erdgeschoss drei Fenster und zum Hof hin je Stockwerk ein Fenster auf und boten so viel Raum für eine überliefert. Die große Wandmalerei auf dem Eckbau Perlacher Str./Valeppstr. (nicht erhalten) zeigte mittig eine Gruppe von drei Frauen mit Kindern und zwei Männern, die mit einer kleinen Eselherde unterwegs sind. Im Hintergrund, an das Dachgesims angrenzend, sind eine Hausfassade mit offen stehender Eingangstür sowie Teile eines Baugerüsts zu sehen. Das Fenster des obersten Stockwerks wurde als Teil der Komposition mit einbezogen. Im zweiten Wandbild (vermutlich Perlacher Straße/ Rottacher Str.; nicht erhalten) sind aus der Fotogra- große Figuren zu sehen, die vor einer Hauskulisse agieren und miteinander zu kommunizieren scheinen. Nach rechts breitet sich die Malerei über fast die gesamte Hausbreit aus. Hier waren offenbar Landschaftsversatzstücke zu sehen. Aus der Klasse von Louis Gruber stammen auch erhalten sind. Kat. Nr. 137 • München 655 Kat. Nr. 138 • München Ernst Kozics Titel Ohne Titel (Sonnenuhr) Standort Siedlung Friedenheim, Schulmeierwerg 2 Datierung 1929/30 Technik Maße Zustand erhalten Auftraggeber Gemeinnützige Wohnungsfürsorge München AG Quellen und Literatur GEWOFAG. 60 Jahre Wohnungsbau, 60 Jahre Kunst am Bau, 1928–1988, - Presse und Primärliteratur Schaffung billiger, gesunder Wohnungen für die Münchner Bevölkerung, in: Die Bauzeitung, vereinigt mit Süddeutsche Bauzeitung München (41. Jahr- Baukunst München 1930, Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Ernst Kozics bekannt. Weitere Wandbilder in Wohnsiedlungen Ladehof, Außenbau: Sepp Frank, „Die Erbauung Siedlung Neuhausen, Außenbau: Sepp Frank, fünf Wandgemälde mit Handwerkerdarstellungen, Außenbau: Franz Reinhart und Luise Klempt, 139); Stockwerkssiedlung Walchenseeplatz (vor allem an Perlacher Straße), Außenbau: Gruber mit der Malklasse der Meisterschule für das deutsche Beschreibung/Bemerkung Ernst Kozics konnte an einem der Kopfbauten der Siedlung Friedenheim eine vertikale Sonnenuhr als Wandbild ausführen. Er legte sie als ein längsrechteckiges Bildfeld an, in dem sich die Strahlen in der Mitte der oberen Bildkante nach allen Seiten ausdehnen. Auf dem Ziffernblatt verzeichnete er von links oben nach rechts unten die Tagesstunden, beginnend mit 7 Uhr, endend mit 18 Uhr. Die Stundenlinien werden Kat. Nr. 138 • Abb. entnommen aus: S. 173 Kat. Nr. 138 • München 656 von sieben Tagesbögen geschnitten; in das so entstandene „Koordinatensystem“ ordnete Kozics die zwölf Tierkreiszeichen ein, die er als scheren- Kat. Nr. 138 • München 657 Kat. Nr. 139 • München Franz Reinhart, Luise Klempt u. a. Kat. Nr. 139.1 • Straßenansicht Stürzerstraße, um 1930 • Abb. entnommen aus: S. 174 Kat. Nr. 139.4 • Ansicht Haus Nr. 44 • Foto: Verfasserin, 2015 Kat. Nr. 139.2 • Ansicht Haus Nr. 44, um 1930 • Abb. entnommen aus: S. 175 Kat. Nr. 139.5 • Ansicht Haus Nr. 46 • Foto: Verfasserin, 2015 Kat. Nr. 139.3 • Ansicht Haus Nr. 42 • Foto: Verfasserin, 2015 Kat. Nr. 139.6 • Ansicht Haus Nr. 50 • Foto: Verfasserin, 2015 Kat. Nr. 139 • München 658 Titel Ohne Titel (Wandmalereien über Haustüren) Standort Siedlung Friedenheim Weßlinger Straße 1–16 (Erweiterung durch Alwin Seifert), Stürzerstraße Datierung um 1930 Technik Fresko Maße Zustand Werke wurden 1938 zunächst entfernt; sechs Szenen in Stürzerstraße 42–52 erhalten, freigelegt und 2009 restauriert Auftraggeber Gemeinnützige Wohnungsfürsorge München AG Quellen und Literatur GEWOFAG. 60 Jahre Wohnungsbau, 60 Jahre Kunst am Bau, 1928–1988, - Presse und Primärliteratur Schaffung billiger, gesunder Wohnungen für die Münchner Bevölkerung, in: Die Bauzeitung, vereinigt mit Süddeutsche Bauzeitung München (41. Jahr- Die fünf großen Siedlungen der Gemeinnützigen Wohnungsführsorge AG, in: Baukunst München 1930 Denkmalliste München (Stadt), Regierungsbezirk Oberbayern, Stand 5.10.2012 D-1-62-000-7430, Weßlinger Str. 1–16 Historisches Archiv Laim Diaaufnahmen von Entfernung der Werke, Sept. und Okt. 1938 Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Franz Reinhart und Luise Klempt bekannt. Weitere Wandbilder in Wohnsiedlungen Ladehof, Außenbau: Sepp Frank, „Die Erbauung der Neuhausen, Außenbau: Sepp Frank, fünf Wandgemälde mit Handwerkerdarstellungen, 1928/29 Stockwerkssiedlung Walchenseeplatz (vor allem an Perlacher Straße), Außenbau: Gruber mit der Malklasse der Meisterschule für das deutsche Beschreibung/Bemerkung oder christlichen Motiven über den Eingängen der zweigeschossigen Reihenhauszeilen. Die in der Stürzerstraße 42–52 erhaltenen Werke zeigen von rechts nach links ein liegendes Reh mit Kitz, zwei Kälber, ein zum säugen ansetzendes Kalb mit seiner Mutter, eine Ziege mit zwei Jungen in einer Berglandschaft sowie zwei liegende, behörnte Gamsböcke und einen einzelnen Ziegenbock mit kleinem Geweih. In der Weßlinger Straße befanden sich ausschließlich christliche Motive. Die Wandbilder bilden in der vereinheitlichten Siedlungsarchitektur individuelle Kat. Nr. 139 • München 659 Kat. Nr. 140 • München Hans W. Schmidt Titel „Die Herstellung des Schreibgrundes in Altertum und Mittelalter“ Standort Deutsches Museum, Raum 414 „Neuzeitliche Papierherstellung“ Datierung 1926 Technik nicht bekannt (Deckengemälde und Gemäldefries) Maße sechsteilig, Gesamtlänge des Frieses ca. 37 m Zustand Kriegsverlust Auftraggeber Deutsches Museum Quellen und Literatur Konrad Hüther: Die unvergessenen Gemälde des Professors Hans W. Schmidt, in: Thüringer Allgemeine, 2.6.2015 Primärliteratur Conrad Matschoß, Das Deutsche Museum. Geschichte, Aufgaben, Ziele, Berlin, München 1925, Deutsches Museum, Gemäldesammlung Papyrus als Schreibgrund im Alten Ägypten, 1926 Tontafeln als Schreibgrund in assyrisch-babylonischer Zeit, 1926 Tafeln aus Wachs und Metall als Schreibgrund in römischer Zeit, 1926 zenfasern in Ostasien um 150, Aufbereitung der Rohstoffe, 1926 fasern in Ostasien um 150, 1926 Kat. Nr. 140.6 • „Pergament als vorherrschender Schreibgrund im Mittelalter“, 1926 • Foto: Deutsches Museum Kat. Nr. 140.1 • „Tontafeln als Schreibgrund in assyrisch-babylonischer Zeit“, 1926 • Foto: Deutsches Museum 1926 • Foto: Deutsches Museum Kat. Nr. 140.3 • „Papyrus als Schreibgrund im Alten Ägypten“, 1926 • Foto: Deutsches Museum Kat. Nr. 140.5 • „Tafeln aus Wachs und Metall als Schreibgrund in römischer Zeit“, 1926 • Foto: Deutsches Museum 150, Aufbereitung der Rohstoffe“, 1926 • Foto: Deutsches Museum Kat. Nr. 140 • München 660 Pergament als vorherrschender Schreibgrund im Mittelalter, 1926 Querverweise Weitere Wandbilder im Deutschen Museum 132); Julius Diez, „Wissenschaft und Technik vom