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Detailliertes Inhaltsverzeichnis in:

Hans-Joachim Schönknecht

Mythos - Wissenschaft - Philosophie, page 467 - 476

Zur Genese der okzidentalen Rationalität in der griechischen Antike

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-3865-9, ISBN online: 978-3-8288-6638-6, https://doi.org/10.5771/9783828866386-467

Tectum, Baden-Baden
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467 DETAILLIERTES INHALTSVERZEICHNIS Band 1 Vorwort 9 Teil I: Zwischen Mythos und Logos: Entstehung einer neuen Wissensform 1 Ein Paradigmawechsel kündigt sich an 13 2 Historischer Kontext: Ethnogenese – Entstehung der griechischen Identität 23 2.1 Vorgeschichte und mykenische Epoche 23 2.2 Dark Ages und Homer 27 2.3 Genese und innere Problematik der Aristokratie 40 2.3.1 Dialektik von Herr und Knecht und ihr Reflex in den Epen Homers 41 2.3.2 Epische Heroisierung und soziale Realität 46 2.3.3 Kontroverse um die Aristokratie 51 2.3.3.1 Aristokratische Selbstapotheose 51 2.3.3.2 Kritik des aristokratischen Prinzips 54 2.3.3.3 Exkurs: Dissens über die Sklaverei 62 2.3.3.4 Geschichtlicher Austrag der Adelsproblematik 65 2.3.4 Freisetzung des Individuums als Voraussetzung der Wissenschaft 71 2.4 Notiz zur Herausbildung der Polis 79 2.5 Entwicklung von Fernhandel und Kolonisation 84 2.5.1 Soziale Not als Motor der Kolonisation 84 2.5.2 Exkurs: Die Phönizier als Vorläufer und Konkurrenten der Griechen 87 2.5.3 ‚Wie die Frösche um den Teich‘ 90 3 Thales von Milet und der Ursprung der Wissenschaft 95 3.1 Ex oriente lux 95 3.2 Thales als Mathematiker 97 3.3 Der Naturforscher 102 3.3.1 Astronomie 103 3.3.2 Das Paradigma der ‚natürlichen Ursache‘ 107 3.4 Thales‘ radikaler Gedanke – Dialektik von Mythos und Logos 118 3.5 Zwei Anekdoten 126 3.6 Exkurs: Das Problem der Textquellen 132 468 4 Entdecker des ‚Unendlichen‘: Anaximandros von Milet 139 4.1 Von Thales zu Anaximander 139 4.2 Anaximanders Lehre – das Problem der Textgrundlage 142 4.3 Interpretation des apeiron 148 4.3.1 Ein ‚sperriger‘ Begriff 148 4.3.2 Diskussion des apeiron durch Aristoteles 158 4.3.3 Unbestimmtes oder Unendliches? 165 4.3.4 Zwei Aspekte der Rezeption der Theorie des apeiron 169 4.4 Der Spruch des Anaximander 171 4.4.1 Entwurf der Natur 171 4.4.2 Gesetz der Vergeltung 179 4.5 Anaximanders Kosmologie 184 4.5.1 Kosmogonie 184 4.5.2 Ort und Gestalt der Erde 192 4.6 Anaximander als wissenschaftlicher Praktiker, Erfinder und Geograph 203 5 Anaximenes: arché ist die Luft 207 5.1 Anaximenes‘ Ansatz: Die arché als Element 207 5.2 Kosmologie und Meteorologie des Anaximenes 212 5.3 Theologie und Psychologie 220 5.4 Synthese: Die theoretische Bedeutung der Milesier 227 6 Mythos – Dichtung – Theorie 235 6.1 Vorbemerkung 235 6.2 Anmerkungen zur Entstehung der griechischen Mythologie 236 6.3 Diskussion um Homer und Hesiod 240 6.4 Zur Deutung der mythisierenden Erzählungen Homers 245 6.5 Phantastisches und Alogisches in Ilias und Odyssee 250 6.6 Xenophanes‘ systematische Kritik des Mythos und Erarbeitung eines wissenschaftskompatiblen Gottesbegriffs 257 6.6.1 Kritik des religiösen Anthropomorphismus 257 6.6.2 Vom Vater der Menschen und Götter zum Gott der Philosophen 268 6.7 Entfaltung der Kritik am Mythos auf breiter Front 276 6.8 Mythische Religion als Thema der Komödie 288 6.9 Vorgriff auf Platon: Kritik und theologische Überbietung des Mythos durch Vergeistigung des Gottesbegriffs 291 469 7 Homers Selbstbehauptung: Realistische