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Ramona Kahl

Manga, page 1 - 12

Wirkungsvolle Bildergeschichten

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-3893-2, ISBN online: 978-3-8288-6650-8, https://doi.org/10.5771/9783828866508-1

Series: Kulturanalysen, vol. 15

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Kulturanalysen Herausgegeben von Ulrike Prokop Kulturanalysen Ramona Kahl Manga Wirkungsvolle Bildergeschichten Tiefenhermeneutische Interpretationen zu Death Note und Grimms Manga sowie zu adoleszenten Rezeptionsweisen Herausgegeben von Ulrike Prokop Tectum Verlag Ramona Kahl Manga – Wirkungsvolle Bildergeschichten. Tiefenhermeneutische Interpretationen zu Death Note und Grimms Manga sowie zu adoleszenten Rezeptionsweisen Zugl. Diss. am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Philipps-Universität Marburg, 2016 © Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2017 ISBN: 978-3-8288-6650-8 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Buch unter der ISBN 978-3-8288-3893-2 im Tectum Verlag erschienen.) Kulturanalysen; Bd. 15; hg. von Ulrike Prokop Zugl.: Schriftenreihe der Marburger Arbeitsgruppe für Tiefenhermeneutik und Kulturanalyse; Bd. 5 Alle Rechte vorbehalten Besuchen Sie uns im Internet www.tectum-verlag.de Bibliographische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliographische Angaben sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. Danksagung An dieser Stelle möchte ich allen Menschen meinen herzlichen Dank aussprechen, die zum Gelingen dieser Arbeit beigetragen haben: Zunächst möchte ich mich herzlichst bei Prof. Dr. Ulrike Prokop für die unterstützende und inspirierende Betreuung dieser Arbeit bedanken. Ebenso sei Prof. Dr. Elisabeth Rohr und Prof. Dr. Susanne Maurer für Ihre wertvollen Anregungen und Hilfestellungen im Arbeitsprozess gedankt. Bei Prof. Dr. Bernd Dolle-Weinkauff bedanke ich mich für den wissenschaftlichen Austausch im Feld Comic- und Mangaforschung. Allen Mitgliedern der Marburger Arbeitsgruppe Tiefenhermeneutik, der Marburger Arbeitsgruppe Tiefenhermeneutik und Kulturanalyse sowie dem Frankfurter Arbeitskreis Tiefenhermeneutik und Sozialisationstheorie sowie der früheren Arbeitsgruppe Gender Studies des Marburger Graduiertenkollegs für Geistes- und Sozialwissenschaften und der Sektion 10 – Phantastische Welten des Gießener Graduiertenkollegs Kulturwissenschaften danke ich für ihre Mitwirkung bei der Interpretation des Materials. Bei Anna Stach, Nina Friese, Sabine Lauber-Pohle und Sandra Habeck bedanke ich mich für den anregenden und hilfreichen Austausch. Katharina Spenner, Marie Demant, Meik Kötter, Björn Kasche und Franziska Lutzmann möchte ich für die Korrekturarbeiten danken und Sabine Manke für die Unterstützung bei der Formatierung. Ganz besonders herzlich bedanke ich mich bei allen Schüler_innen sowie Mangafans und Nachwuchszeicher_innen, die mir in Gruppendiskussionen und Interviews Einblicke in ihre Sicht japanischer Jugendcomics eröffnet und damit diese Arbeit bereichert haben. Ebenso danke ich allen Mangahändler_innen besonders Fiddy Bode für ihre Einschätzungen des Comicmarkts und der Mangaszene. Darüber hinaus möchte ich mich bei all meinen Freunden und Freundinnen bedanken, die mir auf dem Weg dieser Arbeit mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben – besonders Kirsti Gardyan für ihre Ermutigungen und ihre Begeisterung für dieses Promotionsprojekt und Björn Kasche für die Begleitung im Arbeitsprozess. Ramona Kahl: Manga – Wirkungsvolle Bildergeschichten6 Meinen Eltern danke ich für die Ermöglichung dieser Arbeit und ihren Beistand auf meinem bisherigen Lebens- wie Berufsweg. Ihnen und meiner Großmutter ist diese Arbeit von ganzem Herzen gewidmet. Ramona Kahl Januar 2017 7 Inhalt Danksagung 5 1 Einleitung 13 2 Wirkungen