Gärtner, „Die Sonne als Urquell der Kräfte”, 1925 Weitere Wandbilder in Museen ALTENBURG, Lindenau-Museum: Ernst Müller-Gräfe, Wandbildzyklus im Treppenhaus, ERFURT, Städtisches Museum: Erich Heckel, „Die Charles Crodel, Türfüllungen im Rokokoraum der ESSEN, Museum Folkwang: Willi Baumeister, Wandbildentwurf für Rotunde des Museumsneubaus, die Ausmalung von Festsaal und Rotunde, 1928 Entwürfe für die Ausmalung des Festsaales, Folkwang-Zyklus im Brunnensaal, 1928–1931 HALLE, Museum für Vorgeschichte: Paul Thiersch mit Schülerinnen, Wandmalereizyklus im Treppen- HAMBURG, Kunsthalle: Dorothea Maetzel-Johannsen, Vier Stillleben im Vorsaal zum Vortragsraum, Geschichte: Otto Fischer-Trachau, Entwurf für ein KÖLN, Kunstgewerbemuseum: Franz Wilhelm Seiwert, „Die Welt der Arbeit” (Glasfensterentwurf), 1930/31; Rheinisches Museum: Richard Seewald, KREFELD, Kaiser Wilhelm Museum: Johan Thorn LEIPZIG, Grassi Museum: Otto Fischer-Trachau, Wandbild, Farbgestaltung von Saal und Treppen- OLDENBURG, Oldenburgisches Landesmuseum im Schloss: Karl Schmidt-Rottluff, Wandbildentwurf, Wandbilder in Museen außerhalb Deutschlands (ohne Katalogeintrag): HELSINKI, Nationalmuseum: Akseli Gallen-Kallela mit Sohn Jorma Gallen, Kuppelausmalung der Eingangshalle, 1927/28 Museum: Marc Chagall, Wandmalereizyklus, 1922 PHILADELPHIA, The Barnes Foundation: Henri Matisse, „Der Tanz”, 1932. Beschreibung/Bemerkung Der aus sechs einzelnen Frieskompartimenten bestehende Zyklus zeigte in historisierendem Stil verschiedene Techniken und Arbeitsschritte der historischen Papierherstellung. Im Ausstellungsraum selbst wurde die neuzeitliche Herstellungsweise Die Werke waren von Hans W. Schmidt in Leipzig ausgeführt worden und in München als ein geschlossenes Bildband in Form eines umlaufenden Frieses montiert. Die Gesamtlänge betrug ca. 37 Meter. Die Werke sind durch Kriegseinwirkungen verloren. Hans W. Schmidt realisierte während der Weimarer Republik außerdem einen Zyklus für die Wandelhalle in Bad Pyrmont (1924) zur Geschichte des Badeortes sowie für die Weimarhalle in Weimar (1932) sechs Monumnetalgemälde zum 100. Todestag Goethes. Mit diesen Werken setze er die Historienmalerei des 19. Jahrhunderts fort. Kat. Nr. 140 • München 661 Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt Standort Ledigenheim für Männer, Bergmannstraße 35, Aufenthaltsraum Datierung um 1927 Technik nicht bekannt (Fresko oder Kasein auf Putz) Maße chen verteilt Zustand übermalt; unter der Farbschicht erhalten, letzte Befunduntersuchung 2003, jedoch ohne Restaurierung Auftraggeber nicht bekannt; vermutlich auf Initiative des Architekten Theodor Fischer Quellen und Literatur Theodor Fischer, Presse und Primärliteratur Ledigenheim für Männer an der Bergmannstraße in München, Prof. Dr. H.c. Dr.-Ing. E.h. Theodor Fischer, München, in: 62.1928, Das neue Ledigenheim in München, in: Der Baumeister 1927, Denkmalliste München (Stadt), Regierungsbezirk Oberbayern, Stand 5.10.2012 E-1-62-000-19 Ensemble Gollierplatz Bayrisches Landesamt für Denkmalpflege Ortsakt Ledigenheim Bergmannstraße 35 Architekturmuseum der TU München Fotomappe 53/466b, 53/454a, 53/454b Kat. Nr. 141 • München vermutlich Studierende des Bayerischen Kunstgewerbevereins Kat. Nr. 141.1 • Foto: Architekturmuseum der Kat. Nr. 141.2 • Foto: Architekturmuseum der Kat. Nr. 141 • München 662 Querverweise Weitere Wandmalereien in Ledigenheimen Berlin, Ledigenwohnheim der Siedlung Lindenhof, Festsaal: Paul Goesch und Franz Mutzenbecher, abstrakte Wand- und Deckengestaltung, 1920/21; Klubzimmer: Franz Mutzenbecher, abstrakte Ausmalung, 1922 Beschreibung/Bemerkung Es ist nicht gesichert, wer der oder die Urheber dieser Ausmalung sind. Auch in den zeitgenössi- Ausmalung des Aufenthaltsraumes keine eigene mentiert und so publiziert. Die über alle vier Wandseiten des Raumes verteilten in schematisch vereinfachten Natur- bzw. Landschaftsdarstellungen. Stilistisch scheinen sich die Künstler mitunter an den Figur- und Landschaftsdarstellungen Marcs und Mackes orientiert und daraus eine reduziertere Formensprache entwickelt zu haben. Der Hintergrund der Wand wird aktiv in die Komposition mit einbezogen. Die geselligen Szenen bilden gleichsam ein Idealoder Gegenbild zur Alltagswirklichkeit der ledigen Hausbewohner. Diese, wie auch die einzelnen Figuren in der Natur, vermitteln ein positives Weltbild. S. hierzu auch Kap. III.2.1.3, Projekte des sozialen Wohnungsbaus, bes. S. 217–219 Ledigenwohnheime. Kat. Nr. 141 • München 663 Kat. Nr. 142 • München nicht bekannt Titel Ohne Titel (vier monumentale Sportlerdarstellungen) Standort Familienbad und Sportplatz an der Dantestraße, Haupteingang Datierung vermutlich um 1927/28 Technik Maße Zustand nicht erhalten Auftraggeber nicht bekannt Quellen und Literatur Querverweise Keine weiteren vergleichbaren Wandbilder bekannt. Beschreibung/Bemerkung Das 1913 errichtete Dantebad wurde 1927/28 unter der Leitung von Oberbaurat Karl Meitinger zu einem Familienbad umgebaut. Wann die monumentalen ausgeführt wurden, kann bislang nicht genau nachgewiesen werden. Kat. Nr. 142 • Fotograf: unbek.; Repro entnommen aus: Kat. Nr. 345, S. 393 Kat. Nr. 142 • München 664 Kat. Nr. 143 • Ober-Hambach Ewald Dülberg Kat. Nr. 143.1 • „Paradieslandschaft“ und „Neue Menschen“ • Foto: Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, N 25 Odenwaldschule Kat. Nr. 143.4 • „Tierparadies“ • Foto: Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, N 25 Odenwaldschule Kat. Nr. 143.2 • „Zusammenbruch“ und „Großstadt“ • Foto: Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, N 25 Odenwaldschule Kat. Nr. 143.5 • „Tierparadies“ und „Tor des Paradieses“ • Foto: Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, N 25 Odenwaldschule Kat. Nr. 143.3 • „Fabrikstadt“ • Foto: Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, N 25 Odenwaldschule Kat. Nr. 143 • Ober-Hambach 665 Titel „Fabrikstadt“/„Großstadt“/„Zusammenbruch“/ „Neue Menschen“/„Tor des Paradieses“/ „Paradieslandschaft“/„Tierparadies“ Standort Odenwaldschule, Trude-Haus, Wohnung Dülberg, Gymnastikzimmer und Alkoven letzter gebräuchlicher Name: Pestalozzi-Haus Datierung 1919–1920 Technik Mattölfarbe auf Putz Maße sieben einzelne Wandbilder, genaue Maße nicht Zustand dokumentiert, seitdem wieder verschalt Auftraggeber Odenwaldschule Quellen und Literatur Archiv der Odenwaldschule im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt Dokumentationsfotos Brief von Peter Dülberg an Paul Geheeb, 31.12.1920 Querverweise Weitere Wandbilder und baugebundene Werke von Ewald Dülberg 1922 Kassel, Orangerie, Kuppelsaal: fünf einzelne