und rationale Züge seiner Epen 305 7.1 Vorüberlegung zum Verhältnis von Praxis und Theorie 305 7.2 Weltgehalt der homerischen Epen: 310 7.2.1 Präzise Geographie 310 7.2.2 Fülle der Realia 315 7.2.3 Physiologischer Hyperrealismus 319 7.3 Intelligenz versus Inspiration 324 7.3.1 Intelligenz und Wissen im mythischen Kontext 324 7.3.2 Beobachtung, Konzentration auf die Sache, Zweck-Mittel-Relation 332 7.4 Das vernünftig-humane Element der Epen 338 7.5 Homers Kult sinnlicher Schönheit und erotischer Liebe 349 7.6 Exkurs: Platons Entsinnlichung des Schönen 357 7.7 physis – natura – Natur 360 8 Eine Gestalt des Übergangs: der Mythopoet Hesiod 365 8.1 Hesiods Leben und Werk 365 8.2 Inhalt und Aufbau der Theogonie 369 8.3 Hesiod als Anreger theoretischer Weltbetrachtung 374 8.3.1 Die Ursprungskonstellation der Theogonie: Chaos – Gaia – Eros 374 8.3.2 Chaos: Abgrund des Raums – ein zukunftsträchtiges Konzept Hesiods 379 8.3.3 Von den Urmächten und Ur-Sachen zu den Ursachen 385 8.3.4 Hesiod zielt aufs Ganze – Katalogpoesie 388 8.3.5 Hesiod und Platon 396 8.3.6 Schluss und Ausblick 403 Anhang: Siglen; zitiertechnische Hinweise 405 Verzeichnis der benutzten Literatur 409 Detailliertes Inhaltsverzeichnis der drei Bände 425 470 Band 2 Teil II: Entfaltung des theoretischen Weltbezugs 1 Xenophanes: Naturforschung und Erkenntniskritik 11 1.1 Vorbemerkung 11 1.2 Xenophanes‘ Denken im Spiegel der Kritik 12 1.3 Xenophanes als Naturforscher 19 1.4 Kontroverse Interpretationen 1: Xenophanes‘ Theorie der Erde 26 1.4.1 Die ‚Wurzeln‘ der Erde 26 1.4.2 Wissenschaft als fiction: Karl Poppers Rekonstruktion von Xenophanes‘ Theorie der Erde 32 1.5 Kontroverse Interpretationen 2: Xenophanes – der erste Erkenntnistheoretiker? 38 1.5.1 Vorüberlegungen und Textgrundlage 38 1.5.2 Geschichtlichkeit der Erkenntnis 46 1.5.3 Xenophanes: Skeptiker oder Dogmatiker? 51 2 Das Wesen der Welt ist Zahl und Harmonie: Pythagoras und die pythagoreische Schule 63 2.1 Ein geheimnisumwitterter Meister 63 2.2 Praktische Rationalität: Entwurf einer Lebensordnung 75 2.3 Harmonie und Zahl – Grundbegriffe des pythagoreischen Theorieansatzes 81 2.3.1 Der Begriff der Harmonie – Entlehnung aus dem Mythos 81 2.3.2 Heiligung der Zahl 87 2.3.3 Zwischen Zahlenmystik und Mathematik: die musikalischen Harmonien 93 2.4 Pythagoreer als Begründer der wissenschaftlichen Mathematik 98 2.4.1 Von der ‚Feldmessung‘ zur mathematischen ‚Geometrie‘ 98 2.4.2 Exkurs: Pioniere der antiken Mathematik 103 2.4.3 Mathematik im Spannungsfeld von Arithmetik und Geometrie 105 2.5 Pythagoreische Astronomie und Kosmologie 108 2.6 Exkurs: Drei Beispiele angewandter Geometrie im pythagoreischen Umfeld 118 2.6.1 Der Tunnel des Eupalinos auf Samos 119 2.6.2 Der Kanon des Polyklet 125 2.6.2.1 Polyklets Einführung des Kanon-Gedankens in die bildende Kunst 125 2.6.2.2 Der Kanon als Grundlage bildnerischer Gestaltung 130 2.6.2.3 Reales und Ideales 136 471 2.6.3 Politischer Denker und Urbanist: Hippodamos von Milet 139 2.6.3.1 Hippodamos als Vordenker politischer Theorie 141 2.6.3.2 Hippodamos als Begründer der Stadtplanung 150 2.6.3.3 Die Planung des Piräus 158 3 Die Entdeckung des : Heraklit von Ephesos 165 3.1 Heraklits Aristokratismus 165 3.2 Panta rheî – Alles fließt 172 3.3 Pulsschlag des Kosmos 183 3.4 Der Logos 187 3.5 Isomorphie 191 3.6 Scheinwissen und wahre Erkenntnis 196 3.7 Ein epochales Konzept: physis – Natur 200 3.7.1 Begriff der physis 200 3.7.2 Mythendestruktion 205 3.7.3 Systematisierung von