von Manga bei Jugendlichen 29 2.1 Manga: Annäherung an einen mehrdeutigen Begriff 30 2.2 Manga im Spiegel der Forschung 35 2.2.1 Disziplinäre Zugänge 37 2.2.2 Methodische Zugänge 38 2.3 Forschungsstand zu Wirkung und Rezeption von Manga 40 2.3.1 Besonderheiten der Thematiken und Motive von Manga 40 2.3.2 Exkurs: Der Comic als visuelle Narration mit schriftsprachlicher Struktur 42 2.3.3 Besonderheiten der Erzähltechniken und Darstellungsmittel von Manga 46 2.3.4 Zusammenspiel von Inhalt und Form: Entgrenzungen von Produktion und Rezeption sowie Genrediversifizierung 51 2.3.5 Schlussfolgerungen: Komplexe Rezeptionsanforderungen und intensive Leserinvolvierung 55 2.3.6 Ergebnisse zur Leserschaft und ihrer Mangarezeption 60 2.3.6.1 Befunde zur Mangaleserschaft 60 2.3.6.2 Befunde zu Manganutzung und -rezeption 62 2.3.6.3 Befunde zur Mangafankultur 65 2.3.6.4 Schlussfolgerung: Wirkungsstudie zu Mangamaterial 67 2.4 Forschungsansatz: Tiefenhermeneutische Wirkungsanalyse zu sozialisatorischen Impulsen von Manga 67 2.4.1 Plurale Wirkungsauffassungen in der Medienforschung 68 2.4.2 Tiefenhermeneutischer Wirkungsbegriff der Arbeit 70 2.4.3 Manga als Sozialisationsangebot Jugendlicher 74 2.4.4 Sozialisation durch medial symbolisierte Lebensentwürfe 76 2.4.5 Erkenntnisinteresse der Arbeit 80 3 Methodische Umsetzung der tiefenhermeneutischen Wirkungsstudie 83 3.1 Konversionsanalytisches Forschungsdesign 83 3.2 Zur Methode der tiefenhermeneutischen Kulturanalyse 86 Ramona Kahl: Manga – Wirkungsvolle Bildergeschichten8 3.2.1 Die tiefenhermeneutischen Interpretationsschritte im Überblick 87 3.2.2 Formal-logische Inhaltsanalyse des manifesten Sinns 89 3.2.3 Szenisches Verstehen zur Entdeckung des latenten Sinns 89 3.2.4 Vergleich von manifestem und latentem Sinn 94 3.2.5 Theoretische Kontextualisierung 95 3.3 Zum Forschungsprozess 97 3.4 Materialauswahl und Materialzuschnitt 101 3.4.1 Mangaserien der Untersuchung 102 3.4.2 Materialsorten der Untersuchung 103 3.5 Darstellung der Befunde 106 4 Tiefenhermeneutische Inhalts- und Wirkungsanalyse des Mangamaterials 109 4.1 Lesarten als Darstellungsmittel der tiefenhermeneutischen Interpretationsbefunde 111 4.2 Idealisierte Paarentwürfe und verbotene Begehrenskonstellationen in Grimms Manga 119 4.2.1 Werksinformationen zur Reihe Grimms Manga 120 4.2.2 Märchenstoffe in Manga 121 4.2.3 Angleichung statt Partnerschaft – Bildinterpretation zum Paarmotiv des Umschlagsbildes Grimms Manga 124 4.2.3.1 Manifest-formale Bildbeschreibung 124 4.2.3.2 Hemmungslos gehemmt? Lesarten des Wolfsjungen 129 4.2.3.3 Verführerische Unschuld oder Verführung mittels Unschuld? Lesarten der Mädchengestalt 151 4.2.3.4 Subjekt oder Objekt des Begehrens? Bezugsmuster der beiden Figuren 163 4.2.3.5 Resümee zu Einzelfigurenanalysen und Gesamtszene 166 4.2.3.6 Zur latenten Szene: Ausschluss von Opposition, sexuelles Tabu 170 4.2.3.7 Manifeste und latente Sinnebene: Verliebtes Kinderpaar versus Sexualisierung der Kinder 174 4.2.3.8 Theoretische Kontextualisierung: Identifizierungen mit dem Aggressor in sexuellen Missbrauchssituationen oder ödipalen Konstellationen 177 4.2.3.9 Zum Verhältnis von Titelbild und Narrativ: Paarideal und Missbrauchsphantasma 191 4.2.4 Dreiecksbeziehung und Sexualisierung – Bildinterpretation zum Titelbild Die zwölf Jäger 193 9Inhalt 4.2.5 Schamabwehr und Bindungskonflikt – Interpretation des Manganarrativs Die zwölf Jäger 198 4.2.5.1 Das manifeste Paarnarrativ des Manga Die zwölf Jäger 199 4.2.5.2 Zur Comicerzählweise in Die zwölf Jäger anhand der ersten Seite 201 4.2.5.3 Erzählstrang um die weibliche Hauptfigur 213 4.2.5.4 Erzählstrang um die Dreierbeziehung 221 4.2.5.5 Erzählstrang um die (erotische) Paarbindung 234 4.2.5.6 Manifeste und latente Sinnebene: Paarideal versus kindliche Bindungsmuster und Sexualisierung des