Wandbilder „Geburt“, „Kinder“, „Liebe“, „die Alten“, 1927 München, Deutsches Museum, Glassaal: Auftrag für Deckenmosaik (nicht ausgeführt) 1930 Frankfurt, IG Farben Hauptgebäude, Sitzungssaal: Wandbild als Intarsienarbeit (Weltkarte) 1931 Berlin, Funkhaus, Sitzungssaal: acht abstrakte Glasfenster Weitere Wandbilder in Schulen Beschreibung/Bemerkung Dülberg notierte in dem von ihm selbst verfassten Werkverzeichnis 1932 die Titel und Technik der Wandbilder und gab hier auch seine Arbeitszeit mit neun Monaten in den Jahren 1919/20 an. In seinen prismatisch zerlegten, kubistischen Wandbildern zeigt Dülberg sowohl paradiesisch phantastisch anmutende Szenen als auch neuere technische Errungenschaften wie eine Fabriklandschaft oder einen Schnellzug, der dem Betrachter aus dem Bildfeld entgegenzurasen scheint. Er verbindet die Werke durch die starkbunte Farbigkeit, eine gemeinsame Formensprache sowie einige immer wieder auftauchende Versatzstücke wie die kreuzförmigen Sterne, die in sechs der sieben Der Kontakt zur Odenwaldschule kam möglicherweise durch Gustav Friedrich Hartlaub zustande, da dessen Kinder die Schule besuchten und er sich dieser daher verbunden fühlte. Kat. Nr. 143 • Ober-Hambach 666 Titel Ohne Titel (Wandbildentwurf) Standort Oldenburgisches Landesmuseum im Schloss Datierung 1923 Technik nicht ausgeführt Maße nicht ausgeführt Zustand aus Geldmangel nicht ausgeführt Auftraggeber auf Initiative von Museumsdirektor Walter Müller-Wulckow Quellen und Literatur Querverweise Weitere baugebundene Werke von Karl Schmidt-Rottluff Kowno, Wandmalerei in der militärischen Dienststelle, 1917; Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe, Mosaikentwurf (nicht ausgeführt), 1924/25; Frankfurt an der Oder, Beteiligung am Wettbewerb für die Ausgestaltung von St. Marien, 1926 (Erster Preis gemeinsam mit Ludwig Kowalski) Weitere Wandbilder in Museen ALTENBURG, Lindenau-Museum: Ernst Müller-Gräfe, Wandbildzyklus im Treppenhaus, ERFURT, Städtisches Museum: Erich Heckel, „Die Charles Crodel, Türfüllungen im Rokokoraum der ESSEN, Museum Folkwang: Willi Baumeister, Wandbildentwurf für Rotunde des Museumsneubaus, die Ausmalung von Festsaal und Rotunde, 1928 Entwürfe für die Ausmalung des Festsaales, Folkwang-Zyklus im Brunnensaal, 1928–1931 HALLE, Museum für Vorgeschichte: Paul Thiersch mit Schülerinnen, Wandmalereizyklus im Treppen- HAMBURG, Kunsthalle: Dorothea Maetzel-Johannsen, Vier Stillleben im Vorsaal zum Vortragsraum, Geschichte: Otto Fischer-Trachau, Entwurf für ein Kat. Nr. 144 • Oldenburg Karl Schmidt-Rottluff Keine Abb. bekannt Kat. Nr. 144 • Oldenburg 667 KÖLN, Kunstgewerbemuseum: Franz Wilhelm Seiwert, „Die Welt der Arbeit” (Glasfensterentwurf), 1930/31; Rheinisches Museum: Richard Seewald, KREFELD, Kaiser Wilhelm Museum: Johan Thorn LEIPZIG, Grassi Museum: Otto Fischer-Trachau, Wandbild, Farbgestaltung von Saal und Treppen- MÜNCHEN, Deutsches Museum: Claus Bergen, Diez, „Wissenschaft und Technik vom Fortschritt Hans W. Schmidt, „Die Herstellung des Schreibgrun- Wandbilder in Museen außerhalb Deutschlands (ohne Katalogeintrag) HELSINKI, Nationalmuseum: Akseli Gallen-Kallela mit Sohn Jorma Gallen, Kuppelausmalung der Eingangshalle, 1927/28 Museum: Marc Chagall, Wandmalereizyklus, 1922 PHILADELPHIA, The Barnes Foundation: Henri Matisse, „Der Tanz”, 1932 Beschreibung/Bemerkung Karl Schmidt-Rottluff, der wie einige seiner Künstlerkollegen der Brücke Erich Heckel und Ernst Ludwig Kirchner in Dresden zunächst Architektur bei Fritz Schumacher studiert hatte, interessierte sich neben seiner freien Malerei immer auch für die angewandten Künste wie für die Gestaltung von Wohnräumen, Möbeln, Glasfenstern, Mosaiken oder Wandteppichen. Er hatte jedoch nur einmal, nämlich 1917 in der militärischen Dienststelle in Kowno, wo er stationiert war, die Möglichkeit, eine Wandmalerei auszuführen. Der Auftrag für das Oldenburgische Landesmuseum wurde aus Geldmangel schließlich nicht erteilt. Im Archiv des Landesmuseum oder Nachlass von Karl Schmidt-Rottluff haben sich nach heutigem Stand keine Unterlagen oder Entwürfe erhalten. Im Wettbewerb um die Ausgestaltung der westlichen Eingangshalle der Kirche St. Marien in Frankfurt an der Oder gewann Schmidt-Rottluff zwar gemeinsam mit Ludwig Peter Kowalski den ersten Preis, jedoch wurde hier eine Ausführung ebenfalls nicht realisiert. Auch der Wunsch des Direktors des Hamburger Mosaikzyklus an der Hochwand eines Museumsraumes auszuführen, konnte Ende der 1920er-Jahre nicht umgesetzt werden. Für die Hamburger Kunsthalle konnte er 1929 lediglich einen Gobelin im Auftrag des Museums ausführen, der jedoch mehr Tafelbildqualitäten besaß statt den Kriterien einer baugebundenen Wandmalerei zu entsprechen. Kat. Nr. 144 • Oldenburg 668 Kat. Nr. 145 • Saarbrücken Käthe Kollwitz Titel Ohne Titel (nach Holzschnitt „Mütter“) Standort Haus der Arbeiterwohlfahrt, Hohenzollernstraße 45, erstes Obergeschoss, Treppenhaus Datierung 1930 Technik Maße Zustand im Nationalsozialismus zerstört, nach 1945 Wandmosaik von Hans Masareel an derselben Stelle angebracht Auftraggeber Arbeiterwohlwahrt des Saarlandes, vermutlich auf Initiative des Architekten Otto Zollinger Quellen und Literatur Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Käthe Kollwitz bekannt. Beschreibung/Bemerkung Käthe Kollwitz’ monumentales Wandbild ist eine „Der Krieg“, die hier als baugebundenes Werk umgesetzt wurde. Die auf die wesentlichen Merkmale reduzierte Bildsprache des Holzschnittes eignete sich geradezu ideal für ein monumentales Wandbild. Es entwickeltes Werk. Die übergroße Mutter breitet ihren Mantel schützend über die sie umgebenden Kinder aus. Ähnlich wie der Holzschnitt wurde auch das Wandbild als Diese farbliche Reduktion unterstützt die reduzierte Bildsprache und trug zu einem intensiven und mahnenden Charakter bei. Das Saarbrücker Wandbild blieb Kollwitz’ einzige wandmalerische Arbeit. Kat. Nr. 145 • Käthe Kollwitz bei der Arbeit an ihrem Wandbild • Fotograf: unbek.; Repro aus s. p. Kat. Nr. 145 • Saarbrücken 669 Kat. Nr. 146 • Schleswig Kay Heinrich Nebel Kat. Nr. 146.1 • Raumansicht 1926/27 Kat. Nr. 146.4 • Raumansicht 1990 Kat. Nr. 146.2 • Raumansicht 1990 Kat. Nr. 146.5 • Raumansicht 2011 Kat. Nr. 146.3 • Raumansicht 1990 Alle Fotos: Gemeinschaftsarchiv des Kreises Schleswig- Flensburg und der Stadt Schleswig Kat. Nr. 146 • Schleswig 670 Titel Zyklus mit Motiven des Schleswiger Landes Standort Kreishaus, Kreistagssaal Datierung 1925/26, Einweihung am 22.11.1926 Technik Fresken Maße 14-teilig: vgl. Zustand erhalten, letzte Überarbeitung 1986 Auftraggeber