Heraklits Ansatz durch Aristoteles 212 4 Protowissenschaftlicher Sündenfall? – Die Seins-Spekulation des Parmenides von Elea 217 4.1 Parmenides im Kontext 217 4.2 Eine ‚himmlische‘ Fahrt 221 4.3 Sein – das absolute Ding 227 4.4 Identität von Denken und Sein? 231 4.5 Nähere Bestimmungen des parmenideischen Seins 235 4.6 Seinsmonismus und dualistische Theorie der Natur 238 4.7 Wirkungsgeschichte 244 4.8 Nachschrift zu Parmenides 251 5 Rettung der Phänomene: Die jüngeren Naturphilosophen 253 6 Mystischer Schwärmer – Naturforscher – Arzt: Empedokles von Agrigent 259 6.1 Eine charismatische Persönlichkeit 259 6.2 Zwischen Mythos und Wissenschaft: Die Theorie der Elemente und Grundkräfte 267 6.3 Orientierung an Parmenides 275 6.4 Empedokles‘ Theorie des Lebendigen 280 6.4.1 Eine rudimentäre Biologie 280 6.4.2 Physiologie 287 472 6.4.3 Exkurs: Konstruktion einer biologischen Systematik bei Philolaos von Kroton 294 6.5 Empedokles‘ bedeutende Wirkungsgeschichte 295 6.5.1 Methodische Vorüberlegung 295 6.5.2 Die Lehre von der Körperwärme – Versuch einer Embryologie und ideologisches Lehrstück 296 6.5.3 Empedokles als Anreger wissenschaftlicher Medizin? 299 6.5.4 Kosmologische Rezeption der Elementelehre in Antike und Neuzeit 303 6.5.5 Empedokles als Anreger naturmystischer Theorien 314 6.5.6 Elementelehre und Chemie 316 7 Ansätze einer mechanistischen Welterklärung: Anaxagoras von Klazomenai 319 7.1 Riskante Existenz eines Aufklärers 319 7.2 Homoiomere – Anaxagoras‘ Physik der Stoffe 325 7.2.1 Anknüpfung an die Vorgänger 325 7.2.2 Ein ‚Nest‘ von Widersprüchen? 329 7.2.3 Gleichteilige – Die Interpretation des Aristoteles 336 7.3 NOUS – Rationales Prinzip und ‚Gott der Philosophen‘ 339 7.4 ‚Geist‘ als Motor der Weltmaschine: Die mechanistische Kosmologie des Anaxagoras als weiterer Schritt zum Physikalismus 344 7.5 Wirkungsgeschichte 350 7.6 Exkurs: Die Kugelgestalt der Erde – Bedeutendste kosmologische Entdeckung der Antike 355 7.6.1 Unübersichtlichkeit der Forschungslage 355 7.6.2 Theoretische Entscheidung durch Platon und Aristoteles 362 8 Der Atomismus: Höhepunkt und Vollendung des antiken Naturalismus (Leukipp und Demokrit) 373 8.1 Einleitung 373 8.2 Atomismus – synthetisch betrachtet 377 8.3 Exkurs: Reduktionismus als Methode der Wissenschaft 383 8.4 Eleatischer Entstehungskontext des Atomismus 384 8.5 Melissos als Stichwortgeber und negative Folie der Atomisten 387 8.6 Weitere Theoriestücke des atomistischen Prinzips 391 8.6.1 Primäre und sekundäre Qualitäten 391 8.6.2 Kontroverse um Gewicht und Bewegungsimpuls 395 473 8.6.3 Welt aus Atomen? 402 8.7 Atomistische Kosmogonie und Kosmologie 408 8.7.1 Vorbereitende Bemerkungen 408 8.7.2 Der kosmogonische Prozess 412 8.7.3 Die weiteren Bestimmungen der atomistischen Kosmologie 416 8.7.4 Rationaler Gehalt der atomistischen Kosmologie 420 8.8 Zwischen Dogmatismus und Skeptizismus: Atomistische Erkenntnistheorie 421 8.8.1 Demokrits erkenntnistheoretische Ambivalenz 421 8.8.2 Analyse von Wahrnehmungsprozessen 433 9 Resümee und Ausblick auf Band 3 441 Anhang: Siglen; zitiertechnische Hinweise 447 Verzeichnis der benutzten Literatur 451 Detailliertes Inhaltsverzeichnis der drei Bände 467 474 Band 3 Teil III: Vollendung und Selbstzersetzung der Theorie 1 Platon: Entwurf von Transzendenz 11 1.1 Abschluss ohne Vollendung 11 1.2 Ein Porträt 13 1.3 Beredtes Schweigen 19 1.4 Affinitäten 25 1.5 Wendung des Denkens zu sich selbst: Platons Begründung der Logik 29 1.5.1 – Rechenschaft geben 29 1.5.2 