Kinderkörpers 240 4.2.5.7 Theoretische Kontextualisierung: Wiederbelebte narzisstische Kränkung und inzestuöses Phantasma 243 4.2.6 Fazit zum Grimms-Manga-Material: Gleichaltriges Liebespaar als Idealentwurf – Ödipal-inzestuöses Phantasma als Erregungsmoment 245 4.3 Allmachts- und Ohnmachtserleben mit der Serie Death Note 248 4.3.1 Kontextinformationen zur Mangaserie Death Note 249 4.3.1.1 Hinweise zur Erfolgs- und Verkaufsgeschichte 249 4.3.1.2 Inhaltsübersicht zur Serie 252 4.3.1.3 Genreverortung der Serie Death Note 253 4.3.2 Angstbilder – Bildinterpretation des ersten Kapiteltitelbildes aus Death Note 257 4.3.2.1 Szenerie: Verdächtigt oder erwischt – Was für ein Moment wird gezeigt? 259 4.3.2.2 Irritationsfeld: Beziehungsebene – Isolation versus Symbiose 260 4.3.2.3 Irritationsfeld: Identitätsebene – Eindeutig mehrdeutig 262 4.3.2.4 Irritationsfeld: Gegensätzlichkeit – Wechselseitige Wirkungsbezüge 273 4.3.2.5 Zur latenten Szene: Vernichtung in Nähebeziehungen 276 4.3.2.6 Manifeste und latente Sinnebene: Aggressions- und Angstbild 276 4.3.2.7 Anmerkungen zum zweiten Titelbild 278 4.3.2.8 Theoretische Kontextualisierung: Adoleszentes (physisches) Kontrollverlustphantasma 278 4.3.3 Machtstreben mit Bindungsabwehr – Interpretation des ersten Kapitels aus Death Note 280 4.3.3.1 Inhaltsbeschreibung des ersten Kapitels 280 4.3.3.2 Anmerkungen zu Zeichenstil und Erzählweise 282 4.3.3.3 Manifeste Lesarten und Themenfelder 284 4.3.3.4 Irritationsfelder: Bindungslosigkeit und Dualität 285 Ramona Kahl: Manga – Wirkungsvolle Bildergeschichten10 4.3.3.5 Zur latenten Szene: Selbstauflösung und Bindungsabwehr 291 4.3.3.6 Manifeste und latente Sinnebene: Machtstreben kontra Vernichtungsangst 292 4.3.3.7 Theoretische Kontextualisierung: Kränkungserfahrung, Libidoabwehr und Abhängigkeitsverleugnung 294 4.3.4 Fazit zum Death-Note-Material: Abhängigkeits- und Anerkennungskonfliktszene 298 5 Empirische Perspektive auf die Mangarezeption von Jugendlichen 303 5.1 Thesenhafte Ergebnisübersicht 306 5.1.1 Jugendlicher Sprech- und Sprachstil in den Gruppendiskussionen 306 5.1.2 Geschlechtsdifferente Diskussionsbeteiligung: Jungendominierte Gespräche 309 5.1.3 Rezeption der Untersuchungsmaterialien: Expressive Titelbilder-Rezeption und Lektüreschwierigkeiten bei den Bild-Text-Narrativen der Manga 312 5.1.4 Geschlechtsbezogene Rezeptionsweisen: (Geschlechts-)Körperideale und Geschlechtsidentitätsfragen 316 5.1.5 Gemeinsame Rezeptionsthemen der drei Jugendgruppen: Statusfragen und Geschlechterrollen 319 5.2 Rezeptionsanalyse zum ersten Kapiteltitelbild aus Death Note: Statusfragen und Geschlechternormierungen 319 5.2.1 Reaktionen auf die Jungengestalt 320 5.2.2 Reaktionen auf die unmenschliche Gestalt 322 5.2.3 Zentrale Rezeptionsthemen in den gemischtgeschlechtlichen Jugendgruppen 325 5.2.3.1 Erstes Rezeptionsthema: Die soziale Selbstverortung 325 5.2.3.2 Zweites Rezeptionsthema: Männlichkeits- und Geschlechternormierung 328 5.2.4 Fazit: Soziale Segregationsprozesse und regressive Gruppendynamiken mit retraditionalisierenden Geschlechterkonstruktionen 330 6 Tiefenhermeneutische Befunde zu Wirkungsweisen von Manga bei Jugendlichen: Regressionsfördernde Thematisierungsangebote und strukturelle Enttäuschung jugendlicher Bedürfnislagen 337 6.1 Zentrale Interpretationsbefunde der Mangamaterialien 338 6.2 Vergleich der Serien als geschlechtsbezogene Jugendangebote 342 6.3 Vergleich der Erzählstoffe hinsichtlich der Umgangsweisen mit Opposition 345 11Inhalt 6.4 Fazit: Abspaltung wirkungsrelevanter Affektlagen und regressive Verarbeitung 348 7 Diskussion und Ausblick zu Angebotsstrukturen des Mediums Manga 353 7.1 Serialität von Comicangeboten und Bedürfnislagen der jugendlichen Leserschaft 353 7.2 Forschungsdesiderata 358 Literaturverzeichnis 369 Abbildungsverzeichnis 393 Anhang 395