Preußisches Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung Quellen und Literatur Denkmalbuch des Landes Schleswig-Holstein Band 12, Bl. 85, Eintrag vom 16.5.1967 Entwürfe Stiftung Historische Museen Hamburg, Altonaer Museum fünf großformatige Bleistiftzeichnungen, je ca. aufgezogen auf Holzplatten noch uninventarisiert Querverweise Weitere Wandbilder von Kay Heinrich Nebel 1926 Teilnahme am Wettbewerb zur Ausmalung der Eingangshalle der Marienkirche in Frankfurt an der Oder (nicht ausgeführt) 1931/32 Hamburg-Othmarschen, Villa Reemtsma, Gartensaal 1935 Berlin, Olympisches Dorf, Haus „Wilhelmshaven“: mehrere Wandbilder im Auftrag des Kultusministeriums (zerstört) um 1937 Hamburg-Altona, Seefahrtsschule: Fresken im Sitzungssaal (zerstört) Weitere Wandbilder in Kreishäusern CZARNIKAU, Kreishaus: Hans Kohlschein, „Friedrich der Große im neuen Land”, 1911 DÜSSELDORF, Kreishaus: Hans Kohlschein, „Zu- 27) SCHNEIDEMÜHL, Kreishaus: Heinrich Campendonk, SCHWERIN AN DER WARTHE (Regierungsbezirk Posen), Kreishaus, Sitzungssaal: Karl Ziegler, Wand- Beschreibung/Bemerkung Kay Heinrich Nebel schuf in den Jahren 1925/26 im Schleswiger Kreishaus einen umfangreichen Zyklus aus 14 einzelnen Werken, in denen er sich mit verschiedenen Aspekten und Motiven der im Nordosten des heutigen Schleswig-Holsteins, zwischen Flensburger Förde und Schlei sowie den Städten Schleswig, Flensburg und Kappeln. Sie zeigen Kartoffelleserinnen und Fischer bei der Arbeit sowie Pferde und Rinder, um die heimische Landwirtschaft zu charakterisieren; außerdem Landschaftsdarstellungen mit einer Windmühle und einer Meierei, spielende Kinder, eine Fischerfamilie und über den Türen drei kleinere Supraportenbilder. Auf diesen sind Möwen, Fische und junge Schafe und Ziegen zu sehen, die stellvertretend für die Tiere des Himmels, des Wassers und des Landes stehen. Die Werke sind je durch einen hellgrünen Rahmen eingefasst und durch rote Vertikalen voneinander getrennt. Auch in der bildinternen Komposition und Struktur ist jedes Werk in sich geschlossen. Komposition, Figurbildung und Binnenstruktur setzt Nebel in einer an seine neusachlichen Tafelbilder angelehnten, aber abgeschwächten und etwas gefälligeren Form um. Figuren und Bildräume sind durchaus dreidimensional und tiefenräumlich durchgebildet und die Werke jeweils zentralperspektivisch angelegt. Er schuf mit diesem Zyklus ein vielschichtiges und typenhaftes Porträt der Region, dem in einem einzelnen Werke sind jedoch mehr als Einzelwerke Kat. Nr. 146 • Schleswig 671 angelegt, als als Zyklus gedacht; sie betonen zudem gerade nicht die Flächigkeit der Wand, sondern öffnen diese optisch in die Landschaft oder die Weite des Himmels. Kay Heinrich Nebel gehörte zu den Künstlern, die Ausstellung „Die Neue Sachlichkeit“ in der Mannheimer Kunsthalle von Juni bis September 1925 zeigte. Bereits im Februar 1925 war er von Wilhelm Waetzold, der zu dieser Zeit amtierender Rat im preußischen Ministerium war, aufgefordert worden, Entwürfe für „ein Wandbild“ einzureichen. Dies erweiterte Nebel offenbar aus eigener Initiative hin zu dem später dann realisierten Zyklus. Es handelte Auftrag, den das preußische Ministerium nach dem Ersten Weltkrieg neu vergeben konnte. Offenbar hatte das Ministerium Nebels Ausführungen in Schleswig positiv bewertet. Zumindest gehörte er 1926 auch zu den Teilnehmern des Einladungswettbewerbs für die Ausgestaltung der Eingangshalle der Marienkirche in Frankfurt an der Oder. (vgl. Kunst und Wirtschaft, Jg. 7, Nr. 11, Seit 1920 war Nebel als Professor an der Kunstakademie Kassel und aufgrund dessen bereits im Staatsdienst. Er war dort neben Ewald Dülberg Komposition verantwortlich. Kat. Nr. 146 • Schleswig 672 Kat. Nr. 147 • Schneidemühl (heute Pila, Polen) Heinrich Campendonk Titel „Schwörende Frauen“ Standort Regierungsgebäude, Kreishaus, Sitzungssaal heutige Nutzung: Polizeischule Datierung 1929 Technik Fresko Maße Zustand nicht bekannt (vermutlich nicht erhalten) Auftraggeber Preußisches Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung Quellen und Literatur The Société Anonyme and the Dreier Bequest at Yale University. A Catalogue Raisonné, ed. by Robert L. Presse und Primärliteratur (mit Abb.) Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin I. HA Rep. 151, IV, Nr. 1342 (Erwähnung Wettbewerbsausschreibung) Entwürfe Yale University Art Gallery, New Haven Wandbildentwurf Schneidemühl – Schwörende Frauen, 1928/30 Entwurf in Tinte, Aquarell und Deckfarben auf Karton Vgl. auch Kat.Nr. 949 AD Detailentwurf Schneidemühl – Eulen, 1928/30 Entwurf in Tinte, Aquarell und Deckfarben auf Papier vgl. auch Kat.Nr. 950 AD Krajewsky, Architekturmuseum der TU Berlin Kat. Nr. 147.2 • Entwurfskarton, 1929 • Yale University Art Gallery, Inv. Nr. 1946.64 Kat. Nr. 147 • Schneidemühl (heute Pila, Polen) 673 Detailentwurf Schneidemühl – Schwörende Frauen, 1928/30 Entwurf in Tinte, Aquarell und Deckfarben auf Papier vgl. auch Kat.Nr. 951 AD Querverweise Weitere Wandbilder und baugebundene Arbeiten von Heinrich Campendonk 1925 Krefeld, Villa Merländer: zwei Wandbilder „Harlekin” und „Katzen” 1929 Düsseldorf, Kunstakademie: ornamentale Glasfenster und abstrakte Ausgestaltung der Aula, sog. „Goldene Aula”, mit Clemens Holzmeister Weitere Wandbilder in Kreishäusern CZARNIKAU, Kreishaus: Hans Kohlschein, „Friedrich der Große im neuen Land”, 1911 DÜSSELDORF, Kreishaus: Hans Kohlschein, „Zu- 27) SCHLESWIG, Kreishaus, Kreistagssaal: Kay Heinrich Nebel, Zyklus mit Motiven des Schleswiger Landes, SCHWERIN AN DER WARTHE (Regierungsbezirk Posen), Kreishaus, Sitzungssaal: Karl Ziegler, Wand- Beschreibung/Bemerkung Campendonk breitete seine Wandmalerei über zwischen Lamperie und Decke aus. Zentrales und dominierendes Bildmotiv ist der mittig über der Tür platzierte Adler, dessen Schwingen bis an die beiden Bildränder reichen. Im linken Bildfeld unterhalb der Schwingen sind die drei Frauen mit zum Schwur erhobenen Rechten zu sehen; im rechten Bildfeld zwei Eulen, die gerade zum Flug abzuheben scheinen. Umrisse und Formen gegliedert, die sich oftmals gegenseitig überlagern. So entstand ein dichtes, lässt sich nur aus den erhaltenen Entwürfen schließen: der Adler und die beiden vorderen Frauen sind in hellen Farben bzw. Weiß angelegt, den Hintergrund dominierten vermutlich Blau- und Rottöne. Kat. Nr. 147 • Schneidemühl (heute Pila, Polen) 674 Kat. Nr. 148 • Schneidemühl (heute Pila, Polen) Hinnerk Scheper Keine Abb. bekannt Titel Ohne Titel (Zerstückelung der Grenzmark) Standort Regierungsgebäude, Sitzungssaal Datierung 1928 Technik nicht bekannt Maße nicht bekannt Zustand