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Vorwort in:

Helga Becker

Anton Josef Reiss (1835-1900), page 7 - 8

Leben und Werk

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-3861-1, ISBN online: 978-3-8288-6618-8, https://doi.org/10.5771/9783828866188-7

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Kunstgeschichte, vol. 6

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
7 Vorwort Die vorliegende Arbeit ist das Ergebnis einer Recherche, die am Ende des Jahres 2008 begann, nachdem ich während eines Seminars über die Ausstattung romanischer Kirchen in Köln im 19. Jahrhundert bei Frau Professor Dr. Hiltrud Kier die Marmorpietà des Bildhauers Anton Josef Reiss in der Kirche St. Gereon kennenlernte. Aus Neugierde, welcher Künstler sich hinter dieser Skulpturengruppe verbarg, folgte nach einem ersten Hinweis auf seinen Wohnort ein Besuch des Düsseldorfer Stadtarchivs. In den dort aufbewahrten Artikeln, die entfernte Verwandte des Künstlers in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Verfügung stellten, konnten u. a. Objekte gefunden werden, die in der im Jahre 2009 der Universität Bonn vorgelegten Magisterarbeit mit dem Titel „Altäre und Skulpturen von Josef Reiß in St. Stephanus in Grefrath bei Neuss“ untersucht und bewertet wurden. Mit Genehmigung der Universität Bonn erfolgte im Jahre 2012 eine Veröffentlichung der in der Magisterarbeit behandelten Bildwerke (hier Kat.-Nr. 8, 9, 10, 11, 15, 16, 17, 18, 19, 22) mit der Überschrift „Frühwerke des Bildhauers Anton Josef Reiß (1835 – 1900)“ in der vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz herausgegebenen „Rheinischen Heimatpflege“ mit einer Kurzfassung der Biografie und einer Zusammenfassung des Kapitels über die Skulptur des 19. Jahrhunderts im Rheinland.1 Die Dissertation baut auf der Magisterarbeit auf, aus der die dort bearbeiteten Objekte unter Hinzufügung von Ergänzungen und mit den nach Vermessung der Objekte ermittelten Maßen übernommen wurden. Teile der in der Magisterarbeit verfassten Biografie, die durch neue Funde und Erkenntnisse von knapp zehn auf vierundzwanzig Seiten erweitert werden konnte, das Kapitel über die Skulptur und Plastik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Rheinland, versehen mit Ergänzungen weiterer Literaturen und Beifügungen wurden ebenfalls übernommen. Eine ausgedehnte, detektivisch anmutende Spurensuche über Reiss’ Leben findet hier ihren Abschluss. Die Ermittlung seiner Werke gestaltete sich als besonders aufwändig, da es weder einen Nachlass gab, noch Familienangehörige, die hätten interviewt werden können. Mit einer Ausnahme, bei der eine Fahrt nach Süddeutschland unternommen werden musste, waren zahlreiche Reisen im Rheinland und in Holland erforderlich, um die Stätten seines Wirkens, sowie Kirchen-, Stadt- und Friedhofs archive aufzusuchen. Wenn auch zu manchen Orten vergebliche Fahrten unternommen wurden und auch viele Objekte trotz Erwähnungen in alten Quellen nicht mehr aufgespürt werden konnten, so gab es doch dank Hinweisen in den besuchten Archiven, zufälligen Begegnungen oder nach Aufnahme von zunächst fast aussichtslos erscheinenden Fährten immer wieder Entdeckungen. Sie ließen mich am Ziel festhalten, das Werk des im 19. Jahrhundert relativ berühmten, heute fast vergessenen Bildhauers zusammenzutragen, um es nach einer kunsthistorischen Einordnung nicht nur einem interessierten Kreis in der Kirche und den Kunsthistorikern zugänglich zu machen, dem sein Name 1 Die Vorabveröffentlichung wurde vom Dekan der Universität Bonn, Prof. Dr. Günther Schulz, am 12.  Oktober 2010 genehmigt. durch die Beschäftigung mit den Skulpturen des 19. Jahrhunderts bekannt ist, sondern es auch einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Die als sein Hauptwerk bezeichnete, in St. Gereon in Köln aufgestellte Marmor-Pietà wurde bereits vorab insoweit gewürdigt, als sie unter einer Vielzahl von Objekten als Abbildung für den Buchumschlag des von Eduard Trier/Willy Weyres im Jahre 1980 herausgegebenen Standardwerks über Skulptur des 19. Jahrhunderts im Rheinland ausgewählt wurde und auch auf dem Buchdeckel des 2010 erschienenen Bands XXV der Reihe „Colonia Romanica“ des Fördervereins romanischer Kirchen e. V. abgebildet wurde. Meinen Dank möchte ich gegenüber den Mitarbeitern der Kirchen- und Friedhofsarchive sowie der Stadt-, Staats- und Landesarchive in Deutschland und Holland ausdrücken, in denen ich geforscht habe. Allerorts wurde mir freundliche Unterstützung zuteil. Ganz herzlich bedanke ich mich bei meiner Freundin Rita Jülicher, die das Korrekturlesen der Dissertation übernommen hat. Mein besonderer Dank gilt Frau Professor Dr. Hiltrud Kier, die mir als meine Betreuerin mit ihrem Rat stets zur Seite stand und den Fortgang der Recherchen und das Wachsen der Arbeit mit großem Interesse verfolgte.

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Zusammenfassung

Anton Josef Reiss, geboren 1835 in Düsseldorf, war einer der berühmtesten und produktivsten Bildhauer seiner Zeit. Seine Skulpturen fertigte er nicht nur für die katholische Kirche an – auch Adelsfamilien und sogar das Kaiserhaus zählten zu den Auftraggebern des begabten Künstlers. Reiss gehörte zum engen Kreis der Spätnazarener Ernst Deger, Franz Ittenbach, Karl und Andreas Müller. Der durchweg hohen Qualität seiner Bildwerke ist es zu verdanken, dass viele von ihnen auch die großen ikonoklastischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts, die sich gegen die Kunst des Historismus und insbesondere gegen die Werke der Nazarener richteten, überdauerten.

Helga Becker stellt Leben und Werk des bedeutenden Bildhauers nun erstmals mit zahlreichen Abbildungen einer breiten Öffentlichkeit vor.