Exkurs: Logisch Elementares (I) 37 1.5.3 Erschließung der logischen Perspektive in zwei frühen Dialogen 44 1.5.4 ousía und mégista géne 52 1.6 Mathematikorientierung und Empirieaversion Platons 64 1.7 Mythos Idee? 78 1.7.1 Narratio 78 1.7.2 Anamnesis 89 1.7.3 Platonischer Mythos und Wahrheit 95 1.7.4 Vertrauen in Dialektik 105 2 Aristoteles: Vollendung der wissenschaftlichen Hexis und Rechtfertigung der Empirie 111 2.1 Aristoteles‘ Gründlichkeit 111 2.2 Ein bewegtes Leben und ein immenses Werk 122 2.3 Exkurs: Logisch Elementares (II) und Logos-Bezug der Wissenschaft 130 2.4 Elemente aristotelischer Logik 137 2.4.1 Logik des Konkreten: die Kategorien 137 2.4.2 Logische Axiome, wissenschaftliche Prinzipien und fehlerhafte Schlüsse 150 2.5 Exkurs: „... wie ein junges Füllen gegen die Mutter ...“ 159 2.6 Universelle Vermittlung 167 2.6.1 Die Idee begrifflicher Vermittlung 167 2.6.2 Beispiel für Vermittlung: Aristoteles‘ Theorie der Bewegung 173 2.6.3 Weitere fundamentale Vermittlungsschritte und die Schranke des aristotelischen Wissenschaftsbegriffs 187 3 Epikur und der Kepos – Krise der wissenschaftlichen Hexis 201 3.1 Denken an der Epochenschwelle 201 475 3.2 Epikurs theoretische Philosophie 209 3.3 Philosophie der Privatheit 225 3.4 Philosophie als Selbsttherapie 236 4 Primat der Ethik über die Physik: Stoizismus 251 5 Selbstzersetzung der Theorie: Skeptizismus 261 5.1 Abgesang auf ein Paradigma: Theorie, die nicht mehr Theorie sein will 261 5.2 Die skeptische Lehre von den Tropen 274 5.3 Bekämpfung der Philosophie mit ihren eigenen Mitteln und Verwerfung von Naturforschung und Ethik 288 5.3.1 Unausdrückliche Anknüpfung an Aristoteles 288 5.3.2 Bestreitung der Möglichkeit eines Wahrheitskriteriums und weiterer wahrheitstheoretischer Bestimmungen 295 5.3.3 Skeptische Kritik der Naturforschung 309 5.3.4 Skeptischer Abbau der Philosophie als Lebensform 321 Teil IV: Spätantike Unterdrückung der Idee sachhaltigen Wissens 1 Flucht ins Irrationale: die Mysterienkulte 333 2 Verwerfung der wissenschaftlichen curiositas durch das Christentum 345 2.1 Ein Symptom: der Physiologus 345 2.2 Ambivalentes Verhältnis zur Wissenschaft: der ‚Kirchenvater‘ Augustinus 348 2.2.1 Die Artes als Wahrheitskriterium 348 2.2.2 ‚Wissensdurst ist Sünde‘ 365 2.3 Tragödie der Wissenschaft: der Tod der Hypatia 369 3 Ausblick: Umbesetzung – Assimilation – Neuansatz 381 Anhang: Siglen; zitiertechnische Hinweise 389 Verzeichnis der benutzten Literatur 393 Detailliertes Inhaltsverzeichnis der drei Bände 409

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Zusammenfassung

In drei umfassenden Bänden erforscht Hans-Joachim Schönknecht den Ursprung und die Entstehungsgeschichte wissenschaftlichen Denkens. Philosophie und Naturwissenschaften, die Grundpfeiler westlich intellektueller Kultur – ihre Wurzeln liegen im antiken Griechenland, bei Homer und Pythagoras, bei Heraklit und Platon.

Schönknechts zweiter Band präsentiert die Entfaltung des theoretischen Bewusstseins in den großen Natur- und Seinsentwürfen von Xenophanes über Pythagoras und Heraklit bis hin zu Demokrit und untersucht deren einzelne Beiträge zu den neuen naturforscherischen Ideen und Begrifflichkeiten. Reflektiert wird die Entstehung epochaler und für die spätere Naturwissenschaft fundamentaler Begriffe wie Raum, Materie, Prozess, Beharrliches (‚Sein‘), Element und Atom. Und auch die Zahl als noch unzulänglich gehandhabtes Mittel zur Strukturgebung der Wirklichkeit wird hier aufgegriffen.