nicht bekannt Auftraggeber Provinzialverwaltung Schneidemühl Quellen und Literatur Querverweise Scheper bekannt. Beschreibung/Bemerkung Wie Campendonk hatte Hinnerk Scheper ebenfalls für ein Regierungsgebäude in Schneidemühl ein Wandbild geplant. Ob es sich um dassselbe Gebäude wie das Kreishaus mit Campendonks Werk handelt ist nicht belegt. Schepers Thema war die Zerstückelung der Grenzmark. Es ist jedoch unklar, ob dieses Werk ausgeführt wurde und ob es Kat. Nr. 148 • Schneidemühl (heute Pila, Polen) 675 Kat. Nr. 149 • Schwerin an der Warthe (Regierungsbezirk Posen) Karl Ziegler Keine Abb. bekannt Titel Ohne Titel/Titel nicht bekannt Standort Kreishaus, Sitzungssaal Datierung vor 1922 Technik nicht bekannt Maße nicht bekannt Zustand nicht bekannt Auftraggeber Preußisches Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung Quellen und Literatur Primärliteratur Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Karl Ziegler bekannt. Weitere Wandbilder in Kreishäusern CZARNIKAU, Kreishaus: Hans Kohlschein, „Friedrich der Große im neuen Land”, 1911 DÜSSELDORF, Kreishaus: Hans Kohlschein, „Zu- 27) SCHLESWIG, Kreishaus, Kreistagssaal: Kay Heinrich Nebel, Zyklus mit Motiven des Schleswiger Landes, SCHNEIDEMÜHL, Kreishaus: Heinrich Campendonk, Beschreibung/Bemerkung Über dieses Wandbild sind kaum Detailinformationen bekannt. Einzig bekannter, zeitgenössischer Beleg ist die Erwähnung in der Denkschrift des Kunstreferates von 1922, in der ein Wandbild von „Prof. Ziegler“ genannt wird. Es gehört zu den bereits früher beauftragten Werken, die Anfang der 1920er-Jahre mussten. Verschiedentliche Nachfragen zu Motiv, Größe, Technik im Stadtarchiv Schwerin an der Warthe blieben ohne Ergebnis. Kat. Nr. 149 • Schwerin an der Warthe (Regierungsbezirk Posen) 676 Kat. Nr. 150 • Tännich Alfred Hanf Kat. Nr. 150.1 • Raumansicht mit Wandbild „Aufstieg“ • Abb. entnommen aus: 2011, S.68f. Kat. Nr. 150.4 • „Zusammenbruch“ • Abb. entnommen aus: Volk und Zeit. Beilage zum Hamburger Echo, Nr. 25.1924, 6. Jg., 15.06.1924 Kat. Nr. 150.2 • Raumschema • Entnommen aus: S.68f. Kat. Nr. 150.5 • „Dem Leben entgegen“ • Abb. entnommen aus: Volk und Zeit. Beilage zum Hamburger Echo, Nr. 25.1924, 6. Jg., 15.06.1924 Kat. Nr. 150.3 • „Dem Unheil entgegen“ • Abb. entnommen aus: Volk und Zeit. Beilage zum Hamburger Echo, Nr. 25.1924, 6. Jg., 15.06.1924 Kat. Nr. 150 • Tännich 677 Titel „Hinan zum Leben“ Standort Reichsferienheim Friedrich-Ebert-Heim, Festsaal Datierung 1924 Technik nicht bekannt (bei Bähr 1924a als „freskoartig“ bezeichnet) Maße mehrteilige Raumausmalung, genaue Maße nicht Zustand bis auf wenige Reste verloren Auftraggeber Jugendverband der Sozialistischen Arbeiterjugend (SPD-nah) Quellen und Literatur Primärliteratur Archiv der Arbeiterjugendbewegung, Oer-Erkenschwick II/82: 3 Motive aus der 10-teiligen Postkartenserie, Angermuseum Erfurt Querverweise Weitere Wandbilder von Alfred Hanf 1924 Friedersdorf, Volksschule Friedersdorf: Wandfriese mit Volksmärchen, Darstellungen heimischer Weitere Wandbilder in Kinderheimen und Kinderferienheimen BAD FRANKENHAUSEN, Kinderkurheim: Karl Völker, Wandbilder von spielenden Kindern, 1927 HALLE, Kindergarten in der Burgstraße, Jugendheim Klosterstraße, Kinderheim des Roten Kreuzes, und Kinderheim Gimritz: Erwin Hahs mit Schülern, abstrakte Wandgestaltung, 1926 HAMBURG, Alsterdorfer Anstalten (Christliches Erziehungsheim für Mädchen, Feuerbergstraße 43), Festsaal: Wilhelm Danneboom, Gesamtraumausmalung mit Szenen zu Abendmahl, Fußwaschung, LÜNEBURG, Kinderheim: Dorothea Maetzel-Johannsen, zwei Wandbilder mit spielenden Kindern, 1926 WORPSWEDE, Barkenhoff, Diele: Heinrich Vogeler, Wandbildzyklus, 1920–1923, 1924–1928 Beschreibung/Bemerkung Das Reichsferienheim der Sozialistischen Arbeiterjugend in Tännich wurde am 18.5.1924 eröffnet. Zu diesem Anlass wurde auch der Wandbildzyklus von Alfred Hanf der Öffentlichkeit übergeben. 2. Tür- und Fensteröffnungen bezog Hanf in seine Komposition mit ein. Unter dem Titel „Hinan zum Leben“ schilderte Zyklus des menschlichen Leben und Leidens. Die Wandmalerei mit meist lebensgroßen Figuren aus. Dabei vermied Hanf perspektivische Darstellungen oder dreidimensionale Figurdurchbildungen und -überschneidungen, um die Flächigkeit der Wand in ihrer Charakteristik zu betonen. Bereits zur Einweihung erschienen zwei kleine Beilage zum Hamburger Echo Volk und Zeit. ( den künstlerischen Stil als auch die Anordnung im Raum und die einzelnen Bildteile. Als Beginn des Zyklus nennt er „Gewitterspannung”, daran anschließend der mit „Dem Unheil entgegen“ betitelte Bildteil. Bei eine detaillierte Rekonstruktion der Wandabwicklung. In den Fensternischen stellte Hanf die vier Lebensalter mittels verschiedener Personenpaare dar: ballspielende Kinder, ringende Knaben, sich verbündende Männer sowie Philemon und Baucis, die stellvertretend für das Alter stehen. Er zeichnete damit ein umfassendes Bild, das sowohl das Schicksal der Arbeiter thematisierte als auch diesem ein hoffnungsvolles Bild einer freien Menschheit als Zukunftsvision entgegengesetzte. Dafür verband er gleichsam religiöse Vorstellungen mit sozialistischem Gedankengut, was sich beispielsweise in dem mit „Aufstieg“ betitelten Teilbereich zeigt. Hier sitzt eine Mutter mit Kind an erhöhter Stelle auf einer Art Thron. Von rechts und als Sinnbilder für den sich befreienden Menschen gelesen werden können. Alfred Hanf gehörte 1919 zu den Gründungsmitgliedern der Gruppe Jung Erfurt und engagierte sich hier maßgeblich. Kat. Nr. 150 • Tännich 678 Kat. Nr. 151 • Waiblingen Willi Baumeister s. auch Abb. 80 Titel Ohne Titel (sog. Sportarten-Wandbild) Standort Krankenhaus, sog. Döckerbau; Stirnwand im Treppenhaus Datierung 1928 Technik Öl auf einer in Öl gestrichenen Wand Maße Zustand nicht erhalten; 1938 aus politisch-ideologischen Gründen übertüncht; 1955 Krankenhausgebäude abgerissen Auftraggeber nicht bekannt (vermutlich auf Initiative Richard Döckers) Quellen und Literatur Primärliteratur WBA Tagebücher 1923–29 Baumeister, 22.1., 5.2. und 18.2.1927) DKA NL Baumeister, Willi II B. Presse Baumeister-Wandbild unter der Tünche. Im Waiblinger Krankenhaus als entartet übermalt – Könnte es nicht wieder freigelegt werden?, in: Stuttgarter Zeitung, vor 1955 Stuttgarter Zeitung, vor 1958 (in: DKA, NL Baumeister, Willi II, B) Will Grohmann, Wandbilder von Oskar Schlemmer und Willi Baumeister, in: Das Werk, Heft 7, Jg. 18, Ein Haus am Meer. Berliner Bauausstellung, 1931, 1931b) Will Grohmann, Vermenschlichung der Architektur. Das Wandbild, in: die neue linie, H.8, April 1935, Kat. Nr. 151.1 • Raumansicht • Abb. entnommen aus: die neue linie, H. 8, April 1935, S. 20 Kat. Nr. 151.2 • Wandbildentwurf für das Krankenhaus Waiblingen, 1927/28 • Sammlung der Stadt Waiblingen, Schenkung der Eva Mayr- Stihl-Stiftung • Foto: Stadt Waiblingen Kat. Nr. 151.3 • Sportler – Wandbildentwurf für das Krankenhaus Waiblingen, 1927/28 • Privatbesitz • Abb. entnommen aus: Ausst. Kat. Waiblingen 2003B, S. 35 Kat. Nr. 150 • Tännich 679 Entwürfe Wandbildentwurf für das Krankenhaus Waiblingen, 1927/28 Gouache, Tusche, Öl und Kreide auf Zeichenkarton, Sammlung der Stadt Waiblingen Schenkung der Eva Mayr-Stihl-Stiftung Provenienz: Dr. Richard Döcker, Stuttgart hier Abb. Kat. Nr. 151.2 vgl. Sportler – Wandbildentwurf, 1927/28 Bleistift und Ölkreide auf Transparentpapier und Privatbesitz Provenienz: Rudolf Schief (ausführender Malermeister) hier Abb. Kat. Nr. 151.3 vgl. Wandbild-Entwurf Waiblingen, 1927/28 Bleistift, Farbstift und Ölkreide auf Zeichenkarton Privatbesitz Provenienz: Dr. Richard Döcker, Stuttgart vgl. Farbtafel Dispersionsfarbe zuletzt 1991 im Besitz Rudolf Schiefs nachweisbar (vgl. Schreiben Martha Schaaf an Archiv Baumeister, 22.2.1991; mit Farbkarte für Waiblinger Wandbild; in WBA, Materialsammlung zum Waiblinger Wandbild); s. Abb. 83 in vorliegender Arbeit Vgl. auch Gemälde „Springer“, 1925/26 Das Neue Frankfurt Wandbild in der zentralen Gruppe der beiden männlichen Sportler eine Wiederaufnahme. Querverweise Weitere Wandbilder von Willi Baumeister 1914 Köln, Werkbundausstellung: Vier Werke im Wandbildzyklus „Altkölner Legenden“ (zusammen mit Oskar Schlemmer und Hermann Stenner unter Leitung von Adolf Hölzel) 1929 Essen, Museum Folkwang, Brunnensaal: Entwurf für ein Wandbild in der Laterne der Rotunde 1930 Frankfurt Bornheim, Friedrich-Ebert-Schule: 1939 Wuppertal, Wohnhaus Dr. Herberts: Wandbild auf Gartenwand Außerdem Teilnahme an den Werkbundausstellungen 1922 und 1923 sowie der Bauausstellung 1924 - Werkbundausstellung 1927, Bauausstellung 1931 Weitere Wandbilder in Krankenhäusern BERLIN, Charité, großer Hörsaal: Hugo Vogel, sog. ERFURT, Hospital am Johannesring, Speisesaal: Charles Crodel, „St. Georg und St. Martin”, 1926 HALLE, Polizeilazarett der Artilleriekaserne: Erwin Hahs mit Schülern, Farbgestaltung der Flure, Treppenhäuser und Innenräume, 1924–1926 Beschreibung/Bemerkung Das Waiblinger Wandbild von Willi Baumeister wird in vorliegender Dissertation als eines von zwei Fallbeispielen ausführlich besprochen. Vgl. dazu vor allem Kapitel IV.2. Formsprache zwei männliche und zwei weibliche Figuren als Akte/Halbakte bei unterschiedlichen sportlichen Tätigkeiten wie Seilspringen, Hammerwerfen oder eine Frau in Brückestellung. Er platzierte sie vor einem aus mehreren, meist monochromen Flächen angelegten Hintergrund. Die Figuren sind überlebensgroß ausgeführt und ihre Körper auf die wesentlichen tektonischen Elemente reduziert. Er schafft so eine Typisierung der Figuren, die zu Sinnbildern des Zeitgeistes werden. Aktuelle Themen wie der neue Mensch, Körper- und Sportbegeisterung, Volksgesundheit und Freikörperkultur klingen an. In der sachlich modernen Architektur des Gebäudes und seiner Anlage als Terrassenbau sind zahlreiche Aspekte der zeitgenössischen Licht-, Luft- und Sonnenbewegung umgesetzt, die als Verbindungsglied zwischen Gesundheit und Sport gesehen wurde. Das Wandbild ist mehr inhaltlich an die Gebäudearchitektur gebunden als durch eine unmittelbar formale Entsprechung im Raumzusammenhang des Treppenhauses. In der Ausführung des Wandbildes durch den Malermeister Rudolf Schief nach Entwürfen Baumeisters zeigt sich Baumeisters Haltung in der Tradition der Debatte um Typisierung und Individualisierung, die 1914 im Werkbundstreit einen Höhepunkt erreicht hatte. Hermann Muthesius hatte die Typisierung gegen den prominenten Verfechter der Individualisierung, Henry van der Velde, verteidigt. Ihnen galt die Idee als die grundlegende künstlerische Leistung, deren Umsetzung durchaus an die Industrie oder andere ausführende Dienstleister vergeben werden konnte. Kat. Nr. 151 • Waiblingen 680 Kat. Nr. 152 • Weimar Oskar Schlemmer Kat. Nr. 152.1 • Gesamtplan Wandgestaltung im Werkstattgebäude in Weimar, Bauhaus Weimar, Courtesy Bühnen Archiv Oskar Schlemmer • Foto: Archiv C. Raman Schlemmer, 28824 Oggebbio (VB), Italia Kat. Nr. 152.5 • Fresko im Treppenhaus (Detail), Rekonstruktion 1979–1981 • Foto: Verfasserin, 2011 Kat. Nr. 152.3 • Reliefs im Eingangsbereich, Rekonstruktion 1979 • Foto: Verfasserin, 2011 Kat. Nr. 152.2 • Raumansicht während der Ausführung, Josef Hartwig mit Studierenden, 1923 • Abb. entnommen aus: Josef Hartwig, Erinnerungen, Frankfurt 1955, s. p. Kat. Nr. 152.6 • Fresko im Treppenhaus (Detail), Rekonstruktion 1979–1981 • Foto: Verfasserin, 2011 Kat. Nr. 152.4 • Reliefs im Eingangsbereich, Rekonstruktion 1979, Blick ins Treppenhaus • Foto: Verfasserin, 2011 Kat. Nr. 151 • Waiblingen 681 Titel Ohne Titel (Fresken und verschiedene Reliefdarstellungen) Standort Staatliches Bauhaus, Werkstattgebäude, Eingangsbereich und Treppenhaus Datierung 1923 Technik Fresken, Wand- und Metallreliefs Maße mehrteilige Wandarbeit über Eingangsbereich, Erdgeschoss und Treppenhaus Zustand 1930 abgeschlagen, teilweise rekonstruiert 1979–1981 Auftraggeber anlässlich der ersten Bauhausausstellung 1923 entworfen und realisiert Quellen und Literatur 276 Christian Tesch, Oskar Schlemmers Wandgestaltungen, in: Kat. S. 138, S. 145f. Herfried Behr, Zum Problem Bauhaus und architekturgebundene Kunst, in: Bildende Kunst, 1.1967, Siegfried Tschiersky, Bauhaus und architekturgebundene Kunst, in: Bildende Kunst, 1965, H. 10, Quellen und Primärliteratur Oskar Schlemmer: Barbara am Geist, in: Das Tagein: Zur politischen Forderung/Voraussetzung für die Bauhausausstellung sowie zur Bauhausausstellung selbst vgl. Kat. Nr. 152 • Weimar Kat. Nr. 152.7 • Fresko im Treppenhaus (Detail), Rekonstruktion 1979–1981 • Foto: Verfasserin, 2011 Kat. Nr. 152.8 • Fresko im Treppenhaus (Detail), Rekonstruktion 1979–1981 • Foto: Verfasserin, 2011 682 Entwürfe Gesamtplan Wandgestaltung im Werkstattgebäude in Weimar, Bauhaus Weimar, 1923 Aquarell und Bleistift auf Papier Privatsammlung hier Abb. Kat. Nr. 152.1 zahlreiche weitere Entwürfe in Privatbesitz s. S. 138 Querverweise Weitere Wandbilder u. a. baugebundene Werke von Oskar Schlemmer 1914 Köln, Werkbundausstellung: Vier Werke im Wandbildzyklus „Altkölner Legenden“ (zusammen mit Willi Baumeister und Hermann Stenner unter Leitung von Adolf Hölzel) 1924 Weimar, Haus Meyer: Wandgestaltung in Privatraum 1928–1931 Essen, Museum Folkwang: sog. 1930 Berlin, Verbandshaus