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Zusammenfassung

Seit Ende der 1990er Jahre beanspruchen Manga als innovative Comiclektüre unter Heranwachsenden weltweit eine marktführende Position und sind Bestandteil der globalisierten Jugendkultur. Die erfolgreiche internationale Etablierung der Manga – vor allem im asiatischen, europäischen und nordamerikanischen Raum – verdankt sich sowohl ihrer Vermarktung im Medienverbund mit Zeichentrickserien, Kinderspielzeug, Computer- und Kartenspielen als auch ihrem transkulturellen Stil.

Die Erziehungswissenschaftlerin Ramona Kahl geht den in populären Manga offerierten bewussten wie unbewussten Verhaltensmodellen und Lebensentwürfen nach. Im Zuge einer tiefenhermeneutischen Analyse von Titelbildern und Narrativen populärer Mangaserien sowie der Auswertung von Gruppendiskussionen mit Jugendlichen zeigt sie auf, welche Reaktionen Manga bei Jugendlichen auslösen und was ihren speziellen Reiz für die Zielgruppe ausmacht. Dadurch eröffnet sie vielschichtige Einblicke in die Bedeutungsstrukturen wie Aneignung erfolgreicher Manga und legt diejenigen gesellschaftlichen Konfliktfelder offen, für welche Manga den Jugendlichen ein attraktives, aber fragmentarisches und ambivalentes Bearbeitungsangebot machen.