der Metallarbeiter, Entwurf für eine Wandgestaltung (Kat. Nr. 6) 1930 Berlin, Privathaus Erich Mendelsohn: Entwurf für einen Wandfries 1931 Berlin, Lichtenberger Schulen: Entwurf für ein 1930/31 Zwenckau, Haus Dr. Rabe: Metall drahtkomposition 1934/35 München, Deutsches Museum, Kongresssaal: Entwurf für ein Mosaik (nicht ausgeführt) 1937 Bornim bei Potsdam, Haus Mattern: „Einheit von Körper-Seele-Geist“, malerisch-plastisches Wandbild 1939/40 Stuttgart, Haus Dieter Keller: Wandbild Familie Außerdem Teilnahme an der Internationalen Bauausstellung Berlin 1931: Wandgestaltung einer eigenen Ausstellungskoje mit Integration älterer, eigener Skulpturen (Bauplastik R, 1919, und Abstrakte Figur, 1921/23) Beschreibung/Bemerkung Schlemmer beschrieb seine Wandgestaltung im Werkstattgebäude als eine „malerisch-plastische Ausgestaltung“ der Räume. Er löste sich damit von der reinen Wandmalerei, setzte sich aber auch deutlich von den rein abstrakten farbigen Wandgestaltungen ab, wie sie Herber Bayer und Hinnerk Scheper im Hauptgebäude realisierten. Peter Keler und Farkas Molnár hatten eine gegenstandslose Farbgestaltung für die Durchfahrt zum Hof entwickelt. Vor allem unter Schepers Leitung der Klasse für Wandmalerei standen rein abstrakte Farb-Raum- Konzepte und Farbleitsysteme im Fokus. Schlemmer arbeitete zwar abstrahierend, löste sich aber nie vollkommen von der menschlichen Figur. Im Werkstattgebäude kombinierte er Wandreliefs und Wandbilder zu diesem Thema. Die Eingangstür wurde im Innern gesäumt von zwei Reliefs der sogenannten Tempelhüter, auch an der Decke über dem Eingang war ein Relief angebracht; ebenso zwei reliefplastische Felder mit je vier abstrahierten Figurinen vor monochromem Hintergrund seitlich des ersten Treppenaufgangs. Diese Figurenreliefs sind heute wieder als Rekonstruktionen in ihrem metallischen Glanz (silber und gold) vor einem tiefroten Hintergrund sichtbar. Der untere Flur sowie das große Treppenhaus waren versehen. Davon ist heute nur der Figurenreigen im Treppenhaus rekonstruiert. Die ursprüngliche Situation wurde von Herzogenrath ausführlich in zahlreichen Schwarz-Weiß-Foto- Kat. Nr. 152 • Weimar 683 Kat. Nr. 153 • Worpswede Heinrich Vogeler Titel Ohne Titel (Ausmalung der zentralen Diele) Standort Barkenhoff, Diele Datierung 1920–1923, 1924–1926 Technik Fresken Maße mehrteilige Ausmalung, genaue Werkmaße nicht Zustand nicht erhalten; seit 1927 zunächst von Wachstuchrollos verdeckt, 1938/39 bei Umbauarbeiten zerstört Auftraggeber aus Eigeninitiative von Heinrich Vogeler entstanden Quellen und Literatur Erlay 1979 Quellen und Primärliteratur Protokoll der 237. Sitzung des Preußischen Landtags vom 18.1.1927, Protokollveröffentlichung Spalte 16376 Der Rote Helfer, 3. Jg., Nr. 2, Februar 1927 DKA, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg Die Wandbilder von Heinrich Vogeler, Worpswede, die unter behördlichem Zwang entfernt werden müssen, in: Die Literarische Welt, Nr. 8, 3. Jg., 25.2.1927 in: NL Vogeler, Heinrich III B Querverweise Weitere baugebundene Arbeiten von Heinrich Vogeler 1904 Bremen, Güldenkammer: ornamentale Raumgestaltung (Mobiliar, Ausstattung, Türen, Wände) Kat. Nr. 153 • Worpswede Kat. Nr. 153.1 • Raumansicht, um 1926 • Foto: Worpsweder Archiv Kat. Nr. 153.4 • Detailansicht • Abb. entnommen aus: S. 271 Kat. Nr. 153.2 • Raumansicht, um 1926 • Foto: Worpsweder Archiv Kat. Nr. 153.3 • Detailansicht • Abb. entnommen aus: S. 271 684 Weitere Wandbilder in Kinderheimen und Kinderferienheimen BAD FRANKENHAUSEN, Kinderkurheim: Karl Völker, HALLE, Kindergarten in der Burgstraße, Jugendheim Klosterstraße, Kinderheim des Roten Kreuzes, und Kinderheim Gimritz: Erwin Hahs mit Schülern, abstrakte Wandgestaltung, 1926; HAMBURG, Alsterdorfer Anstalten (Christliches Erziehungsheim für Mädchen, Feuerbergstraße 43), Festsaal: Wilhelm Danneboom, Gesamtraumausmalung mit Szenen zu Abendmahl, Fußwaschung, LÜNEBURG, Kinderheim: Dorothea Maetzel-Johannsen, zwei Wandbilder mit spielenden Kindern, 1926 TÄNNICH, Reichsferienheim Friedrich-Ebert-Heim, Festsaal: Alfred Hanf, Wandbildzyklus „Hinan zum Beschreibung/Bemerkung Heinrich Vogelers Ausmalung der zentralen Diele des Barkenhoffs in Worpswede ist in der Literatur umfangreich dokumentiert. Besonders ergiebig sind der Ausstellungskatalog von 1991 sowie Breselers Publikationen von 2006 und 2009 und der Reprint der zeitgenössischen Dokumentation „... gegen Kind und Kunst“ aus dem Jahr 1927 1974/1927) Vogeler hatte 1920 aus Eigeninitiative begonnen, den Barkenhoff, den er seit Beginn des Jahrhunderts mit seiner Familie als Privathaus genutzt und aus dem Geist des Jugendstils zu einem Gesamtund politisierten Wandmalereien auszustatten. 1919 hatte er hier die Arbeitsschule und Kommune Barkenhoff gegründet. Die erste Ausstattungsphase fand von 1920–1923 statt; in dieser Zeit wurde der Hof als Tagungsstätte, Lebens- und Wohnort kommunistischer Arbeiter und Soldaten genutzt. Seit 1923 schickte die Rote Hilfe Kinder russischer Gefangener auf den Barkenhoff. 1924 verkaufte Vogeler den Hof an die neue Trägergesellschaft die Quieta Erholungsstätten GmbH. 1924–1926 arbeitete er jedoch erneut an den Wandbildern, die er zunehmend politischer gestaltete und mehr und mehr Themen der Arbeiterbewegung einband. Unmittelbar nach Fertigstellung und vor allem im Jahr 1927 entstand massiver Protest gegen die Ausmalungen auf Landesebene; Vogeler konnte jedoch einen Kompromiss erwirken, sodass die Werke zunächst nicht zerstört, sondern nur durch Rollvorhänge verdeckt wurden. Endgültig zerstört wurden die Werke 1938 beim Umbau des Barkenhoffs. Auf den Wänden der zentralen Speisediele realisierte Vogeler insgesamt sechs Bilder, die den gesamten Bereich zwischen Lamperie und Decke ausfüllten. Die freiliegenden Balken nutzte er als trennende Elemente und bemalte sie teilweise. Ebenso nutzte er Türdurchbrüche, Wandvorsprünge oder den Kamin als raumimmanente, kompositionsdeterminierende Elemente. Zentrales Motiv fast aller Werke ist der arbeitende Mensch, der sich im Kollektiv gegen die herrschende Klasse aufbäumt. Diese Thematik des Bilder um, die er mit Bildunterschriften und kämpauch Kompositionsprinzipien seiner in Moskau - Über dem zentralen Kamin war das Symbol der Kommune zu sehen, eine große schützende Hand, in der ein Kind sitzt. Vogeler schuf kein Monumentalgemälde, sondern mehr eine Wandmalerei im Stile einer Biblia pauperum, die den Kindern und Jugendlichen die zentralen kommunistischen Inhalte und Werte vermitteln sollte. Kat. Nr. 153 • Worpswede 685 Kat. Nr. 154 • Ohne Ortsangabe Oskar Nerlinger Künstler Oskar Nerlinger Titel „Die Straßen der Arbeit“ (Wandbildentwurf) Datierung 1930 Technik Tempera auf Pappe; nicht als Wandbild ausgeführt Maße Zustand Auftraggeber ohne Auftraggeber Quellen und Literatur Brigitte Lohkamp: Malerei, in: 1979 Raumgestaltung in den zwanziger Jahren, ebd., Märkisches Museum – Stiftung Stadtmuseum Berlin Presse Die Rote Fahne, Feuilleton, 1.10.1930 Querverweise Keine weiteren Wandbilder von Oskar Nerlinger bekannt. Beschreibung/Bemerkung Die von Nerlinger entwickelte Spritztechnik mit Schablonen reduzierte die künstlerische Handschrift auf ein Minimalmaß und eignete sich aufgrund ihrer relativ einfachen Übertragbarkeit besonders gut für Plakat- und Wandgestaltung. Bei „Die Straßen der Arbeit“ handelt es sich um ein Querformat, das im Wesentlichen aus drei Elementen besteht: im linken Bildteil eine auf ihre wesentlichen Bestandteile reduzierte Uhr, aus deren Zentrum sich ein Strom aus Gleisen, Straßen und Arbeitermassen an einem Kanal diagonal in die rechte untere Bildecke erstreckt. Dieser Strahl wird von der dominierenden, dunklen Eisenbrücke diagonal gekreuzt, die sich von links vorn über die gesamte Bildbreite erstreckt. Die Arbeiter sind als kleine schematisierte Figuren dargestellt. Nerlinger gehörte zur Gruppe „Die Abstrakten“, die sich 1924 gebildet hatte. Neben ihm und seiner Kat. Nr. 154 • Ohne Ortsangabe Kat. Nr. 154 • Foto: Michael Setzpfandt, Berlin © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nr. VII 686 Oskar Albrecht, Paul Furhmann, Adolf Kögelsperger und Läszlö Peri an. Ab 1932 nannten sie sich „Die Zeitgemäßen.“ Auf der Großen Berliner Kunstausstellung 1930 konnten sich „Die Abstrakten“ in drei Räumen präsentieren; in einem war der Wandbildentwurf „Die Straße der Arbeit“ ausgestellt und hier als Freskoentwurf benannt; allerdings ohne Angabe, ob es einen konkreten Bestimmungsort oder Initiator/ Auftraggeber gab. Bereits auf der Großen Kunstausstellung 1928 hatte Nerlinger eine konstruktivistische Raumgestaltung geschaffen. Sein Werk wurde immer wieder als besonders geeignet für Wandmalerei/-gestaltung beschrieben, jedoch lassen sich außer den hier genannten keine eindeutigen Wandbilder oder Wandbildentwürfe nachweisen. Kat. Nr. 154 • Ohne Ortsangabe 687 Wandbilder in Schulen BERLIN, Lichtenberger Schulen, Vestibül: Oskar ECKERNFÖRDE, Pestalozzischule, Aula: Käte Lassen, „Schwertertanz”, 1936–39 ERFURT, Katholische Vorbereitungsschule: Charles Crodel, Entwurf für ein Hausschild „Thüringer FLENSBURG, Altes Gymnasium, Aula: Käte Lassen, FRANKFURT, Bornheim, Friedrich-Ebert-Schule: Willi Baumeister, Entwurf für ein Wandbild, 1930 FRIEDERSDORF, Volksschule Friedersdorf: Alfred Hanf, Wandfriese mit Volksmärchen und Darstellun- HALLE, Martinschule: Karl Völker, Entwurf für ein Wandbild „Neues Land und Sonnenstrahl”, 1920 HAMBURG, Emilie-Wüstenfeld-Schule, Treppenhaus: Gretchen Wohlwoll, „Literatur, Kunst, Gewerbeschule für Mädchen an der Uferstraße, Lehrerinnen- und Konferenzzimmer: Antia Rée, „Die klugen und die törichten Jungfrauen”, 1929 Jugendheim: Eduard Hopf, Wandbild mit Wander- Handelsschule an der Schlankreye, Jugendheim: Kurt Löwengard, „Arbeiter im Hamburger Hafen”, Lichtwarkschule, Aula: Otto Fischer-Trachau, Lyceum am Lübecker Tor Feld, Aula: Otto Fischer-Trachau, „Streben nach Erkenntnis”, 1925 Oberrealschule Im Alstertal, Treppenhaus: Karl Kluth, Wandbild „Jugendliche” (Lob der Leibes- Oberrealschule für Mädchen an der Caspar- Voght-Straße, Gymnastiksaal: Anita Rée, Realgymnasium des Johanneums, Eingangshalle: Otto Fischer-Trachau, Wandbild Kriegerehrung und farbige Wandgestaltung, sowie ornamentale Siedlungsschule Langenhorn Nord, Gymnastikraum: Östliches Treppenhaus: Eduard Bargheer, Wandbild Männer bei der Gartenarbeit/Landgewinnung, 1936; ebd. Walther Schneider, Wandbild „Verfassungs- Volksschule an der Bogenstraße, Aula/Vortragssaal: Heinrich Stegemann, Wandbilder „Kraft und Volksschule Amalie-Dietrichs-Weg, Eingang zur Turnhalle: Willem Grimm, Turnstillleben, 1930 Volksschule „Beim Pachthof”, Turnhalle: Erich Hartmann, Wandbild mit Ballspielern am Strand, Volksschule Fuhlsbüttel, Turnhalle mit Bibliothek und Bühne: Erich Hartmann, „Unterricht im Freien”, im Erdgeschoss: Karl Kluth, „Lebensfreude”, 1931 Volksschule Marienthaler Straße: Künstler nicht bekannt, Szenerie mit wilden Tieren und Haustieren, Gebirgslandschaft mit Eisenbahn und Flugzeug, Volksschule Osterbrook, Aula: Fritz Kronenberg, Volksschule Schaudinnsweg, Aula, Stirnwand: Otto Thämer, „Die Quelle” und „Aufbau”, 1931 Volksschule auf der Veddel, Gymnastiksaal: Otto Thämer, Wandbild mit idealem Menschenpaar/ Treppenhaus: Paul Kayser, Wandbild mit Stillleben haus: Eduard Hopf, Wandbild mit Mädchenakten Arnold Fiedler, Segelschiffhafen, 1931 (Tafelbild) Volksschule Wendenstraße, Aula: Rolf Nesch, JENA, Lyceum: Charles Crodel: Entwurf für ein Wandbild zum Thema Lebensalter /-tag, 1926 KEMPTEN, Lyceum: Josef Hengge, Kriegerehrenmal als Fassadenmalerei, um 1933 KÖLN, 1915 Katholische Volksschule, Außenbau: Künstler nicht bekannt, Wandbild „David und Goliath”, um OBER-HAMBACH, Odenwaldschule, Trude-Haus, Wohnung Dülberg, Gymnastikzimmer und Alkoven: Ewald Dülberg, sieben Wandbilder („Fabrikstadt“/ „Großstadt“/„Zusammenbruch“/„Neue Menschen“/ „Tor des Paradieses“/„Paradieslandschaft“/„Tierpa- SIEGGRABEN (Österreich), Volksschule, Vorhallen: Franz Kaym mit Alfons Hetmanek, Fresken zur Einprägung des Sternenhimmels, 1926–1928 Wandbilder in Schulen

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Zusammenfassung

Die mannigfaltigen Kunstformen der Weimarer Republik sind gleichsam auch wertvolle Zeugnisse ihrer politischen wie gesellschaftlichen Zustände. Gerade die figurative Wandmalerei in privaten, vor allem aber auch in öffentlichen Gebäuden, kam in den 1920er Jahren zu neuer Blüte und legt, im Spannungsfeld aus persönlichen, politischen und künstlerischen Interessen, das zeitgenössische Menschenbild sowie das Weimarer Selbstverständnis auch für die heutige kunsthistorische Betrachtung offen.

Friederike Schuler unternimmt eine in ihrem Umfang einmalige Untersuchung zur figurativen Wandmalerei der Weimarer Republik. Dabei adressiert sie neben wichtigen Werken von Erich Heckel, Oskar Schlemmer, Willi Baumeister oder Johan Thorn Prikker, auch solche heute weniger bekannter Künstler. Der beigefügte Katalog bildet eine wertvolle und grundlegende Materialsammlung, in der neben technischen Details, Angaben zum Erhaltungszustand und den Auftraggebern auch die Ergebnisse der umfangreichen Quellenrecherche in Archiven und Zeitschriften verzeichnet sind.